Bücher mit dem Tag "vater-sohn-geschichte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "vater-sohn-geschichte" gekennzeichnet haben.

29 Bücher

  1. Cover des Buches Extrem laut und unglaublich nah (ISBN: 9783596169221)
    Jonathan Safran Foer

    Extrem laut und unglaublich nah

     (1.226)
    Aktuelle Rezension von: culejule

    Ein Buch mit einer Thematik, welches mittlerweile viele Menschen betrifft.

    Der Vater von Oskar Schell fiel den Anschlägen vom 11. September 2001 zum Opfer. Schon beim ersten Durchblättern fiel mir das Daumenkino auf den letzten Seiten auf, welches mich berührte.

    Wie geht man als Angehöriger um, wenn ein geliebter Mensch bei einem Terroranschlag ums Leben kommt? - Diese Frage ist Kernpunkt der Geschichte. 

    Es geht um Oskar und seine Familie. Eine Familie, wo jeder auf seine Weise trauert. Und diese Trauer bezieht sich nicht nur vom besagten Terroranschlag, sondern über Generationen.

    Oskar will herausfinden, warum sein Vater sich genau zu der Zeit im World Trade Center aufhielt, obwohl dieser eigentlich ein Juweliergeschäft betreibt. Somit begibt sich Oskar auf die Suche nach den letzten Stunden seines Vater und diese Suche ist nicht nur ein Abenteuer für ihn und den Leser, sondern auch ein Abenteuer für die Gefühle.

    Mich hat die Geschichte ab der ersten Seite abgeholt. Auch in Hinblick, dass ich wütend wurde in Bezug auf die Reaktionen von Oskar's Mutter (vlt. weil ich anders reagieren würde?!).

    Aber das ist ja das Schöne daran, dass es mehrere Perspektiven gibt.

    Von mir eine klare Leseempfehlung, denn leider gibt es viele Hinterbliebene, die man nie vergessen darf. 


  2. Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)
    Pierre Jarawan

    Am Ende bleiben die Zedern

     (119)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Was passiert mit Kindern, wenn sie urplötzlich von ihrem Vater verlassen werden, den sie vergöttert haben? Der der beste Geschichtenerzähler der Welt war? Der in der Nachbarschaft als eine Art stiller Held gefeiert wurde? Samir muss genau dieses Schicksal erfahren und gibt sich, wie viele Kinder, selbst die Schuld. Er baut sich in Gedanken einen Vater auf, der eigentlich unfehlbar war und aus einem Land kam, dass er meinte wie sein eigenes zu kennen, obwohl er selbst nie dort war. Als schließlich die Familie aufgrund weiterer tragischer Umstände komplett auseinanderbricht, wird Samir von unvorstellbaren Sehnsüchten getrieben. Er will, nein, er muss es wagen, die Wahrheit herauszufinden. Eine Reise mit unvorhersehbaren Ereignissen ist das Ergebnis …

    Man muss sich schon einlassen wollen auf dieses Buch, den Libanon und den jungen Mann Samir, der auf der Suche nach seinem Vater aber vor allem auch nach sich selbst eine Reise in ein fremdes Land aber auch in sein tiefstes Inneres antritt. Aber als Belohnung wartet ein Roman, der einfühlsamer schwer zu erzählen ist. „Der Libanon“, das unbekannte Land, dass immer wieder geschüttelt und gebeutelt wird von Krieg und Zerstörung und das doch auch so viele Menschen hervorbringt, die eine Zufriedenheit und ein Vertrauen ausstrahlen, das ihresgleichen sucht. Mir hat sie gut gefallen, die Exkursion in ein für mich unbekanntes Land. Es wird nicht immer alles gut, aber man muss lernen, die Dinge so zu nehmen wie sie kommen und Schuld ablegen können zum glücklich werden. „Ein Lied für die Vermissten“, der neueste Roman des Autors, ist schon auf mein Wunschliste gewandert. 

  3. Cover des Buches Letzte Nacht in Twisted River (ISBN: 9783257240993)
    John Irving

    Letzte Nacht in Twisted River

     (192)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Gebundene Ausgabe: 736 Seiten

    Verlag: Diogenes (20. Mai 2010)

    ISBN-13: 978-3257067477

    Originaltitel: Last Night in Twisted River

    Übersetzung: Hans M. Herzog

    Preis: 26,90 €

    auch als E-Book und als Taschenbuch erhältlich


    Ein etwas anderer Irving, und trotzdem typisch


    Inhalt:

    Daniel lebt mit seinem Vater Dominic in einem Holzfällerlager in New Hampshire. Dominic ist Koch und versorgt die Arbeiter mit Mahlzeiten. Sein zwölfjähriger Sohn Daniel, dessen Mutter früh gestorben ist, bedeutet ihm alles. So zögert er nicht lange, als Daniel in der Klemme steckt, und flüchtet mit ihm kreuz und quer durch die USA und Kanada. 


    Meine Meinung:

    Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mich in diese Geschichte hineinzufühlen. Sie strotzt vor Zeitsprüngen hin und her, rauf und runter. Wenn man nicht auf die Überschriften achtet, kann man sich dabei ganz schön verirren, immerhin deckt die Handlung einen Zeitraum von ca. 50 Jahren ab, in denen neben etlichen durchgängig teilnehmenden Figuren auch ständig wechselnde mit von der Partie sind. Die muss man im Kopf erst mal richtig sortieren. 


    Dominic, Daniel und ihr Freund Ketchum waren mir sehr sympathisch, obwohl sie manchmal für mich nicht nachvollziehbar handelten. Doch das konnte ich akzeptieren, weil es einfach trotzdem passte. Mir haben die Protagonisten und auch die anderen Charaktere auf ihre Weise alle sehr gut gefallen. Viele von ihnen sind Menschen, wie ich in meinem Leben keine kenne und die deshalb meine Neugier wecken.


    John Irving erzählt von verschiedenen Leben und von verschiedenen Todesfällen, von Liebe und Hass, von skurrilen Beziehungen und echter Freundschaft. Dabei ist die Handlung interessant und fesselnd, wenn auch manchmal etwas zu detailliert und ausschweifend für meinen Geschmack. Auch manche Wiederholung, wohl als Stilmittel eingesetzt, hätte ich nicht gebraucht.


    Trotzdem habe ich dieses Buch von Seite zu Seite mehr genossen und war mit meinem Herzen und meinen Gedanken ganz darin versunken. Vielleicht muss man diesem Roman einfach etwas Zeit geben, damit er von sich überzeugen kann. Ich habe die Lektüre auf jeden Fall nicht bereut.


    ★★★★☆


  4. Cover des Buches Die Straße (ISBN: 9783499246005)
    Cormac McCarthy

    Die Straße

     (657)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Warum tut man sich das an, solch ein Buch zu lesen? Natürlich zum einen, weil es mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und in unterschiedlichen Medien positiv rezensiert wurde und zum anderen, wenn man ein Liebhaber dystopischer Literatur ist.

    Mr. McCarthy mutet seinen Lesern nicht nur ein postapokalyptisches Szenario zu, er zeichnet eine Welt, die dem Ende bereits so nahe ist, dass selbst die Hoffnung gestorben zu sein scheint. In dieser düster, düsteren Welt aus Asche und Müll hausen Kannibalen, die sogar ihr eigenes Neugeborenes fressen. Kann noch Schrecklicheres dargestellt werden? Nein!

    Aber aus den Dialogen von Vater und Sohn, die sich in dieser bitterkalten bleigrauen Welt gen Süden schleppen, erfährt der Leser, dass es neben den Bösen auch die Guten geben muss.

    In karger Sprache schildert der Autor den leidvollen Weg. Der Vater ist in seiner Aufgabe verhaftet, das Leben seines Sohnes unter allen Umständen zu schützen und dabei doch noch zu den Guten zu gehören. Denn dieser Wunsch, der vom Jungen ausgeht, ein wenig Menschlichkeit zu bewahren und anderen gegenüber zu zeigen, das ist das einzige flackernde Licht in dieser untergegangenen Welt. Die Hoffnung ist doch noch nicht tot!

    Die bleigraue Trostlosigkeit wird in sparsamer Handlung beschrieben. Wenige dann aber wirklich schockierende Ereignissen sind eingeschaltet.

    Es ist ein Buch, welches die Post-Postapokalypse so konsequent darstellt, wie keines vor ihm. Es schildert eine Welt, in der niemand sein möchte und aus der niemand abtreten will.

    Not for the faint-hearted!  

    Eine vollständige Inhaltsangabe findet sich in Wikipedia.

  5. Cover des Buches Jacob beschließt zu lieben (ISBN: 9783406612671)
    Catalin Dorian Florescu

    Jacob beschließt zu lieben

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Huebner
    Catalin Dorian Florescu erzählt in "Jacob beschließt zu lieben" die Geschichte eines leidgeprüften, vergessen geglaubten Landstrichs dem Banat, eingeklemmt und gesplittert zwischen Serbien, Ungarn, Rumänien, hin- und hergestoßen und unterschätzt.

    Mithilfe des pers. Ich-Erzählers berichtet Florescu von einer 300jährigen Familiengeschichte auf ganz verblüffende Art und Weise. Dabei verquicken sich die Handlungsstränge des um 1920 einem Zeitungsartikel folgenden, ins schwäbische Dorf Triebswetter (im rumänischen Banat) stolpernden Jacob (senior , den im 30jährigen Krieg - "Lothringer, auf dem Weg nach Hause" (73) - umherirrenden Caspar, Urgroßvater des um 1769 aus Dieuse aufbrechenden über Wien ins Banat kommenden Frédéric Aubertin (während seiner Heimatsuche umbenannt in Frederick Obertin), mit der des Ich-Erzählers Jacob (junior).
    Und das alles, ohne, dass man den Überblick verliert.

    Jener zuletzt genannte Ich-Erzähler Jacob Obertin wird von seinem Vater im ausgehenden 2.WK an die Russen verraten, nach Sibirien verschickt, weil er dem Alten nicht tauglich erscheint, den Hof weiter zu führen. Jacub kann vom Viehwaggon abspringen und wird unweit seiner Heimat aufgepeppelt. Einige Jahre bleibt er im sog. Exil, bis er sich getraut, nach Hause zurückzukehren, wo sein Halbbruder (Halbzigeuner und Bastard seines Vaters) den Hof längst einverleibt hat. Jacob beschließt, auszuwandern, sich eine neue Existenz jenseits der Rumänischen Grenzen zurück in Lothringen, wo alles begann, aufzubauen. Sein Vater vereitelt den Plan. 

    Jacob hätte alle Berechtigung seinen Vater zu hassen. Zeitlebens hatte der seinen Sohn, kränklich, weil zu früh geboren, verachtet, bloß gestellt, ihm Hof und Erbe versagt, obwohl Jacob senior sich den Hof (als sich den Rumänen überlegen fühlender Schwabe) erschlichen hatte. Man erwartet, dass der Sohn seinen Vater für alles, was der ihm angetan hatte, erschlägt.
    Die Schwabenstämmigen werden vertrieben - nicht aber nach Lothringen, sondern in einen unbenannten, unwirtlichen Landstrich.

    Und am Ende beschließt Jacob zu lieben. Und sich und seinem Vater ein Haus am Ende der Welt zu bauen.

    Die Kunst des Erzählens des 1967 in Rumänien geborenen Florescu ist syntaktisch wie semantisch erstaunlich. Immer wieder schweifen die Handlungsstränge in die Vergangenheit, wodurch ein Netz von Erzählzeiten gespannt wird.
    Wir erfahren erstaunliches über die politischen Umwälzungen eines Landstriches zwischen Serbien, Rumänien und Ungarn, hin- und her gepeitscht zwischen Diktatur und Deportation, wo die Zeit stehen geblieben zu sein schien, aber eigentlich mit den Umwälzungen besonders nach dem 2. Weltkrieg im Eilschritt davon flog.

    Ivonne Hübner, Aug.2017
  6. Cover des Buches Tage mit Sam (ISBN: 9783442547807)
    Keith Stuart

    Tage mit Sam

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Buecherseele79

    „Sicherheit ist eine Illusion. Man kann alles haarklein durchplanen, aber letztendlich ist das Leben unberechenbar. Und dann muss man das Beste draus machen. Man muss herausfinden, was wirklich wichtig ist, um sich dann darauf konzentrieren“. (Seite 400)

    Alex wurde vor die Türe gesetzt – seine Frau Jody kann einfach nicht mehr und die Aufmerksamkeit liegt die meiste Zeit bei dem gemeinsamen Sohn Sam der Autist ist.
    Doch Alex kann sich einfach nicht fallen lassen, er hat Mühe sich auf seinen Sohn einzulassen, einen Zugang zu ihm zu finden, gemeinsam die Zeit auch genießen zu können.
    Alex zieht bei seinem Freund Dan ein und merkt sehr schnell wie sehr er Sam und seine Frau Jody vermisst und hat vor sich nun endlich zu ändern....

    Der Autor schreibt in seinem Nachwort dass dies die Geschichte von seinem Sohn Zac und ihm ist.
    Und wenn man diese paar Zeilen liest dann gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen den Protagonisten im Buch und zu ihm und seinem Sohn.
    Das macht dieses Buch, in meinen Augen, noch gefühlsvoller aber vor allem authentischer und regt selbst zum nachdenken an.

    Als Leser wird man gleich vor vollendete Tatsachen gestellt als Alex von Zuhause auszieht weil Jody eine Auszeit benötigt und so nicht mehr weitermachen kann und möchte.
    Alex hingegen ist zwar traurig und möchte nicht ohne seine Frau sein, aber auf der anderen Seite setzt ihm die Situation daheim mit Sam und seinen autistischen Zügen zu sehr zu, ihm fehlt der Zugang zu seinem Sohn.

    Jody und Alex sind so unterschiedlich, beide kämpfen mit sich, gegen sich, wollen einen gemeinsamen Weg finden und doch stehen ihnen die Vergangenheit, die Unzufriedenheit und ja, natürlich die Belastung durch Sam sein Autismus im Weg.
    Das hat der Autor sehr belastend auch für den Leser gemacht, man merkt diese Müdigkeit, diesen Kampf für Sam, dass man einen Zugang zu ihm findet, dass es leichter für alle wird und doch weiß dass die Zukunft gerade für Sam ungewiss bleiben wird.

    Alex selbst hat mit Dingen aus seiner Vergangenheit zu kämpfen und nun, wo er bei seinem besten Freund Dan unterkommt merkt er erstmals, was in seinem Leben so schief läuft, wie sehr er sich verändert hat und komplett mit allem unzufrieden ist.
    Dass Änderungen und sich aufraffen für einen selbst schon schwer genug ist und viel Überwindung, Zuversicht und Unterstützung durch andere Menschen benötigt.

    Was Autismus bedeutet, auch wenn man in seinem direkten Umfeld mit diesen Menschen zu tun hat, das beschreibt der Autor durch die Protagonisten Alex und Jody in seinem Buch „Tage mit Sam“.
    Gefühl – und hoffnungsvoll, aber auch mit Ängsten, Rückschlägen und sehr kleinen Schritten nach vorne, vielen Schritten zurück und wieder auf Anfang.
    Ich persönlich fand es im Allgemeinen sehr gut umgesetzt und der Autor hat hier seine Realität einfliessen lassen denn immer wenn ich dachte – jetzt hat Alex den Bogen raus und findet Zugang zu Sam, dann wurde eine neue Türe geschlossen, regelrecht zugehauen, Sam verkroch sich wieder in seine Welt und alles hieß wieder auf Anfang zurück.

    Autismus hat viele Formen und Gesichter und man kann die Menschen, vor allem, man sollte sie nicht in eine Schublade stopfen.
    Genau dies passiert aber in der Gesellschaft und auch vom Gesundheitssystem her.
    Wenn man schon bei „normalen“ Kindern ständig Ratschläge erhält und was denn das Beste sei, was man alles probieren sollte, denn bei dem eigenen Kind hat es ja auch super geklappt – dann ist bei Kindern mit Autismus noch nerviger, noch nervenaufreibender, noch belastender.
    Die Eltern, hier durch Jody und Alex dargestellt, versuchen das Bestmögliche für ihren Sohn Sam und stoßen nicht nur an die eigenen Grenzen sondern eben auch an Vorurteile und Mauern in der Gesellschaft, der Schule, dem ganzen System.

    Ich war oft schockiert wie sich Einrichtungen, die für Kinder angeblich das Beste wollen, verhalten, gegenüber Kindern wie Sam, in ihnen das schwarze Schaf gefunden haben und froh sind hier keine große Aufklärung betreiben zu müssen.
    Wie dadurch Kinder wie Sam sich noch mehr in ihre eigene Welt zurückziehen und gar nicht mehr aus sich herauskommen wollen.

    Zugang findet Alex zu Sam durch das Spiel „Minecraft“ und das fand ich einfach nur zauberhaft in seiner ganzen Geschichte und Umsetzung, auch weil es die Wahrheit ist.
    Denn mein Sohn spielt dieses Spiel ebenso gerne, ich habe davon kaum Ahnung, aber ich sitze immer gerne dabei und sehe zu weil es nicht nur so ruhig ist im Aufbau und der Musik sondern eben weil Kinder hier keine Grenzen an Fantasie und Regeln haben, sie können bauen und sich austoben wie und wo sie möchten und einfach sie selbst sein.
    Man sollte also in diesem Punkt nicht alle PC oder Konsolenspiele automatisch verurteilen und verteufeln sondern mal dieses Buch dazu lesen!

    Für mich selbst spielten hier noch eigene Gefühle eine große Rolle, auch ein Grund warum ich dieses Buch lesen wollte und in vielen Dingen habe ich mit mit gewissen Situationen wiedergefunden und wiedererkannt, einfach weil mein Mann und ich auch schon einiges im nahen Umfeld miterlebt haben.

    Für ein besseres Verständnis und vor allem für mehr Toleranz und Miteinander möchte ich dieses Buch sehr gerne jedem ans Herz legen.
    Klare Leseempfehlung!


  7. Cover des Buches Der alte König in seinem Exil (ISBN: 9783423253505)
    Arno Geiger

    Der alte König in seinem Exil

     (339)
    Aktuelle Rezension von: MiGu
    Kurzbeschreibung
    Arno Geiger erzählt liebevoll und ehrlich die Geschichte seines Vaters, der an Alzheimer erkrankt ist. Er begleitet ihn auf die gedankliche Reise seiner Kindheit, lauscht seinen skurrilen aber auch weisen Worten und entdeckt eine bis dahin nicht gekannte Nähe zu seinem Vater.

    Meinung
    Arno Geiger beschreibt mit offenen aber auch sehr berührenden Worten das Leben mit seinem dementen Vater. Er erzählt von der Kindheit seines Vaters, gibt dessen Worte und Erinnerungen wieder, lässt uns an Anekdoten teilhaben aber auch an dem Unverständnis, dass er seinem Vater in jungen Jahren öfter entgegenbrachte.
    Von Seite zu Seite bekommt man als Leser das Gefühl, diese Familie näher zu kennen, denn die Erzählung wird persönlicher, emotionaler.

    Natürlich gibt es Hürden in der Familie, teils medizinisch, teils organisatorisch aber das macht diese Geschichte und ihren Verlauf umso authentischer.
    Dabei stehen medizinische Fachkenntnisse, Berichte und Therapien nicht im Vordergrund und werden eher am Rande erwähnt.
    Die Gedanken, manchmal wütende, manchmal zweifelnde, konnte ich sehr gut nachvollziehen, egal in welcher Person sie gerade tobten.
    Der sehr persönliche Erzählstil gefiel mir an sich auch sehr gut, aber manchmal hatte ich dann doch etwas Schwierigkeiten zu folgen. Vor allem wenn verschiedene Namen aus der Erinnerung heraus auftauchten und ich das Gefühl hatte, die Erzählung wäre in dem Moment sprunghaft.
    Dies kam zum Glück aber nur recht selten vor.
    Ansonsten ist der Schreibstil teilweise schon richtig poetisch und nachhallend.
    Aufgrund der kurzen Kapitel und der geringen Seitenzahl kann man das Buch recht zügig lesen. Hin und wieder erscheinen halb leere Seiten mit persönlichen Fragen an den Vater, die kursiv dargestellt werden.

    Fazit
    „Der alte König in seinem Exil“ ist eine liebevolle aber auch offene und ehrliche Beschreibung von Vater und Sohn. Trotz des tragischen Hintergrundes ist es eine berührende und teils sogar unterhaltsame Reise durch das Leben von August Geiger.
    Manchmal braucht alles seine Zeit – auch um auf eine solche Perle unter den Büchern aufmerksam zu werden.



  8. Cover des Buches Pinocchio (vollständige Ausgabe) (ISBN: 9783730691052)
    Carlo Collodi

    Pinocchio (vollständige Ausgabe)

     (70)
    Aktuelle Rezension von: NiWa

    Ein Stück Holz wird auf wundersame Weise zum Leben erweckt, als ein Hampelmann namens Pinocchio daraus entsteht. Der hölzerne Tunichtgut wünscht sich nichts sehnlicher als ein richtiger Junge zu sein. Dazu muss er vom Lausbuben zum Musterknaben mutieren, während er viele Abenteuer besteht.

    Die Abenteuer von „Pinocchio“ sind ein wahrer Kinderklassiker und weltberühmt. Erstmals 1883 im Original als Buch erschienen, hat der wagemutige Hampelmann Generationen von Kindern die Tugenden einer vorbildlichen Kindheit gelehrt.

    Ich bin allgemein auf klassische Originale neugierig, daher habe ich mir die ungekürzte Version von „Pinocchio“ geschnappt. Ehrlich gesagt, ich bin verzaubert von dieser hinreißenden Geschichte einer hölzernen Marionette, die ein richtiges Kind werden will. 

    Am Anfang ist Pinocchio ein Stück Holz, welches sich zwar schon lautstark beschwert, jedoch noch nicht wahrgenommen wird. Erst als Geppetto einen Hampelmann aus dem Holz macht, steht ein lebhafter Junge vor ihm, dem trotz der fidelen Natur, der letzte Schliff zum Menschenkind fehlt.

    Trotzdem beweist Pinocchio, dass er neben dem Sturschädel einen Holzkopf hat. Auf seinem Weg, um ein richtiger Junge zu werden, muss er etliche Abenteuer überstehen, die ihm nach und nach die Tugenden des Lebens auferlegen.

    Carlo Collodi hat mit seinem Pinocchio einen trotzigen Holzkopf zum Leben erweckt, der die üblichen Stationen der Kindheit durchlebt. Die Weisheiten der Älteren prallen von ihm als Taugenichts ab und er geht den harten Weg, um zur Einsicht zu gelangen. 

    „... wir armen Kinder sind alle miteinander schlecht dran! Jeder scheltet uns aus, jeder ermahnt uns, jeder will uns gute Lehren geben.“ (S. 82)

    Thematisch streicht der Autor - mit wohlmeinenden Augenzwinkern - die trotzigen Eskapaden von Kindern hervor: Die bittere Medizin, die keiner schlucken will, gebrochene Versprechen, der Einfluss falscher Freunde oder Warnungen der Eltern, die in den Wind geschlagen werden.

    Pinocchio hört kaum auf seinen Vater Geppetto oder die gute Fee, sondern lässt sich vom Umfeld leicht in Versuchung führen. Dementsprechend gelangt er aufgrund eigener Erfahrungen zur Einsicht und sieht, dass der einfachste Weg meistens nicht zielführend ist. 

    Carlo Collodi schmückt diese oberlehrerhaften Themen zauberhaft geschickt mit Metaphern und Sinnbildern aus. Fuchs und Katze werden als schlechter Einfluss eingesetzt, die gute Fee ist jederzeit zur Stelle, wenn der elterliche Schutz notwendig ist, und anhand facettenreicher Episoden werden die wichtigsten Tugenden gezeichnet, die äußerst charmant umgesetzt sind. 

    „... es steht ja schon im Buch der Wissenschaft, dass alle jene Taugenichtse, die Feinde der Bücher, Schulen und Lehrer sind, jene Faulpelze, die den ganzen Tag herumbummeln, spielen und die Zeit vertrödeln, früher oder später kleine Esel werden.“ (S. 225)

    Vom Erzählstil her wendet sich Collodi direkt an den Leser. Das Buch ist so wunderbar geschrieben, dass man ein Bild vom Autor inmitten einer Kinderschar vor Augen hat, während er von Pinocchio erzählt. Die Abenteuer des Hampelmanns sind in greifbare Kapitel unterteilt, die in sich als Episode abgeschlossen sind. Meiner Meinung nach eignet sich das Buch daher als Vorlesebuch, das man mit kleineren Kindern kapitelweise erleben kann.

    Mir haben Pinocchios Abenteuer ausgezeichnet gefallen. Der trotzige Holzkopf hat es sich selbst nicht leicht gemacht und mich damit häufig zum Lachen gebracht. Viele Szenen haben mich an meine Kindheit denken lassen, und mir gefällt, dass Pinocchio trotz aller Belehrungen eigene Erfahrungen macht. 

    „Pinocchio“ ist ein Klassiker voll märchenhafter Fantasie, zauberhafter Lehren und amüsanter Abenteuer, den ich aus ganzem Herzen weiterempfehle. 

  9. Cover des Buches Das Fell des Bären (ISBN: 9783453422872)
    Matteo Righetto

    Das Fell des Bären

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin

    Diese Geschichte kommt wie ein klassisches Märchen daher: Nach dem Tod der Mutter wird aus dem Vater ein mürrischer, unfreundlicher Mensch, der sich kaum um seinen Sohn mehr kümmert. Auch im Dorf ist der Alte ein Außenseiter. Er ist ein Dazugezogener.

    Dann treibt der Teufelsbär sein Unwesen im Tal, und der Vater schließt im betrunkenen Kopf eine Wette ab, dass er den gefährlichen Bär töten wird. Eine stattliche Summe wird ihm dafür geboten. All seine Sorgen wären damit gelöst.

    Er macht sich auf die Reise, sein Sohn muss mit. Vorher bringt er ihm noch das Schießen bei.

    Die beiden wandern los, und der Vater blüht auf, sobald sie das Dorf hinter sich gelassen haben. Er kümmert sich wieder liebevoll um seinen Sohn, dieser erfährt so einiges aus dem Leben seines Vaters, als dieser noch jung und verliebt gewesen ist. Er lernt die alte Hütte des Vaters und seinen besten Freund kennen.

    Die Bärenjagd ist gefährlich und sehr spannend erzählt. Aus dem Teenager wird ein Mann. Ok, noch ein sehr junger Mann, aber immerhin. Er hat Mut und Tapferkeit bewiesen und kämpft um das, was ihm zusteht.

    Irgendwie werde ich mit italienischen Autoren nicht so richtig warm. Die Geschichte hat Potenzial und viele wunderbare Szenen. Allerdings war mir der Stimmungwechsel vom Vater zu abrupt, und auch das Ende ein wenig zu "drüber". Mehr möchte ich nicht verraten.

  10. Cover des Buches Zurück nach Kilimatinde (ISBN: 9783551581174)
    Hermann Schulz

    Zurück nach Kilimatinde

     (5)
    Aktuelle Rezension von: blancaimboden
    Ich lese ja nahezu alles über AFRIKA, das ich finden kann. Dieses Buch habe ich auf dem Flohmarkt gekauft und es ist wohl eines der authentischsten Afrikabücher, die ich je gelesen habe. Ein Sohn macht sich auf die Suche nach seinem Vater, der als Missionar in Afrika vermisst wird. Nein, es ist bestimmt kein Krimi. Eher eine tief gehende, berührende Vater-Sohn-Geschichte. Das Buch besteht zum grossen Teil aus Vater-Sohn-Gesprächen. Aber ich habe dem Auotr Hermann Schulz geschrieben. Er liebt wohl das gleiche Afrika wie ich. Er beschreibt es mit viel Feingefühl und grosser Beobachtungsgabe, ohne es zu "verkitschen". Für mich war dieses Buch ein echter Glücksgriff und ich habe beschlossen, mehr Bücher von Hermann Schulz zu lesen.
  11. Cover des Buches Zusammen umarmen wir die ganze Welt (ISBN: 9783649626022)
    Manuela Monari

    Zusammen umarmen wir die ganze Welt

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Ein wundervolles, poetisches Bilderbuch
    über die Liebe und das Leben
     in einer Welt die uns umarmt wenn wir sie auch umarmen
    Eine Vater Sohn Geschichte
    für Kinder ab 4 Jahren

    Wie schön es sein kann, die Welt zusammen mit dem Vater zu erleben und wie besonders diese Welt ist, dass zeigt uns dieses wundervolle Bilderbuch in dem Vaterbär und Juniorbär die letzten schönen Stunden vor dem Winterschlaf gemeinsam genießen.
    Sie liegen eng aneinander gekuschelt auf der Laub bedeckten Wiesen am Waldrand und schauen zu wie "Wolken sanft die Berge streicheln". Während sie dort so liegen stellt sich dem kleinen Bären die Frage ob sich alles so lieb hat wie sie beiden. Der weise Vater Bär weiß viel über die Liebe und das Besondere was unsere Welt ausmacht. Einfühlsam erklärt er seinem Sohn die Liebe, das Leben und die Welt, die aus lauter Umarmungen besteht. Er erzählt von Sternen, Planeten, Feuer, Wasser, Luft und Erde vom 
    "letzten Sonnenlicht, das den Abend liebkost und der Nacht, die den Mond umarmt". Vom Meer das einen trägt und sanft schaukelt, dem Schnee, der den Wald in ein weißes Kleid hüllt und Wind, Sonne und Wolken miteinander am Himmel spielen.
    Und vom Leben der Bäume in denen Vögel ihr Heim finden. Der kleine Bär greift die Schilderungen des Vaters auf , denkt nach, sucht eigene Beispiele und fragt nach. So erfährt er nicht nur, dass Honig entsteht wenn die Biene die Blüte streift sondern viel bewegt / entstehen kann wenn unsere Gedanken unsere Träume umarmen.
    Aus Umarmung entsteht etwas wundervolles und so wird dem kleinen Bären klar, das auch er aus einer Umarmung entstanden ist.
    Eine Umarmung ist etwas ganz besonders intensives aus der viel wunderbares entstehen kann. 
    Und so ist dieses wundervolle Bilderbuch entstanden als Manuela Monaris Geschichte Evelyn Daviddis Illustrationen umarmte.
    Sehr liebevoll gestaltete Illustrationen im Collagenstiel in warmen Naturtönen gehalten, die einfühlsamer, gefühlvoller kaum sein können visualisieren die Geschichte überaus stimmungsvoll. So stimmungsvoll, das man sich als Betrachter selbst umarmt fühlt, fasziniert von dem Spiel der Größen, der Ausdrucksstärke und der Liebe, die in den Bildern liegt.
    "Zum träumen schöööön!" sagte ein Mädchen als sie das Cover sah. So erkennt man schnell, dass die Illustratorin mit ihren besonderen Bildern ihre Leser und Betrachter umarmt und so umarmt durch die Geschichte führt.
    Es ist ein Bilderbuch zum träumen und staunen denn neben aller Poesie erfährt man viel sehr reales über das Wunder der Welt.



  12. Cover des Buches Tapferbär und Paps (ISBN: 9783737353670)
    Sean Taylor

    Tapferbär und Paps

     (2)
    Aktuelle Rezension von: cherrypie
    "Tapferbär und Paps“ ist ein so liebevoll gestaltetes Bilderbuch. Die Geschichte vom mutigen Bärenjungen und seinem Vater ist zwar sehr kurz und ereignislos, aber die wunderbaren Illustrationen gestalten eine idyllische Atmosphäre, die dem ganzen Buch das gewisse Etwas verleiht. Es gibt so viele Geschichten, in denen sich, ob Junge ob Mädchen, die Hauptfigur beweisen muss. In diesem Buch versucht es der kleine Bär auch zunächst, scheitert aber an einem größeren Sprung. Sein Vater tröstet ihn und die beiden verbringen einen tollen Tag zusammen.

    Es ist eine sehr leichte Geschichte über einen Vater-Sohn-Tag. Die Illustrationen regen dazu an, sich alles genau anzusehen und in die wunderschöne Bergwelt einzutauchen.

    Sehr geeignet als Gutenachtgeschichte, weil das Buch Ruhe versprüht und keine Aufregung erzeugt.

  13. Cover des Buches Der Tod des Bunny Munro (ISBN: 9783462000351)
    Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

     (109)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Der Tod des Bunny Munro…ein sehr eindeutiger Titel, der darauf hinzuweisen scheint, dass ein gewisser Bunny Munro im Verlauf der Geschichte stirbt. Nun, bis es soweit sein wird, begleitet der Leser den Kosmetikvertreter, Bunny Munro durch seinen Alltag. Hier beginnt der stellenweise nicht ganz jugendfreie Teil der Rezension, auch wenn ich versuchen werde Geschehnisse zu umschreiben. ---- Bunny ist ein sexbesessener, mösenverliebter, ejakulationssüchtiger Typ, der nicht schnell und oft genug bei Frauen landen will. Im Grunde findet er an beinahe jeder Frau, an jedem jungen Mädchen etwas Animierendes und wenn sich so gar nichts finden lassen will, dann phantasiert er sich Kylie, Avril oder eine vergangene erfolgreiche „Aktion“ vor Augen und schon kann es losgehen. Zur Not legt er Hand an sich selbt, masturbiert mal schnell, wie andere Leute zum Händewaschen gehen oder im Auto noch schnell eine neue CD einlegen. Bunny ist also ein Hypersexueller, was vermutlich nicht weiter dramatisch wäre, hätte er nicht Frau und Kind. Libby leidet qualvoll unter Bunnys Leiden, dem es selbst nicht als Leid erscheint. Denn er lügt, er leugnet und drängt Libby tiefer und tiefer in die Depression. Bunny genießt es weiterhin jeden Hintern zu taxieren, sich in seiner Phantasie über das weibliche Geschlechtsorgan zu verlieren, Augenkontakt aufzunehmen oder im Rahmen seiner Verkaufstätigkeit den Damen beim Vorführen der Handcreme lustvolle Gefühle zu stimulieren.

    Als Bunny jedoch eines Tages nach Hause kommt und seine Wohnung in einem heillosen Chaos aus umgeworfenen Möbeln und zerschnittenen Hemden vorfindet, ahnt er das Unheil bereits. Libby hat sich am Sicherheitsgitter des Schlafzimmerfensters erhängt.

    Was ändert sich nun? Seltsam wenig für Bunny Munro, außer, dass er nun Bunny Junior am Hals hat und sich von Libbys Geist verfolgt fühlt.
    Und doch spitzt sich die Atmosphäre ins schier Unerträgliche zu, denn Bunny wird immer besessener, manisch gaukelt er sich und Bunny Junior etwas vor. Bunny Junior hingegen beobachtet seinen Vater sehr objektiv, dazu muss ihm nicht immer klar sein, was tatsächlich vor sich geht, trotzdem erfährt der Leser durch seine kindlichen Augen, wie es wirklich um Bunny senior bestellt ist. Den Neunjährigen schützen kindliche Naivität, intelligente Phantasie und die Liebe zu seinem Vater, sie schützen aber nicht den großen, übermächtigen Sexgott Bunny Munro. Seine Agonie hat längst begonnen.

    Nick Cave erzählt in seinem Roman „Der Tod des Bunny Munro“ schonungslos die Geschichte eines von Besessenheit und Verdammnis getriebenen Mannes. Ich schreibe bewusst nicht „eines Helden“, denn Bunny Munro ist kein heldhafter Charakter. Bunny Junior hingegen schon. Jedoch ist es gerade dieses tragische Schicksalsspiel der beiden Charaktere, welches die Geschichte so abgründig erscheinen lässt. Einerseits angewidert liest man des Protagonisten Bunnys testosterongesteuerte Phantasmen, verfolgt seine zweifelhaften Eroberungen und Höhepunkte und andererseits will man wissen, wann es ihn denn nun erwischt und was von Minute zu Minute mit Bunny Junior geschieht.

    Ein sehr irritierendes, verstörendes Buch und doch eine Geschichte, die bindet und eine gewisse Ergriffenheit erzeugt. Ein immer düsterer, versiffter werdendes Szenario und Protagonisten, denen beinahe zuviel Leben eingehaucht wurde, trugen dazu bei, dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Du willst es wissen, du musst es lesen und damit abschließen. Leider prägen sich die Bilder doch sehr ein und es bedarf viel, um diesen Schorf wieder abfallen zu lassen. Unter anderem auch dieser Rezension, bei der ich zumindest versuche verschiedene Impressionen abzustreifen.

    Bitte nicht aus reiner Neugierde und "Sexsationslust" lesen, in diesem Fall Finger weg. Bitte bleiben sie nicht stehen, hier gibt es nichts zu sehen!
    Lesenswert für die, die sich an vulgärer Sprache nicht stören und die durchaus abgründig tragische Geschichte, die erzählt werden soll erkennen wollen.

  14. Cover des Buches Mein Vater ist Putzfrau (ISBN: 9783803132703)
    Saphia Azzedine

    Mein Vater ist Putzfrau

     (17)
    Aktuelle Rezension von: DasTigerExperiment
    Dieses Buch wird auf jeden Fall die Gemüter spaltet. Einige werden es für die schonungslose und ungeschönte Realität eines vierzehnjährigen Jungen, der in einem Pariser Vorort aufwächst, lieben. Andere werden die unstrukturierte Erzählweise, die teilweise extrem derbe Sprache und einigen sehr plumpen Szenen, hassen.

    Mich persönlich hat es nicht wirklich begeistert. Zu oft hab ich einfach den Faden verloren zwischen den extrem poetischen Formulierungen und der ungeschönten Jugendsprache von Paul. Mir war nicht ganz klar, welche Geschichte Saphia Azzedine mit diesem Buch eigentlich erzählen wollte. Daher leider nur 2 Sterne von mir.

    Es ist also definitiv kein Buch für jeden und in sich sehr speziell. A m besten einfach ausprobieren, es sind ja nur ein bisschen mehr als 100 Seiten :)
  15. Cover des Buches Just Like You! (ISBN: 9781848699335)
    Jane Chapman

    Just Like You!

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Eine wunderschöne, spannende, gefühlvolle  Papa Geschichte
     für Kinder ab 2,5 Jahren


    Papa -Abenteuer sind für die meisten Kinder etwas sehr besonders, auch in der heutigen Zeit noch. In Jane Chapman's Bilderbuch "Mein Abenteuer mit Papa" erzählt sie die Geschichte der kleinen Tindra. Tindra ist ein kleines, weißes, wuscheliges und sehr weiches Mammutmädchen. Wohlbehütet von Mama und Papa wächst sie in der Mammutherde, mitten in Eis und Schnee, auf.

    Es ist bestimmt kein leichtes Leben, besonders dann wenn der Sturm tobt und alles sehr bedrohlich wirkt. Im Schutze der Eltern jedoch weiß Tindra, dass sie keine Angst haben muss.

    Ihr Vater ist ihr ganz persönliche Held mit dem sie allerhand erlebt und genau davon handelt dieses wundervolle Bilderbuch, das nicht nur fantastisch erzählt sondern in dem die Bilder, die Stimmungen grandios widerspiegeln.

    Wir fühlen förmlich den Wind und Schnee im Sturm beim Betrachten des Bildes und können uns gut vorstellen wie sich die kleine Tindra jetzt fühlt, weil wir vielleicht auch schon einmal durch einem Schneesturm gelaufen sind. Sicherlich war es nicht so stürmisch wie bei den Mammuts aber es reicht um sich in die Kleine hinein zu versetzten. Und auch wer so etwas noch nicht erlebt hat kann es dank der ausdrucksstarken Illustration nach empfinden.

    Es sind für Mammuts alltägliches Dinge, die Tindra mit ihrem Vater erlebt aber für Tindra ist alles neu und besonders. So bringt er kurzerhand einen Baum zu fall, damit die Kleine an den ganz oben sitzenden Blättern knabbern kann, er macht für seine Tochter funkelnden Flockenregen und vieles andere. Doch wenn Tindra das alles selbst versucht dann scheitert sie weil sie einfach noch zu klein und schwach dafür ist. Wenn sie dann traurig ist , ist ihr Papa da um sie zu trösten und aufzumuntern. Eines Tages machen sich die beiden auf eine ganz besondere Reise. Nur Vater und Tochter. Wohin sie sie Reise wohl führt?

    Wir dürfen gespannt sein.

    Es ist eine wunderschöne, sehr gefühlvolle Geschichte, die zeigt wie schön und sicher es sich im Schutze der Familie lebt. Auch wenn Tindra noch nicht alles kann was die großen Mammuts können wird sie von ihrem Vater immer wieder aufgebaut, ermutigt etwas auszuprobieren, es ihm gleich zu tun. Am Ende  erkennt sie, das auch ihre Eltern einmal klein waren, sogar noch kleiner wie sie jetzt und aus ihnen ist auch ein riesiges Mammut geworden. Für sie ist es ein gutes Gefühl zu wissen dass sie eines Tages auch all das können wird, was die Eltern jetzt können. Und solange sie klein ist kann sie sich der Liebe und dem Schutz ihrer Familie gewiss sein. Vor allem weil sie einen Papa hat, der sie über alles liebt und immer auf sie aufpasst.

    Man braucht das Buch nicht aufschlagen und zu lesen um später zu sagen, dass wird ein Lieblingsbuch. Das Cover spricht Bände und so stimmungsvoll und ausdrucksstark wie die Coverillustration sind alle Bilder und auch die Geschichte.

    Ein absolutes Lieblingsbuch!


    Unsere kleinen Lesekinder konnten es kaum erwarten die Geschichte vorgelesen zu bekommen.

    Sie lag schon ein paar Tage auf meinem Tisch. Immer wieder sah ich wie die Kleinen ganz leuchtende Augen bekamen wenn sie das Buch erblickten. Manchmal zog das ein oder andere kleine Kind seine Mutter oder den Vater zum Tisch weil es sich nicht traute zu fragen ob es sich das Buch anschauen darf aber die Neugier war so präsent und spürbar, dass ich immer wieder schmunzeln musste. Wenn ich dann sagte, dass es am nächsten oder übernächsten tag vorgelesen wird leuchteten die Augen. Klar, dass sie dann kommen wollten.


    Ich habe mir lange überlegt was man mit den Kindern nach der Vorlesestunde noch machen könnte. Irgendwie war mir sofort klar es muss etwas zum basteln sein, das weich ist. Aber weich reichte mir nicht. Ein Bild auf das man ein Mammut zeichnet, vielleicht auch Vater und Tochter und dann die Kinder weichen Flauschstoff oder Fellimitat aufkleben lässt wäre sicher das Einfachste gewesen doch irgendwie schwebte mir etwas anders vor. Etwas greifbares, kuscheliges. Nun kann man mit kleinen Kindern keine Plüschtiere nähen aber man kann vorarbeiten. Und so fand ich auf Youtube ein Video um aus Waschlappen nur mit Bindetechnik und etwas Füllwatte / Schafswolle einen kleinen Elefanten zu basteln. Das können Kinder ab 4 Jahren schon gut fast ganz allein. Da bei uns immer Elternteile dabei sind die mit zuhören und basteln ist dies überhaupt kein Problem gewesen und so ging jeder mit seinem kleinen Mammut ( gut es war ehr ein Elefant) nach hause. Damit der Elefant nach Mammut aussah bekam er noch aus Wollfäden eine kleine Kopfbehaarung. Übrigens statt Waschlappen kann man auch ein Frotteehandtuch zerschneiden oder Frottee Stoff nehmen.


    Mit einer anderen Gruppe nähten wir aus Stoff Elefanten / Mammut Kissen aus Teddystoff und Lammfellresten und mit der dritten Gruppe Mammut Laternen, die konnte man dann zwar nicht kuscheln waren aber auch sehr schön. Das Internet hat hier jede Menge Anregungen parat.

  16. Cover des Buches We all fall down (ISBN: 9783407742490)
    Eric Walters

    We all fall down

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87
    Will soll seinen Vater einen Tag zur Arbeit begleiten, darauf hat der Jugendliche keine Lust, da er sich nicht besonders gut mit ihm versteht. Kaum bei der Arbeit angekommen geschieht das Unglaubliche, ein Flugzeug rast in den Nordturm des World Trade Centers. Für Will und seinen Vater beginnt nun ein Kampf ums Überleben, denn sie sind im Südturm in der 85. Etage.
    Jeder kennt die Geschichte des 11. September und des World Trade Centers und ich muss sagen, das es dem Autor gut gelungen ist dies in die Geschichte um Vater und Sohn mit einfließen zu lassen.
    An einigen Stellen war mir die Geschichte etwas zu patriotisch, aber trotz allem war es spannend zu lesen, da man mit Will und seinem Vater mitgefiebert hat, ob sie es noch rechtzeitig aus dem Gebäude schaffen.
  17. Cover des Buches Das Kartengeheimnis (ISBN: 9783446177109)
    Jostein Gaarder

    Das Kartengeheimnis

     (576)
    Aktuelle Rezension von: Wasp
    WOW!
  18. Cover des Buches Träum weiter! (ISBN: 9783499246876)
    Stefan Rehberger

    Träum weiter!

     (15)
    Aktuelle Rezension von: VioSch
    Ein Mann ist dann ein Mann wenn... Ja, wann ist man eigentlich ein Mann? Roman, 36 und lebt in Berlin, von Beruf ein freier Autor und kennt das Verantwortung übernehmen nur von den üblichen alltäglichen Dingen. Doch nun das, während er ein Tag mit seinen Freunden am See verbringen möchte, ruft seine ältere Freundin an. Sie ist Schwanger. Damit beginnt eine Zeit, eine Zeit voller Schwierigkeiten und dem ernsthaften "endlich mal erwachsen werden". Für Roman steht fest, er muss sich selber überzeugen und beweisen dass auch ein Mann seinen Sohn erziehen kann, den Haushalt schmeißen und sich nebenbei um den kranken Vater kümmern, der ungern im Altenheim ist. Seine Lebensgefährtin steht in hoher Postion und ist demnach oft auf Geschäftsreisen, obwohl sie Mutter ist. Roman stellt dann zum entsetzen fest, seine Freundin geht ihm wohl oder übel fremd, oder nicht? Das Buch ist in der Sicht von Roman, also eines Mannes geschrieben. Stört mich nicht, dachte ich und griff trotzdem zu dem Buch, es scheint einem auf dem ersten Blick etwas witzig zu sein und mit Humor gespickt. Aber so wie man es erwartet war es dann doch nicht, eine kleine Portion ist drin, alltagshumor, denke ich. Es zeigt halt die Entwicklung des Mannes, eines Mannes der jung sein und bleiben möchte und nie mit dem Ernst der Verantwortung in Kontakt kam. Freundinnen hin und her, doch wenn die eine plötzlich älter ist... ist es anders. Ich musste das Buch bestimmt vier mal neubeginnen, weil dieses Buch einen längeren Anlauf braucht um in die Geschichte hineinzukommen und aus Zeitgründen, der Anfang war bei mir nämlich immer wieder schnell vergessen. Und trotzdem, als ich das Buch endlich mal fertig las, mochte ich es. Es zeigt liebe voll und realistisch den modernen Alltag junger Familien.
  19. Cover des Buches Nagashino – Durch den Nebel der Zeiten (ISBN: 9783736866102)
    Christiane Kromp

    Nagashino – Durch den Nebel der Zeiten

     (2)
    Aktuelle Rezension von: DaniellePatr
    Bereits von der ersten Zeile an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und bis zum letzten Wort gefesselt. Ich war mitten drin im Geschehen, habe mitgefiebert und unbändige Angst gespürt. Der 15 jährige Kenshin wird genau so beschrieben, wie man sich einen pubertierenden Jungen vorstellt. Herrlich. Der Übergang von der Jetztzeit in die Zeit zurück ist der Autorin fließend und glaubwürdig gelungen. Ihre Sprache ist klar, facettenreich und flüssig zu lesen. Ich freue mich bereits auf Teil 2 der Geschichte ... - Ein pures Lesevergnügen und wirklich weiter zu empfehlen.
  20. Cover des Buches Goal! (ISBN: 0152059210)
    Robert Rigby

    Goal!

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Santiago lebt mit seiner Familie in Los Angeles und arbeitet wie sein Vater in einem Gartenbaubetrieb, aber in ihm schlummert der Wunsch, Fußballprofi zu werden. Sein Vater hält das allerdings für ein Hirngespinst und rät ihm von solchen angeblichen Träumereien ab. Bis eines Tages der ehemalige Fußballprofi von Newcastle United Glen Foy Santi beim Training mit seiner Fußballmannschaft (den Americanitos) beobachtet und sofort sein herausragendes Talent erkennt. Bis Santi schließlich eine Weltreise hinter sich hat und ein Probetraining in Newcastle absolvieren kann, sind einige Umstände aus dem Weg zu räumen. Natürlich ist das Ganze vorhersehbar, aber immerhin nicht ohne Schwierigkeiten wie ablehnende Teamkollegen, das Wetter, mit dem Santi zunächst gar nicht klarkommt usw. Ganz unterhaltsam, und der Soundtrack soll auch toll sein.
  21. Cover des Buches Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens (ISBN: 9783462053111)
    Tom Barbash

    Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens

     (64)
    Aktuelle Rezension von: mareike91

    Inhalt:

    New York, 1979. Der 23-jährige Anton ist der Sohn des bekannten Late-Night-Show-Moderators Buddy Winter. Buddy, der sich nach einem Nervenzusammenbruch vor laufenden Kameras eine Auszeit nahm, befindet sich nun auf dem absteigenden Ast. Mit Antons Hilfe will er zurück ins Showbiz und an erfolgreiche Zeiten anknüpfen. Da trifft es sich, dass ihr Nachbar und guter Freund niemand anderes als John Lennon ist. 

    Meine Meinung:

    Das Setting ist interessant und speziell und hat mich neugierig gemacht. Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen. Trotzdem brauchte ich einige Zeit, um in die Geschichte hineinzufinden, da ich zu Beginn nicht so recht warm wurde mit der Story und den Charakteren. 

    Mit seinen bildhaften Beschreibungen der damaligen Zeit, der Stadt und des Showbusiness gelingt es Autor Tom Barbash eine tolle und authentische Atmosphäre zu schaffen. Für meinen Geschmack verliert er sich dabei aber teilweise zu sehr in Nebensächlichkeiten, baut zu viele reale Daten in die Geschichte ein, die zwar dafür sorgen, dass man sich in das New York der 80er Jahre zurückversetzt fühlt, die aber teilweise überhaupt keinen Bezug zur Handlung des Buches haben. 

    Wie der Klappentext schon verspricht enthält das Buch viele Informationen rund um die Beatles und insbesondere John Lennon. Dem Autor gelingt es dadurch, die Legende - zumindest für eine kurze Zeit - wieder aufleben zu lassen. Da der Erfolg der Band aber lange vor meiner Geburt war, kann ich den Hype vermutlich nicht so recht nachvollziehen. Ich fand es zwar interessant und unterhaltsam, mehr über Lennon zu erfahren, konnte das, was der Autor hier geschaffen hat, aber sicher nicht in der Form würdigen, wie ein waschechter John-Lennon-/Beatles-Fan es tun würde. Auch mit den Namen anderer Berühmheiten konnte ich entsprechend nicht viel anfangen.

    Die Geschichte von Anton und seinem Vater hat mir gut gefallen. Streckenweise hätte ich mir gewünscht, dass ihre Beziehung und Antons Selbstfindung noch mehr im Vordergrund steht und tiefgründiger beleuchtet wird.

    Fazit:

    Auch wenn mich das Buch insgesamt leider nicht so richtig begeistern konnte, werden Fans der Beatles und John Lennons hier sicherlich voll auf ihre Kosten kommen.

  22. Cover des Buches Unser allerbestes Jahr (ISBN: 9783596511747)
    David Gilmour

    Unser allerbestes Jahr

     (288)
    Aktuelle Rezension von: Eva_G
    Jesse, Davids Sohn, möchte nicht mehr zur Schule gehen. Doch das ist für David eigentlich nicht in Ordnung, denn mit 16 Jahren gibt es noch so viel zu lernen. Deshalb beschließt er, seinem Sohn einen Deal vorzuschlagen. Jesse darf die Schule für ein Jahr pausieren, wenn er wöchentlich drei Filme ansieht, die sein Vater für ihn auswählt. Dafür bekommt er allerdings freie Kost und Logis. Ab jetzt haben beide sehr viel Zeit für Gespräche und sich näher mit wichtigen Themen auseinander zu setzen.

    David Gilmour erzählt hier eine wahre Geschichte, denn ihm erging es mit seinem Sohn so. Der Autor hat einen sehr guten Schreibstil und mich hat sein Handeln beeindruckt, denn nicht jeder besitzt die Stärke, sich auf so intesive Art und Weise mit seinem pubertierenden Kind zu befassen.
  23. Cover des Buches Das Orangenmädchen (ISBN: 9783423086271)
    Jostein Gaarder

    Das Orangenmädchen

     (546)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Ich kaufte das Buch, weil ich Geschichten aus Skandinavien mag und bereits „Die Frau mit dem roten Tuch“ vom gleichen Autor besitze. Außerdem gefiel mir das Titelbild (andere Ausgabe), das zum Titel passt. Allerdings passt der Titel auch zur Geschichte, die wohl für 13-jährige Mädchen besser geeignet ist als für gestandene Erwachsene.


    Klappentext-Auszug: Georgs Vater starb, als Georg vier war. Elf Jahre später ist da ein Brief, den der Vater an den „großen Sohn“ geschrieben hat.

     

    Mir war der Text mit seinen unzähligen Wiederholungen und Zweifel am Sinn des Lebens schnell langweilig. Trotzdem las ich bis zum Schluss und werde das Buch in mein Bücherregal stellen, obwohl es nur knapp drei Sterne verdient.

  24. Cover des Buches Mein Papa ist ein Ork (ISBN: 9783981727234)
    Rudolf Eizenhöfer

    Mein Papa ist ein Ork

     (6)
    Aktuelle Rezension von: EmmyL

    Ein Ork ist in J.R.R. Tolkins Fantasiewelt von Mittelerde eine gruselige, bösartige, kriegerische Kreatur. Er dient dem Bösen und ist nicht besonders intelligent. In dieser Geschichte sucht ein alleinstehender Ork-Papa mit seinem Sohn nach einem neuen Zuhause. Ihre Ansprüche sind gar nicht so hoch. Es muss dunkel, groß und mit einer hübschen Aussicht sein. Nach längerem Suchen werden sie fündig. Auch eine Ork-Höhle muss gesäubert und möbliert sein. Doch kaum ist die Höhle sauber und die beiden Orks im Wald unterwegs, um Holz für die Möbel zu holen, bevölkern Zwerge ihr neues zu Hause. Zum Glück ist ein Ork-Papa so richtig stark und kann sich in allen Situationen behaupten.

    Dieses Buch nimmt jungen Lesern auf sehr humorvolle Art die Angst vor den gruseligen Orks und führt unvoreingenommen an diese Fantasyfiguren heran. Hier sind sie gar nicht so grausam, wie es in den Filmen immer dargestellt wird. Orks erledigen ganz offensichtlich genau die gleichen Dinge, wie normale Familien: Wohnung einrichten, Wände streichen, Suppe kochen. Natürlich kommt die Wandfarbe nicht aus dem Baumarkt und die Beschaffung ist etwas schwieriger. Auch an der Suppe ist nichts gewöhnlich, da es sich um traditionelle „Sumpf-Knochen-Suppe“ handelt. Aber dafür sind es ja auch Orks.

    Mit diesem Kinderbuch-Debüt ist dem Zeichner und Autor Rudof Eizenhöfer ein wundervolles Werk gelungen, welches die Herzen kleiner Jungen im Sturm erobert. Ich habe im Kindergarten eine Gruppe wilder Jungen, die sich nur selten beim Vorlesen konzentrieren können. Diese Geschichte ist eine der wenigen Ausnahmen. Sobald ich das schmale Büchlein in der Hand halte kehrt Ruhe ein. Wir haben die Geschichte so oft gelesen, dass sie von einigen mittlerweile sogar mitgesprochen werden kann. Besonders interessant sind die relativ dunklen Illustrationen. Obwohl Farben wie grün, braun, rot und gelb verwendet wurden, dominiert schwarz fast jedes Bildgeschehen. Die Dunkelheit im Bild wirkt aber keinesfalls bedrohlich, sondern vielmehr geheimnisvoll. Sie versteckt viele kleine Details im Schatten, die sich dem Betrachter erst beim zweiten oder dritten Lesen offenbaren. Nach der Lektüre werden im Gruppenzimmer natürlich überall dunkle Ork-Höhlen gebaut. Leider mussten die Mädchen bisher immer als Zwerge herhalten und wurden vertrieben. Wir arbeiten noch an einer weniger geschlechtsspezifischen Rollenverteilung.

    Zeilenabstand, Buchstabengröße und Textumfang eignen sich sehr gut für Erstleser. Obwohl es sich bei der Schriftart nicht um eine Leseausgangsschrift handelt, konnte sie von Schülern der zweiten Klasse sehr gut vorgelesen werden. Wir haben das Buch in der Schule für ein Kunst- und Theaterprojekt verwendet, welches zum Elterntag vorgeführt wurde.

    Auf den letzten Buchseiten finden sich kleine Bilder zum Ausmalen.

    Geschichte und Illustrationen ergeben ein harmonisches Ganzes. Als Geschenk für kleine Jungs und Fantasyfans oder für die Heim- bzw. Arbeitsbibliothek sehr empfehlenswert.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks