Bücher mit dem Tag "viktorianisches england"
84 Bücher
- Jane Austen
Stolz und Vorurteil
(4.050)Aktuelle Rezension von: Hortensia13Elizabeth Bennet und Mr. Darcy stehen im Mittelpunkt dieser zeitlosen Geschichte über gesellschaftliche Erwartungen, Missverständnisse und die oft unausgesprochenen Wünsche zweier Menschen, die sich zunächst nicht leiden können. Mit feiner Ironie schildert Austen die Zwänge ihrer Zeit, die Rolle der Familie Bennet und den Druck, standesgemäss zu heiraten. Hinter Stolz und Vorurteilen verbirgt sich jedoch eine Gefühlswelt, die beide erst nach und nach preisgeben können.
Ich habe mich gewagt, diesen weltberühmten Klassiker zu lesen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Das Buch spiegelt eindrucksvoll die gesellschaftlichen Zwänge wider, und der Titel ist wirklich Programm: Stolz und Vorurteile prägen jede Beziehung und machen es schwer, echte Sympathie zu den Figuren aufzubauen. Elizabeth und Darcy faszinieren, wirken aber oft distanziert und unnahbar. Ich hatte mehr Liebesgeschichte erwartet, mehr spürbare Nähe, doch die Stärke des Romans liegt in seinen feinen Beobachtungen und seiner klugen, humorvollen Gesellschaftskritik.
Mein Fazit: Ein Klassiker, der mit Witz und Scharfsinn überzeugt, auch wenn die Romantik subtiler ausfällt als erwartet. Vier Sterne.
- Emily Brontë
Emily Brontë, Sturmhöhe. Vollständige Ausgabe des englischen Klassikers. Schmuckausgabe mit Goldprägung
(2.036)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeowBei den Schmuckausgaben weiß ich mittlerweile gar nicht mehr, welche ich mir zuerst kaufen soll. Jedes Jahr kommen neue raus und die die davor rausgekommen sind, habe ich auch noch nicht alle. Aber mein Bauchgefühl sagte mir 𝐒𝐭𝐮𝐫𝐦𝐡ö𝐡𝐞 soll es als nächstes sein und ich habe es passenderweise in einer sehr stürmischen Woche gelesen.
Als ihr Vater nicht mit den gewünschten Geschenken, sondern mit einem Findelkind von der Geschäftsreise heimkommt, sind die Geschwister Cathy und Hindley zunächst nicht begeistert. Schließlich findet Cathy in Heathcliff, wie er genannt wird, einen Seelenverwandten. Doch beide sind ungestüme Charakter, ihre Liebe geprägt von Zuneigung und Ablehnung. Als Heathcliff Cathy verliert, schwört er Rache, welche gleichermaßen die Familie Earnshaw und Linton betreffen und in ihr Unglück stürzen.
Der Roman konnte mich von Beginn an fesseln. Die raue Landschaft, die unglücklichen Charaktere. Man will sofort wissen, was da passiert ist. Erzählt bekommen wir das von Nelly, die mit den Hauptpersonen aufgewachsen ist, welche so gar nicht die typischen Romanhelden sind.
Ich kann mich spontan an keine Romanfigur erinnern, die so boshaft und hasserfüllt war wie Heathcliff. Es ist eine Geschichte über Rachsucht und Manipulation. Der Großteil der Figuren ist schlecht und nur wenige andere wecken Sympathien in einem.
Mir ist es ehrlich gesagt ein Rätsel wie irgendjemand diese Geschichte romantisch finden kann. Zwar ist die Beziehung zwischen Heathcliff und Catherine voller Leidenschaft, aber auch Hass. Sie konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Doch beide sind solche Unsympathen, dass ich mit keinen von ihnen Mitleid haben konnte.
In erster Linie ist es ja aber ein Schauerroman, wobei Geister nur selten vorkommen. Eine Szene gegen Ende hat mir da besonders gut gefallen. Es ist vor allem die düstere Stimmung die dem Genre alle Ehre macht und die ich immer wieder genieße.
Trotzdem endet der Roman sehr harmonisch mit einem wohlverdienten Happy End für die verbliebenen Personen.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen! Neben „Rebecca“ mein neuer Lieblingsklassiker!
- Cassandra Clare
Clockwork Angel
(2.086)Aktuelle Rezension von: tines_bookworld"One must always be careful of books," said Tessa, "and what is inside them, for words have the power to change us."
Mit dem Auftaktband der "Infernal Devices"-Reihe wenden wir uns nun Tessa, Jem und Will zu, die wir in dieser Kombi bereits in den "Legenden der Schattenjäger-Akademie"-Reihe kennengelernt haben. Hier geht es nun um die Anfänge ihrer Beziehung und das Kennenlernen der eigenen Persönlichkeit. Die Geschichte spielt in London des 19. Jahrhunderts, Sprachstil und Gepflogenheiten (Können Frauen überhaupt Schattenjäger sein und Hosen tragen?) sind entsprechend angepasst. Das hat der Geschichte einen ganz neuen Touch in der bereits gewohnten Handlungslinie verpasst. Auch Charaktere wie Magnus und Camille sind wieder kurz am Start.
Der erste Band der Trilogie ist leicht als solcher zu erkennen. Viele Handlungsstränge sind erst in der Anfangsphase, es bleiben viele Fragen offen, und die Suche nach dem Magister hat gerade erst begonnen. Die Spannung leidet darunter etwas. Zwar hat das Buch auch ein Finale und gerade die letzten Hundert Seiten haben ordentlich angezogen, nichtsdestotrotz passiert nicht wirklich viel. Vielmehr geht es um den Charakteraufbau der drei Protagonist*innen sowie die frühere Politik zwischen Schattenjägern und Unterweltlern. Wenn man die "aktuelle Situation" aus der Hauptreihe rund um den Kalten Frieden kennt, kann man die damalige fast als Freundschaft bezeichnen.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr bildlich, so dass ich trotz der eher gemächlichen Handlung förmlich durch die Seiten geflogen bin. Mit Will als Charakter bin ich bisher noch nicht ganz warm geworden, er ist sehr arrogant, überheblich und trieft nur so vor Sarkasmus. Erinnert das nicht an einen anderen Charakter? Ich kann verstehen, dass Clare den Herondale-Männern ähnliche Charakterzüge verpassen wollte, aber bisher ist mit die Ähnlichkeit zu Jace zu groß, zumal Will auch eine geheimnisvolle, aber gleichwohl tragische Familiengeschichte hat. Ich bin gespannt, wann das erste Zusammentreffen zwischen ihm und Magnus erzählt wird, und wie sich Will noch zu dem liebevollen und sympathischen Ehemann von Tessa entwickeln wird, den wir aus den "Legenden der Akademie" kennen.
"Clockwork Angel" ist ein interessanter Auftakt mit Steampunk-Elementen, der bereits das Potenzial dieser Reihe zeigen kann. Ich vergebe 4/5 Sterne.
- Jane Austen
Emma
(1.018)Aktuelle Rezension von: Sarellax99Ich wollte unbedingt wissen wie Emma drauf ist, was Ihre Charaktereigenschaften sind und was hinter Ihren Gedanken versteckt ist. Ich liebe sie, eine wunderschöne edle junge Dame die nicht nur schön vom äußeren ist sindern auch noch intelligent und mutig ist. Ich mochte ihren Papa auch sehr ein so liebevoller Mann der seine Kinder liebt auch wenn er etwas zu überaus ängstlich ist wenn es um seine Töchter geht. Mir gefiel die Beziehung zwischen Emma und ihren Vater sehr. Die Geschichte war spannnend geschrieben, es war einfsch zu lesen und zu verstehen. Das Ende hätt ich mir nicht besser vorstellen können. Jane Austen entäuscht mich nie :)
- Cassandra Clare
Clockwork Princess
(1.282)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BIn diesem finalen Teil der „Chroniken der Schattenjäger“ bekommt man als Leser nochmals alles, was an den ersten beiden bereits fesselnd war. Die Story geht spannend weiter und schafft es mit Wendungen, ein paar Höhepunkten und detaillierten Beschreibungen zu begeistern. Neben der (Fantasy-)Story entwickeln sich dabei auch die Liebesgeschichten weiter. Diese wird perfekt in die Geschichte integriert, sodass sie sich daraus ergeben, aber nicht überhand nimmt. Die Handlung und die Emotionen, die vermittelt werden, waren toll. Und auch die bereits aus den ersten beiden Bänden bekannten Charaktere können weiterhin überzeugen. Dabei konnte mich dieser Teil mit dem Fortgang der Handlung und den vermittelten Gefühlen sogar noch etwas mehr begeistern als der letzte. Vor allem dann das (emotionale) Ende, das die Autorin einleitet und dann schreibt…
Das Buch bildet mit fesselnder Fantasy, tollen Charakteren, Emotionen und Gefühlen und dem Ende ein tolles Finale der Reihe.
- Cassandra Clare
Clockwork Prince
(1.429)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BClockwork Prince ist der zweite Teil der Clockwork-Reihe. Und wie auch bereits bei Teil eins schafft die Autorin es, eine fesselnde Fantasy-Geschichte zu spinnen, die die Schattenwelt mit Spannung und Emotionen verbindet. In diesem Teil gewinnt die Lovestory nochmal mehr an Bedeutung und man erfährt mehr über die Gefühle und Hintergründe der Charaktere. Dennoch nimmt dieser Aspekt nicht überhand, sodass auch genügend spannende Fantasy-Szenen bleiben.
Insgesamt ein toller zweiter Teil und eine Empfehlung für alle, denen Band eins gefallen hat.
- Lewis Carroll
Alice im Wunderland
(1.291)Aktuelle Rezension von: Genevieve_Eine Reise zurück. Lewis Carrolls Meisterwerk verliert nie seinen Zauber. Die skurrilen Figuren, allen voran Alice, der verrückte Hutmacher und das weiße Kaninchen, sind tief in meiner Erinnerung verankert. Diese Wiederbegegnung mit einem geliebten Stück Kindheit war pure Nostalgie und ein absolutes Vergnügen. ♥️
- Jane Austen
Mansfield Park
(552)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeowMeine Sammlung an Schmuckausgaben ist immer noch recht lückenhaft, sodass die guten Stücke mittlerweile einen festen Platz auf meiner Geschenke-Wunschliste haben. Zu meinem Geburtstag ist es „Mansfield Park“ geworden, Jane Austen Roman Nr. 4 für mich.
Ich bin ganz unvoreingenommen an das Buch heran gegangen und auch der Klappentext schien mir vielversprechend. Hätte ich mal vorher gewusst, dass dies der allgemein unbeliebteste Austen Roman ist….Unsere Protagonistin Fanny Price ist eines von vielen Kindern und da ihre Eltern mit der Rasselbande heillos überfordert sind, wird das Töchterlein zur wohlhabenden Tante nach Mansfield Park geschickt.
Dort erfährt sie allerdings nur wenig familiäre Nähe. Einzig Cousin Edmund wird dem schüchternen Mädchen ein treuer Gefährte.
Als Jahre später die weltgewandten Geschwister Crawford die Nachbarschaft unsicher machen, wird das Gefühlsleben der Bewohner von Mansfield Park ordentlich durcheinander gewirbelt. Für die zurückhaltende Fanny ein einziger Graus. Erst nur Zuschauer, wird sie bald selbst Teil ungewollter Umwerbung und Aufmerksamkeit.Klingt doch eigentlich ganz gut, oder?
Leider muss ich mich den vielen Meinung anschließen, es ist auch für mich das bisher schwächste Buch der Autorin. Sogar Leser ihrer Zeit waren nicht gerade begeistert von dem Werk, wie eine der Beilagen mit kleinen Kritiken zeigt.Zunächst einmal ist das Buch schrecklich langatmig. Es ist fast 500 Seiten lang, aber gerade in den ersten beiden dritteln passiert so gut wir gar nichts. Es wird seitenlang über irgendwelche Belanglosigkeiten lamentiert.
Regency Romane haben es zwar an sich, dass der Alltag der Personen recht unspektakulär verläuft und das hat auch seinen ganz eigenen Charme, aber hier fand ich es fast unerträglich.Kaum eine Person ist sympathisch, selbst mit Fanny konnte ich nicht warm werden. Sie ist in einem Maße schüchtern und unterwürfig, dass es einem nur auf den Keks geht.
Ihr striktes Ablehnen eines Heiratsangebotes, wirkte auf mich nicht heldenhaft und emanzipiert, sondern erinnerte mich vom Verhalten her an ein bockiges, undankbares Mädchen.
Auf Besuch bei den Eltern und Geschwistern verhält sie sich aufgrund ihres bisher privilegierten Lebens ziemlich verwöhnt. Oh Gott, ich kann dies nicht ertragen und das ist mir zu viel und wo ist die nächste Bank? 5 Minuten spazieren gehen ist so anstrengend. Meine Güte…Kommen wir nun zu der obligatorischen Romanze unserer „Heldin“. Romantische Verwicklungen gibt es in diesem Buch zu Genüge. Fanny‘s Lovestory hat allein schon deswegen einen faden Beigeschmack, weil sie ein leichter Hauch von Inzest umgibt. War ja zu der Zeit nicht ungewöhnlich, aber in einem Jane Austen Roman? Damit hätte ich nicht gerechnet.
Fanny‘s Herzbube ist in meinen Augen absolut kein Traumprinz, da er das ganze Buch über jemand anderen anhimmelt und Fanny scheinbar nur die Notlösung ist. Aber es ist genau das, was sich Fanny die ganze Zeit gewünscht hat.Das letzte Kapitel ist sowieso ein Witz. Hier spricht plötzlich die Autorin zu uns und fasst im Schnelldurchlauf zusammen, wer wen geheiratet und wer alles sein verdientes Ende bekommen hat. In Anbetracht der Langatmigkeit dieses Romans, überrascht so ein flottes Ende dann schon.
„Mansfield Park“ bekommt von mir leider nur 3 Sterne.
Spaß hatte ich nur an der furchtbar gemeinen Mrs. Norris und den unverschämten Geschwistern Crawford. Kurz: Ausgerechnet die unausstehlichsten Charaktere haben den Roman für mich etwas gerettet.In der Annahme, nun den schwächsten ihrer Romane hinter mir zu haben, freue ich mich richtig auf „Emma“ und „Überredung“.
- Jane Austen
Verstand und Gefühl
(868)Aktuelle Rezension von: ReadingWombatDie Romanheldinnen haben einige Eigenheiten, aber anders als bei Emma oder Anne Elliot wuchsen mir die Heldinnen in diesem Roman nicht mit der Zeit ans Herz. Sie wurde mir mit jedem Kapitel lästiger und unverständlicher. Gerade Eleonore mit ihrer Verachtung für jeden anderen Menschen missfiel mir dabei. Aber auch das Ende rettet in diesem Buch nicht die männlichen Charakter. Es fühlt sich an, als ob zwanghaft ein solches fröhliches Ende erfolgen musste.
- Natasha Pulley
Der Uhrmacher in der Filigree Street
(194)Aktuelle Rezension von: Nathaly_SchusterIch habe das Buch Anfang diesen Jahres als Buch Blind Date bei Thalia erworben und hatte nun endlich Lust es von meinem SuB zu befreien.
Mir ist der Einstieg sehr leicht gefallen und es war direkt sehr aufregend und immer sehr spannend gestaltet. Die Kapitel waren mir leider ein wenig zu lang da es für mich persönlich auf Dauer dann immer sehr viel input war.
Leider habe ich zwischendurch den Faden verloren aber auch hier bin ich wieder gut rein gekommen und fande vorallem durch Personen wie Morei und vorallem Katsu die Geschichte sehr lebhaft und interessant.
Die ganze Storyline war spannend. Es hätte für mich an manchen Stellen ein Stück weniger umfangreich sein können aber alles in allem war es eine spannende und mal wirklich anders interessante Geschichte
Für mich persönlich eine 3,5 von 5 🌟
- Cassandra Clare
Clare, C: Infernal Devices 1: Clockwork Angel (The Infernal Devices)
(403)Aktuelle Rezension von: Lorena_ChristEpisch, packend, romantisch, emotional mitreissend… die Qualität nimmt bei Cassandra Clare nicht ab, ebensowenig die Innovation und Kreativität der Geschichten.
Eine absolute Leseempfehlung! Ein Muss für Fantasyliebhaber, Romantasyliebhaber, die nicht so auf Spice aus sind, und Urban Fantasyliebhaber.
- Kate Morton
Die Tochter des Uhrmachers
(190)Aktuelle Rezension von: Gute_NachtInhalt
Birchwood Manor 1862: In sein Landhaus am Ufer der Themse lädt talentierte Edward Radcliffe Künstlerfreunde ein. Doch endet der verheißungsvolle Sommer in einer Tragödie – eine Frau verschwindet, eine andere stirbt …
Über hundertfünfzig Jahre später entdeckt die junge Londoner Archivarin Elodie Winslow die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau sowie die Zeichnung eines Hauses an einer Flussbiegung. Warum kommt Elodie das Haus so bekannt vor? Und wird die faszinierende Frau auf dem Foto ihr Geheimnis jemals preisgeben?
Fazit
Durchaus toller, atmosphärisch dichter Roman der nicht gänzlich an die vorherigen Werke rankommt.
- Kai Meyer
Die Spur der Bücher
(253)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeMercy Amberdale ist eine geborene Bibliomantin, heißt sie kann mit Hilfe der Bücher Magie nutzen. Sie beschafft für reiche Auftraggeber wertvolle Bücher, wie Erstausgaben oder Bände, denen eine besondere Magie innewohnt. Der mysteriöse Tod eines Buchhändlers, der inmitten seiner Bücher verbrannte, ohne, dass das Papier rings um ihn herum auch nur versengt wurde, führt Mercy auf die Suche nach Antworten. Antworten, die ihr gesamtes Leben verändern könnten....
Kai Meyers Welt der Bibliomantik ist gleichzeitig ein Fantasykrimi und eine Hommage an Bücher und Geschichten. Der Schreibstil ist äußerst flüssig, detailreich und bildhaft. Die Protagonistin durchgezeichnet und mit zunehmender Tiefe im Verlauf des Buches. Hingegen die Nebencharaktere bleiben sehr blass und bekommen nur die nötigsten Details. Der Autor nutzt das Buch um eine Reihe geschichtlicher Hintergründe und Informationen zur bibliomantischen Welt zu geben. Diese sind zwar durchaus interessant, aber im Kontext des Geschehens teils einfach etwas viel und erzeugen dadurch kleine Längen. Ausgesprochen fantasiereich sind die magischen Details, die für einige Schmunzler sorgen und dem Buch seine besondere Note verleihen.
Mein Fazit: Ein nettes fantasiereiches Buch, dass mich thematisch voll abholen konnte, dem aber gefühlt etwas Feinschliff fehlte. Ich vermute, dass sich junge Leser mit den vielen historischen Informationen eher schwer tun und die für mich verschmerzbaren Längen sehr viel stärker wahrnehmen. Ansonsten macht es einfach Spaß in eine Welt einzutauchen, in der Bücher einen so besonderen Stellenwert haben und ich freue mich auf die Fortsetzung.
- Charles Dickens
Eine Weihnachtsgeschichte. Schmuckausgabe mit Goldprägung
(505)Aktuelle Rezension von: katinka_meiCharles Dickens hat in zugänglicher Sprache eine zeitlose Geschichte geschrieben, die auch noch in den nächsten 100 Jahren nicht an Botschaft verlieren wird.
Als Ebenezer Scrooge in der Nacht zu Weihnachten Besuch von seinem verstorbenen Geschäftspartner bekommt, soll sich seine Moral von Kopf bis Fuß wandeln. An Scrooge Beispiel lernen wir die Basis eines sozialen Miteinanders: tue Gutes und dir wird Gutes getan! Ich denke, die fast 200 jahrealte Geschichte, ist in vielen Formen erzählt worden und man kann sich fast die Inhaltsangabe sparen. Jedoch lohnt es sich nach den ganzen Verfilmungen auch noch mal das Buch in die Hand zu nehmen. Aus gutem Grunde ist dies ein Klassiker geworden und wer auf düstere Atmosphäre mit einem Hauch Humor steht, wird nicht enttäuscht.
- Tanja Hanika
Redthorne Castle
(7)Aktuelle Rezension von: Blackfairy71England, 1898. Joanne Hadley möchte Schriftstellerin werden und als sie eine Einladung zu einem Treffen mit Gleichgesinnten auf Redthorne Castle erhält, ergreift sie diese Chance. Vielleicht ist es ihre letzte Möglichkeit auf ein eigenständiges Leben, denn ihre Eltern bestehen darauf, dass die Einundzwanzigjährige bald heiratet.
Aber irgendetwas stimmt nicht in dem alten Schloss. Einer nach dem anderen aus der Gruppe stirbt und Flucht ist aufgrund der defekten Zugbrücke nicht möglich. Joanne will herausfinden, was in dem alten Gemäuer vor sich geht. Kann sie sich selbst und den Rest der Gruppe retten?
Der Klappentext klang vielversprechend, aber ich muss sagen, ich bin ein wenig zwiegespalten. An und für sich war die Geschichte nicht schlecht, aber für eine Schauergeschichte war sie für mich doch nicht atmosphärisch genug. Es kam keine Gruselstimmung auf bei mir, die Handlung plätscherte teilweise ein wenig dahin. Und die Charaktere gingen für mich doch recht "unaufgeregt" damit um, dass in ihrem Umkreis so viele starben. Ja, Joanne sollte wohl als selbstbewusste, für ihre Zeit moderne junge Frau dargestellt werden, aber sie war mir doch ein wenig zu abgeklärt. Die Tatsache, dass alle auf unbekannte Zeit auf dem Schloss festsitzen, quasi in einer Todesfalle, schien die meisten recht kalt zu lassen.
Die Sprache ist recht einfach gehalten und dadurch ist das Buch leicht zu lesen. Die Beschreibung des Schlosses war wiederum anschaulich und ich konnte mir die Umgebung dadurch gut vorstellen.
Fazit: Nett zu lesen, aber für eine Geistergeschichte fehlte mir leider die richtige Spannung und Atmosphäre.
- Tracy Rees
Die Reise der Amy Snow
(291)Aktuelle Rezension von: LesendeNikkiAmy Snow ist eine wundervolle Geschichte zwischen zwei Freundinnen aus verschiedenen Schichten. Als Aurelia frühzeitig verstirbt wird es für Amy nicht leichter. Doch ihre beste Freundin hat vorgesorgt und führt sie zu Menschen die ihr ans Herz wachsen. Ich muss zugeben, an einer bestimmten Stelle der Reise zieht sich die Geschichte etwas (Bath) doch das ist meine persönliche Meinung. Besonders gefielen mir die Rückblicke, wenn Amy über ihre Zeit mit Aurelia im Herrenhaus nachdenkt, auch wenn nicht alle Zeiten dort schön sind. Die anderen Charakter sind gut beschrieben und Amy wächst auch mit jeder neuen Herausforderung, die ihren Weg kreuzen.
Es ist ein Buch zu dem man sich in eine Decke kuschelt und einen Tee trinkt um sich dann auf den Weg durch England zu machen. Für diejenigen, die Geschichten aus dem viktorianischen Zeitalter und romantische Abenteuer mögen ist das Buch super.
- Nancy Springer
Der Fall des verschwundenen Lords
(95)Aktuelle Rezension von: June45Enola ist im Gegensatz zu den Frauen ihrer Zeit sehr mutig, klug und schlagfertig. Sie lässt sich von einflussreichen Männern nicht unterkriegen und geht ihren eigenen Weg. Sie klärt Verbrechen, damit Gerechtigkeit herrscht. In Tewksbury hat sie nicht nur einen Verbündeten, sondern auch ihren ersten richtigen Freund gefunden. Ich finde es toll, dass sie, genau wie ihre Mutter, für die Rechte von Frauen kämpft. Ich kann es nur empfehlen das Buch zu lesen oder auch die Filme zu schauen.
- Anthony Horowitz
Das Geheimnis des weißen Bandes
(368)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Seit dem Tod von Sherlock Holmes sind einige Jahre vergangen. Watson vermisst seinen besten Freund noch immer und erinnert sich eines Falles, den sie vor vielen Jahren aufgeklärt haben, der aber bislang der Geheimhaltung unterlag:
Im Rahmen von Ermittlungen gegen eine Verbrecherbande stoßen Holmes und Watson auf eine geheimnisvolle und überaus gefährliche Organisation deren Erkennungszeichen ein weißes Band ist. Mit ihren Nachforschungen begeben sich die beiden in große Gefahr, denn ihre Widersacher sind äußerst gefährlich, skrupellos und einflussreich…
„Jene Nacht und das, was danach kam, habe ich niemals vergessen. Noch heute, da ich fünfundzwanzig Jahre später alleine an meinen Tisch sitze, steht mir noch jede Einzelheit so deutlich vor Augen, als wäre sie mir auf die Netzhaut gebrannt worden.“ (S. 172)
Meine Meinung:
Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Buch so lieben würde. Vielmehr befürchtete ich es könnte im Vergleich mit den Original-Sherlock-Holmes-Geschichten enttäuschen, aber weit gefehlt: Meiner Meinung nach ist es eines ihrer spannendsten Abenteuer. Ich hatte das Gefühl genau in die Welt zurückzukehren, die Arthur Conan Doyle erschaffen hat. Das lag vor allem daran, dass Watson und Holmes – was ihre Charaktere und ihr Verhalten anbelangt – perfekt getroffen sind und ich dadurch während des Lesens vergessen konnte, dass dieses Buch aus der Feder eines anderen Autors stammt. Der Fall, in dem die beiden ermittelt, wird packen und atomsphärisch erzählt und sorgt für äußerst spannende, bewegende und emotionale Momente.
Fazit:
Eine klare Empfehlung für Sherlock-Holmes-Fans. Sowohl die Handlung als auch der Schreibstil, die Atmosphäre und die Charakterisierung von Watson und Holmes überzeugen auf ganzer Linie. Ich habe es sehr gemocht und werde auch noch das zweite Sherlock-Holmes-Buch des Autors („Der Fall Moriarty“) lesen. Absolut verständlich, dass dieses Buch von der Sherlock-Holmes-Gesellschaft in den offiziellen Kanon aufgenommen wurde.
How To Be a Victorian by Goodman, Ruth (2014) Paperback
(3)Aktuelle Rezension von: AmbermoonWe know what life was like for Victoria and Albert. But what was it like for a commoner like you or me? How did it feel to cook with coal and wash with tea leaves? Drink beer for breakfast and clean your teeth with cuttlefish? Dress in whalebone and feed opium to the baby? Surviving everyday life came down to the gritty details, the small necessities and tricks of living.
Drawing on Ruth's unique first-hand experience, gained from living on a Victorian farm for a year, this book will teach you everything you need to know about 19th century living...(Klappentext)♛♛♛♛♛
Wer sich für das Viktorianische Zeitalter interessiert, kommt an Ruth Goodman, der Autorin dieses Buches, nicht vorbei.
Die Britin ist freiberufliche Historikerin und auf das oben genannte Zeitalter spezialisiert. Ich habe schon einige BBC-Dokumentationen zu diesem Thema gesehen, die meisten von und mit Ruth Goodman und auch auf YouTube tummelt sich die Dame. Sie hat auf einer Viktorianischen Farm gelebt, ohne Annehmlichkeiten des heutigen Zeitalters, hat gekocht, genäht und sich in enge Korsetts gezwängt und dies nicht nur für eine Woche, sondern für ein ganzes Jahr.Genauso fesselnd und faszinierend wie diese Dokumentationen, liest sich dieses Buch, in dem man in alle Aspekte dieser Epoche Einblick erhält - in Tagesablauf, Kleidung, Arbeit, Essen, etc., und das nicht nur der gut betuchten Gesellschaft, sondern ebenso der hart arbeitenden und ärmlichen Bevölkerung - vom Tagesanbruch an, bis hin zur Schlafenszeit.
Dieses Buch verdient eine ausführliche Vorstellung, also Ladies, schnallt Eure Korsetts fester, Gentlemen, richtet Eure Bowlers, denn hier taucht man in das wahre viktorianische Zeitalter ein.
"As the 1850s slipped into the 1860s, the pressure to show oneself possessed of a small waist continued to build.
The old home-made corsets began to dwindle away as more people turned to professionally made equivalents that could enable them to attain a more fashinoable shape.
This was the age of the corset horror story."
(S. 67)♛♛♛
Kapiteleinteilung1) Getting Up
Der Tag beginnt und man erwacht im viktorianischen Zeitalter.
Man erhält Einblick in die Morgenroutine der verschiedenen Gesellschaftsschichten, in die Benutzung verschiedener Alltagsgegenstände, in Hygiene und dem Wissensstand bezüglich dieser in der damaligen Zeit und sogar in die Damenhygiene für die gewissen Tage.2) Getting Dressed
Kleider machen Leute und in diesem Fall die viktorianischen Männer, Frauen und Kinder, die Armen und die Reichen.
Von der Unterwäsche angefangen, über die unzähligen Schichten, Dresscodes, die Kleidungspflege, bis hin zu Hüten, Schuhen und die rasch wechselnde Mode.
Habt IHr z.B. gewusst, dass auch Männer Korsetts trugen als die schmale Taille auch für die Männer angesagt war?3) A Trip to the Privy
Auch der morgendliche Gang zur Toilette wird nicht vergessen.
Über die verschiedenen Arten von Toiletten, die Jakesmen und den großen Gestank von 1858, etc.4) Personal Grooming
Hier wird gecremt, geschminkt, gefärbt, frisiert und Bleaching war auch damals schon der letzte Schrei. Bart- und Frisurentrends, welche im Laufe dieses Zeitalters sehr rasch wechselten, werden hier ebenfalls thematisiert und noch vieles mehr.
Wenn man damals als Lady gelten wollte, mussten sogar die Fingernägel ein ganz bestimmtes Aussehen haben (inkl. des weißen Halbmondes)."Bonnets were so last year; hats were hot!"
(S. 114)5) Morning Exercice
Die Lieglingssportarten der Viktorianer, wobei natürlich ein massiver Unterschied zwischen der Sportarten von Männer und Frauen bestand.6) Breakfast
Wer wann was wo frühstückte, wie es sich für Mann, Frau, Ober-, Mittel- und Unter-Schicht gestaltete, sowohl in Nord-, als auch in Süd-England, Anfang, mitte und Ende dieser Aera. Hier gab es reichlich Unterschiede.
Man erfährt auch interessante Fakten über die Handhabung eines Kohleofens, aber auch über die große Hungersnot in Irland in den 1840ern und die Entstehung der Suppenküchen.7) The Main Business of the Day
Hier erhält man Einblick in die hart arbeitende Bevölkerungsschicht.
Vom Weg in die Arbeit, die öffentlichen Transportmittel, über die Gefahr am Arbeitsplatz, Kinderarbeit und allgemein über das neblige London.8) Back at the House
Von Nachttöpfen, Babypflege und Kinderkleidung. Ja, selbst für Babys gab es bezüglich der Kleidung einen Dresscode.
Hier werden auch wieder die Unterschiede zwischen der gut situierten und ärmlichen Bevölkerung thematisiert und so mancher Glaube bezüglich der Babypflege stellt einem die Nackenhaare auf."With no time [...] and few resources, they resorted to laying a piece of oilcloth in a cradle
next to a handful straw or another easily disposable absorbent.
The bare-bottomed baby was then laid straight into the cradle."
(S. 215)9) The Midday Meal
Was kam bei den Viktorianern auf den Mittagstisch, falls überhaupt etwas auf den Tisch kam und was aßen die Arbeiter in der Mittagspause?10) The Day's Work Resumes
Hier wird Wäsche gewaschen, was dazumal fast eine eigene Wissenschaft war. Man erhält Einblick in die häusliche Krankenpflege und somit erfährt man auch vieles über die gefährlichen Krankheiten, wie z.B. Cholera. Auch die damals so verbreitete "weibliche Hysterie" ist ein Thema.11) Meanwhile, for the Young, There was School
Während die Männer in Fabriken und die Frauen zu Hause schufteten, mussten die Kinder die Schulbank drücken..zumindest manche.
Wie sah so ein Unterricht aus, wer durfte unterrichten, wie entwickelte sich das Schulsystem im 19. Jahrhundert und was hatte die Menstruation mit der Schulbildung zu tun?
Dies und noch viel mehr erfährt man in diesem Kapitel.12) A Few Snatched Hours of Leisure
Mit dem Industriezeitalter kam auch für viele Arbeiter die Freizeit.
Hier liest man wie Männer und Frauen diese gestalteten - Sportarten, Picknicks, Kinderspiele und wie Frauen es schafften in voller Montur baden zu gehen, etc.13) The Evening Meal
In diesem Kapitel bewegt man sich vom Anfang bis zum Ende des viktorianischen Zeitalters. Dabei erhält man Einblick in die Kochtöpfe der verschiedenen Gesellschaftsschichten und sieht daran wie groß die Unterschiede und Möglichkeiten waren.
Ernährungslehre und Diäten waren auch damals schon en vogue.14) A Bath before Bed
Damit sind nicht nur hygienische Bäder nach der Arbeit gemeint, sondern vor allem Gesundheitsbäder. Diesbezüglich waren die Viktorianer äußerst erfindungsreich - Hauptsache es war teuer.
Die Hydrotherapie nahm hier ihren Anfang.15) Behind the Bedroom Door
Hier wird es schlüpfrig.
Thematisiert werden die Sexualität von Männern und Frauen, Masturbation, Homosexualität, Verhütungsmittel, Prostitution, Moral und sexuelles Verlangen und so mancher irre Aberglaube.
Das es Frauen schwer hatten war mir bekannt, doch auch die Männer hatten es damals nicht immer ganz leicht."A long interval between the wedding day and the first pregnancy
was therefore interpreted as the result of too much sex in the first,
passionate phase of marriage,
which overstretched the man's ability to produce high-quality sperm."
(S. 409)In diesen Kapiteln erhält man des Öfteren Einblick in verschiedene Rezepte, inklusive Zusammenstellung und die Autorin berichtet von ihren Erlebnissen und Erfahrungen in all diesen verschiedenen Bereichen.
Dies alles erfolgt in einem flüssigen Schreibstil und einer fesselnden Erzählweise, bei der die Autorin auch ihren Humor einfließen lässt.
Fazit:
Dieses Buch ist für mich eines meiner Lesehighlights.
Ich war während des Lesens regelrecht gefesselt und wollte am liebsten nie mehr daraus auftauchen. Das passiert schon mal bei Romanen, aber eher selten bei Sachbüchern. Hier blickt man nämlich in das wirkliche Leben der Viktorianer und eben auch in sehr private und intime Bereiche.
Für jeden Interessierten der viktorianischen Epoche, ist dieses Buch ein absolutely Must-Have und Ihr werdet es nicht bereuen.© Pink Anemone (inkl. Bilder, Autoren-Info und YouTube-Links)
- Mark Hodder
Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack
(30)Aktuelle Rezension von: MondracIn sehr inspirierender Erzählweise fesselt die skurrile Handlung, angesiedelt im viktorianischen England, das im Buch zu einer fantastischen Steampunk-Welt mutiert, mit nicht minder interessanten, exzentrischen oder heroischen Protagonisten die tatsächlich so oder ähnlich gelebt haben. Die Story vom Spring Heeled Jack beruht ebenfalls auf einem Mythos, der in dieser Zeit tatsächlich umging und nach wie vor die (,Dank Mark Hodder, inzwischen nicht nur) britannischen Gemüter quirlt.
Der mit feinem Humor gewürzte, expressive Sprachstil lässt es kaum zu, das Buch zur Seite zu legen. - Colleen Gleason
Das Buch der Vampire - Bleicher Morgen
(195)Aktuelle Rezension von: LadyMuffinchenDas Buch der Vampire - Wenn man sich den Obertitel anschaut, denkt man nicht unbedingt an ein Zauberbuch, sondern eher an eine Art Tagebuch oder ähnliches. Von dem Roman habe ich etwas anderes erwartet, als diese Story:
Ein junges Mädchen wird zur Vampirjägerin ausgebildet. Zeitgleich feiert sie ihr Debüt und bändelt mit Rockley, dem Marquis an. Victoria muss also ihr Doppelleben in den Griff bekommen und niemand darf davon erfahren. Ein schwieriges Unterfangen, wenn auf jeden Ball und Fest Vampire auftauchen.
An und für sich ist die Idee nicht schlecht und auch das Einbringen von Vampiren, wie man sie kennt gefällt mir gut. Es gibt Action, Liebe und auch Mal was zu lachen. Aber irgendwie bin ich mir der Protagonistin nicht wirklich warm geworden. Sie ist mir zu naiv, obwohl sie oft als überlegen und gewieft beschrieben wurde. Sie verpflichtet sich einfach als Jägerin und hat praktisch gleichzeitig eine Hochzeit vor der Brust. Dabei verschwendet sie nicht einen Gedanken daran, wie sie ihren Gatten ihr Geheimnis auf Dauer verschweigen kann oder gar, dass Kinder eher nicht zu den Lebensstil passen.
Dennoch haben mir Schreibstil und Setting gut gefallen. Prinzipiell liest sich das Buch wirklich schnell und flüssig. Ich persönlich habe mich jedoch neben der Protagonistin auch etwas an den ewig dauerenden und stattfindenden Ballen gestört. Mag zwar sein, dass dies früher Gang und Gebe war, aber es war mir auf über knapp 400 Seiten doch etwas zu langwierig.
Das Ende, sprich circa die letzten 40 Seiten waren jedoch sehr sehr gut. Nicht nur, dass die Spannung dort recht hoch ist, dort bemerkt man doch tatsächlich eine Entwicklung von Victoria. Letztendlich hat der Epilog Erwartungen an Band 2 aufkeimen lassen, welche hoffentlich nicht enttäuscht werden. Außerdem wüsste ich auch gerne, was Max und Lilith genau miteinander hatten/haben und was Tante Eustacia noch alles mit Victoria vor hat.
Insgesamt hat mir das Buch also semi gut gefallen. Es gab gute Ansätze mit meiner Meinung nach zeitweise großzügig zu streichenden Szenen. Aber die Grundidee ist interessant. Bin gespannt, wo uns die Reise noch hinführt.
- Kai Meyer
Der Pakt der Bücher
(114)Aktuelle Rezension von: zwergendruidinIn der Fortsetzung von 'Die Spur der Bücher' steckt so viel mehr Phantastik. Das Lesen hat mir viel Spaß gemacht und das Auftauchen verschiedener Figuren, die man aus Teil eins und aus den Seiten der Welt bereits kennt, bereitete mir Freude.
In diesem Band müssen alte Versprechungen und neue Bedrohungen eingehalten und bekämpft werden. Es gibt einige Momente der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, aber nie geben die Charaktere auf, auch wenn sie erschöpft und müde vom Widerstand sind. Manche Ereignisse ziehen einen Kreis zu Charakteren die in Verbindung zu den Seiten der Welt stehen und ich merkte, dass ich diese vielleicht vor dieser Lektüre nochmals hätte lesen sollen, um alle Verbindungen zu bemerken und in Gänze zu verstehen. Mir hat gefallen, dass die Beziehungen zwischen den Charakteren ausgebaut wurden und auch wenn ich mir gewünscht habe, dass manche tiefer gehen oder einen anderen Verlauf nehmen würden, finde ich das Zusammenspiel und die aufgezeigte Entwicklung passend. Je mehr Seiten ich im Buch gelesen habe, desto spannender und zugespitzer wurde die Geschichte. Das Ende läuft nicht nur auf einen Punkt zu, sondern umfasst unterschiedliche Stränge, die gemeinsam ein schönes und abgerundetes Finale bieten.
Seit ich dieses Buch beendet habe, bin ich am hin und her überlegen, die Seiten der Welt nochmals zu lesen. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die mir entfallen sind und die ich gerne wieder entdecken möchte.
- Sarah Perry
The Essex Serpent
(8)Aktuelle Rezension von: LaLecture
Inhalt
Großbritannien, 1892: Die frisch verwitwete Cora Seaborne genießt nach dem Tod ihres gewalttätigen Ehemannes ihre neugewonnene Freiheit. Die unkonventionelle junge Frau hegt großes Interesse für Archäologie und hofft, in dem kleinen Örtchen Aldwinter in Essex die aus Legenden berühmte Schlange von Essex zu finden, in der sie einen evolutionsgeschichtlich altes Meerestier vermutet.
Dabei lernt sie den Reverend William Ransome kennen, mit dem sie des Öfteren aneinandergerät, aber auch auf einer Wellenlänge zu sein scheint.
Martha, das Kindermädchen von Coras autistischem Sohn Francis und eine gute Freundin von Cora, hegt dagegen eher Interesse für die sozialen Missstände in London, während Coras Freund Luke Garett, der ehemalige Arzt ihres Ehemannes, Interesse für sie hegt und ihre Faszination für das kleine Kaff in Essex nicht nachvollziehen kann.
Meinung
„The Essex Serpent“ habe ich mir tatsächlich zu mindestens 70% wegen des wunderschönen Covers gekauft und nur zu einem kleineren Teil wegen des Inhalts, der eine unkonventionelle Liebesgeschichte versprach: Eine junge Frau, die von Darwin begeistert ist und sich für Archäologie interessiert, trifft auf einen eher konservativen Pfarrer, dem ihre Lebensweise und ihre Interessen ein Dorn im Auge sein müssen - und dennoch fühlen sich beide zu einander hingezogen.
So zumindest steht es im Klappentext, doch ich möchte meine Rezension gleich mit der „Warnung“ beginnen, dass „The Essex Serpent“ kein Liebesroman ist! Sicherlich geht es unter anderem auch um Liebe, aber auch um viele andere Dinge und sowohl die Figuren als auch die Handlung sind alles andere als das, was man von konventionellen (Liebes-)Romanen gewöhnt ist.
Wer bereit ist, sich auf ein stilles, sehr spezielles und etwas anderes Buch einzulassen, wird mit „The Essex Serpent“ dennoch wundervolle Lesestunden haben.
Das erste, was an „The Essex Serpent“ auffällt, ist der ganz besondere Schreibstil. In einigen Rezensionen, die ich gelesen habe, hieß es, Sarah Perry imitiere gelungen den Schreibstil der viktorianischem Zeit, in der ihr Roman spielt. Das kann ich nicht wirklich beurteilen, aber der Stil ist definitiv erst einmal gewöhnungsbefürtig.
Er wirkt etwas altmodisch (Ich hatte im Englischen mit einigen Begriffen Probleme.) und vor allem, wie auch das ganze Buch, recht gemächlich. Immer wieder verliert die Autorin sich in Beschreibungen, ganz besonders denen der Natur vom Essex, und der Einstieg in das Buch besteht aus vielen Erklärungen und Hintergrundinformationen zu den Figuren. Dennoch gelingt es Perry, die nötigen Informationen und Erklärungen so einzustreuen, dass mir beim Lesen nicht langweilig wurde und sich Handlung und Beschreibung gerade im richtigen Maße abwechseln.
Am meisten faszinierte mich jedoch, wie humorvoll die Autorin teilweise schreibt, und das auf eine sehr schwer zu beschriebende, subtile und elegante Art. Sie macht keine plumpen Witze und die Dialoge und Beschreibungen erwecken nicht einmal den Anschein, als seien sie darauf ausgelegt, witzig zu sein; dennoch spricht besonders durch ihre intelligenten Formulierungen und ihre Art, Figuren und zwischenmenschliche Situationen zu beschreiben, ein gewisser, feinsinniger Humor.
Ebenfalls gewöhnen musste ich mich zunächst an die Verwendung der Perspektiven, denn „The Essex Serpent“ wirft durch einen personalen (aber nicht Ich-) Erzähler Blicke in die Köpfe verschiedener Figuren und widmet sich den einen mehr, den anderen weniger. Dabei ist es aber nicht nur so, dass die Perspektiven zwischen den einzelnen Kapiteln wechseln, sondern teilweise auch mitten im Kapitel, ja sogar mitten im Absatz. Besonders zu Beginn eines Abschnitts (die nach Monaten unterteilt sind) ist es keine Seltenheit, dass ein einführendes Kapitel zu Beginn die aktuelle Situation der wichtigsten Figuren nacheinander „abklappert“.
Auf diese Weise bewegt sich der Roman auch schnell weg von der Gefahr, durch den Fokus auf eine einzige Figur zu einseitig zu werden, und eröffnet sich viele Möglichkeiten der Erzählkunst.
Eng verbunden mit dieser speziellen Art zu schreiben ist auch der Aufbau der Handlung oder eher der Handlungen.
Wie bereits erwähnt ist „The Essex Serpent“ ein sehr ruhiges Buch und hat nicht wirklich eine klar definierbare Handlung und einen deutlichen roten Faden. Vielmehr begleitet der Roman uns durch ein Dreivierteljahr im Leben mehrerer Figuren, die mehr oder weniger mit einander verwoben sind und in denen mehr oder weniger aufregende Dinge passieren. Viel Action oder künstliches Drama darf man hier nicht erwarten und ich würde den Roman auch nicht gerade als „Page Turner“ bezeichnen. Dass ich zum Lesen länger brauchte als bei anderen Romanen, machte mir aber nichts aus, denn auf seine spezielle Art faszinierte er mich dennoch.
Wie man an meiner etwas unbeholfen formulierten Inhaltsangabe vielleicht erkennen kann, fällt es mir schwer, genau einzugrenzen, worum es in „The Essex Serpent“ geht. Das liegt daran, dass durch die vielen verschiedenen Figuren so viele verschiedene Themen angesprochen werden. Zum Teil geht es, wie der Klappentext verspricht, um die Liebe in den verschiedensten Facetten. Verbotene Liebe, die man zu unterdrücken versucht, unerwiderte Liebe, freundschaftliche Liebe, die Liebe in einer schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung. Dennoch nimmt keine der erwähnten Liebesbeziehungen im Roman überhand und droht, zu kitschig oder künstlich dramatisch zu werden, weshalb ich den Roman auch nicht als Liebesroman bezeichnen würde.
Nebenbei ist das Buch auch ein sehr feministisches, denn viele der Personen, aus deren Perspektive erzählt wird, sind Frauen - Frauen, die unkonventionell handeln und sich von den Männern ihrer Zeit nichts vorschreiben lassen wollen. Durch ihre verschiedenen Lebenslagen werden verschiedene Themen angesprochen, beispielsweise Misshandlung in der Ehe, Rollenbilder, gesellschaftliche Zwänge, die vor allem für Frauen galten, der Wunsch nach Unabhängigkeit und der Unmut, als Frau nur als „die Frau von...“ und nicht als eigenständige Person gesehen zu werden.
Durch die Figur Martha werden auch soziale Ungerechtigkeiten thematisiert, durch die Bewohner von Aldwinter spielt wiederum auch Aberglaube eine große Rolle und natürlich wird auch der Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft viel diskutiert.
Genau diese Vielseitigkeit des Romans sorgt dafür, dass er trotz seines gemächlichen Tempos keinesfalls langweilig wird.
Vielseitig wie die Themen sind auch die Figuren des Buches.
Cora Seaborne ist eine fantastische Roman-Protaonistin. Nicht weil sie perfekt oder übermäßig sympathisch wäre, sondern weil sie authentisch und facettenreich ist, sodass es mit ihr nie langweilig wird. Sie hat recht jung geheiratet und in ihrer Ehe jahrelang sehr gelitten und ihre eigentliche Natur unterdrücken müssen. Zum Teil wirkt sie deshalb so, als würde sie ihre Kindheit nun endlich ausleben wollen, wenn sie im Schlamm herumspaziert und Fossilien sammelt, wie ein Kind Muscheln sammeln würde, und sich meist nicht wirklich für die Gefühle anderer oder die Konsequenzen ihrer Handlungen interessiert. Dafür, was andere Menschen für sie empfinden, scheint sie sogar regelrecht blind zu sein, und ist oft unbeholfen in den Interaktionen mit anderen Menschen. Dennoch sucht sie die Nähe anderer, beispielsweise eine engere Beziehung mit ihrem Sohn, und ist enttäuscht, wenn sich diese nicht so leicht gestaltet, wie sie gehofft hätte. Zum Teil hat ihr Verhalten etwas Weltfremdes, ist aber gerade deshalb so erfrischend, vor allem dann, wenn sie sich über die gesellschaftlichen Konventionen zur Rolle der Frau hinwegsetzt und (zurecht) absolut nicht einsieht, wieso sie sich dafür schämen sollte.
Die anderen Figuren nehmen im Buch etwas weniger Raum ein, sind aber auf ähnliche Weise interessant und keine von ihnen ist dabei hunderprozentig sympathisch, was für mich immer ein gutes Zeichen dafür ist, dass sie stattdessen hundertprozentig authentisch sind. Besonders die konfliktreichen, äußerst imperfekten Beziehungen zwischen den Figuren haben ihren Reiz. Eine Freundschaft wirkt zunächst wie eine Zweckgemeinschaft, bis beide plötzlich merken, dass sich doch soetwas wie echte Zuneigung zwischen ihnen entwickelt hat; eine Person nutzt die Gefühle einer anderen aus; zwischen zwei anderen Menschen besteht eine subtil angedeutete körperliche Anziehung, die von der Autorin jedoch nie direkt angesprochen wird. Teilweise ist die Spannung zwischen den Menschen beim Lesen beinahe greifbar und man spürt: Ja, so sieht das echte Leben aus. Es ist nicht immer so, dass sich zwei Menschen kennenlernen, es funkt und dann ist es die große Liebe. Wie es zahlreiche Facetten in den Persönlichkeiten von Menschen gibt, gibt es auch zahlreiche Facetten in ihren Beziehungen und diese zeigt der Roman gekonnt auf.
Fazit
„The Essex Serpent“ ist ein ganz besonderer Roman, den ich jedem Menschen ans Herz legen kann, der sich auf ruhige, spezielle Bücher ohne ein spezifisches Thema und mit eher gemächlicher Handlung einlassen kann. Denn wenn man sich erst einmal an die Besonderheiten des Romans gewöhnt, wird man fasziniert von dem elegantem, subtil humorvollen Schreibstil, den faszinierenden Figuren und der Fülle an den verschiedensten Themen, die hier auf feinfühlige und intelligente Art behandelt werden.
- Sarah Perry
Die Schlange von Essex
(170)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow𝐃𝐢𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐥𝐚𝐧𝐠𝐞 𝐯𝐨𝐧 𝐄𝐬𝐬𝐞𝐱 ist ein Buch, das ich allein wegen seiner hübschen Optik in meiner Sammlung haben wollte. Und natürlich auch wegen des verlockenden Klappentextes um den Mythos eines Seeungeheuers, welches einen kleinen englischen Ort im 19. Jahrhundert heimsucht. Aber meine Bücherei hatte es da und weil Bücher nun mal teuer sind, durfte es nur als Leihexemplar bei mir einziehen.
Der Roman begleitet eine Vielzahl von Personen, wobei die junge Witwe Cora und der Pfarrer Will die Hauptfiguren bilden. Cora ist voller Wissensdurst, folgt den Thesen Darwins und als sie hört, im Küstenort Aldwinter habe man eine Seeschlange gesichtet, ist sie sofort Feuer und Flamme. Könnte es sich doch um ein prähistorisches Wesen handeln.
Die Dorfgemeinde glaubt aber eher an ein mystisches Ungeheuer. Will Ransome glaubt an keines von beidem, ist aber zunehmend fasziniert von Cora, mit der er aber auch immer wieder aneinander gerät.Ich hatte einige Probleme mit dem Roman.
Erst einmal gibt es zu viele Personen, von denen kaum eine sympathisch ist. Jede von ihnen hat seine eigene interessante Geschichte zu erzählen, die aber nicht genug Raum bekommt, weil eben zu viel los ist.
Das Paar Cora und Will hatte für mich null Chemie, zumal Will mit einer sehr lieben Frau verheiratet ist und mit Cora nichts gemeinsam hat. Cora ist anders und darin liegt der Reiz. Aber wie soll man mit eine Romanze mitfiebern, wenn die Verliebten nie einer Meinung sind und andere mit ihrem Verhalten verletzen?
Auch wenn es hier um ein mystisches Wesen geht, erwartet keine Fantasy. Die Schlange steht für vieles. Wissenschaft und Aberglaube, Medizin, Massenhysterie, soziale Ungerechtigkeit und ein selbstbestimmtes Leben zu jener Zeit. Alles interessante Themen, über die ich gern gelesen habe. Man hätte es aber vielleicht besser auf drei verschiedene Romane aufgeteilt, damit jedes Thema für sich glänzen kann.
Von mir erhält der Roman trotz meiner Kritik eine positive Bewertung, denn er hat mich sehr gut unterhalten. Und auch das versöhnliche Ende hat mir gefallen.























