Bücher mit dem Tag "vernichtung"
30 Bücher
- Robert Scheer
Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück
(42)Aktuelle Rezension von: pardenEIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...
Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.
"Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)
Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.
Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.
Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.
Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.
"Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)
Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.
Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.
Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.
Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.
© Parden - Rick Yancey
Die fünfte Welle
(1.005)Aktuelle Rezension von: FritziSDie fünfte Welle zeigt eine Welt nach der Alien-Invasion. Cassie hat fast alles verloren und macht sich auf, ihren kleinen Bruder zu finden. Dabei begegnet sie Evan, der ihr hilft, dem sie aber nicht sofort vertrauen kann. Parallel verfolgt man Ben, der im Militärlager zum Kämpfer wird.
Cassie ist eine starke Heldin, verletzlich, zynisch, aber immer kämpferisch. Evan bleibt geheimnisvoll und sorgt für Misstrauen, was die Spannung hochhält. Ben bringt eine andere Sichtweise ein und zeigt, wie Jugendliche in einer zerstörten Welt ums Überleben kämpfen.
Der Schreibstil ist flott und voller Action, einige Passagen wirken jedoch etwas zu lang, besonders im Mittelteil. Die Liebesgeschichte kommt für meinen Geschmack zu schnell, ohne dass sie richtig aufgebaut ist.
Das Ende bietet Dramatik, Überraschungen und macht neugierig auf die Fortsetzung. Für mich ein sehr guter Auftakt mit kleinen Schwächen
- Amy Plum
Von den Sternen geküsst
(397)Aktuelle Rezension von: Elas_WeltderbuecherNach dem Ende von Band 2 war ich schockiert. So darf das nicht enden. 😱 Daher wollte ich es so schnell wie möglich weiterlesen. Ich war gleich wieder in der Geschichte drinnen, nachdem ich gestartet habe. Ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht und was für ein Abenteuer sie in diesem Teil erwarten wird. Einiges konnte ich mich ungefähr zusammenreimen, aber das wichtigste war echt überraschend. Obwohl es im Nachhinein betrachtet logisch war. Mit diesem Ende komme ich zurecht und trotzdem ist es schade, dass es nun vorbei ist und ich mit den Revenants keine Abenteuer mehr erleben darf. Ich weiß noch immer nicht warum ich diese Serie nicht schon früher gelesen und entdeckt habe. Aber eine Empfehlung von meiner Seite.
4,5 Sterne
- Joshua Tree
Rift: Der Übergang
(12)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMeine Meinung zum Cover: (Neues Cover) Das Cover zog meine Aufmerksamkeit total auf sich. Es zieht mich irgendwie magisch in seinen Bann. Farblich ist es nicht zu bunt und trotzdem kräftig. Das grau drum herum ist schlicht, aber in der Mitte das fantastische helle Blau sticht einem direkt ins Auge. Und der Mann in der Mitte scheint zu symbolisieren, dass er frei ist oder bereit für den Kampf. Das ist meine Vermutung. Meine Meinung zum Buch: Diese Geschichte wurde von zwei Autoren geschrieben. Die Geschichte im Jenseits wurde von Pascal Wokan geschrieben und die Geschichte im Diesseits von Joshua Tree. Das Buch beginnt im Jenseits und führte mich nach New York, was zerstört ist durch das Zerbrechen des Mondes. Zwei Charaktere namens Aldora und Vidmon wurden zu einer Mission eingesetzt, um das Böse zu bekämpfen. In dieser Dimension ist die Technik noch nicht so weit entwickelt wie im hie und jetzt. Joshua Tree gab mir ein Einblick in die heute Zeit von New York. Die Technik ist schon erweitert und es nichts zu sehen von einem zerbrechendem Mond. Die High School – Abgänger Megan und ihre Freunde freuten sich auf eine Zukunft im Collage. Doch plötzlich kam ein Ereignis was ihre Welt und von der Menschheit ins Wanken bringt. Beide Autoren beschrieben ihre Welten und Charaktere sehr gut, sodass ich sehr leicht in die Geschichte hinein kam und mich in die einzelnen Charaktere hinein versetzen konnte. Fasziniert hat mich das ich ein Einblick in zwei verschiedenen Welten bekam und die Seiten flogen nur so weg da es so interessant und spannend war. Ab der Hälfte des Buches fügen sich beide Handlungsstränge zusammen. Die Spannung war sowas von hoch gewesen und ich versank einfach nur noch in die Geschichte und merkte nicht mehr, wie schnell die Zeit verging. Ich finde, es ist ein mega starkes Buch was von zwei tollen Autoren geschaffen wurde. Mein Fazit: Dieses Buch ist einfach nur klasse und ich kann es empfehlen. Ich wurde in zwei verschiedenen Dimensionen entführt, die sich zur Mitte hin der Geschichte miteinander verschmelzen. Die Charaktere und Schauplätze wurden sehr gut beschrieben so das ich mit in das Geschehen abtauchen konnte. Ich vergebe 5 von 5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Dieses Buch habe ich von als Rezensionsexemplar erhalten. Es hat meine Meinung nicht beeinflusst. - Anne Bishop
Dunkelheit
(183)Aktuelle Rezension von: Moelli116Der Aufbau ist eigentlich typisch für Fantasy-Geschichten: Es geht um ein junges Mädel, was insgeheim eine große Macht besitzt und damit in unterschiedlich schwierige Situationen gerät. Dennoch ist es nicht langweilig der Geschichte zu folgen.
Ich hatte anfangs ein paar Schwierigkeiten herauszufinden, welcher der Charaktere gut oder böse in der Geschichte sind. Insbesondere der Höllenfürst persönlich wird regelmäßig als sehr liebenswürdig dargestellt. Das ist zwar vielleicht manchmal etwas widersprüchlich, aber so kann man sich noch selbst ein Bild über die Charaktere machen.
Spannendes Ende, sodass man gleich mit dem nächsten Teil weiter machen möchte.
- Lucy Blohm
Mit gebrochenen Flügeln
(12)Aktuelle Rezension von: Viv29Ich sitze hier mit einem Kloß im Hals, nachdem ich gerade Lucy Blohms „Mit gebrochenen Flügeln“ gelesen habe. Diese kurze Novelle folgt Marie, die im November des Jahres 1938 in Nürnberg nach ihrer Freundin Hanna sucht. Während sie durch eine düstere, bedrohliche Stadt geht, deren Häuser und Straßen die Spuren der Gewaltorgie der 9. Novembers tragen, denkt Marie immer wieder an Hanna, die jüdische Freundin, zurück. Durch diese Rückblicke erfahren wir mehr über die beiden Freundinnen, über Hannas Charakter, ihr vielversprechendes und dann immer dunkler werdendes Leben. Lucy Blohm erzählt knapp, ohne überflüssige Worte, ohne Ausschmückungen, ohne Pathos. Gelegentlich hätte ich mir gewünscht, mehr zu erfahren, habe gedacht, dass es auch ein guter Roman gewesen wäre, aber letztlich ist es genau diese Knappheit, die die Geschichte heraushebt, denn Romane dieser Art gibt es zuhauf. Ich wurde in die Düsternis dieser Geschichte hineingesogen, die anfänglich so fröhlichen Rückblicke wirkten wie Atempausen, die aber auch bald ein Ende nehmen. Somit schafft Lucy Blohm die immer beklemmender werdende Atmosphäre jener grauenhaften Zeit auch für den Leser, was gerade angesichts der Kürze der Geschichte bemerkenswert ist.
Bedauerlich fand ich die recht zahlreichen Fehler, darunter auch eine Namensverwechslung und mehrere wiederholte Begriffe, die mich im Lesefluss doch störten. Gerade weil die Geschichte so intensiv und atmosphärisch gelungen ist, wäre es wundervoll, wenn ein Korrektorat sich dieser Punkte annähme, das würde auch der stilistischen und inhaltlichen Stärke der Novelle angemessen sein.
Es gibt so viele wundervolle Formulierungen, die mit wenig Worten so viel aussagen, so bildhaft sind, so ins Herz schneiden. „Warst du kein Mensch mehr?“ fragt Marie irgendwann, als sie versucht, nachzuvollziehen, warum man Unschuldige aus der Gemeinschaft ausschloß, sie quälte, beschimpfte, bedrohte und ihnen (wie wir heute wissen) millionenfach das Leben nahm. Die gebrochenen Flügel sind ein gelungenes Leitmotiv der Novelle, die zwar mit Worten der Hoffnung, aber doch dunkel-schmerzlich endet und genau deshalb tiefen Eindruck hinterlässt. - Rainer Schneider
Lydia. Vergebung. (Lebenswege, Band 6)
(9)Aktuelle Rezension von: BabajagaDas Buch:
Lydia ist der 6. Teil der Lebenswege von Rainer Schneider, der wie immer unabhängig von allen anderen Teilen gelesen werden kann. In diesem Lebensweg wendet sich der Autor dem Christentum in der DDR zu und zeigt das Schicksal zweier Geschwister, die auch 20 Jahre nach der Wende durch die eigene Familie drangsaliert werden.
In diesem Teil schneidet der Autor ein Thema an, mit welchem ich mich bisher am wenigsten auseinander gesetzt habe, da ich - wie wohl die meisten DDR-Bürger - nichts mit der Kirche zu tun hatte.
Worum geht’s?
Kurz vor dem Ende der DDR reisen Lydia und ihr Bruder Mario aus der DDR aus und versuchen sich im Westen ein neues Leben aufzubauen. 20 Jahre später erhalten sie von ihren Geschwistern einen Brief, dass ihre Mutter im Sterben liegt und sie, sofern sie sie noch einmal lebend sehen wollen, zurück nach Markheide kommen mögen. Dass hinter dieser Einladung ein perfider Plan ihrer ältesten Schwester steckt, können die beiden nicht ahnen. Genauso wenig wie sie ahnen können, dass alle ihre Geschwister die Zersetzungstechniken der DDR noch perfekt beherrschen und keine Skrupel haben, diese zu nutzen…
Charaktere:
Lydia und Mario sind die beiden Geschwister aus einer sehr großen Familie, die ich als die Ausgestoßenen wahrgenommen habe. Bereits in sehr jungen Jahren sahen sie sich immer wieder den Anfeindungen ihrer Familie - inklusive ihrer Eltern - und des Staates gegenüber. Beide produzierten von Anfang an ein großes Maß von Mitgefühl in mir. Sie sind ständig allem ausgesetzt, was das System DDR an Zersetzung und Unterdrückung aufzubieten hat. Als besonders hart empfand ich den Wandel der Ansichten Pfarrer Kreutzners, der lange Zeit Lydias einzige Bezugs- und Vertrauensperson war. Mit dessen Sinneswandel hat Lydia auch ihre letzten Hoffnungen verloren. Dass auch er vom System DDR manipuliert worden war, konnte sie kaum ahnen.
Die Geschwister sind psychisch völlig zerstört, als sie ihr neues Leben im Westen beginnen, sodass sie auch dort nicht wirklich Fuß fassen können. Sie wirkten auf mich stets heimatlos. Insbesondere Lydia kommt mit ihrer Vergangenheit überhaupt nicht klar, versucht sich das Leben zu nehmen, setzt danach auf Therapie, aber nichts hilft ihre zerstörte Psyche wieder zu heilen; “es” ist immer noch da. Dies äußert sich u.a. in ihrem absoluten Unvermögen irgendwem wirklich zu vertrauen. Selbst Mario vertraut sie nicht 100%ig, obwohl der ihr Schicksal teilt und immer für sie da ist. Lydia hat mich tief berührt in ihrer Ausweglosigkeit und mehr als einmal habe ich mich gefragt, warum sie überhaupt zurück ging an den Ort, der sie zerstört hat, zu den Menschen, die noch nicht einmal vor der eigenen Familie halt machten. Hätte das Ende vielleicht anders ausgesehen, wenn sie nie wieder dorthin zurückgekehrt wäre? Lydia lässt mich fassungslos und mit einem Gefühl der Hilflosigkeit zurück.
Dem gegenüber steht Rebecca - Lydias und Marios älteste Schwester. Diese Figur verabscheute ich schon relativ früh. Selbst durch das System geschädigt, entscheidet sie sich für Anpassung und wird zum perfekten Werkzeug des Unterdrückungsapparates. Als Lehrerin hat sie in der DDR die Macht über viele Schicksale und diese nutzt sie zugunsten der DDR gnadenlos aus. Gnadenlos ist überhaupt der Begriff, der am besten zu ihr passt. Es gibt wirklich niemanden, vor dem sie halt macht. Ganz bewusst versucht sie zu manipulieren um ihre Ziele zu erreichen. Für sie scheint es in ihrer Perfidität keine Grenzen zu geben. Natürlich könnte man als geneigter Leser nun denken, sie könne nichts dafür - auch sie ist nur ein Opfer des Systems. Aber das sehe ich völlig anders! Rebecca entscheidet bewusst, sie würde töten um an ihr Ziel zu kommen. Und genau das macht sie so widerwärtig. Ich war wütend auf sie, ich habe sie verachtet und habe mich immer gefragt, warum ihr nie jemand auf die Schliche kam.
Auch alle anderen Geschwister konnte ich nicht ausstehen, obwohl sie mir im Gegensatz zu Rebecca beinahe gemäßigt vorkamen. Aber wer in diese Familie geboren wurde, brauchte echt keine Feinde. Angefangen mit einem schlagenden Vater und einer Mutter, die nichts für ihre Kinder tat bis hin zu Geschwistern, die alles taten um einen Vorteil für sich selbst zu erlangen oder Verbrechen zu verschleiern.
Am Schlimmsten in dieser Betrachtung finde ich, dass es keinen Charakter gibt, den man als wohlwollend Lydia und Mario gegenüber erwähnen könnte. Es gibt niemanden, der ihnen wirklich geholfen hätte. Sie waren allein! Und genau diese Erkenntnis ist die zermürbendste.
Schreibstil:
Rainer Schneider besticht auch in diesem Teil durch seine brillante Art zu schreiben. Es gibt keine Längen, keine unnötigen Details. In dieser beinahe sachlichen Art beschwört er die Kulisse um Markheide herauf, die sich für mich bereits auf den ersten Seiten beklemmend anfühlte. Der Vergleich mit einem toten Westernstädtchen zeigte Markheide als das, was es ist. Ein Flecken Erde, an dem man nicht sein will! Trostlos und leer.
Aber spätestens mit seinen Beschreibungen der Aufenthaltsbeschränkungen für Lydia und Mario hat er die Trostlosigkeit und Leere fühlbar gemacht. Wer hier keine Beklemmungen bekommt, der ist im falschen Buch! Mich haben diese beiden Beschreibungen durch einen ganzen Haufen von Emotionen geschickt und ich habe lange darüber nachgedacht!
Zitat S. 25: “Aufenthaltsbeschränkungen [...] dass sie sich innerhalb der DDR nicht mehr frei bewegen [...] durften. [...] Ihre Staatsgrenze war dann nicht mehr die Mauer, sondern der Stadtrand von Markheide gewesen.”
Zitat S. 47: “Markheide war ihr Gefängnis.“
Überhaupt hat der Autor eine unnachahmliche Art seine Leser gefangenzunehmen. Ich glaube, es liegt u.a. an der recht kühlen Sachlichkeit, mit der er diese Geschichte erzählt. Er liefert dem Leser keine Meinung, er packt Fakten auf den Tisch. Wer sich darauf einlässt und sich vorstellt, er wäre an Lydias Stelle, merkt sehr schnell, wie es einem die Luft aus den Lungen presst.
Historische Hintergründe:
Was ist der Unterschied zwischen einer Stasi- und einer Kaderakte? Dass es beides gab, dürfte zumindest ehemaligen DDR-Bürgern bekannt sein. Was es mit diesen Akten auf sich hatte, erklärt Rainer Schneider beeindruckend in diesem Buch. Dies und viele andere Dinge sind recherchierbar. Gerade deshalb sind die Bücher dieses Autors ein wirklicher Blick hinter die Kulissenen der DDR - auch wenn das, was wir dort finden, bisweilen schier unglaublich ist.
Fazit:
Ein Buch, das den Leser nicht los lässt. Ein Buch, über das man noch nachdenkt, wenn die letzte Seite lange gelesen ist. Ein Buch, das unterschiedlichste Gefühle auslöst. Ein Buch über Hoffnungslosigkeit. Jeder, der sich für DDR-Geschichte interessiert, ist hier absolut richtig! 5 von 5 Sternen.
Danke Rainer!
- Oliver Schwemmert
Wie bastle ich mir einen Psychopathen (Ein Seelen-Mord-Ratgeber): Du hast ein Recht auf Rache
(14)Aktuelle Rezension von: MeinbuecherregalWie bastle ich mir einen Psychopathen von Oliver Schwemmert ☠️ Ob das Buch nun wahr oder reine Fiktion ist, müssen andere entscheiden. ☠️ Ich möchte es nicht empfehlen. ☠️ Punkt. Aus. Ende ☠️ Es tut mir für den Autor leid, falls er soetwas im echten Leben erleben musste. Aber mit dieser Art von Buch bzw Anleitung kann und möchte ich nichts anfangen ☠️ - Doron Rabinovici
Die Außerirdischen
(27)Aktuelle Rezension von: katzenminzeSol ist eigentlich Journalist bei einem Onlinemagazin für Feinschmecker. Doch als es heißt, dass über Nacht Außerirdische auf der Erde gelandet sind, wandelt sich das Magazin zum Nachrichtenmedium der Stunde. Sol und seine Kollegen versammeln alle möglichen Experten, Befürworter und Kritiker bei sich, diskutieren charmant die Pros und Contras einer solch angeblich friedlichen Invasion und gewinnen eine Popularität, mit der niemand gerechnet hätte. Als das Gerücht aufkommt, dass die Außerirdischen nichts weiter als Menschenopfer auf freiwilliger Basis fordern, nimmt die Diskussion nochmal gewaltig an Fahrt auf. Denn wer könnte etwas sagen gegen ein freiwilliges Opfer im Tausch gegen das Wissen des ganzen Universums?
Doron Rabinovivi ist mit „Die Außerirdischen“ eine unheimliche wie treffende Parabel gelungen. Er illustriert präzise eine Gesellschaft, die allzu leicht von Anarchie in Euphorie verfällt. Die kapitalistisch geprägt, leicht zu manipulieren und erstaunlich wankelmütig ist. Düster erinnert Rabinovivi daran, wie leicht wir in faschistoide Strukturen abrutschen, wie leicht Macht ausgenutzt werden kann und wie gerne der Mensch doch Bedenken ignoriert, wenn es ihm in dem Kram passt.
Wer hier eine Sci-Fi-Geschichte mit fremden Lebensformen, futuristischer Technik oder Ausflügen ins All erwartet, der wird enttäuscht. Die Außerirdischen sind schlicht ein Auslöser, ein interessanter Platzhalter für Ereignis X. Die eigentliche Geschichte ist das, was der Mensch daraus macht. Und natürlich macht er es falsch.
Ich fand es faszinierend, wie Rabinovici mit Gerüchten und Andeutungen spielt, wie er Strukturen offenlegt ohne erhobenen Zeigefinger und wie sein Gedankenexperiment Anfangs noch Spaß macht und dann immer düsterer und düsterer wird. Parallelen zur düstersten Zeit Deutschlands sind dabei wohl kein Zufall.
Mich hat die Geschichte fasziniert, unterhalten und überrascht. Von mir gibt es definitiv eine Empfehlung für diesen zeitlos aktuellen Roman!
- David Lagercrantz
Vernichtung
(73)Aktuelle Rezension von: zickzackEin toter Obdachloser wird in Stockholm aufgefunden, welcher die Telefonnummer von Journalist Mikael Blomkvist mit sich trägt. Der Tote hatte zuletzt verwirrt über eine Verschwörung rund um den schwedischen Verteidigungsminister Johannes Forsell geredet. Da Mikael nicht mit der Identifizierung des Obdachlosen weiterkommt, holt er Lisbeth Salander mit ins Boot. Diese befindet sich gerade in Moskau und bereitet einen Anschlag auf ihre verhasste Schwester vor. Dennoch findet sie heraus, dass der Obdachlose ein Sherpa war, ein Mount-Everest Guide. Er war dabei als sich der Verteidigungsminister mit ein paar anderen Personen bei einer tödlichen Expedition auf dem Berg befand. Es wird klar, dass der Sherpa etwas Wichtiges mitzuteilen hatte.
Es schon länger her, seit ich den letzten Millenniumband gelesen habe. Daher war es für mich am Anfang etwas schwierig in die Geschichte zu finden. Zumal es damit anfängt, dass Mikael total schlecht drauf ist, fast schon depressiv und er Kontakt zu Lisbeth aufnehmen möchte, die wie sooft keinen möchte. Dass er sich darüber überhaupt noch ärgert, wundert mich, denn es ist ja schließlich nicht das erste Mal, dass sie ihr eigenes Ding dreht.
Am Anfang interessiert ihn der Obdachlose recht wenig, bis er mehr und mehr Details bekommt, die dann doch sein Interesse wecken. Ich finde, schon hier wird wieder die typische Gesellschaftskritik der Millenniumbände angewandt, wenn auch recht subtil. Es wird davon gesprochen, dass es früher viel weniger Obdachlose auf den Straßen Schwedens gab und sich normalerweise keiner für den Tod eines Obdachlosen interessiert und schon gar nicht für dessen Identifizierung.
Auch war ich hier wieder erstaunt, wie nah David Lagercrantz den Stil von Stieg Larsson kommt. Es gibt verschiedene Plotstränge, es wird in den Perspektiven gesprungen, ständig werden irgendwelche Straßennamen von Stockholm mit erwähnt, wo ich immer noch nicht weiß, wo sich was befindet. Dauernd diese teils verwirrenden Verbindungen zwischen der Ermittlergeschichte und Lisbeths Vergangenheit. Dann sind die Figuren authentisch beschrieben, allen voran Mikael und Lisbeth, aber gerade wenn neue Figuren eingeführt werden, dann wird sich zeitgelassen, diese ausführlich vorzustellen. Das kann man mögen oder kritisieren, aber so hat es auch Stieg Larsson gemacht.
Dennoch hat mir hier etwas gefehlt. Es hat sich wie ein guter Thriller lesen lassen, auch wenn es am Anfang etwas Anlauf gebraucht hat, bis es wirklich spannend wurde, aber es war nicht so richtig das Millenniumfeeling da. Es war halt nicht wirklich etwas Neues. Es war auch irgendwie klar wie Lisbeth handeln wird und dass die in ihrem Auftreten wieder total cool und mitreißend ist, dass die in Kämpfen (Endkampf insbesondere) fast schon übermenschlich wirkt und es dennoch sich nicht falsch bei ihr anfühlt.
Es war halt ein gutes Buch, mit einer interessanten Story, was die Mount-Everest-Geschichte anbelangt, aber nicht so überwältigend, wie es beispielsweise der erste Band der Millennium-Reihe mit mir gemacht hat. Es hat sich gut lesen lassen, die Figuren gefallen mir sowieso und die Geschichte war ab einem gewissen Punkt schon sehr interessant. Aber eher die Mount-Everest Sache, als die persönliche Geschichte von Lisbeth. Und das verwundert mich. Denn normalerweise war es bei sonst immer andersherum und die Ermittlergeschichte war eben tolles Füllwerkt zwischen den persönlichen Ereignissen und Aufdeckungen von Lisbeth.
Fazit: Ich weiß nicht recht, wie ich das Buch bewerten soll. Es war ein guter Thriller und an sich haben mir die Figuren, Schreibstil und Plot gefallen, aber es konnte mich nicht so begeistern wie vorherige Bände. Es hat etwas gefehlt und auch wenn das Ende jetzt rund ist für die Figuren, befriedigt es mich nicht so wirklich und gleichzeitig möchte ich aber auch keinen weiteren Teil, weil ich denke, dass die Geschichte von Lisbeth und Mikael auserzählt ist. Daher vergebe ich 4 Sterne.
- John D. MacDonald
Kap der Angst oder Ein Köder für die Bestie
(2)Aktuelle Rezension von: AntonWdNMax Cady, nach 13 Jahren aus dem Knast entlassen, taucht bei seinem damaligen Hauptbelastungszeugen, Rechtsanwalt Sam Bowden auf und fängt an, ihm Angst zu machen. Es dauert, bis Bowden klar wird, dass Cady ein kompletter Psychopath ist, der nicht nur droht, sondern vorhat, ihn und seine gesamte Familie auszulöschen.
Ein Mann des Gesetzes, ein integrer Anwalt, muss erkennen, dass er und seine Familie von einem monströsen Gegner bedroht werden, dem mit polizeilichen Methoden nicht beizukommen ist. Zusammen mit seiner Frau stellt er eine Falle auf, in die Cady hineintappen soll.
Eine sehr spannende Geschichte, bereits zweimal verfilmt (ich mag besonders den Film von 1962 mit R. Mitchum und G. Peck). Das Ende des Romans ist anders, als man es aus den Filmen kennt, aber trotzdem gut.
- Nadja Roth
Mörderisches Schweigen
(25)Aktuelle Rezension von: Nicole_andherbooksHabe lange kein Buch mehr so gesuchtet. Es war so spannend, dass man einfach nicht aufhören konnte. Der Schreibstil war super gut zu lesen und man flog durch die Seiten. Was den Protagonisten passiert, ist einfach der Horror schlechthin. Die ganzen Intrigen und Ereignisse waren so durchdacht, dass man einfach immer wieder rätselte was Sache ist. Auch wenn ich immer einen Verdacht hatte, kam die Spannung und Neugier nie zu kurz. Klare Leseempfehlung von mir!
- Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team - Inferno (Finale des 2. Falls)
(25)Aktuelle Rezension von: Tokki_ReadsBarrington Cove steht in Flammen.
Von Rachsucht getrieben, betätigt Wendy Parker den Auslöser – und entfesselt ein Inferno, das die Stadt ins Chaos stürzt. Inmitten der Flammen begegnen sich die Mächtigen der Dynastien, alte Rechnungen werden beglichen, und ein Mörder tritt aus dem Schatten. Über dreißig Jahre nach dem ersten Drama scheint sich die Geschichte zu wiederholen – doch wie sie endet, bleibt offen.Trotz der ernsten Lage hatte das Buch immer wieder humorvolle Momente, die gut platziert waren und der Geschichte Leichtigkeit verliehen. Nach der Beschreibung hatte ich mir das Inferno ganz anders vorgestellt, wurde aber trotzdem von der Inszenierung überrascht. Besonders spannend: Endlich erfahren wir, wer Corey wirklich ermordet hat – und wie es damals zur Katastrophe auf dem Zirkusgelände kommen konnte.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Enthüllungen kamen Schlag auf Schlag, ohne überladen zu wirken. Alles greift auf einmal ineinander – ein großes Puzzle, das sich endlich zusammensetzt.
Am Ende wurde ein möglicher dritter großer Fall angedeutet. Leider scheint aktuell nichts Konkretes geplant zu sein, was ich sehr bedauere – das Potenzial wäre auf jeden Fall da.
- Robert Tine
Universal Soldier. Der Roman zum Film.
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenDas Buch zu dem ganz okayen Actionfilm, das Mr. Tine einfach vom Fernseher abgeschrieben hat: Devereux und Scott geraten 1971 in Vietnam aneinander, nachdem Scott ein ganzes Dorf abgeschlachtet hat und sich aus den Ohren der Opfer und der toten GIs eine Halskette gebastelt hat(!). Beide sterben bei der darauf folgenden Auseinandersetzung, und erleben eine fast biblische Wiederauferstehung in den 90ern als gefühlslose Kampfmaschinen, aber in ihnen schlummert noch irgendwo die Erinnerung. Keine Literatur, nur die Wiedergabe des Drehbuchs. - Joachim Gaertner
Ich bin voller Hass - und das liebe ich
(28)Aktuelle Rezension von: HoldenEin Wust an Aufzeichnungen, Notizen und Aussagen zu den Columbine-Attentätern, erstaunlich was für ein vielseitiges abwechslungsreiches Leben die späteren Mörder hatten. Keineswegs die armen Prügelknaben, als die sie in Erinnerung blieben. Die Tagebuchaufzeichnungen zu ihren perfiden Gedanken und die Naziverehrung sind natürlich inakzeptabel, und den schrecklichen Taten kann man sich am besten über das Nachwort nähern. Auf ntv oder n24 läuft manchmal eine Dokumentation über den genauen Ablauf der tragischen Ereignisse. Die Opfer sind unvergessen!
- Farina de Waard
Zwang
(10)Aktuelle Rezension von: Elenas-ZeilenZauber‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Puh, die ersten beiden Bände waren ja bereits nervenaufreibend, aber der dritte Band toppt alles noch mal um Längen.
Nicht nur, dass Zenay sich aus den Fängen des Kopfgeldjägers Ikar befreien muss. Nein, ihre Freunde haben auch ihre Aufgaben zu erfüllen. Dabei lernt man sie noch näher kennen und vor allem ihre Ecken und Kanten, erwecken sie zum Leben und lassen sie realistisch daher kommen. Nichts ist nur Schwarz oder Weiß in de Waards Welt Tyarul. Das bietet auch viel Spielraum für Überraschungen und Twists, die die Spannung immer weiter in die Höhe treiben.
Dabei verliert die Autorin die Atempausen für ihre Figuren und den Leser nicht aus den Augen. Und diese Pausen sind verdient und nötig, für alle Beteiligten.
Ich fieberte mit allen Charaktere mit. Wenn mich jemand beim Lesen beobachtet hätte, hätte er von meinem Gesicht meine Emotionen ablesen können, die ich gefangen nahmen und sogar fast meine Haltestelle verpassen ließen.
Dies gepaart mit einem lockeren Schreibstil, ließ mich nur so durch die Seiten fliegen und als ich die letzte Seite gelesen hatte, saß ich total geflasht da und konnte es nicht glauben.
Jetzt hibbel ich dem nächsten Teil entgegen und vergebe gern 5 zwanglose Sterne.
Es ist mir ein Rätsel, wie de Waard das noch mal toppen will und wie letztendlich alles ausgeht.
‘*‘ Klappentext ‘*‘
gefangen - verletzt - hilflos... erwacht Zenay in den Händen des Schergen Ikar. Ein einziger Moment der Unachtsamkeit genügte dem manischen Kopfgeldjäger, um sie in seine Gewalt zu bringen. Zenay weiß, dass er sie an Tyaruls Tyrannin Zayda ausliefern wird, wenn sie nichts unternimmt. Wie kann sie seinen magischen Fesseln entkommen, allein und ihrer Magie beraubt? Die Aufmerksamkeit des Adlerauges wendet sich nie von ihr ab, doch wenn Zenay nicht schnell einen Ausweg findet, ist alles verloren ... Das Schicksal der Rebellen und der Auserwählten nimmt seinen Lauf - im dritten Teil der preisgekrönten Fantasyreihe "Das Vermächtnis der Wölfe". - Quentin Tarantino
Inglourious Basterds
(8)Aktuelle Rezension von: HoldenDas Drehbuch zu Tarantinos bis dahin in Amerika erfolgreichstem Film. Auch wenn die Story bekannt ist, fesselt das Buch noch ungemein. SS-Oberst Hans Landa (Oscar für Christoph Waltz) tötet die Familie der jungen Shoshanna Dreyfus auf einem Bauernhof in Nancy, während nur sie entkommen und untertauchen kann. In Paris nimmt sie eine neue Identität an und beschließt als Kinobesitzerin, Rache an den obersten Nazis für den Tod ihrer Eltern zu üben. Gleichzeitig ist Hillybilly Aldo Raine aus Tennessee mit seinen Leuten hinter feindlichen Linie auf Nazijagd, die entweder skalpiert oder mit einem Hakenkreuz in der Stirn laufen gelassen werden. Superschön, wie die Nazis hier voll eins aufs Maul kriegen, nit viel schwarzem Humor, und laut Kritik hat Tarantino mit dem Film auch die Kraft des Kinos gefeiert. - Karl Bruckner
Sadako will leben
(24)Aktuelle Rezension von: pia_16Ih leser normaler weise keine Sachbücher und das war das erste das ich gelesen hatte. Ich hab e es gerne gelsen und habe mich bei dem Ende leider sehr niedergeschlagen gefühlt. Ich fand es sehr schade das Sadako am Ende sterben musste und das man ihr unrealistische Hoffnungen gemacht hat fand ich grausam. - Cixin Liu
Die drei Sonnen
(26)Aktuelle Rezension von: schokigirlAnmerkung: Ich habe das Hörspiel als Rezensionsexemplar vom Verlag bekommen. Danke dafür. Die volle Videorezension findet ihr auf meinem YouTube Kanal namens schokigirl oder weiter unten.
Meinung:
Pro Argumente:
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Die Themen haben mich angesprochen und regen auch zum Nachdenken an: Was bedeutet es menschlich zu sein? Ist die Menschheit es wert gerettet zu werden? Ist die (chinesische) Gesellschaft von Grund auf verdorben?
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Ich habe zwar noch nicht viel SciFi mit Aliens gelesen, aber ich fand die Idee zu ihrem Aussehen etc. hier sehr kreativ und so interessant, dass ich mehr erfahren möchte.
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Obwohl ich etwas mehr vom Plot erwartet habe, schaffte es doch letztendlich immer und ganz Besonders am Ende mein Interesse zu wecken. Ich möchte jetzt unbedingt den nächsten Band lesen/hören etc.
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Zunächst habe ich den Sinn nicht ganz verstanden, aber letztendlich war die Einbindung eines Videospiels organisch und originell.
Kontra Argumente:
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Ich fand das Hörspiel für den ganzen Inhalt etwas zu kurz. Der Anfang hat sich Zeit gelassen, aber ab einem bestimmten Punkt ging alles Schlag auf Schlag, sodass ich nicht immer mitkam oder nicht verstanden habe, wieso dieser Punkt wichtig war.
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Zu Beginn haben mich die multiplen Erzähler verwirrt. In einem Hörspiel, wo zwei Sprecher eigentlich immer einen Dialog bedeuten, habe ich überhaupt nicht verstanden, wieso es zwei Erzähler brauchte, die sich quasi jeden Satz abgewechselt haben. Ich habe jedes Mal erst etwas gebraucht um zu verstehen, dass das kein Dialog zwischen Charakteren ist. Im Laufe der Geschichte verliert sich das jedoch, da dann mehr Dialoge kommen und weniger Erzählerpassagen gebraucht werden.
Fazit:
Ich kenne zwar das Buch abgesehen vom Hörspiel nicht, allerdings glaube ich nicht, dass das die optimale Form ist, die Geschichte zu erfahren. Daher vergebe ich 3 Sterne.
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- Dominik A. Meier
Der Hyperion Cluster: Eine Reise zum Ende des Universums
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Judith Schewe
Philippine oder Endstation Sobibor
(9)Aktuelle Rezension von: Andrea_GereckeWer in die eigene Vergangenheit abtaucht, der stößt mitunter auf Tragisches. Judith Schewe hat eine sehr private Geschichte fesselnd umgesetzt. Ein Stück weit Mahnung und Aufklärung. Ich konnte immer nur ein Kapitel lesen und musste dann eine Nacht drüber schlafen sowie nachdenken. Würde ich zum Beispiel auch als Lektüre für Schüler empfehlen, die sich mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen.
- Andrea Camilleri
Die Pension Eva
(38)Aktuelle Rezension von: TefelzDer Spiegel schrieb: " Ein bizarrer, sehr komischer Bildungsroman", wobei es sich aber eher um eine komische und vor allem warmherzige kleine Geschichte aus Sizilien im 2.Weltkrieg handelte , die einfach nur schön ist.
Geschichte: Nene steht kurz vor seinem 12.Geburtstag und würde wirklich gerne herausfinden, was das für ein Haus ist " Die Pension Eva ". Die Geschichte spielt vor und während des 2. Weltkriegs und erzählt sowohl die Entwicklung des jungen Nene, als auch die Geschichte der Pension Eva, nie natürlich nichts anderes als ein Bordell in Vigata ist, bei dem die Huren an ihren freien Tagen Nachhilfe in Sprachunterricht geben oder mit den fast Erwachsenen zu Abend essen.
Das Buch erzählt über Freundschaften, erste Liebe, unmögliche Liebe , lustige Anekdoten und verrückte Zufälle. Wunderschön beschrieben, mit einem Augenzwinkern und einem Melodramatischen Ende. Die Erzählform ist wie immer sehr direkt und sehr feinfühlig. Es ist kein Krimi, einfach eine gute Geschichte, die man gelesen haben sollte.
Fazit: Wunderbar ! - Boris Koch
Die Anderen
(23)Aktuelle Rezension von: Wortmagie„Die Anderen“ von Boris Koch ist der Beweis dafür, dass ein gut gefülltes Bücherregal samt monströsem SuB meiner Ansicht nach ein Segen ist. Nachdem ich „Die Abschaffung der Arten“ von Dietmar Dath gelesen hatte, musste ein leichte, lockere Lektüre her, die ich mir für jede meiner Challenges anrechnen konnte. Ich brauchte einen High Fantasy – Roman von einem deutschen Autor oder einer deutschen Autorin mit einem grünen Cover. Vier Anforderungspunkte sollten erfüllt sein. Mit meiner Privatbibliothek ist das kein Problem. „Die Anderen“ passte einfach perfekt, weshalb ich mich von etlichen negativen bzw. durchschnittlichen Rezensionen nicht einschüchtern ließ.
Das Orakel. Die Prophezeiung. Ein unbekanntes Volk, das die Welt bedroht und nur durch die Zusammenarbeit der vier Völker besiegt werden kann. Der Stoff, aus dem Helden gemacht sind!
Halt, halt, halt! Zusammenarbeit? Helden? Dass ich nicht lache! Zweckgemeinschaft egoistischer Chaoten trifft es eher. Zwei Elfen, die ihre Angebetete aus der Verbannung retten wollen, ein Trupp Orks, der sich bei der sadistischen Königin einzuschmeicheln versucht, ein Troll, der Medizin für den erkälteten Finstergeist des Berges sucht und zwei Zwerge, der eine auf der Suche nach seiner Herkunft, der andere auf einer obsessiven Mission zur Vernichtung aller Monos, gehen wohl kaum als Weltrettungskommando durch. Oder doch? Was als loser Verbund individueller Ziele begann, entwickelt sich schnell zu einer Gemeinschaft, die mit allen Wassern gewaschen ist. Sind sie bereit, es mit dem gefährlichsten Feind aufzunehmen, den die Welt je gesehen hat? Sind sie bereit für die Anderen?Ich verstehe, warum sich die Begeisterung für „Die Anderen“ bei vielen Leser_innen in Grenzen hielt. Es ist stumpf, es ist reißerisch, es spielt auf billigste Art und Weise mit den Klischees des Fantasy – Genres. Es ist ganz und gar überflüssig, sinnlos und grundsätzlich Zeitverschwendung. Es gelesen zu haben, hat mich in meinem Leben weder vorangebracht, noch hat es selbiges nachhaltig beeinflusst. Aber wisst ihr was? Ich habe trotzdem gelacht. Und wie ich gelacht habe. Man will es kaum glauben, doch manchmal lese ich wirklich ausschließlich zum Spaß. Berücksichtigt man meine Ausgangssituation, hätte ich mir keine passendere Lektüre zum Durchatmen wünschen können. „Die Anderen“ ist ein Buch zum Abschalten, eine Parodie voller Anspielungen auf die großen Werke der Fantasy. „Harry Potter“, „Der Herr der Ringe“, „Die Orks“, „Die Zwerge“ – sie alle werden mächtig durch den Kakao gezogen. Boris Koch macht noch nicht einmal vor dem verstorbenen Sir Terry Pratchett Halt und bedient sich seiner Vorliebe für ausschweifende Fußnoten, um klugscheißerische Kommentare zu seinem eigenen Manuskript abzugeben. Es gibt Werbeunterbrechungen, Kanalwechsel und Illustrationen. In einer Szene wird aus dem Prosatext plötzlich ein Comic, was sogar den Figuren auffällt. Da fragt man sich, wie Koch neben all den Ablenkungen überhaupt eine zusammenhängende Geschichte erzählen kann, oder? Nun, genau das ist der Punkt: die Handlung von „Die Anderen“ spielt keine Rolle. Es ist völlig unwichtig, was in dem Buch geschieht, weil es lediglich darum geht, eine typische High Fantasy – Geschichte möglichst absurd zu parodieren. Vor diesem Hintergrund finde ich „Die Anderen“ äußerst gelungen. Objektiv betrachtet enthält das Buch alle traditionellen Elemente, von der Quest über die Heldengruppe bis hin zur Legende eines alten Relikts, das in sich die Macht zur Rettung der Welt trägt. Aber was Koch daraus macht, ist ganz und gar untypisch. Er verdreht die üblichen Handlungsstrukturen, bis sie kaum wiederzuerkennen sind, lässt seine Figuren beispielsweise versehentlich in die Realität (Mallorca oder die Ostsee) stolpern und stellt die unumgängliche finale Schlacht als surreale Prügelei dar, in der Verluste mit einem Schulterzucken abgetan werden. Man erfährt nie, in welcher Welt man sich eigentlich befindet und kann über die absichtlich klischeehaften Figuren nur den Kopf schütteln. Fragwürdige Slapstick-Einlagen unterstreichen die gewollte Komik der Szenen, sodass sich eine Atmosphäre der Unberechenbarkeit entwickelt, weil man nie weiß, wann Boris Koch das nächste Mal jemanden eine Treppe herunterfallen, auf einer Banane ausrutschen oder auf eine Harke treten lässt. Diese Art von Humor gefällt nicht allen Leser_innen, aber mir kam der Stumpfsinn des Ganzen sehr entgegen. Ich habe mich köstlich amüsiert, weil „Die Anderen“ wirklich keinen Funken Ernsthaftigkeit enthält. Ich lese so oft ernste, strenge, komplexe, bedeutsame und/oder eindringliche Literatur, dass mir ein Ausflug in die Banalität einfach guttat. Es tat gut, über all das, was ich sonst ehrfürchtig bestaune, aus voller Kehle zu lachen und sich darüber lustig zu machen. Dieser Roman hat mir genau das geboten, was ich in diesem Moment gebraucht habe.
Bei der Lektüre von „Die Anderen“ sind der Zeitpunkt und das Erwartungsmanagement immens wichtig. Kann man von Boris Koch erwarten, dass er seine Leser_innen zum Lachen bringt? Definitiv. Kann man von ihm feinsinnigen, subtilen, intelligenten Humor erwarten? Himmel, nein. Humor mit der Brechstange, das ist sein Metier. Deswegen ist es essenziell, dass man in der richtigen Stimmung ist, wenn man dieses Buch zu lesen beabsichtigt. Sicherlich hilft auch eine Vorliebe für flache, doofe Witze und für das Spiel mit Stereotypen. Meiner Ansicht nach muss man nicht unbedingt ein Fan der Fantasy sein, um sich von „Die Anderen“ unterhalten zu fühlen, aber es ist garantiert von Vorteil, weil sonst all die Anspielungen auf andere Werke unbeachtet verpuffen und die Absicht hinter diesem Roman verloren geht. Für mich war das Buch mentaler Urlaub, eine Erholung von allem Bedeutungsvollen und eine Gelegenheit, intellektuell endlich mal wieder alle Viere gerade sein zu lassen. Was könnte dafür besser geeignet sein als hochkarätiger Schwachfug?
- Gabriele Ketterl
Die Raben Kastiliens
(18)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerNachdem ich Band 1 gelesen hatte, dachte ich mir, besser geht es nicht mehr, aber falsch gedacht, denn auch Band 2 wurde für mich ein Highlight.
Gabriele Ketterl konnte mich erneut mit auf eine wunderbare, sinnliche, faszinierende und spannende Reise mit den Venetian Vampires entführen.
Ihr Schreibstil ist leicht, verständlich, gefühlvoll, voller Liebe und sie hat einen wunderbaren Wortschatz. Gabriele schafft es auch immer wieder mir bildlich die Szenen vorzustellen und das macht das Lesen so wunderbar. Abtauchen in andere Welten, bildlich sich alles vorstellen können, Charaktere, die man lieben lernt und einfach nicht mehr aus der Welt weg möchte.
In diesem Band lernt man Angel näher kennen, aber auch alte und neue Charaktere kommen vor. Besonders erschrocken und traurig war ich, dass einer der Hüter um Leben kommt und man sich als Leser von noch einem weiteren weiblichen Charakter verabschieden muss :(
Erneut müssen die Vampire gegen Feinde in den Kampf ziehen und man fiebert und hofft einfach mit. Die Liebe kommt aber auch nicht zu kurz und ich finde es immer wieder wunderbar, dass Gabriele dem Leser die Freiheit noch lässt, selbst seine Fantasie anzuregen.
Genauso sollte ein Vampir Roman für Erwachsene sein, nicht kitschig, nicht zu romantisch, nicht nur auf Liebe aus, sondern mit Mehrwert, Tiefe, Gefühl und Sinnlichkeit.
Von mir gibt es auch für Band 2 🌟🌟🌟🌟🌟 plus einen Highlight-Stern extra. Ach, könnte sich bitte jemand erbarmen und diese Reihe verfilmen?























