Bücher mit dem Tag "vater-sohn-beziehung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "vater-sohn-beziehung" gekennzeichnet haben.

233 Bücher

  1. Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442756841)
    Maja Lunde

    Die Geschichte der Bienen

     (921)
    Aktuelle Rezension von: Sarah_Rey

    An sich ist die Geschichte gut. Die drei Zeitebenen und wie diese schließlich miteinander verknüpft sind, haben mir sehr zugesagt. Aber für mich hatte das Buch auch ein paar Schwachstellen. Ich verstehe die Kritik, dass es sich zieht, fand ich persönlich jetzt nicht, aber da nichts sehr aufregendes passiert, kommt es einem eventuell so vor. Mich hat eher gestört, dass ich einige Handlungen der Personen nicht nachvollziehen konnte. Außerdem hätte mich interessiert wie es dazu kam, dass die Welt in der Zukunft so dargestellt wird, wie es Maja Lunde getan hat. 

    Manche Stellen fand ich aber sehr interessant, oder sogar bewegend. Alles in allem gar nicht so schlecht, lies sich auch super schnell und angenehm lesen.

  2. Cover des Buches Harry Potter and the Cursed Child (ISBN: 9780751565355)
    Joanne K. Rowling

    Harry Potter and the Cursed Child

     (776)
    Aktuelle Rezension von: MaggieCanda

    Obwohl das Buch wie ein Theaterskript geschrieben ist, findet man in jeder Zeile Rowlings Einfluss und Erzählkunst wieder. Es war toll Hogwarts mal aus Sicht eines Nicht-Gryffindor-Musterschülers neu zu entdecken und viele altbekannten Charaktere wiederzutreffen. Da Teil 3 der Harry Potter Reihe mein absoluter Liebling ist, hatte ich auch mit der Zeitreise Thematik keine Probleme.

  3. Cover des Buches Der Schatten des Windes (ISBN: 9783596196159)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Schatten des Windes

     (5.757)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Daniel wird von seinem Vater zu einem geheimen Ort gebracht, dem "Friedhof der vergessenen Bücher". Dort findet er ein Buch von Julián Carax und ist sofort fasziniert. Als er sich auf die Suche nach dem mysteriösen Autor macht, gerät er in eine Parallelwelt, die ihn an das Leben von Carax erinnert. Geradezu besessen versucht er sich das Buch und dessen Handlung in seinem Leben zu erklären. Diesen Klassiker musste ich jetzt auch endlich lesen bzw. habe ich die meiste Zeit das Audiobuch @audible gehört. Vielleicht hätte ich komplett nur das Buch lesen sollen, da ich während dem Hören doch des öfteren mit meinen Gedanken abgeschweift bin und mich die Geschichte nicht ganz abholen konnte. Teilweise war es mir etwas zu langwierig, teilweise fand ich die Mischung aus Krimi, Liebesgeschichte und historischen Einflüssen sehr spannend. Ich werde auf jeden Fall noch das ein oder andere Buch von Zafón lesen und hoffen, dass es mich mehr in seinen Bann zieht.

  4. Cover des Buches Saeculum (ISBN: 9783785577837)
    Ursula Poznanski

    Saeculum

     (1.846)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind

    Am Anfang hätte ich das Buch um ein Haar abgebrochen; es ist einfach zu spiritistisch, und das vertrage ich nicht gut. Am nächsten Tag habe ich dann noch einen Versuch gewagt, und da konnte ich es ertragen. Später wurde dann die Handlung doch realistischer und auch recht spannend. Dann habe ich mich mit dem Anfang versöhnt. Aber meine Linie ist es immer noch nicht. Wie können erwachsene Menschen mit so etwas umgehen?

  5. Cover des Buches Ich und die Menschen (ISBN: 9783423216043)
    Matt Haig

    Ich und die Menschen

     (725)
    Aktuelle Rezension von: Susanna_Schober

    Als ich mal wieder durch die Spiegel-Bestseller 'blätterte', fiel mir dieses Werk direkt ins Auge. Irgendwie hatten wohl auch Audibel, Amazon und Co keinen Zweifel daran, dass dieses Werk hervorragend zu mir passen würde, denn sie schlugen es mir ständig vor.

    'Na gut', dachte ich mir, wenn ihr meint, dann lese (höre) ich es eben!

    Gesagt getan und was soll ich sagen?

    Es war verwirrend humorvoll und dennoch ... anders und mit viel Herz. Ein bisschen Witz, ein bisschen Ernst und dazwischen eine Menge Mathematik, die aber so mühelos untergebracht wurde, dass es dennoch unterhaltsam war. Wer gerne wissen möchte, wie die Sicht eines Aliens auf die Emotionen der Menschen ist, ist hier richtig :D

    Um euch anzufixen, habe ich hier noch den Klappentext:

    In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?

  6. Cover des Buches Rachesommer (ISBN: 9783442473823)
    Andreas Gruber

    Rachesommer

     (436)
    Aktuelle Rezension von: Anndlich

    Mehrere ältere Herren sterben unter mysteriösen Umständen, die Rechtsanwältin Evelyn Meyers glaubt nicht an Zufälle und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

    Auf der Suche nach dem Täter trifft Evelyn auf den Kommissar Walter Pulaski. Pulaski ist auf der Suche nach Erklärungen für die vermeintlichen Selbstmorde von Jugendlichen aus einer psychiatrischen Anstalt.

    Evelyns und Pulaskis Suche nach der Wahrheit geht weit in die Vergangenheit zurück und bringt einiges Abscheuliches ans Tageslicht.

    Rachesommer ist der erste Teil der Reihe um das Team Evelyn Meyers und Walter Pulaski und bietet direkt einen guten Start. Wer auf der Suche nach blutigen Taten und ebenso blutigen Serienmördern ist, der wird bei diesem Teil nicht fündig und dennoch ist das Buch durchweg spannend!

    Der Schreibstil von Andreas Gruber nimmt einen von der ersten Seite an mit. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil der Spannungsbogen ständig gegeben war. Hat sich eine meiner Fragen geklärt, so kam direkt eine Neue.

    Das Hauptaugenmerk liegt vor allem auf die beiden Ermittler, die Kapitel bestehen aus einem Wechsel der Perspektiven von Meyers und Pulaski.  

    Evelyn Meyers ist eine junge  Anwältin, die in einer Anwaltskanzlei vor allem die großen Konzerne vertritt. Doch im Gegensatz zu ihrem Vorgesetzten Karger macht sie der Job nicht (mehr) glücklich. Die Differenzen zu Karger lassen Meyers sehr schnell sympathisch wirken, im Gegensatz zu anderen Anwälten interessiert sie sich noch für den „kleinen Mann“ und nicht nur für das große Geld. Es wird aber auch von Anfang an deutlich gemacht, dass Evelyn eine schreckliche Vergangenheit hat, welche durch den Fall noch mehr an Brisanz gewinnen wird.

    Walter Pulaski hingegen ist ein älterer Herr, der mit immer mehr Vorurteilen durchs Leben geht. Seine knorrige Art macht ihn auf der anderen Seite auch direkt wieder sehr charmant. Als alleinerziehender Vater und Asthmatiker ist er nicht mehr beim LKA, sondern nur noch im Innendienst. Bis zu den mysteriösen Fällen.

    Wenige Kapitel sind zudem aus der Sicht des Gejagten geschrieben; von denen ich mir ein paar Seiten mehr erwünscht hätte.

    Nein, viel Blut fließt hier nicht, aber wer sich in eine Geschichte reinversetzen kann und sich Dinge ausmalt, die nur angedeutet, aber nicht komplett ausgesprochen werden, bei dem könnte dieses Buch dennoch Übelkeit hervorrufen.

  7. Cover des Buches Extrem laut und unglaublich nah (ISBN: 9783596169221)
    Jonathan Safran Foer

    Extrem laut und unglaublich nah

     (1.231)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Geschichte des kleinen Oskars auf der Suche nach Antworten hat mich sehr mitgenommen. Ich musste immer wieder innehalten und nachdenken. Nichts zum eben mal durchlesen. Sehr bewegend und emotional.

  8. Cover des Buches Sieben Minuten nach Mitternacht (ISBN: 9783442485345)
    Patrick Ness

    Sieben Minuten nach Mitternacht

     (807)
    Aktuelle Rezension von: rebell

    Inhaltsangabe: Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht. Aber das jagt Conor keine Angst ein. Was er eigentlich fürchtet, ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter so schwer krank ist. Das wilde und weise Monster aber wird Conor in seinen Albtraum begleiten und ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit hinter seinem Schmerz!


    Cover: Da ich die Filmausgabe besitze mit dem Plakatfoto als Cover, kann ich nicht viel dazu sagen. Es zeigt eine Szene aus dem Buch/Film wieder und passt an sich auch sehr gut. Mehr der Titel ist es der einen in den Bann zieht.


    Sichtweise/Erzählstil: Conor's (Lebens-)Geschichte erleben wir als Leser von Außen. Trotzdem geht die Geschichte einem Emotional sehr nahe und lässt einen nicht los.


    Spannung/Story: Die Geschichte geht direkt los. Wir lernen Conor, die Krankheit seiner Mutter und das Monster während der ersten Kapiteln kennen. Auch wenn es nie ausgesprochen wird, ahnt man bereits woran Conor's Mutter leidet und weiß aufgrunddessen auch wie dieses Buch ausgehen wird. Trotzdem gibt einem dieses Buch so viel und gleichzeitig fragt man sich immer wieder "Warum?" ...

    Auf diesen wenigen Seiten werden Verlust, Trauer, aber auch Hoffnung zu einer Achterbahnfahrt. Immre wieder hat man den Drang Conor am liebsten zu Umarmen und zeitgleich teilt man seinen Schmerz und weiß genau was er durchmacht. Ich selbst konnte seine innere Zerrissenheit selbst nachempfinden, da ich es selbst schon mehrfach erlebt habe.

    Patrick Ness hat es einfach unglaublich gut geschafft durch den Schreibstil und die Szenerie Emotionen in einem wachzurufen, die man gerne verdrängt.
    Am Ende des Buches habe ich nur noch geweint und auch jetzt lässt es mich im nachhinnein immer noch nicht los. Aber dennoch gibt es einem das Gefühl nicht alleine zu sein mit seiner Trauer und das man es schafft, diese zu überwinden.


    Fazit: Emotional tiefgehend und eine Thematik, die jeden beschäftigt.

  9. Cover des Buches Gottes Werk und Teufels Beitrag (ISBN: 9783257218374)
    John Irving

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

     (986)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

    Er schafft es immer wieder mit seinem, wie ich finde, trockenen,  unromantischen Stil über seine kuriosen-skurilen Beschreibungen  einen in die Geschichte zu ziehen.  

    Ich möchte den Inhalt nicht widergeben, denn entweder liest man Irving oder halt nicht 😁

  10. Cover des Buches Die Herzen der Männer (ISBN: 9783608983135)
    Nickolas Butler

    Die Herzen der Männer

     (154)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Im Sommer 1962 verbringt der 13-jährige Nelson Doughty eine Woche in einem Pfadfinderlager in Wisconsin. Er ist dazu abgestellt, beim Morgenappell die Signaltrompete zu blasen. Trotz seines tadellosen Engagements ist er dem Spott der anderen Jungen ausgesetzt. Nur mit dem wenig älteren Jonathan knüpft er vorsichtig Freundschaft. Dieser überredet ihn zu einer Wette und natürlich enden sie als Verlierer. Die Einlösung der Wettschulden endet für Nelson äußerst demütigend. Aber dennoch setzt dieser Sommer eine Kette von Ereignissen in Gang, die sein Leben bestimmen.
    Im Sommer 1996 nimmt Jonathan seinen Sohn Trevor mit ins Pfadfinderlager. Trevor hat dazu gar keine Lust, denn der 16-jährige will die Ferien lieber mit seiner Freundin Rachel verbringen. Um ihm die Zeit schmackhafter zu machen, organisiert Jonathan ein Abendessen mit Nelson, der das Lager nach seiner Militärzeit im Vietnamkrieg inzwischen leitet. Er stellt ihm auch seine neue Freundin vor und eröffnet ihm, dass er sich von seiner Mutter scheiden lassen will. Trevor ist tief enttäuscht, aber wiederum führt dieser Abend zu weitreichenden Erkenntnissen, die den Lebensweg des jungen Mannes bestimmen.
    Schließlich besucht auch Trevors Sohn Thomas im Jahr 2019 das Pfadfinderlager. Er wird begleitet von seiner Mutter Rachel, die als einzige Frau als Betreuerin angereist ist. Die anderen Männer lehnen sie ab und sie wird massiv verbal belästigt. Allerdings hat sie in Nelson, der sein letztes Jahr als Leiter des Lagers verbringt, einen Verbündeten.
    Der Autor verwebt bewegend zwischenmenschliche Themen, wie Ausgegrenztheit, Ehebruch, Gewalttätigkeit und große Enttäuschungen. Allerdings gibt es von mir einen Punkt Abzug, weil es doch viel um typisch amerikanische Eigenheiten geht: die Besessenheit für Schusswaffen, Baseball und die Heldenverehrung für Soldaten und Kriegsheimkehrer. Dennoch ein Buch über große Männergefühle, an deren Ende aber eine Frau als Siegerin hervorgeht.

  11. Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)
    Pierre Jarawan

    Am Ende bleiben die Zedern

     (126)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Du kannst nach weiteren Straßen suchen, und ich bin sicher, du wirst sie finden. Du kannst diese Straßen sogar entlanggehen. Aber immer, wenn du an ihr Ende kommst, wirst du merken: Du stehst wieder an derselben Kreuzung, von der aus du gestartet bist.“

    Inhalt

    Als Samir gerade einmal 8 Jahre alt ist, verschwindet sein Vater spurlos. Aber was treibt ihn von seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern fort, wo ihm doch erfolgreich die Flucht aus dem Bürgerkrieg im Libanon gelungen ist? Samir ist der festen Überzeugung, dass sein Vater wiederkommt, auch wenn er aus freien Stücken gegangen ist und seither keinerlei Kontakt pflegt. Die Spurensuche nach seinem geliebten Geschichtenerzähler, mit dem ihm so viel verbunden hat, wird für Samir zur Passion, er kann einfach nicht loslassen und verpasst derweil sein Leben in der Gegenwart, wenn es ihm nicht endlich gelingt mit seiner Vergangenheit Frieden zu schließen. Mit fast 30 Jahren begibt er sich erstmals in den Libanon, mit der Hoffnung dort endlich Antworten auf seine drängendsten Fragen zu finden und vielleicht gelingt es ihm ja doch, jenen Entschwundenen aufzuspüren, den er schon so lange und intensiv sucht.

    Meinung

    Dieser Roman hat tatsächlich schon 6 lange Jahre in meinem Regal geschlummert, bevor ich es nun geschafft habe, ihn zu lesen. Damals habe ich ihn mir auf Grund zahlreicher positiver Leserstimmen zugelegt und ihn dann doch immer mehr aus den Augen verloren. Die Kombination aus einer berührenden Familiengeschichte und dem dramatischen Schicksal des Nahen Ostens, wie es der Klappentext verspricht, klangen sehr vielversprechend, weil ich es mag, literarisch den Spuren einer Geschichte zu folgen und mich mit Menschen zu identifizieren oder ihre Hintergründe kennenzulernen. Nur leider, war meine Erwartungshaltung an diese Story eindeutig zu hoch. 

    Sprachlich liest sich der Text angenehm, hegt aber keine besonderen Ansprüche, was auch daran liegen mag, dass im ersten Drittel des Buches ein Achtjähriger der Erzähler ist. Doch auch auf den folgenden Seiten bleibt der Anspruch, welchen ich hatte, auf der Strecke. Generell zwar eine interessante Geschichte, die hier aber mehr und mehr ihren Reiz verliert. 

    Meine Kritikpunkte beziehen sich im Wesentlichen auf den gewählten Fokus, der ganz tief in die Seele eines Betroffenen eindringt, um seine Handlungen deutlich zu machen und alle Beweggründe offenzulegen. Zunächst sind es nur grobe Pinselstriche, die geführt werden, doch dann bekommt der Leser die Scheuklappen aufgesetzt und muss sich fast zwanghaft in die Suche nach dem Vater ergeben, denn mehr Handlungsspielraum bleibt ihm nicht. 

    Ich habe eindeutig eine zweite Perspektive vermisst, gerade weil sich der Erzähler so zum Träumer mausert und fanatisch seinen verpassten Chancen nachtrauert – so wenig Entwicklungspotential für einen jungen Menschen, dass erscheint mir etwas weltfremd, zumal ich selbst in diesem Alter meinen Vater verloren habe, doch da war meine Gedankenwelt mit 30 Jahren eine ganz andere.

     Der Text wird immer pathetischer und hat mich irgendwann verloren, da hilft es dann leider auch nicht, wenn man sehr gute Einblicke in die politische Situation der damaligen Zeit bekommt und gut nachvollziehen kann, welche Alternativen den betroffenen Familien eigentlich blieben.

    Fazit

    Leider werden es hier nur 3 Lesesterne für eine durchaus lesenswerte Geschichte, die aber um die Hälfte des Textes hätte gekürzt werden können, weil sich die Gedanken immer nur um ein und dieselbe Sache drehen.

     Menschlich betrachtet konnte mich die dominante Erzählfigur nicht überzeugen und sie nimmt der Hintergrundgeschichte ihren Reiz, weil die Gegenwart in Anbetracht der traurigen Vergangenheit nur wenig Augenmerk erhält. Samir trauert seinem Vater hinterher, dessen einfühlsamen Geschichten, die wie er später herausfindet, nicht nur der Phantasie des Erzählers entspringen.

     Er setzt sich intensiv mit den Begriffen Heimat und Identität auseinander und verfehlt doch eine konkrete Aussage. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, der Protagonist möchte Mitleid beim Leser erwecken, doch damit kann dieser Roman nicht wirklich bei mir punkten.

  12. Cover des Buches Obsession (ISBN: 9783499248863)
    Simon Beckett

    Obsession

     (1.180)
    Aktuelle Rezension von: JasMin

    Klappentext übernommen:

    Als seine Frau plötzlich stirbt, ist Ben am Boden zerstört. Allein Sarahs autistischer Sohn Jacob spendet ihm Trost. Aber während er die Schränke der Toten ausräumt, macht Ben eine grausame Entdeckung: Jacob war gar nicht Sarahs Kind. Offenbar hat sie den Jungen entführt, als der noch ein Baby war. Fassungslos macht sich Ben auf die Suche nach Jacobs leiblichen Eltern – und gerät in einen Strudel tödlicher Obsessionen. 

    Ich habe das Buch auf Seite 246 von 414 Seiten abgebrochen.

    Der Klappentext hat mich durchaus angesprochen, leider wurde die Geschichte nach den ersten 50 Seiten überhaupt nicht mehr spannend und nahm, m.E., auch nicht mehr wirklich Fahrt auf. Ab diesem Punkt klärt sich, ob der Junge entführt wurde oder nicht. Später werden nur Lückenfüller genutzt um die Obsessionen von Ben dem Leser halbwegs anschaulich zu erklären. Leider hat mich das Buch dann überhaupt nicht mehr interessiert, da ich auch nicht das Gefühl hatte, einen Thriller zu lesen, sondern ein erweitertes Familiendrama.

    Der Schreibstil ist durchaus angenehm zu lesen - das war´s dann aber auch schon.

    Leider überhaupt nicht vergleichbar mit der David-Hunter-Reihe, die ich bisher verschlungen und auch als sehr gut empfunden habe.

    Ein Unterschied, wie Tag und Nacht - aber immerhin sieht man daran, dass auch ein Simon Beckett zunächst "üben" musste, um richtig gute Bücher schreiben zu können.

  13. Cover des Buches Thoughtful (ISBN: 9783442483617)
    S. C. Stephens

    Thoughtful

     (199)
    Aktuelle Rezension von: Vivien_Neudek

    Gefiel mir sehr gut, hat mich mitgenommen und ließ mich nicht los.

  14. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783833308116)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.929)
    Aktuelle Rezension von: Malka_Draper

    An einem eiskalten Wintertag des Jahres 1975 wurde ich – im Alter von zwölf Jahren – zu dem, der ich heute bin.

    S. 7 (Erster Satz)


    Khaled Hosseini führt uns in das Afghanistan der Vergangenheit. Amir reist mit uns zu seinen frühen Erinnerungen an seine Heimatstadt Kabul in den 70er Jahren. Er erzählt von seinem besten Freund Hassan, von seiner eigenen Flucht und beschwerlichen Reise in die USA und den schwierigen Start im neuen Land, der neuen Kultur mit einem Vater, dessen Herz an der Heimat hängt. Amir lässt und teilhaben an seinen schönsten und schlimmsten Erinnerungen, aber auch seinen größten und schrecklichsten Entscheidungen.


    Für dich – tausendmal!

    S.75


    Das Buch entspricht eigentlich nicht meinem regulären Genre und hätte ich vermutlich nicht in die Hand genommen, hätte ich den Autor nicht gekannt.

    Ich habe bewusst zu dem Buch gegriffen: Gerade durch die aktuelle Situation und schrecklichen Fernsehbilder. Weil Afghanistan und seine Kultur so fern wirken, aber durch dieses Buch menschlich so nah! Der Schreibstil, der bewusst aus einer autobiografischen Perspektive erzählt, und der nicht chronologische Verlauf der Geschichte waren erst einmal ungewohnt für mich. Insbesondere die Ich-Perspektive hat die Geschichte aber authentischer und realer werde lassen, weshalb sie auch an manchen Stellen vor geschilderter Grausamkeit kaum auszuhalten war.

    Durch die langsame Entwicklung der Geschichte und den biografischen Stil hatte das Buch auch seine Längen. Es wurden teils viele Worte für nicht sehr viele Ereignisse verloren, denn wie im Leben gibt es mal spannendere und weniger spannendere Phasen. Doch Hosseini hat es geschafft, eine authentische Lebensgeschichte zu entwerfen, die man nicht unterbrechen möchte. Man hat das Gefühl, in einen Dialog mit dem Erzähler zu treten, der so viel erlebt hat und erleben musste, so viel gefühlt hat und fühlen musste, dass man sich selbst klein fühlt und zurücknimmt. Man kann nur mit großen Augen und weitem Herzen der Geschichte lauschen und sie vollends aufnehmen.

    Denn es ist eine unglaublich wichtige Geschichte, die hier entworfen wird. Eine Geschichte von Entscheidungen, Handlungen und Worten, die man zeitlebens bereut, eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und Versöhnung. Eine Erzählung über das Vergessen-Wollen, aber nicht Vergessen-Können und die schwierige Herausforderung, sich selbst zu vergeben. Gleichzeitig werden wichtige Fragen über Heimat(losigkeit), Kultur und Flucht aufgeworfen und in einer besonderen Weise thematisiert, ohne sie zu lösen.

    Am Ende des Tages sind wir alle Menschen, die das Leben vieler anderer prägen, verändern und beeinflussen. Die Fragen, die wir uns aber stellen sollten, sind: Wer möchte ich sein? Und wie möchte ich sein?

  15. Cover des Buches Und morgen du (ISBN: 9783548612904)
    Stefan Ahnhem

    Und morgen du

     (215)
    Aktuelle Rezension von: Kate_books_munich90

    Ich hab mir richtig Zeit gelassen diese Reihe zu beginnen. Hab auch schon alle daheim. 


    Erstmal zum Cover. Für mich persönlich nichts spektakuläres, es wäre mir also nicht wegen dem Cover aufgefallen. Der Klappentext hat aber richtig gut geklungen und ich dachte mir, der Fabian Risk könnte einer meiner Lieblingsermittler werden. Das Cover hat meiner Meinung nach auch absolut nichts mit dem Inhalt zu tun. Aber das ist eine andere Geschichte. 


    Der Inhalt, also ich hatte mir anfangs echt mehr erhofft. Es hat so vor sich hingeplätschert und es hat mich nicht gepackt. Es war nicht so, das ich es nicht aus der Hand legen konnte. Der Protagonist ist mir recht sympathisch, allerdings muss er unbedingt an seiner Rolle als Vater arbeiten. 

    Es wurde lange zeit nicht spannend, ich dachte schon, das Buch wird eines der Bücher wo ich denke, hoffentlich ist es bald zuende. Es war nicht schlecht, so ist es nicht. Aber es war auch nicht der Kracher. Ein Thriller, den man einfach so mal liest. 

    Zur Mitte hin wurde es etwas besser und zum Ende hat es richtig fahrt aufgenommen. Es wurde besser und besser und dann konnte ich es wirklich nicht aus der Hand legen. 

    Ich hoffe ja das er sich von Teil zu Teil steigern wird. 

    Für den Anfang ein solider Thriller, der ruhig früher etwas spannender hätte sein können. 


  16. Cover des Buches Das Leuchten der Stille (ISBN: 9783453503823)
    Nicholas Sparks

    Das Leuchten der Stille

     (1.004)
    Aktuelle Rezension von: GothicQueen

    Ich liebe dieses Buch! Nachdem ich vor Kurzem "Zeit im Wind" gelesen habe (das Buch zum Film "Nur mit dir" mit Mandy Moore) und sowieso vom Schreibstil des Autors begeistert war, besorgte ich mir auch diesen Roman. Den gleichnamigen Film mit Amanda Seyfried in der Hauptrolle kannte ich schon länger. Mir wurde aber erst kürzlich bewusst, dass das auch wieder ein Film nach Nicholas Sparks war. Kurzum: Der Film war toll, das andere Buch war toll - Also msste ich dieses hier lesen. Ich wurde nicht enttäuscht. Innerhalb weniger Tage hatte ich es durch und ich muss sagen: Der Film wurde nach dem Buch gut umgesetzt.

    In der Geschichte geht es um den Soldaten John, der im Urlaub seinen Dad besucht. Durch Zufall lernt er Savannah kennen, die sich gerade in den Semesterferien befindet, deren Tasche ins Meer fällt und die er für sie rausholt. Als Dankeschön lädt sie ihn zu ihrer Gruppe zum Abendessen ein. Die beiden treffen sich ab da öfter, verbringen viel Zeit miteinander und verlieben sich ineinander. Doch nach zwei Wochen muss John zurück. Sie versprechen sich, dass sie aufeinander warten, bis Johns Dienstzeit in zwei Jahren vorbei ist. Doch dann kommt der 11.September und alles wird anders (Achtung Spoiler): John verlängert zusammen mit seinen Kameraden seine Dienstzeit um weitere zwei Jahre. Savannah ist enttäuscht. Und dann verliebt sie sich in einen anderen, den sie dann auch heiratet. Viele Jahre später kehrt John, der sich noch länger hat verpflichten lassen, da ihn nichts mehr zurückzieht, nach Hause zurück, um seinen Dad zu beerdigen. Er besucht Savannah und erfährt nun auch, wer ihr Mann ist, den er sogar kennt. Dann geschieht das Unfassbare: Weil er Savannah liebt, verzichtet er auf die Hoffnung Savannah zurückzuerobern. Denn ihr Mann ist schwer krank und im Krankenhaus. Für eine Spezialbehandlung fehlt Savannah das Geld. Anonym spendet John das Geld für die Behandlung von seinem Erbe und Savannahs Mann wird wieder gesund. Was die beiden noch immer haben: Den gemeinsamen Gedanken aneinander, wenn der Vollmond am Himmel steht. Ein Ritual, das beide in all den Jahren beibehalten haben. 

    Wie gesagt: Ich liebe dieses Buch und kann es jedem Liebesroman-Liebhaber empfehlen. Die Geschichte ist genau so grandios wie zu "Zeit im Wind". Ich würde es jederzeit wieder lesen.

  17. Cover des Buches Das Lächeln der Sterne (ISBN: 9783453408654)
    Nicholas Sparks

    Das Lächeln der Sterne

     (533)
    Aktuelle Rezension von: ReadAndTravel

    Adrienne Willis ist 45, als ihr Mann sie wegen einer jüngeren Geliebten verlässt. Adriennes Herz ist gebrochen, sie weiß nicht, wie die Zukunft für sie und ihre Kinder aussehen soll. Da bittet eine Freundin sie, ein paar Tage ihre abgelegene kleine Pension am Meer zu hüten. Adrienne sagt freudig zu, um Abstand zu gewinnen. Es hat sich auch nur ein einziger Gast fürs Wochenende angekündigt, Paul Flanner. Kurz nach seiner Ankunft zieht ein gewaltiges Unwetter auf. Mehrere Tage lang wird der Sturm Paul und Adrienne in der Pension einsperren, und diese Tage werden beider Leben von Grund auf verändern…

    Ich habe seit Jahren kein Buch mehr von Nicholas gelesen. Nachdem man mir ein paar Bücher von ihm geschenkt hat, habe ich mal wieder an eines heran gewagt. Und was soll ich sagen? Ich hatte überhaupt keine Erwartungen und sogar ein bisschen Angst enttäuscht zu werden. Aber das war absolut nicht der Fall. Ich habe dieses Buch so schnell durchgehabt und war absolut begeistert. Das dünne Buch, hat so viel Geschichte und so viele Emotionen beinhaltet. Ich habe es sehr gemocht und gebe 4/5 Sterne. 

  18. Cover des Buches Dunkle Havel (ISBN: 9783954515073)
    Tim Pieper

    Dunkle Havel

     (69)
    Aktuelle Rezension von: hapedah

    Vor 16 Jahren verschwand Toni Sanftlebens Frau Sofie spurlos und ließ nicht nur ihren Ehemann, sondern auch den kleinen Sohn Aroon zurück. Unzufrieden mit den Ermittlungen macht er schließlich selbst eine Ausbildung bei der Polizei und auch in der Gegenwart werden Tonis Gedanken noch von der Suche nach seiner Frau beherrscht. Als er zu einem Mordopfer gerufen wird, in dessen Tasche ein Foto von Sofie gefunden wurde, ist der Hauptkommissar wie elektrisiert und stürzt sich voller Elan in den neuen Fall - sehr zum Unmut seines Vorgesetzten, dem nur die nächste Beförderung wichtig ist. 

    "Dunkle Havel" von Tim Pieper ist der erste Fall um Hauptkommissar Toni Sanftleben, inzwischen gibt es bereits vier nachfolgende Bände. Ich habe den sympathischen, zum Glück nicht perfekten Ermittler zunächst mit dem fünften Fall kennen gelernt und war danach neugierig auf seine private Vorgeschichte, was mich veranlasste, die ersten vier Bände zu kaufen. Mit dem Reihenstart bin ich nun rundum zufrieden. Wie erhofft, habe ich viel über Tonis Vergangenheit erfahren können, was für mich neben der eigentlichen Krimihandlung den Reiz dieses Buches ausgemacht hat. 

    Wer bei einem Krimi ausschließlich an den harten Fakten rund um Tat und Tätersuche interessiert ist, wird hier enttäuscht werden, der Autor stellt auch die privaten Belange seines Ermittlers ausgiebig vor. Meiner Meinung nach gewinnt die Figur dadurch an Tiefe, ich hatte bald den Eindruck, Toni schon gut zu kennen und auch seine Beziehung zu Sohn Aroon fand ich zufriedenstellend beschrieben. Dabei ist die Spannung für mich keineswegs auf der Strecke geblieben, ich mochte das Buch bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen. 

    Wie es sich für einen guten Regionalkrimi gehört, war der Hintergrund, hier das idyllische Havelland, ausführlich vorgestellt. Obwohl ich die Gegend bisher nur vom vorbei Fahren auf der Autobahn kenne, ist es Tim Pieper gelungen, in mir die Lust auf einen Urlaub im Havelgebiet zu wecken. Damit hat der Roman alles erfüllt, was ich mir davon versprochen habe, so dass ich gern eine Leseempfehlung ausspreche. 

    Fazit: Toni Sanftlebens erster Fall stellt den Ermittler umfassend vor, der Fall ist spannend geschrieben und die idyllische Region, in der der Krimi spielt, lädt zu einem Besuch ein. Ich habe das Leseerlebnis von der ersten bis zur letzten Seite genossen und empfehle es daher gern weiter. 

  19. Cover des Buches Angerichtet (ISBN: 9783462043471)
    Herman Koch

    Angerichtet

     (245)
    Aktuelle Rezension von: Lesemoni

    Der Autor lotet hier menschliche Abgründe aus, für mich sehr fesselnd und empfehlenswert. Dieses Buch ging mir lange nicht mehr aus dem Kopf, es regt auf alle Fälle zum Nachdenken an. 

    Dabei kommt es aber wirklich leicht daher, was für die schwere Kost auch gut ausgewogen ist - stellenweise wirklich witzig!

  20. Cover des Buches Diesmal für immer (ISBN: 9783596195510)
    Paige Toon

    Diesmal für immer

     (207)
    Aktuelle Rezension von: sveasmile
    Ich habe das Buch als Mängelexemplar gefunden und mitgenommen, weil der Klappentext vielversprechend klang. Paige Toon hat wundervolle Protagonisten zum Leben erweckt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Während dem Lesen verliebt man sich selbst ein bisschen in die Darsteller. Es lässt sich sehr flüssig und schnell lesen.
  21. Cover des Buches Die Gesichter (ISBN: 9783423289696)
    Tom Rachman

    Die Gesichter

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Der erste Satz: »Bear Bavinsky tunkt seinen Kopf ins dampfende Wasser der kupfernen Badewanne und schüttelt den Bart aus, dass die Tropfen durchs Atelier fliegen.«

    Charles, genannt Pinch, wohnt mir seiner kanadischen Mutter Natalie in einem Atelier in Rom, sie arbeitet als Keramik-Künstlerin. Bear, der Vater von Pinch, ein Amerikaner, der die Mutter auch bereits geheiratet hat, zieht ein, als Pinch noch klein ist. Bear ist ein weltweit gefragter Künstler und sein Ego ist genauso berühmt wie seine Bilder. Natalie ist die x-te Muse, x-te Ehefrau und Pinch das x-te Kind. Insgesamt wird Bear bei seinem Tod 17 Kinder hinterlassen (anerkannte Kinder). Der Vater zieht in Rom mit all seiner Präsenz ein, was dazu führt, dass die Mutter aufhört zu töpfern, denn das Quietschen der Töpferscheibe geht Bear auf die Nerven. Arbeitet er nicht, hat sie für ihn da zu sein. Nun wird der Familie von Galeristen eine pompöse Wohnung zur Verfügung gestellt, aus der Natalie und Sohn beim Abgang von Bear natürlich ausziehen müssen. Pinch ist am Malen interessiert, aber erhält eher Versprechungen, als Malstunden vom Vater. Als Schwester Birdie aus Amerika zu Besuch kommt, der Vater will mit der Tochter die Ferien verbringen, hat er nie Zeit für sie. So ergeht es auch Pinch als er später den Vater in den USA besucht.

    »Birdie schlendert zur Leinwand, an der die beiden stehen, sieht einen Moment lang zu und stürzt dann nach vorn, lässt sich gegen das Bild fallen und verschmiert überall Farbe. ›Hoppala‹, sagt sie.«

    Rachman zieht den Leser am Anfang der Geschichte in die Bohème der 1950er-Jahre von Rom hinein, ein schön gezeichnetes Ambiente. Natalie ist niemand, auch wenn Bear sie für begabt hält, eine Ausstellung in einer Galerie für sie organisiert, ein Desaster. Natalie, ohnehin nicht mit Selbstvertrauen gesegnet, will niemand interviewen, niemand stößt mit ihr an und niemand interessiert sich für ihre Keramik. Alle fragen nach Bear, sie sind seinetwegen gekommen, wollen seine Hand schütteln, mit ihm reden. Der Über-Bear – der Mann, den alle lieben, der Geniale, der Partylöwe, dem sich die Frauen zu Füßen werfen – jeden Menschen an seiner Seite, drängt er in seinen Schatten. Picasso bezeichnet er als Dreckskerl, Renoir habe nicht mal Talent zum Maler.

    »Ich halte große Stücke auf dich, mein Sohn, das weißt du‹, mit einem Kopfnicken deutet er auf das Bild, ›aber ich muss dir sagen, Kiddo, ein Maler bist du nicht, und du wirst auch nie einer werden.«

    Bear, zurück in Amerika verheiratet mit einer neuen Ehefrau, beglückt mit neuen Kindern, wird eines Tages von Pinch besucht.. Der ist verwundert, wie alt seine Geschwister bereits sind, rechnet – die müssen schon während der Zeit geboren sein, als der Vater noch in Rom lebte, hin und wieder zu Ausstellungen hinüberfuhr. Und Pinch erlebt das, was er aus Rom kennt: Bear zerstört seine Gemälde, sobald er sie gemalt hat – nicht gut genug. Sein Ruhm basiert auf alte Zeiten. Bear ist auch nicht mehr gefragt, die jungen Maler ziehen an ihm vorbei. Das Ganze dargestellt in einer wundervollen Szene bei einer Ausstellung in New York, die Pinch mit seinem Sohn besucht. Gierige Ehefrauen möchten ausgezahlt werden und darum versteckt Bear 24 seiner alten Werke, die er nicht verkaufen will, in einem Chalet in Frankreich. Pinch ist sein Lieblingssohn und seine Mutter meint, er sei talentiert. Stolz zeigt er dem Vater eine Zeichnung. Doch die Antwort haut Pinch um: Völlig untalentiert! Der Traum geplatzt, er wird nie wieder einen Pinsel in die Hand nehmen – vorerst …

    »Nicht jeder kann ein Künstler sein. Aber für jene von uns, die Künstler sind, ist es ein Krieg. Ein totaler Krieg.«

    Bear ist ein Narzisst, wie man ihn nicht besser beschreiben kann. Alles dreht sich um ihn selbst in seinem Leben: 1. Bear Bavinsky ist der Wichtigste, 2. Bear Bavinsky ist der größte Maler, 3. Der einzige Mensch, der in seinem Leben zählt, ist Bear Bavinsky. Wer lediglich mit sich selbst eine Beziehung pflegt, ist unfähig, andere zu lieben, andere neben sich stehen zu lassen. Und darum hält Bear alle Menschen um sich herum klein, liebt es, genau das zu definieren, damit sie sich ihrer Bedeutungslosigkeit bewusst sind. Wenn er sich umdreht, hat er sie vergessen. Er hält kaum zu einem seiner Kinder den Kontakt aufrecht – nur zu Charles, den der Vater schon mit diesem Spitznamen kleinhält. Seelische Gräber, die Bear bei Frauen und Kindern hinterlässt, interessieren ihn nicht. Pinch liebt seinen Vater trotz alledem, hält ihn für einen ganz Großen. Er ist Papas Liebling und er allein kennt das alte Bauernhaus in Frankreich. Doch je älter er wird, um so schärfer wird sein Blick. Liebe und Bewunderung schrumpfen, Verachtung und Rachegelüste steigen auf. Und als seine Schwester Birdie, die ständig von ihrem Mann verprügelt wird, von Bear im Stich gelassen wird, kann Pinch nicht untätig zusehen und rutscht in etwas hinein … Kunstfälschung …

    Tom Rachman entwirft wundervolle Stimmungen in diesem Buch, Ölfarbe und Terpentin duftet zwischen den Buchstaben beim Lesen heraus, Orte erschließen sich dem Leser. Die Dialoge sitzen, sind eindringlich und ab der Mitte wird das Buch wirklich spannend und kriminell. Fast alle berühmten Maler waren unersättliche Egoisten, wie ihre Biografien zeigen. Und die Frage, die Rachman mit diesem Roman stellt, lautet: Trägt man das Potenzial des Narzissten in sich, wird dadurch ein genialer Künstler, oder wird eine künstlerische Entdeckung durch sein Publikum zum Narzisten gemacht? Bear arbeitet wie ein Besessener, Tag und Nacht, geht bis an körperliche Grenzen, ist gnadenlos mit sich selbst in der Kritik. Der Glaube an sich selbst und die Besessenheit, seine unverfrorene Selbstdarstellung steckt in jedem Narzissten, und seinen wir froh, wenn er sich im Kreativen auslässt. Für diesen Roman soll der 1956 verstorbene amerikanische Action-Painter Jackson Pollock als Vorbild gedient haben. Er erkannte 17 Kinder an und war berüchtigt dafür, Bilder, die seinen Ansprüchen nicht genügten, sofort zu zerstören. Im Umgang mit Menschen war er als aufbrausend und skrupellos bekannt. Aber dieser Roman ist gleichzeitig eine Satire auf Galeristen, den Kunstmarkt und Kulturpublizisten, auf sogenannte Fachleute. Ein lesenswerter Roman, spannend und humorvoll.

    Tom Rachman, geboren 1974 in London, wuchs in Vancouver auf. Er war Auslandskorrespondent der Associated Press in Rom, die ihn u. a. nach Japan, Südkorea, Ägypten und in die Türkei entsandte. Später arbeitete er als Redakteur des International Herald Tribune in Paris. Rachmans erster Roman »Die Unperfekten« wurde gleich nach Erscheinen zu einem internationalen Bestseller. Er lebt mit seiner Familie in London.

  22. Cover des Buches Sterben (ISBN: 9783442749577)
    Karl Ove Knausgård

    Sterben

     (131)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Belka

    Wer in Knausgårds Literatur einen Handlungsstrang sucht, der sucht diesen vergebens. Wer aber in seiner Literatur das Leben sucht, der findet einen ganzen Kosmos!!!
    Allein der essayistische Einstieg über den Umgang des modernen Menschen mit dem Tod. Der Hammer!!!!
    Radikal subjektive Literatur! Ich steh' da voll drauf.
    Absolute Empfehlung!!!

  23. Cover des Buches Apfel, Kuss und Mandelkern (ISBN: 9783956492433)
    Susan Mallery

    Apfel, Kuss und Mandelkern

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Freyheit
    Inhalt:

    Nach vielen traumatischen Erlebnissen hat sich  Noelle Perkins einen Wunsch erfüllt. In der kleinen Stadt  Fool`s Gold eröffnete sie vor kurzem ihren Laden für Weihnachtschmuck. Nun hofft sie „nur noch“ auf die große Liebe und den Mann, mit dem sie alt werden kann. Ob der Traumatologe  Gabriel Boylen dafür der Richtige ist, muss sich erst noch herausstellen.

    Meine Meinung:

    Das Buch fing schon recht witzig an, denn Mallorys Protagonistin Noelle war des Autofahrens bei Eis und Schnee nicht mächtig. So landete sie auf dem Weg zu ihrer Freundin mit dem Auto in einem Schneeberg. Den Rest des Weges brachte sie auch eher auf dem Hintern als zu Fuß hinter sich. Schließlich, in dem verlassenen Haus angekommen, vernahm Noelle fremde Geräusche. Mit einem Regenschirm bewaffnet machte sie sich auf die Suche nach dem Einbrecher. Nein, nicht etwa leise. Lauthals rief sie nach ihm. :-D Als dann tatsächlich ein halbnackter Mann aus der Dusche kam, fiel ihr nicht nur seine muskulöse Brust auf, sondern auch seine stark blutende Hand. Noch ein Problem, denn Noelle konnte kein Blut sehen, also drohte eine Ohnmacht. Genau das Richtige in solchen Momenten. :-))
    Zu diesem Zeitpunkt hatte ich also schon einige Lacher hinter mir und es sollte noch mehr Situationskomik kommen.
    Aber nicht nur das. Denn dieser Mann war der zukünftige Schwager ihrer Freundin und sollte bald wieder zurück zur Army und ins Kriegsgebiet. Obwohl die beiden sich stark zueinander hingezogen fühlten, meldete sich doch immer wieder Gabriels Moral. Er war einfach nicht der Richtige für sie. Ob er sich doch noch auf sie einließ?Natürlich musste er im Verlaufe des Buches auch seine Fähigkeiten als Arzt und Retter in der Not unter Beweis stellen. Was sonst? ;-)
    Eine süße vorweihnachtliche Geschichte, die mein Herz erwärmte. Viel Romantik, Zuckerwatte und sogar eine riesige Hochzeit inbegriffen. Mallory bindet in ihren Romanen auch immer die Einwohner und das Flair von  Fool`s Gold mit ein. Ihr flüssiger, leichter Schreibstil tat sein übriges. So las ich das Buch mit einem zufriedenem Lächeln in nur wenigen Stunden.

    Fazit:

    Das Buch bedient so ziemlich jedes Klischee, welches man sich vorstellen kann, aber genau das macht es zu einer gelungenen Weihnachtlektüre, die nicht nur die Lachmuskeln anregt, sondern auch ans Herz geht.Von mir gibt es eine Leseempfehlung für die Frau, die sich auf die romantische Zeit einstimmen möchte.
  24. Cover des Buches Harry Potter und das verwunschene Kind. Teil eins und zwei (Bühnenfassung) (Harry Potter) (ISBN: 9783551318367)
    Joanne K. Rowling

    Harry Potter und das verwunschene Kind. Teil eins und zwei (Bühnenfassung) (Harry Potter)

     (1.934)
    Aktuelle Rezension von: Hoerbuchjunkie

    gehörte Fassung: nicht offizielles Hörbuch eines englisch sprachigen Fans

    Um mein Englisch aufzubessern hatte ich die Harry-Potter-Rheihe auf Englisch gehört, außerdem wurde mir zum 80. Mal der potterless Podcast empfohlen. Ich habe demnach alles abschnittsweise gehört, es war sehr nervenaufreibend, lustig aber auch recht langwierige. Am Ende war jedenfalls klar, ich muss den 8. Teil ebenfalls lesen, da dieser nie als Hörbuch herausgekommen ist. Tatsächlich habe ich aber über reddit die kostenlose inoffizielle Version eines Fans gefunden und gehört.

    Inhaltlich fand ich das Buch recht verwirrend, Albus und Sokrpius Reise durch die Zeit um Cedrik Diggorie zu retten. Die viele Schuljahre die abgehandelt werden. Die Konflikte der einzelnen Protagonisten untereinander, Albus-Harry, Albus-Ginny, das Trio-Malfoy usw.. Wer ist das Kind von Voldemort? Auch diese Frage muss im Laufe des Buchen auch noch beantwortet werden. Es passiert einfach sehr viel in sehr kurzer Zeit, das bringt auch der Schreibstil mit sich. Ich habe das als sehr anstrengend empfunden.

    Die Darstellung der einzelnen Charaktere fand ich teilweise auch eher schwierig, sie wirken teilweise sehr eindimensional, das wird auf der Bühne wohl durch die Schauspieler etc. ausgeglichen, im Buch ist dafür zu wenig Raum. Scorpius fand ich als Charakter tatsächlich sehr sympathisch, Albus hingegen habe ich als ein Vielfaches des Harrys aus Band 5 empfunden, eben ein missverstandener Teenager, der unter der Berühmtheit seines Vaters leidet. Er ist dadurch sehr anstrengend, gerade auch weil ich ihn mögen und verstehen wollte.

    Alles in allem fand ich das Buch ok, es ist keinesfalls mit den Büchern von J.K. zu vergleichen. Es ist nett zu hören, was aus den anderen Protagonisten der Reihe geworden ist, auch wenn ich hier längst nicht mit allem einverstanden war. Die Auswirkungen durch die Zeitreise würde ich da einschließen und die Szene mit der Lady aus dem Hogwartsexpress? Das war für mich einfach völlig überflüssig und sollte wahrscheinlich für etwas mehr Action sorgen. Da es bei den bekannten Charakter aber zumindest eine schöne Entwicklung gibt, sind es für mich nicht 2 von 3 von 5 Sternen.

    Die Ausarbeitung des Hörbuches wollte ich aus der Bewertung herausnehmen, da sie eben nicht offiziell, sondern Fan-Content ist. Mir hat die Ausarbeitung gut gefallen. Der Sprecher hat sich Mühe gegeben seine Stimmlage den Charakteren anzupassen, dennoch liest er die Namen der einzelnen Protagonisten vor, das ist wie beim Lesen etwas seltsam. Trotzdem war es für mich eine gelungene Ausarbeitung, ich weiß nicht ob ich mich sonst hätte durch das ganze Buch quälen wollen.

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