Bücher mit dem Tag "verschwörungstheorien"
56 Bücher
- Mai Thi Nguyen-Kim
Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit
(224)Aktuelle Rezension von: Johanna_JayIn dem Buch die kleinste gemeinsame Wirklichkeit von Mai Thi Nguyen, geht es Umarmung, wie man mit wissenschaftlichen Studien umgehen sollte, was wichtig ist und worauf man achten sollte. Nguyen schreibt in verschiedenen Kapiteln zum Beispiel über die Legalisierung von Drogen, den Zusammenhang von Videospielen und Drogen und den Gender Pay Gap. Sie erklärt, warum sich die Wissenschaftler nicht immer einig sind und es Publikationen geben kann, die zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Ich fand viele der Kapitel sehr spannend, da sie gut zusammenfassen, warum man sich zum Teil in der öffentlichen Meinung nicht einig ist, ob Videospiele Gewalt fördern, oder ob es einen Gender Pay Gap gibt, bzw. wie groß er ist.
Das Buch ist kurzweilig geschrieben und gibt einige gute Denkanstöße. Meiner Meinung nach ist es der Autorin gut gelungen darzulegen, dass Wissenschaft nicht absolut ist, und die Daten, die einer Interpretation zu Grunde liegen, immer nur so gut sein können, wie das Versuchsdesign.
- Andreas Eschbach
Das Jesus-Video
(802)Aktuelle Rezension von: itwt69"Das Jesus-Video" ist ein hoch spannender Thriller, und man schwankt ständig zwischen Hoffnung und Zweifel: Wird etwas geborgen werden können (oder auch nicht), was Sensationelles (oder auch Belangloses) enthalten könnte? Kurz vor Schluss ist vermeindlich alles aufgelöst, und man fragt sich, was noch kommen soll? 4,5 Sterne
- CK McDonnell
The Stranger Times
(323)Aktuelle Rezension von: Sanne54Mit viel Witz, mal trockenem Humor und mal fast schon Klamauk & schonungslos vorgetragenen Klischees verfolgt man Hannah Willis, die sich nach der Trennung von ihrem äußerst untreuen Ehemann einen Job suchen muss und bei der „Stanger Times“, einem dünnen Nachrichtenblättchen für paranormale Erscheinungen, als stellvertretende Chefredakteurin landet. Und strange sind nicht nur News, sondern auch die Belegschaft, die aber sowohl Hannah als auch man selbst als Leser trotz oder wegen der vielen augenzwinkernden Momente schnell ins Herz schließen kann. Aaronovichs Londoner Reihe wirkt gegenüber McDonnells ebenfalls in England spielender Urban Fantasy fast schon seriös. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt - und ich denke, das ist genau das Ziel dieses Buchs.
Tiefgreifendes und ungewöhnliche neue Impulse für den Bereich Fantasy sollte man vielleicht nicht erwarten, aber durchaus eine in sich konsistente parallele Welt mit der die Mitarbeiter der Stranger Times konfrontiert werden. Ich freue mich auf den Folgeband.
- Umberto Eco
Das Foucaultsche Pendel
(359)Aktuelle Rezension von: Giant7Es ist ganz sicher nicht für jeden geeignet. Manches wirkt überzogen oder absurd, und ohne ein gewisses Interesse an Geschichte, Mystik und Sprachen wie Latein, Französisch oder Italienisch kann es schnell überfordern.
Hilfreich finde ich ein wenig Hintergrundwissen zur Rosenkreuzer-Tradition und zur esoterischen Gedankenwelt Europas seit dem 17. Jahrhundert. Genau in diesem Spannungsfeld aus historischer Realität und Verschwörungstheorien bewegt sich der Roman.
Im Kern geht es darum, dass drei Verlagsmitarbeiter ein angebliches Geheimdokument über die Tempelritter erhalten. Zunächst schenken sie ihm kaum Beachtung, doch nach einem Mord beginnen sie, selbst eine große Verschwörung zu konstruieren – „den Plan“. Dabei verlieren sie zunehmend die Kontrolle und geraten in gefährliche Verwicklungen.
- Ursula Poznanski
Shelter
(307)Aktuelle Rezension von: Buecherseele79Auf einer Geburtstagsfeier hat die Clique um Benny eine tolle Idee - wie weit lassen sich Verschwörungstheorien eigentlich verbreiten? Ein Zeichen sowie eine passende Geschichte dazu wird überlegt und bringt Dinge ins Rollen die plötzlich das Leben aller bedrohen...
"Es war so läppisch einfach, Irre jeder Art aus ihren Löchern zu locken. Die von der gutgläubigen Sorte und die von der vollkommen durchgeknallten". (Seite 66/67)
Mein erstes Buch der Autorin und im Gesamtblick ein sehr spannendes aber auch unglaublich erschreckend realistisches Ereignis.
Der Schreibstil ist perfekt, gerade für die junge Leserschaft. Man bekommt und kommt mit allem mit, die Clique ist bunt und einzigartig und jeder bekommt seinen Standpunkt und seine passende Rolle.
Für mich als erwachsene Leserin wären gewisse Dinge eher vorhersehbar, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch, im Gegenteil.
Die Clique, wie gesagt bunt gemischt, aber hauptsächlich haben wir es mit Benny zu tun. Ein ganz angenehmer Typ, aber es wird klar dass er die Gespenster der Vergangenheit mit sich trägt und somit eine Bürde hat. Trotzdem ist die Entwicklung von ihm sehr realistisch und verdammt gut umgesetzt.
Aus Spaß und weil ein paar Freunde der Clique an Verschwörungstheorien glauben wollen sie ihre eigene Theorie aufstellen. Gesagt - getan. Doch schneller als man denkt übernimmt ein Anderer das Zepter und spinnt die Geschichte weiter. Was als Spaß beginnt entwickelt sich immer mehr zu einem grösseren Problem.
Die Entwicklung dieser Verschwörungstheorien, die ehrlich an den Haaren herbeigezogen ist, war erschreckend und vor allem realistisch. Dass Menschen jeder Altersgruppe und egal welchen Stand in der Gesellschaft, an solch einen Blödsinn glauben und dafür auch Straftaten begehen würden - da trifft die Autorin komplett ins Schwarze.
Zeitweise packt eines dieses beklemmende Gefühl beim lesen und hin und wieder habe ich mich umgedreht weil ich selbst Paranoia entwickelt habe.
Auch die Dynamik in der Clique ändert sich. Während die einen hier die Probleme sehen wollen die anderen die Entwicklung vorantreiben und weitere Ergebnisse abwarten. Plötzlich sind nicht mehr alle Freunde zu erreichen, mysteriöse SMS erreichen Benny und man ist gefangen zwischen Wahrheit und Lüge.
Das Ende war sehr gut und im Ganzen realistisch gesetzt umgesetzt und ich muss sagen- ein Buch was man gelesen haben sollte.
- Jens Henrik Jensen
Oxen. Das erste Opfer
(310)Aktuelle Rezension von: MartinchenDer ehemalige, hochdekorierte Elitesoldat Niels Oxen nach etlichen Auslandseinsätzen schwer traumatisiert. Seinen Dämonen, die ihn nachts nicht schlafen lassen, begegnet er mit Joints und Alkohol. Dann gerät er unter Mordverdacht und bekommt das gut dotierte Angebot, den wahren Täter zu finden. Zusammen mit der Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck übernimmt er die Ermittlungen. Er fördert Erstaunliches zutage, kann letztendlich jedoch nichts beweisen – aus guten Gründen.
Ich bekam den Band von einer Freundin, die sich sehr begeistert geäußert hat. Diese Begeisterung kann ich leider nicht teilen. Die ersten Seiten konnten mit überhaupt nicht überzeugen, sondern langweilten mich eher. Erst als Oxen zusammen mit Franck beginnt, nach Motiven und Tätern zu suchen, wurde der Thriller zunehmend spannender. Für mich allerdings zieht er die Spannung hauptsächlich daraus, dass ich wissen wollte, wer genau der Drahtzieher ist. Für mich gibt es auch einige Ungereimtheiten. So wie ich Oxen beschrieben habe, ist mir unklar, ob er wirklich so präzise, klar und strukturiert denkt. Seine körperlichen Fähigkeiten nehme ich ihm ab, denn er trainiert sie regelmäßig. Ich möchte jetzt nicht zu viel verraten, doch die fehlenden Beweise werden spurlos vernichtet. Dazu braucht es in der beschriebenen Art mehrere Personen, bei denen sichergestellt sein muss, dass sie absolut loyal sind.
Den zweiten Band habe ich bereits begonnen, denn ich habe eine Vermutung, die ich gern bestätigt sehen möchte.
Fazit: ein spannender Thriller, aber den Hype um Oxen kann ich nicht teilen
- Stephen King
Der Anschlag
(90)Aktuelle Rezension von: Emmas_BookhouseDas Buch ist eines meiner Lieblingsbücher und ich dachte, hörst du es dir einmal an.
Tatsächlich war ich nicht so sehr in der Geschichte wie beim Buch, trotzdem war es wirklich gut.
Zeitreisen sind seit jeher interessant und auch hier finde ich es wirklich spannend, was der Schmetterlingseffekt auslöst.
Das Attentat zu vereiteln, löst in aller Welt Dinge aus, die sonst nie passiert wären. Aber auch der Weg bis zum Attentat ist super spannend erzählt.
Wer King kennt, weiß, dass er sehr ausladend schreibt, dass wir alles von den Protagonisten erfahren, woran man nicht mal dachte, aber genau das macht seine Geschichten aus.
Ich bin froh, es noch einmal gehört zu haben und werde es mit Sicherheit auch irgendwann noch einmal lesen.
Ich gebe hier 4 von 5 Sternen
- Benedikt Gollhardt
Westwall – Auf welcher Seite willst du stehen?
(114)Aktuelle Rezension von: Ellekens„Westwall“ von Benedikt Gollhardt, erschienen im @penguin am 25.02.2019, 496 Seiten
In meinem Lesekreis wollten wir mal wieder etwas Spannendes lesen. Da wir von uns aus in die Eifel schauen können und der Westwall somit nicht wirklich weit von uns weg ist, haben wir uns für diesen Thriller entschieden.
Zur Info: Der Westwall ist ein von Hitler gebautes Bollwerk im Westen Deutschlands. 630 Meter lang - von den Niederlanden bis nach Frankreich – besteht es aus 15.000 Bunkern, Panzersperren, Tunnelsysteme und Gräben. Gebaut wurde es zwischen 1936 bis 1940. (gerne mal googlen – sehr interessant)
Der Westwall ist neben Köln und Umgebung der Schauplatz dieser Geschichte. Julia, eine junge Frau in der Ausbildung zur Polizistin, lernt vermeintlich zufällig den jungen Nick kennen und verliebt sich in ihn. Nach ihrer ersten Nach erblickt Julia am schlafenden Nick ein Tattoo auf seinem Rücken in Form eines Hakenkreuzes. Erschrocken stellt sie weitere Nachforschungen an und findet heraus, dass er sich unter falschem Namen bei ihr bekannt gemacht und ein großes Vorstrafenregister hat.
Gleichzeitig ist der Verfassungsschutz hinter Ira, einer sehr gewaltbereiten Terroristin, her, die sich mit ihrer Gruppe versteckt hält. Ein Maulwurf erschwert die Arbeit.
Was verbindet Julia und Ira? Warum wurde Nick auf Julia angesetzt? Und was ist das für ein rechtsradikales Bündnis, dass da im Hintergrund agiert? Diese Fragen werden alle nach und nach bis zu einem großen Showdown am Ende beantwortet. Bis dahin steigert sich die Spannung stetig, nicht zuletzt durch die düstere Kulisse des Westwalls.
Benedigt Gollhardt ist ein namhafter Drehbuchautor – kein Wunder also, dass das Buch zu einer Serie im Jahr 2021 für das Fernsehen verfilmt wurde.
Ich habe das Buch gerne gelesen, brauche jedoch nicht so oft Ausflüge in dieses Genre.
- Marcus Wächtler
Reichsland
(35)Aktuelle Rezension von: PatchcopInzwischen drei Jahre alt hat sich auf der deutschen politischen Bühne sehr viel, insbesondere zum Negativen, geändert.
In dem Buch wird die Strafversetzung des im Kanzleramt in Ungnade gefallenen Eric in die (fiktive?) Abteilung 8 geschildert. Diese hat sich mit dem Dritten Reich, welches nach der Beschreibung im Buch noch existiert, zu beschäftigen. Nach einen nich so grandiosen ersten Tag wird Eric mit einer Kollegin in die tiefste sächsische Provinz geschickt. Auf dem Weg dorthin und in einem kleinen Kaff komme sie in Kontakt mit Einheimischen, welche den verschiedensten Verschwörungstheorien anhängen , seien es die Chemtrails der Flugzeuge, die Impflüge, die BRD GmbH usw.. Teils interessant, teils humorvoll, etwas Erotik und in einem sehr flüssigen Schreibstil habe ich das Buch in zwei Tagen gelesen und es hat mir sehr gut gefallen.
- Terry Miles
Rabbits. Spiel um dein Leben
(141)Aktuelle Rezension von: ClaudiaGrothusTerry Miles legt von der ersten Seite an ein ungeheures Tempo vor. Bei diesem Buch gibt es kein Überlegen, ob es einem wohl gefällt oder nicht: du bist sofort drin oder du bist nicht drin. Auch wenn man das Gefühl hat, nicht mehr folgen zu können: Nicht aufgeben! Weiterlesen! Denn spätestens bei einem konspirativen Treffen in einem Diner wird der Lesegenuss so groß, dass es einem völlig egal ist, ob man schon versteht, worum es eigentlich geht.
Miles schreibt eine sehr coole und moderne Sprache. Der Plot ist wirklich originell. Schwierig ist, dass er sich sehr lange bei geheimnisvollen Andeutungen aufhält. Aber da in jedem Kapitel irgendetwas völlig Neues oder eine unerwartete Wendung vorkommt, kann man sich dann doch nicht so einfach von dem Buch trennen.
Für Nicht-Gamer und normale Computer-Nutzer ohne besonderes Hintergrundwissen ist es zuweilen schwierig, die Finessen zu verstehen. Man braucht schon einiges an Konzentrationsvermögen.
Das Ganze wirkt ein bisschen wie ein Text gewordener LSD-Trip. Auf jeden Fall ist Rabbits ein Geniestreich, große Schreibkunst und ziemlich abgefahren. Es wird mit Sicherheit jede Menge Nerds geben, die es lieben. Für Normal-LeserInnen ist es sehr anspruchsvoll, aber auch ein Lehrstück dessen, was in der modernen Literatur alles geht.
- Hanni Münzer
Die Seelenfischer
(99)Aktuelle Rezension von: mama2009Inhalt: NÜRNBERG: Renovierungsarbeiten in einer alten Villa fördern einen sensationellen Fund zutage. Er ruft den Bischof von Bamberg auf den Plan. Kurz darauf reist der Bischof nach Rom. Einen Tag nach seiner Rückkehr wird er bestialisch ermordet aufgefunden. ROM, drei Monate später: Der junge Jesuit Lukas wird zum Generaloberen des Ordens zitiert. Der erteilt ihm einen geheimen Auftrag. Noch bevor Lukas diesen ausführen kann, geschieht ein weiterer Mord und er findet sich unvermittelt als Tatverdächtiger wieder. Da taucht plötzlich seine Jugendliebe, die Journalistin Rabea Rosenthal bei ihm auf und bietet ihm ihre Hilfe an. Gemeinsam fliehen sie aus Rom und es beginnt eine Jagd quer durch Italien. Nicht nur die Polizei, auch der unbekannte Mörder ist den beiden dicht auf den Fersen. Dann erfährt Lukas, dass seine Zwillingsschwester Lucie spurlos verschwunden ist. Jäh fragt er sich, ob es ein Zufall war, dass Rabea just an jenem Tag in Rom auftauchte, als er zum Generaloberen gerufen wurde. Was weiß Rabea? Meine Meinung und Fazit zum Buch: Mit „Die Seelenfischer“ legt Hanni Münzer einen temporeichen und spannenden Thriller mit gelungenen Szenenwechseln vor. Die Hauptprotagonisten Rabea und die Zwillinge Lucie und Lukas sind seit Kindertagen befreundet. Rabea und Lukas waren sogar in Liebe vereint, was der Grund der Trennung war, ist zunächst unklar, man merkt nur, dass beide auf ihre Art darunter leiden. Sie können unterschiedlicher kaum sein, Rabea eine unerschrockene Journalistin, die Atheistin ist, und Lukas, der sich für das Priesteramt der Jesuiten entschieden hat. Zentrales Thema ist ganz klar der Glauben der Welt, der Hass der Glaubensrichtungen, denn nichts verbindet mehr als Hass. Das Thema konnte mich unheimlich fesseln, ich selbst bin Atheistin und beschäftige mich nichts desto trotz sehr mit den verschiedenen Glaubensansätzen und der Entstehung der Religionen. Das Buch bietet hier viele Thesen und regt zum Nachdenken an und ist vor allem aktueller denn je. Was wurde alles im Namen des Glaubens getan und für gut befunden, egal welches Leid damit verbunden war. Im Buch habe ich dazu folgende Zitate gefunden, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben: Bentivoglio: "Die Menschheit muss endlich begreifen, dass es kein größeres Verbrechen gibt, als im Namen Gottes zu töten." Und Rabea: "was gibt es Schlimmeres als religiöse Intoleranz, die versucht, dem Menschen die geistige Freiheit zu stehlen?" Dieses Buch ist das erste Werk, was ich von Hanni Münzer gelesen habe und ich bin sehr von ihrem bildhaften beschreibenden Schreibstil überzeugt. Die Geschichte rund um die Seelenfischer-Tetralogie finde ich sehr stimmig und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Dass das Buch mich begeistert hat, kann man den Vorzeilen entnehmen. Es regt in Sachen Glaubensfragen oder allgemein Glauben zum Nachdenken an und es wird mich weiter beschäftigen. Und Hanni Münzer hat einen ans Herz gehenden Schreibstil, denn zum Schluss musste ich die ein oder andere Träne verdrückt, denn es gibt im Buch auch Verluste. Hervorheben möchte ich auch die gelungene Covergestaltung, Silhouette von Rom und eine Blüte im Zentrum. Wer das Buch liest, weiß warum. Und das Cover hat Wiedererkennungswert, weil die Fortsetzungen im gleichen Stil gehalten sind. Im Innenteil wartet eine tolle Straßenkarte von Rom auf den Leser, hier hat Piper sehr mitgedacht, denn damit kann der Leser leicht die Protagonisten auf ihrem Weg begleiten. Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem PIPER-Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar. - Greg Iles
Natchez Burning
(87)Aktuelle Rezension von: MichaelSterzikI have a Dream (ich habe einen Taum) – dass sind die Worte in einer der berühmtesten Reden von Martin Luther King. Der Afroamerikanischer Bürgerrechtler hielt seine Rede am 28. August 1963 vor mehr als 250.000 Menschen vor dem Symbol der Freiheit – dem Lincoln Memorial in Washington.
In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Politiker, wie Robert F. Kennedy, J.F. Kennedy und Martin Luther King zu Schlüsselgestalten gegen den Rassismus. Allesamt kämpften diese politisch, sozial und ökonomisch für eine Gleichheit innerhalb der amerikanischen Gesellschaft. Für diese Zukunftsvisionen bezahlten sie einen viel zu hohen Preis – sie wurden ermordet. Vielleicht nicht ausschließlich wegen des Themas der Gleichstellung der amerikanischen Bürger vor dem Gesetz, aber faktisch spielte diese eine wesentliche Rolle.
Im Süden der USA wurden unbeschreibliche Verbrechen an Afroamerikaner verübt. Manchmal unter den Augen von korrupten Polizeibeamten, die ggf. private Beziehungen zum Ku-Klux-Klan hatten. Dieser rassenfeindliche und sehr gewalttätige Geheimbund kämpfte auch mit paramilitärischen Mitteln für die Vorherrschaft der Weißen Rasse. Attentate, Mord, Brandstiftung, Raub, Vergewaltigung usw., die Liste der Verbrechen dieses Klans ist lang.
Analysiert man die Umstände dieser drei Morde an J.F.Kennedy, seinem Bruder Robert und Martin Luther King, so gibt es zwar Täter, aber widersprüchliche Aussagen, viele Ermittlungspannen und noch immer viele, viele offene Fragen, die bisher nicht final beantwortet worden sind. Verschwörungstheorien bringen uns hier nicht weiter – aber Greg Iles verarbeitet in seinem vorliegenden Roman: „Natchez Burning“ seine eigene Theorie.
Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben. Nun ist mit Viola Turner, eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen. (Verlagsinfo)
„Natchez Burning“ von Greg Iles ist 2016 im Aufbau Verlag erschienen und ist der erste Band einer Trilogie. Der 1000-Seiten starke Roman ist ein absoluter Spannungsgarant. Beachtlich ist es, dass die Spannung enorm schnell auftaucht, aber auch über den gesamten Band diese hält. Es gibt keine langatmigen Passagen, keine überflüssigen Dialoge, oder Nebenfiguren, die man hätte ersparen können. Der Unterhaltungswert immer aktiv – auf jeder Seite – in jedem Kapitel und auch wenn die Perspektiven zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechseln und auch der Erzähler ausgetauscht wird – die Atmosphäre ist außergewöhnlich spannend.
Die Verbrechen – die Morde in den 60er Jahren, die die Saat sind für die tödliche Ernte, sind mit einer unglaublich fesselnden Atmosphäre erzählt. Diese Wellen der Gewalt bringen ein Treibgut an Sünden, Rache und Vergeltung mit, die nicht nur die alten Wunden aufreißen, sondern ein Massaker anrichten.
Die Südstaaten sind immer gut für Verbrechen und vom Winde verweht werden diese auch durch die Jahre nicht. „Natchez Burning“ ist so authentisch und realistisch erzählt, dass obwohl es eine fiktive Geschichte ist, zu keinem Zeitpunkt man den Eindruck erhält, dass es hier zu übertrieben zugeht. Greg Iles widmet sich allerdings auch nicht nur dem Thema der Rassendiskriminierung, sondern baut sich ein Fundament aus Familiengeschichten, politischen Morden, von korrupten Polizeibehörden, die Macht des Journalismus und der Medien usw.
Doch alle diese Themen können nur spannend erzählt werden, wenn die Figuren passend aufgestellt sind. Das sind sie – nichts dem Zufall überlassen und jeder ist der Unschuldige mit den sehr schmutzigen Händen. Emotional ist „Natchez Burning“ stark ausgebaut. Nicht nur, dass man eine Wut auf die Mörder entwickelt, immer schwingt neben dieser Wut auch eine Traurigkeit mit, wenn das Schicksal in der Vergangenheit zuschlägt, nur um wenig später in der Gegenwart um so härter auszuteilen.
„Natchez Burning“ von Greg Iles ist für mich einer der stärksten Thriller mit historischem Hintergrund in den letzten fünfzehn Jahren. Diesen Spannungsbogen so souverän am oberen Limit zu halten und auch noch bis zum Ende zu steigern, ist grandios. Das Ende des Romans ist allerdings noch kein abschließendes Ende. Von einigen Personen muss man sich verabschieden und nicht nur die „bösen“ Täter sterben. Es gibt tragische, dramatische Verluste auf beiden Seiten.
Fazit
Beschreiben wir das Wort Spannung – so fällt mir dazu dieser Roman ein. Ein solcher Pageturner auf den man sich stark konzentrieren muss – aber man mit einer großen Schatzkiste mit Unterhaltung, Dramatik, und viel Emotionen belohnt wird.
„Natchez Burning“ von Greg Iles muss man unbedingt lesen.
Michael Sterzik
- Thomas Kiehl
Die Ameisenfrau
(30)Aktuelle Rezension von: CalipsoEin Buch welches ein aktuelles Thema anspricht, und zwar die Angst vieles zu verlieren und man erfährt Interessantes über die Spezies der Ameisen. Kein blutiger Thriller, zwar ein paar Leichen aber eher ein Thriller der in die Tiefe geht. Durch die verschiedenen Wendung bleibt die Spannend gut erhalten und man fragt sich immer wieder wer ist Feind, wer ist Freund.
- Veit Etzold
Staatsfeind
(15)Aktuelle Rezension von: BuecherspiegelDer neue Thriller von Veit Etzold "Staatsfeind" ist gewöhnungsbedürftig. Er ist auf jeden Fall etwas für Verschwörungstheoretiker, Historikfans und Waffennarren. Gleich vorweg: Die eigentliche Handlung ist auf wenige Seiten zusammenfassbar, denn regelrecht monologartig bekommen wir geschichtliche Hintergründe, Fakten über Religionen und eben auch Waffen jeglicher Art. Dazu gepackt sind natürlich die weltweit überspannenden, einigen wenigen Personen vorbehaltenen, Machtstrategen und Strippenziehern, die alles nach ihrer Pfeife tanzen lassen.
Wenn wir tatsächlich von einem für Männer geschriebenen Thriller reden können, dann gehört dieser Band definitiv dazu. Wer etwas von Strategien und Kriegsführung lernen will, der ist hier richtig. Vor allem der Zeitpunkt für einen umfassenden Wandel der Gesellschaft will richtig gesetzt sein. Und der ist bei diesem Thriller das 30-jährige Mauerfalljubiläum.
Doch um was geht es? Zunächst einmal bekommen wir in Rückblenden geschichtliche Entwicklungen unseres deutschen Staates erklärt und vermittelt anhand einer Person, die eine wichtige Rolle spielen wird. Diese unterrichtet einen weiteren Protagonisten in Kriegsführung und schaut weit in die Zukunft hinaus, was so alles passieren wird in Deutschland. Und das alles am Tag des Mauerfalles. Nichts geschieht ohne Grund, alles ist gesteuert, oder wird in die richtigen Bahnen gelenkt. Und das allerwichtigste, was wir bereits auf den ersten Seiten deutlich erkennen: es geht um nichts anderes als darum, Geld zu verdienen.Menschen werden zusammengebracht, die auf dem ersten Blick sich spinnefeind sind. Aber wie heißt es so schön: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Und dessen Freund hat wiederum Grund genug einen Krieg anzufangen, der bitteschön richtig lange dauern soll. Religionen sind im Prinzip egal, nur dem einfachen Volke nicht. Und so kann man die Bevölkerung für dumm genug verkaufen, eine neue Partei gründen, immer hübsch die Finger in die Wunden legen, ein paar mächtig ordentliche terroristische Anschläge verüben lassen, dann kommen schon die richtigen an die Macht um wieder, richtig, Geld zu verdienen. Das macht der Autor einem so richtig überdeutlich. Dabei geht aber die Spannung verloren und die Protagonisten unter.
Frau darf auch ein wenig mitspielen beim Herumschießen und als Agentin wirken. Dabei ist der eigene Ehemann auch noch der Boss und ein regelrechtes Arschloch. Die Ehefrau eines Kollegen, eine Muslima, arbeitet passenderweise bei einer arabischen Bank und erklärt uns die Unterschiede zwischen Gewinn, Zins und Investitionen nach islamischem Recht. Und kann auch gleich die kompliziertesten Verbindungen der Geldströme böser Machenschaften herausfinden und erläutern.
Die Polizisten jeglicher Dienststellen sind unzufrieden und gut manipulierbar. Das trifft auch auf Soldaten zu, die zum Teil nun in anderen sicherheitsrelevanten Jobs unterwegs sind. Irgendwie muss der Rubel schließlich rollen. Da kann man auch das eigene Land, das nur von unfähigen Politikern geführt wird, verraten. Aber leider auch die Bevölkerung. Auf ein Opfer mehr oder weniger kommt es da nicht an. Und dann ist es auch egal, ob der Autor nun den ehemaligen KSK-Soldat Iwo in eine Sinnkrise schickt. Das Ende wirkt so irreal, dass es fast schon glaubhaft erscheint, bei den verrückten Geschichten, die zurzeit laufen.
Im Grunde genommen kann man den Thriller nicht kurz zusammenfassen und den Inhalt, den Kern der Story erzählen. Dazu ist es zu komplex und es nutzt auch nichts, wenn ich hier die Namen der Protagonisten aufführe und ihre jeweiligen Positionen. Nur so viel: es geht um alles. Um unsere Zukunft. Wie wir regiert werden und leben wollen. Starker Tobak oder reales Szenario? Das muss jeder selbst entscheiden.
Weitere Informationen über den Autor unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Veit_Etzold und
https://veit-etzold.de/ - Dean Koontz
Blindwütig
(44)Aktuelle Rezension von: biscoteria85Koontz ist sehr lange einer meiner Lieblingsautoren gewesen. Trotz Schwächen welche manche Bücher von ihm haben. So gehört auch dieses Buch für mich, zu den etwas Schwächeren.
Dies liegt einfach daran das die Geschichte zu sehr in die Horror-Fantasy-Sparte rutscht und die Charaktere für mich nicht alle authentisch sind.
Der Autor Cubby möchte natürlich wie alle Autoren, von den Kritikern gefeiert werden. Doch das Gegenteil passiert, der wichtigste Kritiker hat das Buch verrissen. So nimmt Cubby den Kontakt auf, als dieser den Kritiker beim Mittagessen in seinem Stammdiner auflauert. Dort muss der kleine Sohn von Cubby auf Toilette. Der 6-Jähirge ist hochbegabt im Bereich Mathematik und Physik, aber sonst ein klassisches Kind. Sein Vater steht mit ihm am Pissoir und hilft ihm. Dabei pinkelt der Kleine durch Verstehen dem Kritiker auf die Füße, welcher daraufhin sehr negativ reagiert.
Cubby bekommt noch in der gleichen Nacht Besuch von Waxx, der das Ehepaar mit einem Elektroschocker malträtiert. Der Horror für die Familie soll beginnen und der Versuch einer Flucht vor einem Psychopathen. Informationen von Ämtern und anderen Autoren bestätigt, das Cubby allen Grund zur Angst haben muss.
Das Buch hat schon eine merkwürdige Geschichte in sich, wäre aber nicht so schlimm, wenn die Charaktere so unmöglich wären. Cubby der unbedingt den Kritiker nerven musste, dass Kind was aus allem was er in die Finger bekommt Wunderwaffen baut und das ganze in einem für die Familie grundsätzlich schlecht verlaufenden Rennen um ihr Leben.
Ich mag den Autor und seine Bücher, aber hier war zu viel zu weit weg von der Realität und zu ambitioniert es mit anderen Autoren gleich zu tun.
- Ingrid Brodnig
Einspruch!
(28)Aktuelle Rezension von: Rose75Durch Titel und Klappentext habe ich einen praktischen Ratgeber erwartet, der mir Argumentationshilfe in kritischen Situationen leistet. Das habe ich aber nur sehr eingeschränkt bekommen.
Die Autorin beruft sich auf einige Kommunikationswissenschaftler und erklärt durchaus interessant, wie 'Sensationsmeldungen' bei Menschen wirken und wie das bei Themen wie Corona, Klima, Migration und Impfen zu teils abstrusen Überzeugungen führen kann.
Anhand einiger Beispiele zeigt Frau Brodnig auf, dass viele Aussagen aus dem Bereich 'Verschwörungsmythen' und 'Fake News' mit Fakten relativ leicht zu widerlegen sind. Das Problem ist aber aus meiner Sicht, dass wir in vielen Bereichen, auch in den öffentlichen Medien, gehäuft mit emotionalen Bildern und Berichten konfrontiert werden und oft kaum noch logisch-rational darauf reagieren können.
Das Buch ist mit seinen 145 Seiten kurzweilig zu lesen und durch die Illustrationen von Marie-Pascale Gafinen auch optisch sehr ansprechend.
- Karen Thompson Walker
Die Träumenden
(85)Aktuelle Rezension von: Connys_BuecherweltSanta Lora, Kalifornien: Es beginnt an einem College. Ein junges Mädchen auf einer Party fühlt sich plötzlich müde und wacht nicht wieder auf. Bald fallen immer mehr der merkwürdigen Schlafkrankheit zum Opfer und das Virus verbreitet sich rasend schnell: Menschen schlafen plötzlich tief und fest ein. Sie sind zwar nicht tot, wachen aber auch nicht auf. Und scheinen irgendwie zu träumen. Panik bricht aus und die Stadt wird abgeriegelt...
"Die Träumenden" stammt aus der Feder von Karen Thompson Walker. Dystopien lese ich immer wieder gern und die Story klang richtig vielversprechend. Meine hohen Erwartungen wurden tatsächlich auch erfüllt - mit einem dystopischen Roman der etwas anderen Art, der mir ein paar spannende Lesestunden bescherte.
Schnell war ich mittendrin im Geschehen, das erschreckende Parallelen zur aktuellen Corona-Situation aufweist. Ein neues hochansteckendes Virus, das sich immer mehr ausbreitet, Superspreader, Quarantäne, Isolation, Masken, Abstand, Hysterie - all das wird im kalifornischen Santa Lora Realität. Ein dystopisches Szenario, das im Angesicht von Covid-19 gar nicht mal so fern erscheint.
Das Ganze ist in einem poetischen und leicht philosophisch angehauchten Schreibstil im Präsens geschrieben. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber meine auf jeden Fall. Mehrere Perspektiven wechseln sich dabei ab. So begleiten wir unter anderem Mei, eine junge Studentin, die an der Uni unter Quarantäne steht. Ben und Annie, ein junges Paar, das verzweifelt versucht, sich und ihr Neugeborenes zu schützen. Psychologin Catherine, die mehr über die Träumenden herausfinden will. Oder Sara und Libby, zwei Schwestern, deren Vater schon lange für Krisen dieser Art vorgesorgt hat.
Die Story hat mich von Anfang bis Ende in den Bann gezogen. Eine bestimmte Entwicklung am Ende hätte ich mir zwar anders gewünscht und einige Fragen bleiben noch offen, was aber nicht weiter tragisch war. Ansonsten fühlte ich mich durchweg gut unterhalten. Ich freue mich auf weitere Romane der Autorin und vergebe 4 Sterne.
- Bela B Felsenheimer
Scharnow
(125)Aktuelle Rezension von: BuecherkopfkinoOb unser Hund vielleicht auch ein Weltenlenker ist? Aber gut, so viel Sinn würde das jetzt nicht machen, so viel Macht haben mein Freund und ich ja nicht. 😂😂😂
Wenn ihr nicht versteht, was ich da fasel, dann solltet ihr unbedingt Scharnow von Bela B. lesen.
Es ist zwar etwas verrückt und verwirrend, aber auch sehr lustig. Ich habe dieses Buch in zwei Tagen durch gesuchtet und habe es sehr genossen.
Bela B. Felsenheimer kennt man wahrscheinlich von der Band Die Ärzte und 2018 hat er mit Scharnow sein Autorendebüt gefeiert.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung, wenn ihr Lust auf eine verrückte Geschichte habt, die sich nicht so ernst nehmen lässt, und 4,5/5 🦉
- Herbert Dutzler
Letzter Stollen
(35)Aktuelle Rezension von: Uli-GKFranz Gasperlmaier aus dem Ausseerland im steirischen Salzkammergut löst in vorliegendem Schmunzel-Krimi bereits seinen siebten Fall.Er präsentiert sich in gewohnter Un-Form, wie ihn seine Leser lieben: zögerlich, zurückhaltend, nicht im Mittelpunkt stehen wollend, Ruhe suchend, doch tolpatschig und unbeholfen wie er nun einmal ist, wider Willen Aufregung und Verwirrnis verursachend, dazu ständig mit knurrendem Magen und reizend altmodisch. Und wie immer bei Gasperlmaier hat man es auch in "Letzter Stollen" mit einem Krimi der etwas anderen Art zu tun. Nicht die schnelle, atemlose Spannung beherrscht das Geschehen, kein Sherlock Holmes oder Hercule Poirot sondern ein recht kauziger Kleinstadt-Inspektor mit einer nur schwer zu kontrollierenden Schwäche für das weibliche Geschlecht, der keine großen Ambitionen hat und seine Fälle mit viel Glück und eher mit Hilfe des Zufalls löst als durch Supermann-Scharfsinn und ermittlerische Glanzleistungen. Vor allen Dingen überaus menschlich ist er, der Gasperlmaier! Man kann ihm immer auf Augenhöhe begegnen, nie blickt er auf jemanden herab. Ein wahrer und gleichzeitig wunderbar normaler, warmherziger Mensch ist er, der niemals andere verletzen möchte, der sich Zeit nimmt für alle, die Ansprache, Verständnis und Gesellschaft brauchen.Wie seine bisherigen Fälle ist auch vorliegender weder aktionsreich noch sonderlich spektakulär, doch in jedem Falle ungewöhnlich; und wie auch in den vorherigen Bänden bietet die Auflösung Überraschendes, - womit man nicht unbedingt hatte rechnen können. Die Fäden die sich während der Krimihandlung in aller Gemütsruhe webten, laufen erst ganz zum Schluss zusammen und der Leser darf lange rätseln, was hinter dem Tod zuerst eines Kunsthändlers aus dem südlichen und dann eines Urologen aus dem nördlichen Deutschland steckt, die beide im Altausseer Salzbergwerk ermordet wurden. Der eigentliche Kriminalfall nimmt verhältnismäßig wenig Raum ein, die Interaktion zwischen Gasperlmaier und seinen auch nicht stromlinienförmigen Kollegen und den zahlreichen sympathischen, weniger sympathischen, schrulligen, skurrilen, verrückten Randfiguren, die den gemütlich-behäbigen Krimi bevölkern, umso mehr.Das vielbeschworene, mittlerweile überstrapazierte und vielen Büchern zu Unrecht apostrophierte Lokalkolorit, mit denen immer mehr Regionalkrimis die Leser ködern und gleichzeitig nerven - hier findet man es, authentisch und in Reinform! Und eben weil es so echt beim Leser ankommt, nervt es überhaupt nicht! Im Gegenteil, es bezaubert, nimmt für sich ein und macht Lust, sich selber auf den Weg ins Ausseerland zu machen - in der Hoffnung, dort ein wenig von Gasperlmaier zu spüren. Ja, ich kann den Lesern, die ruhige, weitgehend unblutige und humorvolle Krimis mit gelegentlicher Tendenz zum Slapstick mögen, die Gasperlmaier-Reihe nur wärmstens ans Herz legen! - Rike Pätzold
Ohne festen Boden
(28)Aktuelle Rezension von: ravenclawseagleUngewissheit ist im Leben gewiss. Rike Pätzold zeigt in diesem Buch, wie man damit Frieden schließen und glücklich leben kann.
- Sören Prescher
Unter Verdacht - Der vierte Fall für Mark & Felix
(23)Aktuelle Rezension von: Gerd_MaussnerDas Buch ist flüssig geschrieben und angenehm zu lesen. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass es aufgrund der Verschwörungstheorien etwas langatmig daher kam. Wenn sich jemand für solche Themen interessierst, könnte das Buch jedoch genau das Richtige für ihn sein. Ein Kritikpunkt ist auch, dass meiner Meinung nach zu viel Wert auf das Privatleben des Mark Richter gelegt wird, was den Fokus von der eigentlichen Handlung ablenkt. Das Ende war dann doch verblüffend. Auch dass bei jeder Autofahrt ein Song, der im Radio läuft, beschrieben wird nervt sehr.
Nachdem ich von den ersten beiden Bänden begeistert war, aber ab dem 3. Band, meiner Meinung nach, zuviel drumherum von dem eigentlichen Fall ablenkt, werde ich vermutlich keine weiteren Bände mehr kaufen. - David Baldacci
Divine Justice
(4)Aktuelle Rezension von: kassandra1010Mit Divine Justice startet David Baldcacci in den vierten Teil der Camel-Club-Reihe.
Oliver ist auf der Flucht. Dank jahrelanger Ausbildung hat er endlich Rache an den Mördern seiner Frau und seiner Tochter nehmen können und bricht somit auch seinen Kontakt zu Alex Ford und dem Camel-Club ab.
Die beiden Morde beunruhigen General Hayes, ein weiterer Auftraggeber Olivers aus dessen dunkler Vergangenheit und ausgerechnet dieser setzt Joe Knox auf Oliver an. Knox jedoch ahnt, nachdem er Olivers Vergangenheit durchleuchtet hat, dass er, falls er Oliver finden wird, eine Entscheidung treffen muss.
Nichtsahnend und nur den Gutmenschen spielend gerät Oliver während seiner Flucht aus Washington irgendwo in Westen Virginias in eine Schlägerei und rettet den jungen Danny. Selbst auf der Flucht macht er gemeinsam mit Oliver kehrt und findet zurück in sein Heimatstädtchen Divine und ahnt nicht, dass er mit seiner Rückkehr eine mörderische Kettenreaktion auslöst. Oliver hingegen ahnt zwar, dass in diesem kleinen Städtchen alles viel zu gut läuft, ist aber bemüht sich aus allem herauszuhalten. Nichtsahnend, dass der Camel-Club ihm und Knox bereits auf den Fersen ist, findet er in Abby, der Mutter von Danny endlich wieder eine Frau, die er lieben könnte.
Der vierte Teil des Camel-Clubs löst weitere kleine Geheimnisse von Oliver Stone und bringt Caleb dazu, sich selbst zu übertreffen. Freundschaft steht an oberster Stelle und Baldacci streut in diesem Band wieder spannende Geheimnisse, verwickelt die CIA, den Secret-Service und das FBI sowie die kleine Lokalpolizei in dunkle Machenschaften. Bei Baldacci wird es nicht langweilig, es gibt noch genügend Geheimnisse zu lüften! - Ole R. Börgdahl
Kowalskis Mörder (Marek-Quint-Trilogie)
(11)Aktuelle Rezension von: Karin_SchmidKlappentext:
Kowalskis Mörder ist in Berlin! Mit dieser Nachricht auf seinem Mobiltelefon wird Kommissar Marek Quint aus dem Schlaf gerissen. Es ist nicht die letzte Botschaft an diesem frühen Sonntagmorgen. Marek schaltet seinen Kollegen Thomas Leidtner ein. Was sollen sie unternehmen? Das Ganze für einen Scherz halten? Oder ist Mareks Freundin Kerstin wirklich in der Gewalt von Entführern und erst wieder außer Gefahr, wenn Marek sich an einem Attentat beteiligt? Marek lässt sich auf das Spiel ein. Kowalskis Mörder ist über alles unterrichtet und hat offenbar ausgezeichnete Kontakte. Marek wird problemlos in den Personenschutz eines prominenten Berliner Politikers eingeschleust. Thomas macht sich derweil auf die Suche nach Kerstin und stößt sehr schnell auf eine heiße Spur. Marek und Thomas gehen unterschiedliche Wege und ziehen dabei wie gewohnt am selben Strang. Wie lautet am Ende das Fazit dieses aufregenden Sonntags.
Fazit:
Auch der zur Zeit letzte Band der Reihe um Marek Quint ist sehr spannend und entführt einen nach Berlin. Der Roman ist wie die beiden Vorgänger sehr spannend und die Auflösung kommt auf den letzten paar Seiten. Ich finde es sehr schade, dass man nun Abschied nehmen muss von den Charakteren, aber vielleicht kommt ja irgendwann noch ein weiterer Band!
- Fabian Dombrowski
Verschlusssache
(6)Aktuelle Rezension von: ValkyrieTinaMit den verschiedensten Verschwörungstheorien beschäftigt sich die Anthologie Verschlusssache aus dem OhneOhren Verlag, und ich hatte das Glück, bei der Leserunde hier bei Lovelybooks teilnehmen zu dürfen. Das waren einige vergnügliche Stunden mit Cthulu und Aliens, Organräubern und Undercoverkatzen. Meine Lieblingsgeschichten waren „die verpatzte Mondlandung“ von Diana Menschig und „Pascualita“ von Marion Jaggi.
Es hat recht lange gebraucht, diese Rezi zu schreiben, weil...
Kennt ihr das: ihr geht ins Restaurant, wollte mal was Neues ausprobieren, und bestellt ein exotisches Gericht. Und dann kommt es, und es schmeckt euch nicht. Es liegt nicht am Gericht. Die Zutaten sind fantastisch, die Zubereitung exzellent, es ist einfach nur so, dass das Gericht nicht euer Geschmack ist. Genauso ging es mir mit dieser Sammlung. Die Geschichten sind handwerklich solide bis absolut grandios. Die Zusammenstellung „passt“ und es gibt keine Geschichte, die den Gesamteindruck zerreißen oder zerstören würde. Aber... Verschwörungstheorien sind nicht mein „Ding“, wenn ich eine Verschwörungstheorie höre, will ich den Erzähler schütteln oder mich darüber kaputtlachen, und diese Geschichten, die diese Theorien wahr werden lassen, haben mich deswegen seltsam kalt gelassen.
Ich weiß aber, dass Leute, die Spaß an so einer Art Geschichte haben, die paranoid-skurril mit einem Touch Horror mögen, diese Anthologie lieben werden. Und allen solchen Lesern möchte ich die Anthologie wärmstens empfehlen. Die Anthologie bekommt von mir 4 Sterne. Sie ist gut, richtig gut, und dafür, dass ich nicht kompatibel bin, sollte ich keine Sterne abziehen.























