Bücher mit dem Tag "vertuschung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "vertuschung" gekennzeichnet haben.

182 Bücher

  1. Cover des Buches Begin Again (ISBN: 9783736302471)
    Mona Kasten

    Begin Again

    (3.458)
    Aktuelle Rezension von: Anna_Magdalena

    Ich liebe Mona Kastens Schreibstil – leicht, warm und trotzdem präzise genug, um echte Gefühle zu treffen. „Begin Again“ (Again 1) zeigt genau, warum ihre Bücher so süchtig machen: Allie und Kaden sind mehr als nur Trope-Träger; sie wirken wie Menschen mit Vergangenheit, Grenzen und Humor. Der College-Frame liefert bekannte Motive (Neuanfang, WG-Regeln, Nähe auf Zeit), aber Kasten erzählt sie frisch, mit knackigen Dialogen, stimmigem Pacing und viel Empathie für beide Seiten. Besonders mochte ich, wie aus prickelnder Reibung langsam Vertrauen wird, ohne dass Konflikte weggewischt werden. Nebenfiguren setzen charmante Akzente und öffnen elegant die Tür für die weiteren Bände, ohne den Plot zu überladen.

  2. Cover des Buches Die Therapie (ISBN: 9783947185955)
    Sebastian Fitzek

    Die Therapie

    (3.951)
    Aktuelle Rezension von: Its_angie

    Ab der ersten Seite gab es psychologische Spannungen und geniale Twists. Der Vater, der alles dafür tun würde seine verschwundene Tochter zu finden. Es wird die Vorstellungskraft und die Realität vermischt, was das Ganze sehr spannend macht und manchmal zum Nachdenken anregt. 

    Der Schreibstil ist wieder einmal fesselnd und in kurzen Sätzen geschrieben. 

    Vergleich zur Serie: ich finde das Buch viel besser und verständlicher, bei der Serie finde ich wird vieles vermischt. 

  3. Cover des Buches Achtsam morden (ISBN: 9783453428881)
    Karsten Dusse

    Achtsam morden

    (866)
    Aktuelle Rezension von: Burkhard_Hanke

    Carsten Dusse gelingt mit Achtsam morden ein schwarzhumoriger Balanceakt zwischen Selbsthilfe-Ratgeber und Krimikomödie. Sein Protagonist stolpert auf herrlich absurde Weise durch Gewalt, Gelassenheit und Gewissensfragen. Sprachlich pointiert und mit liebevollem Seitenhieb auf Achtsamkeits-Trends geschrieben, bietet der Roman intelligentes Vergnügen, das zugleich zum Schmunzeln wie zum Nachdenken einlädt.

  4. Cover des Buches Amokspiel (ISBN: 9783945386378)
    Sebastian Fitzek

    Amokspiel

    (2.279)
    Aktuelle Rezension von: LaureenSanoo

    📖Worum geht es? In Amokspiel nimmt ein ehemaliger Psychologe während einer Live-Radiosendung Geiseln und stellt Bedingungen für die Berliner Polizei. Die Polizei muss mitspielen, ansonsten sterben nach und nach die Geiseln - live im Radio. Der Täter verlangt, dass die Ermittler nach seiner offiziell verstorbenen Verlobten suchen und diese zu ihm bringen, da er davon überzeugt ist, dass diese noch lebt. Im Zentrum der Geschichte steht die Ermittlerin Ira Samin, selbst schwer traumatisiert durch den Selbstmord ihrer Tochter. Während die Zeit erbarmungslos gegen sie läuft, muss sie sich nicht nur den Regeln des Geiselnehmers stellen, sondern auch ihren eigenen inneren Dämonen.

    Kritik: Fitzek kombiniert perfekt die psychologische Spannung und die überraschenden Wendungen. Die Handlung ist von Anfang an temporeich und lässt kaum Zeit zum Durchatmen. Die Charaktere sind tiefgründig, insbesondere Ira, deren persönliche Geschichte das Geschehen emotional auflädt. Stellenweise wirkt die Story jedoch etwas konstruiert, besonders gegen Ende, wenn sich alle Fäden zusammenfügen – hier wird viel Glaubwürdigkeit verlangt. Dennoch bleibt der Spannungsbogen bis zur letzten Seite erhalten.

    Besonders hervorzuheben ist das Hörspiel zu Amokspiel, das in einer hochwertigen Produktion überzeugt!! Durch die stimmungsvolle Geräuschkulisse und das professionelle Schauspiel wird die ohnehin schon dichte Atmosphäre noch intensiver. Die Handlung wirkt dadurch greifbarer und noch fesselnder als im Buchformat. Ich habe das Hörspiel geliebt!

    💥  Fazit: Amokspiel ist ein rasanter Thriller, der psychologische Tiefe mit nervenaufreibender Spannung verbindet. Trotz kleiner Schwächen im Plot überzeugt die Geschichte durch starke Charaktere und überraschende Wendungen. Das Hörspiel ist besonders empfehlenswert, da es die Spannung und Dramatik der Geschichte eindrucksvoll verstärkt und ein intensives Hörerlebnis bietet. Für Thrillerfans – besonders im Audioformat – eine klare Empfehlung!

  5. Cover des Buches Nur einen Horizont entfernt (ISBN: 9783596521401)
    Lori Nelson Spielman

    Nur einen Horizont entfernt

    (836)
    Aktuelle Rezension von: teilzeitbaeuerin

    Hannah erhält Versöhnungssteine von einer ehemaligen Schulkollegin, die sie damit auffordert, sich bei jemandem zu entschuldigen und wieder Kontakt zu suchen. Hannah sieht sich plötzlich gezwungen, mit ihrer Mutter in Kontakt zu treten, mit der es vor fast zwanzig Jahren ein Zerwürfnis gab, welches sich nach so vielen Jahren als Missverständnis zeigt. Und dabei gerät ihr ganzes Leben ins Wanken.

    Eine gute, gelungene Geschichte. Teilweise erinnert sie etwas an einen Kaugummi ... die Botschaft hätte man definitiv etwas gestrafft erzählen können. Der Sprachstil ist ansprechend und SEHR gut zu lesen. Passt sehr gut zum Genre.

  6. Cover des Buches The Inheritance Games – Der letzte Schachzug (ISBN: 9783570167854)
    Jennifer Lynn Barnes

    The Inheritance Games – Der letzte Schachzug

    (317)
    Aktuelle Rezension von: Cassiopeia_CLZ

    Also ehrlich, ich weiß nicht, was es mit dieser Reihe auf sich hat. Ich liebe sie!
    Aber irgendwie schaffe ich es jedes Mal, in einen kleinen Readingslum zu geraten. Leider auch dieses Mal: 
    Die ersten Kapitel waren spannend, keine Frage, aber so richtig „flüssig“ wurde es für mich erst auf den letzten hundert Seiten. 
    Und dann konnte ich kaum noch aufhören. Knapp 20 Tage habe ich gebraucht für dieses große Rätsel, für mich absolut untypisch!

    Der Schreibstil ist locker, fließend, schön zu lesen, und trotzdem… es braucht bei mir wohl einfach, bis ich in diesen Hawthorne-Mindset eintauche. 
    Die Jungs sind aber auch umwerfend 😍

    Inhaltlich? Bombe.
    Jennifer Lynn Barnes versteht es einfach, Spannung aufzubauen. 

    Falltür um Falltür. Und Rätsel um Rätsel.“

    So fühlt sich das Buch tatsächlich an: ein endloses Labyrinth aus Geheimnissen, cleveren Anspielungen und kleinen Schockmomenten. 
    WOW! Was hat sie nur für eine Welt in meinem Kopf errichtet – wie viele Geheimgänge habe ich in den letzten Tagen betreten und dabei die Realität vergessen.

    Besonders gefallen hat mir der große Bogen zu den vorherigen Bänden. Es war alles schlüssig (trotzdem so komplex, dass ich ein paar Mal zurückblättern musste), die offenen Fragen wurden geklärt, und trotzdem hat man das Gefühl, dass das Spiel weitergeht. 

    „Alles ist ein Spiel, Avery Grambs. Das Einzige, was wir in diesem Leben entscheiden dürfen, ist, ob wir spielen, um zu gewinnen.“


    Genau dieses Zitat fasst für mich den Geist der gesamten Reihe perfekt zusammen.

    Die Charaktere? Ich liebe sie. Alle! 
    Besonders Xander und Nash 🤩 
    Die beiden sind einfach das Herz der Familie, und der „Best-Friend-und-großer-Bruder-Vibe“ ist komplett da. Einziger Minuspunkt: Ich hätte mir gewünscht, dass Figuren wie Max, Rebecca oder Thea noch etwas mehr Raum bekommen. 
    Da wäre noch Luft nach oben gewesen. 
    Und ja, über Averys finale Entscheidung in Sachen Liebe kann man streiten. Ich fand ihre Entscheidung gut, auch wenn mein Herz da ein bisschen hin- und hergerissen war. 
    Von den anderen Pärchen hätte ich am Ende auch gerne mehr gehört, aber vielleicht kommt das ja in den Novellen.

    Atmosphärisch hat mich das Buch wieder total abgeholt. Diese Welt aus Reichtum, Rätseln und riskanten Spielen, einfach faszinierend.

     „Geld zog Geld an. Macht zog Macht an.“

    Und irgendwo zwischen Geheimtüren, versteckten Räumen und absurden Luxusmomenten (wer bitte macht eine Wasserschlacht in Ballkleidern?!) verliert man fast das Gefühl für die Realität, auf die bestmögliche Art.

    Natürlich darf man nie vergessen, mit wem man es hier zu tun hat. Diese Familie? 

    „Wir zerstören alles, was wir berühren.“

     Und das zieht sich konsequent durch jede Seite. 
    Die Manipulationsspiele, die Machtkämpfe, die ewigen Rätsel, nichts ist zufällig. Wie im Buch gesagt: 

    „Selbst wenn du glauben solltest, du hättest unseren Großvater manipuliert, so garantiere ich dir, dass in Wahrheit er es war, der dich manipuliert hat.“


    Tja, genauso fühlt man sich auch als Leser manchmal.

    Unterm Strich: Ein starkes, durchdachtes Finale, das vieles auflöst, ohne die Magie zu verlieren. 
    Für Neulinge der Reihe ist das Buch allerdings nichts, man muss die ersten beiden Teile kennen, sonst verliert man den Überblick. 
    Am besten: sich den Stammbaum danebenlegen, das hilft ungemein beim Durchblicken.

    Ich bleibe dabei:
     
    „Zwölf Fliegen mit einer Klappe“

    Jennifer Lynn Barnes hat’s wieder geschafft. Und am Ende bleibt nur die Erkenntnis: Avery ist längst nicht mehr nur eine Spielerin. 

    „Du bist keine Spielerin, Kleines. Du bist die gläserne Ballerina... oder das Messer.“


    Und genau deswegen liebe ich diese Reihe.

  7. Cover des Buches Yellowface (ISBN: 9783847901624)
    Rebecca F. Kuang

    Yellowface

    (565)
    Aktuelle Rezension von: Gina_Grimpo

    Kann ein Buch mit einer durch und durch unsympathischen Hauptfigur funktionieren?

    Es kann.


    Worum geht's?

    Athena und June sind Autorinnen und irgendwie aber auch irgendwie nicht Freundinnen. Athena wird als aufstrebender Literaturstar gefeiert, ihre Romane sind allesamt Bestseller und jeder neue Text wird sehnsüchtig erwartet. Junes Karriere hingegen dümpelt vor sich hin, im Gegensatz zu Athena benötigt sie noch einen Brotjob, da sie mit der Schriftstellerei ihr Leben nicht finanzieren kann.
    Und dann, eines Tages, stirbt Athena, tragisch bei einem Unfall. Und June findet ein Manuskript. Roh und unbearbeitet, aber dennoch gänzlich Athenas Werk. Doch die ist tot und June hat einen Bestseller dringend nötig ...


    Wie war's?


    Unglaublich interessant. Man möchte June am liebsten die ganze Zeit schütteln für das, was sie da tut, gleichzeitig hofft man aber, dass sie mit ihren Lügen durchkommt. Nicht, weil man es ihr gönnen würde, sondern weil man gespannt darauf wartet, ob sie damit durchkommt, wie weit sie noch mit ihrem Konstrukt, dass sie Stück für Stück weiter ausbaut, weiter machen kann. 
    Die Geschichte selber ist der eine Aspekt, denn die fand ich schon sehr kreativ. Gleichzeitig gibt das Buch einen interessanten Einblick in die Verlagswelt. Wie viel davon Fiktion und wie viel davon Realität bin, kann ich schlecht beurteilen, denn auch ich kann wie June nur vom großen Bestseller träumen. Was ich aber sofort glaube ist die Art und Weise, wie in diesem Buch Bestseller entstehen. Nicht durch Zufall, sie werden gemacht. Klar, das Manuskript muss gut sein. Aber das ist nur ein winzig kleines Zahnrädchen im großen Haifischbecken der Verlagswelt.
    Dieser Roman ist Fiktion, aber was ihn so spannend macht, ist die Tatsache, dass man sich ziemlich sicher ist, dass eben nicht alles Fiktion ist. Und die große Frage, wo die Autorin ihrer Fantasie freien Lauf lässt und wo sie aus Erfahrung berichtet - den eigenen oder denen von anderen. 


  8. Cover des Buches Die Betrogene (ISBN: 9783734113871)
    Charlotte Link

    Die Betrogene

    (595)
    Aktuelle Rezension von: norahildegard

    Kate Linvilles erster Fall (für mich schon ihr zweiter) und was soll ich sagen? Was ein Buch! Ich wusste vorher schon, dass ich Charlotte Link und ihre Art, Geschichten zu erzählen, mochte. Doch spätestens jetzt bin ich mir sicher, dass ich es liebe! 


    Das Buch war durchweg spannend, absolut nicht vorhersehbar und obwohl manches banal erschien, war es dann doch irgendwie wichtig. Das Ende habe ich bis kurz vor knapp so gar nicht kommen sehen, fand es aber definitiv einen gelungenen Plottwist, der auch nicht zu weit hergeholt, sondern genau passend war! 


    Ein kleiner Minuspunkt war die Länge. Während der Großteil des Buchs absolut spannend waren, gab es doch die ein oder andere Stelle, die zwar viel Liebe zum Detail hatte, bei der dann aber doch einfach um den heißen Brei geredet wurde. Hier und da hätte eine Kürzung vermutlich nicht weh getan, wobei ich auch sagen muss, dass ich besonders die Nebenhandlung super interessant fand — hab mich immer gefreut, wenn sich ein neues Kapitel darum handelte! 


    Wer mal ein Buch von Charlotte Link lesen will oder eine neue Thrillerautorin zum durchsuchten sucht, macht mit "Die Betrogene" sicherlich nichts falsch!

  9. Cover des Buches Kranichland (ISBN: 9783958620506)
    Anja Baumheier

    Kranichland

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Schnuppe
    Johannes Groben ist auf der Flucht in Rostock gestrandet, dort lernt er seine zukünftige Frau Elisabeth kennen. Die Beiden gründen eine Familie und Johannes wird von seinem väterlichen Freund Kolja zur Staatsicherheit geholt. Er folgt ihm lange Zeit aus Dankbarkeit und der Überzeugung vom richtigen System blind. Darüber verliert er seine Frau und die beiden unterschiedlichen Töchter Charlotte und Marlene aus den Augen. Während die ältere Charlotte systemtreu ist eckt Marlene mit ihrem Wesen, ihrer Einstellung und ihrer Liebe zu dem Pfarrerssohn überall an. 
    Die Geschichte wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, dadurch wird der Spannungsbogen hoch gehalten, Beate Rysopp liest Schönes und Dramatisches gewohnt gekonnt ein. Das Zuhören macht Spaß.
    Das Drama  nimmt seinen Lauf, als Marlene und ihr Freund aus der DDR fliehen wollen und dabei verhaftet werden. Man erfährt, was diese Tragödie mit den einzelnen Beteiligten gemacht hat: wie es sie verändert und wozu es sie schließlich getrieben hat. Da Marlene schwanger war und das Kind nicht behalten durfte sind auch die nächsten Generationen betroffen. Eine Lebenslüge entsteht und kann nicht ohne weiteres aufgedeckt werden.
    Die beiden Zeitebenen rücken im Verlauf des Buches aufeinander zu bis sich das Ganze verbindet und die Wahrheit ans Licht kommt. Das ist gut gemacht, aber ich ziehe doch einen Punkt ab, da Kollege Zufall mir etwas zu oft im Spiel war.
    Sehr gut zu hören, die Geschichte und die Charaktere wirken authentisch, die DDR Geschichte wird gut dargestellt, auch die Erklärung zum Titel war sehr schön. 
  10. Cover des Buches In ewiger Schuld (ISBN: 9783442484669)
    Harlan Coben

    In ewiger Schuld

    (215)
    Aktuelle Rezension von: Arnnie

    Eine Soldatin kommt aus ihrem Auslandseinsatz wieder & leidet an Schlafstörungen.

    Aus dem Militär wurde sie entlassen, als jedoch ihr Mann ermordet wird, stellt sich jeder die Frage. Wer war es ??

    Eine Frau, die auf eigene Faust ermittelt & sich den dunklen Geheimnissen ihres Mannes widmet!

    Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht von dem Buch & weiß gar nicht was ich gelesen habe! Die Handlungen und Sprünge waren für mich nicht immer nachvollziehbar & erschwerten das Leseerlebnis.

  11. Cover des Buches Geheimer Ort (ISBN: 9783596196142)
    Tana French

    Geheimer Ort

    (283)
    Aktuelle Rezension von: M__E__U_

    Die exzessiven 'Zickereien' zwischen den verfeindeten Cliquen im Mädchen - Internat waren mir bald des Guten zuviel. 

    Obwohl sie nicht unrealistisch oder übertrieben waren - ich selbst war in den 70ern auf einem Mädchengymnasium, meine beiden Töchter auf eigenen Wunsch in der heutigen Zeit ebenfalls, da wurden solche Giftspritzsituationen häufig am Familientisch genüsslich parodiert und zum Besten gegeben... 

    Aber gerade im Hörbuch wurde mir das von einem Mann gesprochene 'Gezicke' zuviel. 

    Wohingegen die mit inneren Dialogen kommentierten Befragungsszenen der Ermittler:innen mit verschiedenen Schülerinnen mir gut gefielen und psychologisch aufschlußreich waren. 

    Die Idee des Buches ist grundsätzlich gut, retrospektive Beschreibung eines Prozesses, der schließlich zum Mord am beliebtesten Jungen der Nachbarschule führt. 

    Bekannt psychologisch und bisweilen abgründig mit Liebe zu zwischenmenschlichen Spitzen, Annahmen, Unterstellungen und Details lebte sich Frau French hier für meinen Geschmack ein wenig zu intensiv aus. 

    Ihre gewohnte Subtilität bleibt dabei auf der Strecke, was ich sehr schade finde... 3,5/5 Punkten von mir. 

  12. Cover des Buches Mind Games (ISBN: 9783551316196)
    Teri Terry

    Mind Games

    (547)
    Aktuelle Rezension von: RattusExlibricus

    Kategorie: Abenteuer |Action |Dystopie| Intrigen |Jugendroman |Moralische Fragen |Science fiction

    Worum dreht sich die Handlung?: In nicht allzu ferner Zukunft ist alles über einen Chip im Gehirn gesteuert. Schule, Privatleben, Beruf - alles findet nur noch in virtuellen Räumen statt. Außer, man ist ein Verweigerer. Jemand, der sich nur über altmodische VR-Sofas in diesen virtuellen Rummelplatz begibt. Und das auch nur sehr ungern. So wie Luna, die dafür gute Gründe hat, über die sie jedoch nie reden würde... Warum bekommt trotzdem ausgerechnet sie einen Platz für einen begehrten Test angeboten, der ihr nach die Schule die Aussicht auf einen Traumjob beim führenden Techunternehmen oder zumindest ein Studium an einer rennomierten Uni ermöglicht? Schon bei dem mehrtägigen Test hat sie das Gefühl, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Und trifft auf andere, die auch misstrauisch sind. Als sie den Test wider Erwarten mit Bravour besteht und für einen hochkarätigen Think Tank rekrutiert wird, schrillen bei ihr endgültig die Alarmglocken. Kann es gefährlich sein, wenn man die virtuelle und die reale Welt zu gut auseinander halten kann und was hat der Konzern mit ihr vor?

    Große Themen in Hintergrund: Die (Über)Macht technischen Fortschritts | Realitätsverweigerung | Verantwortung und Intelligenz/Rationalität | Monopolisierung und Mundtotmachung

    • Handlung ***

    Die Handlung geht gut auf die gestellten Grundfragen / Hintergrundthemen ein. Jenseits dessen entsprechen die Handlungsstränge einem stabilen Jugendthriller. Die Motive sind nicht unglaublich originell, aber gut verarbeitet und fügen sich stimmig ins Gesamtbild. Leider gibt es mehrere plötzliche Brüche, die inkonsistent wirken, so zum Beispiel, dass während des ersten Teils prägend ist, dass die Hauptfigur keinen Chip hat, nachdem sie überredet/gezwungen wurde, sich einen implantieren zu lassen, ist sie nur 1-2 Kapitel lang irritiert, danach ist es für sich völlig normal. Die Liebesgeschichte ist leider etwas verkitscht und kommt auch irgendwie gezwungen rüber,. Trotzdem blieb meine Neugierde auf das Fortschreiten der Handlung konstant, es gab keine größeren Hänger und die Handlung hielt ein paar gute Wendungen bereit. Die Szenen in der virtuellen Welt und dem Hackerraum dahinter sind anschaulich geschildert und man kann sich alles gut vorstellen.

    • Aufbau **°

    Während am Anfang sehr ausführlich berichtet wurde, wirkte die Geschichte nach hinten ziemlich gerafft. Die Geschichte enthält einige Zeitsprünge, zwischendurch werden Gedächtnisse gelöscht. Die Handlung bleibt in sich trotzdem stimmig. Gerade nach hinten hin wird die Erzählung recht hektisch, lange vorbereitete Wiedersehen mit eventuell totgeglaubten werden dann doch recht sachlich in einem Kapitel abgerissen, die Begrüßung wird einfach übersprungen. Das mag vielleicht am Lektorat liegen, doch am Ende ging dem ganzen dann die Atmosphäre aus, alles geschah Schlag auf Schlag - über mehrere Kapitel und dann ging irgendwie die Puste aus. Schade.

    • Charakterzeichnung **°

    Die Charaktere sind wie die Handlung - nicht unglaubwürdig, nicht uninteressant, aber an manchen Stellen fehlte die Tiefe. Man hätte aus den vorhandenen Charakteren mit Sicherheit noch einiges herauskitzeln können, so bleibt es beim Potential, das durchaus vorhanden ist.

    • Sprache und Stil **°

    Der Stil ist sehr einfach gehalten, was bestimmt an Zielgruppe und Genre angepasst wurde. Die Beschreibungen der virtuellen Welt sind plastisch und gelungen, in der Realität wirkt es manchmal ein bisschen lieblos. Insgesamt zwar flüssig zu lesen und der Stimmung und Handlung keinen Abbruch bescherend, hat der Stil aber auch keine herausragenden Merkmale und die Sprache ist mehr Werkzeug als Ausdrucksmittel. Definitiv kein Problem bei dem Genre, aber ein kleines bisschen mehr Würze hätte bestimmt auch nicht geschadet.

    • Zielgruppe(n)

    Liebhaber dystopischer Jugendromane, die nicht vor Themen zurückschrecken, über die man eventuell auch nach dem Lesen noch nachdenkt und die den Alltag eventuell jetzt schon berühren. Allerdings sollten die Erwartungen an stilistische und sprachliche Feinheiten nicht zu hoch sein. Man sollte sich bewusst sein, dass es ein Buch zum schnell lesen ist und mit den Brüchen, gerade gegen Ende, klarkommen. Es hilft, sich auf die Spannung einzulassen und sich nicht zu lange Zeit zu lassen.

    • Fazit **°

    Die Hintergrundthemen und die Frage nach Intelligenz und Rationalität sowie der Übermacht von Technikkonzernen auf die Wahrnehmung sind gut gewählte und interessant umgesetzte Themen. Allerdings ist das Buch kein tiefsinniges Sci-Fi-Epos, sondern eher ein für schnelle Spannung generierter Jugendroman, der nicht ganz ohne Klischees auskommt und manchmal flach bleibt und Brüche aufweist. Gerade am Ende wird die Erzählung sehr schnell und etwas sprunghaft. Man bekommt nichts, was man nicht erwartet und ein klein bisschen weniger als man erwartet. Mit diesem Vorwissen ein Buch, das man zur Unterhaltung ganz gut lesen kann.

  13. Cover des Buches Woman in Cabin 10 (ISBN: 9783945386989)
    Ruth Ware

    Woman in Cabin 10

    (494)
    Aktuelle Rezension von: Julianchen

    Auch dieser Thriller von Ruth Ware hat es in sich. Eine junge Journalistin, ein Luxusschiff, eine illustre Runde reicher Passagiere und eine Frau, die plötzlich verschwindet. Laura ist sich sicher, einen Mord gesehen zu haben, aber niemand glaubt ihr. Nach und nach entwickelt sich die Suche nach dem Opfer zu einem Katz-und-Maus-Spiel auf dem begrenzten Raum eines Schiffes. Wem kann Laura trauen? Vielleicht nicht einmal sich selbst? Wie in allen ihren Thrillern setzt die Autorin eine junge Frau in den Mittelpunkt ihrer Geschichte. Laura ist mir offen gesagt nicht besonders sympathisch, zu ich-bezogen, zu emotional. Dennoch folge ich ihr gern und begebe mich Schritt für Schritt immer weiter auf die Jagd. Das Ende schreit förmlich nach einer Forderung, die es ja auch demnächst geben wird. Ich bin gespannt.

  14. Cover des Buches Todesreigen (ISBN: 9783442483136)
    Andreas Gruber

    Todesreigen

    (433)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue

    Hier bereits Band vier der Reihe rund um Maarten S. Sneijder. Der niederländische Ermittler, der Smalltalk nicht leiden kann. Und um Sabine Nemez. Beide haben wir auch in den Bänden davor kennen gelernt. 

    Hier wieder ein neuer Fall und irgendwie baut alles aufeinander auf. Deshalb nicht durcheinander lesen sondern wirklich am anfang beginnen. Tolle bildlich beschriebene Szenen, Spannung und Charaktere, die man greifen kann.

  15. Cover des Buches Der Gott des Waldes (ISBN: 9783406829772)
    Liz Moore

    Der Gott des Waldes

    (391)
    Aktuelle Rezension von: RiesenradFahren

    Der Roman spielt Mitte der Siebziger Jahre in einem Ferienlager für Jugendliche. Die Geschichte beginnt mit Barbaras spurlosem Verschwinden. Von hier aus lernen wir die anderen Kinder kennen, die Betreuerinnen, Barbaras Familie und die Polizei, die nach ihr sucht. Eine Spur gibt es jedoch nicht, nur Theorien. Hat Barbara eine Freund? Ist sie absichtlich weggelaufen? Oder gibt es einen Zusammenhang zu einem früheren Verbrechen, dem ihr älterer Bruder "Bear" zum Opfer gefallen ist? Bear ist vor gut 15 Jahren verschwunden, bis heute fehlt jede Spur von ihm. Ein Täter wurde verhaftet, es bestehen aber Zweifel an seiner Schuld. 

    Von hier lernen wir die Lebenswege der Personen kennen, vor allem was sie unglücklich und verzweifelt macht. Der Roman lässt sich gut lesen und macht auch Spaß. Dennoch habe ich mir mehr versprochen, einen größeren Spannungsbogen (keine eher ruhig erzählte Geschichte) und einen Schwerpunkt auf den Opfern und dem vermeintlichen Täter (kein Panorama verschiedener Personen und ihrer Lebenswege). Auch war mir schnell klar, was mit Bear passiert sein könnte und das Ende war mir zu versöhnlich. Insgesamt ein gutes Buch, aber meinen Geschmack hat es nicht richtig getroffen. 

  16. Cover des Buches Todesmal (ISBN: 9783442486564)
    Andreas Gruber

    Todesmal

    (379)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue

    Ich mag einfach die Art wie diese Bücher geschrieben sind und auch wie sich die Protagonisten entwickeln. Schön ist es auch zu sehen, dass noch weitere Personen dazu kommen und man diese nicht nur anhand der Name auseinander halten kann, sondern sie Personen greifen kann.

    Absolute Empfehlung! Bitte unbedingt bei Band eins beginnen. Macht so am meisten Spaß. 

  17. Cover des Buches VIEWS (ISBN: 9783548073699)
    Marc-Uwe Kling

    VIEWS

    (490)
    Aktuelle Rezension von: Cora19

    Videos mit brutalen Inhalten sind keine Seltenheit mehr. Gehören zum Tagesgeschehen. Sie werden mit einer Selbstverständlichkeit veröffentlicht, wie wir ein- und ausatmen. Die Verbreitung ist rasant. Die Auswirkungen noch rasanter.

     

    Views von Marc-Uwe Kling besticht durch eine eigenwillige Ermittlerin. Liefert einen Einblick in die Ermittlungsarbeit des BKA. Zeigt Konsequenzen von Fehlverhalten. Der Plot ist brisant und aktuell. Zeigt Möglichkeiten und Grenzen, die überschritten werden. Spielt mit dem Schein. Die Story startet harmlos. Nimmt danach schnell Fahrt auf. Kurze ineinandergreifende Kapitel erzeugen ein hohes Lesetempo. 

     

    Views hat mich fasziniert und sprachlos gemacht. Allerdings mit ungeklärten Fragen zurückgelassen. Das Ende kommt übereilt. Schade, bis zum vorletzten Kapitel war alles stimmig. Das trübt den Gesamteindruck. Dennoch eine kurzweilige Lektüre für graue Novembertage. 

  18. Cover des Buches Kakerlaken (Ein Harry-Hole-Krimi 2) (ISBN: 9783548061955)
    Jo Nesbø

    Kakerlaken (Ein Harry-Hole-Krimi 2)

    (374)
    Aktuelle Rezension von: Alexia_

    Nach Sydney kommt jetzt Bangkok. Komplettes Kontrastprogramm. Harry hat durch seinen Fall in Australien einiges an Bekanntheit gewonnen und wird nun Teil eines Falles in dem ein norwegischer Botschafter verwickelt ist. Somit beginnt er in Thailand zu ermitteln und deckt die ein oder andere Grausamkeit auf.

    Wenn ich die ersten beiden Bände von Harry Hole vergleiche, war dieser hier um einiges besser. Denn dieser hier wartet direkt mit makabren Details und ordentlicher Spannung auf. Von Beginn hat ist man direkt in den Fall gesogen und kann nicht mehr davon ablassen. Harry ist wie immer vom Alkohol geplagt und versucht auf Hochtouren den Täter aufzufinden. Was ich an diesen Büchern mittlerweile festgestellt habe ist, dass häufig schon etwa nach 50 % der angebliche „Täter“ gefasst wird, sich jedoch dann herausstellt, dass es dieser doch nicht war oder die Beweise fehlen. Die restlichen 50 % beinhalten dann diesen Erzählstrang. Das finde ich an sich nicht schlimm, jedoch merke ich, dass es sich bei solchen Thrillern in letzter Zeit tatsächlich etwas häuft und dann schnell langweilig werden kann. In diesem Fall jedoch nicht. Wie ich glaube ist es bei Nesbo auch immer ein Rätselraten beziehungsweise ein gespanntes Abwarten was es mit dem Titel und dem Fall auf sich hat. Der Zusammenhang wird immer aufgedeckt und hält die ein oder andere Überraschung parat. Auch ein ernstes Thema darf in diesem Fall nicht fehlen und das bezieht sich grausamer Weise auf eine Thematik die sehr im Dunkeln ist. Ich möchte hier auch gar nicht weiter drauf eingehen um nicht Dinge vorwegzunehmen. Jedoch habe ich dann doch das ein oder andere Mal einen Kloß im Hals herunterschlucken müssen. Das gepaart mit einem kaputten und doch irgendwie charismatischen Ermittler in einem spannenden Fall, macht es zu einem wirklich sehr guten Thriller. Das Ende ist wirklich überraschend und der Autor lässt die Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappen.

    Wesentlich spannender als Band 1. Ich bin gespannt auf Harry Holes weitere Fälle. 5 von 5 Sternen.

  19. Cover des Buches Beste Freundin - Niemand lügt so gut wie du (ISBN: 9783328108474)
    Claire Douglas

    Beste Freundin - Niemand lügt so gut wie du

    (213)
    Aktuelle Rezension von: mrs_nicemountain

    Der Thriller "Beste Freundin" handelt von Jess und Heather, die früher unzertrennliche beste Freundinnen waren, etwa bis zum Alter von 13 Jahren. Doch dann bricht die Freundschaft plötzlich auseinander. Sprung zu 20 Jahre später: Jess hat in London Journalismus studiert, dieses aber inzwischen wieder verlassen und wohnt wieder in der Gegend, in der sie aufgewachsen ist. Sie bekommt eine Reportage zu einem Doppelmord zugewiesen, der sie nicht kalt lässt, denn niemand anders ist die vermutete Täterin, als ihre frühere beste Freundin Heather. Diese liegt jedoch im Koma, da sie sich nach der Tat vermutlich selbst verletzt hat. 

    Die Polizei ermittelt, doch die Lage scheint klar, es gibt einen Zeugen, der Heather vor Ort gesehen hat. Doch das Motiv ist unklar, die Verbindung der zwei Opfer zu Heather scheint nicht zu existieren. Doch nach und nach zeigt sich, dass in der kleinen Stadt am Meer mehr gelaufen ist, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Jess deckt nach und nach Dinge auf, die nicht nur den Fall um Heather verändern, sondern auch noch weiterrechende Folgen hat. 


    Mir geht es bei Claire Douglas Büchern immer gleich, der Anfang ist zwar sehr interessant, aber ich muss mich dann doch irgendwie zusammenreisen, zum das Buch wieder in die Hand nehmen und weiterlesen. Dann bin ich jedoch so schnell im Buch, dass ich es fast nicht mehr weglegen kann und am liebsten in einem Rutsch durchlesen würde.
    Und ja, ich gebe es zu, ich bin auch jemand, der, wenn es zu spannend wird, mal das Ende liest. Doch hier hat mir das gar nichts gebracht, und ich wusste nicht mehr wie vorher, denn nichts hat Sinn gemacht. Es kommt also immer wieder zu Wendungen, die ich als Leserin nicht habe kommen sehen. Für einen Thriller also perfekt. 

    Die Charaktere sind so konzipiert, dass man sich sehr gut mit ihnen identifizieren kann. Dort hilft auch die wechselnde Erzählperspektive, derer Douglas sich bedient. Die Autorin schreibt so, dass man sich direkt in Jess hineinversetzten kann, auch wenn es um ihre Vergangenheit geht. Die Leserin kann nachfühlen, warum Dinge so passiert sind, wie sie sind, und was zu all dem geführt hat. 


    Von mir also eine klare Leseempfehlung. 5/5. 

  20. Cover des Buches Autorität. Auslöschung. Akzeptanz. (ISBN: 9783956142703)
    Jeff VanderMeer

    Autorität. Auslöschung. Akzeptanz.

    (171)
    Aktuelle Rezension von: HenrikeSchwenn

    Nach einer unerklärlichen Katastrophe ist die Area X ein Sperrgebiet unter der Aufsicht der Southern Reach, einer geheimnisvollen Behörde. Alle Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, sind ins Leere gelaufen.

    Der erste Band folgt einer namenlosen Biologin auf einer der zahlreichen Expeditionen in die Area X. Schon bald stößt das Team auf einen Tunnel, der sich ins Erdreich schraubt, und rätselhafte Botschaften aus Pilzsporen. Nach und nach werden die Forscherinnen dezimiert.

    Im zweiten Band wechselt die Perspektive zu John Rodriguez, genannt Control, dem neuen Direktor der Southern Reach. Er versucht, sich in der Behörde zurechtzufinden, doch scheitert an unerklärlichen Vorkommnissen und Intrigen.

    Im dritten Band laufen die Handlungsstränge zusammen und man erfährt mehr über die Entstehung der Area X, die Southern Reach und das Schicksal der Figuren.

    Mich hat die Reihe sofort in ihren Bann geschlagen, wenn auch keine der Figuren sehr zugänglich oder sympathisch war. Man wird abrupt in die Handlung geworfen und bekommt erst nach und nach mehr Informationen über die Charaktere, was es schwer macht, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Man muss sich einfach auf die Stimmung im Sperrgebiert einlassen: Die scheinbar paradiesische, unberührte Natur, in der jedoch nichts so ist, wie es scheint. Weder der Tier- und Pflanzenwelt noch den anderen Expeditionsteilnehmern ist zu trauen. 

    Der Wechsel vom ersten zum zweiten Band bildet einen harten Kontrast, nicht nur in der Erzählperspektive, sondern auch vom Schauplatz her. Aus der fremdartigen Wildnis kommt man plötzlich in eine kafkaeske Behörde voller Bürokratie, Geheimnisse und Wahnsinn. Ich kann mir vorstellen, dass das manchen Leser stört, mir hat es aber nichts ausgemacht. Dadurch werden die Parallelen zwischen der bedrohlichen Wildnis und der bedrohlichen Behörde deutlich.

    Die Trilogie wird von den grundlegenden Themen Einsamkeit, Misstrauen und Kontrollverlust durchzogen. Im Angesicht einer unbegreiflichen Bedrohung hat die Menschheit eine ebenso unbegreifliche und bedrohliche Behörde errichtet. Man kann nichts und niemanden trauen und nichts ist, wie es scheint. Welche Motive haben die Figuren? Erleben sie gerade wirklich etwas oder wurden sie nur hypnotisiert? Ist eine Mauer wirklich eine Mauer oder ein lebender Organismus? Warum ist der einzige Überlebende der ersten Expedition so versessen darauf, immer neue Expeditionen in die Area X zu schicken? Sind die Figuren überhaupt noch sie selbst oder wurden sie durch Doppelgänger ersetzt?

    Langsam bauen sich Spannung und immer stärkeres Unbehagen auf, was vor allem an kleinen Einzelheiten liegt. Woher kommt der ekelhaft süßliche Geruch, den nur Control wahrnimmt? Ist es der gleiche Geruch, den der frührere Leuchtturmwärter in der Area X wahrgenommen hat, kurz bevor die Katastrophe ausbrach? Was hat es mit der harmlos aussehenden Pflanze auf sich, die aus der Area X in die Southern Reach gebracht wurde, und die scheinbar unsterblich ist? All diese Details vermitteln das Gefühl einer unbegreiflichen, unaufhaltsamen Macht, die sich langsam ausbreitet. Man kann sie nicht verstehen und nicht bekämpfen, man kann sich nur mit ihr arrangieren.

    Am Ende bleiben die meisten Fragen offen. Ich kann mir vorstellen, dass man dieses Buch am besten mehrmals liest, um alle Einzelheiten zu erfassen.

  21. Cover des Buches Herzgrab (ISBN: 9783442496853)
    Andreas Gruber

    Herzgrab

    (196)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Privatdetektivin Elena Gerink bekommt den Auftrag, den verschwundenen, weltbekannten Maler Salvatore Del Vecchio zu finden. Gleichzeitig landet bei Peter Gerink, Elenas getrennt lebendem Mann und BKA-Spezialist, der Vermisstenfall der jungen Teresa Del Vecchio auf dem Tisch. Zwei Fälle, ein Name, zwei Ermittler, die sich privat am liebsten aus dem Weg gehen würden. Doch die Spuren führen sie beide nach Italien, wo sich ihre Ermittlungen unweigerlich kreuzen.

     

    Meine Meinung:

    Ich sags mal direkt: Ich habe wirklich keine Ahnung, wie es passieren konnte, dass ich jahrelang an Gruber vorbeigelesen habe. „Herzgrab“ war mein Einstieg, und dieses wiederaufgelegte Biest von einem Thriller hat mich sofort überrollt. Der Stil: eindrucksvoll, atmosphärisch, messerscharf. Diese Art von Schreibe, die dich ohne Rücksicht auf Schlaf, Essen oder soziale Verpflichtungen in den Seiten festhält. Und obwohl die Erstauflage fast 15 Jahre alt ist, wirkt hier nichts aufgewärmt – eher wie ein frisch geschärftes Skalpell.

     

    Die Figurenkonstellation ist pures Dynamit. Elena, Privatdetektivin, offiziell zwar mit Peter verheiratet, praktisch aber getrennt. Peter, BKA-Ermittler, unterwegs mit seinem Partner Scatozza, dem Typen, mit dem Elena ihren One-Night-Stand hatte. Und als würde das nicht schon genug Sprengstoff liefern, kommt auch noch Lisa ins Spiel: Staatsanwältin, Peters und Scatozzas Vorgesetzte und gleichzeitig Elenas große Schwester. Ein Geflecht, so herrlich gespannt wie ein Drahtseil kurz vorm Reißen. Zwischen all den Ermittlungen vibriert es ständig unter der Oberfläche.

     

    Und nun zu den Fällen. Wir haben alles, wirklich alles: Entführung, Kunstwahnsinn, Familiengeheimnisse, Obsessionen, verzerrte Loyalitäten. Die Schauplätze in Siena und Florenz wirken wie düstere, prachtvolle Kulissen eines Films, in dem man ständig das Gefühl hat, hinter der nächsten Ecke könnte wieder ein Del Vecchio lauern. Dieser Familienclan ist abgeschottet, elitär, ohne Mafialabel, aber mit vibrierender Intensität, die an die großen Familiendramen erinnert. Außerdem haben wir gefährliche Personen aus der Stasi-Zeit. Die Ermittlungen führen tief hinein in versteckte Orte, Ateliers, eine Familiengruft, alte Mauern, aber auch in die herrliche Landschaft Italiens.

     

    Ich will nicht spoilern, also reiße ich mich zusammen. Nur so viel: es hat mich einfach gepackt. Von der ersten Seite an. Ich mochte die Protagonisten, die amüsanten Zwischensezenen, aber genauso die blutigen Teile. Es war spannend, es war fesselnd, es war mitreißend und es hat mir so viel Lust auf mehr von dem Autor gemacht. Das Buch hatte mich beim Lesen total hineingezogen in seine Welt. Der Showdown hat die Spannungskurve dann endgültig explodieren lassen. Ein Buch, das mich von der ersten Seite an gepackt hat und mich erst wieder losgelassen hat, als es vorbei war. Und jetzt brauche ich den nächsten Teil um Elena und Peter – sofort.

     

    Ein Pageturner? Komplett. Zeitlos? Ebenfalls. Also ja: Lest es.

     

    Fazit:

    „Herzgrab“ von Andreas Gruber liefert Spannung, Tempo und eine Ermittlerdynamik, die sowohl knallt als auch emotional trägt. Ein Thriller, der auch Jahre nach seiner Erstveröffentlichung packt wie am ersten Tag.

     

    Für mich eindeutig: 5 Sterne.

  22. Cover des Buches Bruno Chef de police (ISBN: 9783257261219)
    Martin Walker

    Bruno Chef de police

    (276)
    Aktuelle Rezension von: Sanne54

    Nachdem ich schon sehr oft über Bruno, den Chef de Police eines kleinen Örtchens in der französischen Provinz gestolpert bin, nie aber ein Buch gelesen habe, habe ich nun doch mal einen Blick in den ersten Teil gewagt.

    Und bin auch eine durchaus charmant konstruierte Geschichte gestoßen, was den namensgebenden Protagonisten und das Setting betrifft. Ein bisschen wie Rosamunde Pilcher in Frankreich. (Passenderweise kommen auch einige Engländer vor.) Bruno, dessen Rolle nicht so ganz trennscharf auf den örtlichen Polizisten festzulegen ist, hat eine große Schwäche fürs Kulinarische und die Tradition seines Perigords, wofür er sich gerne auch mal mit der EU anlegte, und ist anerkannter Teil seiner Gemeinde Saint-Denis. Obwohl kleinere Versuche gewagt werden, der Figur Tiefe zu verleihen (betrifft seine Vergangenheit in der Armee und dass er als Waise aufgewachsen ist), bleibt der überzeugte (?), aber begehrte Junggeselle sympathisch, allerdings ohne Ecken und Kanten. Das finde ich persönlich Schade.

    Insgesamt wartet das Buch für mich mit zu vielen Klischees auf. Vielleicht trägt das zum "Cosy"-Gefühl bei, das diese Krimi-Reihe so erfolgreich macht, ich würde mir mehr Authentizität wünschen und weniger "Reiseführer"-Feeling. Da sind die Figuren die entscheidenden Stellschrauben, wie ich finde.

    Und dann macht zwischen Wochenmarkt, Kulinarik und Tennisplatz der Fall plötzlich eine überraschende Wendung. Nicht nur durch den brutalen Mord, bei dem Bruno den Ermittlern zuarbeitet, sondern auch durch den politisch-historischen Hintergrund, den der Autor einarbeitet. Hier werden interessante Themen aufgeworfen, die aber in diesem Kontext einfach zu flach und banal bearbeitet werden. Das wird der Thematik einfach nicht gerecht, weshalb ich einen zweiten Punkt abziehe. Vielleicht passen die folgenden Fälle Brunos besser zum Setting und sind nicht im Bereich des politisch-brisanten Kapitalverbrechens angesiedelt, denn das würde ihnen meiner Meinung nach besser zu Gesicht stehen.

    Im Großen und Ganzen leicht lesbare Unterhaltung und ein sympathischer, spitzbübischer Protagonist, der nachvollziehbar viele Fans hat und hier aber leider in eine zu ambitionierte Story verwickelt wurde.


  23. Cover des Buches Rauhnächte (ISBN: 9783328604372)
    Ellen Sandberg

    Rauhnächte

    (24)
    Aktuelle Rezension von: ReadingFoxy

    Aberglaube oder Tradition?


    Was ist, wenn man das Gefühl hat nicht dazu zu gehören? Sein ganzes Leben lang glaubt, etwas stimmt nicht?


    So geht es der 22-jährige Pia. Sie belauscht an Heiligabend einen heftigen Streit ihrer Eltern und erfährt dadurch, dass es ein Familiengeheimnis gibt. Ihr bisheriges Leben gerät aus den Fugen, denn das Gefühl, nie richtig dazuzugehören, scheint sich zu bestätigen. Um die Wahrheit zu erfahren, reist sie nach Wasserburg am Inn und hofft, Antworten zu bekommen. In den geheimnisvollen Rauhnächten, in denen alte Bräuche und unheimliche Gestalten das mittelalterliche Städtchen prägen, kommen lang verborgene Geheimnisse ans Licht. 


    Die Grundidee hat mir gefallen und da nun die Rauhnächte wieder kurz bevor stehen, ist es eine gute Zeit das Buch zu lesen. Doch leider konnte es mich nicht so richtig überzeugen. Es ist grundsätzlich spannend, aber ich bin nicht mit Pia warm geworden und ihre Art und Weise hat mich des Öfteren genervt. Ja, es gab Gründe aus der Vergangenheit, aber dennoch war sie für mich eine Protagonistin, die mich nicht abholen konnte.


    Der Fall selbst war gut und spannend geschrieben, aber am Ende hätte es auch zu jeder anderen Zeit passieren können. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Mythen und Hintergründe diese Zeit mehr Einfluss haben, wenn schon das Buch danach benannt wird.


    Wer einen eher seichten Krimi sucht, wird hier aber sicher dennoch gut abgeholt werden.


    ISBN: 978-3328604372

    Autorin: Ellen Sandberg

    Verlag: Penguin

    ET:   12.11.25

    Umfang: 352 Seiten

  24. Cover des Buches Todesschmerz: Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez 6 - Thriller (ISBN: B08MCBFRJF)
    Andreas Gruber

    Todesschmerz: Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez 6 - Thriller

    (180)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue

    Ich liebe diese Reihe. Protagonisten mit Ecken und Kanten. Ein neuer Fall der es in sich hat und das Ende hat mich mal kurz fast zerstört. Damit hab ich wirklich nicht gerechnet und ich hab nun den innerlich druck direkt weiterzulesen in Todesrache.

    Eine sehr empfehlenswert Reihe und unbedingt mit Band eins beginnen. Lohnt sich!

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