Bücher mit dem Tag "vater-tochter-beziehung"
52 Bücher
- Cornelia Funke
Tintenwelt 1. Tintenherz
(10.916)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneManchmal trifft einen eine Geschichte nicht sofort – sie braucht Zeit, um ihr Herz zu öffnen. So ging es mir mit Tintenherz von Cornelia Funke*. Die ersten Seiten fühlten sich fremd an, fast so, als würde ich vor einer verschlossenen Tür stehen. Ich habe gezweifelt, gezögert – mich sogar gefragt, ob ich vielleicht zu alt geworden bin für diese Art von Magie.
Doch dann, ganz leise, hat sich etwas verändert.
Ab etwa der Mitte begann die Geschichte, mich einzuhüllen wie ein warmer, vertrauter Mantel. Meggie, mit ihrer stillen Sehnsucht, und Mo, der mehr in sich trägt, als Worte je ausdrücken könnten – sie sind mir Stück für Stück ans Herz gewachsen. Und auch Elinor, diese eigenwillige, zunächst so schwer greifbare Figur, entpuppte sich als jemand, den man nicht mehr loslassen möchte.
Ja, es ist ein Kinderbuch. Und ja, man merkt es an der klaren, einfachen Sprache. Aber genau darin liegt seine Kraft. Es braucht keine komplizierten Worte, um etwas Tiefes zu erzählen. Es ist die Atmosphäre, die sich langsam entfaltet, die einen gefangen nimmt – still, aber unaufhaltsam.
Staubfinger und die anderen Fremden wirkten anfangs wie Schatten, die nicht in unsere Welt gehören. Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird: Sie sind genau dort, wo sie sein müssen. Und plötzlich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Geschichte, zwischen Leser und Buch.
Vielleicht hätte ich Tintenherz früher bedingungslos geliebt. Heute liebe ich es anders – mit einem Hauch Wehmut, mit Nostalgie, mit dem Wissen, wie selten solche Geschichten sind. Es hat mich nicht sofort verzaubert. Aber als es soweit war, hat es mich umso tiefer getroffen.
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Lesen selbst. An die Magie von Worten. Und an die leisen, kostbaren Momente, in denen eine Geschichte dein Herz findet – ganz egal, wie alt du bist.
- Lucinda Riley
Die sieben Schwestern
(1.334)Aktuelle Rezension von: VanessaMia„Die sieben Schwestern“ ist der gelungene Auftakt einer Reihe, in der es um das Herausfinden der wahren Herkunft & Identität jeder einzelnen Schwester geht. Lucinda Riley hat dabei jeder Schwester ein eigenes Buch gewidmet. Band 8 erzählt dann die Geschichte von Pa Salt. Dem geheimnisvollen Mann, der all seine Töchter auf der ganzen Welt gesucht, gefunden, adoptiert & nach Atlantis, dem gemeinsamen Zuhause am Genfer See, gebracht hat.
In diesem Buch geht es um Maia, deren Wurzeln im Herzstück Brasiliens, in Rio de Janeiro, liegen. Da ich selbst in Rio geboren wurde, war diese Geschichte für mich, wie eine wundervolle Reise in mein eigenes Herkunftsland. Mit Maia auf Spurensuche zu gehen, hat mir ganz große Freude bereitet. Lucindas Schreibstil ist atemberaubend und so konnte ich tief in die Geschichte eintauchen, mich fallen lassen & mit den Zeilen jeder Seite verschmelzen. Ich freue mich auf jeden weiteren Band dieser wundervollen Reihe.
- Anthony Doerr
Alles Licht, das wir nicht sehen
(448)Aktuelle Rezension von: AukjeDie erblindete Marie-Laure flieht 1944 von Paris nach Saint-Malo mit ihrem Vater, ein Angestellter des 'Muséum National d'Histoire Naturelle'. Sie fliehen zu ihrem etwas zurückgezogenen und kauzigen Onkel Etienne. Nichts ahnend hat ihr Vater entweder das Original oder eine Fälschung eines wichtigen Diamanten dabei auf dem so etwas wie ein Fluch liegt, der dem Museum gehört und ihm während der Kriegszeiten der 2. Weltkriegs anvertraut wurde. Parallel landet ein Waisenkind aus dem Ruhrgebiet eher aus Zufall bei einer Spezialeinheit der Wehrmacht. Wie sich herausstellt hat Werner Hausner eine Affinität für alles Technische und wird daher von der SS gefördert. Als Marie-Laure's Vater von den deutschen verschleppt wird ist sie nun auf sich allein gestellt und Werner's Auftrag ist es nun den Sender der heimischen 'Résistance' in Saint-Malo zu finden und dabei stößt er auf Marie-Laure.
Ich muss zugeben das ich mich zu Anfang des Buches schwer getan habe in die Geschichte zu finden und die magische Grenze der 100 Seiten beschlossen habe. Aber dann wurde das Buch interessanter und ich war in der Geschichte drin. Es ist unheimlich tragisch und immer nachvollziehbar was die einzelnen Charaktere durchleben und man hofft die ganze Zeit auf eine Art Happy-End für beide. Es ist wirklich schön wie die Charaktere aufeinander stossen. Unheimlich berührend!
- Cecelia Ahern
Der Glasmurmelsammler
(419)Aktuelle Rezension von: Buecherliebe_19Auch wenn "Der Glasmurmelsammler" von Cecelia Ahern schon etwas älter ist, war es mir eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Ich habe bereits mehrere Werke der Autorin verschlungen und bin immer wieder beeindruckt davon, wie sie scheinbar leichte Geschichten mit viel Gefühl und Tiefe erzählt. Auch dieses Buch entfaltet mit jeder Seite mehr Wirkung und regt intensiv zum Nachdenken an.
Im Zentrum stehen Fergus und seine Tochter Sabrina. Fergus lebt nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim. Er ist körperlich eingeschränkt, leidet unter Gedächtnislücken und erinnert sich kaum an seine Vergangenheit. Nach der Wohnungsauflösung tauchen plötzlich einige Kartons mit persönlichen Gegenständen auf. Darunter eine sorgfältig geführte Murmelsammlung. Weder Sabrina noch ihre Mutter ahnten etwas von dieser Leidenschaft. Eine handgeschriebene Inventarliste lässt erkennen: ausgerechnet die wertvollsten Murmeln fehlen. Sabrina beginnt der Spur dieser Murmeln zu folgen und begibt sich damit auf eine Reise in das unbekannte Leben ihres Vaters.
Die Geschichte wird in zwei miteinander verwobenen Handlungssträngen erzählt: Die Gegenwart schildert Sabrinas Suche nach den verschwundenen Murmeln und nach Antworten, während der zweite Strang in die Vergangenheit zurückführt und Fergus’ Leben von seiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter beleuchtet. Diese Rückblicke zeigen, wie Fergus zu dem Menschen wurde, der er ist mit all seinen Widersprüchen, Geheimnissen und inneren Kämpfen.
Cecelia Aherns Schreibstil ist wie gewohnt klar, einfühlsam, bildhaft und leicht zu lesen. Besonders gelungen finde ich die ruhige Erzählweise, die trotzdem fesselt. Auch humorvolle Momente sind geschickt eingestreut und lockern die eher ernste Thematik auf.
Die zentrale Botschaft des Romans hat mich sehr berührt: dass es Mut erfordert, zu sich selbst zu stehen und seine Leidenschaften nicht zu verstecken und dass echte Liebe und Akzeptanz all unsere Ecken und Kanten mit einschließen. Außerdem, dass es Dinge gibt, die wir eigentlich nicht vergessen wollen und es daher wichtig ist, dass es Menschen gibt, die diese Erinnerungen stetig für uns am Leben halten.
"Der Glasmurmelsammler" ist ein stilles, emotionales Buch mit viel Tiefe, dass mich noch lange beschäftigt hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die leise, aber eindringliche Geschichten lieben.
- Nicholas Sparks
Seit du bei mir bist
(174)Aktuelle Rezension von: luckytimmiRuss ist glücklich mit seiner Frau Vivian und seiner 5jährigen Tochter London. Als er sich selbständig macht, fängt seine Frau an zu arbeiten und ist immer seltener zu Hause. Plötzlich bekommt ihre Ehe Risse. Sein neuer Job läuft nicht gut, und da Vivian den ganzen Tag weg ist, auch mal über Nacht, muss er sich mehr um seine Tochter kümmern. Und er merkt, wie schön es ist, sich mit seiner Tochter abzugeben, aber auch, dass Vivians Verhalten immer komischer und unberechenbar wird. Doch sein Leben ist ein weiteres Auf und Ab …
Ich fand das Buch einfach wunderschön. Ich habe mit Russ mitgelitten und mich mitgefreut. Es passiert so viel, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Und Russ war mir total sympathisch, während Vivian megaunsympathisch war. Für Fans von emotionalen Romanen ist das Buch ein absolutes Muss.
- Kate Morton
Das geheime Spiel
(503)Aktuelle Rezension von: Ms_ViolinKurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommt Grace Bradley als Dienstbotin nach Riverton Manor. Selbst noch nicht erwachsen, bewundert sie die Hartford-Mädchen Hannah und Emmeline, die mit ihrer unbeschwerten Fröhlichkeit für Leben auf dem Anwesen sorgen. Doch die Begegnung mit dem jungen Dichter Lord Robert Hunter wird Hannah und Emmeline für immer verändern. Als einzige Vertraute versucht Grace die beiden Schwestern vor Unheil zu bewahren – vergeblich …
Mehr als 75 Jahre bewahrt Grace das Geheimnis, bis sie endlich die Wahrheit über jene Tage preisgibt.
Dieses Buch war das erste von Kate Morton. Ich bin jedoch wahnsinnig froh, dass ich es nicht als erstes von ihr gelesen habe, da ich es doch im Vergleich mit ihren späteren Büchern eher schwach und vor allem nicht immer komplett logisch finde.
Ich hatte schon direkt zu Beginn leichte Mühe in das Buch zu finden. Zwar sind die einzelnen Zeitstränge wirklich virtuos aufgebaut, sodass ich mich problemlos in jeden davon einleben konnte, aber es fühlte sich gleichzeitig auch alles so wahnsinnig zäh an.
Nach gut 140 Seiten haben wir beispielsweise nicht einmal alle für die spätere Handlung wichtigen Personen kennen gelernt und selbst die Schwestern kennen wir zu dem Zeitpunkt kaum.
Im Grunde wiederholt Grace immer und immer wieder nur, dass sie eine große Schuld mit sich herum trägt und vor ihrem Tod endlich die ganze Geschichte erzählen will, bevor sie dann in Kindheitserinnerungen abdriftet, die teilweise sogar noch weit vor ihrer Zeit in Riverton liegen.
Das hat sich einfach viel zu sehr gezogen, auch wenn die Details natürlich sehr zum Weltenaufbau beigetragen haben und wunderbar ausgearbeitet waren, aber die Geschichte kam dadurch eben kaum voran.Der Schreibstil ließ glücklicherweise schon gut erkennen, was sie in ihren neueren Büchern so perfektioniert hat, sodass ich seitenweise immer wieder komplett gefangen von einzelnen Episoden aus Grace’ Leben war, aber es ist eben auch viel zu ausschweifend erzählt, sodass ich mich häufig fragen musste, ob es diese Anekdote aus ihrem Leben jetzt auch noch gebraucht hätte.
Ganz besonders habe ich aber die überraschenden Wendungen vermisst, die ich in ihren neueren Büchern so schätze.Auch fand ich die Einschätzung von Grace was ihre Verbindung bzw. Vertrautheit zu den Schwestern (besonders zu Hannah) anging, komplett unglaubwürdig.
Es wurden uns kaum Interaktionen zwischen ihnen gezeigt, meist war Grace einfach nur im Hintergrund und hat das artige Dienstmädchen gegeben. Die paar Gespräche, die wir miterleben, haben mich einfach nicht von einer ernsthaften und gegenseitigen Vertrautheit überzeugen können.
Das konnte ich genauso wenig nachempfinden wie ihre angebliche Liebe zu Alfred. Grace hat immer viel erzählt wie es angeblich war, aber es wurde uns eben so gut wie nie auch gezeigt, sodass ich es hätte nachempfinden können.
Fazit: Ich bin wirklich froh, dass ich Kate Morton erstes Buch nicht zuerst von ihr gelesen habe. Zwar sind schon viele ihrer großartigen Ansätze erkennbar, aber die Geschichte war unnötig weitschweifend erzählt mit zu wenigen Überraschungen. Das größte Problem war aber, dass zu viel von Grace behauptet wurde, ich das aber so gar nicht nachvollziehen konnte. Vielleicht wäre ich aber auch nicht so enttäuscht gewesen, wenn ich nicht schon ihre späteren und deutlich runderen Bücher kennen würde.
- Jan Weiler
Der Markisenmann
(228)Aktuelle Rezension von: Lesehonig„Der Markisenmann“ von Jan Weiler
Kim ist 15 Jahre alt. Die Schule und ihre Zukunft interessiert sie überhaupt nicht. In ihrer Familie fühlt sie sich eher wie ein Fremdkörper, da sie ja „nur“ das Stiefkind von Heiko, dem Mann ihrer Mutter, ist. Und tief drin spürt sie, da gibt es noch eine viel größere Geschichte, die ihr aber nicht erzählt wird. Um die Lage in der Familie zu entspannen, soll sie die Sommerferien, bei ihrem, ihr völlig unbekannten Vater in Duisburg verbringen. Es verschlägt sie in eine trostlose Gegend zu einem Mann, dem man die Erfolglosigkeit meilenweit ansieht. Denn dieser versucht potthässliche Markisen aus DDR-Restbeständen an den Mann zu bringen. Dieses Buch war mein absolutes Lesehighlight im Frühjahr. Jan Weiler zeichnet die Figuren mit so viel Liebe, dass einem ganz warm ums Herz wird. Die Geschichte ist so unglaublich anrührend und doch überhaupt nicht sentimental oder kitschig. Sie handelt von einem Schicksal, wie es wohl viele in der Nach-Wende-Zeit gab. Bewegt hat mich die tiefe Zufriedenheit und Dankbarkeit von Kims Vater. Eine Figur, die nicht jammert oder klagt, sondern ihr Schicksal annimmt und das Leben liebt, wie es ist. Er macht das Beste aus dem was ihm geboten wird und er nimmt die Menschen wie sie sind ohne sie verstehen oder verändern zu wollen. Wie man es von Jan Weiler gewöhnt ist, ist diese Geschichte aber auch von vielen komischen Elementen geprägt, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben. Gerade diese Mischung macht das Buch zu einer Liebeserklärung an das Leben. Absolut lesenswert!
- Jodi Picoult
Die Wahrheit meines Vaters
(393)Aktuelle Rezension von: zickzackDelia Hopkins verbrachte eine glückliche Kindheit. Nur manchmal hat sie Erinnerungen, die sie nicht zu ordnen kann, wie die an einen Zitronenbaum.
Eines Tages taucht die Polizei auf und verhaftet ihren Vater. Es ist ein dunkles Geheimnis, dass Delia an ihrer Identität zweifeln lässt und sie immer wieder vor die Frage stellt, was überhaupt die Wahrheit ist.
Wie schon bei „19 Minuten“, was ich als erstes Buch von der Autorin gelesen habe, komme ich ins Nachdenken. Denn die Wahrheit ist nicht so einfach, wie sie sich zunächst darstellt, sondern hat ganz viele Facetten.
Diese werden durch die verschiedenen Perspektiven aufgestellt. Delia, die davon ja am meisten Betroffen ist. Ihr Vater Andrew Hopkins, der im Gefängnis eine schwere Zeit durchlebt. Delias Verlobter Erik, welcher gleichzeitig der Anwalt von Andrew wird und damit kein leichtes Los gezogen hat. Und Delias bester Freund Fitz, welcher nicht nur Reporter ist und damit in einen moralischen Konflikt kommt. Denn er möchte nicht über den Prozess schreiben, indem seine beste Freundin gefangen ist und gleichzeitig hat er durch seine Recherchen dies überhaupt ins Rollen gebracht.
Das Buch war mit seiner Thematik interessant, auch weil man hier die verschiedenen Perspektiven und Hintergründe erfahren hat. Bei Jodi Picoult gibt es kein Schwarz und Weiß, sondern sehr viele Graustufen. Dennoch hat es mir das Buch nicht leicht gemacht.
Ich fand, dass das ganze Buch unglaublich aufgeblasen war. Da hätte man mindestens 100 Seiten kürzen können, denn hier wurden so viele Themen nebenbei mit aufgemacht.
Zum Beispiel lernt Delia eine Frau namens Ruthann kennen und da wird dann ein großer Teil in der Geschichte über Indianerrituale gesprochen.
Oder auch hatten die verschiedenen Perspektivfiguren noch einmal ihre eigenen Päckchen mit zu tragen und da ist man von einem Thema in noch ein kleineres Thema gekommen. Ich fand, dass war wieder einmal ein Buch, dass daran krankt, dass es zu viel wollte.
Auch hat mich gestört, dass die Figuren nicht miteinander gesprochen haben, sondern immer, wenn eine Problematik aufgetaucht ist, dann geflüchtet sind. Das wirkte sehr albern von erwachsenen Personen und hat nur bedingt die Spannung nach oben getrieben, weil ich mich ja im gleichen Atemzug über die Figuren geärgert habe. Zudem sind am Schluss ständig neue Bomben geplatzt. Da kamen plötzlich Dinge an die Oberfläche, wo vorher nicht darüber im Ansatz gesprochen wurde. Und ich dachte mir nur so: Klar, das auch noch, damit es auch zu keinem anderen Ausgang mehr kommen kann. Wie offensichtlich denn noch?
Bis über die Hälfte fiel es mir schwer überhaupt am Buch zu bleiben. Ich habe dieses jetzt über mehrere Monate gelesen, weil ich es sehr lange auch zur Seite gelegt habe, was eigentlich sonst nicht meine Art ist. Es wurde auch viel über die Vergangenheit von Delia, Fitz und Erik erzählt, was aber teils keine Relevanz zum eigentlichen Thema hatte und ich auch nicht sonderlich spannend fand. Stellenweise war ich mir auch nicht sicher, ob ich das Buch überhaupt beenden möchte. Mich hat letzten Endes nur am Ball gehalten, weil ich die verschiedenen Sichten auf die Thematik und es nicht nur eine Seite gab, interessant fand.
Fazit: Leider war „Die Wahrheit meines Vaters“ kein Highlight. Dafür hat es zu oft von Nebensächlichkeiten erzählt und dass die Figuren nicht miteinander geredet haben, sondern eigentlich wichtige Punkte plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht sind. 3 Sterne.
- Henry James
Washington Square
(59)Aktuelle Rezension von: MadameEve1210Catherine wird als reizlos und als nicht besonders intelligent beschrieben, sie ist ruhig und hat ein gutes Herz, will ihrem Vater gefallen und findet doch nicht so recht seine Zuneigung. Da taucht ein Mann auf, der sich für sie interessiert, seine Absichten fragwürdig.
Mir ist der Sinn dieser Geschichte nicht ganz klar, was sollte mir diese Story bringen. Ich habe mich sehr gelangweilt. Es ist wohl klar, dass die Absichten daher sprachen, dass sie reich erben sollte, er war arbeitslos und wollte sich nicht bemühen eine Arbeit zu finden. Die Tante ist schon fast verliebt in den Kerl und fördert das Unternehmen mit Rat bei den heimlichen Treffen. Der Vater scheint auch nicht gerade sehr liebevoll zu sein, sehr nett von ihm seine Tochter als Durchschnitt und nicht intelligent zu bezeichnen. Er ist gegen diese Ehe und versucht auch Beweise zu finden, doch irgendwie scheint es fast nur darum zugehen, zu beweisen, dass er recht hat. Catherine bleibt blass und ruhig, besondere Zuneigung zum Verehrer konnte ich nicht sehen, auch wenn sie ihm treu ergeben war.
Ich werde es nie wieder lesen wollen und daher ist es wohl ein Flop für mich.
Keine Gefühle kamen rüber, es ließ mich kalt zurück. 2 Sterne von mir
- Jodi Picoult
Schuldig
(227)Aktuelle Rezension von: Julja95Es hat so so so gut begonnen und war von Beginn an richtig spannend. Die Comicausschnitte dazwischen fand ich erst gewöhnungsbedürftig, aber dann doch ganz cool, als ich entdeckt habe, dass da kleine Botschaften versteckt sind. Die Handlung ist sehr vielschichtig und nicht alles davon empfand ich als unbedingt nötig, dennoch konnte man ihr gut folgen. Leider hat die Spannung doch zum Ende hin abgenommen und der Schluss ging mir viel zu schnell. Irgendwas fehlte am Ende auch, idk.
- Adele Parks
Bis du alles verlierst
(40)Aktuelle Rezension von: MelB2508Alison führt das Leben, das sie sich immer gewünscht hat - sie ist liebende Mutter einer 15jährigen Tochter, glücklich mit Jeff und so wohlhabend, dass sie sich keine Sorgen um Geld machen muss. Als eines Tages ein Fremder vor der Tür steht und ihr mitteilt, dass ihre Töchter im Krankenhaus vertauscht wurden, bricht eine Welt zusammen - und Alisons Vergangenheit holt sie ein...
Die Geschichte ist gut und spannend geschrieben, ich habe sie schnell gelesen. Wie ich es bei Adele Parks liebe, sind vor allem die Charaktere griffig und gut gezeichnet. Allerdings muss ich sagen, dass es sich nicht wirklich um einen Thriller handelt und der Klappentext erstens nicht korrekt ist (Alison und Jeff sind nicht verheiratet, eine Tatsache, die im Verlauf der Geschichte nicht unwichtig ist) und zweitens viel zu viel vorwegnimmt und spoilert. Die thriller-artigen Elemente kommen erst ganz am Schluss und sind solide geschrieben. Das Ende ist dann ein bisschen zu kitschig.
Ich habe mich zwar gut unterhalten beim Lesen, das Buch ist aber kein Must-Read.
- Andreas Pflüger
Niemals
(124)Aktuelle Rezension von: San_KellerAuch den zweiten Band der Reihe um die blinde Polizistin Aaron fand ich spannend und gut geschrieben.
Mittlerweile habe ich mich mit dem Schreibstil vom Autor vertraut gemacht. Wie bereits im ersten Band wird man mit einer Flut von Infos, Handlungssträngen, Charaktere und Perspektiven konfrontiert. Da ich an der Geschichte dranbleiben und zeitnah zu Band eins lesen konnte, war es kein Problem. Leider hatte ich es nur auf E-Book, was ein zurückblättern (was ich häufiger machen musste um nachzulesen wie was wo war) schwieriger.
- Kerstin Lange
Eine leise Ahnung von Glück
(44)Aktuelle Rezension von: C_GDas Buch spielt auf zwei Zeitebenen: Einmal im besetzten Frankreich Anfang der 1940er Jahre und einmal im Düsseldorf des Jahres 1923.
In Frankreich begleiten wir Carole, die sich widerwillig in den deutschen Soldaten verliebt, der im Haus ihres Vaters einquartiert wurde.
In Düsseldorf ist Louisa die Protagonistin, die nach dem Tod ihrer Mutter eine Pflege für ihren Vater finden muss, zu dem sie aber noch nie ein gutes Verhältnis hatte und der alle nur vor den Kopf stößt.
Wie die beiden Zeitebenen miteinander zusammenhängen, sei hier nicht verraten, aber es wird beim Lesen natürlich recht schnell klar, wo da die Verbindung liegt.
Insgesamt liest sich das Buch gut und flüssig, ich hatte es innerhalb weniger Tage durch; tatsächlich habe ich mehr auf die Kapitel hingefiebert, die im Heute spielen, weil ich wissen wollte, wie Louisa das Problem mit ihrem Vater löst und gleichzeitig dem Familiengeheimnis weiter auf die Spur kommt, über das sie eher zufällig bei der Familiengeburtstagsrunde gestolpert ist.
Dabei konnte ich Louisas Handeln während des Verlaufs der Geschichte absolut nachvollziehen, aber mochte sie manchmal nicht besonders, da sie sehr ichbezogen sein kann, was ihr im Buch auch des öfteren vorgeworfen wird. Genau wie ihr Vater stößt sie Leute oft vor den Kopf und fällt mit der Tür ins Haus, weil SIE etwas jetzt gerade so will, weil für SIE diese Sache jetzt wichtig ist, sie aber nicht merkt, dass das gerade nicht der passende Zeitpunkt ist oder sie die Wünsche von anderen, insbesondere ihres Vaters einfach ignoriert.
Als ihr das endlich bewusst wird, benimmt sie sich trotzdem weiter wie der Elefant im Porzellanladen und ich dachte manchmal nur, Mädel, halt doch einfach die Klappe. Aber das war natürlich so gewollt, um ihre Entwicklung zu zeigen. Da ihr Vater ein absolutes Ekel zu allen, aber vor allem zu ihr ist (warum, zeigt sich noch), konnte ich andererseits ihre Frustration absolut verstehen, aber um ihrer Mutter willen, hat sie dennoch weiter versucht, eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Trotzdem mochte ich sie wie gesagt nicht.
Die Sprache fand ich oft schwülstig und gestelzt. Sie redeten so wie man denken würde, dass Romanfiguren reden sollten. Viele Dialoge hatten nichts Natürliches an sich, sondern klangen belehrend, hochgestochen und zu "literarisch". Eine eigene Sprache hatte keine der Figuren, stattdessen redete jeder mal schwülstig, mal normaler, mal sehr oberlehrerhaft, mal benutzte Louisas Vater Sätze, die meiner Meinung nach nicht zu seinem 80jährigen passten.
Die historische Zeitebene war interessant und wesentlich besser geschrieben als die gegenwärtige (hier war das Gestelzte der Sprache beiweitem nicht so schlimm, obwohl man gerade hier erwarten würde, dass die Leute anders reden; ich war mir dafür aber bei einigen Ausdrücken nicht so sicher, die klangen mir etwas zu modern - das müsste ich aber recherchieren, um da ganz sicher zu sein, welche Begriffe man damals schon verwendet hat und welche nicht, aber intuitiv klangen sie mir zu modern), aber man wusste von Anfang an schon, was mit einer bestimmten Figur geschehen würde, daher war das meiste des Plots vorhersehbar, zumindest in einigen Aspekten.
Die Geschichte spielt zwar im besetzten Frankreich und die Gräueltaten der Deutschen werden auch erwähnt und von Carole als hilflose Zuschauerin erlebt, aber niemals drastisch. Ja, es gibt ein paar Tote, aber das wird sehr behutsam eingeflochten. Es gibt aber auch Momente der Hoffnung, die dann wiederum in Luisas Zeitebene nochmal wichtig werden. Man hat jedoch immer instinktiv mitgefiebert, wer von den Figuren überlebt, insbesondere, da sowohl Carole als auch ihre Nachbarin im Widerstand aktiv waren.
Insgesamt mochte ich Carole als Figur viel lieber als Louisa, sie war wesentlich angenehmer und netter, ihre Handlungen dabei sehr gut nachzuvollziehen. 100 Prozent warm geworden bin ich aber mit keiner der Figuren.
Ich als Historikerin und Archivarin fand es sehr gut, dass Luisas Recherche ausführlich erklärt wurde, dass sie sogar die Dienste des Bundesarchivs in Anspruch nahm. Wie wichtig Archive sind, ist in der Öffentlichkeit einfach viel zu wenig präsent, die Leute denken immer nur an das Klischeebild vom verstaubten Keller mit einer einzelnen nackten Glühbirne (die Wirklichkeit könnte nicht verschiedener sein!) und daher finde ich es toll, dass so etwas von Charakteren in Büchern genutzt wird, wenn es um historische Themen geht.
Was mir nicht so gefallen hat, war, dass sich die ganze Reise und Suche nach den Wurzeln der Familie relativ schnell schnell aufgelöst hat am Ende. Es wurde im ganzen Buch ein guter Spannungsbogen präsentiert, aber dann löst sich alles auf wenigen Seiten auf. Das fand ich etwas unbefriedigend. Es hat nicht ganz so gestört wie in manch anderen Büchern und Filmen, wo so etwas leider ähnlich passiert, es wirkte nicht allzu gehetzt, aber ein paar mehr Seiten hätte ich mir gewünscht.
Ich habe auch nicht ganz verstanden, warum gegen Ende des Buches mehrere Point of View Wechsel stattfinden musste - das passierte zwar am Anfang und am Ende des Buches in der Frankreichzeitebene einige Male und das war dann auch nachvollziehbar und war immer dieselbe Figure, abgesehen von Carole. Aber auf einmal gibt es gegen Ende ein Kapitel, das mir nichts dir nichts in die Kindheit von Louisas Vater eintaucht. Das Kapitel zeigt zwar gut, wie schwer er es hatte, aber das wussten wir eigentlich schon und das Kapitel trägt daher meiner Meinung nach nichts zum Plot bei. Dann hätte man mehr dieser Art Kapitel einstreuen müssen, um die Kindheit des Jungen live mitzuerleben anstatt nur aus kurzen Erwähnungen. So wirkt es wie bestellt und nicht abgeholt, weil es das einzige Kapitel A) in dieser neuen Zeitebene ist (Deutschland in den 1950ern) und B) hier das erste und einzige Mal aus der Sicht von Luisas Vater als Kind berichtet wird. Alle anderen Kapitel sind entweder aus Caroles Sicht oder am Anfang und Ende aus der Sicht der Nachbarin und mütterlichen Freundin von Carole sowie in der heutigen Zeitebene natürlich aus Louisas Sicht (und nur aus Louisas Sicht).
Das allerletzte Kapitel, das dann nochmal eine kleine Überraschung parat hielt, auch wenn ich insgeheim bereits darauf gehofft hatte, empfand ich einerseits als zufriedenstellend, weil sich da wie gesagt etwas herausstellt, auf das ich gehofft hatte. Aber andererseits fand ich es unbefriedigend, weil der Leser es zwar nun weiß, die Figuren über diese Offenbarung aber im Dunklen bleiben und auch bleiben werden. Das hat den Erfolg der ganzen Suche nach der Familie irgendwie abgedämpft und erhält einen faden Beigeschmack, weil eben dieses letzte Geheimnis für die Protagonisten ungelüftet bleibt. So spielt wohl das Leben, aber für einen Roman hätte ich mir das anders gewünscht.
Alles in allem kann ich das Buch empfehlen, es ist definitiv lesenswert, aber ob ich es persönlich noch einmal lesen würde, weiß ich nicht.
- Ciara Geraghty
Das Leben ist zu kurz für irgendwann
(78)Aktuelle Rezension von: FlotteLotteIn dem Buch geht es um eine Freundschaft zwischen 2 Frauen. Nach einer schweren Diagnose entschließt sich Iris zum Sterben nach Europa zu gehen. Ihre Freundin begleitet sie nach einem turbulenten Hinterherreisen zusammen mit ihrem Vater der dement ist. Sie begleiten Iris auf ihrer letzten Reise durch aufregende, manchmal außergewöhnliche, manchmal turbulente Situationen. Es zeigt dass man das Leben eines anderen nicht ändern kann und so sehr man an einer Vorstellung festhält was richtig ist, nicht mitentscheiden kann sondern einfach Umdenken sollte und die gemeinsame Zeit die bleibt genießen sollte und auch mal was riskieren sollte, aus dem vielleicht festen und geregelten Leben ausbrechen sollte und neues ausprobieren sollte.
Einfach schön zu lesen und empfehlenswert!!!
- René Freund
Niemand weiß, wie spät es ist
(57)Aktuelle Rezension von: mabo63[..Das Erbe kann erst dann angetreten werden, wenn die Alleinerbin meinen letzten Willen erfüllt hat: Frau Nora Weilheim soll die Urne meiner sterblichen Überresten von Paris über Wien an einen von mir zu bestimmenden Ort in Österreich transportieren, wo meine Asche meine letzte Ruhe finden wird. Ein Teil der Reise soll ausschliesslich zu Fuss erfolgen und zwar unter notarieller Aufsicht..]
Eine schöne ruhige Erzählung über eine Reise mit unbekanntem Ziel -vielleicht eine Reise zu sich selbst.
- Galsan Tschinag
Der Mann, die Frau, das Schaf, das Kind
(6)Aktuelle Rezension von: IrisblattGalsan Tschinag hat ein außergewöhnliches, leises, sehr besonderes Buch geschrieben, das zahlreiche Einblicke in die Lebensweise mongolischer Nomaden, aber auch in die Abgründe menschlicher Gesellschaft gewährt. Alles beginnt im Hausflur eines städtischen Hochhauses. Eine junge Frau hat bei einer Quizshow einen stattlichen Hammel gewonnen. Auf dem Weg zu ihrer Wohnung strandet sie mit dem blökenden Tier im Hausflur. Zaghaft klopft sie an die Tür eines alten Mannes, den sie erst wenige Minuten zuvor in seiner Wohnung hat verschwinden sehen. Sie bittet den unbekannten Mann, kurz auf ihr Schaf aufzupassen. Hilfsbereit nimmt er den Hammel mit in seine Wohnung.
Aus der flüchtigen ersten Begegnung entwickelt sich eine zarte Vertrauensbeziehung, die beide von ihrer Einsamkeit befreit. Dsajaa lässt Nüüdül an ihrem bisherigen Lebensweg teilhaben und auch Nüüdül erzählt offenherzig aus seinem langen Leben. Beide sparen dabei die Schattenseiten nicht aus, lösen gemeinsam so manches Problem und bedeuten einander schon bald so viel, dass sie sich gegenseitig adoptieren und fortan als Vater und Tochter durchs Leben gehen. Galsan Tschinag gehört der ethnischen Gruppe der turksprachigen Tuwa an. Er wurde im Altai-Gebirge in der Westmongolei geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in einer Jurte. In Leipzig lernte er Deutsch und studierte Germanistik. Heute lebt der auf Deutsch schreibende Autor wieder in der Mongolei.
Die Sprache seines Romans ist von einer fremden Poesie durchdrungen, die etwas von der Erzählweise und den Umgangsformen der mongolischen Nomaden erahnen lässt. Gastfreundschaft wird groß geschrieben. Es gibt besondere Dankes- und Begrüßungs- sowie Abschiedszeremonien, die bereits bestehende Beziehungen bekräftigen, andere erst herstellen. Weit verbreitet scheint die Möglichkeit, Menschen jeden Alters durch Adoption zu verbinden und dort familiäre Fürsorge zu ermöglichen, wo es keine Blutsverwandtschaft gibt.
Die blumige, sich vorsichtig nähernde Sprache ist fremd und zugleich wunderschön. Der Autor lässt seinen Protagonisten viel Zeit für ihre Lebensgeschichten und die Einordnung des Erlebten. Zuweilen erscheinen die Erzählungen wie aus einem Tagtraum. Kommt die Rede aber auf die Weite und Schönheit der mongolischen Natur, dann leuchten die Farben. Der Autor gibt seinen Protagonisten am Ende der Geschichte noch einen guten Wunsch mit: „(…) ihr Lieben: Lebt euren Träumen nach, holt sie ein und macht sie zu euren treuen Dienern! (S. 393)“.
Mir hat dieser Roman in seiner eigentümlichen Art gut gefallen. Ich habe viel über mongolische Kultur und die Verbundenheit der Menschen untereinander erfahren und werde bestimmt noch weitere Bücher des Autors lesen.
- Patricia Walter
Blutroter Schatten
(172)Aktuelle Rezension von: LidenLeseempfehlung
Datum : 16.11.2025
✨Handlung✨
Der Schlitzer ist in München ! Und ermordet schamlos und brutal Menschen. Seine Handschrift ist eine Notiz, die bei den Leichen hängt „mit den besten Empfehlungen von Thomas Rohde“. Aber Thomas Rohde sitzt seit 10 Jahren im Gefängnis .. und möchte kooperieren, allerdings unter der Voraussetzung, das er mit seiner Tochter spricht.
✨Protagonisten✨
Sam ist unsere Protagonistin und die Tochter des Serienmörders und Psychopathen Thomas Rohde. Sam wurde zugänglich ausgebaut und auch unser Antagonist war „verständlich“ beschrieben. Obwohl er ein kranker Dude war. Die Polizei empfand ich unprofessionell und artifiziell.
✨Setting✨
Die Story spielt sich in München ab. Eine kleine Romanze wurde auch eingebaut, allerdings war sie so nebensächlich, das es für mich okay war.
✨Schreibstil✨
Man ist durch die Seiten geflogen, schöne kurze Kapitel und ein spannende Stimmung.
✨Fazit✨
Das Buch hat mir an sich wirklich gut gefallen - spannende Grundstimmung, interessantes Setting, ich wurde gut unterhalten. Aber an manchen Stellen war es mir dann doch over the top und zu Hollywood, deshalb der Stern Abzug.
- Dirk Trost
Granat für Greetsiel
(40)Aktuelle Rezension von: KorrekturinselDer Anwalt Jan de Fries zieht nach gescheiterter Ehe an die Nordsee, um dort seine Wunden zu lecken und seinen Ruhestand zu genießen. Doch aus dem Ruhestand wird nichts, denn eine aus der Nordsee gefischte Frauenleiche und deren bestürzte, aber quicklebendige Schwester verhindern dies. De Fries lässt sich überreden, seine Arbeit wieder aufzunehmen, um zu beweisen, dass der anscheinende Unfall keiner war. Schnell gerät de Fries in einen Strudel aus Gewalt und tut gut daran, die vielen aufkommenden Fragen schnellstens zu lösen.
Ein Krimi in der Ich-Erzählperspektive! Ich tat mir schwer, mich darauf einzulassen und haderte ein wenig mit dem Spannungsbogen, der am Anfang für mich nicht so richtig Fahrt aufnahm. Doch weil ich dennoch neugierig auf das Buch war, las ich weiter – und wurde belohnt!
Wendungen, die ich nicht erwartet hatte, erzeugten urplötzlich eine Spannung, der ich mich nicht mehr entziehen konnte und bereits nach einem Drittel des Buches zog mich genau diese Ich-Perspektive, die ich so kritisch beäugt hatte, in ihren Bann. Ich begann, mich als der Schatten des Anwalts zu fühlen und hielt manchmal mit ihm den Atem an. Was ich bemerkenswert finde, ist, dass in diesem Buch das Grauen durchs Schlüsselloch kommt. Nichtsahnend wird der Leser von dem beschaulichen Leben, das der sympathische "Rentner" de Fries an der Nordsee führt, in einen fast schon brutalen Krimi geschleudert, was ich so niemals erwartet hätte.
Ich kann diesen Start in die "Jan-de-Fries-Reihe" (ich bin bereits beim dritten Buch) nur jedem Krimifan ans Herz legen, nicht nur denen, die so wie ich Nordseeluft geschnuppert haben.
- Dilek Güngör
Vater und ich
(34)Aktuelle Rezension von: Co_WintersteinDas Buch handelt von Ipek (Journalistin in Berlin), die nach längerer Zeit ihren Vater (als türkischer Gastarbeiter in den Siebzigerjahren nach Deutschland gekommen) besucht. Die Mutter, die sonst das Bindeglied der Familie darstellt, ist auf Reisen. Ipek liebt ihren Vater und möchte verstehen, wie es zu der von ihr gefühlten Entfremdung kommen konnte. Sie versucht die sprachliche Distanz zu ihrem Vater zu überwinden, sich anzunähern, doch das Schweigen zwischen ihnen ist allgegenwärtig.
Eine bereichernde Lektüre! Mich hat Folgendes besonders beeindruckt:
* Die sehr gelungene Darstellung der Sprachlosigkeit und beklemmenden Stille, die sich seit der beginnenden Pubertät Ipeks zwischen Vater und Tochter ausgebreitet hat.
* Die Wärme mit der Güngör ihre Figuren behandelt, der Blick auf den sprachlosen Vater ist voller Zuneigung.
* Die Schilderung, wie es ist, in vielen Sprachen zuhause zu sein.
* Das Format, denn der Text ist wie ein innerer Monolog an den Vater geschrieben.
Eine berührende Erzählung, in der die zwei Protagonisten in verschiedenen Welten leben und doch verbunden sind.
- Sophia Khan
Das Leuchten meiner Welt
(61)Aktuelle Rezension von: MsChili„Das Leuchten meiner Welt“ von Sophia Khan handelt von Irenie, die bereits mit 10 Jahren ihre Mutter verliert. Ihr Vater meint nur, dass Yasmeen nicht mehr da ist und erst als sie 5 Jahre später eine Kiste mit Briefen findet, kommt sie dem Geheimnis ihrer Mutter näher.
Dieses Buch lag länger auf dem SuB, da ich mal reingespitzt habe, mir der Schreibstil aber nicht sofort zugesagt hat. Das blieb auch leider ein bisschen so, da ich doch Probleme mit dem teils langen Schachtelsätzen über mehrere Zeilen hatte. Doch nach und nach habe ich mich daran gewöhnt und konnte es flüssig lesen. Die Geschichte startet direkt ohne wirkliche Einführung, was ungewohnt aber doch gut war. Erzählt wird alles in der Ich-Perspektive, die zwischen James, dem Vater, und Irenie, der Tochter wechselt. Eingeleitet werden die Kapitel immer mit kurzen Auszügen aus den Briefen zwischen Yasmeen und Ahmed, was es zu etwas ganz Besonderem macht. Jedoch hatte ich lange Probleme mit Irenie warm zu werden und auch James war mir mit seinen Entscheidungen nicht immer sympathisch. Irenie vergöttert ihre Mutter, ohne das ich nachvollziehen kann, warum sie das tut. Sie ist auch anders als andere Kinder und wirkt doch manches Mal ein wenig „komisch“.
Alles in allem ist das Buch und die Geschichte anders als erwartet, jedoch hat es mich nach einem schwierigen Anfang doch noch packen können.
- Katya Apekina
Je tiefer das Wasser
(125)Aktuelle Rezension von: carowbrMein Interesse an diesem Buch wurde vor allem durch das schöne Cover geweckt.
Inhaltlich gesehen war mir bis zur Hälfte des Buches nicht ganz klar, worauf es hinausläuft. Ohne zu spoilern kann man vor allem von einer Geschichte sprechen, welche die Themen generationales Trauma, psychische Erkrankungen, belastende Familiensituationen, Missbrauch und auch Suizid behandelt.
Der Erzählstil der Autorin ist roh und taucht ganz ein in die Gefühlswelten der handelnden Personen. Die Geschichte hat mich zwar aufgrund ihres aufwühlenden Inhaltes beeindruckt, wirklich angenehm war mein Leseerlebnis jedoch nicht. - Zsuzsa Bánk
Sterben im Sommer
(31)Aktuelle Rezension von: jenvo82" Irgendwann ist der Tod deutlicher als das Leben, sagt sie, das Leben weicht dem Tod, irgendwann ist der Zeitpunkt da, und man sieht, der Tod hat übernommmen, das Leben wird weniger."
Inhalt
In diesem sehr persönlichen Buch schildert die Autorin Zsuzsa Bánk die letzten Wochen im Leben ihres Vaters, wie er diesen Sommmer ganz anders als all die Sommer zuvor nicht schwimmmend im Balaton verbringt sondern schwer vom Krebs gezeichnet zwischen Krankenstationen, Onkologie und Notaufnahme. Die Kräfte schwinden und die Familie sieht sich bald schon mit dem bevorstehenden Ende des Familienoberhaupts konfrontiert. Zwar wird es kein plötzlicher Abschied werden, aber auch keiner, der sich Zeit lässt und noch viele Tage Gemeinsamkeit in Aussicht stellt. Ein halbes Jahr bleibt, zwischen der vernichtenden Diagnose und dem traurigen Ereignis , welches das Universumm in ein Davor und ein Danach spaltet.
Doch mit dem Tod des Vaters, keimen zahlreiche neue Gedanken auf, die Endlichkeit des eigenen Lebens wird sichtbar, ebenso wie die Lücke, die sich nicht mehr schließen lässt und nur noch das Erinnern als letztes Verbindungsglied zum geliebten Menschen bleibt. Es folgt ein Jahr der Trauer, der Tränen, des langsamen Begreifens, der schweren, müden Stunden und der Wut, die sich gegen nichts und niemanden richten kann und deshalb irgendwann abflaut.
Meinung
Dieses Buch bündelt sehr viele Gedanken, schwelgt in schönen Sätzen und feiert eine ehrliche, klare Sprache verbunden mit der traurigen Wahrheit des Lebens und seiner unvermeidlichen Endlichkeit. Dieser Teil der Biografie hat mir sehr gut gefallen, weil er sich mühelos übertragen lässt, schon eher ins Philosophische geht und Gedankengänge des Lesers lostritt, Fragen aufwirft und herausfordert, sich selbst in die Rolle der Autorin zu sehen. Doch der Erzählton wechselt nach dem Tod des Vaters, dann gibt es eine weniger stringente Linie, das unermüdliche Bemühen um Normalität wird deutlich und der Fokus wechselt nun in die ganz persönliche Story hinein, gespickt mit Gedanken an eine unbeschwerte Zeit vor der Krankheit, eine harte Zeit zwischen Hoffen und Aufgeben und eine vage Vorstellung von Zeit, wie sie fortan sein wird, ohne den Vater. An den Teil des Lebens, den man nicht mehr gemeinsam beschreitet, sondern neue Entwicklungen anstehen. Die zweite Hälfte des Buches konnte mich nicht ganz abholen, die emotionale Ebene tritt in den Hintergrund.
Fazit
Ich vergebe gute 4 Lesesterne für diesen persönlichen Abschiedsroman, der mit ansprechender Wortwahl und einer sehr realistisch gezeichneten Situation für viele Trauernde eine Zuflucht sein könnte, der Momente heraufbeschwört, die irgendwann Teil des eigenen Lebens werden oder schon sind. Nicht immer war ich mit dem Fokus des Buches einverstanden, zum Beispiel ist der Vater in den Erinnerungen nicht richtig sichtbar geworden, die zentrale Figur war vorrangig die trauernde Tochter, die hier als persönliche Erzählerin auftritt. Die Menschen hinter der Geschichte sind doch gerade in Büchern über Trauer durchaus austauschbar, denn jeder lebt ein anderes Leben und stirbt einen anderen Tod. Insgesamt ein starkes Buch, vielleicht etwas zu sachlich für meinen Geschmack, doch mit Nachklang. Ich kann mir dieses Buch sehr gut vorstellen, wenn man sich selbst in einer derartigen Lage befindet - im Jahr des Vatersterbens, wie es Zsuzsa Bánk tituliert. Vielleicht regt es sogar dazu an, die persönliche Trauergeschichte zu verfassen, nicht, um diese zu veröffentlichen, sondern um das Gefühl zu bewahren, welches der Tod der Eltern mit sich bringt.
- Sabine Strick
Gefährliche Idylle (Dominique Demesy ermittelt-Reihe 1)
(38)Aktuelle Rezension von: Marlene-Menzel-AutorinDominique Demesy ist Detektiv und arbeitet im Indien der 90er Jahre, als unverhofft seine Tochter Jennifer eintrifft und nun auf einmal bei ihm leben und arbeiten soll. Natürlich ist Dominique zunächst wenig angetan von diesem Gedanken, springt jedoch über seinen Schatten. Fortan schlägt sich das ungleiche Duo in einer exotischen Welt zwischen Problemen und Faszination durch und erlebt ein Abenteuer nach dem anderen. Sie müssen sich gegen Verschwörungen, böse Mächte und gefährliche Banden behaupten und wachsen dabei auch privat immer weiter zusammen.
Ich mochte sowohl den flüssigen Schreibstil der Autorin, der mich bereits in anderen Werken überzeugt hat, als auch die Idee eines Genremixes aus Detektivgeschichte, Actionabenteuer und Drama. Zwischen den unterschiedlichen Fällen werden auch immer wieder persönliche Beziehungen beleuchtet, sodass Dominique und Jennifer nicht bloß blasse Romanfiguren bleiben, sondern zu echten Menschen mit Herz, Verstand und Fehlern werden. Sie strahlen nicht immer, bekommen sich auch mal in die Haare oder sind - typisch Vater und Tochter - nicht stets einer Meinung, ob beruflich oder privat. Dennoch meistern sie jeden Fall zusammen mit ihren Freunden und Kollegen oder auch als reines Zweierteam.
Ab und zu wirft uns die Autorin ein paar Jahre voraus ins Krankenhaus, in dem Dominique gepflegt wird. Durch diese Einblicke ist man gespannt auf den nächsten Teil der Reihe, denn es scheint auch nach den Ereignissen aus Band 1 vieles passiert zu sein.
Die einzelnen Abschnitte, von denen jeder ein eigener Fall war, haben sich gut gelesen. Ich mochte den Sprung zurück in eine Zeit, in der Handys noch keine Rolle spielten. Dominique selbst ist charmant und spitzbübisch, aber auch ernst und ein wenig machomäßig. Das jedoch ändert sich nach und nach durch die Frauen in seinem Leben. Insgeheim ist er ein Mann, der Gefühle zulässt und auch Fehler einsehen kann, obwohl er eine Vergangenheit hat, über die er nicht gern spricht, was mir gefiel. Er erinnerte mich durchgehend an eine Mischung aus Jean-Paul Belmondo und Alain Delon.
Die Autorin hat zudem wunderbar recherchiert und mir einen tollen Überblick über Indien (Delhi, Jaipur, Bombay / heute Mumbai ...), das Himalaya-Gebirge (u.a. Kaschmir) und Sibirien verschafft. Der Leser bekommt dabei Einblicke in das Leben der ärmeren Bevökerung, aber auch in Paläste und Sehenswürdigkeiten.
Band 1 der vierteiligen Reihe bietet sowohl spannende Unterhaltung als auch touristische Einblicke und macht Lust auf mehr. Zwischendurch wird immer wieder mal Tempo rausgenommen, um das Privatleben und die kollegialen Verhältnisse der beiden Protagonisten zu beleuchten, was ich gut fand. So fokussierte man sich auf den angenehmen Schreibstil und die lebhaften Beschreibungen von Kultur, Umgebung und Einwohnern. Es werden auch nicht nur schöne Seiten des Landes beleuchtet, sondern auch die Schatten einer Bevölkerung, in der Arm und Reich so weit voneinander getrennt sind wie in kaum einem anderen.
Ich empfehle die Geschichte jedem, der nicht nur Action, sondern auch Drama und Familienromane mag. Wer sich einmal ins Asien der 1990er entführen lassen will, ist hier genau richtig! - Stefan Zweig
Verwirrung der Gefühle
(60)Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkondAuf seinen alten Tagen blickt der nicht exakt namentlich genannte Professor, der uns als Ich-Erzähler vorsitzt, auf seine frühen Studienjahre zurück. Vor allem auf die Zeit, in der sein damaliger Professor mit seiner Energie und seinem Elan beim Vortragen die Gefühle des jungen Mannes zum Entgleisen bringt.
Verwirrung der Gefühle ist bei weitem wirklich nicht meine erste Novelle von Stefan Zweig. Schreibstil und gesellschaftskritisches Denken waren mir also bereits bekannt. Sprachlich war auch dieses Werk wieder flott und gut lesbar, allerdings konnte mich die Geschichte nicht ganz abholen. Fast schon erschien es mir, dass im Gegensatz zu anderen Werken Zweigs, wie beispielsweise Angst oder Briefe einer Unbekannten, der Plot hier recht schwach konstruiert ist. Ich konnte einfach nicht genug Interesse mit dem Schicksal der Protagonisten aufbringen, als dass ich von diesem fasziniert sein würde. Das tut mir zwar wirklich leid, vor allem, weil unser Student ein Schicksal erleidet, dass vom Klappentext an mein höchstes Interesse geweckt hatte. Dieses konnte dann leider einfach nicht gehalten werden.
dennoch bin ich nicht enttäuscht von diesem Werk und sehe das Potential darin, Menschen beim Lesen für sich zu gewinnen, auch wenn es bei mir leider nicht funktioniert hat.























