Bücher mit dem Tag "verlag: riva"
8 Bücher
- Klaus Vogel
Lebenslänglich Knastlehrer
(3)Aktuelle Rezension von: peedeeDie Zahl der Lehrer im deutschen Justizvollzug liegt heute bei etwa 440. Einer davon ist Klaus Vogel, der seit mehr als 30 Jahren Lehrer im Gefängnis ist, darunter über 20 Jahre in der Jugendstrafanstalt Berlin. Er erzählt von seinem Berufsalltag mit Jugendlichen und Erwachsenen, seinem Aufgabenbereich und der Wiedereingliederung in das Leben nach dem Gefängnis: „Unser Auftrag lautete, diesen Menschen auf seine Entlassung vorzubereiten.“
Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit dem Autor, der leger auf einem Tisch sitzt, im Hintergrund die vergitterten Fenster. Mir gefällt der Buchtitel.
Mich hat der Titel „Lebenslänglich Knastlehrer“ dazu gebracht, das Buch lesen zu wollen. Ich war sehr gespannt darauf, mehr über den Berufsalltag eines Lehrers im Gefängnis zu erfahren.
Klaus Vogel, ursprünglich Lehrer für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde, wurde im Gefängnis zu einem Allrounder mit vielfältigem Unterrichtsplan. Ich fand es sehr interessant, wie seine Einarbeitung vonstattenging: Klaus Vogel musste erstmal die ganze Anstalt kennenlernen und hat dabei mit den Mitarbeitern ihre Schichten mitgemacht, um möglichst viele Abläufe zu erleben und verinnerlichen. Er betont, wie wichtig eine gute Administration im Gefängnis ist, denn im Vollzug müssen sie immer genau wissen, wo sich welcher Gefangene gerade befindet.
Ich habe mir vorher nie darüber Gedanken gemacht, wie ein Schultag im Gefängnis abläuft, aber bei der Lektüre wurde mir klar, dass dieser natürlich nicht so funktionieren kann, wie in der „regulären“ Schule. Schliesslich treten die Insassen z.B. nicht nur zum Schulanfang ins Gefängnis ein, sie haben auch nicht alle das gleiche Lern- oder Sprachniveau, und sie bleiben auch unterschiedlich lange. Die Fächer werden kursorisch gestaltet, so dass kleine Einheiten in vierwöchigen Abschnitten abgeschlossen werden können. Schockiert hat mich die Tatsache, dass 75% der inhaftierten Jugendlichen keinen Schulabschluss haben.
Eine grosse Veränderung in Bezug auf die Sprache ergab sich nach der deutschen Wiedervereinigung, als viele Vietnamesen aus den damals geschlossenen Ex-DDR-Gefängnissen übernommen werden mussten. Oder als immer mehr Russen nach Deutschland kamen. Auch der Balkankonflikt brachte weitere fremdsprachige Menschen in die deutschen Gefängnisse: Serben, Kroaten, Bosnier. Des Weiteren gab es viele Zuflüsse aus dem palästinensisch-libanesischen Raum.
Klaus Vogel übt auch (nicht wenig) Kritik an seinen eigenen Arbeitskollegen – wie gut das bei denen ankommt, wage ich mir nicht vorzustellen. Für mich war es jedoch eine interessante Sache, einmal hinter die Kulissen schauen zu können. - Daniel Wiechmann
Kochen mit dem Slow Cooker
(1)Aktuelle Rezension von: peedeeDer Autor stellt leckere Gerichte aus aller Welt vor – gekocht im Slow cooker. Der Slow cooker ist ein Schongarer und kocht – wie der Name schon sagt – sehr langsam, aber auf niedriger Temperatur (ca. 75 – 90 Grad).
Erster Eindruck: Ein schönes, appetitanregendes Cover mit einem leckeren Roastbeef; im Buch hat es viele Fotos.
Einleitend gibt es ein paar Hintergrundinformationen zum Slow cooker, wie z.B.: Was ist ein Slow cooker? Was und wie kocht man damit? Welche Grösse sollte der Schongarer haben? Da dies mein zweites Kochbuch über das Kochen mit dem Slow cooker ist, verzichte ich, darauf näher einzugehen.
Die Rezepte sind in folgende Kategorien eingeteilt:
- Quer durch Europas Kochtöpfe (z.B. Rotwein-Ragout; Ossobucco)
- Auf nach Afrika (z.B. Marokkanische Lamm-Tajine)
- Schätze aus Asien (z.B. Chop Suey; Garam-Masala-Lammcurry)
- Kulinarische Entdeckungen in Amerika (z.B. Pulled Pork)
- Kuchen und Süsses (z.B. Cheesecake)
Am Ende des Büchleins – es ist ja nur 64 Seiten lang – hat es noch einen Geschmacksindex mit der Frage, was man gerne essen möchte, z.B.: Etwas, das leicht schmeckt (frische Küche); Etwas, das mich richtig satt macht (herzhafte Küche); Etwas, das einfach immer schmeckt (Wohlfühlküche). Aus letzterer habe ich das Szegediner Gulasch nachgekocht. Und? LECKER!
Die Rezeptbeschreibungen sind sehr übersichtlich und gut verständlich. Es ist auch jeweils angegeben, für welche Grösse des Schongarers das Rezept ist. Beim Szegediner Gulasch, das ich gewählt habe, war die Menge für einen 6,5-Liter-Topf. Ich habe einen 3,5-Liter-Topf und daher jeweils die Hälfte genommen.
Ich habe mir schon weitere Rezepte zum Nachkochen markiert (das nächste wird voraussichtlich Ossobucco). Ein schönes Büchlein; meine Lese- und Kochempfehlung.
(5 Fotos) - Max Wellinghaus
Herbert Grönemeyer
(4)Aktuelle Rezension von: HEIDIZIch höre Herbert Grönemeyer immer wieder gern, einmal wegen seiner markanten Stimme und zum anderen wegen der Texte seiner Songs, die viel Aussagegehalt haben.
Neulich habe ich durch Zufall die Biografie Herbert Grönemeyers von Max Wellinghaus entdeckt und gelesen.
In 5 Kapitel gegliedert:
Herbert
Musik
Familie
Sein zweites Leben
60 Jahre
lernt man den Menschen und Musiker hinter dem Star kennen.
Schrittweise liest man, wie er zu dem wurde, als den man ihn kennt.
Leseprobe:
========Es ist der 21. Dezember, noch drei Tage bis Heiligabend. Weihnachtstrubel herrscht auf dem Flughafen Köln-Bonn. All die Menschen, vollgepackt mit Kaffer und Taschen, zieht es nach Hause zu ihren Familien. Jeder will die besinnlichen Festtage im Kreise seiner Liebsten verbringen - und das auf schnellstem Weg. ....
....
Vielleicht ist Herbert Grönemeyer auch deshalb so angespannt, als er mit schnellen Schritten über die weißen Fliesen des Flughafens huscht. Er trägt einen schwarzen Mantel, blaue Jeans, graue Turnschuhe mit weißer Sohle. Die roten Haare sind kurz geschoren, auf der Nase thront seine markante schwarze Brille. ...
Detailverliebt geschrieben, informativ und flüssig fesselnd kurzweilig unterhaltsam und interessant zu lesen, hat mir dieses Buch, diese Biografie sehr gut gefallen. Man liest manches, was man schon gehört hat, manches aber auch, was neu ist. Alles in allem setzt sich diese Biografie aus vielen Mosaiksteinchen zusammen, die gemeinsam ein Bild vom Menschen und Musiker vermitteln, mit allen Hochs und Tiefs und einen Blick hinter die Kulissen des Musikgeschäfts vermittelt.
Sehr gut geschrieben, hat mir prima gefallen !!!
- Thomas Zeidler
Andreas Gabalier
(4)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderSeine Lieder kennt jeder und der sympathische Österreicher hat es geschafft, traditionelle Musik und modernen Sound zu paaren. Aber wer ist dieser Andreas Gabalier eigentlich? Im tollen Riva Verlag ist von Thomas Zeidler ein Buch erschienen, dass sich eben dem Andreas widmet. Wo kommt er her, was ist er für ein Mensch und wie ist er privat und wie kam er eigentlich zur Musik. Klein angefangen und heute füllt er ganze Stadien.
- Jürgen Brater
Pfeif drauf – morgen hast du's eh vergessen!
(14)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Verstohlen blicke ich mich um. Wenn ich Glück habe, bin ja gar nicht ich gemeint. Vielleicht klammert sich ja hinter mir ein humpelnder Fünfundneunzigjähriger krampfhaft an seinem Rollator fest, oder der Bauch einer Hochschwangeren schwuppt in jeder Kurve gegen die Stehnachbarn. Doch nichts dergleichen! Das Sitzplatz-Angebot gilt zweifelsfrei mir.«
Was für ein Schock! Gerade war man selbst noch derjenige, der rücksichtsvoll älteren Menschen seinen Platz im Bus anbot – und nun findet man sich plötzlich auf der Gegenseite wieder. Offenbar ist man nun alt. Aber was bedeutet das eigentlich? Und ist das überhaupt schlimm?
Auf höchst amüsante Weise hat sich Jürgen Brater (nachdem er sich von dem Schock erholt hatte ;-) mit dem Thema „alt werden“ auseinandergesetzt. Wer selber nicht mehr taufrisch ist, erkennt mit Sicherheit viele der geschilderten Situationen und Gedankengänge wieder. Angefangen bei dem klassischen Gedanken, dass jeder älter werden, aber niemand alt sein will. Weshalb eigentlich nicht? Auf sehr lebensbejahende Art stellt Brater seine grundlegende Lebensauffassung dar, bei der jedes Lebensalter seine Vor- und Nachteile hat. Der Trick ist nun der, die Vorteile so gut wie möglich auszukosten und die Nachteile so gut es geht hinzunehmen.
Damit auch jeder versteht, was er damit meint, zählt er jede Menge Vorteile auf, die er jetzt im Alter hat und genießt. Da kann man, wenn man noch einige Arbeitsjahre zu absolvieren hat, schon manchmal neidisch werden. Ausführlich wird als erstes das Luxusproblem »Wohin mit der vielen Zeit?« behandelt und auch das Folgekapitel »Die Überlegenheit der Alten: Gelassenheit« zeigt diverse Vorteile auf.
Die Kapitel »Schöner werden wir alle nicht: Äußere Erscheinung« und »Ab sechzig geht’s bergab: Altersbeschwerden« beleuchten nun die Dinge, die einem im Alltag oft so zusetzen. Hier wird, je nach Thema, entweder zu Gelassenheit geraten oder es werden konkrete Tipps gegeben. Alles meist eingebettet in persönliche Anekdoten, die mich nicht selten schmunzeln ließen. In den folgenden Kapiteln geht es dann um »Glücklich altern«, um das Fit bleiben, um soziale Kontakte und die Familie. Und ja, auch der Tod wird nicht verschwiegen.
In der Summe ergibt das ein flott und unterhaltsam zu lesendes Buch, das wirklich gute und wichtige Gedanken aufwirft und damit wertvolle Hilfe geben kann. Aber natürlich sind Menschen und Ansichten verschieden und ich kam mit einigen davon nicht gut klar. Der Autor wirkte auf mich manchmal egoistisch und intolerant. Mich störten abwertende Äußerungen gegenüber Senioren, die sich zum Beispiel in Vereinen engagieren, Kurse belegen, einen vollen Terminkalender haben. Wenn sie so zufrieden sind, ist doch alles wunderbar in Ordnung! Und wenn er selber kein Ehrenamt ausüben will, bitte, das ist seine Sache. Aber offen gesagt finde ich nicht, dass man darauf so stolz sein muss. Und wie kann er sagen, dass ihn nicht mehr tangiert, was Menschen wie Trump tun? Er hat doch Kinder und Enkel, deren Zukunft kann ihm doch nicht gleichgültig sein? Und vielleicht sollte er auch noch ein wenig mehr bedenken, dass es ihm persönlich finanziell sehr gut geht, dass es aber auch ältere Menschen gibt, die immer noch arbeiten müssen, die sich keine seniorengerechte tolle Wohnung leisten können und auch nicht dann verreisen können, wenn sie Lust dazu haben.
Aber abgesehen von diesen kleinen Aufregern habe ich im Text so manche Anregung für mich gefunden. Und die Grundaussage, die jeweiligen Vorteile zu nutzen und den Nachteilen nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, ist auf jedes Alter übertragbar - ich werde mich gleich mal in der Umsetzung üben.
Fazit: Tipps zum entspannteren Umgehen mit dem Älterwerden. Unterhaltsam zu lesen und mit ein paar wirklich guten Anregungen.
»Und dort, im Bus, auf einem von einem jungen Mädchen freundlicherweise überlassenen Sitzplatz, nehme ich mir vor, künftig exakt nach dieser Devise zu leben und zu handeln. Das Altwerden soll mir in Zukunft nicht nur nichts ausmachen, es soll mir nicht nur wurscht oder schnuppe sein, nein, ich werde das Beste daraus machen, ich werde die Vorteile genüsslich auskosten und mich mit den zwangsläufig zunehmenden Einschränkungen optimal arrangieren.«
- Karel Gott
Zwischen zwei Welten
(1)Aktuelle Rezension von: peedeeKarel Gott – ein Sänger, der seit vielen Jahrzehnten im Showgeschäft ist und sein Publikum begeistert. Er ist nicht „nur“ in Deutschland oder in Tschechien ein Star, nein, er ist ein Weltstar. Er erzählt von seiner Kindheit, seiner Berufswahl, den ersten Schritten als Sänger und von vielen Begegnungen mit anderen Grössen im Showgeschäft. Die Informationen wurden mit Filip Albrecht und Jan Adam zusammengetragen.
Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit dem sympathischen Karel Gott – gefällt mir. Ein grösserer Bildteil bereichert das Buch.
Karel Gott ist wahrscheinlich den meisten ein Begriff, denn wer kennt nicht (zumindest) das Lied von der „Biene Maja“, „Fang das Licht, an einem Tag voll Sonnenschein“ mit Darinka oder „Lady Carneval“? Karel Gott (der Nachname ist übrigens kein Künstlername!) wurde 1939 in Pilsen geboren. Er hat sich früh für die Malerei interessiert, bestand aber die Prüfung für die Kunstgewerbeschule nicht. Sodann wurde er Elektromonteur und begann, in Clubs aufzutreten. Ihm wurde dann geraten, ans Konservatorium zu gehen und Musik zu studieren. Gesagt, getan. Aufgrund harter Arbeit und Disziplin hat er einen wahren Siegeszug angetreten. Obwohl es in der damaligen Tschechoslowakei nicht einfach war, einfach mal eben so zu verreisen, wurde ihm seine vielen Reisen gestattet, denn schliesslich brachte er dem Staat so auch viel Geld und positive Publicity ein.
Bei diesem Buch muss ich unbedingt ein paar beeindruckende Zahlen festhalten:- Über 50 Jahre erfolgreich im Showgeschäft
- Über 900 (!) Titel auf Deutsch eingesungen
- Lebenszeitvertrag mit der Produktionsfirma (ausser Karel Gott haben bisher nur Udo Jürgens und Peter Alexander einen solchen Lebenszeitvertrag abgeschlossen); in über 30 Jahren erschienen bei der Polydor 120 Alben und 71 Singles
- In Russland hat er 1972 in einer Tournee mit 25 Konzerten 150'000 Menschen begeistert.
- Vom Album „Es singt Karel Gott“, wo ausschliesslich russische Lieder aufgenommen wurden, wurden sage und schreibe 5,5 Mio. Alben verkauft.
- Er hat (zum Zeitpunkt des Buches) 38 „Nachtigallen“ gewonnen (die „Goldene Nachtigall“ ist der tschechische Publikumspreis für den populärsten Sänger).
Warum heisst das Buch „zwischen zwei Welten“? Karel Gott meint dazu: „Ich nenne Deutschland daher voller Stolz meine zweite Heimat. Ich durfte zwei Leben führen, eines im Westen, eines im Osten dieser Welt.“ Es war sehr interessant, seine ersten Schritte in den USA mitzuverfolgen und von seinen Begegnungen mit anderen Showgrössen zu lesen. Karel Gott wirkt auf mich sehr sympathisch und auch bescheiden. Das Buch endet mit einer deutschen Albendiskografie und Beiträge berühmter Kollegen und Freunde. Vielen Dank und meine besten Wünsche.







