Bücher mit dem Tag "viktorianische zeit"
29 Bücher
- Emily Brontë
Emily Brontë, Sturmhöhe. Vollständige Ausgabe des englischen Klassikers. Schmuckausgabe mit Goldprägung
(2.047)Aktuelle Rezension von: SabrrinaCathy wächst gemeinsam mit ihrem Bruder und ihren Eltern auf Wuthering Heights auf, einem abgeschiedenen, rauen Anwesen inmitten der Moorlandschaft. Eines Tages bringt ihr Vater einen verwahrlosten Jungen mit nach Hause: Heathcliff. Ohne Herkunft, ohne Familie, soll er fortan als Ziehsohn aufwachsen. Zwischen Cathy und Heathcliff entsteht eine intensive Verbindung. Doch was zunächst wie eine große Liebesgeschichte wirkt, entwickelt sich im Verlauf immer mehr zu einer Geschichte von verletztem Stolz, Verbitterung und zerstörerischer Vergeltung.
Ich habe mir schon oft vorgenommen, dieses Buch zu lesen, es aber immer wieder aufgeschoben, weil es so stark polarisiert. Kürzlich war ich dann in der neuen Verfilmung, die mich emotional sehr abgeholt hat – auch wenn sie mir stellenweise etwas zu explizit und überzeichnet war. Da der Roman im 19. Jahrhundert erschienen ist, war mir klar, dass die Darstellung dort zurückhaltender sein würde und genau so war es auch. Allerdings muss ich sagen: Selbst wenn man diese Unterschiede außen vor lässt, sind Buch und Film kaum miteinander zu vergleichen. Getrennt voneinander haben mir jedoch beide auf ihre Weise gefallen.
Zum Roman selbst: Ich mochte den Schreibstil wirklich sehr. Für ein Werk aus dieser Zeit liest es sich erstaunlich leicht und flüssig. Besonders gefallen hat mir auch die Erzählperspektive. Große Teile der Geschichte werden aus Nelly Deans Sicht geschildert und ich mag es sehr, wenn Hauspersonal eine solche Beobachterrolle einnimmt. Die erste Hälfte des Buches hat mir deutlich besser gefallen als die zweite. Die Dynamik zwischen Cathy und Heathcliff fand ich faszinierend. In der späteren Entwicklung, als Heathcliffs Rachefeldzug immer mehr Raum einnimmt, fehlte mir persönlich etwas. Natürlich wird deutlich, dass seine Verbitterung vor allem aus der Zurückweisung durch Cathy und den erlittenen Demütigungen entsteht. Dennoch hätte ich mir gewünscht, seine innere Verletzung und die erlebte Grausamkeit noch intensiver mitzuerleben, um die Radikalität seiner Rache besser nachvollziehen zu können.
Was man dem Roman jedoch auf jeden Fall lassen muss: Er ist alles andere als eine klassische, vorhersehbare Liebesgeschichte. Hier gibt es keine romantische Verklärung. Stattdessen begegnet man Figuren, die egoistisch, leidenschaftlich und oft auch grausam handeln. Gerade das macht die Geschichte so besonders. Für mich war es auf jeden Fall eine interessante Leseerfahrung, ganz anders als erwartet.
- Bram Stoker
Dracula
(1.170)Aktuelle Rezension von: annalogIch habe mich beim Lesen gegruselt und hatte Gänsehaut. Gerade die Erzählweise durch Tagebucheinträge und Telegramm fühlte sich sehr nah am Geschehen an, obgleich dieses Buch und die Sprache schon so alt ist.
Es ist wirklich ein packender Klassiker, den man aus der heutigen Zeit allerdings bezüglich des Frauenbildes auch kritisch betrachten darf: „Wir brauchen ihren Verstand, der geschult ist wie der eines Mannes, und doch ist sie nur ein zartes Weib.“
- Charlotte Brontë
Jane Eyre
(1.413)Aktuelle Rezension von: calidocreatesJane Eyre beeindruckt mit gesellschaftskritischen Botschaften und einer mutigen Protagonistin, die sich gegen die Konventionen ihrer Zeit stellt, konnte mich aber nicht komplett abholen. Dennoch verdient das Werk Anerkennung für seine kritische Auseinandersetzung mit sozialen Ungerechtigkeiten und der Rolle der Frau in einer patriarchalen Gesellschaft. Ein guter Roman, der jedoch nicht zu den persönlichen Favoriten zählt.
- Charles Dickens
Oliver Twist
(740)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Oliver musste sehr viele unschöne Dinge durchmachen, die den Leser mitfiebern und mitleiden lassen. Gut aufgebaute Spannungsbögen und ein sehr angenehmer Schreibstil kommen oben drauf. Hinzu kommt, dass ich den Krimi in diesem Klassiker sehr schätze, aber auch, dass gezeigt wird, dass früher alles vom Ablauf her anders war, als es heute der Fall ist. Am besten finde ich jedoch, dass nicht nur nach Olivers Vergangenheit gesucht wird, sondern dass Oliver als Charakter sehr bodenständig und höflich rüber kommt und die Grundwerte, wie sich zu bedanken, jemanden begrüßen etc. nicht unter gehen. Ein Buch, das ich sehr gerne nochmal lesen möchte und das ich hier auch sehr gerne weiterempfehle.
- Libba Bray
Der geheime Zirkel I Gemmas Visionen
(643)Aktuelle Rezension von: ZahirahDies ist der erste Band der Trilogie rund um Gemma und ihre Freundinnen. Es ist ein Buch aus dem Genre Mystery angedacht für jugendliche Leser/innen. Doch worum geht es: England, 1895: Die 16-jährige Gemma und 3 Freundinnen gründen im Internat einen geheimen Zirkel. Dazu treffen sie sich nachts zu »spiritistischen« Sitzungen. Bei einem dieser Treffen öffnet sich ein Tor in ein Reich in dem Träume wahr werden. Sie treten hindurch voller Hoffnungen, müssen aber bald erkennen, dass die Magie hier bedroht wird. Gemma ist eine sehr selbstbewusste Person. Man merkt, dass sie ihre ersten Lebensjahre „freier“ in Indien verbracht hat. Sie ist entgegen ihren Freundinnen unangepasster und nicht wirklich bereit sich einen passenden Ehemann zu suchen. Ihre Freundinnen waren so charakterisiert, wie man sich junge Mädchen aus besserem Haus zu jener Zeit vorstellt. Diese Gegensätzlichkeit fand ich sehr passend. Das Buch begann sehr vielversprechend und packend, nahm in der Mitte an Schwung leicht ab, um zum Schluss noch mal an Spannung zuzulegen. Libba Brays Schreibstil ist anschaulich und flüssig. Die Atmosphäre in Internat/magischem Reich konnte ich mir gut vorstellen. Ich bin durchaus gespannt, wie sich die Geschichte an sich und die Gemmas weiter entwickelt.
Fazit: Ein schönes Buch, zwar vornehmlich für Mädchen im Teenager-Alter gedacht, aber durchaus auch für „Junggebliebene“ lesbar. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sterne.
- Andrew Lane
Young Sherlock Holmes
(363)Aktuelle Rezension von: LexieDas Buch war sehr spannend und ich wollte immer weiterlesen.
Es hatte sehr viele Ideen und war gut geschrieben. Mir hat gefallen, dass die Charaktere sehr verschieden waren, deshalb wusste man nie, wie es weitergeht.
Die nächsten Bände will ich auch unbedingt lesen und freue mich schon. Ich würde das Buch jedem empfehlen, der actionreiche Bücher mag.
- Elif Shafak
Am Himmel die Flüsse
(149)Aktuelle Rezension von: GundolfElif Shafak führt Handlungsstränge aus verschiedenen Zeiten zusammen. Das beginnt in der mesopotamischen Antike, führt aber hauptsächlich ins 19. Jahrhundert und in die Jetztzeit, Durch Keilschrift und das Zeichen für Wasser, Begebenheiten im Zweistromland und die Geschichte der Jesiden ist alles miteinander verbunden.
Im 19. Jahrhundert wird die Geschichte des Assyriologen George Smith in vielen Details nachgezeichnet, der die Keilschrift entzifferte. Im Buch heißt er allerdings Arthur Smyth und weist auch ein paar fiktionale Züge auf. Mit ihm beginnt der Erzählstrang über die Jesiden, die der breiten Öffentlichkeit wohl erst durch die Massaker des Islamischen Staates (IS, ISIS, Daesch) an ihnen bekannt wurden. Über den Glauben und die Geschichte der Jesiden erfahren Leser*innen dabei sehr viel.
Shafak erzählt Smyths Geburt und Jugend in bitterer Armut am Ufer der Thames ebenso wie sein Aufstieg im Britischen Museum und seine Reisen nach Mesopotamien, wo er die Jesiden besser kennenlernt und sich in eine mehr oder weniger schamanische Frau verliebt, allerdings ohne dass es jemals zu einer Erfühllung dieser (beidseitig empfundenen) Liebe kommt.
Die Jetztzeit führt ebenfalls und gleichzeitig ins heutige London zu einer Frau mit mesopotamischen Wurzeln, die aus ihrer Ehe und dem bisherigen Leben ausbricht und ein Wohnboot auf der Thames mietet (ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt), und zu den Jesiden und den beginnenden IS-Massakern. Das ganze Buch ist einerseits wunderschön und mit seinen Liebesgeschichten "bittersüß", andererseits furchtbar tragisch und traurig, und die Schilderungen mancher Ereignisse sind ehrlich gesagt fast nicht zu ertragen. Aber sie sind bzw. waren – leider – Realität!
There are Rivers in the Sky ist ein wunderschönes und wichtiges Buch der türkisch-britischen Autorin. Sie hat es, wie alle späteren Werke, auf Englisch geschrieben. Und auch ich habe es im englischen Original gelesen, das eine wunderbare, flüssige und poetische Sprache hat. Zur deutschen Übersetzung kann ich aus diesem Grund nichts sagen, weil ich sie nicht kenne.
Für mich ist dieses Buch ein wertvoller Beitrag zur Weltliteratur. Absolut empfehlenswert. Und eine kleine Warnung: Empfindsame Leser*innen sollten sich einen Packen Taschenbücher bereitlegen …
- Marie Brennan
Lady Trents Memoiren 2
(60)Aktuelle Rezension von: eastIsabella Camherst, angehende Drachenforscherin, hat mit gerade mal dreiundzwanzig schon mehr als ein Abenteuer erlebt. Nachdem sie im ersten Band ihrer Memoiren den Leser auf eine Reise in schroffe Gebirgslandschaften eingeladen hat, nimmt sie diesmal mit in den tropischen Dschungel, wo nicht nur Drachen ihr Unwesen treiben…
Packt die Koffer, Lady Trent unternimmt ein weiteres Abenteuer. Mit „Die Naturgeschichte der Drachen“ hat ihre Geschichte ja auch gerade erst begonnen. Ihre nächste Expedition ist länger und gefährlicher und natürlich auch unfassbar atmosphärisch. Der Erzählstil ist wie im Vorgänger einzigartig, eben kein klassisches Abenteuer, sondern die Erinnerungen einer faszinierenden Frau, die die ganze Welt gesehen hat und alles erforscht hat, was fliegen kann. Mit jedem Schritt auf ihren Reisen lernt sie dazu und allein ihre Entwicklung ist fesselnd zu beobachten.
Spannung stellt sich, aufgrund des Formats und der Länge der Expedition erst nach und nach ein, aber dann wird es vielschichtig und auch politisch, denn auch wenn es eigentlich um Drachen geht, liegt Lady Trents Welt ein ausgeklügeltes Weltensystem zugrunde, voller verschiedener Kontinente, Länder und Völker. Mit anderen Worten: Es ist lebendig, gefährlich und auch durchaus amüsant, denn die Autorin verpasst ihrer erzählenden Protagonistin, wie bereits bekannt, eine spitze Zunge und den einen oder anderen Kommentar an ihr jüngeres Selbst.
Wer Drachen liebt, auch aus der Ferne die Faszination für diese eleganten Flugkünstler fühlt, der wird die Abenteuer von Isabella Camherst lieben, denn selbst wenn sie nicht die klassische Geschichte voller Twists bietet, so wohnt ihr doch ein ganz eigenes Staunen inne. Und die ständige Frage, wohin es die tapfere Forscherin wohl als Nächstes verschlägt?
- Nancy Springer
Der Fall des verschwundenen Lords
(100)Aktuelle Rezension von: SissarelliIch habe die Verfilmung auf Netflix gesehen, die mir richtig gut gefallen hat und so bin ich überhaupt erst auf die Buchreihe aufmerksam geworden. Das Buch ist doch in vielen Aspekten anders, aber es hat mir richtig gut gefallen. Enola ist eine tolle Protagonistin, sie ist die sehr viel jüngere Schwester von Mycroft und Sherlock Holmes und allein die Idee, dass es eine Teenager-Schwester gibt, die frech, klug und gerissen ist, finde ich schon großartig. Das Buch ist nicht dick, kaum 200 Seiten, daher gibt es auch keine Längen, die Geschichte schreitet gut voran, ist spannend und sehr unterhaltsam. Es ist einer toller Auftakt der Jugend-Cozy-Crime-Reihe, die ich sicher noch weiterverfolgen werde und mich freue, dass es bereits mehrere Bände gibt.
- Mattias Boström
Von Mr. Holmes zu Sherlock
(30)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch kann mich den überaus positiven Bewertungen nicht anschließen. Ich lese viel, wirklich viel. Bis zu 100 Bücher pro Jahr. Aber so etwas ist mir vorher noch nicht untergekommen. Wie kann man so viel schreiben, ohne irgendwas zu sagen. Beeindruckend. Die Informationen hätten für vielleicht hundert Seiten gereicht. Boström hat es aufgebläht auf 600 Seiten. Wahnsinn. Eine Aneinanderreihung von Banalitäten und Trivialitäten.
Es ist ein Reportage- oder Feature-Schreibstil, bei dem alles in Prosa ertränkt wird. Und damit das funktioniert, muss auch reichlich Fantasie benutzt werden. Genau das will ich in einem Sachbuch aber nicht. Boström weiß das natürlich und hat deswegen eine äußerst seltsame Variante des Anmerkungsapparates verwendet. Er arbeitet ohne Fuß- oder Endnoten, sondern hat ans Ende des Buches die Verweise gepackt, bei denen man sich dann raussuchen muss, wozu diese wohl gehören mögen. Klar, sonst würde man ja auch merken oder nachlesen können, dass die Hälfte ausgedacht ist, um einen schönen Prosatext zu basteln.
Vielleicht ist das ja aber auch der Witz am Buch, dass man in all dem Drumherum, die wahren Informationen suchen muss. So wird man wenigstens selbst zum Holmes.
Natürlich gibt es einige sehr interessante Informationen. Boström ist ein profunder Kenner, der auch noch herausragende Recherche betrieben hat. Aber ich möchte in einem Sachbuch nicht die Informationen zwischen den Romananteilen sondieren müssen. Da gibt es dann doch genügend andere und somit auch bessere Sekundärliteratur zu Holmes und Conan Doyle. - Sarah Perry
Die Schlange von Essex
(170)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow𝐃𝐢𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐥𝐚𝐧𝐠𝐞 𝐯𝐨𝐧 𝐄𝐬𝐬𝐞𝐱 ist ein Buch, das ich allein wegen seiner hübschen Optik in meiner Sammlung haben wollte. Und natürlich auch wegen des verlockenden Klappentextes um den Mythos eines Seeungeheuers, welches einen kleinen englischen Ort im 19. Jahrhundert heimsucht. Aber meine Bücherei hatte es da und weil Bücher nun mal teuer sind, durfte es nur als Leihexemplar bei mir einziehen.
Der Roman begleitet eine Vielzahl von Personen, wobei die junge Witwe Cora und der Pfarrer Will die Hauptfiguren bilden. Cora ist voller Wissensdurst, folgt den Thesen Darwins und als sie hört, im Küstenort Aldwinter habe man eine Seeschlange gesichtet, ist sie sofort Feuer und Flamme. Könnte es sich doch um ein prähistorisches Wesen handeln.
Die Dorfgemeinde glaubt aber eher an ein mystisches Ungeheuer. Will Ransome glaubt an keines von beidem, ist aber zunehmend fasziniert von Cora, mit der er aber auch immer wieder aneinander gerät.Ich hatte einige Probleme mit dem Roman.
Erst einmal gibt es zu viele Personen, von denen kaum eine sympathisch ist. Jede von ihnen hat seine eigene interessante Geschichte zu erzählen, die aber nicht genug Raum bekommt, weil eben zu viel los ist.
Das Paar Cora und Will hatte für mich null Chemie, zumal Will mit einer sehr lieben Frau verheiratet ist und mit Cora nichts gemeinsam hat. Cora ist anders und darin liegt der Reiz. Aber wie soll man mit eine Romanze mitfiebern, wenn die Verliebten nie einer Meinung sind und andere mit ihrem Verhalten verletzen?
Auch wenn es hier um ein mystisches Wesen geht, erwartet keine Fantasy. Die Schlange steht für vieles. Wissenschaft und Aberglaube, Medizin, Massenhysterie, soziale Ungerechtigkeit und ein selbstbestimmtes Leben zu jener Zeit. Alles interessante Themen, über die ich gern gelesen habe. Man hätte es aber vielleicht besser auf drei verschiedene Romane aufgeteilt, damit jedes Thema für sich glänzen kann.
Von mir erhält der Roman trotz meiner Kritik eine positive Bewertung, denn er hat mich sehr gut unterhalten. Und auch das versöhnliche Ende hat mir gefallen.
- Julian Fellowes
Belgravia. Zeit des Schicksals
(103)Aktuelle Rezension von: Leser44„Belgravia-Zeit des Schicksals“ geschrieben von Julian Fellows ist ein gelungener Roman voller Geheimnisse, Intrigen, Verrat und Rivalität. Im Mittelpunkt steht das große Geheimnis um Charles Pope. Während der Leser sofort erfährt, wer Charles Pope ist, bleibt es für die Figuren im Buch ein großes rätselhaftes Geheimnis. Als Fan von Downton Abbey hatte ich natürlich hohe Erwartungen, die, trotz kleiner Kritikpunkte, nicht enttäuscht wurden.
Während das Cover meiner Ausgabe das London des 19. Jahrhunderts schön widerspiegelt, ist der Klappentext etwas unpassend gewählt. Meiner Meinung nach macht der Klappentext den Eindruck, dass Charles Pope die Hauptfigur ist. Ich persönlich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass es so war. Im Gegenteil, ich hätte mir gewünscht, die Geschichte mehr aus seiner Sicht zu durchleben.
Thematisch war das London des 19.Jahrhunderts sehr interessant. Man konnte gut in diese Welt eintauchen und hat einiges über die Gesellschaft und vor allem den Adligen und Reichen Londons gelernt.
Zahlreiche Figuren tauchen im Roman auf und es war manchmal schwierig die einzelnen Namen auseinanderzuhalten. Gleichzeitig war es aber auch interessant in die Köpfe der unterschiedlichen Figuren zu gucken und ihr Innenleben kennenzulernen. Dadurch konnte man schnell sowohl Empathie als auch Antipathie für die jeweiligen Figuren entwickeln.
Julian Fellows schreibt detailreich und bildhaft und schafft es einen angenehmen Lesefluss zu erzeugen. Allerdings ist der ständige Perspektivenwechsel etwas gewöhnungsbedürftig. Hat man sich erst reingelesen, ist es aber auch sehr spannend die Gedanken der einzelnen Figuren zu erfahren.
Obwohl man als Leser von Anfang an das Geheimnis des Charles Pope kennt, wodurch etwas Spannung verloren geht, ist das Ende sehr überzeugend. Dramatisch, bewegend und ganz nach meinem Geschmack!
Fazit: Zwar habe ich kleine Kritikpunkte, dennoch war dieser Roman ein Lesegenuss. Trotz hoher Erwartungen hat es überzeugt!
- M.R.C. Kasasian
Der Fluch des Hauses Foskett
(37)Aktuelle Rezension von: Simone_081Der erste Band der Reihe hat mir noch gut gefallen, aber dieser zweite Teil ist mir insgesamt zu abgefahren, auch wenn er unterhaltsam geschrieben ist und über einige denkwürdige Sprüche verfügt. Das allein reicht aber nicht, um zu überzeugen.
Die Handlung mit dem Club der Finalen Sterbefälle ist mir zu konstruiert und, wie gesagt, zu abgefahren.
Darüber hinaus ist der Roman mit knapp 500 Seiten meiner Meinung nach auch zu lang. Es reiht sich ein Mord an den anderen, Sidney Grice und March Middleton sprechen mal mit diesem, mal mit jenem, bis es etwa 100 Seiten vor Schluss zur Auflösung kommt. Die Auflösung wird dann auf fast die ganzen (!) 100 Seiten ausgedehnt, was einfach zu lang ist. Wenn eine Auflösung so kompliziert ist, dass man dafür so viele Seiten beanspruchen muss, dann hat der Autor meiner Meinung nach etwas falsch gemacht.Die Krimireihe erinnert mich immer mehr an die Fry/MacGray-Reihe von Oscar de Muriel.
Wer auf (historische) Krimis mit einer exotischen Handlung und etwas derben Sprüchen steht, wird hier gut bedient.
- Kate Saunders
Das Geheimnis von Wishtide Manor
(55)Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee1851 in England: Laetitia Rodd ist eine Witwe, die für ihren Bruder, der Anwalt ist, kleine Ermittlungen durchführt. Der aktuelle Fall führt sie nach Wishtide Manor. Hier soll sie für den Herrn des Hauses Nachforschungen anstellen über die zukünftige Schwiegertochter. Mitten in den Nachforschungen geschieht ein Mord...
💙 Ich mag Historische Kriminalfälle. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, weil einfach Zeit und Setting für mich passten. Auch die Charaktere mochte ich.
Laetitia Rodd erzählt ihre Geschichte in der Ich-Erzählform, so dass man sich als Leser sehr gut in sie hineinfühlen kann.
Zudem ist die ganze Geschichte sehr spannend und komplex.
17.07.2024
- Julia Baird
Queen Victoria
(65)Aktuelle Rezension von: JollymareQueen Victoria – Julia Baird
Biographie, wbg Theiss, 598 Seiten
Inhalt:
Sie wächst als zukünftige Königin in absoluter Abgeschiedenheit auf. Ihr Onkel sitzt auf den englischen Thron und hat keine Nachfolger. Daher ist es ihr Schicksal die nächste Königin von England zu werden.
Das einsame Kind träumt sich durch die Kindheit und entwickelt einen sehr ausgeprägten Eigensinn, der ihr auch im vorgeschrittenen Alter nicht abhandenkommt. Als sie früh den Thron besteigen muss sind viele anscheinend Wohlmeinende Personen in ihrer Nähe. Doch erst durch die Heirat mit Albert von Sachsen-Coburg und Gotha kann sie sich von ihrer Übermutter und den politischen Ratgebern distanzieren. Die Ehe der jungen Königin mit Albert steht unter einem guten Stern. Sie bekommen viele Kinder und bis zum frühen Tod ihres Mannes kann sie das Eheleben genießen. Obwohl die die Königin über das halbe Weltreich ist, bestimmt in der Familie Albert das Geschehen und sie ordnet sich freiwillig unter.
Nach dem frühen Tod ihres Mannes betreibt sie eine zukunftweisende Heiratspolitik bei der sie die führenden Königshäuser zusammenführt. Deutschland, Russland, Dänemark. In vielen Beispielen werden die politischen und familiären Ränkespiele der Herrscherin verdeutlicht.
Eine große Frau ihrer Zeit und ein Vorbild bis heute.
Cover:
Nicht besonders Originell aber trotzdem sachdienlich. Die Verarbeitung ist wie immer gut. Ein Lesebändchen wäre bei einem solch umfangreichen Buch noch von großem Vorteil gewesen.
Fazit:
Eine Biographie nach meinem Geschmack. Keine Königin hat ihrer Zeit mehr den Stempel aufgedrückt als diese imposante Frau. Diese Biographie erfüllt alle Ansprüche. Historisch Detailliert hat Julia Baird das Leben, die politischen und historischen Personen sowie der Kontext in der Geschichte zusammengeführt. Nur an wenigen Stellen wird der Erzählfaden nicht spannend genug gehalten. Dokumentiert durch die Bilder entsteht beim Leser ein Roter Faden, dem man gerne durch die Epoche folgt. Damit gehört diese Queen Victoria Biographie für mich zu den besten der letzten Jahre. - Zen Cho
Die Magier Seiner Majestät
(39)Aktuelle Rezension von: annlu*Es musste einmal eine Zeit gegeben haben, da ihn die Launen und Befindlichkeiten aufdringlicher Frauen nicht von allen Seiten bedrängt hatten, dachte Zacharias reumütig, aber jenes goldene Zeitalter schien lange vergangen.*
Zacharyas Wythe hat das Amt des Königlichen Magiers erst kurz inne, als er sich schon Verleumdungen und Anfeindungen der „Sozietät Wiedernatürlicher Philosophen“ gegenübersieht. Nicht nur wollen ihn die Thaumaturgen als ehemaligen Sklaven und Schwarzen nicht als Magier anerkennen, auch die schwindende Magie Britanniens macht ihm Sorgen. Als er diesem Phänomen auf dem Grund gehen will, trifft er in einer Mädchenschule auf Prunella Gentleman. Die ehrgeizige junge Frau zeigt großes Talent für Magie, obwohl diese Frauen verboten ist. Sie schließt sich Zacharias an, in dem Glauben, damit ihre Ziele erreichen zu können. So entsteht eine Zweckgemeinschaft, bei denen beide erst lernen müssen, einander zu vertrauen und voneinander zu lernen.
Die Geschichte spielt in einer alternativen viktorianischen Umgebung, in der nicht nur Magie gewirkt werden kann, sondern auch Feen und andere magische Wesen zwar nicht zum Alltag gehören, aber durchaus bekannt sind und immer mal wieder in Bezug auf die Belange der Thaumaturgen mitmischen.
Zacharias ist zwar seiner Zeit als Mündel des vorhergehenden Königlichen Magiers skeptisch gegenüber eingestellt und spricht immer mal wieder melancholische Gedanken zu seiner „Adoption“ an, aber gerade durch sie hat er sich umso mehr an die gehobene Gesellschaft angepasst. So ist er manchmal zu sehr Gentleman und pflichtbewusst seinem Amt gegenüber.
Prunella hingegen widersetzt sich nicht nur dem Verbot des Magiewirkens. Grundsätzlich weiß sie, was sie will und setzt dies auch über alle Konventionen hinweg durch. Dabei wirkt sie mitunter kaltherziger als der überkorrekte Zacharias. Dennoch konnte ich ihre Gedanken und Entscheidungen immer nachvollziehen und kam mit ihrem Charakter gut zurecht.
Die Geschichte gestaltete sich als Mischung aus magiegeladenem fantasy und historischem Roman, da die Gepflogenheiten der Gesellschaft Londons, die Fragen des Anstands aber auch Bälle und allerlei Klatsch die fantastischeren Momente immer wieder unterbrach.
Fazit: Ich fand die Mischung interessant und besonders die authentischen Charaktere überzeugend.
- Anne Breckenridge
Engel der Themse
(33)Aktuelle Rezension von: MartinAIch lese gerne viktorianische Krimis und mit Romanen aus dem Dryas-Verlag habe ich größtenteils gute Erfahrungen gemacht (natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel). Deswegen habe ich dem Klappentext auch kaum Beachtung geschenkt. Anderenfalls hätte ich vielleicht ein anderes Buch erwartet, denn der Klappentext hat nur am Rande mit der eigentlichen Handlung zu tun.
Engel der Themse ist ein leidlich spannendes Buch, jedenfalls auf den letzten Seiten .. davor wird der Leser durch banale Begebenheiten aus Emmas und Gladys' Leben gelangweilt bei denen man erwarten könnte, dass sie versuchen das viktorianische Zeitalter wieder aufleben zu lassen.
Aber die Sprache passt nicht (Ich kann aber auch nicht sagen in welche Zeit sie überhaupt passen würde, manche Vergleiche oder Ausdrücke sind wirklich sehr gewöhnungsbedürftig ... und das hat nichts mit Straßenslang oder niederen Bevölkerungsschichten zu tun ... und mit der viktorianischen Zeit auch nicht), die Charaktere bleiben flach (mir war lange nicht bewusst dass Gladys und Emma doch sehr verschiedene Persönlichkeiten unterschiedlicher Herkunft sein sollten).
Das Buch ist leider weder ein viktorianischer Krimi (wer interessante Ermittler wie Holmes und Watson oder den Sebastian Club erwartet wird enttäuscht werden), noch ein Sittengemälde des 19 Jahrhunderts.
Der Autorin gelingt es leider nicht, den Leser in irgendeiner Weise authentisch zu faszinieren.
Wenn ich etwas Positives zum Buch sagen soll, dann dies: Es hat ein schönes Cover, dass stimmig zu den anderen Krimis des Dryas-Verlags ist.
- Jeanette Lagall
Der Wanderzirkus
(50)Aktuelle Rezension von: BibliophilieOfBooksZu Beginn hatte ich es noch ein bisschen schwer mich in die Handlung rein zu finden, obwohl ich den Schreibstil von Jeanette sonst sehr gerne mag. Vermutlich liegt es daran, dass es ein historischer Roman ist und die Sprache in historischen Romanen, gerne Mal einen anderen Lesefluss durch die Sprache hat.
Riki und Myra wollen, wie der Klappentext schon verrät, einer arrangierten Hochzeit entfliehen und schließen sich als Knaben verleidet, einen Wanderzirkus an. Dort lernen sie sehr viel über die Gaukler, aber auch über das Show-Business des Zirkus. Selbst müssen sie auch eine Menge üben, was sehr oft auch nicht ganz ungefährlich ist.
Parallel suchen ihre Familien nach den beiden Mädchen. Auch die Polizei wird schnell eingeschaltet. Es war unfassbar spannend parallel zu lesen, was die Suche nach den beiden ergibt, während man gleichzeitig sieht, welche Fortschritte die beiden im Zirkus machen. Zwischendurch hatte es ein bisschen was von Katz und Maus Spiel, da die Polizei die Spuren, die Riki und Myra hinterlassen, auch sehr schnell richtig deuten. Als Leser hatte ich sehr oft das Gefühl, dass die zwei jeden Augenblick gefunden werden könnte.
Was mir ein bisschen fehlte waren Informationen zum Karneolvogel. Für meinen Geschmack hätte dieser gerne mehr im Vordergrund spielen können. Da die Reihe aber drei Bände hat, gehe ich davon aus, dass es im nächsten Band mehr Fokus bekommt.
Fazit
Der Einstieg in "Die Reise des Karneolvogels" war zwar noch recht holprig, aber als ich einmal im Lesefluss war hat mir die Handlung unfassbar gut gefallen. Ich mochte die Einblicke im Wanderzirkus sehr gerne, aber auch die Spannung, die durch die Polizei aufkommt. Den gefühlt kam diese den beiden Mädels viel schneller auf die Schliche, als die Riki und Myra sich das vorgestellt haben. Auch auf den Karneolvogel bin ich neugierig und freue mich schon auf den zweiten Band.
- Mary Elizabeth Braddon
Aurora Floyd
(23)Aktuelle Rezension von: claudiaZDas Buch konnte mich leider nicht überzeugen. Auf dem Einband steht, dass es sich um einen viktorianischen Krimi handelt. Nach meiner Ansicht beginnen hierfür die Ermittlungen ziemlich spät im Buch. Ansonsten bleiben die Charaktere irgendwie distanziert und manche charakteristischen Wendungen sind für mich nicht ganz nachzuvollziehen. Das Geheimnis im Leben der Aurora Floyd wird zunächst angedeutet, dann verschwiegen und zum Schluss präsentiert.
Wie ich in anderen Rezensionen gelesen habe, kann dies an der Übersetzung aus dem Original ins Deutsche liegen, da wohl Textstellen gekürzt worden sind. Einen eigenen Vergleich mit dem englischen Original auszuführen, ist für mich jedoch nicht möglich.
- K. J. Charles
Das düstere Geheimnis des Gentleman
(7)Aktuelle Rezension von: Tessa2356Clem Talleyfer der in London eine Pension betreibt nicht zur heutigen Zeit, sondern im späten 19. Jahrhundert. Und es macht auch die Sache nicht leichter, da er schwul ist. Wo die Probleme beginnen, denn zur damaligen Zeit war dies ein Verbrechen. Es kommt aber wie es kommen muss, ein Gast Rowley Green mit dem Clem viel Zeit verbringt erwidert seine Gefühle. Eine Leiche vor der Pension, was sich schnell als Mord herausstellt ist das kleinste Problem der beiden. Welche weiteren Geheimnisse dieser Roman lüftet, lasst euch überraschen.
- Patricia Cabot
Die wilde Rose (Historisch, Liebe) (Historical Love-Reihe)
(29)Aktuelle Rezension von: Melanie_LudwigInhalt
Yorkshire, 1860: Lord Edward Rawlings liebt die Ausschweifungen und das Vergnügen – wären da doch nicht die lästigen Pflichten eines Herzogs. Er ergreift seine einzige Möglichkeit, diesen zu entgehen, indem er seinen Neffen Jeremy zum Herzog von Rawlings Manor ernennen möchte. Dazu muss er Jeremy aufsuchen, der bei seiner Tante Pegeen MacDougal lebt. Zu Edwards Überraschung ist Pegeen keine alte Jungfer, sondern eine selbstbewusste junge Frau, die ihn sofort verzaubert.
Pegeen MacDougal hasst alles, was den Adel ausmacht: Reichtum, Macht, Verpflichtungen. So passt es ihr gar nicht, als Lord Rawlings in ihr Leben tritt und ihren Neffen zum Herzog ernennen möchte. Sie folgen ihm beide nach Rawlings Manor, um die Angelegenheit zu klären, und bringen Edwards Leben gehörig durcheinander. Pegeen verabscheut alles, wofür Edward steht. Doch ein folgenschwerer Kuss bringt ihre entschlossene Abneigung ins Wanken …
Fazit
Diese Buch hat mir gut gefallen. Vor allem pegeen fand ich sympathisch und vor allem nicht auf dem Mund gefallen. Die Dialoge fand ich witzig mir hat auch Edward mit seinem Verhalten das sich gebessert hat zugesagt. Von mir gibt es eine klare weiterempfehlung
- Sandra Byrd
Die Kunstschätzerin
(67)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderEllie ist auf einer Beerdigung im September 1866. Im Watchfield House, Grafschaft Oxfordshire, England. Lord Lyndey ist tot und Harry ist zurück. Sie hat ihn geliebt, als Burschen, wie auch als Mann. Aber alles ist anders und er wird von einer schönen Frau begleitet und dann trägt man ihr an, dass sie als Verwalterin über den Schmuck und die Kunstsammlung verfügen soll. Behalten, spenden, verkaufen? Es liegt in ihrer Hand. Sie soll über Harry entscheiden und doch ist da ihr herz im Weg und Harry will sie treffen, flüstert er ihr zu und sie weiß sofort wo. Das Cover Motiv finde ich sehr treffend und ansprechend.
- Olivia Drake
Die Rückkehr des Duke (Verliebt in den Duke 1)
(40)Aktuelle Rezension von: Blacklady_HofmannDer Autorin ist mit Ihrem harmonisch, flüssigen Schreibstil eine wundervolle Geschichte gelungen. Die Charaktere sind gut getroffen und man konnte sich sehr gut in diese und ihre Geschichte einfinden. Das Leben der beiden ist durch Intrigen, Hindernissen und Gleichgültigkeit/ Eigennutz durchzogen, somit kam keine Langeweile auf und man konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
Das Buch konnte mich mit einer wunderschönen und gefühlvollen Geschichte überzeugen und ich kann es allen Romantikern von historischen Liebesgeschichten empfehlen.























