Bücher mit dem Tag "vielfalt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "vielfalt" gekennzeichnet haben.

142 Bücher

  1. Cover des Buches Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte (ISBN: 9783453275072)
    TJ Klune

    Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte

    (923)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    "Das Leben wurde letztendlich immer zu dem, was man daraus machte. Es hing alles von den Entscheidungen ab, die man traf, von den großen ebenso wie von den kleinen."

    Inhalt

    Linus Baker ist ein engagierter Mitarbeiter der Behörde für magisch Begabte und arbeitet schon seit vielen Jahren dort. Er inspiziert Waisenhäuser, in denen Kinder mit magischer Begabung untergebracht sind und überprüft  alles nach den Richtlinien und Verordnungen seiner Behörde. Diesmal bekommt er jedoch einen Sonderauftrag mit allerhöchster Geheimhaltungsstufe. Auf der Insel Marsyas lebt ein gewisser Mr. Parnassus mit seinen 6 Schützlingen ganz allein, eines seiner Pflegekinder soll der Sohn des Teufels höchstpersönlich sein. Linus fürchtet sich zwar etwas, ist aber durch und durch Sachbearbeiter und nimmt die ihm anvertraute Aufgabe sehr ernst. Doch nach 4 Wochen im Waisenhaus von Arthur Parnassus, fällt es Linus schwerer denn je, wieder in sein ödes, einsames Leben zwischen den Aktenbergen abzutauchen, wenn er bedenkt, wie viel Ungeheuerlichkeiten ihn auf der Insel erwartet haben und wie diese magischen Kinder sein Leben komplett umgekrempelt haben ...

    Meinung

    Dieses Buch habe ich  für die Themenchallenge 2026 auf lovelybooks gelesen - cozy Fantasy ist normalerweise keins meiner bevorzugten Genres und wird es vermutlich auch nicht werden, doch nachdem meine Freundin von diesem Buch total begeistert war, wollte ich zumindest mal testen. Die Geschichte hier ist wirklich sympathisch auf ganzer Linie. Die Handlung zeigt immer das Gute im Menschen, macht deutlich, wie wertvoll Unterstützung und Zuwendung sein kann und das Vorurteile nicht immer auf Wahrheiten basieren. Es liest sich locker und leicht und ist schon für junge Leser geeignet. Die Magie ist hier sehr präsent, weckt aber nur das Interesse für die Individuen im einzelnen. Auch die beiden Hauptprotagonisten agieren liebevoll und ehrlich, führen manch philosophisches Gespräch und entdecken nach und nach immer mehr Gemeinsamkeiten. 

    Fazit

    Dieser erste Band eines mir bis dato unbekannten Autors führt auf eine kleine Insel, auf der sich Sonderlinge verstecken, weil sie befürchten anderswo nur Argwohn zu wecken. Mit Hilfe eines Unbekannten, der bisher weder Freude noch Liebe erfahren hat, schöpfen sie Kraft, um sich ihren Ängsten zu stellen und weichen gleichzeitig seine Einsamkeit auf. Die Idee und den Grundtenor des Buches empfinde ich sehr positiv und ich empfehle dies gern auch einer kindlichen Leserschaft, weil sich alles wunderbar fügt: Menschen wachsen über sich hinaus, übernehmen Verantwortung und finden ihr ganz persönliches Glück, wo sie es nie vermutet hätten. Das Gute im Menschen wird zum zentralen Aspekt der Erzählung und lässt kleine Wunder wahr werden. 

  2. Cover des Buches Den Mund voll ungesagter Dinge (ISBN: 9783453273658)
    Anne Freytag

    Den Mund voll ungesagter Dinge

    (694)
    Aktuelle Rezension von: downey_jr

    "Und ich gebe es ja nur sehr ungern zu, weil es so traurig und langweilig ist, aber irgendwie ist normal zu sein auch beruhigend. Weil man kein einzelner Fisch, sondern Teil eines riesigen Schwarms ist. Weil man Deckung und Schutz in der Masse findet. Weil man weiß, dass man nicht allein ist."


    Das Leben der 17jährigen Sophie war von Anfang an nicht einfach: Ihre Mutter verließ sie gleich nach ihrer Geburt und sie wuchs alleine bei ihrem Vater Christian in Hamburg auf. Ihr bester Freund Lukas, mit dem sie von klein auf unzertrennlich war, ist zu seiner Freundin nach Frankreich gezogen, um dort sein Abitur zu machen. 

    Sophie selbst war noch nie richtig verliebt, obwohl sie schon was mit dem einen oder anderen Jungen hatte.

    Als ihre Vater eine ernsthafte Beziehung eingeht, muss Sophie gegen ihren Willen zu Lena und ihren Söhne Leon und Valentin nach München ziehen.

    Sophie ist fest entschlossen, Lena und ihre Söhne nicht zu mögen, doch Lena ist so ganz das Gegenteil einer "typischen" Stiefmutter.

    Und dann ist da noch das Nachbarsmädchen Alex, von der Sophie gleich fasziniert ist.

    Das Leben in der neuen Stadt ist besser, als Sophie erwartet hätte, doch ein unerwarteter Kuss bringt alles durcheinander... 


    Anne Freytags Erzählstil hat mir auch bei diesem Jugendbuch sehr gut gefallen. Sophies Verhalten konnte ich (vor allem Jungs gegenüber) nicht immer nachempfinden oder gut finden, ihre Selbstzweifel und Ängste kamen jedoch sehr gut rüber.

    Besonders liebenswert fand ich die Charaktere von Leon und Lena. Auch Alex fand ich recht authentisch getroffen, und einen besten Freund wie Lukas hätten wohl viele Mädchen gerne.

    Schön ist, dass Anne Freytag nicht explizit die sexuelle Orientierung hervorhebt, sondern das Gefühl, geliebt zu werden und zu lieben. 


    Die stets treffend formulierten  Kapitelüberschriften sowie die am Ende des Buchs aufgeführte Playlist sind schon typisch für Anne Freytag und gefallen mir richtig gut.


    Ein sehr schöner, emotionaler Coming-of-Age-Roman (nicht nur) für Jugendliche. 

  3. Cover des Buches Glück kommt selten allein ... (ISBN: 9783644001077)
    Eckart von Hirschhausen

    Glück kommt selten allein ...

    (397)
    Aktuelle Rezension von: KiraNear

    Titel: Glück kommt selten allein ...

    Autor*in: Dr. med. Echard von Hirschhausen

    Erschienen in Deutschland: 2011

    Originaltitel: -

    Erschienen in -: -

    Übersetzer*in: - 

     

    Weitere Informationen:

    Genre: Sachbuch

    Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A]

    Seiten: 405

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 978-3-499-62484-1

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

     

    Inhalt:

    Mit dem Glück ist es wie mit Diäten oder Erkältungskrankheiten: tausend Rezepte - aber keine überzeugenden Erfolge. Gar keine? Deutschlands lustigster Arzt findet die Trüffel der Glücksforschung, das Kuriose, Komische und Menschliche. Endlich spricht einer aus, was keiner wahrhaben will: Wir sind von Natur aus bestens geeignet, das Glück zu suchen, aber eklatant schlecht darin, zufrieden zu sein. Warum, wer die evolutionären Webfehler in unseren Wünschen kennt, hat gut lachen. Ein erfrischend provokanter Perspektivenwechsel auf Finanzkrise, Partnerwahl und Erdbeermarmelade - mit garantiert 20 Prozent weniger Ratschlägen als vergleichbare Bücher.

     

    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

    Bei dieser Version handelt es sich um ein aktualisiertes Exemplar, das um ein Kapitel erweitert worden war. Außerdem sind auch Sticker mit dabei. Da ich das Buch gebraucht bekommen habe, glaub, es war eines der Bücher, die ich letztes Jahr geschenkt bekommen habe, aber genau kann ich es nicht mehr sagen. Jedenfalls waren hier noch die Sticker mit dabei und ich werde sie auch drin lassen, wenn ich das Buch aussortiere. Jetzt denkt ihr euch vermutlich: Oh, hat dir das Buch doch nicht gefallen? Klar, doch, hat es, aber nicht genug, dass ich es irgendwann wieder lesen möchte.

    Das Buch habe ich in den Jahren davor immer mal wieder gesehen, habs mir aber nie wirklich vorgenommen es zu kaufen, wenn ich ehrlich bin. Dennoch war ich neugierig und habe ich das Buch reingeschaut.

    Btw, den Autoren kenne ich vom Namen her, aber das wars.

    Jedenfalls bin ich mit offenem Geist, könnte man sagen, an das Buch rangegangen und wollte mich einfach mal darauf einlassen, schauen, ob und wie es mir gefallen würde. Auch habe ich im Hinterkopf behalten, dass das Buch an sich nicht mehr das neueste ist, also kann es sein, dass es ein paar Punkte gibt, die so nicht mehr aktuell sind. Immerhin war die erste Veröffentlichung bereits 2009! Seitdem ist sehr viel Zeit vergangen und auch sehr viel passiert. Dennoch, so manche Punkte, die er angesprochen hat, sind in meinen Augen nach wie vor aktuell. Da dachte ich mir: Hey, diese Passagen hätten auch dieses Jahr veröffentlich werden können und es hätte trotzdem gepasst.

    Zum Beispiel daran, wie man Glück eigentlich definieren kann und warum wir lieber jammern, anstatt etwas für unser Glück zu tun, weil das einfacher ist. Also wenn es etwas ist, auf das man tatsächlich Einfluss hat, dass man das so pauschal nicht auf alles und alle übertragen kann, sollte klar sein.

    Auch spricht der Autor vom Unglück über Multitasking an und ein Zuviel, egal ob bei der Auswahl an Essen, Arbeit etc oder auch, dass Glück wohl nicht vererbbar ist.

    In diesem Buch gibt es auch sehr viele Übungen, an welchen man testen kann, wie glücklich man wirklich ist oder sind kleine Hinweise mit einem leichten Augenzwinkern, wie man sein Glück wieder finden kann. Wie man es in Dingen und Gelegenheiten erkennen kann, was man vorher noch nicht gesehen hat. Da ich in diesem Buch nicht herumschneiden oder schreiben wollte, habe ich auf die Übungen ehrlich gesagt verzichtet.

    Andere Punkte, die er angesprochen hat, da dachte ich mir auch: Hey, da muss man differenzieren! Da kommt es wirklich auf den Fall und manchmal kann man nichts dafür / dagegen machen. Da dachte ich mir dann schon, da sollte man nicht pauschalisieren. So sagt der Autor in einem Kapitel zum Beispiel, dass man nicht einfach einen Beruf machen soll, sondern einfach seiner Berufung folgen soll. Dann gibt es eine Liste, an der man seine Berufung an seinem aktuellen Job testen soll.

    Ich denke mir allerdings: Nicht jeder hat den Luxus, seine Interessen oder seine Berufung zum Job zu machen. Manchmal muss man einfach einen Job machen, selbst wenn es nicht der Traumjob ist. Zumal es auch die Hölle sein kann, wenn man seine Hobbys zum Job macht.

    Zumal nicht jeder das Glück hat und sofort einen neuen Job findet. Oder es sich leisten kann, erstmal nen neuen Job zu suchen.

    Oder eine andere Aussage, die ich persönlich absurd fand: "Warum kaufen so viele Menschen Mineralwasser ohne Kohlensäure? - Wegen der STILLE!"

    Der Autor impliziert damit, dass die Leute sie damit nicht das Wasser an sich wollen, sondern eigentlich sich nach Stille sehnen. Als jemand, der selbst nur stilles Wasser trinkt, sage ich: Bullshit^^°

    Ich trinke stilles Wasser, weil mir Wasser mit Kohlensäure nicht schmeckt. Anderen geht es genauso oder sie müssen von der Kohlensäure viel aufstoßen, was ihnen unangenehm ist.

    Klar, das ganze Buch ist wieder so eins von der Sorte "mit leichtem Humor und Augenzwinkern geschrieben", aber der Humor erreicht mich wie gewohnt nicht und manchmal rollte ich dann lieber mit den Augen, als zurückzuzwinkern.

     

    Fazit:

    An sich ist das Buch ok, aber es ist jetzt auch nichts, was man unbedingt gelesen haben muss. Auch habe ich jetzt nicht so viel gefunden, bei dem ich denke: Ok, das kann ich für mich mitnehmen. Vieles, was angesprochen wird, ist entweder ziemlich oberflächlich oder schon längst bekannt. Manches lässt sich auch nicht mit jeder Lebensrealität vereinbaren. Natürlich kann der Autor nicht auf jede mögliche Art, wie ein Leben verlaufen kann, eingehen. Dennoch, man sollte sie wenigstens im Hinterkopf behalten, finde ich.

    Wie gesagt, das Buch ist an sich ok, daher bekommt es von mir drei Sterne. 

  4. Cover des Buches After Work (ISBN: 9783736305595)
    Simona Ahrnstedt

    After Work

    (306)
    Aktuelle Rezension von: ReiShimura

    Das Cover des Buches ist normalerweise kein Thema bei meinen Rezensionen, da ich die Beurteilung des Inhalts des Buches als wichtiger erachte. In diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme. Denn das Cover stößt mir ein wenig sauer auf. Auf den ersten Blick passt es ja wirklich gut zum Titel des Buches, aber leider nur bedingt zum Inhalt. Denn die Themen Gewicht, body shaming und falsche Schönheitsideale in der Werbung sind zentrale Punkte in der Geschichte. Und trotzdem tappt der Verlag hier in die gleiche Falle und wählt ein ausnehmend schlankes Model für das Cover. Sehr schade.

    Mit Lexia Vikander konnte ich mich recht schnell anfreunden und mich auch in sie hineinversetzen. Ihre Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten sind manchmal ein wenig anstrengend und nervig, machen sie auf der anderen Seite aber auch realistisch, menschlich und sympathisch. Ähnliches gilt für Adam Nylund. Bei ihm war meine Sympathie sehr stark davon abhängig welche seiner vielen Seiten er gerade gezeigt hat. Den harten Hund in geschäftlichen Dingen fand ich nicht immer sympathisch, konnte seine Handlungen aber verstehen. Nicht nachvollziehen konnte ich seine Gedanken bezüglich seiner Exfreundin, diese waren für mich völlig aus der Luft gegriffen und haben für die Geschichte keinen Mehrwert geliefert. Außer die Seitenzahl zu erhöhen und das Ganze ein wenig in die Länge zu ziehen.

    Autorin Simona Ahrnstedt spricht in ihrem Buch sehr viele wichtige Themen an. Manche davon sind heute nicht mehr ganz so relevant. Die Werbung ist in den letzten Jahren, das Buch ist immerhin bereits 2018 erschienen, durchaus vielfältiger und diverser geworden. Andere Themen werden wahrscheinlich nie an Aktualität verlieren, auch wenn es wünschenswert wäre. Body positivity wird zwar überall propagiert, so ganz ist das in den Köpfen der Menschen aber noch nicht angekommen. Fälle von body shaming und Mobbing wegen eines von der Norm abweichenden Aussehen sind ist gerade in den sozialen Medien noch immer gang und gäbe.

    Bei mir hinterlässt das Buch ein wenig das Gefühl, dass die Autorin es mit den "schwierigen" Themen ein klein wenig übertrieben hat. Da wurde für meinen Geschmack zu viel reingepackt, vor allem Dinge, die für die Geschichte keinen Mehrwert bringen, sondern nur dazu dienen, dass das Buch politisch korrekt ist und sich jede und jeder mitgemeint fühlt. 

    Die Liebesgeschichte zwischen Lexia und Adam würde ich als glaubwürdig bezeichnen, was für mich persönlich immer sehr wichtig ist. Die pikanten Szenen kommen natürlich vor, sind aber durchaus akzeptabel formuliert und nehmen nicht zu viel Raum ein.

    Der Erzählstil der Autorin gefällt mir und sie konnte das Gefühlschaos der Protagonisten glaubwürdig transportieren. Leider sind viele der Nebencharaktere nur platte Randfiguren. Da wird tief in die Klischeekiste gegriffen und wie oben bereits erwähnt, versucht möglichst viele Randgruppen und Minderheiten auch noch zu integrieren. Einige der Personen hätten auch Potential gehabt, kamen in der Geschichte aber ein wenig zu kurz.

    Alles in allem war es ein angenehmes, teilweise aber auch langatmiges Leseerlebnis. Ich hätte aber auch nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn der eine oder andere Handlungsstrang gefehlt hätte.

  5. Cover des Buches Gegen den Hass (ISBN: 9783596522217)
    Carolin Emcke

    Gegen den Hass

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Wer sich auch nur ein wenig im Internet bewegt, weiß es schon lange: die Menschenfeinde versuchen lautstark, organisiert und hemmungslos ihren Hass als die wahre Meinung des Volkes, die aufrichtige Mehrheitsmeinung zu verkaufen. Dass es diesen rechten bis rechtsextremen Rand in jeder Gesellschaft gibt, ist nichts Neues. Dass diese fanatische Minderheit bis zu 20 Prozent der deutschen Gesellschaft ausmacht, könnte man auch seit Jahren wissen, wenn man die entsprechenden Studien verfolgt hätte. Hier haben die bürgerliche Mitte und die Verteidiger der offenen Gesellschaft schlichtweg zu lange weggeguckt. Die autoritären Charaktere mit ihrer Radfahrermentalität (Erich Fromm), nach oben buckeln und nach unten treten, die preußischen Untertanen, versuchen den Diskurs zu okkupieren und ihre Meinung als mehrheitsfähig in die Mitte der Gesellschaft zu transportieren.

    „Die Sorge erlebt zur Zeit eine erstaunliche Aufwertung. In der Sorge, so die rhetorische Suggestion, artikuliere sich ein berechtigtes Unbehagen, ein Affekt, der politisch ernst genommen und keinesfalls kritisiert werden sollte. Als seien ungefilterte Gefühle per se berechtigt. Als käme unreflektierten Gefühlen eine ganz eigene Legitimität zu.“

    Obsessiver Hass

    Erst mit dem Erstarken von Pegida und AfD wacht die im Konsum erstarrte offene Gesellschaft langsam auf. Erst mit dem Rückfall zahlreicher Deutscher in den völkischen Hass-Habitus schrecken Intellektuelle wie Carolin Emcke oder Harald Welzer auf. Es ist dringend an der Zeit die offene Gesellschaft zu verteidigen und sich klar und deutlich als Mehrheitsgesellschaft gegen den Hass zu positionieren. Emckes Plädoyer trifft den Kern der Debatte, was die Reaktionen der besorgten Bürger (u.a. in Amazon Rezensionen und Kommentaren) eindringlich bestätigen. Der Hass ist obsessiv geworden. Und seit geraumer Zeit werden aus den Worten auch Taten. Was Sarrazin, Pirinçci, Don Alphonso (Rainer Meyer), Höcke und sonstige Protagonisten der Neurechten sprachlich und gedanklich vorbereiten, führen die Hohlköpfe der neuen SA, die Hooligans, Kameradschaften, Freundeskreise und wie sich die rechtsextremen Gewaltaffinen auch nennen mögen, auf den Straßen aus.

    „Den Hass und die Angst schüren nicht zuletzt die, die sich von ihm Gewinn versprechen. Ob die Profiteure der Angst in der Währung der Einschaltquoten denken oder in Wählerstimmen, ob sie mit einschlägigen Titeln Bestseller produzieren oder sich mit griffigen Schlagzeilen Aufmerksamkeit verschaffen – sie alle mögen sich distanzieren von dem sogenannten »Mob« auf der Straße, aber sie wissen ihn ökonomisch für sich zu nutzen.“

    Mehr noch, muss man hinzufügen, sie sind sich in der Sache einig, lediglich die Methoden halten sie für falsch. Es ist diese Allianz der Hetzer mit dem Mob, die das gesellschaftliche Gefüge gefährden und der Menschenfeindlichkeit den Nährboden bieten. Carolin Emcke beginnt „Gegen den Hass“ mit genau solch einer Melange aus Worten und Taten. Clausnitz, wiedermal ein deutscher Ort, nach den überwunden geglaubten 90er Jahren, der zu einem Symbol des Hasses geworden ist.

    „Clausnitz ist nur ein Beispiel für den Hass und die Raster der Wahrnehmung, die ihn vorbereiten und formen, die Menschen unsichtbar und monströs zugleich machen. In Clausnitz traf es einen Bus mit Geflüchteten. In anderen Städten, in anderen Regionen trifft es Menschen mit einer anderen Hautfarbe, einer anderen Sexualität, einem anderen Glauben, einem uneindeutigen Körper, es trifft junge oder alte Frauen, Menschen mit einer Kippa oder einem Kopftuch, Menschen ohne Obdach oder ohne Pass, was immer gerade als Objekt des Hasses zugerichtet wird. Sie werden eingeschüchtert, wie in diesem Fall, oder kriminalisiert, sie werden pathologisiert oder ausgewiesen, angegriffen oder verletzt.“

    Als zweites Beispiel für „Hass und Missachtung“ führt Emcke den institutionellen Rassismus in den USA an. Es ist ein Beispiel, exemplarisch und nicht der Fingerzeig auf andere. Der institutionelle Rassismus ist kein Problem der USA, dort hat er lediglich eine spezifische Geschichte mit einer spezifischen und nicht einfach übertragbaren Ausprägung. Aber die Strukturen des Rassismus, die Missachtung des Lebens, die Menschenfeindlichkeit sind sehr wohl auch bei uns auszumachen.

    Der Mord an Eric Garner und sein Ausruf „This stops today“ ist Warnung, Mahnung und Aufforderung an alle Demokraten sich den Hass entgegenzustellen. Wie Harald Welzer es in „Wir sind die Mehrheit“ schrieb: Die Weimarer Republik scheiterte nicht, weil sie zu viele Feinde hatte, sie scheiterte, weil sie zu wenig Freunde hatte. Ebenso wie Welzer ruft Emcke dem Leser zu: Werdet Freunde der offenen Gesellschaft! Stellt euch gegen den Hass! Wir sind die Mehrheit!

    Der zweite Teil des Buches ist der Versuch den Kern der völkischen Ideologie, wie sie im Rassismus, bei Pegida, AfD und Neurechten gepflegt wird, aufzudecken: Homogen, Natürlich, Rein. Die Dreifaltigkeit der Einfältigkeit. Die Nähe von Neurechten, besorgten Bürgern und Islamisten wird hier besonders deutlich. Die Fundamentalisten sind immer gegen das vermeintlich Unnatürliche, das Unreine, die Biologisierung der eigenen Ideologie, der eigenen Ressentiments. Menschenfeinde sind Menschenfeinde – auch wenn sie es, geblendet von ihrem Hass, nicht erkennen werden.

    Emcke schließt das Buch mit dem dritten Teil, einem Plädoyer für den Pluralismus, die offene Gesellschaft. Hinter allem steht die Mahnung Eric Garners: Es muss heute aufhören! Der Hass muss aufhören.

    Während der erste Teil des Buches im journalistischen Stil geschrieben ist, dominiert im zweiten und dritten Teil ein philosophisch-akademischer Ton. Hierdurch wird meines Erachtens Potenzial verschenkt. Solche Bücher bedürfen einer großen Reichweite. Dass die besorgten Bürger das Buch nicht lesen werden, versteht sich von selbst. Aber die Mehrheitsgesellschaft besteht nicht nur aus Akademikern und Intellektuellen. Das ändert aber natürlich nichts an der Wichtigkeit des Buches und der trefflichen Analyse und Argumentation.

  6. Cover des Buches Neva (ISBN: 9783426508107)
    Sara Grant

    Neva

    (616)
    Aktuelle Rezension von: Diana_Magictimes

    Ja, wir kennen das Spiel… Ich bin definitiv nicht die Zielgruppe dieses Romans. Dies bereitete mir auch leider richtig viele Schwierigkeiten beim lesen. Die Hauptprotagonist, aber auch die Mitstreiter sind für mich leider so überhaupt nicht greifbar gewesen. Sie hinterließen bei mir mehr Fragen als Antworten. Und die Autorin hat es auch leider nicht geschafft mir diese gänzlich zu beantwortet. Ich glaube so oft wie ich bei dieser Story mit den Augen gerollt habe, das gab es noch nie. Und trotzdem war der Grundgedanke der Story richtig gut. Der Schreibstil relativ bildhaft und packend. Es haperte einfach an Logik und Emotionalität. Nahm es mal an Fahrt auf, gingen angesprochene Erzählstränge verloren. Auf 352 Seiten hat diese Dystopie aber auch leider nicht annähernd Potenzial gehabt sich zu entwickeln. Man hätte einfach so viel mehr erklären können und auch viel mehr zwischenmenschliches einbauen müssen.
    Die Rezensionen sind beim A auch relativ durchwachsen. 130 Lesende gaben im Schnitt 3,6 Punkte. Was ich wirklich noch wohlwollend finde. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob es vielleicht für Jugendliche ein guter Einstieg in solch eine Thematik ist. Aber auch da würde ich dann eher verneinen. Dann lest lieber alle die Dystopien von Margret Attwood. Diese sind super gelöst und zeigen ganz deutlich auf, wie viel Tiefe es gibt und was bei Neva komplett versäumt wurde.
    Für mich keine Geschichte, die in die Tonne gehört, die man aber getrost nicht lesen muss. Streicht es von der Liste und widmet euch einer anderen Story. Verpassen tut ihr hier leider nichts.

  7. Cover des Buches Desintegriert euch! (ISBN: 9783442719143)
    Max Czollek

    Desintegriert euch!

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ein tiefschürfendes Buch über die deutsche Schande, wirklich allen ans Herz gelegt. Sehr inhaltsschwer, so daß man nur langsam und mit Bedacht lesen kann. An die Walser-Rede konnte ich mich noch erinnern, sein Buch "Tod eines Kritikers" hätte vielleicht auch Erwähnung in diesem Appell finden können.

  8. Cover des Buches How to Be Gay (ISBN: 9783733500924)
    Juno Dawson

    How to Be Gay

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Bücher_Tini

    Dieses Buch wurde mir empfohlen als ich auf der Suche für Bücher für eine Schulbibliothek war . Ich muss gestehen es ist gut, es ist locker geschrieben und man liest es sehr flott , ohne große Umwege wird erklärt und begrifflichkeiten nahe gebracht. Sowohl für Jugendliche als auch für mich als Mutter ist es ein wirklich gelungenes aufklärendes Buch um sich besser zu verständigen.

    Es ist kein plattes Sachbuch , was nur erklärt , nein hier komm auch betroffene ( das klingt blöd) zu Wort und das ohne ihre Texte umzuschreiben, man merkt das es aus ihnen heraus kommt und das macht es verständlich und nahbar.


  9. Cover des Buches Die Götter müssen sterben (ISBN: 9783426526118)
    Nora Bendzko

    Die Götter müssen sterben

    (96)
    Aktuelle Rezension von: BeiterSonja

    Das Buch ist eine moderne Neuerzählung der Geschichten über die Amazonen. Es ist sehr düster und blutig geschrieben.


    Was mir gefallen hat:

    Die Idee hinter der Geschichte ist spannend. Es geht um starke Frauen, die gegen die grausamen Götter kämpfen. Die Stimmung im Buch ist sehr ernst und dunkel, was mal etwas anderes ist als die typischen glücklichen Sagen.


    Was mir nicht so gefallen hat:

    Leider war die Geschichte für mich zwischendurch sehr schwierig zu lesen. Das Erzähltempo war oft langsam und ich konnte keine richtige Verbindung zu den Hauptfiguren aufbauen. Manche Stellen waren mir auch ein bisschen zu kompliziert geschrieben, sodass ich nicht immer genau wusste, was gerade passiert.


    Fazit:

    Ein interessantes Buch für Leute, die sehr düstere Fantasy und griechische Mythen mögen. Für mich war es aber leider nur Mittelmaß, da mir die Spannung und die Sympathie für die Charaktere gefehlt haben.

  10. Cover des Buches Mut. Machen. Liebe. (ISBN: 9783764171193)
    Hansjörg Nessensohn

    Mut. Machen. Liebe.

    (52)
    Aktuelle Rezension von: hasirasi2

    „Muss man denn immer Unglück und Traurigkeit kennen, um zu kapieren, dass man zwischendurch auch mal glücklich ist?“ (S. 70) Paul wandert durch Italien gen Rom, weil er auch nach 4 Jahren seinen besten Freund Jonas nicht vergessen kann, der ihn vor der ganzen Schule geoutet und damit ihre gerade aufgeblühte Beziehung abrupt beendet hat. Er ist immer noch wütend und traurig, plan- und ziellos, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Da lernt er Liz kennen, die 80jährige aus Deutschland stammende Amerikanerin, die ihm die Geschichte von Helmut und Enzo erzählt, die im Deutschland Ende der 50er Jahre ihre Homosexualität nicht ausleben durften, weil die nach § 175 strafbar war und streng geahndet wurde.
    Helmut wird bald seine beste Freundin Marlene heiraten, als er den italienischen Gastarbeiter Enzo kennenlernt und plötzlich merkt, dass er sich in ihn verliebt hat. Aber Marlene liebt er doch auch?!

    Ohne Judiko hätte ich dieses #herzensbuch nie entdeckt. Enzos, Helmuts und Marlenes Geschichte ist extrem berührend. Ich habe sehr mit ihnen mitgefiebert und mitgelitten, die beiden Männer nicht um ihr Versteckspiel und ihre Ängste beneidet. Aber auch Marlene tat mir leid, die in ihrer Unschuld gar nicht begreift, was sich da vor ihren Augen abspielt.

    Auch Paul mit seiner Wut und gefühlten Perspektivlosigkeit konnte ich gut verstehen. Er muss erst vor allem weglaufen und Liz Geschichte hören, um zu verstehen, wie viel besser es ihm heutzutage geht, und endlich bei sich anzukommen. Ich fand es amüsant, dass er sich so gegen den Begriff des Pilgerns wehrt und allem, was dem nachgesagt wird - um es am Ende doch zu verstehen.

  11. Cover des Buches Der japanische Verlobte (ISBN: 9783257241518)
    Amélie Nothomb

    Der japanische Verlobte

    (88)
    Aktuelle Rezension von: Aenna612

    Bisher habe ich von Amélie Nothomb nur Fiktion gelesen, aber auch dieser autobiografische Roman hat mich nicht enttäuscht. In ihrem üblichen, eher sachlichen Schreibstil erzählt sie in Anekdoten über ihre Zeit in Japan, als sie als Anfang-20-Jährige einen Japaner kennenlernte und mit ihm zwei schöne Jahre verbrachte und er ihr die schönen Seiten des Landes zeigte.

  12. Cover des Buches PS: Es gibt Lieblingseis (ISBN: 9783944442464)
    Luzie Loda

    PS: Es gibt Lieblingseis

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Lia48

    INHALT:
    Der 6-jährige Bella ist aufgeregt, sein erster Schultag steht bevor! Zum Glück war er schon am Schnuppertag hier und hat sich mit Alex angefreundet, der nun auch in seiner Klasse ist.
    Doch für Bella ist es am Anfang trotzdem nicht einfach. Es kann schwierig sein, wenn Menschen nur in nur zwei Gruppen eingeteilt werden, wie groß & klein oder männlich & weiblich. Bella ist intergeschlechtlich…

    INFO:
    Intergeschlechtliche Menschen weisen Merkmale des weiblichen und des männlichen Geschlechts auf und sind rein biologisch weder Mann noch Frau. Bei manchen von ihnen stellt sich erst in der Pubertät oder noch später heraus, dass sie intergeschlechtlich sind.
    Der Begriff „Intersexuell“ wird von den Betroffenen meist abgelehnt, da es sich um ein rein medizinisches Wort handelt. Sie bevorzugen eher „intergeschlechtlich oder „inter*“.

    MEINUNG ZUM BUCH:
    Intergeschlechtlichkeit ist sicherlich kein einfaches Thema für ein Kinderbuch. Und dennoch bin ich ein Freund davon, für alle schwierigen Themen Kinderbücher zur Hand zu haben, um Kindern etwas auf einfühlsame Art und Weise nahezubringen.
    Die Motivation hinter dem Buch, Kindern zu erklären, dass es nicht nur Mädchen & Jungen gibt, finde ich gut. Anschaulich wird dargestellt, mit welchen Schwierigkeiten Bella zu kämpfen hat: Er muss sich in der Schule plötzlich zwischen Jungen- und Mädchentoilette entscheiden – auf der Jungentoilette wird er jedoch nicht gerne gesehen. Im Sport soll es zwei Gruppen geben: Mädchen und Jungen. Doch die Klasse protestiert.
    Den Ansatz, wie den Kindern schließlich nahegebracht wird, dass es nicht immer nur entweder oder gibt, hat mir äußerst gut gefallen. Die Kinder sollen sich dafür in jeweils zwei Gruppen aufstellen: Haben sie glatte Haare oder Locken? Sind sie groß oder klein? Ist ihr Lieblingseis Erdbeer oder Schokolade? Es gibt kein Richtig oder Falsch. Und manchmal hat oder mag man etwas von mehreren Möglichkeiten. Ein schöner Vergleich!

    Der Altersempfehlung vom Verlag kann ich mich hier leider nicht anschließen. Statt ab 3 Jahren würde ich das Buch eher ab einem Alter von 6 Jahren einsetzen. Denn für jüngere Kinder würde ich das Thema noch weiter herunterbrechen. Hinten im Buch gibt es von der Bildungsinitiative Queerformat (Beratung zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt) einige Anregungen, wie man mit Kindern über das Buch und über Intergeschlechtlichkeit sprechen kann. An sich finde ich die gut, man kann sicherlich die ein oder anderen Impulse aufgreifen, um sich weiter damit auseinanderzusetzen. Die dortige Erklärung von Intergeschlechtlichkeit jedoch, mit angeblich einfachen Worten für Kinder, finde ich leider nicht kindgerecht, sondern mehr für Erwachsene formuliert.

    Die Illustrationen sind sicherlich Geschmacksache. Mir gefällt der Zeichenstil zwar nicht so gut, doch durch die klaren, weniger detailreichen Grafiken, konzentriert man sich mehr auf den Inhalt der Geschichte und wird nicht durch Bilder abgelenkt.

    Während einem Kennenlernspiel in der Schule erwähnt Bella, dass er kein Mädchen ist. Die Lehrerin geht darauf ein und sagt der Klasse, dass Bella intergeschlechtlich ist. Bella erklärt dies dann.
    Die Reaktion der Lehrerin war sehr direkt und hätte meiner Meinung nach auch nach hinten losgehen können, indem Bella sich vielleicht hätte bloßgestellt fühlen können. Das hat mir hier nicht so gut gefallen. Sonst hat das Buch gute Ansätze.

    FAZIT: Das Buch hat schöne Ansätze und enthält hilfreiche Impulse um mit Kindern ab ca. 6 Jahren über Intergeschlechtlichkeit ins Gespräch zu kommen. Von mir gibt es 3,5/5 Sterne.

  13. Cover des Buches Zu Gast bei Arche Noah (ISBN: 9783706625913)
    Gertrud Hartl

    Zu Gast bei Arche Noah

    (23)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Die Arche Noah wurde vor zwanzig Jahren ins Leben gerufen. In Niederösterreich in Schiltern. In dem großen, wunderschön angelegten Garten, werden alte und zum Teil vergessene Obst und Gemüsesorten angebaut. Der Verein zählt tausende von Mitgliedern aus allen Ländern. In diesem Kochbuch findet man köstliche Rezepte mit zum Teil fast verschwundenen Zutaten. Die Zubereitung ist denkbar einfach, aber umso köstlicher. Wie wäre es mit marinierten Mangoldstielen und Couscous, Kardonengratin, Emmerreis in buntem Mangold, Fenchelpudding mit Salat, Grubenkrautsalat als Jause oder geliertes Stachelbeerkompott mit Topfennockerln? Zu jedem Rezept gibt es ein tolles Bild und Warenkunde. Das Buch bietet weiterhin hilfreiche Tipps für eine gesunde Ernährung, bewusstes und saisonales Kochen und auch für den eigenen Anbau. Tauchen sie ein in die Vielfalt der Natur und lassen sie es sich schmecken. Eine Reise nach Schiltern, lohnt sich auf jeden Fall. Und wie steht schon in dem Buch [Rettet die Sorten- esst sie auf![

  14. Cover des Buches Das Haus ohne Männer (ISBN: 9783453359628)
    Karine Lambert

    Das Haus ohne Männer

    (75)
    Aktuelle Rezension von: my_dailybookjournal

    𝙼𝚎𝚒𝚗𝚎 𝙼𝚎𝚒𝚗𝚞𝚗𝚐:

    Als ich mir das Buch gekauft habe, wollte ich einfach mal eine etwas andere Art von Roman lesen und lag mit diesem Griff genau richtig. Der Schreibstil ist zwar so ganz anders, als ich das von bisherigen Büchern kannte - anspruchsvoller und hat schon fast etwas von Kunst meiner Meinung nach - aber gerade durch die kurz gehaltenen Kapitel lässt sich diese Geschichte trotzdem recht flüssig lesen. Die Ereignisse der einzelnen Frauen haben mich wirklich tief berührt und ich fand es spannend ihre Sichtweise zu erfahren, warum sie den Männern abgeschworen haben. In dem gemeinsamen Haus in dem sie leben sind sie sicher vor all den Männern und den negativen Erfahrungen, welche sie mit ihnen verbinden - das Tor zum Haus dient hier so bildlich gesprochen für die Schutzbarriere. Durch die vielen Eindrücke ihrer bisherigen Leben und den lebhaften Schreibstil der Autorin hatte man ein ziemlich klares Bild vor Augen und konnte sich sowohl das Setting, als auch die Charaktere sehr gut vorstellen. Besonders gut gefallen hat mir vor allem Juliette - eine hoffnungslose Optimistin in Sachen Männern, die durch ihre tolle und empathische Art auch die anderen Bewohnerinnen des Hauses zum Umdenken verleitet. Gerade Juliettes Vorgeschichte mit ihrer komplizierten und praktisch nicht vorhandenen Beziehung mit ihren Eltern fand ich wirklich tragisch und die Erfahrungen, die sie machen musste, haben mir echt das Herz gebrochen. Obwohl die Geschichte einige tragische Schicksale teilt, ist sie doch auch sehr humorvoll beschrieben. Mein persönliches Highlight an diesem Buch ist definitiv das Ende, welches so viel Hoffnung und Zuversicht für die Frauen bietet und diese noch enger zusammenschweißt - einfach ein perfekter Abschluss für eine so gefühlvolle und schöne Story.

    𝙵𝚊𝚣𝚒𝚝:

     Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne eine tiefgründige und emotional mitreißende Geschichte lesen möchte, welche trotz der schwierigen Themen absolut gekonnt den Spagat zu einer gewissen humorvollen Seite gelingt. 

    𝚃𝚑𝚎𝚖𝚎𝚗 / 𝚃𝚛𝚒𝚐𝚐𝚎𝚛𝚙𝚞𝚗𝚔𝚝𝚎:

    Tod, Verlust, Einsamkeit, unerwiderte Liebe der Eltern 

  15. Cover des Buches Die große Wörterfabrik (ISBN: 9783958541610)
    Agnès de Lestrade

    Die große Wörterfabrik

    (137)
    Aktuelle Rezension von: Juliana22

    Paul lebt in einem Land, in dem Menschen kaum reden. Der Grund ist eine Fabrik, die Wörter herstellt. Wörter müssen teuer gekauft und anschließend geschluckt werden, bevor sie ausgesprochen werden können. Paul fehlt das Geld, trotzdem möchte er Marie sagen, wie gern er sie hat.

    Die große Wörterfabrik von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo ist ein ganz besonderes Kinderbuch über die Kraft der Sprache. Besonders schön finde ich Pauls bezaubernde Liebeserklärung, deren kleine, mühsam gesammelte Wörter Marie mehr bedeuten, als die teuer gekauften Sätze von Pauls Konkurrenten Oskar. Die Illustrationen unterstützen die Geschichte sehr gut. Sie sind auffällig in Grau-, Braun-, Beige- und Rottönen gehalten. Man spürt die Tristesse der wortarmen Stadt, aber auch die herzerwärmenden Gefühle zwischen Paul und Marie. Tatsächlich hat das Buch eine Tiefe, die wohl von jungen Kindern noch nicht verstanden wird. Es stellt unterschwellig die Frage nach dem Wert der Sprache und zeigt das man nicht reich sein muss, um seine Liebe zu zeigen. Daher ist es für mich eines dieser Kinderbücher, das Erwachsene fast mehr anspricht, als die eigentliche Zielgruppe.

     Fazit: Poetisch und wunderschön.


  16. Cover des Buches Julian ist eine Meerjungfrau (ISBN: 9783957286437)
    Jessica Love

    Julian ist eine Meerjungfrau

    (10)
    Aktuelle Rezension von: herr_hygge

    Letze Woche habe ich euch in meinen Stories dieses Bilderbuch gezeigt, dass ich euch unbedingt noch einmal ans Herz legen möchte:

    Der kleine Julian findet Meerjungfrauen ganz wunderbar und möchte am liebstes selbst eine sein. Was sollte denn dagegen sprechen?
    Jessica Love (@jesslovedraws) ist es gelungen mit wenigen Worten und ausdrucksstarken Bilder ein ganz bezauberndes Buch zu schaffen, dass Themen wie Selbstbewusstsein, Akzeptanz und Diversität aufgreift. Damit zeigt sie nicht nur Kindern, dass jeder gut ist, so wie er ist.
    Das Buch ist in deutscher Übersetzung im @knesebeck_verlag erschienen.

  17. Cover des Buches Pulverschneeherzen (ISBN: 9783404192601)
    Kira Hof

    Pulverschneeherzen

    (33)
    Aktuelle Rezension von: BuchFan25

    Einen netten Winterroman legt Kira Hof mit "Pulverschneeherzen" vor. Das Cover passt hervorragend zum Titel und die winterlich verschneite Waldszene inklusive Schneeflocken sowie dem Leuchten und Strahlen der Sonne im Hintergrund, lässt den Lesenden direkt an Winter, Liebe und Romantik denken. Im Grunde auch die Hauptthemen dieses Buches.

    Hauptfigur Lilou bucht aus Versehen eine falsche Reise und startet damit ein Abenteuer, das ihr Leben für immer verändern wird. Etwas unrealistisch erscheint mir, dass eine Person, die bereits so viele Jahre derart kontrolliert lebt, sich tatsächlich auf all die Geschehnisse einlässt, aber anders würde die Geschichte nicht funktionieren. Diese ist schön erzählt, mit vielen Punkten wie Freundschaften über Altersgrenzen hinweg, sich selbst hinterfragen, neue Wege einschlagen und Unvorhergesehenes als Geschenk annehmen. 

    Liebevoll erzählt ist das Setting von Saas-Fee und dessen Besonderheiten, ebenso wie der Zauber der Bergwelt. 

    Ein Winterroman mit zugehöriger Romantik und herzlichen Freundschaften, der flüssig zu lesen ist und einige ruhige Lesestunden garantiert.

  18. Cover des Buches Mach was Buntes (ISBN: 9783772475245)
    frechverlag

    Mach was Buntes

    (3)
    Aktuelle Rezension von: SeilerSeite
    Das opulente Buch bietet über 700 kreative Projekte zum Basteln, Handarbeiten und Dekorieren. Die Bandbreite reicht von Papierarbeiten über Holz, Filz und Perlen bis zu den "klassischen Drei": Häkeln, Stricken und Nähen. Ebenso werden Ideen zum Basteln mit Naturmaterialien vorgestellt und Anleitungen für eigene gemalte Bilder auf Keilrahmen gegeben.

    Damit ist das Buch die ideale Fundgrube an neuen Möglichkeiten zum Selbermachen für jeden, der gerne die Materialien abwechselt und sich in mehreren der genannten Kategorien zu Hause fühlt. Am Ende des Buches finden sich zehn Lesezeichen aus stabilem Karton, mit denen die Lieblingsideen gleich gekennzeichnet werden können.

    Die enthaltenen Projekte sind aus Büchern beliebter TOPP-Autoren wie Armin Täubner oder Pia Pedevilla bereits bekannt und hier als Best-Of zusammengestellt. Vor jedem neuen Kapitel werden die grundlegenden Techniken erklärt. Beim Häkeln und Stricken sind dies die Maschenarten, beim Papier lernt man das Falten von Fleurogami oder das Herstellen von Pomponblüten. Damit können auch Anfänger die Vorlagen gut nacharbeiten und für Fortgeschrittene ist es eine gute Wiederholung ihres Wissens.

    Leider wirkt das Buch mit den vielen Ideen oft etwas überfrachtet. Auf jeder Seite befinden sich zwei bis drei Projekte, wodurch die Beispielbilder eher klein ausfallen und die Anleitungen sehr knapp dargestellt sind. Teilweise ähneln sich die Ideen sehr. So finden sich unter der Ruprik "Häkeln" drei Topflappen und fünf Handyhüllen, wo es doch so viele andere tolle Häkelmöglichkeiten gibt. Das erweckt zeitweise den Eindruck, als hätte man noch schnell einige Projekte benötigt, um die vielen Seiten zu füllen. Die Vorlagen zu den Bastelarbeiten findet man direkt nach der jeweiligen Kategorie. Meistens sind aus Platzgründen zwei Vorlagen in verschiedenen Farben übereinander gelegt. Das wirkt unübersichtlich, ist jedoch auch in anderen Bastelbüchern eine übliche Vorgehensweise. Alle Zeichnungen müssen jedoch auf den richtigen Maßstab vergrößert werden. Dabei gestaltet es sich schwierig bis unmöglich, das dicke und schwere Buch so auf dem Kopierer zu platzieren, dass die Vorlagen wunschgemäß vergrößert werden. Und ob man die 2 kg mal schnell mit zum Copyshop nimmt, überlegt man sich auch zweimal.

    Die gute Idee, so viele kreative Projekte in einem Buch zu sammeln, ist in der Praxis leider doch etwas zu unhandlich umgesetzt worden. Wer jedoch neue Anregungen und Inspiration sicht, der wird auf den fast 500 Seiten bestimmt fündig.

    Seitenzahl: 480
    Format: 23 x 28,7 cm
    Verlag: Topp
  19. Cover des Buches Ein Zuhause für Ludwig (ISBN: 9783747402894)
    René Silvergieter Hoogstad

    Ein Zuhause für Ludwig

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Renè Silvergieter Hoogstad erzählt eine ganz wundervolle Geschichte voller VIELFALT.

    Eine Geschichte über eine kleine verlassene Fledermaus, über ein ganz bezauberndes Opa-Verhältnis, über Lillys Gefühle als Pflegekind, über eine tolle Familie mit zwei Papas und ganz, ganz viel Liebe zur Natur

    Zum Vorlesen ab 4 Jahren

    zum selber lesen für Gernleser ab 2.Klasse 

    Renè Silvergieter Hoogstad erzählt eine Geschichte, wie wir sie selten finden. Eine Geschichte voller Vielfalt. Vielfalt pur! Und damit meine ich nicht nur die Vielfalt von Familie sondern die Vielfalt im Allgemeinen.

    Ein Zuhause für Ludwig ist die Geschichte, der kleinen Lilly, die als Pflegekind in einer sehr naturverbundenen Papa-Papi-Familie mit einem ganz tollen Opa lebt, und eines Tages eine verwaiste kleine Fledermaus findet. Wir könnten auch sagen es ist die Geschichte der einer kleinen verlassenen Fledermaus. Beides ist richtig und dennoch sind beide Beschreibungen sehr oberflächlich, denn was wir Leser hier erleben und mit auf den Weg bekommen ist weit aus mehr. Es ist eine Geschichte voller Empathie. Eine Geschichte über besondere Beziehungen von Mensch und Tier, über eine wunderbare Kinderfreundschaft, über eine besondere Beziehung eines Mädchens zu ihrem Opa, über Tiere, über Natur, über kindliche Gefühle, über Familie und sooooooo viel mehr. Hier trifft eine fiktive Erzählwelt, die unmittelbar an die Erfahrungswelt vieler Kinder anknüpft, und durchaus real sein könnte, auf Wissensvermittlung,

    und genau das macht dieses Buch so besonders. Und ja, wer René Silvergieter Hoogstad und seinen Mann bzw. seine Familie und ihr Leben kennt, der findet hier sehr viel Parallelen.

    Auf dem rückwärtigen Buchdeckel lesen wir: "Eine bezaubernde Geschichte über Zugehörigkeit, die zeigt, dass Familie da ist, wo Mut, Herz und Hoffnung zu Hause sind."

    Familie ist dann auch der rote Faden der sich durch die Handlung zieht, denn als Lilly eine kleine Fledermaus, in einer Stroh befüllten Schubkarre im Schuppen, entdeckt stellt sich natürlich zuerst einmal die Frage, wo sind die Eltern, wo ist die Familie des Kleinen. Ob sie ihn suchen und holen werden?

    Als Fledermaus Ludwig am nächsten Tag immer noch da ist, steht für Lilly fest, dass sie eine neue Familie für ihren Schützling suchen muss, was wiederum gar nicht so einfach ist. Als sie eine Amsel beobachtet, die einen dicken Wurm aufpickt hat sie eine Idee. Sie folgt der Amsel und entdeckt ein Nest mit kleinen Amselbabys. Wenn die Mutter ihre Kleinen mit Würmern und Käfern füttert kümmert sie sich vielleicht auch um Ludwig. Es ist einen Versuch wert, denkt Lilly und setzt die kleine Fledermaus vorsichtig ins Nest. Tatsächlich geht ihr Plan erst einmal auf. Ludwig wird mit gefüttert. Doch was auf den ersten Blick so wundervoll aussah hatte einen Haken. Amseln sind tagaktiv wohingegen Fledermäuse nachtaktiv sind. Der Schlaf-Wachrhythmus passte einfach nicht zueinander, und das spürt Ludwig deutlich. Da Lilly eine sehr gute Beobachterin ist erkennt sie das Problem und bringt ihren kleinen Freund erst einmal zurück in den Schuppen wo auch die Hühner ihren Platz haben. Huhn Trudchen nimmt sich Ludwig rührend an. Doch auch das ist keine Dauerlösung. Wieso verrate ich hier allerdings nicht. Für Würmer und Käfernachschub sorgt Lilly mit ihrem Freund Ivan, doch wer bringt Ludwig das Fliegen bei. Wieder kommt Lilly an einen Punkt an dem ihr klar wird, Ludwig braucht eine neue Familie, und wieder scheint es als hätte Lilly eine Lösung gefunden, denn es gibt auch Vögel, die in einer Baumhöhle wohnen und so könnte es zumindest für mit dem Tag-Nacht-Rhythmus für Ludwig  etwas einfacher werden.  Doch auch hier treten wieder ungeahnte Probleme auf. Mehr noch für Ludwig wird es kurzfristig  sogar gefährlich.

    Und dann dürfen wir miterleben, dass das Leben und die Natur viele Überraschungen bereit halten. Ludwig lernt fliegen und findet eine Familie, die wirklich gut zu ihm passt auch wenn es keine Fledermäuse sind.  

    Das ist der Kern der Geschichte, der mit ganz vielen Randgeschichten verknüpft ist. Randgeschichten, die fast genauso gewichtig sind wie die Suche nach einer Familie und einem Fluglehrer für Ludwig.

    Randgeschichten voller Vielfalt in denen wir ganz viele Fakten über Fledermäuse erfahren, einen Einblick in Lillys Familienleben bekommen und das besonders schöne und intensive Verhältnis zum Großvater und ihren Papis.

    Ganz besonders gut hat uns allen, Klein wie Groß diese einzigartige, warme und gefühlvolle Erzählweise gefallen, die so bildlich ist, das man schon vom Zuhören ganz viele Bilder im Kopf hat. Wie sagt man so schön es ist, als würde die Geschichte vor unserem inneren Auge zum Film. Wenn René Silvergieter Hoogstad erzählt fühlt man sich "wie auf einer Wolke. Man schaut auf alles und freut sich." O-Ton eines Mädchens (6 Jahre)

    Ihr möchtet ein Beispiel?

    Bitte schön:

    Seite 10 ".....Dann atmete sie den Duft der Blumen ein, roch das grüne Gras, auf dem der Morgentau lag, und fühlte sich, als würde sie mit all den Vögeln und Bienen und Schmetterlingen gemeinsam durch die Luft fliegen.......". spürt ihr auch den Duft in euerer Nase? Vielleicht die frische Morgenluft auf euerer Haut? Wird euch ganz leicht zumute? Zaubert euch der Gedanke an die Wiese ein Lächeln ins Gesicht? Seht ihr, solche Emotionen kann eine feinfühlige Erzählweise auslösen und das beherrscht René Silvergieter Hoogstad perfekt. Emotionen  und besondere Eindrücke transportieren auch die  ganz bezaubernden Zeichnungen der tschechischen Illustratorin Jana Moskito, die die Geschichte begleiten und uns ebenfalls immer wieder schmunzeln lassen. Sie veranschaulichen Situationen und machen Gefühle sichtbar. 

    Jetzt könnte ich die Vorstellung des Buches beenden. Sie würde dann durchaus ein Bild vom Buch bzw. der Geschichte geben und dennoch ende ich hier nicht. Ich möchte euch auch an der Vielfalt der Randgeschichten teilhaben lassen, die meinen Lesekinder in vielen Gesprächen wichtig waren.

    Fangen wir mit der Wissensvermittlung an, die so beiläufig und interessant in die Geschichte einfließt, dass es ganz automatisch in den Köpfen der Kinder hängen bleibt. Wissen über Fledermäuse und ihre Lebens- und Essgewohnheiten, über ihr Aussehen, die Flügel und oder auch, dass sie mittels Echo hören wo Insekten (ihr Futter) sind. Das Fledermausbabys Milch trinken, also gesäugt werden oder auch das Fledermäuse erst in der Dämmerung aus ihren Höhlen und Unterschlüpfen herauskommen.

    Wir erfahren viel über Vögel wie die Amsel, das Gartenrotschwänzchen, den Kuckuck und die Eule. z.B. das Singvögel später anfangen zu brüten wenn der Frühling kalt ist. Besonders der Kuckuck hat es den Kindern angetan, der so gemein ist. Da legt der Kuckuck seine Eier tatsächlich zu anderen Vögeln ins Nest weil er zu faul ist sie selbst auszubrüten und dann versuchen die Kuckuckskinder auch noch die anderen Vogelbabys aus dem Nest zu schmeißen. Anstatt dankbar zu sein, dass sie aufgenommen und mit gefüttert werden machen sie den kleineren Vogelbabys das Essen abspenstig und schmeißen sie aus dem Nest, wo gibt es denn so etwas. Und die armen Eltern müssen dem Treiben meist  noch tatenlos zusehen. So geschehen auch hier in der Geschichte, die jedoch dank Ludwig und weiterer Hilfe gut ausgeht.

    Es ist eine der Randgeschichten, die meine Lesekinder sehr aufgewühlt und berührt hat. 

    Aber auch das Hühner-Thema stand hoch im Kurs. Wie liebevoll sich Huhn Trudchen um Ludwig kümmert und auf ihn aufpasst, wie liebevoll Lilly mit den Hühner spricht, aber auch wie nervig das Gekrähe eines Hahns sein kann beschreibt René so wundervoll, dass wir alle Hahn Pavarotti hören obwohl er ja gar nicht bei uns ist.

    Wir erfahren aber nicht nur viel über die Tiere und die Natur. Wir lernen ein Lieblingsessen der Familie kennen, dessen Namen die allermeisten vorher noch nie gehört haben. Kennt ihr "Schawarma"? "Hört sich super lustig an", sagt eines meiner Lesekinder und hören, dass es dem Papa von Lilly an einen Urlaub in Ägypten erinnert. Renés besondere Erzählweise macht sofort neugierig . Also haben die Kinder gleich einmal geforscht was sich hinter dem so lustig klingendem Namen "Schawarma" denn eigentlich verbirgt. Und genau das ist es dann auch, was sich wie ein weiterer roter Faden durchs Buch schlängelt, die vielen Dinge, die wir erfahren, die neugierig machen und animieren weiter zu forschen um so Neues zu entdecken. Neben der Wissensvermittlung erleben wir auch die Vielfalt des Lebens , die sich z.B. in Lillys Sozialkontakten widerspiegeln. Ihr bester Freund Ivan kommt aus Russland und ihre Klavierlehrerin Frau Kim aus Korea. Und auch von ihnen erfahren wir so ganz beiläufig etwas. Wisst ihr was Huhn auf Russisch heißt? Oder das sich das koreanische Wort für Fledermaus ähnlich anhört wie "Hatschi", das meint zumindest Lilly in der Geschichte und hat damit gar nicht so unrecht.  Vorschulkinder, einer meiner Lesegruppen haben herausgefunden, dass es Bagjwi  heißt und  das wird in etwa so ausgesprochen "Bagtschui".  und erinnert in der Tat an "Hatschi" da die Betonung auf der letzten Silbe liegt und sich das "I" bei uns Hörern einprägt. 

    Lillys Freundschaft zu Ivan ist geprägt von sehr viel gegenseitiger Empathie. Lilly mag Ivan nicht nur weil er nie gefragt hat, wieso sie zwei Papas hat sondern auch weil er immer für sie da ist und ihre Papas cool findet. Lilly mag nicht so gern gefragt werden, wieso sie zwei Papas hat und das nicht etwas weil es ihr unangenehm ist zwei Papas zu haben sondern weil sie dann erklären muss, dass sie als Pflegekind bei ihren Papas lebt weil ihre leiblichen Eltern nicht für sie sorgen können. Hin und wieder überlegt sie ob ihr etwas fehlt, dabei weiß sie gar nicht so recht was ihr fehlen könnte. Der Gedanke, das eine ihre Mitschülerin mit der Mutter im Partnerlook  Kleider trägt macht sie etwas traurig. Ivan jedoch ist der Ansicht, dass sie deshalb nicht traurig sein muss, weil eben dieses Mädchen im Grunde ganz Arm dran ist, weil die Mutter ganz wenig Zeit für ihre Tochter hat. Und noch besser er ist sich hundertprozentig sicher, dass Lillys Papi auch mit ihr im Kleid-Partnerlook (S.42) gehen würde - und damit hat er bestimmt recht-. Das diese Vorstellung gleich auch noch von der Illustratorin verbildlicht wird kommt bei den Kindern sehr gut an und wirkt wirklich wie das normalste der Welt. 

    Rollenklischees sind doch dumm. Das wird an einem weiteren Beispiel sehr deutlich, in dem nicht nur das Klischeedenken hinterfragt wird sondern das auch zeigt, wie viel Feinfühligkeit Lilly in ihrem jungen Leben entwickelt hat. Das sie diese Liebe zu anderen selbst von ihren Vätern erfahre hat und diese ganz selbstverständlich weiter trägt ist einfach toll.

    So trägt es sich zu, das sich ein Holzsplitter unter Ivans Fingernagel bohrt. Klar tut das weh. Schon die Beschreibung lässt uns schauern. Doch Ivan leugnet zunächst den Schmerz. Versucht nicht zu weinen. Lilly merkt wie schwer es Ivan fällt die Tränen zu unterdrücken und erklärt ihm, dass es völlig oky ist wenn er weint. Das kommt für Ivan nicht in Frage. "Männer weinen nicht." Das wiederum sieht Lilly anders weil ihre Väter ihr etwas anders mit auf den Lebensweg gegeben haben.

    "....jeder darf weinen. Mein Papi sagt immer, das auch starke Menschen zugeben, wenn etwas weh tut oder man traurig ist." Und dann ergänzt sie mit noch etwas sehr Wichtigem, ".....außerdem bin ich deine Freundin. Du musst dich nicht vor mir schämen." (S.33/34).

    Diese wenigen, sehr starken, Sätze, lieferten unter den Kindern heftige Diskussionen und zeigt einmal mehr, wie klischeebehaftet Kinderleben geprägt durch die Eltern und das Umfeld schon ist. Schön, dass es Geschichten wie diese gibt, die anregen darüber zu sprechen.

    Ihr seht, dies ist keineswegs eine weichgespülte Heile-Welt-Geschichte von Mensch und Tier sondern eben in jeder Hinsicht eine Geschichte voller Vielfalt . Die Leser erfahren einiges von Lillys Gefühlswelt und können sich erstaunlich gut in die Kleine hineinversetzten. Auch Ivan hat Probleme, die jedoch anderer Natur sind. In der Schule hat er keinen leichten Stand. Es gibt Kinder, die im nicht wohlgesonnen sind und ihn das deutlich spüren lassen. Dazu kommt, dass er das Gefühl hat nicht richtig Deutsch zu sprechen. Damit nicht genug hat er auch noch eine Lese-Rechtschreibschwäche. Hier wiederum ist es Lilly, die ihren Freund stärkt in dem sie ihm vor Augen hält was er gut kann und wie toll sie das findet. 

    Ich könnte hier wirklich noch viel über die Randgeschichten, die alle kleine Hauptgeschichten sind berichten aber das würde zu weit führen. Eingehen möchte ich jedoch noch auf den tollen Opa mit dem Lilly sehr viel verbindet. Er ist für die KLeine eine wichtige Stütze, ein Ratgeber und Freund. Er ist für sie da, leitet sie an- ohne zu dominieren- und weiß unglaublich viel. Das Vertrauensverhältnis der beiden würde ich mir für jede Großelternbeziehung wünschen. Leider stellte sich in den Gesprächen mit den Lesekindern heraus, dass gar nicht all zu viele einen regelmäßigen und intensiven Kontakt zu ihren Opas und Omas haben. 

    Ich sagte es ja bereits, es ist keine weichgespülte Heile-Welt-Geschichte und dennoch ist es eine Geschichte, die so leicht und locker, so empathisch, feinfühlig, lustig und spannend erzählt, dass man für eine kleine Weile das eigene Leben vergisst. René Silvergieter Hoogstad entführt und fasziniert uns mit seiner wirklich einzigartigen Erzählweise und seiner so vielfältigen Geschichte, die bei allen Randgeschichten in erster Linie eine Geschichte ist, die geprägt ist von dem Blick auf Familie und das bewusste Erleben der Natur. Lilly und Ludwig sind die Stars, die von vielen lieben Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld getragen werden. Nicht nur Kindern gibt die Geschichte der beiden viel. Auch Eltern- und Großeltern- können hier einiges mitnehmen, vor allem aber wird ihnen gezeigt, wie wichtig es ist Kindern Flügel zu geben. Was Papa, Papi und der Opa können, kann jeder, der bereit ist Gefühle zuzulassen und sich auf andere einzulassen. Geht mit offenem Herzen und offenen Augen durchs Leben.

    So, genug geschwätzt, besorgt euch das Buch und lest es mit eueren Kindern. Lest es und sprecht darüber. Genießt es, schmunzelt und fühlt mit. Es ist ein Buch das gut tut und neugierig macht auf all das was das Leben so für uns bereit hält.

    Es ist ein Buch, dass in keiner Einrichtung fehlen sollte.

    Liebe Eltern, denkt daran Vorlesezeit ist Qualitytime!

    Und für die größeren Kinder, die schon lesen können noch ein Hinweis:

    Dank klarer recht großer Druckschrift und eines großen Zeilenabstands wird es Kindern, mit etwas Leseerfahrung und Lesefertigkeit, leicht gemacht die Geschichte selbständig zu lesen. Meine "Gern"-Lesekinder konnten es ab etwa Anfang Mitte 2.Klasse und die, die sich mit dem Lesen schwerer taten etwas später, wobei es durch einen sehr geschickten Blocksatz viele sichtbare Absätze gibt, die ideal sind um gemeinsam mit dem Kind zu lesen. Ich eine Stück, dann du ein Stück kann man hier wunderbar einteilen. 

  20. Cover des Buches Florian (ISBN: 9783949315176)
    J.R. Ford

    Florian

    (14)
    Aktuelle Rezension von: SternchenBlau

    Es ist so einfach:

    „Seit ich denken kann, weiß ich, dass ich ein Junge bin.“

    Dieses wundervolle Kinderbuch zeigt Florians Weg, wie er auch öffentlich zu Florian wird. Die Eltern unterstützen ihn dabei liebevoll. Trans Kinder können sich hier angenommen fühlen, alle anderen können sich einfühlen: Alle dürfen so sein, wie sie sein wollen. 

    Eigentlich keine große Sache, aber das Allerwichtigste überhaupt.

    Das i-Tüpfelchen: Linus Giese übersetzte das Buch.

  21. Cover des Buches Flauschig mauschig (ISBN: 9783949239120)
    Nora Burgard-Arp

    Flauschig mauschig

    (35)
    Aktuelle Rezension von: SACHBUCHFAN

    Leider werden viele Kinder wegen ihr AUSSEHEN GEÄRGERT .

    GENAU DARÜBER geht es in diesem BUCH .


    LOU ist TRAURIG und WILL GAR NICHTS MEHR MACHEN .


    ZUM SCHLUSS DER GESCHICHTE VERRÄT LOUS - PAPA EIN  ZAUBERTRICK DER LOU HELFEN SOLL .


    Ein Buch für ALLE KINDER die WEGEN IHR AUSSEHEN GEÄRGERT WERDEN , um IHNEN ZU ZEIGEN dass SIE ETWAS GANZ BESONDERES SIND ,  WIE SIE SIND .

  22. Cover des Buches Valentinas große Fahrt (ISBN: 9783837525731)
    Annabell Behrmann

    Valentinas große Fahrt

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Auf euch wartet eine ganz wundervolle 

    und sehr starke Geschichte

     über ein Mädchen mit Down-Syndrom, 

    das ein ganz besonderes Ziel verfolgt.

    Sie möchte bei den

    Special Olympics Weltspielen 

    eine Medaille gewinnen

    Es ist eine Geschichte über das Down-Syndrom, Gefühle, Ziele und Mut und über Ausgelachtwerden.

    Ein Buch voller Lebensfreude und Zielstrebigkeit

    klärt, Mut macht und

    Brücken baut

    ab 4 Jahren

    Valentina ist ein Mädchen mit einem Traum.

    Ein Mädchen mit einem besonderen Ziel.

    Ein Mädchen, das mutig und zielstrebig voller Ehrgeiz ihren Weg geht.

    Ein Mädchen mit dem Herz am rechten Fleck,

    aufgeschlossen und voller Lebensfreude.

    Valentina ist ein besonderes Mädchen.

    "Ein besonders tolles Mädchen", sagen die Eltern

    (und auch wir!!)

    Valentina hat das Down-Syndrom

    aber ist das nicht eigentlich egal?

    Eigentlich sollte es egal sein, ob jemand ein Handicap hat oder nicht.

    Leider ist es in unserer Gesellschaft immer noch so, dass Menschen mit Handicap immer auf ihre "Behinderung" reduziert werden und nicht einfach als ein Mensch wie Du und Ich gesehen werden.


    Annabell Behrmann und Miriam Opresnik erzählen mit diesem Bilderbuch auch ein Stück weit die Geschichte von Valentina Beck.

    Valentina Beck ist eine junge Frau, die mutig und zielstrebig die Herausforderung im Sport sucht. 2017 gewann sie in Ramsau (Österreich) im Schneeschuhlaufen die Gold-, Silber- und Bronzemedaille. 2019 holte sie in Abu Dhabi Gold mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel und jetzt 2023 startet sie bei den Special Olympics World Games in Berlin im Radrennen auf ihrem Dreirad.



    Inspiriert von ihr entstand diese Geschichte, die viel über das Down-Syndrom erfahren lässt, aber noch mehr über etwas, das allen Menschen gleich ist. Einen Traum haben, mutig seinen Weg gehen, ein Ziel verfolgen, dass kann jeder und wer den Mut dazu bislang nicht hatte, wird vielleicht durch Valentinas Geschichte ermutigt.


    Alles beginnt damit, dass Valentina es gar nicht erwarten kann bis der Vater mit ihrem neuen Fahrrad kommt. Voller Vorfreude sitzt sie ungeduldig am Fenster. Die Zeit scheint gar nicht zu vergehen. Einfühlsam beschreibt die Geschichte die emotionale Achterbahnfahrt, die Valentina in der Wartezeit durchlebt. Jeder, der schon einmal auf etwas Schönes gewartet hat wird Valentina nachfühlen können und genau das ist dann auch schon der erste Moment, der uns deutlich macht, dass Gefühle einfach menschlich sind und völlig unabhängig, ob man ein Handicap hat oder nicht. Das Valentina auf Grund ihres Down-Syndroms die Uhr nicht richtig lesen kann bzw. sich schwer mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen tut, ist hier ehr zweitrangig.
    Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie groß die Freude war als der Vater dann endlich ankommt. Das Fahrrad ist noch viel schöner, als Valentina es sich vorgestellt hat und es wird euch auch nicht wundern, dass sie direkt eine Probefahrt machen möchte.
    Und genau das macht sie dann auch.
    Im Park trifft sie auf zwei Jugendliche, die sich über sie und ihr Dreirad lustig machen. Sie meinen, ein Dreirad sei nur etwas für Babys ist nicht aber für Teenies und Jugendliche. Wir wissen das ist großer Quatsch. Valentina hingen versteht nicht, was an ihrem Fahrrad falsch ein soll. Das sie ausgelacht wird macht sie traurig und davon bekommt sie Bauchschmerzen.
    Valentina sieht vielleicht etwas anders aus wie die meisten, sie reagiert mitunter auch anders, vielleicht sagen jetzt einige, dass Menschen mit Down-Syndrom naiver sind. In unseren Gruppengesprächen über das Buch waren wir uns einig, sie sind nicht naiver, sie leben vielleicht aber mit mehr Gefühl und mehr natürlicher Herzlichkeit, vielleicht sind sie auch unbefangener aber naiv oder dumm sind sie absolut nicht. Was an Kinder mit Down-Syndrom anders ist wird in der Geschichte ganz wunderbar erklärt. Hier wird der Vergleich mit Keksbacken herangezogen, wo der Teig bestimmt Zutaten benötigt und wenn eine Zutat zu viel ist, das Ergebnis etwas anders ist.
    Valentinas Radfahrkünste werden immer besser. Sie hat ein großes Ziel vor Augen, für das sie unglaublich intensiv trainiert. Sie will an den Special- Olympics Weltspielen teilnehmen und auf dem Siegertreppchen stehen und tatsächlich darf sie auch mitfahren.
    Für Valentina ist es die erste Reise ohne ihre Eltern. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern fährt sie im Bus nach Berlin, während die Eltern mit dem Auto und ihrem Rad nachfahren.
    In Berlin erlebt Valentina die Eröffnungsfeier der Spiele mit ganz viel Gänsehautgefühlen und Momenten. Die Vorfreude auf ihren Wettbewerb ist riesengroß. Auch in Berlin trainiert sie für das große Rennen und dabei passiert ein dummer Unfall. Für Valentina scheint ein Traum zu platzen, das Fahrrad ist so nicht mehr fahrbar.
    Eigentlich sollte ich hier aufhören zu erzählen, um die Spannung nicht zu nehmen, doch um euch zu vermitteln, wie wichtig und intensiv diese Geschichte ist, verrate ich es doch. Valentina nimmt teil und steht auf dem Siegertreppchen. Sie ist sehr stolz auf ihre Medaille. Als Valentina wieder zuhause ankommt erwartet sie ein großes Empfangskomitee. Alle sind unglaublich stolz auf sie und ob ihr es glaubt oder nicht, da ist doch tatsächlich jemand, der ziemlich dumm aus der Wäsche guckt. Der sich ein wenig schämt und gern ihre Medaille gern einmal anfassen möchte.
    Ahnt ihr, wer es ist?
    Valentinas Geschichte hat viele Botschaften und ist nicht auf eine Zielgruppe festgelegt.
    Kinder ohne Beeinträchtigung erleben, dass Kinder trotz Handicap genauso ticken wie sie selbst. Sie sind ungeduldig, wenn sie wissen, dass etwas Tolles passiert, sie haben Träume und Ziele. Gleichzeitig erfahren sie mehr über das Down-Syndrom und die Gefühle die Valentina durchlebt.
    Jeder ist anders und doch sind wir uns so ähnlich, das zeigt diese Geschichte.
    Kindern (Teens und Jugendlichen) mit Handicap zeigt die Geschichte genau, wie allen anderen Lesern, dass es sich lohnt, Träume und ein Ziel vor Augen zu haben, auf das man hinarbeitet.
    Valentina hat viel trainiert, hat sich nicht unterkriegen lassen und mutig ihr Ziel verfolgt. Das ist "echt stark", sagen die Lesekinder und müssen eingestehen, dass sie auch schon oft Träume hatten, aber diese nicht so ehrgeizig verfolgt haben, weil sie dachten es klappt doch nicht.
    Valentina macht es einfach und genau das ist die Botschaft, die bei allen Kindern ankommt. Macht es, setzt euch Ziele, arbeitet an eueren Träumen.
    Es muss ja nicht immer ein Sieg sein.


    Sabrina Kotzerke fängt die Geschichte und das Geschehen in zauberhaften und sehr ausdrucksstarken Illustrationen ein. Durch die ausdrucksstarke Mimik der Figuren können wir Leser ganz wunderbar miterleben wie was gerade gedacht oder gefühlt wird. So sehen wir nicht nur Valentinas Gefühle, sondern auch das Auslachen der Jugendlichen, die Beschämtheit und die Freude aller.
    Die wundervolle Farbigkeit unterstützt die hoffnungsvolle, mutmachende Geschichte perfekt. Es sind echte GuteLaune-Farben, die einen positiv stimmen und der Geschichte viel Fröhlichkeit und Leichtigkeit verleihen.

    Uns hat das Buch extrem gut gefallen. Sowohl die Kita- und Vorschulkinder als auch die Grundschüler Klasse 1-3 waren richtig begeistert. Es gab viel Gesprächsstoff und den Kindern lag viel daran auch etwas zur Geschichte zu sagen, was nicht immer nach Vorleserunden so ist.
    Gut fanden die Kinder z.B. das hier etwas über das Down-Syndrom erklärt wird, dass Valentina so mutig ist, dass die Geschichte zwar von einem Kind mit Down-Syndrom handelt, aber das das irgendwie im Laufe der Geschichte in den Hintergrund tritt und man einfach das Gefühl hat, dass es eine Geschichte über ein Mädchen mit einem Traum ist, den sie verfolgt.
    Valentina steht nicht nur für Kinder mit Handicap, Valentina steht für alle Kinder und so ist ihre Geschichte auch eine Botschaft an alle.
    Ein Kind sagte:" Von Valentina kann man ganz viel lernen, ich finde sie toll!"
    Genauso ist es.
    Von Valentina kann man ganz viel lernen.
    Valentina ist toll.
    Genauso toll wie jeder andere.
    Jeder ist anders. Jeder ist besonders, und jeder kann etwas besonders gut.
    Und wenn man etwas wirklich will, lohnt es sich sein Ziel vor Augen zu behalten und es zu verfolgen.
    Und an die Erwachsenen hier möchte ich noch sagen, dass es auch wichtig Kind zu unterstützen. Hinter Valentina standen und stehen viele, die an sie glauben und stolz auf sie sind. Das Gefühl trägt und gibt Sicherheit. Sicherheit, die wichtig ist beim sich Ausprobieren.
    Traut eueren Kindern mehr zu, begleitet sie unaufdringlich.



  23. Cover des Buches Spielzeug ist für alle da! (ISBN: 9783949315077)
    Susann Hoffmann

    Spielzeug ist für alle da!

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Tinkerbelle

    „Spielzeug ist für alle da!“ räumt auf – mit verstaubten Rollenbildern und Spielzeugklischees, die noch viel zu oft in Kinderzimmern herumliegen. Stattdessen feiert es, was wirklich zählt: Spielen, wie man will. Ganz ohne „für Jungs“ oder „für Mädchen“.

    Mit klaren Bildern und wenigen Worten schafft Susann Hoffmann einen liebevollen Raum, in dem Kinder sich und ihre Interessen frei entdecken dürfen. Das Buch zeigt, dass Vorlieben nichts mit Geschlecht zu tun haben – sondern mit Persönlichkeit. Und das auf eine so einfache und zugängliche Art, dass schon die Kleinsten es verstehen.

    Aus medienpädagogischer Sicht ist das Buch ein wertvoller Beitrag zu frühkindlicher Rollenvielfalt und Gleichberechtigung. Es fördert Selbstwahrnehmung, stärkt Identität und gibt Kindern das gute Gefühl, genauso richtig zu sein, wie sie sind.

    Für uns ist es ein Alltagsbegleiter geworden – gerade, wenn irgendwo mal wieder jemand sagt: „Das ist aber nix für Mädchen.“

  24. Cover des Buches Kleidung ist für alle da! (ISBN: 9783949315084)
    Susann Hoffmann

    Kleidung ist für alle da!

    (3)
    Aktuelle Rezension von: kleine_buecherwuermchen

    Das Pappbuch zeigt Kinder, die unterschiedliche Kleidungsstücke anhaben. Ein Kind erzählt, was es gerne trägt und warum. Eines mag zum Beispiel Latzhosen, weil die so viele Taschen haben. Dabei spielt das Geschlecht keine Rolle, denn Kleidung ist für alle da!

    Meine Erfahrung/Meinung:
    🤩
    Ich liebe die großen und farbenfrohen Illustrationen. Dass sie noch dazu vielfältig und inklusiv sind, ist noch schöner! Besonders gefreut habe ich mich über die Kinder mit Hörgeräten, da mein Bücherwürmchen auch eines trägt.
    Wir sind, obwohl mein Kind erst 2 1/2 Jahre alt ist, auch schon einige Male mit Geschlechterklischees konfrontiert worden. Erst letztens meinte eine Person am Spielplatz: „Entschuldige dich bei dem Mädchen, äh dem Jungen. Ich weiß nicht, was es ist.“ 😅 Ich dachte mir … EIN KIND! Hab aber nichts gesagt, weil ich damit beschäftigt war, mein Kind zu trösten. Letztens hat sich mein Kind auch etwas in einer bestimmten Farbe ausgesucht und die Verkäuferin hat ihm dann noch zusätzlich das Ding in der „geschlechtsspezifischen Farbe“ gegeben. 🙈
    Genau deshalb finde ich solche Bücher mehr als wichtig! Ich möchte mein Kind dazu ermutigen, es selbst zu sein und Sachen nicht nur deshalb zu mögen, weil das gesellschaftlich so aufgezwungen wird.

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