Bücher mit dem Tag "vernunft"
28 Bücher
- Jane Austen
Stolz und Vorurteil
(4.071)Aktuelle Rezension von: AnirahJane Austens Stolz und Vorurteil ist weit mehr als nur ein klassischer Liebesroman; es ist eine brillante Gesellschaftssatire, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat.
Was mir besonders gefallen hat:
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Humor und Ironie: Austens Schreibstil ist ein Genuss. Ihr trockener Humor und die feine Ironie, mit der sie die steifen Konventionen ihrer Zeit aufs Korn nimmt, haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Besonders die Dialoge sind messerscharf und intelligent konstruiert.
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Farbenfrohe Charaktere: Die Figuren sind das Herzstück des Buches. Sie fühlen sich trotz des historischen Settings erstaunlich realitätsnah an. Von der schlagfertigen Elizabeth Bennet über den (zunächst) unterkühlten Mr. Darcy bis hin zur herrlich anstrengenden Mrs. Bennet – Austen zeichnet ihre Charaktere mit so viel Tiefe und Menschlichkeit, dass man das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen.
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Hilfreicher Kontext: Ein großes Lob verdient auch die Aufbereitung dieser Ausgabe. Den Anhang und die Schlussbemerkungen fand ich extrem hilfreich. Sie werfen ein Licht auf die historischen Hintergründe und gesellschaftlichen Feinheiten, die einem modernen Leser sonst vielleicht entgehen würden, und runden das Leseerlebnis perfekt ab.
Fazit: Ein absolutes Muss für jeden, der kluge Unterhaltung, starke Frauenfiguren und eine ordentliche Portion Wortwitz liebt. Dieses Buch beweist, dass Klassiker alles andere als staubig sein müssen!
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- Leo Tolstoi
Anna Karenina
(1.104)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannWenn ich Leo Tolstois „Anna Karenina“ lese, spüre ich von der ersten Bahnhofsszene an ein leises Grollen unter den Füßen: metallisches Zischen, neugierige Blicke, ein Vorzeichen von Unheil. Anna tritt für mich wie ein warmer Lichtkegel in eine kalte Gesellschaft; ihr Blick auf Wronskij entzündet eine Liebe, die zugleich Befreiung und Sturz bedeutet. Ich folge ihr durch Salons, Waggons und Gerüchte, durch die starre Höflichkeit von Petersburg und die klatschenden Kreise Moskaus. Ihr Ehemann Karenin wirkt korrekt wie ein Protokoll: Er schützt die Form und übersieht den Menschen. Ich schäme mich stellenweise über eine Welt, die Skandal wittert, aber Mitgefühl spart. (Mehr zu Anna Karenina: https://love-books-review.com/de/anna-karenina-von-leo-tolstoi/ )
Parallel gehe ich mit Lewin über Felder. In Gesprächen mit Bauern, in Mühen und Zweifeln sucht er Sinn, Gott und Arbeit zu verbinden. Zwischen abgewiesenem Antrag, Rückzug und Rückkehr wächst in mir Ruhe: In Kittys Blick und der Geburt des Kindes erkennt Lewin eine demütige, leise Wahrheit. Diese zweite Geschichte erdet die erste; sie zeigt mir, dass Glück nicht flackert wie Feuerwerk, sondern glüht wie eine kleine Flamme, die man gegen Wind schützt.
Je weiter ich lese, desto enger wird Annas Raum. Eifersucht, Schlaflosigkeit, Morphium und die Unmöglichkeit einer ehrlichen Zugehörigkeit lassen ihre Sprache spröde werden. Am Ende schneiden die Zugräder durch meine Gedanken: ein Entschluss, grausam klar. Ich bleibe erschüttert und zugleich dankbar, weil Tolstoi mir beides schenkt – das Porträt einer Gesellschaft, die Menschen zu Rollen verengt, und die Ahnung, dass Sinn im einfachen Guten liegt. Anna bleibt ein brennender Schatten; Lewin, ein stilles Versprechen von Alltag und Gnade.
- Jostein Gaarder
Sofies Welt
(4.494)Aktuelle Rezension von: MyrdynDer Titel verspricht, das Buch handle von der "Welt" eines fünfzehnjährigen Mädchens. Doch über Sofie erfahren wir sehr wenig, über ihre Mutter und ihre Welt fast nichts. Den Autor interessiert seine Figur "Sofie" eigentlich nicht, sie ist nur dazu erfunden worden, einem schrulligen alten Mann namens Alberto als willige Zuhörerin bei seinen Monologen über Philosophie zu dienen und sich den Kopf mit lauter Buchwissen volllabern zu lassen. Alberto seinerseits ist eine Maske des Autors Jostein Gaarder, der unbedingt ein Jugendbuch über Philosophie schreiben wollte, aber sich eine schlüssige Einführung in das Philosophieren (= Philosophie als Aktivität denkender Menschen) für junge Leser nicht zutraute. Philosophieren lernt man jedoch nicht durch einen Spaziergang durch die verwitterten, brüchigen Monumente der europäischen Philosophiegeschichte.
Die Hintergrundstory vom geheimnisvollen Mentor eines hochpubertären und doch braven, leicht manipulierbaren Mädchens, dem er eine neue Welt erschließt, ist schon ohne den verkrampften Sprung ins Metaphysische unglaubwürdig. Wenn Sofie etwa Bücher wie "Die rote Zora und ihre Bande" (von Kurt Held), "Blauvogel - Wahlsohn der Irokesen" (von Anna Jürgen) oder "Yashor - Der Hirt aus Harkin" (von Michael Morgental) gelesen hätte, dann hätte sie über die Einübung in das Philosophieren im praktischen Leben eines jungen Menschen mehr gelernt als durch die aufdringlichen Versuche eines Hobbyphilosophen, der sich fast zwanghaft eine folgsame Rezipientin für seine fast manischen oberflächlichen Expektorationen suchen musste.
- Erin Watt
Paper Princess
(2.280)Aktuelle Rezension von: JulieFlamingoAuf Empfehlung habe ich mich in dieses Buch gestützt. Den einzigen Fehler den ich dabei machte? Ich ging davon aus, das die Folgebände andere Protas haben und habe mir nicht gleich alle gekauft. Wie so eine Anfängerin.
Ich wollte in eine Geschichte eintauchen, die etwas leichter ist, Gefühle transportiert und mich mitreißt. All das habe ich hier auch bekommen! Die Geschichte fließt einfach so dahin - ohne Längen. Jede einzelne Seite hat mich gut unterhalten und hat mich das Buch in kürzester Zeit lesen lassen. Die Protagonistin Ella ist schlagfertig und nicht auf den Mund gefallen, sowas liebe ich sehr. Doch da sind plötzlich auch noch einige Männer in ihrem Leben. Die Autorinnen haben es geschickt gemacht, dass zwar alle Herren der Schöpfung ihre Auftritte haben, aber sich die Story am Ende nur um die wichtigsten dreht. Alle Nebenprotagonisten sind dabei gut beschrieben und nicht flach.
Solange man hier keine absolut tiefgreifende Story erwartet, kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen.
- Nicholas Sparks
Wenn du zurückkehrst
(130)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Trevor Benson hat das Haus seines Großvaters in New Bern geerbt, der hoch betagt nach einem Schlaganfall plötzlich verstarb. Trevor ist gerade in einer Übergangsphase. Als Arzt hat er in Afghanistan gearbeitet und wurde schwer verletzt. Seine posttraumatische Belastungsstörung zwingt ihn, sein Leben neu zu ordnen.
Während er das Haus seines Großvaters in Ordnung bringt, lernt er zwei Frau kennen. Zuerst ist es die junge und verschüchterte Callie, die offenbar in einem Wohnwagen lebt und sonst niemanden an sich heran lässt. Einzig ihr Großvater schien sie näher zu kennen.
Dann ist da noch Natalie Masterson, Deputy in New Bern und äußerst pflichtbewusst. Magisch zieht sie ihn an und auch sie scheint ihm zugetan, aber es gibt ein Geheimnis, dass sie nicht preisgeben kann. Trevor ist hin und her gerissen, denn er will sie nicht verlieren.
Um sein unglückliches Herz zu beruhigen, schmiedet er Pläne. Während eines Sturm fällt Callie von einer Leiter und verletzt sich schwer. Auch wenn er nicht mehr als Arzt arbeitet, so weiß er, was zu tun ist. Und Callie ist es schließlich auch, die ihn zum Geheimnis führt, weshalb ihr Großvater viele Stunden entfernt von New Bern einen Schlaganfall erlitten hat und schließlich starb.
Aber kann er damit auch Natalie zurück gewinnen? Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance?
Mein Fazit:
Als Fan musste man schon sehr lange auf diesen Roman warten. Sicherlich hatte es seine Gründe, warum es so lange dauerte. Und vielleicht ist es auch wegen des langen Wartens, dass ich nicht so glücklich bin wie sonst bei den Geschichten von Mr. Sparks.
Die Einleitung geht schon ziemlich lang. Trevor erzählt aus seiner Sicht die Dinge, die im und um das Haus seines verstorbenen Großvaters passieren. Er lässt sich auch ausführlich darüber aus, warum er sich so gut mit ihm verstand. Der Großvater brachte ihm die Natur näher, entschleunigte sein Leben und zeigte ihm die wesentlichen Dinge. Und Trevor verehrte seinen Großvater für die Unerschütterlichkeit, mit der er seine Frau Rose liebte.
Nun, dann tritt plötzlich Natalie in sein Leben. Callie kommt in der ersten Hälfte des Buches kaum vor und wenig Gelegenheit, sich zu präsentieren. Irgendwie suggerierte der Klappentext mir etwas anderes, sei es drum, die Liebesgeschichte zwischen Natalie und Trevor nimmt dann bis zu einem traurigen Höhepunkt Fahrt auf. Trevor zieht alle Register, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, ja, er überschlägt sich nahezu. Aber je mehr er sich bemühte, desto trauriger wurde Natalie!
In der zweiten Hälfte ist dann Callie die Hauptfigur, aber auch ihre Geschichte ist nicht gerade von Lebensfreude geprägt. Sie versucht sich unter allen Umständen allein durchzuschlagen, obwohl sie offenbar noch minderjährig ist. Ein dunkles Geheimnis umhüllt sie und sie versucht es unter allen Umständen zu schützen. Nur mit Mühe und nicht immer ganz konventionellen Methoden kann Trevor Callie dazu bewegen, von sich zu erzählen.
Kurzum: Die Geschichte um die drei Hauptfiguren beginnt erst ab der Hälfte wirklich interessant zu werden. Warum war der Großvater so weit weg von New Bern? Und warum kann Natalie ihre Liebe zu Trevor nicht ausleben? Und welches Geheimnis umhüllt Callie? Alle drei Figuren sind trotz allem sympathisch und gehen zuweilen ans Herz. Solche Schicksale wünscht man niemanden. Trotz der malerischen Beschreibungen des verschlafenen Südens und dem scheinbar entschleunigten Leben hat es mich nicht immer mitgerissen. Daher bekommt dieser Roman nur vier Sterne, allerdings ist dennoch ein Must-Have für eingefleischte Nicholas Sparks-Fans.
- Loel Zwecker
Vom Anfang bis heute
(19)Aktuelle Rezension von: WolfhoundLoel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten.
Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen.
Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.
Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten.
Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.
Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat
- Lauren Blakely
One Dream
(101)Aktuelle Rezension von: Happy_me_YvonneDas Cover des Buches finde ich romantisch gestaltet. Man sieht ein Liebespaar.
Zunächst der Klapptext des Buches:
Ein Liebesroman wie ein Flirt: frech prickelnd romantisch. In one dream erzählt New-York-Times-Bestseller-Autorin Lauren Blakely von verbotener Liebe und der Hoffnung auf mehr. Abby hat den perfekten Job gefunden, um ihren Studienkredit zurückzuzahlen: Sie ist die Nanny der hinreißenden kleinen Hayden. Deren alleinerziehender Vater Simon zahlt allerdings nicht nur ausgesprochen gut - er sieht auch einfach verdammt gut aus! Und sein liebevoller Umgang mit Hayden macht ihn nur noch attraktiver. Bald hegt Abby Gedanken, die definitiv nicht in der Job-Beschreibung vorgesehen waren. Und auch Simon scheint durchaus an ihr interessiert. Oder wie sonst soll sie deuten, dass Simon seit Neuestem so viel Zeit mit ihr, der Nanny, allein verbringen will? Als er Abby um Hilfe bittet, seine Französischkenntnisse für einen Businessdeal aufzubessern, kommt er ihr gefährlich nahe. Aber jeder weiß, dass der Boss tabu ist!
Der Schreibstil ist total flüssig, angenehm und ich hatte das Buch an einem längeren Abend in einem Zug durchgelesen, da ich sehr gefesselt war. Was mir gut gefallen hat waren auch die Handlungen, die intensive Beschreibung und das Knistern und Prickeln, welches durch das ganze Buch sich zieht. Das Einzige was mir etwas gefehlt hatte, waren manche Zusammenhänge, wieso z.B. erst nach Monaten die Anziehung so richtig kam und nicht schon von Anfang an die Handlung und das Knistern da war. Für mich ein lockerreichter Liebesroman, den man gerne abends mal in einem Zug liest.
- Rebecca Niazi-Shahabi
Scheiß auf die anderen
(31)Aktuelle Rezension von: RueckzugsortIn ihrem Buch Scheiß auf die anderen setzt sich Rebecca Niazi-Shahabi mit dem Selbstverwirklichungszwang der modernen Gesellschaft auseinander. Sie beschreibt, wie es damit anfing und welch teils extremen Ausmaße es heutzutage annimmt.
Ist es ein uninteressantes Thema? Nein.
Schein sie sich ausgiebig mit dem Thema befasst zu haben? Ja.
Hat es Spaß gemacht diese Buch zulesen? Nein.
Das Problem, dass ich mit Niazi-Shahabi´s Buch hatte war, dass sie alles unheimlich in die Länge gezogen hat. Seitenweise Analogien, Beispiele oder Anekdoten.
Liest man den Klappentext des Buches, erwartet man irgendwie nicht ein fast 200 Seiten langes soziologisches Essay, bei dem man sich zudem noch denk "Danke, ich habe bereits lange verstanden. Komm endlich mal zum Punkt!"
Selten habe ich für so ein kurzes Buch so lange gebraucht, einfach nur, weil ich keine Lust hat weiterzulesen, wie die Autorin vor sich hin schwadroniert.
Der (intelligente) Witz und die Ironie der Autorin gehen in ihrer langatmigen, ausschweifenden Art unter.
Man, oder zumindest ich, hat schon nach wenigen Kapiteln keine Lust mehr auf die ewigen Analogien, die ewigwährenden Beispiele und "Gedankenexperimente".
Nach dem man sich fast 200 Seiten durch ihre Analyse gearbeitet hat kommt sie dann endlich, oh Wunder oh Wunder, endlich zu der Einsicht, dass es wohl das Beste wäre, wenn man sich die Freiheit zur Selbstverwirklichung nicht aufzwingen liese.
Was für eine bahnbrechende Erkenntnis. - Steven Pinker
Gewalt
(10)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrliDieses Buch hat mir richtig gut getan! – Die Menschheit wurde über die Jahrhunderte und Jahrtausende immer friedlicher. Wir leben in der friedlichsten Zeit seit Menschengedenken. Diese Behauptung hat mich überrascht. Aber sie ist wohl begründet. In allen Bereichen unseres Lebens hat die Gewalt abgenommen: Nie gab es so wenige Kriege, nie gab es –im Verhältnis zur Bevölkerung- so wenige Kriegsopfer, nie so wenige Gewaltdelikte, nie so wenig Gewalt gegen Frauen und Kinder. In Pinkers Worten: „Der Rückgang der Gewalt dürfte die bedeutsamste und am wenigsten gewürdigte Entwicklung in der Geschichte unserer Spezies sein.“
Da schüttelt wohl manch ein Leser verwundert den Kopf. Aber schauen wir doch einige Beispiele an:
- Kleinkriminelle werden bei uns nicht mehr gekreuzigt.
- Katzenverbrennen ist keine Volksbelustigung mehr.
- Wir gehen mit unseren Kindern nicht mehr ins Amphitheater um mit ihnen beim blutigen Völkermord zuzuschauen.
- Der Kasperle im Kasperletheater bringt keine Babys mehr um.
- An unseren Strassenrändern stehen keine Galgen mit erhängten Dieben.
- Wir verbrennen keine Hexen mehr.
- Wir müssen nicht unseren Onkel ermorden, um Gemeindepräsident zu werden.
- Wir machen kein tödliches Duell, wenn der Nachbar sagt, mein Hund werde alt.
- Kriege bestehen nicht mehr darin, so viele Untertanen des Feindes wie möglich umzubringen und deren Ernte und Gebäude zu zerstören, um dem feindlichen Ritter die Einnahmequelle zu rauben.
Pinker belegt seine These aber nicht nur mit Einzelbeispielen, sondern auch mit einer ganzen Reihe sorgfältig ausgewerteter Statistiken. Dabei stellt sich die Frage, welche Zahlen relevant sind. Ist es schlimmer, wenn in einem Krieg 5'000 von 10'000 Menschen getötet werden, oder ist es schlimmer, wenn 50'000 von einer Million sterben? Als Soldat habe ich im zweiten Fall wesentlich bessere Überlebenschancen und das ist wohl, was mich in diesem Moment interessiert. Deshalb vergleicht Steven Pinker jeweils nicht die absoluten Zahlen (5'000 gegen 50'000), sondern die prozentualen Anteile (50% gegen 5%).
Was sagen also die Statistiken? – Eine Auswahl aus den reichen Daten:
- Unter den prähistorischen Leichen finden wir praktisch keine, die nicht Spuren von Gewalt trägt.
- Zwischen 14'000 und 1770 v.u.Z., bevor staatlich organisierte Gesellschaften entstanden, starben im Durchschnitt 15% der Menschen einen gewaltsamen Tod
- In Jäger- und Sammlergemeinschaften blieb der Anteil gewaltsamer Todesfälle bis in die jüngste Zeit auf diesem hohen Niveau.
- Bei vorstaatlichen Gesellschaften, in denen teils gejagt und gesammelt und teils Ackerbau betrieben wird, ist die Gewaltrate am höchsten: Im Durchschnitt sterben da 24,4% an Gewalt.
- Durch die Gründung von Staaten sank die Gewalt auf einen Drittel bis einen Fünftel: Nur noch 5% der Menschen wurden von anderen Menschen getötet.
- Seither ist die Gewaltquote stetig, mit einigen Rückschlägen, weiter gesunken. Die blutigsten Jahrhunderte Europas seit der Gründung moderner Staaten waren die Religionskriege im 17. Jh., als 2% der Bevölkerung durch Gewalt starben, und die zwei Weltkriege, in denen es 3% waren.
- Heute sind die Anteile der Kriegsopfer weltweit bei etwa 0,03%. Wenn man für die USA auch die Zivilpersonen dazu zählt, die durch eigene Landsleute umgebracht werden, kommt man auf 0,8%. In anderen westlichen Staaten sind es noch weniger.
- Die Morde in verschiedenen Gegenden von England vom 13. bis zum 20. Jahrhundert sind um den Faktor 10, 50 und in manchen Fällen um 100 zurückgegangen – zum Beispiel von 110 Morden pro 100'000 Einwohner pro Jahr im Oxford des 14. Jahrhunderts auf weniger als einen Mord pro 100'000 Einwohner Mitte des 20. Jahrhunderts in London.
Pinkers Botschaft ist aber natürlich nicht, dass wir uns nun beruhigt zurücklehnen sollten. Die heutige Gewalt wird nicht dadurch besser, dass es früher noch viel schlimmer war. Vielmehr analysiert er die Ursachen für die Gewalt und für die Verbesserungen und untersucht wie Kriege geschlichtet werden können. Als „fünf innere Engel“, die uns dabei helfen, ortet er:
1. Den Leviathan (vor Pinker kannte ich nicht einmal diesen Ausdruck): Eine solide Gesetzgebung und eine Polizei, von denen sich die breite Bevölkerung und auch die Minderheiten vertreten fühlen. Gar nicht gut zu sprechen ist Pinker dagegen auf die Kultur der 60er Jahre, in der die Forderung nach Ruhe und Ordnung als spiessbürgerlich verhöhnt wurde, was zu wesentlich mehr Gewalt führte.
2. Sanfter Handel: Kein vernünftiger Geschäftsmann wird seine Handelspartner und Kunden bekriegen.
3. Verweiblichung: Frauen sind friedlicher als Männer. Durch die Frauenbewegung wurde unsere Welt friedlicher.
4. Der sich erweiternde Kreis: Durch den internationalen Handel und den kulturellen Austausch sinkt die Bereitschaft, andere Völker zu bekriegen.
5. Rolltreppe der Vernunft: Menschen sind im Laufe der Zeit im Sinne der Aufklärung immer vernünftiger geworden. Pinker zeigt an einer Reihe von Hinweisen, dass Lesen (auch Romane), wissenschaftliches Denken und Allgemeinbildung friedfertig macht. Er sieht dabei einen Rolltreppen-Effekt: ist einmal ein erster Schritt in Richtung Vernunft getan, läuft die Entwicklung von alleine in diese Richtung weiter, sofern sie nicht durch eine massive Katastrophe rückgängig gemacht wird.
Es ist ein ausserordentliches, ein wichtiges Buch, weil es Dinge sagt, die sonst nicht gesagt werden. Ob man sich für die über 1000 Seiten Zeit nehmen will, ist eine andere Frage. Sicher wäre auch das ein Schritt zu mehr Friedfertigkeit. - Oliver Kalkofe
Sieg der Blödigkeit
(15)Aktuelle Rezension von: Thomas_LawallKurz vor der Bundestagswahl 2025 erreichte mich dieses Buch. Mündige Bürger/innen haben inzwischen gewählt und schon von daher kam mir die Lektüre gerade recht, da mir die Formulierung des Titels doch irgendwie zum, in meinen Augen eher ernüchternden, Wahlergebnis zu passen scheint.
Aber potentielle Leserinnen und Leser müssen keine Angst haben. Es ist bei weitem kein politisches Buch. Es ist viel schlimmer.
Die zahlreichen Demonstrationen im Vorfeld der Wahl erzielten, wenn überhaupt, nur ein bescheidenes Ergebnis. Woran das wohl liegen mag? Antworten hierauf gibt Oliver Kalkofe nicht direkt. Indirekt könnte man aber solche ebenfalls im Titel und/oder Untertitel des Buches vermuten.
Erst einmal stellt uns der Autor eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Untiefen vor, die es allesamt in sich haben. Formulierungstechnisch gesehen jedenfalls. Verbal hat er zweifellos das große Gnaden-Los gezogen.
Zuerst gilt es, Schuldige zu finden. Da gäbe es unzählige personifizierte Möglichkeiten, doch er hält den Ball zunächst relativ flach, indem er ganz allgemein das Gehirn als Verantwortlichen ausmacht. Gute Tarnung, denn es könnte ja schnell jemand beleidigt sein.
Mit ein Grund für das Erstarken der Blödigkeit könnte der immer weiter schrumpfende Informationsgehalt von Nachrichten sein, der insbesondere im Internet (und gewissen Printmedien) immer weiter zusammengekürzt wird, um dem reduzierten Aufnahmevermögen der Nutzer/innen Rechnung zu tragen.
"Früher gab es anscheinend mehr Buchstaben."
Krass wird es, wenn er sich das "Berufsbild Influencer" vornimmt. Jene Species, die,
"dank exzessiver chirurgischer Körper-Modifikationen aus optisch massengeschmackstauglichen, aber emotional ausgehöhlten Lebensformen besteht."
Doch das ist erst der Anfang, und im Vergleich zu jenem, was dann seitenweise folgt, noch zurückhaltend-höflich formuliert.
Doch es gibt ja noch weitaus drolligere Themenbereiche und egal ob es sich um Künstliche Intelligenz, die ach so lieben Feiertage, die "Krisen-Akte Karneval" oder Medien und Werbung im Allgemeinen handelt, weiß der satirische Beobachter ein wahres Feuerwerk an Unterstreichungen abzubrennen.
Besonders beeindruckt hat den Rezenten das Bombardement aus schlagkräftigen Metaphern, die in der Tat zum wiederholten Genuss und Auswendiglernen einladen. Dazu gehören beispielsweise Formulierungen wie "Vernunfts-Narkotisierung", Desinformationsflatulenz", Bildungs-Allergiker", oder "stabile Seitenlage der geistigen Bewegungslosigkeit".
Für Fortgeschrittene bieten sich Kreationen wie die "orthografische Schnappatmung", "Emotionsverstopfung" oder "schlauchlippige Botox-Endlagerstätten" an. Und wer meint, der Rezensent hätte hier schon alle Höhepunkte der Kalkofe'schen Wortkunst verraten, der irrt gewaltig.
"Sieg der Blödigkeit" ist ein massiv-gesellschaftskritischer Rundumschlag der konzentriert-gehobenen Sonderklasse. Durch eine feinsinnige, aber ebenso unverschämte wie gnadenlose Überspitzung aktueller Entwicklungen entsteht fast so etwas wie ein ambivalentes Staunen, so als ob einem ein herzliches Lachen im Halse erstickt und im nächsten Augenblick mit Brechreiz koaliert.
Wie man diese Bestandsaufnahme des Grauens letztlich verkraften soll, weiß der Rezensent auch nicht. Dessen (Rest-)Verstand ermahnt allerdings zur Ruhe und Geduld: Schließlich sei die Evolution noch in vollem Gange und manchmal - Pech, wer das gerade erleben sollte - lege sie eine längere Pause ein.
Doch es ist noch nicht alles verloren, denn es gibt durchaus noch Hoffnung, oder wie Oliver Kalkofe sagen würde...
… steht im letzten Kapitel.
Stehender Applaus! - Antonia Hayes
Die relative Unberechenbarkeit des Glücks
(29)Aktuelle Rezension von: BuchwurmchaosDas Debüt von Antonia Hayes fiel mir in der Bibliothek in die Hände. Ich dachte, es handele sich um ein hochbegabtes Kind, ein trivialer, schöner Roman um Glück und leicht unterhaltsam zu lesen.
So beginnt dieser Roman auch, und weder Klappentext noch Aufmachung des Covers weisen darauf hin, dass in diesem Buch ein sehr ernstes Thema behandelt wird, das leider immer wieder in der Presse die Gemüter bewegt.
Es ist daher für mich schwierig, da ich in keiner Weise spoilern möchte, aber so viel vorab: Es ist alles, aber kein trivialer Roman über ein hochbegabtes Kind!
Natürlich handelt es um einen kleinen Jungen, der außergewöhnlich schlau und wissbegierig ist, der aber auch immer wieder Krampfanfälle hat, die ihn für längere zeit in die Klinik bringen.
Es handelt von einer jungen Mutter, die alleinerziehend dem Leser nicht grade sympathisch erscheint, da sie ihrem Sohn sehr viel untersagt und eher wie eine besorgte, völlig überforderte Mutter erscheint.
Zu Beginn verweigert sie dem sterbenden Großvater dessen letzten Willen: Seinen Enkelsohn zu sehen, der von der Existenz des Großvaters nichts weiß, geschweige denn von der gesamten Familie seines Vaters, da die (böse) Mutter diesen Kontakt verschweigt. So wie sie auch alle Informationen über ihren Ehemann, dem Vater des Jungen verdrängt.
Doch je weiter man liest, desto klarer wird dem Leser, dass diese Mutter nicht einfach nur enttäuscht, besorgt und ungerecht ist, sondern dass sie, die ihre ganze Karriere aufgegeben hat, diverse sehr gute Gründe hat, sich so oder ähnlich zu verhalten.
Lange Zeit war ich als Leserin schnell dabei, die Mutter für ihr seltsames Verhalten zu verurteilen und auch nach Beenden des Buches bin ich mit ihr nicht vollständig versöhnt.
Aber, und das ist das Entscheidende, dieses Verhalten und der Inhalt des Buches enthalten ein sehr ernstes Thema, das die Autorin sehr plausibel darstellt und das mich sehr aufgewühlt hat.
Da ist ein junges Paar, ein junger hochbegabter Physiker mit besten Vorrausetzungen zur großen Karriere und eine junge Frau, Tänzerin mit tollem Talent und Anfragen aus aller Welt. Und eine Schwangerschaft zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, ausdiskutiert und das Kind mit Freude erwartet: "Wir werden das schaffen!".
Und dann das Drama, das unweigerlich den Verlauf nimmt, den wir aus Presse und Nachrichten immer wieder hören.
Die Familie zerstört, der Kontakt abgebrochen, verschwiegen, vertuscht. Und dann der Vater: Schutzfunktion der Psyche: "Das war nicht ich! Ich bin unschuldig!!!!"
Und ein Kind: Für immer gezeichnet, für immer erkrankt.
Fazit: Lesen!
- Klaus Ungerer
Gott Go Home!
(4)Aktuelle Rezension von: ToralfokoDer eloquente ehemalige FAZ-Kolumnist Klaus Ungerer versucht in „Gott Go Home“ herauszufinden, warum die Idee eines Gottes immer noch nicht komplett auf der Müllhalde der Ideengeschichte gelandet ist. Jedenfalls listet er gute Gründe auf, warum es endlich Zeit dafür wäre. Ein so witziges Buch zum Thema „Warum ist Gott immer noch nicht richtig tot und wann ist es endlich so weit?“ gab es sicherlich noch nie. Hier zeigt endlich mal jemand, wie unterhaltsam Sachbücher sein können, wenn der Autor der deutschen Sprache mächtig ist, dubidubidu!
- Samira El Ouassil
Erzählende Affen
(4)Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
«Wir entdecken überall Geschichten, weil wir überall welche finden wollen, beziehungsweise finden müssen, selbst wenn es sich um abstrakte Formen handelt. Unser Gehirn sucht nicht nur nach Geschichten – es ist regelrecht süchtig nach ihnen.»
In diesem Sachbuch werden, banal gesagt, die Erkenntnisse der Erzähltheorie erörtert. Angefangen mit Lagerfeuergeschichten, Stammesgeschichten, Mythen und Märchen bis hin zur Ilias, Odyssee, über Herr der Ringe und Harry Potter, über die PR bis zum Gaming. Es geht auch um Selbstdarstellung auf Instagram usw. Wir alle wachsen mit Heldengeschichten und Märchen auf. Die Elemente der Heldenreise von Joseph Campbell «The Hero with a Thousand Faces» von 1945 sind der Grundstock. Jede Menge Bücher, Filme und TV-Serien werden nun als Beispiel benannt. Um die Heldenreise kurz zusammenzufassen: Ein Mensch wie du und ich (meistes; hin und wieder wird gleich der Held gerufen) wird in eine Situation gebracht, in der er sich finsteren Mächten (den Antagonisten) entgegenstellen muss – und er wird am Ende siegen. Meistens hat er sich die Rolle nicht selbst gewählt, sondern will lediglich in Ruhe sein Leben verbringen. James Bond oder Supermann sind Helden, deren Lebensziel es ist für das Recht zu kämpfen, als solche zu Beginn gleich als Held identifizierbar. El Ouassil und Friedemann Karig erklären anhand der Heldenreise unsere Erzählstruktur von Anbeginn, die «Geschichte der Menschheit … auch als Summe unserer geteilten Geschichten» als tiefverwurzelte Narrative. Durch Anstrengung und Furchtlosigkeit kann ein Held alles erreichen, die Welt retten, Denkstrukturen durchbrechen, Menschen, Kulturen zusammenführen. Wir alle kennen die kollektiven Geschichten, die die Menschheit fasziniert, die weitererzählt werden, die uns glauben lassen, alles wird am Ende gut ausgehen, die Trost in dunklen Zeiten spenden, die uns helfen, uns zu orientieren, die Welt zu verstehen, uns helfen, das Gute vom Schlechten zu identifizieren, die Moral schärfen, uns in fantastische Welten katapultieren.
«Wer bestimmt, wer wann und wo mehr Recht auf die Validität seiner Geschichte hat? Konflikte vermeintlich kultureller Art sind oftmals narrative Konflikte, da Kultur selbst eine Erzählung ist von dem, was gut und wahr und schön ist – oder eben nicht.»
Diese Strukturen kann man natürlich auch mit gefährlichen Narrativen füllen, politisch, rassistisch, religiös usw. Was erzählt wird, wird zunächst geglaubt, wenn es gut verpackt ist durch Sprachpolitik und Framing. «Und je mehr Menschen sich auf bestimmte Erzählungen einigen, desto mehr verfestigen sich auch die darin eingebetteten Narrative.» Und so landen wir bei Lügen, Fakenews, Propaganda, Kriminalität. PR, Werbung, Politik – alles funktioniert nach dem Storytelling – eine gute Geschichte erzählen, um bei Zuhörern anzukommen. Einer macht sich selbst zum angeblichen Volkshelden, erklärt eine andere Gruppe zum Antagonisten, zum Feind, zum «Untermenschen», zur Gefahr usw. – die Geschichte zeigt genügend Beispiele, wie es funktioniert. Die anderen sind an allem Schuld, wenn es bei einem selbst nicht funktioniert. Ein gutes Storytelling kann ganze Völker aufhetzen.
«Man benötigt weiterhin einen Journalismus, der das Problem verständlich macht und dessen Tragweite vermittelt, aber man braucht ebenso eine konstruktive, lösungsorientierte Berichterstattung, um Verhaltensänderung zu inspirieren.»
Unsere Zivilisation und Kultur basiert auf unseren Geschichten. Es gibt ziemlich viele Erzählungen, Mythen und Märchen, die auf der ganzen Welt sind, egal welche Kultur sie erzählt, die im Prinzip die gleiche Grundgeschichte erzählen. Ein Held wird erst gerufen oder muss sich stellen, wenn die Gesellschaft bedroht wird, wenn sowieso alles verloren scheint. Dann muss einer es wagen, sich für alle ins Zeug zu scheißen. Wir bezeichnen gefallene Soldaten als Helden und mancher wird heute als Held bezeichnet, weil er früh ins Gras biss, und nicht mehr zeigen konnte, ob er wirklich einer geworden wäre. Laut Forschern spalteten sich die Menschen von den Tieren ab, als sie begannen, Lügengeschichten zu erzählen, was wahrscheinlich mit der Sprachentwicklung zur gleichen Zeit passierte. Unsere Stammesgeschichten zeigen selbstverständlich auch ein Macht- und Geschlechterverhältnis. Die Frau spielt eine untergebene Rolle. Wenn die Geschichten es erzählen, wird es so richtig sein. Es hat lange gebraucht, um eine Wendung zu erzwingen. Ebenso: «Macht euch die Erde untertan», alles Narrative, die wir durchbrechen müssen. Und der moderne Roman zeigt, dass eine Geschichte auch ohne Helden – Heldengeschichte – funktionieren kann.
«Um zu verstehen, inwiefern Geschichten ein wirkmächtiges Instrument der Menschheit waren, muss man begreifen, dass der Mensch Geschichten genutzt hat, nicht nur um sich zu unterhalten, um Affekte zu evozieren, sondern auch um Informationen zu verbreiten und früher – um das Lagerfeuer herum – wurden Geschichten genutzt, um überlebensnotwendige Informationen und Botschaften auf niedrigschwellige Art und Weise schnell zu multiplizieren.»
Das Buch ist in die zwölf Kapitel einer Heldenreise gegliedert. Im letzten Teil geht es um die Richtung der Erzählung, die immer gleich bleibt. Die Autoren sagen, Journalisten berichten falsch zum Thema Klima, Klima-Aktivistinnen reden von Verboten, machen uns alle zu Antagonisten. Hier geht es aber um die Verantwortung des Einzelnen, etwas besser zu machen, sich zu verändern. Verhaltensänderung erreichen wir nur, wenn wir unser heutiges Verhalten als beschämend und ehrlos begriffen. Mit Verboten klappt es nicht. Die Klimakatastrophe kann nicht von einem Heldenteam aufgehalten werden – es gibt auch keinen einzelnen Antagonisten, eine Gruppe böser Buben, die Heldenreise funktioniert nicht zu diesem Thema. Ach ja – wer sagt schon Katastrophe? Das Narrativ ist Klimawandel. Die Autoren raten: «Jedes abgeschaltete Kohlekraftwerk, jedes neu gebaute Windrad muss zu einem gefeierten Meilenstein auf der Heldenreise der Vernünftigen werden.» Gesellschaften verändern sich über die Geschichten, die man ihnen erzählt. Das kann man positiv nutzen, die Welt, die Gesellschaft zu verbessern, oder manipulativ, um Kriege zu führen, um Gesellschaftsschichten zu auszustoßen, um Regierungen zu stürzen. Wahrheit und Lüge zu unterscheiden, ein wichtiges Thema im Storytelling. Das Internet mit seinen vielschichtigen Möglichkeiten zeigt: «... wo laut diverser Untersuchungen die Wut das Gefühl ist, das am meisten geteilt wird.» Wut und Hass verbreiten, den Emotionen freien Lauf lassen. Zu erklären ist eine Möglichkeit, dies zu stoppen, die bei den Wutschnaubenden meist aber nicht ankommt – von anderer Seite wird das Feuer minütlich angeheizt. Hier funktionieren die Stammesgeschichten nicht mehr.
«Das Wort Klimawandel, so harmlos es klingt, ist eine Erfindung der US-amerikanischen Republikaner, die versucht haben, dass die Vorstellung, das Konzept wir unseren eigenen Lebensraum zerstören, dass wir unsere eigene Atmosphäre erhitzen, bis der Planet brennt, in ein Wort zu gießen, was weniger bedrohlich klingt, quasi: natürlich. Ein Klimawandel und nicht eine Klima-Erhitzung oder Welt-Zerstörung»
Soziologie und Kulturtheorie, Rhetorik von der Stammesgeschichte bis zum Storytelling im Marketing, im Selbstmarketing bis zu Instagram und TikTok, einschließlich populistischer Lügen und Verschwörungsmythen. Ein feines Buch das sich mit kollektiven Geschichten und deren Auswirkung auf die menschliche Psyche beschäftigt. Leider ist der Sprecher des Hörbuchs, Sebastian Dunkelberg, nicht der englischen Sprache mächtig. In diesem Sachbuch kommen eine Menge allgemeiner Anglizismen vor, die man eigentlich kennen sollte. Bei der falschen Aussprache dieser Worte klingelte es in meinen Ohren bis hin zum Zahnschmerz. Das ist wirklich ätzend. Und ganz ehrlich, ich finde, das Buch ist als Papierwerk sowieso wertvoller. Ich werde es mir holen. Es gibt kluge Gedanken, die ich gern nochmal nachschlagen mag, und es beinhaltet sehr viel Information, die gelesen besser verarbeitet werden kann. Ein Buch, in dem man auf Papier gut markieren kann und den Rand vollschreiben.
«Wir müssen viel stärker in den Fokus rücken und eindrücklich davon erzählen, was wir als Menschen, als Gesellschaft, als Eltern von Kindern und Kindeskindern gewinnen können. Und zwar nicht nur eine gewisse Stabilität und das Überleben unserer Spezies, sondern auch so etwas wie Banales, wie bessere Luft, saubere Flüsse, gesünderes Essen. Momentan steht sehr stark im Fokus, was schlechter werden könnte oder schlechter wird. Wir könnten aber auch davon erzählen, in welcher Welt wir eigentlich leben wollen und worüber wir uns freuen würden. In 20 oder 30 Jahren.»
Samira El Ouassil, geboren 1984 in München, ist eine deutsche Autorin, Schauspielerin, Musikerin und Politikerin (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative). Seit September 2018 schreibt sie für das Onlineportal «Übermedien» die Kolumne «Wochenschau».Seit 2019 moderiert sie zusammen mit Christiane Stenger den philosophischen Audible-Podcast «Sag niemals Nietzsche». Seit 2020 schreibt sie eine Online-Kolumne beim «Spiegel». Zusammen mit Friedemann Karig moderiert sie seit 2020 den Podcast «Piratensender Powerplay». El Ouassil ist Sängerin der Band Kummer und Mitglied im Verein Mensa.
Friedemann Karig, geboren 1982, studierte Medienwissenschaften, Politik, Soziologie und VWL und schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, das SZ-Magazin, Die Zeit und jetzt. Er moderierte das für den Grimme-Preis nominierte Format «Jäger&Sammler» von «funk», dem jungen Online-Angebot von ARD und ZDF. Mit Samira El Ouassil betreibt er den Podcast «Piratensender Powerplay». Dschungel war sein literarisches Debüt, zuvor erschien 2017 sein Buch «Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie». Das von ihm 2021 zusammen mit Samira El Ouassil verfasste Buch Erzählende Affen wurde zum Bestseller und für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert. Karig lebt in Berlin und in München.
- Julie Garwood
Wie ein Feuer in dunkler Nacht
(9)Aktuelle Rezension von: MimabanoNa ja...Was soll ich sagen.Das Buch habe ich schon vor langer Zeit gelesen und leider gehört es nicht zu meinen Favoriten.Die Protagonisten sind farblos und bleiben einem nicht besonders lang in Erinnerung.Es wurde viel geredet und zwischendurch gekämpft und gestritten.Es kam mir auch so vor als hätte die Geschichte Ähnlichkeit mit einem anderen Buch der Autorin,dessen Titel ich leider nicht mehr weiss.Ich habe schon sehr sehr viele Bücher aus diesem Genre gelesen und weiss daher das es auch besser geht.Mehr gibt es da eigentlich nicht zu sagen.Bei Interesse in diesem Genre würde ich dieses Buch nicht unbedingt empfehlen.Klappentext : 📖 Nur knapp einem Massaker entkommen, in dem ihre Familie getötet wurde,muss die schöne Elizabeth Montwright aus der Burg ihrer Vorfahren fliehen.Sie schwört blutige Rache.Dabei wendet sie sich an den mutigen Ritter Geoffrey ,der die Mörder vertrieben hat.Er soll sie bei der Einforderung ihrer Güter unterstützen,doch er plant eine weitaus reizvollere Eroberung... - J. Kenner
Deep Love
(60)Aktuelle Rezension von: sakura_booksDeep Love ist eine fantastische und romantische Geschichte die total spannend ist und einem auch oft durch die Zeit reisen lässt die, die Protagonisten Wyatt und Kelsey erlebt haben. Ausserdem hält sie die Spannung bis zum Ende hin was wirklich in dieser einen Nacht passiert. Als Wyatt und Kelsey wieder aufeinandertreffe knistert und funkelt es von dem ersten Augenblick, als Kelsey dann noch für ihn Model stehen sollte und dies nackt für seine Fotografie ist alles anders. Sie lehnt ab, da sie die Vergangenheit noch nicht verkraftet und ihm geht es genau gleich. Er ist noch total wütend auf sie und enttäuscht bis tief in die Knoch...doch er erfährt Stück für Stück was wirklich in dieser einen Nacht passiert ist...
- Bruno Jonas
Vollhorst
(5)Aktuelle Rezension von: HoldenB.J. zeigt uns die Horstisierung der Gesellschaft auf, v.a. die unserer politisch und demokratisch gewählten Spitzenpolitiker, und läßt sie Luft aus so mancher aufgeblasener Elitenpersönlichkeit. Manches brennt sich geradezu ein, wie daß Deutschland ein Beamtenstaat ist, in dem die Hälfte der Steuereinnahmen für den eigenen "Zirkus" für die eigenen Bedürfnisse verbracht wird. Mir als (halbgelungenen) Juristen leuchtet ein, daß er sich über die Fülle an Gerichten in Deutschland echauffiert, die ohne Ende Papier produzieren und das Ganze einfach kein Ende nehmen will. Wenn er die Existenzberechtigung einiger Bundesländer anzweifelt, möchte ich anfügen, daß man schon berechnet hat, wie milliardenteuer eine Zusammenlegung einiger (kleinerer) Bundesländer werden würde, man beachte jetzt den Wahnsinn mit der Pendelei in die "Bundesstadt" Bonn. Die persönlichen Einschübe, wie die Überlegungen über eine neue Küche, bremsen das Ganze etwas, aber insgesamt eine sehr erhellende Lektüre.
- Petra Hülsmann
Meistens kommt es anders, wenn man denkt
(43)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderDas Hörbuch ist mit Nana Spier als Sprecherin toll besetzt und macht einfach Laune.
Nele will einfach ihren neuen Job bei einer Hamburger PR Agentur machen und von dem Trubel in ihrem Privatleben hat sie erst mal die Nase gestrichen voll. Aber es kommt anders. Ihre Mama will heiraten, ihren Vater und dies ganz groß. Neles behinderter Bruder möchte Tierpfleger werden und ausziehen und bei der Arbeit wird sie vom äußerst attraktiven Chef Claas mit einer Politkampagne betraut. Während der Arbeit trifft sie auf ihren EX und plötzlich ist Nele wieder mitten drin im Chaos aus Gefühle, Arbeit und Familie. Petra Hülsmann schreibt einfach immer herrlich erfrischend unterhaltsam und komisch und lässt auch leisen Tönen und tiefen Gefühlen viel Platz.
- Emily Bold
Ein Kuss in den Highlands
(7)Aktuelle Rezension von: SanNitEmily Bolds Bücher höre ich mir sehr gerne an.
Die Sprecherin hat eine angenehme, beruhigende Stimme. Allerdings hätte es hier etwas mehr Pepp benötigt, gerade die wenigen Perspektiven von Matt, damit die Unterschiede der beiden besser spürbar gewesen wären. Und auch, als sich Charlotte endlich über ihre Aufgabe „finde dich selbst Charly“ im Klaren ist. Denn darum geht es in dieser Geschichte.
Charlotte lebt seit Jahren ein Leben, das „angenehm unkompliziert“ ist. Und plötzlich kommt die, vor langer Zeit hinter sich gelassene, Vergangenheit in den Vordergrund.
Die Stimme hat mich, dieses mal nicht überzeugt, die Geschichte war aber gut.
Die Reserviertheit und auch die Art und Weise, die Charly beziehungsbedingt, an den Tag legt, ist sehr gut zu mir transportiert worden. Matt ist toll. Er versucht Charlotte aus der Reserve zu locken.
Mir haben ab und an die Zähne weh getan, weil hier doch sehr oft, mit eben diesen gekrirscht wurde. 🙂
Die Geschichte ist nett und was für zwischendurch, da man ihn schön füssig folgen kann. Aber er hat mich nicht so erreicht, wie die anderen Bücher der Autorin - Richard Dawkins
Der Gotteswahn
(10)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
Ich sehe gerade, dass dies hier die CD betrifft. Ich habe nur das Buch gelesen. Die folgende Rezension betrifft eigentlich das Buch, hilft aber vielleicht doch.
‚Der Gotteswahn’ stand während Wochen auf verschiedenen Bestsellerlisten und das zu Recht. Es ist ein aggressives, provokatives Buch von einem militanten Atheisten (so nennt Richard Dawkins sich selber). Dawkins schreibt mit bissigem, scharfem Humor und er hinterlässt Verletzte, und zwar nicht nur solche, die es verdient hätten. Kann ein solches Buch ‚zu Recht’ auf den Bestsellerlisten stehen?
Die Neuen Atheisten, zu deren Kern ‚the four horsemen’ Richard Dawkins, Daniel Dennett, Christopher Hitchens und Sam Harris zählen, sehen sich als Gegenbewegung des religiösen Fundamentalismus. Sie lehnen auch die gemässigte Religion ab, weil diese dem irrationalen Glauben den Weg bereite. Religion und Naturwissenschaften seien unvereinbar, weil erstere auf blindem Glauben beruhe, während die Naturwissenschaften auf der konsequenten Forderung nach Evidenz basieren. Der blinde Glaube ermögliche Terroranschläge, Inquisition, Religionskriege und Hexenverbrennungen. Die Aufklärung als Gegenbewegung zum blinden Glauben habe uns dagegen Menschenrechte, Demokratie, Humanität und wissenschaftlichen Fortschritt gebracht, man denke nur an die moderne Medizin!
Auch als Atheist muss man dieser Analyse nicht zustimmen. Aber es ist wohl an der Zeit, genauer hinzuhören. Die Situation der Atheisten ist nämlich tatsächlich bemerkenswert. Einerseits sind die allermeisten Naturwissenschaftler Atheisten oder Agnostiker oder haben zumindest eine völlig andere Vorstellung von Gott, als die Durchschnittsbevölkerung. Gleichzeitig werden Atheisten in vielen Ländern diskriminiert. Das geht bis zur Todesstrafe in manchen arabischen Ländern. Aber auch in den sogenannt freien, säkularen USA werden Atheisten in manchen Staaten nicht als Zeugen zugelassen und bekennende Atheisten haben keine reelle Chance, in ein öffentliches Amt gewählt zu werden. Da müssen doch zumindest die Fragen erlaubt sein: Wie kommt es, dass in einer Gesellschaft, die bis in die hintersten Winkel auf Technologie und Naturwissenschaften basiert, Naturwissenschaftler ihr Weltbild verheimlichen müssen? Wie kann es sein, dass Menschen, die das Weltbild der Naturwissenschaftler teilen, in Wahlkämpfen massiv schlechtere Chancen haben?
Ist das gut, wenn unsere klügsten Köpfe ihr Weltbild verheimlichen müssen? - Bereits im 19. Jahrhundert konnte John Stuart Mill zu recht sagen: „Die Welt wäre erstaunt, wenn sie wüsste, welch grosser Anteil ihrer hellsten Zierde, derer, die selbst nach volkstümlichen Einschätzungen von Weisheit und Tugend am angesehendsten sind, der Religion ganz und gar skeptisch gegenüberstehen.“
Insbesondere bestreitet Dawkins, dass wir vor dummen Aussagen einen besonderen Respekt haben müssen, nur weil sie religiös sind. Er zeigt an einer Reihe von Beispielen aus der Bibel, wie grausam deren moralische Grundhaltung ist. Dabei ist sich Dawkins bewusst, dass viele Christen diese Geschichten nicht wörtlich, sondern symbolisch verstehen. Er gibt auch zu, dass es durchaus wertvolle Textstellen in der Bibel gibt. Daraus schliesst er aber, dass wir unsere Moral eben nicht aus der Bibel beziehen. Wir haben bereits ohne Religion ein Wissen über Gut und Böse. Und genau dieses Wissen verwenden gemässigte Gläubige, um geeignete Bibelstellen auszuwählen und andere weg zu lassen.
Nur wenige Gläubige werden z. B. die Geschichte vom Sündenfall wörtlich nehmen. Adam und Eva sind symbolisch zu verstehen. Die Kreuzigung aber ist für einigermassen gläubige Christen die Sühne der Erbsünde. Das bedeutet, wie Dawkins erklärt: „Um sich selbst zu beeindrucken, musste Jesus also gefoltert und hingerichtet werden, als stellvertretende Bestrafung für eine symbolische Sünde, begangen von einer Person, die gar nicht existiert hat?“
Ob es nötig oder schädlich ist, solch eine Ansicht als ‚dumm’ zu verspotten, mag jeder für sich entscheiden. Aber wenn die christliche Kirche derart verquere Ansichten über Schuld und Sühne hat, müssen wir dann ausgerechnet dieser Kirche in jeder Ethikkommission einen speziellen Platz reservieren? - Während gleichzeitig die Naturwissenschaftler mit ihrer Meinung zurück halten müssen, um dies noch einmal zu erwähnen!
Ist aber der Titel ‚Gotteswahn’ berechtigt? – Dawkins zitiert den Neurologen Sam Harris: „Für Menschen, die viele Überzeugungen ohne rationale Rechtfertigung haben, gibt es verschiedene Bezeichnungen. Sind ihre Überzeugungen sehr weit verbreitet, nennen wir sie ‚religiös’; ansonsten sagt man gern, sie seien ‚verrückt’, ‚psychotisch’ oder ‚wahnsinnig’. ...
Also sind religiöse Menschen zwar nicht generell geistesgestört, aber ihre Kernüberzeugungen sind es durchaus.“
Man spürt die Empörung, man spürt aber immer auch, dass die Empörung gar nicht so übel begründet ist. Wer sich ernsthaft für eine humanere Welt einsetzen will, sei dies nun mit oder ohne Religion, der muss sich solchen Fragen stellen. Richard Dawkins stellt solche Fragen mit ätzender Schärfe. Dafür gebührt ihm Dank. - Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen
Der abenteuerliche Simplicissimus
(3)Noch keine Rezension vorhanden - Lexy v. Golden
Sakrale Mädchen
(42)Aktuelle Rezension von: FantasyBookFreakEs geht spannend weiter!
Nachdem Dare auf Decharteau zurückgekehrt ist, unterbreitet sie Lazares drei Bedingungen, an die er sich halten soll, wenn er nicht möchte, dass sie wieder geht. 1. Er soll ihr jederzeit die Wahrheit sagen. 2. Lazares soll sie unter keine Manipulationen mehr außerhalb des Training stellen. 3. Sie will vorerst, dass keine weiteren Annäherungsversuche mehr stattfinden. Schließlich geht es darum, die Zeration zu gewinnen, die Dare und Lazares einiges abverlangen wird. Wird sich Lazares an Dares Regeln halten oder sie umgehen? Denn sie hat ihm keine Anweisungen zu geben. Und wird es Dare, mit Gefühlschaos in ihrem Herzen gelingen, die Zeration zu gewinnen?
Meine Meinung
„Sakrale Mädchen“ ist der zweite Teil der Gefallene Mädchen Reihe von Lexy v. Golden. Band 1 konnte mich ja schon von der Reihe, den Charakteren und der Autorin überzeugen. Die Geschichte um Dare und Lazares hat mich einfach nicht mehr los gelassen, deswegen musste ich Band 2 gleich hinterher lesen.
Band 2 schließt nahtlos an Band 1 an und man bekommt das Ende von Band 1 nochmal erzählt, aber aus Lazares Sicht. Bei diesesm Buch sind die Seiten nur so dahin gefolgen. Der Spannungsbogen steigt mit jeder Seite die man liest und man kommt einfach nicht mehr davon los, weil man wissen will, ob Dare die Zeration überleben wird und wie die Zeration überhaupt aussehen wird. Dieser Punkt hat mich am meisten angefixt, was sich die Autorin, denn da wieder ausgedacht hat. Und ich kann ganz ehrlich sagen, sie hat mich nicht enttäuscht. Man konnte mit Dare mitfühlen, da man als Leser auch irgendwann nicht mehr wusste, was real ist und was eine Manipulation. Das Ende war wieder sehr offen und endet wirklich mitten in der Handlung.
Die Beziehung zwischen Dare und Lazares entwickelt sich in diesem Buch weiter und Dare ist nicht mehr ganz so verängstigt und hilflos. Sie weiß wie wertvoll sie ist und lässt sich auch nicht mehr alles so gefallen. Was wieder zu einigen witzigen Situaitonen führt.
Außerdem gewährt einem die Autorin auch einen weiteren Blick in die Welt, die sie ihr geschaffen hat. Ich bin ganz fasziniert von diesem dystopischen Paris und allem drum herum. Es ist auf jeden Fall mal etwas komplett anderes.
Der Schreibstil hat mir auch wie schon in Band 1 super gut gefallen. Er zieht einen direkt in die Geschichte hinein. Die Autorin hat auch einfach ein Talent, diese Finsternis und Eleganz die diese Vampirwelt mit sich bringt, super gut herüber zu bringen.
Fazit
Ein genialer zweiter Teil, der dem ersten in nichts nachsteht. Ich bin bekomme einfach nicht genau von Dare, Lazares und allem anderen. Ich freue mich sehr auf Band 3 und bin gespannt, wie es mit der Zeration weitergeht. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.























