Bücher mit dem Tag "vergebung"
457 Bücher
- Anna Todd
After truth
(3.345)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteTessa ist innerlich zerrissen: Einerseits kann sie Hardin sein Verhalten nicht verzeihen, andererseits lassen sie ihre Gefühle für ihn nicht los. Zwischen Demütigung, Sehnsucht und der Hoffnung, dass Hardin sich ändern kann, steckt sie in einem emotionalen Chaos fest. Doch die Frage bleibt: Haben die beiden wirklich eine Zukunft – oder wiederholt sich alles nur?
Nach dem starken ersten Teil hatte ich hohe Erwartungen, doch der zweite Band konnte diese leider nicht erfüllen. Auf fast 800 Seiten passiert erschreckend wenig, und am Ende steht man nahezu an derselben Stelle wie zu Beginn. Der Schreibstil ist zwar weiterhin angenehm und flüssig, sodass ich das Buch trotz allem schnell gelesen habe – aber wirklich hängen geblieben ist kaum etwas.
Die Beziehung zwischen Tessa und Hardin wirkt noch toxischer als zuvor, und eine echte Charakterentwicklung bleibt weitgehend aus. Das ständige Hin und Her, die immer gleichen Streitereien und Versöhnungen, Hardins Eifersucht und Tessas Naivität – all das wiederholt sich so oft, dass es irgendwann ermüdend wird. Eine straffere Erzählweise hätte der Geschichte definitiv gutgetan.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Perspektive nun zwischen Tessa und Hardin wechselt. Dadurch bekommt man einen besseren Einblick in Hardins Gedankenwelt, was im ersten Teil noch gefehlt hat. Auch die emotionalen Beschreibungen funktionieren weiterhin gut und sorgen dafür, dass man trotz allem mitfühlt.
Trotz meiner Kritik sehe ich nach wie vor Potenzial in der Reihe. Vielleicht wäre eine Nebenhandlung – etwa zwischen Tessa und Trevor – eine willkommene Abwechslung gewesen. Dennoch werde ich den dritten Teil lesen, denn mein Bauchgefühl sagt mir, dass es wieder bergauf gehen könnte.
- Victoria Aveyard
Gläsernes Schwert (Die Farben des Blutes 2)
(1.199)Aktuelle Rezension von: bibliophilara„Gläsernes Schwert“ ist der zweite Band der Fantasy-Reihe Die Farben des Blutes von Victoria Aveyard. Das 2016 erschienene Buch setzt unmittelbar nach den Ereignissen des ersten Bands „Die rote Königin“ ein. Im Zentrum steht weiterhin Mare Barrow, eine sogenannte Rote, deren magische Fähigkeiten eine Zweiklassengesellschaft aus Rot und Silber ins Wanken zu bringen droht. Mit mehr als 550 Seiten und 29 Kapiteln plus Epilog ist „Gläsernes Schwert“ noch umfangreicher als sein Vorgänger, aber nicht unbedingt besser. Warum mich die Fortsetzung zugleich begeistert sowie stellenweise frustriert hat, und ob es sich wirklich lohnt, sie zu lesen, erfahrt ihr hier ganz ausführlich.
Die 18-jährige Mare Barrow konnte dank Cals Hilfe aus dem Schloss der Hauptstadt Archeon fliehen. Doch die Soldaten des Königreichs Norta verfolgen die Neublüterin und den Prinzen bis nach Naercey, da ihnen Königsmord vorgeworfen wird. Nur mithilfe von Mares totgeglaubtem Bruder Shade und der Rebellin Farley können sie den Fängen des frisch gekrönten Königs Maven entkommen. Sie finden Schutz bei der Rebellenbewegung Scharlachrote Garde und schließen sich ihr an. Um ihre Chancen auf den Sturz des Königshauses zu verbessern, macht sich Mare mit ihren Verbündeten auf die Suche nach anderen Neublütern: Menschen, die trotz roten Bluts magische Fähigkeiten besitzen. Doch diese Reise ist lebensgefährlich, denn Maven will Mare um jeden Preis gefangen nehmen.
„Der Lappen, den Farley mir gibt, ist zwar sauber, aber er riecht trotzdem nach Blut.“, ist der erste Satz des ersten Kapitels. Die Rebellin Farley wird hier eine etwas größere Rolle spielen als noch im ersten Band. Sie ist das Bindeglied zwischen Mares Flucht aus dem Schloss und der Ankunft bei der Scharlachroten Garde. Der Verweis auf Blut ist klug gewählt, um noch einmal auf den Kern der Zweiklassengesellschaft in dieser Fantasy-Welt hinzuweisen. Wieder erzählt Mare Barrow aus der Ich-Perspektive im Präsens. Dabei setzt die Handlung wirklich unmittelbar nach Ende des ersten Bands ein. Mare klebt noch das Blut vom actionreichen Finale aus „Die rote Königin“ am Körper. Außerdem befindet sie sich noch in der Tunnelbahn, in die sie sich mit Farleys Hilfe flüchten konnte. Es können also erst Minuten bis wenige Stunden vergangen sein.
Eine Person, in die Mare inzwischen Vertrauen gefasst hat, ist Tiberias Calore VII, kurz Cal. Er ist der Sohn des kürzlich enthaupteten Königs Tiberias VI und seiner ersten Frau Coriane, die von dessen zweiter Frau Elara umgebracht wurde. Als Erstgeborener ist Cal der rechtmäßige Thronerbe Nortas, doch durch eine von Elara initiierte Intrige wird er entehrt und seines Anspruchs beraubt, damit Elaras Sohn Maven König wird. Cal ist 19 Jahre alt, hat lockiges schwarzes Haar und rotgoldene Augen. Er ist größer als Maven und hat einen breiten, muskulösen Körperbau. Als Silberner des Königshauses besitzt er Pyrokinese-Fähigkeiten. Er kann also aus seinen Händen Feuer beschwören und dieses bändigen. Cal hat ein hohes Verantwortungsbewusstsein für sein Volk, weshalb er sich früher nachts heimlich unter die Leute geschlichen hat, um zu beobachten, was sie beschäftigt. Er ist zudem militärisch interessiert und wurde jahrelang zu einem guten Strategen ausgebildet, was der Scharlachroten Garde nun als Vorteil dient. Ich mag Cal mit seiner verantwortungsbewussten und tapferen Art zwar, finde ihn manchmal aber etwas zu temperamentvoll. Mal sehen, in welche Richtung er sich noch entwickeln wird.
Schreibstil und Sprache sind wieder klar, modern und zugänglich. Aveyard verzichtet auf sprachliche Experimente und legt so einen größeren Fokus auf den Plot. Besonders auffällig ist hier der Anteil an Mares inneren Monologen: Sie steckt voller Zweifel, Schuldgefühlen und innerer Zerrissenheit, die einerseits die Emotionalität verstärken, aber andererseits auch das Tempo drosseln. Dies ist auch einer der größeren Kritikpunkte hier: Das Tempo ist wirklich stark entschleunigt und gerade in der ersten Hälfte des Buches passiert nicht wirklich viel. Ohne das Hörbuch, gelesen von Britta Steffenhagen, wären das wirklich langatmige 300 Seiten gewesen. Während die Spannung im ersten Band noch von politischen Intrigen geprägt ist, schwenkt es hier eher zu regelmäßigen Actionszenen um, bei denen Mare und ihre Verbündeten gegen Wachen, Soldaten oder Verbrecher kämpfen. Darauf folgen aber immer ruhigere Passagen, in denen Planung, Reflexion und Charakterentwicklung im Vordergrund stehen. Atmosphärisch ist das Buch noch düsterer als der Vorgänger. Die Treibjagd, die Maven nach Mare veranstaltet, führt zu emotionaler Erschöpfung, Paranoia und Misstrauen.
Die psychische Belastung, die Mare dadurch erfährt, ist kontraproduktiv für ihre Entwicklung. War sie im ersten Band noch teilweise leichtgläubig und naiv, mutiert sie nun zu einer zunehmend anstrengenden Protagonistin. Sie ist paranoid, leicht reizbar und jähzornig. Dabei lässt sie ihren Frust gerne an ihrer Familie oder Freunden aus und misstraut jenen, die sie niemals hintergehen würden. Etwas nervig ist auch die Dreiecksbeziehung zwischen ihr, Cal und Kilorn, die sich hier entwickelt. Dreiecksbeziehungen gibt es in Jugendbüchern wie Sand am Meer und der Ausgang dieser Vierecksbeziehung, wenn man Maven noch mitrechnen will, ist von Anfang an vorhersehbar. Was den Romance-Anteil betrifft, kann mich diese Reihe also nicht überzeugen.
Interessant an dieser Fantasy-Saga ist auch, dass sie sich narratologisch stark an dystopischen Jugendbüchern orientiert. So ist Flucht hier ein präsentes Leitmotiv, was typisch ist für zweite Bände wie Das Juwel, die Amor-Trilogie, Die Bestimmung oder auch die Cassia & Ky-Trilogie, deren Titel einfach Die Flucht ist. In gewisser Weise ist Die Farben des Blutes also auch ein dystopisches Jugendbuch. Erst jetzt kristallisiert sich langsam heraus, dass Silberne nicht immer in dieser Welt existiert haben, sondern eine Genmutation vor Jahrhunderten dazu geführt hat. Theoretisch könnte vor Jahrhunderten ihre Welt identisch mit unserer gewesen sein und die Geschichte spielt bloß in ferner Zukunft. Mir ist aber auch noch ein himmelschreiender Fehler aufgefallen.In einem Wutanfäll beschwört Mare ein Gewitter und sie beschreibt: „Der erste Donner ist nur ein leises Grollen, auf den ein schwacher Blitz folgt.“ (S. 437). Dumm nur, dass ein Donner die Reaktion auf einen Blitz ist und nicht umgekehrt. Man sieht erst den Blitz, bevor man den Donner hört, weil Licht schneller ist als Schall. Ich war wirklich keine gute Schülerin in Physik, aber das ist ein überraschender Fehler in einem Buch. Hätte Aveyard geschrieben: „Der erste Blitz ist nur schwach, auf ihn folgt ein leiser Donner.“, wäre also alles korrekt, aber das hier ist schon sehr unangenehm.
Das Ende konnte mich dann doch wieder fesseln und zeigt, wie viel Potenzial in dieser Geschichte steckt, was in diesem Band aber nicht wirklich entfaltet werden konnte. Das Finale ist teilweise blutig. Es sterben Figuren, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Und das auf beiden Seiten. Gerade der Epilog lässt den Leser mit so einem fiesen Cliffhanger zurück, dass ich trotz einer gewissen Ernüchterung die Reihe fortsetzen will.
Insgesamt hat „Gläsernes Schwert“ bei mir einen gemischten Eindruck hinterlassen. Zwar ist der Schreibstil weiterhin gut und einzelne Figuren sowie das packende Finale zeigen, wie spannend die Geschichte in ihrem Kern ist. Dennoch leidet der zweite Band unter einen entschleunigten Tempo, insbesondere in der ersten Hälfte. Hinzu kommt, dass Mare durch ihre zunehmende Paranoia und Reizbarkeit teilweise anstrengend wirkt. Auch die vorhersehbare Dreiecksbeziehung sowie kleinere Fachfehler trüben das Lesevergnügen gelegentlich. Das Fantasy-Jugendbuch empfinde ich also eher als Übergangsband mit einigen Durststrecken, der nicht an den Vorgänger herankommt. Deswegen erhält es von mir drei von fünf Federn. Dennoch glaube ich an den Plot von Victoria Aveyard und möchte heute noch mit dem dritten Band „Goldener Käfig“ beginnen.
- Cody McFadyen
Das Böse in uns/Ausgelöscht
(2.010)Aktuelle Rezension von: manomanIn dem Buch "Das Böse in uns" ("Ausgelöscht" habe ich nicht gelesen) wird eine transsexuelle Frau und Tochter eines hochrangigen Politikers während eines Fluges getötet, ohne dass es ein Besatzungsmitglied oder ein anderer Fluggast mitbekommt. Obwohl außerhalb ihres Ermittlungsgebiets, wird die FBI-Agentin Smokey Barret mit der Klärung des Sachverhaltes betraut. Gemeinsam mit ihrem Team versucht sie den Mord aufzuklären und kommt letztendlich auf die Spur eines religiös-fanatischen Serienkillers, der Sünder in seinen Augen erlöst, nachdem sie gebeichtet haben und Reue zeigen.
Hier meine Kritikpunkte:
1. Sprache: Die Sprache und die Gedanken der Personen sind teilweise sehr vulgär.
Ein Beispiel: "Manchmal, Vater, will ich einfach nur ficken, wissen Sie? Nicht Liebe oder Zärtlichkeit oder irgendwas in dieser Art. Ich will einen Schwanz im Mund und in meiner Fotze, am besten, nachdem ich mir so viel Koks reingezogen und so viel Alkohol gesoffen habe, wie ich in die Finger kriegen kann.[...] Ich will gevögelt werden, bis mir der Schädel platzt." (S.106-107).
Auch innerhalb des Ermittlungsteams um Smokey Barrett wird beispielsweise um Themen wie Sex unter Benutzung von obszönen Begriffe kein Bogen gemacht und mir hat es sprachlich an Professionalität gemangelt. Insgesamt spielt Sex eine zu große Rolle in dem Buch.
2. Brutalität: Zugegeben, es handelt sich um einen Thriller und da gehört nunmal Mord und Totschlag dazu, aber mir war die endlose Aneinanderreihung an Brutalität zu viel. Das fing schon bei Smokeys heftiger Vergangenheit an und erreicht seinen Höhepunkt, als Videos von den ermordeten Sündern auftauchen, die dem Prediger vor ihrer Ermordung beichten müssen. Es handelt sich um die explizite Schilderung von brutalstem Mobbing und ähnlichem, was auch für erfahrene Thriller-Leser wirklich schwer auszuhalten ist.
3. Spannung: Schon relativ am Anfang habe ich eine Theorie zum Mörder und zur Vorgehensweise entwickelt und dann habe ich hunderte Seiten lang weitergelesen, um herauszufinden, ob ich damit richtig liege. Auf diesen vielen Seiten ist leider nichts passiert, was meine Theorie infrage gestellt hätte. Stattdessen ist die Handlung vor sich hin geplätschert, es folgten viele Seiten Personenbeschreibungen, etliche Rückblicke in die Vergangenheit der Hauptprotagonistin, viele Berichterstattungen an die Vorgesetzten oder an Angehörige, dazwischen viel Sex, Sex, Sex und zwischendurch immer wieder Religion. Außerdem fand ich es merkwürdig, dass der Priester Yates ja durchaus zum Kreis der Verdächtigen gehört, aber Smokey ihm direkt ihr Vertrauen schenkt und ihm sogar ihr tiefstes Geheimnis erzählt, bevor der Fall geklärt wurde. Im Beichtstuhl kommt ihr dann die Erkenntnis einer Wanze, wow, da hätte die Super-Ermittlerin auch früher drauf kommen können.
Achtung, Spoiler-Alarm!
4. Schluss: Am Ende gerät Kirby in die Fänge der Kriminellen. Hier wurde anscheinend der Versuch unternommen, im Schlussteil nochmal ein Feuerwerk der Spannung zu zünden. Ich fand es allerdings erstens nicht nachvollziehbar, woher die Ermittler überhaupt wussten, wo sich die Täter aufhalten, zweitens woher es Kirby wusste, drittens, warum überhaupt und in welcher Geschwindigkeit Kirby dorthin gekommen ist, viertens, wie cool Kirby bei der Folter geblieben ist und fünftes, warum plötzlich eine Live-Übertragung der Folter viral geht. Insgesamt war mir dieser Schluss nicht realistisch genug. Abgesehen davon ist der Klappentext falsch, denn dort steht, dass Smokey auf der Liste der Killer steht, das stimmt aber überhaupt nicht.
Davon abgesehen fand ich es nicht nachvollziehbar, warum sich die Mörder nicht selbst der Polizei gestellt haben. Anscheinend wollten sie ja gefasst werden, warum dann dieser Umweg mit einem Fingerabdruck am Kelch, der dort anscheinend absichtlich platziert wurde? Und warum wussten die Zwillinge überhaupt, dass ihnen die Polizei auf die Schliche gekommen ist und zeigen sich ihnen dann in ihrer Videobotschaft? Es sind für mich auf jeden Fall noch Fragen offen geblieben. Der ein oder andere Twist zur Aufklärung hätte hier noch einen Pluspunkt geben können, aber leider Fehlanzeige. Das einzige, was ich wirklich witzig fand, war der Titel des letzten Kapitels: "Die Sünden der Kirby Mitchell" mit der letzten Schlusssszene.
Nun hadere ich schon die ganze Zeit, wie viel Sterne ich für dieses Buch vergeben soll und entscheide mich jetzt für 2. Insgesamt ist mir das Werk zu brutal und zu obszön, andererseits ist es trotzdem ein Stück weit authentisch. Es gibt unfassbar böse Menschen, die die Schilderungen aus dem Buch tatsächlich durchführen, und es gibt sexbessesene Menschen, die genauso wie beschrieben sprechen. Außerdem habe ich durchaus schon schlechtere Bücher gelesen. Deswegen finde ich nur 1 Stern unangemessen. Nichtsdestotrotz ist es eine Art der Lektüre, die ich nicht zu lesen wünsche.
- Colleen Hoover
Nächstes Jahr am selben Tag
(1.279)Aktuelle Rezension von: Ebru88Colleen Hoover steckt sehr viel liebe in das Buch mit viel Humor und Emotionen. Emotionen die jemandem tief ins Herz gehen. Fallon will ihre Schuspielkarriere nicht beenden und Ben möchte Schriftsteller werden daher wollen sie sich nicht im Weg stehen und versuchen die Beziehung (Fernbeziehung) irgendwie ungewohnt auf Beinen zu halten.
- Rachel Joyce
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
(1.383)Aktuelle Rezension von: Annis_BuecherregalDie unglaubliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce hat mich tief berührt.
Anfangs wirkt die Geschichte sehr unscheinbar: Ein Rentner, der einfach nur einen Brief einwerfen will. Doch aus dieser kleinen Geste entwickelt sich eine unglaubliche Reise, die ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert. 🚶♂️
"Auf seiner Reise begegnet er den unterschiedlichsten Menschen – von seiner oft übersehenen Frau Maureen über Fremde, die ihm helfen, bis hin zu einem Nachbarn – und jeder von ihnen ist ein Spiegel für sein eigenes Leben. Es sind diese Begegnungen, die ihm helfen, seine inneren Dämonen zu verstehen und zu akzeptieren."
Was das Buch so besonders macht, ist die Mischung aus Hoffnung und Melancholie. Es zeigt eindringlich, wie die Vergangenheit die Zukunft bestimmt und dass man sich seinen Fehlern stellen muss, um weiterzukommen. Harold versucht, seine Fehler "wegzumachen", lernt aber, dass es viel wichtiger ist, die eigenen und die Narben anderer zu akzeptieren.
Eine der stärksten Botschaften für mich war, dass man den Wert einer Person oft erst erkennt, wenn sie nicht mehr da ist. Das hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Aber es gibt auch hoffnungsvolle Momente, wie die Begegnung mit dem Mädchen, das sagt: "Du musst nur stark genug an das Positive denken, dann wird es auch wahr." ✨
Ein sehr schönes, gut lesbares Buch, das voller Menschlichkeit steckt und zeigt, wie man auch im hohen Alter mutige Schritte machen kann. Absolut lesenswert!
Ich glaube fest daran, dass die Kraft des positiven Denkens viel verändern kann. Aber hat diese Idee wirklich keine Grenzen? Was denkt ihr: Wann hört positives Denken auf zu wirken?
- Ian McEwan
Abbitte
(921)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannOder: Gibt es eine klar definierte Altersgrenze für Verstehen und Einsicht in die Folgen des eigenen Handelns? Und falls es diese gibt, ist sie möglicherweise individuell unterschiedlich und an welchen Kriterien ist dies gegebenenfalls zu erkennen? In der Juristerei ist dies klar definiert, aber bildet das auch die Lebenswirklichkeit ab? Gerade in einer Zeit, in der das Gehirn noch einmal massiv umgebaut wird, die Handlungsweisen der Pubertierenden oft kaum nachvollziehbar erscheinen, sollten diese Fragen mit höchster Sensibilität und im Zweifel im Sinne des Heranwachsenden beantwortet werden. Denn zu viel steht auf dem Spiel: im Zweifelsfall ein ganzes Menschleben – mindestens.
1935 ist keine gute Zeit für solche Überlegungen. Nicht weil ein weiterer Weltkrieg vor der Tür steht, sondern weil über solche Fragen mit einer anderen Skala „gerichtet“ wird. Und mit 13 Jahren, in einem Alter des Ausprobierens, macht man zwangsläufig Fehler, auch wenn diese nicht immer so drastisch ausfallen wie in diesem grandiosen Roman von Ian McEwan geschildert. Das Hineintauchen in persönliche Verfehlungen, die vielschichtig aufbereiteten Folgen, vor einem ohnehin fragilen Hintergrund, die dramatischen Zuspitzungen in den Ereignisfolgen, aber auch die zarten Bande von Liebenden, die durch diese Ereignisse eine besondere Intensität erhalten, sind solcherart gesetzt, dass man nur bewundernd sein Haupt neigen kann.
Die Geschichte beginnt also 1935, ist im längsten Kapitel dieses Buches untergebracht, obwohl sie nur gut einen Tag umfasst. Aber dieser Tag hat es in sich, ist entscheidend für das Leben der Betroffenen, ein sogenannter „Kipppunkt“, wie man wohl heute zu formulieren pflegt. Ein Punkt jedenfalls, nach dem die Welt dieser Menschen eine andere ist – und zwar nachhaltig, und wohl kaum reparierbar, und wenn, dann höchstens in Teilen. Dazu bedürfte es sowohl einer Einsicht als auch den Mut dies zu tun. Sicher eine Überforderung für ein junges Leben. Was möglich wäre, zumindest im Nachklang, wäre eine Form von „Abbitte“, also sehr viel mehr als eine Entschuldigung. Die Möglichkeiten sind zunächst begrenzt, zumal der II. Weltkrieg mit Macht das Leben der Menschen nicht nur in Unordnung, sondern auch in Lebensgefahr bringt: als Soldat in Nord-Frankreich oder als Krankenschwester in einem Hospital (Inhalt des zweiten und dritten Kapitels, die etwas zu langatmig geraten sind; man/ich mag sich einfach nicht mehr so intensiv mit den Gräueln des Krieges auseinandersetzen …).
Und es braucht schließlich 59 Jahre, bis das „Auftragspaket“, die Versöhnung mit dem Leben, eine geeignete Passform erhalten konnte. Aber was für eine. Wenn nach rund 530 Seiten, quasi auf der letzten Seite Tränen fließen, dann hat sich die Lektüre, die dafür aufgewendete Zeit auf jeden Fall gelohnt. Auch wenn der Trigger nur als Worte gesetzt wurde, so werden hier doch Emotionen ausgelöst, die sich vermutlich auch aus den Erfahrungen und der Bedürftigkeit des Rezipienten speisen.
(10.4.2023)
- Erin Watt
Paper Prince
(1.540)Aktuelle Rezension von: SandrawittIch musste die Reihe in eins durchlesen so packend war die Reihe von Erin Watt. Mittlerweile einer meiner Lieblingsautoren. Wunderbarer Schreibstil spannend und prickelnd! Für jeden der die Kingsreihe mag auf jeden fall eine Leseempfehlung! Ich habe mich sofort in die Brüder verliebt und die Protagonistin beneidet, auch wen sie einen schweren start hatte. Ich Lese die Reihe immer wieder zwischendurch und sie ist immer noch mitreißend.
- William Paul Young
Die Hütte
(629)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaSchon lange hatte ich dieses Buch im Regal stehen, habe mich aber nie so richtig daran getraut, schließlich geht es hier um ein wirklich ernstes und auch sehr tiefgründiges Thema, welches nicht immer ganz leicht zu verstehen ist.
So geht es hier im ersten Teil darum, wie Mackenzie seine Tochter verliert und in ein tiefes Loch fällt. Im zweiten Teil, der um einiges länger ist, geht es um ein Treffen mit der heiligen Dreifaltigkeit in einer Hütte im Wald. Diese kommt in Gestalt einer schwarzen, mütterlichen Frau, eines palästinensisch aussehenden, jungen Mannes und einer asiatischen, ätherisch wirkenden Frau daher, die sich als Gott selbst, Jesus und den Heiligen Geist herausstellen. In zahlreichen, tiefgründigen Gesprächen lernt Mackenzie dabei die drei immer besser kennen, verstehen und findet immer mehr zurück zum Glauben und vor allem zum Vertrauen in Gott. Es geht aber auch um Vergebung, um Liebe und Gemeinschaft mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist. Diesbezüglich macht Mackenzie eine sehr emotionale Reise, die ihn nicht unbedingt zu einem besseren Mann macht, aber zu einem Mann mit Hoffnung, der sich nicht mehr von seiner Trauer verschlingen lässt.
Geschrieben empfand ich das Buch dabei als wirklich gut, vor allem die Zitate vor jedem Kapitel haben wirklich viel Aussagekraft und leiten das jeweilige Kapitel gut ein. Ich fand aber auch, dass der Fokus im Buch sehr auf Dialogen und Gesprächen lag, die vielleicht nicht unbedingt jeder versteht, die aber auch sehr zum Nachdenken anregen, gerade, wenn man noch keine innige Beziehung mit Gott führt und ihn oftmals nicht versteht. Was mir allerdings gefehlt hat, war ein kleiner Teil, der die sogenannte „Große Traurigkeit“ gezeigt hätte, um Macks Innenleben noch besser zu verstehen. Stattdessen geht es gleich nach dem Verschwinden von Milly mit dem Besuch in der Hütte weiter. Ansonsten war die Geschichte aber, trotz des traurigen Themas, super schön und hat mir persönlich einige neue Erkenntnisse gebracht.
Alles in allem hat dieses Buch, obwohl ich nicht komplett überzeugt davon war, wirklich viel Aussagekraft über den Glauben selbst, aber auch über die Beziehung zu Gott, und eventuell findet der eine oder andere dadurch noch etwas Zugang zu diesem Thema, wenn sie oder er sich dafür öffnet. Ich glaube aber auch, dass das Thema leider nicht jeden interessieren wird.
- Anne Jacobs
Die Tuchvilla
(534)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeDie junge Marie kommt als Küchenmädchen in die sogenannte Tuchvilla, das Haus des Fabrikanten Johann Melzer. Von Beginn an hat sie es nicht leicht, aber dann stößt sie auf ein Geheimnis, dass sie selbst mit der Familie Melzer verbindet.
In ruhigem, gemächlichem Erzählstil nimmt die Autorin den Leser mit ins beginnende 20. Jahrhundert. Sie erzählt die Geschichte der Waisen Marie, die eine Chance bekommt, als Küchenmädchen in einer noblen Villa zu arbeiten und zu leben. Stückchenweise wird das Leben und die Personen in der Tuchvilla beschrieben, die zwischenmenschlichen Beziehungen, ein erster Eindruck zur Tuchfabrik vermittelt. Obwohl die Geschichte selbst interessant ist und sich hervorragend lesen lässt, so kommt es gerade in der ersten Hälfte des Buches doch zu Längen, da einfach zu ausführlich über die kleinsten Kleinigkeiten berichtet wird. Als dann mehr Bewegung in die Geschichte kommt, wird es allerdings viel fataler, denn nun ist Schluss mit historischer Glaubwürdigkeit. Ein Küchenmädchen das innerhalb von Monaten zur Kammerzofe wird und zur Vertrauten und Ratgeberin der halben Familie, ist doch arg weit hergeholt.
Mein Fazit: Auch wenn ich die Tuchvilla gerne gelesen habe, sollte dem Leser zumindest klar sein, dass der historische Anspruch hier doch eher ziemlich gering ist und ein paar Seiten weniger, hätten der Geschichte sicherlich auch nicht geschadet.
- Brittainy C. Cherry
Wie die Luft zum Atmen
(1.124)Aktuelle Rezension von: Lili-MarieIn diesem Buch geht es um Liz und Tristan, die beide schwere Schicksalsschläge zu verdauen haben. Während Liz sich ins Leben zurückkämpft, schon allein für ihre Tochter Emma, schottet sich Tristan von der Außenwelt ab. Gerüchten zufolge soll er ein Monster sein und wird im Ort gemieden. Doch Liz lässt sich davon nicht beeindrucken und versucht hinter Tristans Mauern zu gelangen.
Der Schreibstil ist wie gewohnt angenehm, flüssig zu lesen und emotional. Hier wurden die Themen Trauer, Trauerbewältigung gut und authentisch aufbereitet. Die Geschichte wird aus beiden Sichten erzählt und gibt somit tiefere Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Protagonisten.
Die Protagonisten waren gut beschrieben aber so ganz konnte ich nicht mit ihnen relaten. Wie die beiden mit ihrem Verlust umgegangen sind war sehr merkwürdig und hat mir leider gar nicht gefallen. Das Drama gegen Ende des Buches war mir etwas zu viel des Guten, das hätte nicht sein müssen.
Insgesamt mochte ich die Geschichte und auch die Themen, die hier näher gebracht wurden.
- Julia Adrian
Die Dreizehnte Fee - Erwachen
(983)Aktuelle Rezension von: natti_LesemausEs gibt keine Happy Ends- für keinen von uns...
1000 Jahre hat die 13. Fee geschlafen, betrogen von ihren Schwestern. Jetzt, als sie erwacht ist, ist Welt nicht mehr so wie sie einst war. Ihre Kräfte sind verschwunden, statt Fee werden sie jetzt Hexen genannt und Menschen fürchten sich vor ihnen. Hexenjäger machen jagd auf ihres gleichen.
Von Rache getrieben, wegen dem Betrug ihrere Schwestern, schließt sie sich einem Hexenjäger an, um ihre Schwestern zu jagen. Aber Lilith ist nicht mehr die alte. Sie hat Gewissenbisse, empfindet Reue und sucht die Liebe. Aber sie kennt ihren Schwetsern gegenüber auch keine Gnade.
Wie wird es enden?
Es ist eine kurze Geschichte, mit knapp 200 Seiten. Die Kapitel sind schnell gelesen, man entdeckt viele bekannte Märchen und fragt sich, was treibt den Jäger und die Fee an?
Ich war richtig gefesselt von der Geschichte und bin gespannt, wie es weiter geht.. Einmal etwas anderes, ohne Happy End... oder gibt es vielleicht doch eines am Ende???
- Stieg Larsson
Vergebung
(2.346)Aktuelle Rezension von: WelpemaxDer letzte Teil der Millenium Trilogie unter Stieg Larsson. Im Vergleich zu den anderen beiden Teilen fand ich den letzten Teil noch etwas besser als Teil I, aber letztlich war es wieder eine Wiederkehr zu alten Fehlern. Um überhaupt zum Punkt zu kommen wo es interessant wird, muss man mehrere 100 Seiten lesen. Wenn man Passagen oder Kapitel hat, die man mag und die man spannend findet, dann ist der Stil von Herr Larsson wirklich lesefördernd, aber wenn Herr Larsson mal wieder ein Nebenstrang der äußersten Unwichtigkeit ausführt, dann liest sich das Buch für mich sehr zäh (zum Beispiel Erikas Ausflug zur SMP). Die einen mögen es lieben, aber wirklich nervig sind die Intermezzi von Mikael und den Frauen. Nix gegen Romantisches und auch nix gegen Sexuelles, aber der hopst von einem Bett ins nächste und jede Frau hat totales Verständnis und duldet natürlich auch alle Seitensprünge, ja es ist den Frauen sogar bekannt und trotzdem wollen sie auch auf der Liste "Ich-hatte-Mikael-im-Bett" stehen. Zu guter letzt, geht alles viel zu glatt über die Bühne und der Komplott wird aufgedeckt ohne das einer der "Guten" zu schaden kommt, in Anbetracht der Machtfülle äußerst unwahrscheinlich, aber Dank der immerwährenden Fehlentscheidungen der "Bösen" natürlich durchaus möglich.
- Colleen Hoover
Reminders of Him – Für immer ein Teil von dir
(641)Aktuelle Rezension von: SchlaflosleserColleen Hoover schafft es jedes mal ein herzzerreißendes Thema für ihre Bücher zu finden. Es ist unglaublich wie tragisch diese Geschichte beginnt. Mit der detailierten Beschreibung der Autorin bekommt man sofort ein Bild zu den Charakteren und der Umgebung in der wir uns wiederfinden. Ihre Emotionen werden durch jedes Wort transportiert und lassen die Schwere ihrer Bedeutung auf uns wirken. Ich bin jedes mal aufs neue entzückt wie Colleen Hoover es wirklich bei jedem ihrer Bücher schafft ein unfassbar schwieriges Thema aufzugreifen und eine so emotionale und tief berührende Geschichte daraus zu machen. Es zerreisst einem das Herz und mit jeder weiteren Seite setzt sie es Stück für Stück wieder zusammen. Sie ist die Meisterin der dramatischen Liebesgeschichten.
Die Geschichte um Scotty, Kenna und Ledger ist da keine Ausnahme. Die Intensivität der Ereignisse haben mich in vielen Kapiteln zu Tränen gerührt, am Ende jedoch am meisten.
Ich freue mich schon auf die Verfilmung.
- Ayla Dade
Like Fire We Burn
(532)Aktuelle Rezension von: Bookish_DreamerDieses Buch hat mich komplett abgeholt. Ich habe jede Seite gefühlt – die Wärme, die Kälte, das Kribbeln und dieses ständige Mitfiebern, das einen nicht mehr loslässt. Ayla Dade schafft es einfach, Emotionen so greifbar zu machen, dass man sich fühlt, als wäre man selbst Teil der Geschichte.
Besonders die Charaktere haben es mir angetan: authentisch, tiefgründig und voller Gefühl. Ihre Entwicklung, ihre inneren Kämpfe und die Verbindung zwischen ihnen haben mich von Anfang bis Ende mitgerissen. Die Storyline war spannend, intensiv und emotional – ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Auch wenn mir der erste Band insgesamt noch ein kleines bisschen besser gefallen hat, steht Like Fire We Burn ihm in nichts nach. Der zweite Teil hat mich ebenfalls überzeugt, berührt und zum Mitfiebern gebracht. Es ist eine Geschichte, die unter die Haut geht und noch lange nachhallt.
Ein wunderschönes, emotionales Buch für alle, die Romance lieben und gerne mit ganzem Herzen lesen. ❤️🔥
- Lori Nelson Spielman
Nur einen Horizont entfernt
(837)Aktuelle Rezension von: mivy-readsWas, wenn ein einziger Brief dein ganzes Leben verändert? ✉️
Was, wenn eine Erinnerung aus der Vergangenheit dir plötzlich zeigt, wie sehr du dich selbst unterwegs verloren hast?
Ein Buch, das schon ein paar Jahre alt ist – und dennoch mitten ins Herz trifft.
(#subedition #letssublimate)
„Nur einen Horizont entfernt“ von Lori Nelson Spielman ist wie ein warmer Sommerregen auf der Seele. Sanft, tröstend, berührend – und doch mit einer Kraft, die etwas in Bewegung setzt. Es ist eines dieser Bücher, die man liest und dabei unweigerlich über das eigene Leben nachdenkt: über verpasste Träume, über Entscheidungen, über all das, was man irgendwann einmal wollte.
In der Geschichte begleiten wir Elisabeth, genannt „Liz“, eine erfolgreiche Lehrerin, die ihr Leben fest im Griff zu haben scheint. Doch nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter gerät alles ins Wanken. Statt eines gewöhnlichen Testaments hinterlässt ihre Mutter ihr eine Liste mit Lebenszielen, die Liz als Teenager geschrieben hat – Träume, Wünsche, Sehnsüchte aus einer Zeit, in der noch alles möglich schien.
Und nun soll Liz jedes einzelne dieser Ziele erfüllen, um ihr Erbe anzutreten.
Was zunächst fast ein wenig kindisch und absurd wirkt, entwickelt sich zu einer tiefgreifenden Reise zu sich selbst. Zu alten Träumen, die längst vergessen wurden. Zu Ängsten, die man lieber verdrängt. Und zu neuen Wegen, die man sich nie zu gehen getraut hätte.
Mit jedem Punkt auf der Liste wächst Liz über sich hinaus. Sie lernt loszulassen, neu zu vertrauen, mutiger zu sein – und ihr Herz wieder zu öffnen. Dabei begegnet sie Menschen, die sie verändern, und erkennt, dass das Leben oft ganz andere Pläne für uns bereithält, als wir es erwarten.
Lori Nelson Spielmans Schreibstil ist dabei einfach wunderschön: voller Gefühl, Wärme und Hoffnung. Jede Seite liest sich wie eine Umarmung, wie ein leiser Zuspruch, nicht aufzugeben und an das eigene Glück zu glauben. Man lacht, man weint, man hofft – und am Ende schließt man das Buch mit einem warmen Gefühl im Herzen.
Ein Roman über Verluste und Trauer, über zweite Chancen, über Mut und Selbstvertrauen. Und darüber, dass es nie zu spät ist, sich selbst wiederzufinden.
Ein Buch, das daran erinnert, dass Träume nicht verschwinden – sie warten nur darauf, endlich gelebt zu werden. 💛📖 - Rosie Walsh
Ohne ein einziges Wort
(598)Aktuelle Rezension von: rikke1721Ohne ein einziges Wort...🍃
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Irgendwie anders als erwartet, Cover und Titel und die für mich bis dato unbekannte Schriftstellerin...
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Ich hatte es mitbestellt, weil es gerade günstig war, ab und zu landen so auch mal Bücher bei mir, die ich sonst nicht unbedingt so ausgewählt hätte.
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Das war ein absoluter Glückstreffer! 🍀🎉
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Die Zeitsprünge sind vorallem zu Beginn ein weeeenig verwirrend, aber man kann sich trotzdem gut durchfuchsen. 🤝
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Man ist anfangs erstmal verwundert, stellt seine eigenen Vermutungen auf, hat immer wieder eine Idee, was denn hier passiert ist...💭
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Aber den Plottwist... den hab ich nicht kommen sehen... tatsächlich war ich als der Plot kam wirklich überrascht, vorallem, dass ich es tatsächlich mal nicht schon zu Beginn wusste, wie es endet! 💪
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Man leidet mit der Prota mit, aber am Ende auch mit dem zweiten Part...🥺
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Rosie Walsh hat einen krassen Schreibstil in diesem Buch hingelegt, Wendungen mit denen man nicht rechnet und eine Storyline die einen emotional mitgenommen hat und beschäftigt hat.
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Ich habe noch einige Tage über das Buch nachgedacht... eigentlich ist es mir bis heute - Wochen - Monate später noch immer gut im Gedächtnis. 💭 Auf positive Art. 😊
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Ein super Buch, was einem auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt. Von mir absolute Empfehlung. 💚
- Leisa Rayven
Bad Romeo - Wohin du auch gehst
(719)Aktuelle Rezension von: mrsmietzekatzemiauzgesichtCassandra möchte Schauspielerin werden und bewirbt sich an einer renommierten Schule. Schon beim Vorspielen trifft sie auf Ethan und ist quasi sofort von ihn verzaubert. Beide werden angenommen und verbringen gezwungenermaßen viel Zeit zusammen. Ethan ist sehr verschlossen und gefühlskalt - aber in all seinen Rollen wie ausgewechselt. Cassie versucht seit Tag eins eine Verbindung zu ihm aufzubauen und dringt damit mehr zu ihm durch als die anderen Schüler. Das Eis bricht komplett als die beiden die Hauptrollen von Romeo und Julia spielen. Während Cassie sich in eine Beziehung träumt, stößt Ethan sie immer wieder weg. Ob die beiden eine Zukunft haben?
Der Schreibstil gefällt mir wirklich gut. Ich mag die Tagebucheinträge und auch die E-Mails. Den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart finde ich auch sehr gelungen, wobei ich die Vergangenheit interessanter finde. Leider ist das fast schon das einzige was ich positives über diese Geschichte schreiben kann.
Ich habe viel mehr Theater erwartet, das gab es zwar aber vor allem zwischen den Protagonisten. Was ein hin und her!
Den Trope Second Chance mag ich sonst unglaublich gerne aber hier nicht.
Was absolut im Vordergrund steht ist Sex.
Cassie ist noch Jungfrau und total wild darauf diesen "Makel" loszuwerden. Manchmal hat sie Ethan richtig bedrängt - unmöglich.
Allgemein ist sie eine Frau die ich nicht leiden kann. Recht weit am Anfang des Buches schätzt sie sich echt gut selbst ein: Sie ist eine Person die allen gefallen will. Das geht meist in die Hose weil sowas nicht funktionieren kann. Durch ihr Verhalten hat sie mich extrem genervt.
Ich würde noch mal was von der Autorin lesen wollen aber definitiv nicht den zweiten Band von Bad Romeo & Broken Juliet!
FAZIT
Das war leider nicht mein Fall. Mit Cassie kam ich nicht zurecht und der Fokus liegt mir eindeutig auf die falschen Dinge. Ich werde die Reihe nicht weiterverfolgen.
- Lori Nelson Spielman
Und nebenan warten die Sterne
(439)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchDas Cover sieht mit dem funkelnden Sternenhimmel und den sanften Farben einfach wunderschön aus. Es strahlt eine richtige Wohlfühl-Atmosphäre aus, die perfekt zu der Geschichte passt.Lori Nelson Spielman hat einen unglaublich warmherzigen Schreibstil. Die Geschichte ist berührend, hoffnungsvoll und hat genau die richtige Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit. Man fühlt sofort mit den Charakteren mit und möchte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Ein echtes Herzensbuch, das zeigt, dass das Glück oft direkt vor unserer Haustür wartet. Absolut empfehlenswert!
- Mona Kasten
Dream Again
(801)Aktuelle Rezension von: Lea_geb01Ich muss sagen, als krönender Abschluss der Reihe hat mir Dream Again wirklich gut gefallen 💕 Besonders dieses Second-Chance-Thema mochte ich total, weil die Protagonisten ja schon einmal zusammen waren und sich nun erneut annähern. Dieses kleine Hin und Her zwischen den beiden war stellenweise schmerzhaft, aber auch irgendwie süß 🥹💭
Es hat sich einfach richtig schön angefühlt, all die bekannten Charaktere noch einmal wiederzusehen. Dieses Gefühl von „nach Hause kommen“ war sofort wieder da ✨ Gerade auch die Nebenhandlungen, zum Beispiel rund um ihren Bruder und die sich entwickelnde Beziehung, fand ich unglaublich süß und emotional 💛
Der Schreibstil von Mona Kasten war wie immer wunderbar. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen 📖✨ Die Welt, die sie geschaffen hat, liebe ich einfach sehr, und genau deshalb macht es mich auch ein bisschen traurig, dass die Reihe jetzt vorbei ist. Trotzdem freue ich mich schon darauf, noch weitere Bücher von ihr zu lesen und bin gespannt, ob eine andere Reihe diese hier irgendwann toppen kann 🫶
Inhaltlich gab es viele intensive Momente – schöne, traurige und auch solche, die richtig wehgetan haben. Ich habe sehr mitgefühlt, vor allem bei den emotionalen Konflikten und dem Plot-Twist, der mich echt getroffen hat 😔💥 Ich fand das, was passiert ist, wirklich nicht schön, aber umso erleichterter war ich, dass sich am Ende vieles geklärt hat.
Ein kleiner Punkt, den ich mir vielleicht noch gewünscht hätte, wäre etwas mehr Einblick in ihren Schauspiel-Alltag 🎬, aber das hat meinen Gesamteindruck nicht wirklich geschmälert. Dream Again ist für mich ein sehr emotionaler, runder und würdiger Abschluss einer Reihe, die ich sehr ins Herz geschlossen habe 💖
- Mareike Fallwickl
Dunkelgrün fast schwarz
(343)Aktuelle Rezension von: FloBorkeFallwickls Sprache ist bildhaft und sensorisch: Farben („dunkelgrün fast schwarz“ als Symbol für Verderben) durchziehen den Text, machen Moritz’ Wahrnehmung greifbar („Ihr Gelb ist zerschnitten, löchrige Fransen“). Die Figuren sind nuanciert – keiner durchgängig sympathisch, alle nachvollziehbar in Ängsten, Abhängigkeiten und Verrat. Temporeich, emotional wühlend, ohne Schönfärberei.
Manche Wechsel zwischen Zeitebenen bremsen anfangs; Raffaels „Böses“ bleibt rätselhaft, was fasziniert, aber auch frustriert. Dennoch: Ein Highlight über Freundschafts-Dunkel, Vergebung und Neuanfang – herausragend für Debüt-Standards.
- Daniel Suarez
DAEMON
(310)Aktuelle Rezension von: StephanvaDieses Buch weiß wirklich zu überzeugen. Auch wenn es inhaltlich schon etwas in die Jahre gekommen ist, ist die Idee dahinter sehr spannend. In der Fortsetzung "Darknet" wird die packende Geschichte zu Ende erzählt.
Daniel Suarez zeichnet eindrücklich ein Bild von einer sich verändernden Gesellschaft, wenn der Einsatz von virtueller Realität die "reale" Welt unterläuft. Geschickt erzählt er, wie verschiedene technische Innovationen ganze Gruppen verändern können. Dabei zeigen die verschiedenen Charaktere sowohl die hellen als auch dunklen Seiten der Menschen, die eine solche Veränderung mit sich bringt.
Deamon und Darknet sind eine absolute Leseempfehlung!
- Julia Adrian
Die Dreizehnte Fee - Entzaubert
(550)Aktuelle Rezension von: Schnee_prinzessinDie Dreizehnte Fee – Entzaubert setzt die düstere Märchenadaption konsequent fort und rückt die innere Zerrissenheit der Dreizehnten Fee noch stärker in den Mittelpunkt. Nach dem Verlust ihrer Magie, verursacht durch einen Eissplitter in ihrem Herzen, steht sie vor der Frage, was wirklich mit ihr geschehen ist und warum sich diese scheinbare Strafe eher wie ein seltsames Geschenk der Eiskönigin anfühlt.
Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen der Dreizehnten Fee und der Königin. Ihre Beziehung wirkt komplex, vielschichtig und emotional aufgeladen. Immer wieder stellt sich die Frage, ob hinter den Handlungen der Königin Grausamkeit oder doch eine tiefere Absicht steckt. Diese Unsicherheit trägt stark zur Atmosphäre des Romans bei.
Im Laufe der Geschichte erfährt man deutlich mehr über die Königin, aber auch über eine weitere Persönlichkeit der Dreizehnten Fee. Die innere Zerrissenheit der Protagonistin ist sehr gut dargestellt und macht sie greifbarer. Besonders gelungen fand ich die Rückblicke auf ihre Kindheit als Feenkind sowie die zusätzlichen Informationen über die Feenmutter diese erweitern das Verständnis für die Welt und die Figuren enorm.
Der Schreibstil ist poetisch und düster, allerdings muss man sich an die häufigen Wiederholungen und wiederkehrenden Formulierungen gewöhnen. Bestimmte Phrasen tauchen immer wieder auf, was einerseits die Märchenhaftigkeit unterstreicht, andererseits aber auch etwas Geduld erfordert.
Fazit:
Entzaubert ist ein intensiver zweiter Band, der weniger auf äußere Handlung als auf emotionale Tiefe und Charakterentwicklung setzt. Wer den ersten Teil mochte und sich auf eine düstere, psychologisch geprägte Märchenwelt einlassen kann, wird hier viel entdecken auch wenn der Stil nicht für jede*n gleichermaßen zugänglich ist. - Jasmin Schreiber
Marianengraben
(445)Aktuelle Rezension von: _seitenreise_Nach einem tragischen Unfall verliert Paula ihren kleinen Bruder Tim – den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Die Trauer zieht ihr komplett den Boden unter den Füßen weg und stürzt sie in eine tiefe Depression.
Als sie auf dem Friedhof zufällig dem schrulligen Helmut begegnet, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft. Gemeinsam machen sie sich auf eine Reise, die Paula langsam zurück ins Leben führt – und beide mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.
Ich hatte nach zwei Seiten schon Tränen in den Augen. Dieses Buch berührt sofort und ohne Umwege – und ich hatte schnell das Gefühl, dass es eine sehr intensive Leseerfahrung werden würde.
Die Geschichte wird aus Paulas Sicht erzählt, als würde sie direkt mit ihrem verstorbenen Bruder sprechen. Dadurch wirkt alles unglaublich persönlich und nah.
Trotz des schweren Themas gibt es immer wieder überraschend humorvolle Momente – vor allem in den Dialogen zwischen Paula und Helmut, dem etwas schrulligen älteren Mann, den sie auf dem Friedhof kennenlernt. Diese Gespräche sorgen dafür, dass man zwischendurch auch lachen oder zumindest schmunzeln darf.
Genau das macht dieses Buch so besonders: Man darf lachen und gleichzeitig weinen. Es transportiert all die widersprüchlichen Emotionen, die Trauer mit sich bringt, unglaublich ehrlich. Und es zeigt, dass all diese Gefühle nebeneinander existieren dürfen.
Immer wenn die Geschichte droht, zu überwältigend traurig zu werden, kommt ein kleiner Moment der Leichtigkeit. Dadurch bleibt das Buch zwar intensiv, aber nie hoffnungslos.
„Marianengraben“ wirkt unglaublich echt und ehrlich. Jeder, der schon einmal Trauer erlebt hat, weiß, wie schwer dieses Gefühl in Worte zu fassen ist. Dieses Buch schafft genau das.
Ich habe lange nicht mehr so geweint beim Lesen. Trotzdem lässt einen die Geschichte nicht deprimiert zurück, sondern mit Zuversicht. Mit dem Gefühl, dass das Leben weitergeht – irgendwie, irgendwann.
Ein wahnsinnig intensives Buch.
- Geneva Lee
Secret Sins - Stärker als das Schicksal
(302)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Als sich Faith und Jude kennenlernen besteht zwischen ihnen von Beginn an ein besonderes Gefühl von Verbundenheit aus dem schon bald Liebe wird. Faith hat jedoch Schwierigkeiten sich diese Gefühle einzugestehen und sie zuzulassen, denn die Umstände sind kompliziert: Faith und Jude sind sich in einer Selbsthilfegruppe für ehemalige Suchterkrankte begegnet und Faith hat eine dramatische Vergangenheit, die auch die Gegenwart überschattet. Entsprechend groß sind daher Faith‘ Zweifel, dass es für sie und Jude eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft gibt…
Es gibt Hunderte guter Gründe, warum es keine gute Idee ist, mit Jude hier zu sein, aber ich kann den einen Grund, aus dem es das nicht ist, nicht verleugnen. Er ist in meinem Herzen verankert, und ich möchte ihn niemals freilassen. (S. 310)
Meinung:
Es ist mein erstes Buch von Geneva Lee gewesen und deshalb bin ich ohne besondere Erwartungen an das Buch herangegangen. Das Cover ließ mich ehrlicherweise eher eine 08/15-Liebesgeschichte mit mäßigem Tiefgang erwarten. Das Buch hat mich dann aber zum Glück sehr positiv überrascht.
Die Mischung aus einerseits schönen, herzerwärmenden und romantischen Momenten und andererseits sehr dramatischen und richtig traurigen Momenten fand ich sehr gelungen. Es ist insgesamt kein niederschmetterndes Buch, weil letztlich die positiven und hoffnungsvollen Momente überwiegen und in den Vordergrund treten. Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt wird nehmen die in der Vergangenheit liegenden bedrückenden und traurigen Geschehnisse nicht überhand. Auf traurige Rückblicke folgen in der Gegenwart spielenden Handlungsteile, die die Stimmung wieder aufhellen, weil man miterlebt, dass Faith und ihr Sohn inzwischen ein erfülltes und gutes Leben führen. Außerdem ist die Liebesgeschichte zwischen Faith und Jude wirklich etwas fürs Herz.
Mit Faith und Jude hat man zwei durch und durch liebenswerte und sympathische Hauptpersonen. Es ist bewundernswert wie Faith ihr Leben trotz ihrer bewegten Vergangenheit in den Griff bekommen hat und mit wieviel Liebe und Hingabe sie alles tut um ihrem Sohn Max eine tolle Kindheit zu ermöglichen. Man kann sich sehr gut in Faith’ Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen und nachvollziehen, dass ihre schwierige Vergangenheit tiefe Spuren hinterlassen hat und sie noch immer beschäftigt. Es bereitet Faith Probleme andere Menschen an sich heranzulassen und ihnen zu vertrauen.
Die Liebesgeschichte zwischen Faith und Jude ist wirklich schön und berührend. Obwohl die beiden relativ schnell eine besondere Verbundenheit verspüren und Gefühle füreinander entwickeln, dauert es einige Zeit ehe sie ein Paar werden und sie eine feste Beziehung führen. Dieses Hin und Her zwischen den beiden wird sehr mitreißend und gefühlvoll beschrieben. Jude ist ein Gentleman und beweist im Umgang mit Faith viel Empathie und auch Geduld. Er gibt ihr die Zeit, die sie braucht und ist bereit auf sie zu warten. Er drängt sie nicht zu sehr dazu sich auf eine Beziehung mit ihm einzulassen. Trotzdem ist er aber immer für Faith und ihren Sohn da und legt eine wirklich süße und charmante Beharrlichkeit an den Tag um sie für sich zu gewinnen und sie von der Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit seiner Gefühle zu überzeugen:
Jude beugt sich zu mir, seine Lippen berühren mein Ohr. „Ich werde dich erst küssen, wenn du mich darum bittest.“ Wie kann er so schnell zwischen total süß und mich in den Wahnsinn treiben hin- und herschalten? „Dann wirst du verdammt lange warten müssen.“ Dabei ignoriere ich geflissentlich, dass auch ich dann ziemlich lange warten muss. (S. 118/119)
Es hat mich sehr positiv überrascht, dass das Thema Suchterkrankungen nicht verharmlost wird. Das Buch hat zwar ein wunderschönes Happy End, aber die Botschaft der Geschichte lautet dennoch nicht bloß: „Liebe heilt alle Wunden und selbst tiefgreifende Probleme wie Suchterkrankungen lassen sich durch Liebe überwinden“. Es wird deutlich gemacht, dass viele Suchterkrankte nicht gerettet werden können, ihr Leben nicht mehr in Ordnung gebracht werden kann und für manche jede Hilfe zu spät kommt. Selbst wenn Betroffene aus eigenem Antrieb heraus Hilfe suchen und ihr Leben verändern wollen ist damit noch lange nicht gesagt, dass sie den Ausstieg aus der Sucht dann tatsächlich schaffen.
Die Folgen von Suchterkrankungen werden sehr eindringlich und schonungslos beschrieben. Neben den Folgen für die Betroffenen wird auch mit viel Einfühlungsvermögen darauf eingegangen wie schwierig die Situation für die Angehörigen der Suchterkrankten ist. Hilflos mitansehen zu müssen wie ein geliebter Mensch sich durch die Sucht in erschreckender Weise verändert und von ihr richtiggehend zerstört wird ist schrecklich und schwer zu ertragen. Besonders berührt hat mich in diesem Zusammenhang eine Szene in der Faith ihre an Demenz erkrankte Großmutter besucht. Obwohl die Großmutter inzwischen Vieles vergessen hat, erinnert sie sich dennoch daran, dass sie sämtliches Bargeld vor ihrer Enkelin verstecken muss um zu verhindern, dass diese sich damit noch mehr Drogen kauft und noch tiefer abstürzt. Wie tief diese Sorge um ihre Enkelin und das Drama rund um deren Suchterkrankungen nach all den Jahren und trotz ihrer Demenz noch im Bewusstsein der Großmutter verankert ist ging mir sehr nahe. Überhaupt wird auch das Thema Demenz sehr anschaulich, eindrücklich und einfühlsam beschrieben:
Zuerst war es nur schleichend. Sie vergaß kleine Sachen. Sie ließ ihre Schlüssel stecken oder vergaß, dass sie ihre Brille nicht trug. Sie ging in den Laden, um Milch zu holen, und kam mit Brot zurück. Grace versuchte zuerst, es zu ignorieren. Dabei kamen die großen Sachen. Ein Geburtstag. Wo sie wohnte. Ihr Name. Sie schwand wie der Sand mit der Flut – winzige Fragmente, eins nach dem anderen –, bis ihr Geist ganz glatt und neu war. Kleine Teile kamen mit den Wellen zurück, Fragmente des Lebens, das sie zuvor geführt hatte. (S. 129)
Bis zum Morgen nahm die Krankheit sie wieder mit. Oder vielleicht war es der Schmerz, den sie spürte, jedes Mal, wenn sie wieder in ihrer eigenen Haut steckte. An diesen Tagen weinte sie leise in ihrem Zimmer. Sie fragte Grace, was während der Woche passiert war, und Grace sagte ‚nicht viel‘, sie sagte ihr nicht, dass es ein Monat gewesen war. (S. 129)
Neben der schönen und berührenden Liebesgeschichte lässt einem auch ein weiterer Aspekt die Geschichte mit Spannung weiterverfolgen. Es ist zu Beginn nämlich unklar was aus Faith Schwester Grace geworden ist. Man fragt sich wie es zum vollständigen Kontaktabbruch zwischen Grace und Faith gekommen ist, denn die beiden haben sich in ihrer Kindheit einmal sehr nahegestanden. Man fragt sich auch, ob die beiden sich jemals wiedersehen werden. Außerdem bemerkt man zunehmend, dass in Faith‘ Vergangenheit noch mehr vorgefallen sein muss als zunächst bekannt ist.
Zum Ende hin überrascht einem die Geschichte mit mehreren größtenteils unerwarteten Enthüllungen. Sowohl Faith als auch Jude haben dem jeweils anderen nämlich Entscheidendes vorenthalten bzw. verheimlicht. Wie die beiden dann diesen Hindernissen zum Trotz wieder zusammenfinden ist eine bewegende und emotionale Achterbahnfahrt. Das Buch schließt mit einem wunderschönen Happy End.
Klar, die Liebesgeschichte verläuft im Wesentlichen wie erwartet und es zeichnet sich eigentlich etwas zu schnell ab, dass die beiden im jeweils anderen die Liebe ihres Lebens gefunden haben. Das verzeiht man der Geschichte aber gerne, weil es bei all dem übrigen Drama in das die beiden weitgehend unfreiwillig verstrickt wurden für mein Empfinden ein rundum perfektes Happy End fürs Herz gebraucht hat.
Zum Schluss noch ein weiterer kleiner Kritikpunkt: In Bezug auf die Gehörlosigkeit von Faith‘ Sohn Max wird der Eindruck vermittelt, dass der Einsatz eines Cochlea-Implantat nur ein kleiner Eingriff ist und man danach sofort hören kann und alles gut ist. Dabei fällt unter den Tisch, dass eine von Geburt an gehörlose Person nach dem Erhalt eines Cochlea-Implantats zunächst ein intensives und sehr forderndes Training durchlaufen muss. Die betreffende Person muss lernen die für sie neuen akustische Reize zu unterscheiden und zu interpretieren. Das alles dauert viele Monate und erfordert viel Geduld und Durchhaltevermögen.
Fazit:
Das Buch erzählt eine packende Liebesgeschichte, die sehr berührend ist und einem nahegeht. Zugleich werden aber auch ernste und traurige Themen mit viel Feingefühl und Einfühlungsvermögen in die Geschichte eingewoben, wobei die damit einhergehenden Komplikationen überraschend eindringlich und schonungslos geschildert werden.
Zum Schluss noch die schönsten Zitate aus dem Buch:
Manchmal reicht ein einziger Augenblick, um das ganze Leben zu verändern. Und die Veränderung kommt so brutal und unerwartet, dass sie dir die Luft aus der Lunge presst. Doch noch viel häufiger ändert sich das Leben schleichend – durch eine Reihe winziger Erschütterungen, die man kaum spürt. (S. 9)
„Der Ozean ist so riesig – unermesslich – wie ein Mensch. Ich könnte dich seit Jahren kennen, und du würdest doch nie all die Augenblicke kennen, die mich zu der Frau gemacht haben, die ich heute bin. Die mich zu der machen, die ich morgen sein werde, oder in fünf Jahren. Niemand kann je einen anderen Menschen wirklich kennen. Wir sind alle Mysterien, so wie das Meer.“ (S. 55)
„Aber ich persönlich habe auf die harte Tour gelernt, dass zu viel Hoffnung blind machen kann für die Tatsachen.“ Er kommt auf mich zu. „Zu wenig kann einsam sein.“ (S. 138)
„Das Leben ist chaotisch, Sonnenschein. Manches Chaos ist hässlich, aber das hier ist ein wunderschönes“, erklärt Jude mit dieser weichen Stimme. (S. 177)
Er hebt eine Hand, um mich zu unterbrechen. „Lass uns nicht über unsere traurigen Geschichten reden. Wir können unsere Vergangenheit nicht umschreiben, Sonnenschein. Wir können nur entscheiden, was als nächstes kommt.“ (S. 216)























