Bücher mit dem Tag "viktorianisches zeitalter"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "viktorianisches zeitalter" gekennzeichnet haben.

85 Bücher

  1. Cover des Buches Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783845854403)
    Oscar Wilde

    Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray

    (2.020)
    Aktuelle Rezension von: Frieke

    Oscar Wildes Roman ist ein glänzendes Spiel mit Schönheit, Moral und Verführung. Die Geschichte des jungen Dorian, dessen Portrait an seiner Stelle altert und seine Sünden sichtbar trägt, entfaltet eine düstere Faszination.

    Wilde verbindet elegante Sprache mit scharfem Witz und zeichnet eine Gesellschaft, die äußere Perfektion über innere Schönheit stellt. Besonders eindrucksvoll ist die Dynamik zwischen Dorian, dem zynischen Lord Henry und dem idealistischen Künstler Basil.

    Der Roman wirkt wie ein ästhetisches Märchen, das langsam in eine moralische Tragödie kippt. Er bleibt zeitlos, weil er die Frage stellt, was passiert, wenn Genuss, Narzissmus und Verantwortungslosigkeit die Oberhand gewinnen. 

    Ein kurzer, aber intensiver Klassiker, der sowohl sprachlich als auch thematisch nachhallt. 

  2. Cover des Buches Animant Crumbs Staubchronik (ISBN: 9783959913935)
    Lin Rina

    Animant Crumbs Staubchronik

    (1.196)
    Aktuelle Rezension von: Kaci

    Mein erstes Highlight im neuen Jahr! Animant Crumbs Staubchronik ist ein wunderschöner, ruhiger und unglaublich cozy Roman – perfekt für gemütliche Lesestunden mit Tee und Decke. Die Geschichte lebt von ihrer Atmosphäre, von Büchern, Bibliotheken und einer wunderbar eigensinnigen Protagonistin, die man einfach mögen muss.

    Der Slow Burn ist sehr sanft und leise, aber nie langweilig. Auch wenn ich mich auf den ersten rund 100 Seiten öfter gefragt habe, was eigentlich der rote Faden der Geschichte ist, hat mich das Buch trotzdem getragen – durch Animants Gedankenwelt, ihren trockenen Humor und das liebevolle Setting.

    Gegen Ende wird es dann deutlich dramatischer, fast schon überraschend intensiv. Hier ging mir das Finale allerdings etwas zu schnell, vor allem im Vergleich zu den vielen Entwicklungen der letzten Seiten. Trotzdem bleibt ein rundum schönes Leseerlebnis zurück.

    Für mich ein echtes Wohlfühlbuch mit Charme, Herz und literarischer Seele. 4,5 Sterne ⭐⭐⭐⭐✨ – und ich freue mich sehr darauf, mit Animants Welt und Elisa Hemmiltons Kofferkrimi noch länger in dieser Welt zu bleiben.

  3. Cover des Buches Lycidas (ISBN: 9783453320123)
    Christoph Marzi

    Lycidas

    (731)
    Aktuelle Rezension von: Ulis_Books

    Inhalt: Ein Waisenmädchen macht sich auf, um ein entführtes Kind zu finden, das angeblich die verschollene Erbin eines Elfenadels ist. Zusammen mit dem Alchemisten Wittgenstein, ihrer Freundin Aurora und dem Elfenbibliothekar Micklewhite steigt sie in die uralte Metropole hinab, einer mystischen und gefährlichen Welt unterhalb Londons. Dabei stößt sie auf den gefallenen Engel Lycidas, der sich an Kinderseelen labt - doch das wahre Böse ist ein ganz anderes.

    Meinung: Noch nie hat mich ein Buch so sehr fasziniert wie Lycidas. Es erzählt eine düstere, phantastische und in weiten Teilen auch unbarmherzige Geschichte, die selbst nach hunderten von Seiten nicht loslässt. Man muss das Buch mehrfach lesen, um alle 'Easter Eggs' zu finden, denn der Autor hat in seinen Figuren, mal mehr, mal weniger subtil Figuren aus Literatur, Film und Geschichte versteckt. Für die Fans besonders dicker Bücher extrem empfohlen!

  4. Cover des Buches Shadow of Night - Wo die Nacht beginnt (ISBN: 9783764533359)
    Deborah Harkness

    Shadow of Night - Wo die Nacht beginnt

    (533)
    Aktuelle Rezension von: Simply_Another_Bookaholic

    Mit "Shadow of Night" entführt uns Deborah Harkness in ein historisches London voller Magie, Intrigen, Gefahren und großer Gefühle und ich habe jede einzelne Seite davon geliebt!

    Diana Bishop und Matthew Clairmont reisen ins Elisabethanische Zeitalter, wo sie nicht nur auf politische Machtspiele, Spione und dunkle Geheimnisse treffen, sondern auch auf eine Version von Matthew, die Diana erst verstehen lernen muss. Die Atmosphäre ist dicht, detailreich und unglaublich fesselnd. Man spürt förmlich das Kopfsteinpflaster Londons, den Rauch in der Luft und die ständige Gefahr.

    Besonders beeindruckt hat mich, wie Harkness historische Fakten mit Fantasy, Romantik und Spannung verwebt. Die Charakterentwicklung besonders von DIana und die komplexe Handlung machen die "All Souls" Reihe zu einem absoluten Highlight. 

    Und dann diese Neuausgabe: Wie die gesamte restliche Neuauflage ist auch dieses Buch ein echtes Schmuckstück. Es ist wunderschön gestaltet, hochwertig und mit traumhaftem Farbschnitt. Ein absolutes Muss fürs Bücherregal!

    Ein epischer, atmosphärischer und emotionaler zweiter Band, der zeigt, wie stark Liebe, Vertrauen und Mut selbst durch Zeit und Gefahr tragen können. 

  5. Cover des Buches Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Gebunden in Cabra-Leder (ISBN: 9783730613948)
    Robert Louis Stevenson

    Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Gebunden in Cabra-Leder

    (672)
    Aktuelle Rezension von: Janinezachariae

    Kennst du das auch:

    Du denkst, du kennst eine Geschichte, weil sie einfach irgendwie schon immer da war, und dann stellst du fest, dass du sie nicht gelesen, sondern nur geschaut hast?

    So ging es mir tatsächlich mit R. L. Stevensons Buch "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" und ich bin begeistert von dem, was 1886 möglich war. Eine Gothic-Horror-Novelle. 

    Die Dramatik in dieser Geschichte, der Aufbau und allgemein, das gesamte Setting haben mich richtig in den Bann gezogen. Es ist beeindruckend, mit wie viel Vielfältigkeit hier gearbeitet wurde. Die Andeutungen, der Umstehenden, die zwiespältige Aneignung des Menschen und die groteske Darstellung des menschlichen Geistes haben dieses Buch zu einem Meisterwerk gemacht, und ich kann durchaus nachvollziehen, warum und wieso. 

    Robert Louis Stevenson hat eine Kreatur erschaffen, die vermutlich zu damaligen Zeiten für Empörung gesorgt hat. 

    Stevenson spielt regelrecht mit dem Verstand der Lesenden und hüllt sie bewusst in ein Geheimnis ein, was so gewaltig droppt, dass es mir wirklich selbst die Sprache verschlug – obgleich ich irgendwann einmal den einen oder anderen Film gesehen habe. 

    Doch all diese menschlichen Abgründe zu lesen, zu erforschen und in den Geist des Doktors einzutauchen, ist etwas vollkommen anderes. 

    Es ist genial, dass es sich hier um eine zweisprachige Ausgabe handelt. 

    Diese Geschichte hat wirklich meine Vorstellungen gesprengt, was man damals schon für möglich gehalten hatte und welche Wege der Autor selbst gegangen sein muss. 

    Ebenfalls spannend und interessant ist der allgemeine Aufbau der Geschichte. Wir sind nur Gast in einer Erzählung über Hyde oder Jekyll. Wir sind mitten in den Gerüchten, um eben jene Personen. Erleben es als jemanden, der deren Anwalt ist, und haben doch den Eindruck, die beiden persönlich zu kennen.

    Und auch hier: Das, was der Autor andeuten wollte und geschafft hat, umzusetzen, ist einzigartig. Er spielt mit dem, was man glaubt zu wissen. Geht Gerüchten nach, forscht, was war, und beobachtet den Doktor. Bekommt ein Bild von Hyde und doch ist all das nur die Macht dessen, was man von außen wahrnimmt. Nicht, was tatsächlich los ist. Die äußere Wahrnehmung ist das, was dieser Geschichte Leben eingehaucht hat. Die Umstehenden wissen nicht die ganze Wahrheit, nor die eigentlichen Beweggründe. Und ich bin der absoluten Überzeugung, dass hier die eigentlichen Abgründe und Tiefen des menschlichen Wesens dargestellt werden. Nicht unbedingt nur in Hyde oder Jekyll, sondern in dem, was wir glauben, zu wissen und zu kennen. Gerüchte haben Macht. Und das demonstriert er hervorragend.


  6. Cover des Buches Die Tochter des Uhrmachers (ISBN: 9783453427914)
    Kate Morton

    Die Tochter des Uhrmachers

    (190)
    Aktuelle Rezension von: Gute_Nacht

    Inhalt 

    Birchwood Manor 1862: In sein Landhaus am Ufer der Themse lädt talentierte Edward Radcliffe Künstlerfreunde ein. Doch endet der verheißungsvolle Sommer in einer Tragödie – eine Frau verschwindet, eine andere stirbt …

    Über hundertfünfzig Jahre später entdeckt die junge Londoner Archivarin Elodie Winslow die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau sowie die Zeichnung eines Hauses an einer Flussbiegung. Warum kommt Elodie das Haus so bekannt vor? Und wird die faszinierende Frau auf dem Foto ihr Geheimnis jemals preisgeben?

    Fazit 

    Durchaus toller, atmosphärisch dichter Roman der nicht gänzlich an die vorherigen Werke rankommt. 

  7. Cover des Buches Die Schatten von Edinburgh (ISBN: 9783442485055)
    Oscar Muriel

    Die Schatten von Edinburgh

    (163)
    Aktuelle Rezension von: Simone_081

    Ein sehr vergnüglicher Auftakt der historischen Krimireihe um die beiden Ermittler Frey und McGray.

    Ich persönlich habe das Buch sehr gerne gelesen; der Fall ist spannend und gut recherchiert. Die beiden Ermittler sind sehr sympathisch.

    Ja, das Buch ist mitunter ziemlich derb, es wird viel geflucht und geschrien, aber man sollte alles mit einem kleinen Augenzwinkern betrachten, dann hat man bei dieser Krimireihe sehr viel Spaß.

  8. Cover des Buches Die Spur der Bücher (ISBN: 9783596296484)
    Kai Meyer

    Die Spur der Bücher

    (253)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Mercy Amberdale ist eine geborene Bibliomantin, heißt sie kann mit Hilfe der Bücher Magie nutzen. Sie beschafft für reiche Auftraggeber wertvolle Bücher, wie Erstausgaben oder Bände, denen eine besondere Magie innewohnt. Der mysteriöse Tod eines Buchhändlers, der inmitten seiner Bücher verbrannte, ohne, dass das Papier rings um ihn herum auch nur versengt wurde, führt Mercy auf die Suche nach Antworten. Antworten, die ihr gesamtes Leben verändern könnten....

    Kai Meyers Welt der Bibliomantik ist gleichzeitig ein Fantasykrimi und eine Hommage an Bücher und Geschichten. Der Schreibstil ist äußerst flüssig, detailreich und bildhaft. Die Protagonistin durchgezeichnet und mit zunehmender Tiefe im Verlauf des Buches. Hingegen die Nebencharaktere bleiben sehr blass und bekommen nur die nötigsten Details. Der Autor nutzt das Buch um eine Reihe geschichtlicher Hintergründe und Informationen zur bibliomantischen Welt zu geben. Diese sind zwar durchaus interessant, aber im Kontext des Geschehens teils einfach etwas viel und erzeugen dadurch kleine Längen. Ausgesprochen fantasiereich sind die magischen Details, die für einige Schmunzler sorgen und dem Buch seine besondere Note verleihen.

    Mein Fazit: Ein nettes fantasiereiches Buch, dass mich thematisch voll abholen konnte, dem aber gefühlt etwas Feinschliff fehlte. Ich vermute, dass sich junge Leser mit den vielen historischen Informationen eher schwer tun und die für mich verschmerzbaren Längen sehr viel stärker wahrnehmen. Ansonsten macht es einfach Spaß in eine Welt einzutauchen, in der Bücher einen so besonderen Stellenwert haben und ich freue mich auf die Fortsetzung.

  9. Cover des Buches Clockwork Princess (Infernal Devices) (ISBN: 9781481456036)
    Cassandra Clare

    Clockwork Princess (Infernal Devices)

    (245)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Dies ist der letzte Teil der Reihe und Mortmain hat die Shadowhunter ausgetrickst, deswegen müssen sie nun gegen ihn in den Kampf ziehen, um sich und das Institut zu retten.


    Der Abschluss der Reihe ist einfach nur episch und voller Gefühle. Er ist sogar noch besser als die Teile davor und ich habe bis zur letzten Seite mitgefiebert. Nicht nur der Kampf gegen Mortmain ist voller Action und Spannung und reißt einen mit, sondern auch die Romanze der drei Protagonisten ist der Wahnsinn. Dabei sind so viele Emotionen aufgekommen und besonders um die bekannten Charaktere habe ich gefiebert, da man sich im Laufe der Reihe so gut kennenlernt, dass man hofft ihnen würde nichts passieren. Und das Ende wird in dieser Hinsicht sehr spannend. 

    Die Reihe hat einfach alles, was ein gutes Buch braucht: Romantik, Emotionen, Spannung und tolle Charaktere und die Atmosphäre der Epoche ist das noch das I-Tüpfelchen. Dadurch wirkt alles noch epischer und man lernt nebenbei noch viel über literarische Klassiker. Eine wahnsinnig tolle Reihe!

  10. Cover des Buches Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten (ISBN: 9783940855534)
    Robert C. Marley

    Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten

    (92)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Dieser Krimi rund um Chief Inspector Donald Sutherland Swanson ist der Auftakt einer Krimi-Reihe, die im Viktorianischen London von 1893 spielt.  

    Gordon Wigfield, ein ehrbarer Goldschmied und Frauenfreund wird in seiner Werkstatt auf bestialische Weise ermordet aufgefunden und wird, was Chief Inspector Donald Sutherland Swanson, als er die Ermittlungen aufnimmt, noch nicht weiß, nur das erste Opfer einer brutalen Mordserie sein. Schon bald wird ein zweiter und wenig später ein dritter Mann auf skurrile Weise getötet. Es gibt, bis auf einzelne Schuhabdrücke keine Spuren.  

    Zudem dauert es, bis Swanson eine Verbindung zwischen den Toten herstellen kann.

    Als man dann noch entdeckt, dass der, in den Kellern des Londoner Bankhauses Parr am Cavendish Square aufbewahrte „Blaue Hope-Diamant“ eine gut gemachte Imitation ist, scheinen die Ermittlungen wieder am Anfang zu stehen. 

    Meine Meinung: 

    Die Zutaten für einen historischen Krimi in London, mehrere Tote, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, ein angeblicher Fluch eines wertvollen Edelsteins, einige Prominente wie Oscar Wilde und sein Lover Lord Douglas sowie der Auftritt von Sir Arthur Canon Doyle, versprechen einen interessanten Krimi. 

    Hinter dem Autorennamen Robert C. Marley steckt Gerald Hagemann, der als Goldschmiedemeister weiß, worüber er schreibt, wenn er den Täter Edelmetalle schmelzen lässt, um sie seinem Opfer Gordon Wigfield in die Kehle zu gießen. Da ich selbst einige Goldschmiedkurse besucht habe, erinnere ich mich sehr gut an den Augenblick, in dem sich das Gold bzw. Silber verflüssigt, um später in Formen gegossen und weiterverarbeitet zu werden. Der Vorgang des Schmelzens mit offener Gasflamme, die man durch den eigenen Atem reguliert, ist sehr gut beschrieben. Auch andere Tätigkeiten im Juweliersalltag, wie das Überprüfen des Goldgehalts mittels Königswasser oder das Prüfen der Mohshärte bei Edelsteinen, ist anschaulich beschrieben. 

    Nicht ganz so penibel recherchiert sind die Schuhgrößen, die international nicht genormt sind. Hier hat der Autor, der ja Deutscher ist, die kontinentalen Schuhgrößenbezeichnungen wie Größe 38 oder 43 übernommen, die auf dem metrischen System der Meterkonvention von 1875 basieren. In England verwendet man, bis heute die imperial units, die seit 1824 gelten, also inch, foot, yard, ounce, pound, pint, gallon und bei Schuhen 2, 3 usw.. Also, ein  Schuhabdruck mit einer Länge von 27,5 cm entspricht in Deutschland der Größe 43 und in UK 9,5. 

    Das soll jetzt das Lesevergnügen nicht schmälern. aber als Vermesserin bin ich mit Maßeinheiten sehr gut vertraut, weshalb mir solche DInge eben auffallen. 

    Der Krimi ist für die Leser unterhaltsam (für die Opfer eher nicht). Der Schreibstil passt gut zur Zeit und dem Milieu. Da kann auch das eine oder andere derbe Wort fallen, an dem sich das als prüde bezeichnete Viktorianische Zeitalter, vielleicht doch nicht ganz so puritanisch zeigt.  

    Schmunzeln musste ich über den kurzen Auftritt eines kleinen, vorlauten Mädchen namens Agatha, die später als Queen of Crime bezeichnet werden sollte.  

    Fazit:

    Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt 4 Sterne und freue mich auf den nächsten Fall, in dem es Chief Inspector Swanson mit Jack the Ripper zu tun bekommt.

  11. Cover des Buches Norden und Süden (ISBN: 9783738654462)
    Elizabeth Gaskell

    Norden und Süden

    (10)
    Aktuelle Rezension von: TheFox

    „Norden und Süden“ erzählt die Geschichte der Familie Hale, die ihr idyllisch-ländliches Leben in Helstone hinter sich lassen und in die verrauchte Industriestadt Milton ziehen muss. Sie muss sich mit den befremdlichen Umgangsweisen und Lebenseinstellungen der Städter abfinden, wobei auch die Streiksituation der zahlreichen Arbeiter thematisiert wird.

    Hauptperson ist Margaret Hale, die Tochter der Familie. Zu Beginn des Romans ist sie unglaublich stolz und vornehm, obwohl sich deutlich zeigt, dass sie noch kindlich ist und erst zur Frau werden muss. Sie trifft auf den Industriellen John Thornton, der sich quasi auf den ersten Blick in die schöne Unbekannte verliebt. Margaret dagegen hegt Vorurteile gegen die Geschäftswelt und ihre Männer, weshalb sich eine interessante und aufgeladene Spannung zwischen beiden entwickelt. Die Erzählung ist keine klassische Romanze, denn unsere Protagonistin braucht ihre Zeit, sich in den männlichen Protagonisten zu verlieben. Ihre lange Abneigung ist nicht geheuchelt oder erzwungen, sondern zunächst echt, da nicht unbewusst bereits eine Liebesbeziehung besteht. Gekonnt vermag es Gaskell, die Beziehung zwischen den beiden nach und nach aufzubauen und zu bereichern, ohne dass Hals über Kopf eine Liebesgeschichte entsteht. Außerdem wird oftmals die prekäre finanzielle und gesundheitliche Situation der Familie(n) fokussiert, gesellschaftliche und wirtschaftliche Kritik wird geübt. Die Charaktere sind vielseitig gestaltet, es gibt keine schwarz weiß Figuren, sondern vielschichtige Personen mit speziellen Antrieben.

    Nicht nur das Buch, auch die Adaption als Serie ist sehr zu empfehlen! Das Buch liest sich gut, auch wenn teilweise viele Verweise zur Religion oder Mythologie gemacht werden, die man aber nicht zwingend alle verstehen muss. Die Liebesgeschichte ist sehr toll zu lesen, die Charaktere liebenswert! Für Fans von Jane Austen sicher auch etwas, obwohl der Austen-Humor bei Gaskell nicht zu finden ist und ein ernsterer Tenor herrscht.

  12. Cover des Buches Die Reise der Amy Snow (ISBN: 9783548289809)
    Tracy Rees

    Die Reise der Amy Snow

    (292)
    Aktuelle Rezension von: LesendeNikki

    Amy Snow ist eine wundervolle Geschichte zwischen zwei Freundinnen aus verschiedenen Schichten. Als Aurelia frühzeitig verstirbt wird es für Amy nicht leichter. Doch ihre beste Freundin hat vorgesorgt und führt sie zu Menschen die ihr ans Herz wachsen. Ich muss zugeben, an einer bestimmten Stelle der Reise zieht sich die Geschichte etwas (Bath) doch das ist meine persönliche Meinung. Besonders gefielen mir die Rückblicke, wenn Amy über ihre Zeit mit Aurelia im Herrenhaus nachdenkt, auch wenn nicht alle Zeiten dort schön sind. Die anderen  Charakter sind gut beschrieben und Amy wächst auch mit jeder neuen Herausforderung, die ihren Weg kreuzen. 

    Es ist ein Buch zu dem man sich in eine Decke kuschelt und einen Tee trinkt um sich dann auf den Weg durch England zu machen. Für diejenigen, die Geschichten aus dem viktorianischen Zeitalter und romantische Abenteuer mögen ist das Buch super.

  13. Cover des Buches Der Fall des verschwundenen Lords (ISBN: 9783957286253)
    Nancy Springer

    Der Fall des verschwundenen Lords

    (100)
    Aktuelle Rezension von: Sissarelli

    Ich habe die Verfilmung auf Netflix gesehen, die mir richtig gut gefallen hat und so bin ich überhaupt erst auf die Buchreihe aufmerksam geworden. Das Buch ist doch in vielen Aspekten anders, aber es hat mir richtig gut gefallen. Enola ist eine tolle Protagonistin, sie ist die sehr viel jüngere Schwester von Mycroft und Sherlock Holmes und allein die Idee, dass es eine Teenager-Schwester gibt, die frech, klug und gerissen ist, finde ich schon großartig. Das Buch ist nicht dick, kaum 200 Seiten, daher gibt es auch keine Längen, die Geschichte schreitet gut voran, ist spannend und sehr unterhaltsam. Es ist einer toller Auftakt der Jugend-Cozy-Crime-Reihe, die ich sicher noch weiterverfolgen werde und mich freue, dass es bereits mehrere Bände gibt.

  14. Cover des Buches Frost & Payne - Die mechanischen Kinder 1: Die Jagd beginnt (ISBN: 9783958342415)
    Luzia Pfyl

    Frost & Payne - Die mechanischen Kinder 1: Die Jagd beginnt

    (115)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Steampunk ist ein Genre, das ich bisher noch nicht in größerem Umfang gelesen habe. Gerade Luzia Pfyl ist was dieses Genre anbelangt jedoch ein guter Gratmesser, denn sie ermöglicht es auch jenen, die bisher keinen Zugang zum Steampunk hatten damit auf Anhieb warm zu werden. Das liegt auch daran, dass die beiden Hauptprotagonisten Frost und Payn unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Frost, vormals von Madame Yueh als Kind von der Straße aufgelesen, will sich von den Dragons unabhängig machen und gründet ihre eigene Detektei. Problem ist jedoch, dass der Laden nicht recht in Schwung kommt und Madame Yueh scheint dieser Umstand keineswegs verborgen zu bleiben, denn sie bietet Frost ein lukratives Geschäft an. Bedrängt von der finanziellen Lage steigt Frost darauf ein, obwohl sie bei weitem kein gutes Gefühl hat, was sich schon sehr bald bewahrheitet. Hinzu kommt, das just in dem Moment Cecilia Payn vor ihrer Tür steht und nach ihrem verschwundenen Mann sucht. Kein Problem für Frost, immerhin sind es Einnahmen die sie dringend braucht. Allerdings hätte sie nicht damit gerechnet, was ihr dann wiederfährt als sie auf Herrn Payn trifft.




    Die Autorin schafft es hier geschickt zwei unabhängige Geschichten miteinander zu verbinden und somit zu einem großen Ganzen zu verweben. Die flotten Sprüche und die rasche Handlung lassen diesen ersten Band locker an einem Tag durchlesen. Zudem erfährt man die ersten Infos zu den beiden Hauptfiguren. Wobei ich sagen muss gegenwärtig ist Payn da mein Favorit.


    Der Anteil an Steampunk kommt aktuell noch nicht so ganz durch, wobei ich vermute, dass sich dies im 2. Band sicherlich ändern wird. Einen gewissen Ausblick darauf bietet gerade das letzte Kapitel mit seinem Schluss.


    Fazit: Ein rascher Steampunkroman, der sich gut weglesen lässt und den Leser, der neu in dieses Genre einsteigt nicht sofort mit zu viel gängigen Genreworten überhäuft. Dabei kommen die Figuren flott rüber und lassen so schon auf einigen Witz in den kommenden Büchern hoffen.

  15. Cover des Buches Die Ewigkeit in einem Glas (ISBN: 9783832165512)
    Jess Kidd

    Die Ewigkeit in einem Glas

    (137)
    Aktuelle Rezension von: Zeilenchaos

    Die Ewigkeit in einem Glas ist das erste Buch, was ich von Jess Kidd gelesen habe und es hat mich überrascht, aber auch überzeugt.

    Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hatte ich eine gänzlich andere Vorstellung von dem, was mich in dem Buch erwarten würde und doch kann ich rückblickend sagen, dass der Klappentext dennoch sehr gut passt.

    Schon direkt zu Beginn des Romans ist mir schnell klar geworden, dass diese Geschichte nichts für schwache Nerven ist, da es direkt sehr grausam zur Sache ging (bspw. detaillierte Beschreibung von Leichen). Dennoch hat mich die Kombination mit den Fantasy-Elementen der Merrows fasziniert, sodass ich dem ganzen eine Chance gegeben habe.

    Jess Kidd hat einen unfassbar guten Schreibstil, mit dem sie geschickt detaillierte, faszinierende, groteske/grausame und bisweilen lustige Beschreibungen miteinander verbindet. Auch die Anmerkungen in Klammern tragen dazu bei, dass das Gefühl entsteht, tatsächlich mit Bridie zu kommunizieren.

    Auch bei ihren Charakteren achtet die Autorin auf eine gute Mischung mit bspw. Mrs. Bibby, Gideon von der grausamen Sorte und Bridie und dem Geist Ruby mit ihren selbstbewussten, freundlichen, hilfsbereiten und bisweilen lustigen Charakterzügen. Sie alle wurden mit einer sehr detaillierten Vergangenheit ausgestattet, über die man im Verlauf der Geschichte immer mehr erfährt und selbst am Ende dachte ich, dass es noch so viel mehr über sie zu erfahren gibt.

    Durch verschiedene Sichtwechsel zwischen Bridie und Mrs. Bibby, sowie durch die Zeitsprünge in Bridies Jugend und die „Märchen“, die Mrs. Bibby Christabel erzählt, wird Hintergundwissen und damit Spannung aufgebaut. Teilweise sind dennoch sehr lange beschreibende Passagen enthalten, die man mögen muss. Mich haben sie nicht gestört, ich habe eher den Schreibstil genossen.

    Die Spannung hält sich vor allem dadurch, dass man als Leser schon früh die Zusammenhänge und Lösungen erkennt und auch von Anfang an weiß, wer Christabel gestohlen hat. Man fiebert also mehr mit, dass Bridie die Zusammenhänge auch erkennt als das man selbst überrascht wird. Deshalb wusste ich auch vieles schon vor der Auflösung, dennoch war auch noch die ein oder andere Überraschung vorhanden.

    Was mich allerdings leicht gestört hat, ist, dass ich die meiste Zeit über kein wirkliches Mitgefühl für Christabel empfinden konnte (weil ich sie so gruselig fand) und es teilweise auf mich so wirkte, als wäre die Suche nach ihr nicht so eilig bzw. dauert einfach viel zu lange.

    Insgesamt hat mich Jess Kidd mit ihrer einzigartigen Kombination aus Krimi, Historie und Fantasy dennoch vollends überzeugt, sodass ich nur 5/5 Sternen geben kann.

  16. Cover des Buches Die Schlange von Essex (ISBN: 9783847900306)
    Sarah Perry

    Die Schlange von Essex

    (170)
    Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow

    𝐃𝐢𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐥𝐚𝐧𝐠𝐞 𝐯𝐨𝐧 𝐄𝐬𝐬𝐞𝐱 ist ein Buch, das ich allein wegen seiner hübschen Optik in meiner Sammlung haben wollte. Und natürlich auch wegen des verlockenden Klappentextes um den Mythos eines Seeungeheuers, welches einen kleinen englischen Ort im 19. Jahrhundert heimsucht. Aber meine Bücherei hatte es da und weil Bücher nun mal teuer sind, durfte es nur als Leihexemplar bei mir einziehen.


    Der Roman begleitet eine Vielzahl von Personen, wobei die junge Witwe Cora und der Pfarrer Will die Hauptfiguren bilden. Cora ist voller Wissensdurst, folgt den Thesen Darwins und als sie hört, im Küstenort Aldwinter habe man eine Seeschlange gesichtet, ist sie sofort Feuer und Flamme. Könnte es sich doch um ein prähistorisches Wesen handeln.
     Die Dorfgemeinde glaubt aber eher an ein mystisches Ungeheuer. Will Ransome glaubt an keines von beidem, ist aber zunehmend fasziniert von Cora, mit der er aber auch immer wieder aneinander gerät.


    Ich hatte einige Probleme mit dem Roman.

    Erst einmal gibt es zu viele Personen, von denen kaum eine sympathisch ist. Jede von ihnen hat seine eigene interessante Geschichte zu erzählen, die aber nicht genug Raum bekommt, weil eben zu viel los ist.


    Das Paar Cora und Will hatte für mich null Chemie, zumal Will mit einer sehr lieben Frau verheiratet ist und mit Cora nichts gemeinsam hat. Cora ist anders und darin liegt der Reiz. Aber wie soll man mit eine Romanze mitfiebern, wenn die Verliebten nie einer Meinung sind und andere mit ihrem Verhalten verletzen?


    Auch wenn es hier um ein mystisches Wesen geht, erwartet keine Fantasy. Die Schlange steht für vieles. Wissenschaft und Aberglaube, Medizin, Massenhysterie, soziale Ungerechtigkeit und ein selbstbestimmtes Leben zu jener Zeit. Alles interessante Themen, über die ich gern gelesen habe. Man hätte es aber vielleicht besser auf drei verschiedene Romane aufgeteilt, damit jedes Thema für sich glänzen kann.


    Von mir erhält der Roman trotz meiner Kritik eine positive Bewertung, denn er hat mich sehr gut unterhalten. Und auch das versöhnliche Ende hat mir gefallen.

  17. Cover des Buches Königin Viktoria und ihre Zeit (ISBN: 9783766703286)
    Herbert Tingsten

    Königin Viktoria und ihre Zeit

    (1)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Der schwedische Politikwissenschaftler Herbert Tingsten hat mit diesem, 1965 erschienenen, Buch ein sehr umfassendes Werk über das viktorianische Zeitalter vorgelegt.

    Tingsten hat seine Ausführungen in drei Teile gegliedert: Der erste Teil ist Queen Viktoria selbst gewidmet, Tingsten stellt sie vor und legt u. a. dar, inwieweit diese Epoche Viktorias Namen zu Recht trägt. Im zweiten Teil werden ausführlich die wichtigsten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Ideen und Entwicklungen der Zeit erläutert, Theorien wie z. B. der Utilitarismus oder der Freihandelsgedanke, Entwicklungen wie z. B. die Stimmrechtsreform oder der Imperialismus. Im dritten Teil stellt Tingsten wichtige Persönlichkeiten der Zeit dar, Politiker, Militärs, Literaten, aber auch prägende Ereignisse, wie z. B. der Krimkrieg oder der indische Aufstand, finden hier Raum.

    Ein Teil der Texte hat Tingsten schon früher veröffentlicht, man merkt das auch, denn es gibt einige Wiederholungen. Dass Tingsten ein Kenner der Zeit war, merkt man in jedem einzelnen Text, zumal er durchaus nicht nur objektiv berichtet sondern auch durchgehend seine eigene Meinung einfließen lässt, er nimmt Stellung zu Meinungen anderer Theoretiker oder Biographen, bietet dem Leser dadurch auch ein Forum für eigene Meinungsbildung.

    Man muss beim Lesen bedenken, das die Texte bereits mehrere Jahrzehnte alt sind. Einige Theorien sieht man heute eventuell mit etwas anderen Augen, meine Ausgabe ist zudem schon älter und beinhaltet Begriffe, die man heute als nicht mehr politisch korrekt ansehen würde, mir ist nicht bekannt, ob es eine Neuübersetzung gibt, aber, es stört auch nicht, so lange man es im Kontext der Zeit, in der es geschrieben wurde, betrachtet.

    Die Texte sind sehr ausschweifend, ich hätte mir manchmal gewünscht, Tingsten hätte eine klarere Gliederung verwandt oder seine Ausführungen pointierter dargelegt. Dass die beleuchteten historischen Persönlichkeiten nur Männer sind, ist zu erwarten, allerdings wäre es schon möglich gewesen, auch Frauen aufzunehmen, ich hätte mir Florence Nightingale gewünscht, die nur kurz im Rahmen des Krimkrieg-Kapitels erwähnt wird. Auch manche gesellschaftlichen Entwicklungen abseits der „großen Politik“ wären erwähnenswert gewesen, z. B. die, vor allem durch Florence Nightingale, angestoßene Verbesserung der Verhältnisse in den Krankenhäusern.

    Insgesamt kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich für das viktorianische Zeitalter interessiert und sich nicht von viel Theorie abschrecken lässt.

  18. Cover des Buches Die Magier Seiner Majestät (ISBN: 9783426519141)
    Zen Cho

    Die Magier Seiner Majestät

    (39)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *Es musste einmal eine Zeit gegeben haben, da ihn die Launen und Befindlichkeiten aufdringlicher Frauen nicht von allen Seiten bedrängt hatten, dachte Zacharias reumütig, aber jenes goldene Zeitalter schien lange vergangen.*


    Zacharyas Wythe hat das Amt des Königlichen Magiers erst kurz inne, als er sich schon Verleumdungen und Anfeindungen der „Sozietät Wiedernatürlicher Philosophen“ gegenübersieht. Nicht nur wollen ihn die Thaumaturgen als ehemaligen Sklaven und Schwarzen nicht als Magier anerkennen, auch die schwindende Magie Britanniens macht ihm Sorgen. Als er diesem Phänomen auf dem Grund gehen will, trifft er in einer Mädchenschule auf Prunella Gentleman. Die ehrgeizige junge Frau zeigt großes Talent für Magie, obwohl diese Frauen verboten ist. Sie schließt sich Zacharias an, in dem Glauben, damit ihre Ziele erreichen zu können. So entsteht eine Zweckgemeinschaft, bei denen beide erst lernen müssen, einander zu vertrauen und voneinander zu lernen.



    Die Geschichte spielt in einer alternativen viktorianischen Umgebung, in der nicht nur Magie gewirkt werden kann, sondern auch Feen und andere magische Wesen zwar nicht zum Alltag gehören, aber durchaus bekannt sind und immer mal wieder in Bezug auf die Belange der Thaumaturgen mitmischen.


    Zacharias ist zwar seiner Zeit als Mündel des vorhergehenden Königlichen Magiers skeptisch gegenüber eingestellt und spricht immer mal wieder melancholische Gedanken zu seiner „Adoption“ an, aber gerade durch sie hat er sich umso mehr an die gehobene Gesellschaft angepasst. So ist er manchmal zu sehr Gentleman und pflichtbewusst seinem Amt gegenüber.


    Prunella hingegen widersetzt sich nicht nur dem Verbot des Magiewirkens. Grundsätzlich weiß sie, was sie will und setzt dies auch über alle Konventionen hinweg durch. Dabei wirkt sie mitunter kaltherziger als der überkorrekte Zacharias. Dennoch konnte ich ihre Gedanken und Entscheidungen immer nachvollziehen und kam mit ihrem Charakter gut zurecht.


    Die Geschichte gestaltete sich als Mischung aus magiegeladenem fantasy und historischem Roman, da die Gepflogenheiten der Gesellschaft Londons, die Fragen des Anstands aber auch Bälle und allerlei Klatsch die fantastischeren Momente immer wieder unterbrach.


    Fazit: Ich fand die Mischung interessant und besonders die authentischen Charaktere überzeugend.

  19. Cover des Buches Mord im Gewächshaus (ISBN: 9783957284860)
    Elizabeth C. Bunce

    Mord im Gewächshaus

    (95)
    Aktuelle Rezension von: Streiflicht

    Dieses Buch hat mich vom Anfang bis zum Ende begeistert. Myrtle ist eine kleine Nervensäge - zumindest finden die Erwachsenen um sie herum das. Ich persönlich mochte sie sofort, sie ist clever und neugierig, schlau und begabt. Kurzum, so, wie jedes kleine Mädchen es gerne wäre. Sie ist der Überzeugung, dass die Nachbarin keines natürlichen Todes gestorben ist und macht sich auf, um diesen Fall zu lösen.
    Das ganze Setting im viktorianischen England samt Gouvernante fand ich sehr überzeugend und interessant. Ende des 19. Jahrhunderts sind viele Dinge anders als heute und gerade das macht das Buch auch noch interessanter - neben den coolen Figuren, dem spanennden Fall und der gut erzählten Geschichte.

    Ich mochte es, dass man mitraten kann und mit Hilfe der Hinweise und ein bisschen Gedankenschmalz durchaus auch auf die Auflösung kommen kann. Ein wunderbares Buch für Kinder und Jugendliche ab 12, das auch mich als Erwachsene sehr begeistert hat!

  20. Cover des Buches Die Landkarte der Zeit (ISBN: 9783839810576)
    Félix J. Palma

    Die Landkarte der Zeit

    (32)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Die Handlung ist fantasievoll und wirkt in sich schlüssig. Es benötigt ein wenig Zeit, um in die Geschichte hinein zu finden, doch dann fesselte mich der Verlauf umso mehr. Ich mag verschlungene Erzähl-Wege mit viel Handlung und wenig Ausschmückung.

    Beim vorliegenden Werk handelt es sich um eine Mischung aus historischen Roman und Zeitreise-Scienes-Fiction auf mehreren Handlungsebenen. H.G. Wells, der Pionier des zweiten Genres spielt dabei eine zentrale Rolle, sozusagen am Dreh-und-Angel-Punkt.

    Ich bin eigentlich kein Fan von Andreas Fröhlich, doch das könnte sich so langsam ändern. Denn hier macht es seinen Job ausgesprochen gut. Sehr professionell und trotzdem mit Seele, die ich bei manch anderer Produktion ein wenig vermisst hatte.

    Es handelt sich um eine autorisierte Lesefassung auf 9 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von fast 11 Stunden.

    Fazit: Bin froh, dass mir dieses Hörbuch in die Hände gefallen ist. Wer abgedrehte Geschichten mag, könnte hier eine Entdeckung machen....

  21. Cover des Buches Lasst uns schweigen wie ein Grab (ISBN: 9783522201995)
    Julie Berry

    Lasst uns schweigen wie ein Grab

    (100)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Beim sonntäglichen Mittagsmahl im ehrwürdigen Mädchenpensionat St. Etheldra segnen überraschend plötzlich die Direktorin Mrs. Plankett und ihr Bruder Aldous Godding das Zeitliche. Offensichtlich bekam ihnen das zuvor verzehrte Kalbsfleisch nicht. Die sieben Schülerin des Pensionats sind somit führungslos und es droht die Rückkehr in die ungeliebten Elternhäuser, was nicht zu ihrer favorisierten Option gehört. Also beschließen die jungen Damen, die Leichen im Garten zu verscharren und den Pensionatsalltag in die eigenen Hände zu nehmen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn Mrs. Plankett erhält viele Besuche und auch Mr. Godding scheint von einigen Zeitgenossen vermisst zu werden. Mit viel Improvisationstalent und dank der schauspielerischen Leistung einer Schülerin, gelingt es den Damen zunächst das Dahinscheiden der Beiden zu verheimlichen, aber offenbar ist auch die falsche Mrs. Plankett weiter das Ziel eines Mörders.

    Die Geschichte spielt um 1890 in einem kleinen englischen Städtchen und zeigt gut die Rolle der Frau in der viktorianischen Ära und die Bigotterie der damaligen Gesellschaft, aber es ist auch eine Geschichte, die die Freundschaft in den Vordergrund stellt – nur zusammen gelingt es den Mädchen sich zu behaupten und den Fall letztendlich zu lösen. Der Weg dahin ist unterhaltsam, ein wenig skurril und witzig, auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Perfekt für ein Jugendbuch.

    Für mich als Leser außerhalb der jungen Zielgruppe war das Ganze ein wenig zu schräg und es hatte so seine Längen, wobei mich das Finale dann doch richtig gepackt hat. Summa Sumarum, leichte, seichte Krimikost mit einer Prise schwarzen Humor gewürzt.

  22. Cover des Buches Mord im Handgepäck (ISBN: 9783957285546)
    Elizabeth C. Bunce

    Mord im Handgepäck

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Myrtle Hardcastle hat gar keine Lust, mit ihrer Tante Helena in den Urlaub zu fahren, wenn es doch zu Hause Wichtigeres zu tun gibt, wie Kriminelle und Mordprozesse im Auge zu behalten. Leider hat sie in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht, und so werden die Koffer gepackt. Die Reise führt sie und ihre Gouvernante, Miss Judson, und Katze Peony zusammen mit der ungeliebten Tante in einem privaten Eisenbahnwaggon Richtung Meer.
    Myrtle ist begeistert, auf der Fahrt die Bekanntschaft von Mrs Bloom zu machen, einer professionellen Versicherungsdetektivin, die an Bord ist, um das unbezahlbare "Nordlicht-Diadem" zu schützen. Doch noch bevor der Zug sein Ziel erreicht hat, sind auf einmal beide verschwunden: Mrs Bloom und das Diadem! Als Myrtle am Tatort eintrifft, entdecken sie und Peony einen leblosen Körper im Gepäckwagen. Jemand ist umgebracht worden – mit Tante Helenas Nähschere! Die Reise wird unterbrochen, doch die örtliche Polizei ist mehr als ungeschickt und Scotland Yard scheint es nicht eilig zu haben, sich den Tatort anzuschauen. Da bleibt Myrtle natürlich nichts anderes übrig, als den Indizien zu folgen, um herauszufinden, welcher ihrer Mitreisenden ein Dieb und Mörder ist.


    Bei dieser Reihe liebe ich ja schon alleine diese scheinbar einfachen und doch ziemlich raffinierten Cover: Sie passen unverkennbar zueinander und bieten auch immer einen deutlichen Hinweis auf den jeweiligen Fall und sind dabei doch immer noch dezent. So etwas gefällt mir ja sehr.

    Gleich zu Beginn erfahren wir, dass es für Myrtle und ihre Gouvernante Ms Judson in den Urlaub geht und das ausgerechnet mit Myrtles Tante Helena, die im ersten Teil einen doch ziemlich konservativen und zugeknöpften Eindruck hinterlassen hat. Zum einen war ich gespannt darauf, ob wir dadurch Tante Helena vielleicht auch von einer anderen Seite kennen lernen dürfen oder ob sie den ganzen Urlaub über Myrtle Steine in den Weg legen würde. Andererseits war ich aber auch etwas traurig, denn ich hatte gehofft, mehr Zeit in dem doch eher unkonventionellen Haushalt der Hardcastles zu verbringen und mehr über die alltäglichen Abläufe dort  - sowie die Köchin aber auch Myrtles Vater - zu erfahren. 

    Nun gut, immerhin war Ms Judson mit von der Partie und auch Peony, die Katze, wurde kurzerhand von Myrtle ins Gepäck geschleust und beide Figuren haben dann auch wieder für tolle Momente gesorgt - jede auf ihre Weise!
    Die zwölfjährige Myrtle war mir allerdings - gerade nach den Geschehnissen in ihrem ersten Fall - manchmal etwas zu naiv oder zumindest vertrauensvoll, aber dafür gab es ja genügend hilfreiche Figuren, die Myrtle dann wieder auf die richtige Spur bringen konnten.
    Besonders toll war aber, dass sich Tante Helena dann tatsächlich von einer ganz neuen Seite präsentieren durfte und wir so erfahren durften, was so alles in ihr steckt und dass sie und Myrtle sich eigentlich gar nicht so unähnlich sind. Ich hoffe, dass von dieser Veränderung im nächsten Teil noch etwas zu merken sein wird!

    Was den Fall an sich angeht, muss ich zugeben, dass ich zumindest bei dem Raub (und schnell auch bei dem Mord) sofort einen Verdacht hatte, allerdings mag das für jüngere Leser:innen nicht ganz so offensichtlich gewesen sein und am Ende wurde ich ja doch noch mit ein paar Details überrascht, die ich so nicht erwartet hatte.


    Fazit: Der zweite Fall für Myrtle Hardcastle bietet vor allem für jüngere Leser:innen wieder ganz viel Unterhaltung; für mich waren einige Punkte zwar etwas offensichtlicher, aber trotzdem hatte ich mit Myrtle, Peony, Ms Judson und sogar Tante Helena wieder viel Spaß.

  23. Cover des Buches Die Forsyte Saga (ISBN: 9783150300800)
    John Galsworthy

    Die Forsyte Saga

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Beschreibung

    Die imposante Geschichte über die Familie Forsyte beginnt im viktorianischen London und verfolgt die Familienmitglieder über einige Jahrzehnte und mehrere Generationen hinweg bis in die frühen 1920er Jahre.

    Soames Forsyte ist erfolgreicher Anwalt und hütet seine wunderschöne Frau Irene wie seinen Augapfel. Als er durch eine Verwandte schlechten Einfluss auf seine Frau wittert, beschließt er für seine Familie ein Haus auf dem Land zu bauen und somit Irene dem Londoner Leben zu entziehen. Bereits während des Baus stellt sich heraus, dass ihre Ehe auf einem wackeligen Fundament errichtet ist und es kommt zu einer Familienfehde, die sich auch bis in die nächste Generation ziehen wird…

    Meine Meinung

    Für seine legendäre »Forsyte Saga« wurde der englische Schriftsteller John Galsworthy mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Ein Wunder, dass mir bis vor kurzem der Autor überhaupt kein Begriff war und ich es der Neuauflage seines berühmten Werkes im Reclam Verlag verdanke, auf dieses literarische Juwel gestoßen zu sein.

    »Die Forsyte Saga« besteht aus drei Einzelbänden: »Der reiche Mann«, »In Fesseln« und »Zu vermieten«, welche in zum Thema der Familiensaga passend illustrierten Hardcover-Bänden im Schuber daherkommen, der sich außerdem in jedem Buchregal vorzüglich macht.

    Im ersten Band treten gleich sehr viele Persönlichkeiten aus der großen Mittelschichtsfamilie aufs Parkett, sodass ich sehr froh um den beigelegten herausnehmbaren Stammbaum der Familie Forsyte war, mit welchem man sich einen guten Überblick verschaffen kann (allerdings nicht zu weit nach untern lesen sollte, da man sich sonst selbst spoilert).

    Einmal von der Geschichte um die eindrucksvollen Persönlichkeiten der Forsytes in den Bann genommen, konnte ich mich dem Sog dieser Saga nicht mehr verwehren. John Galsworthy ist es gelungen, ein gesellschaftliches Bild der strebsamen Mittelschicht Londons zu zeichnen, welches jedoch nicht nur von Standesdünkel und Sitten beherrscht wird, sondern vor allen Dingen von Gefühlen und der neuen Freiheit, die das junge 20. Jahrhundert mich sich bringt, beherrscht wird. Das dargebotene Kaleidoskop aus Dekadenz, Skandalen und dramatischen Tragödien vermag durch alle drei Romane zu fesseln und auch zu überraschen.

    John Galsworthy hat seine Figuren mit Finesse gezeichnet und sie in ein Umfeld gepackt, die eine scharfe Beobachtungsgabe des Autors verrät. Ich möchte fast sagen, John Galswohrthy könnte man als männliche Jane Austen bezeichnen, so sehr hat er mich mit seinen Charakteren erfreut. Allerdings war für mich die feine Ironie einer Jane Austen  nicht zu finden, dafür jedoch eine kolossale Dramaturgie.

    Dieser erste Zyklus über die Forsytes ist in sich abgeschlossen, allerdings gibt es noch zwei weitere Zyklen von John Galsworthy, welche ebenfalls von den Forsytes handeln und die gesamte Trilogie abschließen. Nachdem mich diese ersten drei Bücher mit seinem breit gefächerten gesellschaftlichen Panorama begeistert haben, würde ich mich außerordentlich freuen, wenn auch noch die restlichen Forsyte Bücher in einem solch hübschen Design neu aufgelegt werden würden.

    Fazit

    Eine Familiensaga voller Leidenschaft, Skandale und eigensinnlicher Charaktere im Rahmen der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert prächtig in Szene gesetzt. Eine Saga ganz nach meinem Geschmack und für Fans der TV-Serie Downton Abbey ein heißer Buchtipp!

    --------------------------------   

    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 07.03.2022

  24. Cover des Buches Das Herz eines Gentleman (ISBN: 9783960872559)
    Anna Jane Greenville

    Das Herz eines Gentleman

    (58)
    Aktuelle Rezension von: Vibie
    Ein Buch welches es seinen Leser schwer macht-durch zu halten und es eine Chance bis zum Schluss zugeben!
    Potenzial hat es alle male  denn warum mag man am Schluss doch gerne noch mehr lesen wollen....??

    Die Kapitel/Abschnitte  waren vom Inhalt  vom Anfang an immer sehr Sprunghaft  und nicht fließend dem Inhalt der Geschichte angepasst. Was mich selbst als Leser zum grübeln brachte wenn ich einmal in einem Abschnitte steckte und dann doch immer mahl umdenken musste.
    Einige Handlungen waren nicht detailliert genug beschrieben und wirkten daher für mich  doch oft leider eher belanglos!
    Gefühlsmäßig habe ich am Anfang nur wenig einen Einblick in der Gefühlswelt und der Person Joanna alias Jonathan fühlen und erleben können- denn die weibliche und männliche Person hatten für mich nicht viel unterschied und wirkte oft einfach wie ein Jüngling auf mich.....
    Die Menge an unterschiedlichen interessanten Charaktere beeindruckten mich doch schon arg und wie diese jeweils ihren Platz in der Geschichte hatten und auch wenn man dachte deren Rolle ist zu Ende erzählt sie  immer wieder ins Geschehen zurück finden durften und so doch immer wieder mal einen WOW  Effekt preisgaben und mich in die Geschichte zurück holten und ich gerne wieder mehr lesen und wissen wollte!
    Also die reinste Achterbahn für mich persönlich war  und ich schlussendlich doch gerne mehr lesen und erfahren mag......
    Auch kommt mir hier das "viktorianische England" zu knapp erzählt und bildlich dargestellt vor, und auch etwas ist was ausbaufähiger in der Geschichte gewesen wäre wie andere gewisse Punkte auch!


    Zur Printausgabe: Am Anfang des Buches fällt mir der Druckfehler des Namens auf wenn Ich diesen mit den Klappentext Vergleiche denn da steht der Name: "Joanthan" anstatt Jonathan wie Joanna als Man heißt!

    Zudem hat meine Print Ausgabe Seiten Druck Fehler von jeweils 2x eine Doppelseite mit Falsch nummerierter Seitenanzahl die man nicht lesen kann, aber mir jetzt auch nicht das Gefühl gab was verpasst oder ausgelassen zu haben-trotzdem ist dies unschön! 

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