Bücher mit dem Tag "virtual reality"

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76 Bücher

  1. Cover des Buches Die Rebellion der Maddie Freeman (ISBN: 9783843210409)
    Katie Kacvinsky

    Die Rebellion der Maddie Freeman

     (1.237)
    Aktuelle Rezension von: Lisa_Papyrus

    Unsere Hauptfigur ist wie schon oben und im Titel genannt, Maddie Freeman. Schon rein durch die Inhaltsangabe auf der Buchrückseite wissen wir schon super viel über unsere Protagonistin. Eigentlich kennen wir schon ihre ganze Welt. Denn Maddie lebt nur in der digitalen Welt, doch niemand kennt sie wirklich, online hat sie verschiedene Name und teilweise weiß ein nicht einmal ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelt, so gut ist Maddie darin ihre wahre Identität zu verstecken. Das alles macht sie nicht wirklich schnell, schon in den ersten Kapiteln bekommen wir, als Leser, einen ziemlich guten Eindruck von den Verhältnissen zwischen der Protagonistin und ihren Eltern. Zu einen ist da ihre Mutter, Jane Freeman, sie steht zu Maddie und versucht sie auf ihre Weise zu schützen. Zum anderen ist da ihr Vater, Kevin Freeman. Er ist einer der einflussreichsten Menschen der USA und nicht besonders gut auf seine Tochter zu sprechen. Das Verhältnis der beiden ist, um es milde zu sagen, angespannt. Das hängt hauptsächlich von den unterschiedlichen Denkweisen und Weltbildern der beiden. Kevin Freeman steht mit Herz und Seele hinter der Idee und den Grundsätzen der Digital School, was kaum verwunderlich ist, da er diese mit entwickelt und konstruiert hat. Die beiden Elternteile finde ich von der Persönlichkeit sehr unterschiedlich. Kevin ist stur und hat gern die Kontrolle über seine Umwelt, und damit auch über die Menschen in seinem Umfeld. Vielleicht war er nicht immer so, allerdings kann ich mir vorstellen, dass er durch seine Arbeit an der Digital School und davor als Staatsanwalt (oder Anwalt, bin mir nicht hundert Prozent sicher und finde die entsprechende Buchpassage nicht), jedenfalls sind das Beruf in denen man einen starken Charakter braucht. Außerdem findet er technologische Neuerungen gut und findet eine digitale Welt für am sichersten, nicht nur für seine Kinder, sondern auch für alle anderen Kinder. Maddies Mutter ist da eher das Gegenteil davon, sie hat eine ruhige Art und mir kommt sie besonnen vor. Sie sucht nicht die Konfrontation, sondern Kompromisse, mit denen alle etwas anfangen können. Mir kommt sie allerdings teilweise etwas zu passiv vor. Im Gegensatz zu ihrem Mann schwelgt sie gerne in alten Zeiten, sie lässt sich Prospekte auf Kunststoff drucken (Papier gibt es in dieser Zukunft nicht mehr, es gibt auch fast keine Bäume mehr), außerdem hat sie alte Bücher aus ihrer Jugend behalten und verschenkt diese nach und nach an ihre Tochter. So viel zu Maddies Familie. Sie hat zwar noch einen älteren Bruder, der Joe Freeman, allerdings spielt er erst im letzten Fünftel des Buches eine Rolle, deshalb möchte ich hier noch nichts zu ihm schreiben. Nun zu den Personen, die später zu Maddies Freunden werden. Zuerst die wichtigste Person, Justin Solvis. Justin ist 20 Jahre alt und hauptberuflich Aktivist gegen die Digital School. Die beiden lernen sich über eine Nachhilfeplattform kennengelernt. Er hatte nicht mit einem Mädchen gerechnet, doch ob Junge oder Mädchen ist ihm eigentlich ziemlich egal. Denn sie hat etwas geschafft, was er am liebsten selbst geschafft hätte. Justin bewundert Maddie dafür und hat sie jahrelang gesucht, um sie voll und ganz für seine Sache zu gewinnen. Schnell merken wir als Leser, dass die Welt für ihn viel zu technologisch und nicht mehr menschlich ist. Für ihn sollte Technik nicht einschränkend oder einengend sein. Er möchte vereinfacht gesagt, dass die Menschen so leben wie wir es heute tun. Vielleicht mit ein bisschen fortgeschrittener Technologie. Was ich aus heutiger Sicht durchaus nachvollziehen kann, wer möchten schon den ganzen Tag in seinem Zimmer sitzen und seinen eigenen perfekten Avatar sehen. Das sind im Großen und Ganzen unsere Hauptfiguren, es tauchen natürlich noch einige Nebencharaktere auf, die möchte ich hier aber nicht ganz so detailliert darstellen. Das Lesen soll ja trotz dieser Rezession spannend bleiben.

    Nun möchte ich ein paar Worte zur Handlung verlieren. Die Handlung ist rund, soll viel kann ich sagen. Auch wenn das Buch eine jüngere Zielgruppe anspricht, macht es auch mit 23 Spaß in Maddies Welt einzutauchen. Natürlich darf eine Teenie Romanze zwischen Maddie und Justin nicht fehlen, diese stößt mir zwar manchmal sauer auf, aber mit 15 fand ich sie einfach super und wer möchte keinen gutaussehenden, klugen Mann an seiner Seite. Ohne zu spoilern kann ich leider nicht auf die genauen Gründe eingehen warum, ich heute ein paar Probleme mit der Beziehung habe. So viel es hat etwas mit Lehrer-Schüler-Konstellation. Auch sonst ist zur sonstigen Handlung nicht viel zu sagen, ohne etwas Entscheidendes zu verraten.

    Kleiner Hinweis: sobald ich alle Teile gelesen habe kommt eine ausführliche Rezession mit Spoilern und konkreten Nennungen heraus. Ihr müsst nur etwas Geduld haben.

    Zuletzt möchte ich noch ein kleiner Abschnitt über die uns vorgestellte Zukunft. Ganz allgemein kann ich nur sagen, dass ich sie für durchaus realistisch halte. Die Rodung von Urwälder, Regenwäldern und sonstigen Waldflächen, das schon im ersten Kapitel angesprochen wird, halte ich für durchaus realistisch betrachtet man den jetzigen Flächenverbrauch der Menschen für Ackerland, den fortwährenden Bevölkerungsanstieg und das Verlangen der Menschen nach billigen Nahrungsmitteln und Fleisch. Auch im Bezug auf die Entwicklung der Spielebranche, gerade mit den Grafiktabletts und dem Erfolg von VR-Brillen. Diese Entwicklung kann man als die Vorläufer der in dem Roman beschriebenen Unterhaltungs- und ein Stück weit auch der Kommunikationsgeräte sehen. Auch der Wunsch durch vermeintliche Sicherheit hinter Technologie kann ich durchaus verstehen, aber auf der anderen Seite auch den Wunsch nach einem einfachen Leben, wie es sich Justin und seine Mitstreiter erhoffen erschließt sich mir. Worüber ich bis jetzt noch nicht geredet habe, ist die komplette Überwachung, die die Regierung mit Hilfe der Technik über seine Bürger hat. Auf diesen Aspekt wird ebenfalls nachdrucksvoll eingegangen. Die meisten Menschen der Zukunft sind sich dessen nicht einmal vollständig bewusst, aber das sind wir heute ja auch nicht. Gerade in den Corona-Zeit wird deutlich, wie weit man mit internetfähigen Geräten gehen kann, es wird diskutiert, ob man Apps zur Ortung von Personen einsetzten sollte, darf usw. für mich ist das nicht begeisternd. Die Befürchtungen für alle Obrigkeiten komplett gläsern in Bezug auf meinen Aufenthaltsort zu werden keimen auf, zum Teil auch wegen dieses Romans, hört sich komisch an, aber mittlerweile sehen ich technische Neuerung durchaus auch in einem skeptischen Licht. Kann aber auch daran liegen, dass ich älter geworden bin, zum ersten Mal gelesen habe ich das Buch mit vielleicht 15, da hatte ich noch einen weniger hinterfragenden Verstand.

  2. Cover des Buches Cryptos (ISBN: 9783743200500)
    Ursula Poznanski

    Cryptos

     (340)
    Aktuelle Rezension von: KA01

    Zum Inhalt: Die Menschen leben in digitalen Welten, können dort ihr eigenes Leben aufbauen und ihre eigenen Träume wahr werden lassen. Jana ist eine Weltendesignerin angestellt bei dem Großkonzern Mastermind. Ausgerechnet in Kerrybrook, Janas Lieblingswelt, geschieht ein Mord, der Jana in Probleme verwickelt. 

    Meine Meinung: Wie eigentlich jedes Buch von Ursula Poznanski ist auch wieder dieses eine Meisterleistung. Es ist so fesselnd geschrieben, dass man das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen will und hat eine sehr überzeugende Handlung die keine Fragen offen lässt. Man fiebert mit Jana mit und ist voll in der Geschichte gefangen. Ich kann das Buch nur weiter empfehlen.

  3. Cover des Buches Warcross (Band 1) - Das Spiel ist eröffnet (ISBN: 9783785587720)
    Marie Lu

    Warcross (Band 1) - Das Spiel ist eröffnet

     (168)
    Aktuelle Rezension von: Kayuri

    Emika Chen ist Kopfgeldjägerin, die ein trostloses Dasein in einer heruntergekommenen Wohnung lebt. Kurz vor dem Rauswurf bekommt die ein Angebot welches sie nicht ablehnen kann. Undercover an der allseits beliebten Warcross WM teilnehmen und einem Hacker auf die Schliche kommen.

    Die Geschichte fängt gut an. Warcross bleibt für mich jedoch etwas verwirrend. Das Spielprinzip erschließt sich mir nicht so ganz. Ein paar Sachen waren auch sehr vorhersehbar. Dennoch habe ich weitergelesen, denn die Geschichte an sich was leicht verständlich, und hatte einen guten „Schwung“, es wurde nicht wirklich langweilig. Die Action blieb auf einer angenehmen Höhe, trotz der Vorhersehbarkeit.

    Die Charaktere wirkten zum Teil nicht ganz so gut ausgearbeitet. Es fehlte ihnen oft an tiefe. Viele der Nebencharaktere bekamen keine Beweggründe für ihr handeln. Obwohl die Geschichte über einen längeren Zeitraum geht, lernt man die Personen nicht wirklich kennen. Emika bekam etwas mehr tiefe, zumindest bekam sie eine Vergangenheit die ihre Beweggründe erklärt. Hideo, der Erfinder von Warcross handelt für mich sehr widersprüchlich. Die Entwicklung von ihm hinsichtlich Emika kann ich nicht nachvollziehen.

    Der Schreibstil ist sehr gut. Das ganze lässt sich flüssig lesen. Die gewählte Ausdrucksweise sorgt dafür das man leicht in die Welt eintauchen kann und sich dieser hingeben kann.

    Im Großen und Ganzen hat es trotz der Mängel Spaß gemacht das Buch zu lesen. Lust auf das Spiel habe ich nicht bekommen, aber auf jeden Fall Lust auf den zweiten Band. Denn der erste endet mit einem Cliffhanger und ich hoffe das einige Ungereimtheiten aufgeklärt werden. Empfehlen würde ich das Buch Leuten die das Thema zocken bzw. Esport mögen und gleichzeitig gerne lesen.

  4. Cover des Buches Der Game Master - Tödliches Netz (ISBN: 9783570309612)
    James Dashner

    Der Game Master - Tödliches Netz

     (98)
    Aktuelle Rezension von: tintenwurm_
    Wenn man mal die ersten 50 Seiten gelesen hat und man sich an Begriffe wie "Tangent" "Sleep" und "Wake" gewöhnt hat packt einem der Gamemaster von der ersten Sekunde an. Man wird mitgenommen in die Welt des VirtNet in die Welt der 1000 Möglichkeiten. Michael und seine Freunde müssen den Gamemaster finden um die Welt zu retten. Ein sehr Spannendes THema das leider sehr verwirrend Umgesetzt wurde. 

    Für jemand der nichts von gaming versteht sind die vielen Welten und Räume verwirrend. Auserdem wird von der ersten bis zur letzten Seite volle Konzentration verlang sodass man diese Buch nicht einfach so zwischendurch lesen kann. Durch die locker leichte Schreibweise und die Schriftart komt man dennoch schnell  durch. 

    Das Buchcover zeigt Wolkenkratzer auf grau blau bewölkten Hintergrund dass leider auch nicht so passend gestaltet wurde. Da es ja ums Codieren und Hacken geht könnte ich mir gut vorstellen einpaar Codes aud dem Cover abzubilden etc. 


    Alles in allem ist der Gamemaster mal etwas anderes als normale Jugendbücher. Wenn man sich für Computer und Spiele interessiert ist man mit dem 414 Seiten langen Titel bestens bediehnt. Jedoch für alle anderen könnte das Buch ein Flop werden. Ich habe nachdem ich in die Materie eingetaucht war, jede einzelen Seite genossen und bin gespannt wie e im zweiten Bandvon James Dashner weiter geht.


  5. Cover des Buches White Maze (ISBN: 9783401603728)
    June Perry

    White Maze

     (92)
    Aktuelle Rezension von: CherryFairy

    Cover

    Das Cover hat einen milchigen Umschlag mit tollen Verzierungen, unter diesen Umschlag sieht man ein "digitales Herz System" mit flammenden Hintergrund.

    Story

    Vivians Mutter ist die Erfinderin der Lucent-Kontaktlinsen, diese ermöglichen den User eine sehr spezielle Erfahrung, denn die virtuelle Welt fühlt sich nun sehr real an! Doch das beinhaltet nicht nur Glücksgefühle!

    Meine Meinung

    White Maze ist mein erstes Buch von June Perry und mir ist auch kein anderes Buch von ihr, oder eines ihrer Pseudonymen bekannt.

    Beim Thema virtuelle Welten, Gaming, Zukunftsorientierte Dystopie bin ich immer sehr schnell neugierig und so kam ich an White Maze auch nicht vorbei, das Cover sowie der Klappentext waren für mich sehr ansprechend. 

    Die Story selbst fängt sehr oberflächlich an, Vivian ist eine verwöhnte reiche Göre und lebt nur in ihren Luxus, erst als ein Ereignis passiert, fängt sie an "normaler" zu werden... allerdings fehlte mir einfach die Tiefe und öfters wurde der Spannungsbogen durch "Teenieverhalten" gebremst... 

    Vielleicht mag es daran liegen, dass ich mit meinen Ü 30 nicht mehr die Zielgruppe bin, obwohl ich in den meisten Fällen damit nie Probleme habe, aber hier wurde ich einfach nicht warm mit den Charakteren, ich benötige da einfach mehr Gefühl...an sich war die Geschichte gut gedacht, aber für meinen Geschmack einfach nicht spannend oder interessant genug umgesetzt.


    Mein Fazit:

    Coole Idee, aber die Umsetzung war leider für mich etwas langweilig. Da wäre mehr Action drin gewesen , von mir gibt es 3 *

    -Einzelband-



  6. Cover des Buches Bluescreen (ISBN: 9783492280211)
    Dan Wells

    Bluescreen

     (77)
    Aktuelle Rezension von: SuSa

    Ein kurzer Einblick

    Die Cherry Dogs sind der aufsteigende Stern am Overworld-Himmel. Doch Marisa, Sahara, Anja, Jaya und Fang genießen ihr unbeschwertes Teenagerleben nicht nur in der VR-Welt in vollen Zügen. Schließlich kann man 2050 alles tun und lassen, was man will, da sie alle mithilfe des Djinnis, einem Implantat direkt im Kopf, weltweit vernetzt und 24 Stunden online sind. Doch als die neue virtuelle Droge Bluescreen in Umlauf kommt und Anja sich nach dem Konsum nicht mehr normal verhält, ist der Spaß schnell vorbei und die Mädchen merken, dass ihr geliebtes Netz Gefahren birgt, die allen Menschen gefährlich werden können. Ob es ihnen gelingt, die Gefahr rechtzeitig zu stoppen?

    Bewertung

    Stell dir einmal vor, du brauchst kein Handy mehr einzustecken, wenn du das Haus verlässt. Mit dem Djinni im Kopf kannst du alles immer sofort und überall mit deinen Gedanken erledigen. Man braucht auch nicht mehr selber sauber zu machen oder die Sachen waschen und zusammenzulegen. Das erledigen alles die für dich arbeitenden Roboter – Nulis genannt. Wenn du an einem Geschäft vorbeigehst, zeigen dir die Monitore genau auf dich zugeschnittene Artikel nach deinen Vorlieben und dein Auto brauchst du auch nicht mehr selbst steuern. Ist das nicht ein toller Gedanke? Was für ein bequemes Leben muss das sein…
    Dan Wells hat uns dieses Mal genau in solch eine nahe Zukunft geschickt mit einer Aussicht, die auf den ersten Blick faszinierend, aber auf den zweiten Blick durchaus erschreckend ist. Schon heute gibt es spezielle Brillen, mit denen man Informationen direkt ins Sichtfeld eingeblendet bekommt, bei Wells werden sie direkt auf die Hornhaut gesendet. Überall wird deine ID gescannt und personalisierte Werbung verschickt. Der gläserne Mensch lässt grüßen! Wells hat seine Welt dabei sehr authentisch dargestellt und die jungen Menschen, allen voran die Protagonistin Marisa Carneseca, in ein sehr lebendiges soziales Umfeld geschrieben.
    Der Roman startet auch direkt mit der Lieblingsbeschäftigung der Mädchen, dem Onlinespiel Overworld. Als Gruppe Cherry Dogs versuchen sie, sich an die Spitze der Weltrangliste zu kämpfen, und man wird mit Gaming-Begriffen geradezu bombardiert. Das hat aber den Vorteil, dass man sich schnell in die Lebensweise von Marisa und ihren Freunden einfühlen kann. Charakterlich mögen sie vielleicht zunächst oberflächlich wirken, doch viele Tatsachen sprechen dafür, dass sie sehr weltoffen und vorurteilsfrei sind. So lebt deren Freund Bao ohne Djinni offline, Anja hat deutsche Wurzeln, während Marisa selbst mexikanische hat. Das merkt man vor allem immer dann, wenn sie mit spanischen Wörtern und Sätzen um sich wirft. Dass diese nicht näher übersetzt werden, mag manchem Leser vielleicht sauer aufstoßen, aber ich finde, dass man sich die Bedeutung vom Kontext her immer denken kann. Toll umgesetzt finde ich wiedermal auch den Facettenreichtum von Wells. Es gibt in seinen Büchern einfach kein schwarz-weiß-Denken und Marisa und Co. sind nicht die unschuldigen Mädchen, die eine Gefahr erkennen und sie dann heldenhaft bekämpfen. Vielmehr haben sie schon einige illegale Dinge gemacht und können sich in alles Mögliche hacken, ohne dabei Gewissensbisse zu haben. Daher gibt es dieses Mal nicht wirklich den einen Sympathieträger, sondern der Roman wird von der Geschichte an sich getragen.
    Wie in Wells’ bisherigen Romanen ist der Lesefluss durchgängig überaus flüssig, dieses Mal jedoch geradezu halsbrecherisch schnell. Das spiegelt hervorragend die Schnelllebigkeit dieser hoch technisierten Welt wider. Ich kann nicht behaupten, dass ich alle technischen Fachbegriffe verstanden hätte, doch aufgrund des vorgelegten Tempos hatte ich gar keine Zeit, dies während des Lesens zu bedauern, denn ich wurde einfach immer weiter getragen. Das empfand ich zwar als sehr positiv, doch an manchen Stellen ging es mir wiederum zu schnell. Die Handlung wechselte abrupt und ich hatte das Gefühl, irgendwas überlesen zu haben. Das beschränkt sich zum Glück aber auf lediglich zwei/drei Stellen.

    Fazit

    Dan Wells hat mit diesem Roman eine gelungene Vorstellung unserer technisierten Zukunft geschaffen, in der einem wirklich alle Möglichkeiten offen stehen, solange man das nötige Knowhow dazu hat. Aber wollen wir wirklich in solch einer Welt leben? Schließen möchte ich meine Rezension mit einem Zitat von Marisa, das die gesamte Problematik hervorragend zusammenfasst und jeden zum Nachdenken anregen sollte:


    „Die Regierung ist korrupt, die Cops sind gekauft, und die Großkonzerne, die die Welt beherrschen, betrachten uns als wandelnde Bankkonten. Jetzt sorgt Bluescreen dafür, dass wir nicht einmal mehr unseren Freunden trauen können. Es gibt keine Sicherheit, keine Privatsphäre, nichts Verlässliches mehr.“ (Seite 198)


  7. Cover des Buches Mind Games (ISBN: 9783551316196)
    Teri Terry

    Mind Games

     (524)
    Aktuelle Rezension von: LadyMay

    Ich mochte die Geschichte wirklich gern, es war spannend, die Welt war interessant. Allerdings war mir die Protagonistin, dafür dass sie so intelligent sein sollte, stellenweise etwas zu naiv und hat sehr dumme Entscheidungen getroffen. Außerdem gab es im Mittelteil sehr viel unnötiges Drama. 

    Aber mit dem Ende hat die Autorin sich wieder meinen Respekt verdient. Nicht nur das es unerwartet war, solch ein Ende hätte ich in einem Jugendbuch definitiv nicht erwartet, daher Respekt. 

    Ein guter Jugendthriller mit Dystopieanteil der auf jeden Fall einen näheren Blick wert ist.

  8. Cover des Buches 88 Namen (ISBN: 9783596700936)
    Matt Ruff

    88 Namen

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Horatio-Buecherliebe

    Matt Ruffs Roman mit dem etwas rätselhaften Titel „88 Namen“ zielt von Seiten des Verlags auf eine ganz besondere Leserschaft. Der Klappentext verspricht: >Publishers Weekly< „Teils Detektivgeschichte, teils Science-Fiction-Thriller und mit seinen vielen Anspielungen Pures Geek-Gold“. Da auch noch die Schlagworte „Massively Multiplayer Online Role-Playing Games“ fallen, war es um mich geschehen. An diesem Roman des bekannten Fantasyautors konnte ich nicht vorbeigehen. Mit großer Vorfreude und einem erheblichen Sympathievorschuss begab ich mich an die Lektüre.


    Der US-amerikanische Autor Matt Ruff, geboren 1965 in Queens, NY, ist Freunden der Fantasy Literatur vor allem durch seinen gelungenen Debüt-Roman „Fool on the Hill“ ein fester Begriff. Auch weitere erfolgreiche Romane wie das verstörende „Bad Monkeys“ und das gewichtige, sozialkritisch phantastische „Lovecraft Country“ stammen aus seiner Feder.


    Mit seinem Science-Fiction Thriller „88 Namen“ wendet sich Matt Ruff nunmehr dem Online-Gaming zu. Angesiedelt in einer recht nahen Zukunft, ist der junge Gamer John Chu Inhaber eines kleinen, in der virtuellen Realität tätigen Unternehmens. Er bietet eine, für Laien wohl etwas befremdliche, für Gamer jedoch absolut faszinierende Dienstleistung an. Sein Team führt, als sogenannte „Sherpas“, zahlungskräftige Kundinnen und Kunden, durch die virtuellen Welten großer Multiplayer-Online-Computerspiele. Diese professionellen Sherpa-Teams, bestehen meist aus drei Spielcharacteren: Einem Schaden auf sich ziehenden „Tank“ Player, einem hohen Schaden austeilenden „DPS“ (damage per second) Player, sowie einem „Heiler“/einer „Heilerin“. Als „Sherpas“ nehmen sie die mehr oder minder gamingerfahrenen Kunden in ihre Mitte und geleiten sie professionell durch die virtuellen Spielwelten.


    Eines Tages stößt John Chu bei der Aquisition im Netz auf einen geheimnisvollen neuen Kunden, der sich „Mr. Jones“ nennt und offensichtlich über ganz außerordentliche technische und finanzielle Ressourcen verfügt. Von Mr. Jones´ großem Sicherheitsbedürfnis und auffälligen Verhalten überrascht kommt John Chu der Verdacht, dass es sich bei diesem mysteriösen virtuellen Gegenüber um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handeln könnte. Als dann auch noch konkurrierende Geheimdienste auf den Plan treten, ist es bereits zu spät. Bei seinen Versuchen, die Angelegenheit aufzuklären, verstrickt sich John Chu in einem Netz aus Verdacht und Intrigen, das schnell beginnt auch in seinem Real Life eine Bedrohung darzustellen. Die ganze Sache wird zunehmend undurchsichtiger und gefährlicher und mündet schließlich in ein actionreiches, bleihaltiges Finale.


    Nimmt man das Thema Online-Gaming beiseite, verbleibt als Grundgerüst des Romans der Plot eines Spionage Thrillers. Dieser ist auch durchaus interessant angelegt. Die Idee, in der virtuellen Gamingwelt auf einen echten Diktator als anonymen virtuellen Spielpartner treffen zu können, ist unverbraucht und hat großen Charme. Es macht Spaß zu verfolgen, welche Gefahren und Konsequenzen sich aus dieser mysteriösen Zusammenkunft für die Beteiligten ergeben und wie sie auf einen solchen unerhörten Verdacht reagieren.


    Leider trägt die Idee für sich allein keinen ganzen Roman. Der Rest des Thriller-Plots besteht lediglich aus konventioneller Kost: Verschiedene undurchsichtige Personen treten an den Protagonisten heran, setzten ihn unter Druck und versuchen ihn zu manipulieren. Natürlich schalten sich auch Geheimdienste ein. John Chu weiß schließlich nicht mehr, wem er trauen kann und am Ende gerät auch sein Leben in Gefahr. Alles konventioneller Thriller Standard von der Stange.

    Matt Ruff erkennt zur Hälfte des Romans offenbar selbst, dass der Plot weitgehend ausgereizt ist. Die Thriller-Handlung wird nicht mehr weiter aufgespannt sondern von da an überhastet auf ein konventionelles Finale hingeführt.


    Auch an den Stellen, an denen sich der Roman mit der Thematik des Online-Gamings beschäftigt, bleibt er seltsam uninspiriert und trotz einiger interessanter Gedanken meist an der Oberfläche.

    Den Schwerpunkt der Handlung im Bereich Online Gaming bildet das fiktive MMORPG („Massively Multiplayer Online Role-Playing Game“) mit dem ebenfalls fiktiven Namen „Call to Wizardry“, in dem eine riesige Zahl von Spielern in einer Online Spielwelt gleichzeitig agieren können. Das Spiel weist eine gewisse Ähnlichkeit zu „World of Warcraft“ und auch einigen Ego Shootern auf. Nähere Informationen zur Spielwelt und dem Spielprinzip liefert Matt Ruff zu meinem großen Bedauern aber leider nicht. Hier hätte ich bei dem Entwurf eines MMORPG der Zukunft mehr Details und Kreativität erwartet.


    Da der Roman etwas in der Zukunft spielt, unterscheidet sich die Spielweise auch ganz erheblich, vom derzeit vorherrschenden Gaming-Alltag. Statt am Bildschirm, wird bei Matt Ruff mittels eines VR Equipments in einer virtuellen Realität gespielt, wodurch die Spieler Umgebung und Gegenüber viel unmittelbarer wahrnehmen können.

    Neben einigen leider nur ganz kurz geschilderten Ausflügen in die „Call to Wizardry“ Spielwelt, finden die meisten Ereignisse des Romans im virtuellen Raum außerhalb des Spiels, in der sogenannten Spiellobby statt. Hier treffen die Protagonisten regelmäßig aufeinander und tauschen sich aus und hier treffen sie auch auf die Kunden oder zwielichtige Gestalten aus den Weiten des Internets.

    Wohl aufgrund dieser Verlagerung der wesentlichen Handlung und Interaktion in den virtuellen Bereich gelingt es Matt Ruff nicht, seine Charaktere überzeugend auszuarbeiten und mit Leben zu füllen. Sie bleiben allesamt seltsam eindimensional und blass.


    Dabei zeigt sich Matt Ruff bei aktuellen Fragestellungen im Ansatz durchaus engagiert. Er kritisiert die Rolle der sozialen Medien als „Opium des Volkes“ oder macht sich Gedanken über mögliche Formen und Utensilien des Cybersex.

    Zudem thematisiert er die Problematik ethnischer Stereotypen bei vorgegebenen Charakterklassen und Nichtspieler Charakteren in Computerspielen. Diese Thematik ist im Bereich des Rollenspiels, sowohl im online als auch im PnP Format, ein sehr aktuelles und kontrovers diskutiertes Thema von großer Bedeutung. Gerade in einem aktuellen Roman über das Online Gaming, der ganz wesentlich den Umgang mit Identitäten zum Gegenstand hat, hätte daraus viel mehr als lediglich eine interessante Randnotiz gemacht werden müssen. Hier wurde eine große Gelegenheit vergeben.


    Dies ist unverständlich, da der Roman im Umgang mit den Fragen von persönlicher Identität seine besonderen Stärken hat. Im virtuellen Raum sind die Identitäten nicht festgelegt. Die Avatare der Nutzer, die in den Spielen und den Lobbys aufeinander treffen, sind in Gestalt, Aussehen und Geschlecht vollkommen frei wählbar und bleiben immer geheimnisvoll. Selbst die Wahl, welches Mimik die Spielerinnen und Spieler offenlegen wollen ist frei. Das Spektrum reicht hier von Spiegelung der tatsächlichen Mimik bis zur Simulation der Mimik einer völlig anderen Person. So verschwimmen im virtuellen Raum die Grenzen zwischen den Geschlechtern und klassische Rollenkonstellationen verlieren an Bedeutung. Allein John Chu verfügt über 88 Avatare verschiedenster Identitäten, die er frei wählen kann. Dies alles ist sehr interessant und wird auch gut umgesetzt.


    Entgegen der Auffassung vieler Rezensenten und der Werbung im Klappentext „Pures Geek-Gold“ zu sein, bietet der Roman tatsächlich aber keinen erkennbaren Anreiz für Nerds und Gamer zur Lektüre. Leicht in die Zukunft versetzt und sehr auf eine fiktive virtuelle Realität fokussiert, ist der aktuelle Gaming Alltag des Jahres 2021 in der Handlung kaum wiederzuerkennen. Mangels Wiedererkennungswert bleibt die Handlung für Gamer weitgehend fremd und beliebig.

    Da auch nähere Informationen oder kreative Gedanken zu zukünftigen MMORPG Welten oder Spielmechaniken fehlen ist auch kein Mehrwert für Gamer zu erkennen.


    Aber auch für normale Leserinnen und Leser bietet der Roman abseits des konventionellen Thriller Plots sehr wenig. Die im Anhang befindlichen, bzw. einigen Kapiteln vorangestellten Auszüge aus einem fiktiven Lexikon zum Thema Online Gaming, sind für Laien völlig unzureichend keinesfalls geeignet, sich in die Gaming Thematik einzufinden. Leserinnen und Leser, die bisher keinerlei Kontakt zu dem Thema hatten, dürften große Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen oder überhaupt einen Zugang zum Roman zu bekommen. Hier wäre es besser gewesen durch eine zugänglicher Romanhandlung Orientierung zu bieten.


    Der Roman ist einfach zu knapp und oberflächlich geraten. Das interessante „Diktator“ Thema vermag keinen ganzen Roman zu tragen und wäre vielleicht besser in einer Erzählung aufgehoben. Die Ausführungen zur Welt des Online Gaming inklusive der kontroversen, teils essayistischen Auseinandersetzungen mit den Aspekten virtueller Realität und des Rollenspiels, werden nicht zu Ende geführt und nicht in die Romanhandlung integriert.

    Insgesamt wurden hier zu viele Gelegenheiten vergeben.


  9. Cover des Buches Limit (ISBN: 9783596184880)
    Frank Schätzing

    Limit

     (590)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Natürlich lag die Latte für den neuen Schätzing nach „Der Schwarm“ sehr hoch. Doch „Limit“ meistert die Herausforderung souverän und geht nicht nur spannungsmäßig erneut ans Limit: Ohne aus dem Tritt zu geraten, schlägt uns Schätzings neuer Wissenschaftsthriller über satte 1320 Seiten in den Bann – übrigens keine ganz leichte Aufgabe, wenn man dabei der irdischen Schwerkraft trotzen muss. Wie die kultigen Science Fiction –Schinken aus den 1970er Jahren fängt die Geschichte ganz behutsam an. Schätzing führt seine Figuren sehr sorgfältig ein und entwickelt daraus eine Story, die bald immer rasantere Fahrt aufnimmt. Und er entführt uns in eine Zukunft, die durchaus nicht undenkbar scheint. Der Abbau von Rohstoffen auf dem Mond und ein Weltraumfahrstuhl, der an einem ultralangen Seil in den Orbit klettert, sind bereits heute diskutierte Ideen. Erneut besticht Schätzing dabei durch die gekonnte Verflechtung von Fiction und Science, von Wissenschaft und Thriller. Passagen, die wissenschaftliche Thesen und Zusammenhänge erklären, wechseln sich ab mit Actionszenen, die quer über den Kontinent führen und so manchen Actionfilm blass aussehen lassen. Schon die Liste der Danksagungen zeigt, wie ernsthaft sich Schätzing mit den Themen seines neuen Romans beschäftigt hat. „Limit“ ist ganz anders als “Der Schwarm“ – aber genauso gut. Und: Auf dem Mond wiegt der Wälzer ja bald nur noch ein Sechstel                            

  10. Cover des Buches Ready Player One (ISBN: 9780099560432)
    Ernest Cline

    Ready Player One

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Randberliner

    Zugegeben, ich habe die englische Fassung des 2011 erschienenen Buches gelesen, so dass ich über die Qualität der deutschen Übersetzung keine Aussagen treffen kann. Vor mir erhält das Buch fünf Sterne. Das liegt sicher auch daran, dass als langjähriger Spieler von Second Life, WoW und anderen Online-Spielen mir die Welt der OASIS, einer virtuellen Welt, in dem der größte Teil der Handlung spielt, mehr als vertraut ist. Der Plot ist einfach stimmig und entspricht dem, was ich aus meiner Erfahrung mit Online-Spielen für die Zukunft extrapolieren würde. Dazu kommt eine gehörige Portion Gesellschaftskritik, gemischt mit dystopisch Welten, die in meinen Augen durchaus nicht unwahrscheinlich sind. Eigentlich hatte ich den Film, der 2018 in die Kinos kam, auf der Agenda. Aber dann habe ich die Buchvorlage entdeckt und mich entschieden, zuerst die Bücher (Ready Player Two ist soeben erschienen) zu lesen, um anschließend die cineastische Umsetzung zu genießen.

    Über den Plot möchte ich natürlich nicht sploidern. Aber ich kann jedem Leser versichern, dass es Spannung pur ist; für mich ein wahrer Pageturner. Zwar sind die Protagonisten noch relativ jung, was in ihrer Sprache und ihren Umgangsformen zum Ausdruck kommt. Aber das bedeutet nicht, dass die Handlung nur junge Leser anspricht, ganz im Gegenteil. Wer in den 80er Jahren aufgewachsen ist (und das ist jetzt die Generation der heutigen 50- bis 60-Jährigen), entdeckt überraschende Reminiszenzen an die eigene Jugend. Für Kenner und Fans der 80er Jahre, die gekennzeichnet waren durch die ersten, primitiven Videogame-Konsolen, kultige Filme (u. a. WarGames, Monty Python) und die für diese Jahre spezifische Rockmusik, ist das Buch auf jeden Fall ein Hochgenuss. Obwohl in den 2040er Jahren spielend, ist es ein unterhaltsamer und manchmal auch lehrreicher Rückblick auf die 80er Jahre.

    Nicht zuletzt ist das Thema der virtuellen Welten aktuell wie nie, spätestens seit Facebook (und andere Big Tech Unternehmen) an Projekten wie Mataverse arbeiten und Themen wie Virtual-, Mixed- und Augmented Reality versprechen, die nächsten großen Blockbuster werden und wie das Internet unser Leben grundlegend zu ändern.

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass es Ernest Cline gelungen ist, ein spannendes und auf jeden Fall lesenswertes Buch sowohl für junge Online-Gamer als auch für junggebliebene Erwachsene zu schreiben.

  11. Cover des Buches Ghostwalker (ISBN: 9783522506885)
    Rainer Wekwerth

    Ghostwalker

     (64)
    Aktuelle Rezension von: angeltearz

    Im Prinzip habe ich diese Art von Plot schon gelesen. Zwei Charaktere treffen sich in einem OnlineGame, müssen eine schwierige Aufgabe erfüllen und werden dann im realen Leben auch unzertrennlich. Ich glaube Letzteres ist jetzt keine große Überraschung und somit auch nicht wirklich gespoilert.

    Aber ich mag diese Art von Geschichten unheimlich gerne. OnlineGames und alles was damit zu tun hat, ist total meine Welt. Deswegen verschlinge ich Bücher, die damit zu tun haben, regelrecht und da ist es mir ganz egal, ob sich der Inhalt ähnelt. Viel Spielraum bleibt da auch nicht wirklich für einen Autor, sich überhaupt irgendwas neues auszudenken. Ich finde, hier kommt es auf Kleinigkeiten an.

    Kleinigkeiten, wie zum Beispiel der ganze Aufbau. Wie ist es in der Realität und in dem Spiel selbst. Wie ist das Verhältnis zwischen den Beiden und wie sind die Übergänge. In der Regel ist es immer so, dass etwas im Spiel passiert und das dann Auswirkungen auf die Realität hat. Es ist immer der gleiche Kreislauf, den man schon aus anderen Büchern und sogar aus Filmen kennt. Hier in diesem Buch habe ich nach etwas gesucht, was es spezieller macht. Etwas das es sich von anderen, gleichen Büchern absetzen lässt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nichts gefunden habe. Aber weißt du was, es stört mich überhaupt nicht. Dadurch, dass es für mich einfach ein absolutes Wohlfühlbuch ist, passt es einfach und ich mag es. Vielleicht mag ich es auch genau deswegen. Weil es einfach genauso genial ist. Das klingt jetzt so als wäre ich mit mir selber nicht einig, aber so soll es nicht klingen.


    Ich mag den Schreibstil des Autors total gerne. Es ist nicht das erste Buch, das ich von ihm lese und deswegen war mir fast klar, dass ich das Buch mögen würde. Mittlerweile liegt meine Latte immer sehr hoch, wenn ich mir bekannte Autoren und Autorinnen lese. Aber das ist für mich okay und da kann ich mit leben. Er hat mich auf jeden Fall wieder absolut gefesselt.


    Sehr interessant ist auch, dass er zwischen den Sichtweisen zweier Charaktere, also Jonas und Blue, wechselt und dann noch in der Realität und dem Spiel. Klingt im ersten Moment sehr wirr, aber ist es absolut nicht. Es lässt sich unglaublich leicht lesen und macht es wirklich spannend. Jonas und Blue sind interessante Charaktere, von denen ich schon mehr lesen wollen würde. Ich habe am Ende des Buches den Eindruck, dass dieses Erlebnis zwar fertig erzählt ist, aber die Geschichte der beiden Charaktere noch nicht. Und das lässt mich schon etwas unruhig zurück. Vielleicht erbarmt sich der Autor ja noch und erzählt uns noch, wie es den Beiden weiterhin ergeht.


    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, aber nur wenn man diese Art von Geschichten gerne liest. Leser*innen ohne Bezug zu Games, wird es vielleicht etwas schwerer fallen sich in diese Welt einzufinden.

  12. Cover des Buches Ready Player One (ISBN: B07166WK8T)
    Ernest Cline

    Ready Player One

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Teenager Wade Watts verbringt einen Großteil seines Leben in der Online-Welt OASIS. Anders ist das trostlose Leben für viele Menschen im Jahr 2044 auch gar nicht zu ertragen. Als der Erfinder der digitalen Welt stirbt, beginnt eine Online-Schatzsuche. Irgendwo in seinem virtuellen Universum hat er drei Schlüssel versteckt und derjenige, der sie zuerst findet, wird nicht nur Herrscher über die OASIS, sondern erbt auch das milliardenschwere Vermögen. Wie tausende andere auch begibt sich Wade auf die Suche. Er hat allerdings einen kleinen Vorteil: So wie der Erfinder der Online-Welt ist Wade ein großer Fan der Achtziger Jahre und hat es dadurch eine Spur leichter, die versteckten Rätsel und Hinweise zu entschlüsseln. Doch die Konkurrenz bleibt ihm dicht auf den Fersen.
    Nachdem ich bereits Steven Spielbergs Verfilmung kenne, bin ich mit keinen großen Erwartungen an den Roman herangegangen. Aber die Buchvorlage ist um einiges nerdiger, spannender und abwechslungsreicher. Trotz oder gerade wegen der vielen Anspielungen auf die Popkultur der 80er-Jahre macht die Geschichte sehr viel Spaß. Man fiebert und leidet mit Wade und freut sich darauf, ihn bei seiner Schnitzeljagd zu begleiten. Wer mag, kann in dem ganzen virtuellen Treiben sogar den einen oder anderen philosophischen Ansatz erkennen. Tolle Geschichte. Ich freue mich schon auf die vor kurzem erschienene Fortsetzung, die folgerichtig „Ready Player Two“ heißt.
    Die ungekürzte Hörbuchfassung hat eine Dauer von 14h49min und wird gewohnt großartig von David Nathan gelesen.

  13. Cover des Buches Ich und die anderen (ISBN: 9783423208901)
    Matt Ruff

    Ich und die anderen

     (399)
    Aktuelle Rezension von: leselise65

    Ich bin mit einer Erwartung an das Buch heran gegangen, eine humorvolle Geschichte über Erlebnisse eines Menschen mit einer multiplen Persönlichkeit zu erfahren (ich denke mal aufgrund des Covers). Diese Erwartung würde nicht erfüllt, aber ich habe etwas viel Besseres erhalten. 

    Der Autor führt uns ein in die Welt der multiplen Persönlichkeit und beschreibt uns, wie und was sich in deren Kopf und Seelen abspielt. Das hat mich tief beeindruckt!  Ich könnte tatsächlicherahnen wie es sich anfühlen muss wenn sich die Seele einer Person spaltet und wie es dazu kommen kann.  Aber auch welche Probleme dadurch im Alltag entstehen. 

    Die Leben von Andrew und Penny treffen aufeinander und damit auch ihre vielen anderen Seelen. Was sie erleben und wie sie sich gegenseitig helfen ein einigermaßen normales Leben zu führen hat mich emotional sehr berührt und war unglaublich gut und spannend beschrieben. 

    Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen, wenn man sich auf ein Buch mit viel psychologischen Hintergrund einlassen kann.

  14. Cover des Buches Bis in den Tod (ISBN: 9783442356324)
    J. D. Robb

    Bis in den Tod

     (153)
    Aktuelle Rezension von: Anne_Sawyer

    Eve und Roarke sind in ihren Flitterwochen. Es könnte alles so schön sein, würde nicht plötzlich eine Leiche in Roarkes Resort gefunden werden. Anscheinend schien es Selbstmord zu sein, doch dann tauchen plötzlich ähnlichere Fälle auf ...

    Es war sehr schön die ganzen Figuren wiederzusehen. Ich finde Eve genial und zusammen mit Feeney und Peabody bildet sie ein geniales Dreiergespann.
    Besonders die private Geschichte zwischen Eve und Roarke hebt sich in diesem Band besonders von den vorigen Teilen ab und macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem.
    Leider wusste ich recht schnell wer der Mörder war, doch das tut der Reihe kaum einen Abbruch.

    4 Sterne für einen echten Wohlfühlthriller, in dessen Welt ich immer gerne abtauche.

  15. Cover des Buches Die dunkle Seite (ISBN: 9783442458790)
    Frank Schätzing

    Die dunkle Seite

     (302)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Der Roman ist erstmals 1997 erschienen, aber 2007 vom Autor nochmals für eine Neuveröffentlichung überarbeitet worden. In Köln wird die Leiche des türkischen Obst- und Gemüsehändlers Mehmet Üsker gefunden, die Polizei um Kommissar Arik Menemenci nimmt die Ermittlungen auf. Gleichzeitig erhält die Privatdetektivin und ehemalige Polizistin Vera Gemini den Auftrag, einen Mann namens Andreas Marmann ausfindig zu machen. Ihr Kunde Simon Bathge äußert eine seltsame Formulierung zur Begründung: „Damit er mich nicht findet.“ Bald wir klar, dass die Ursache von Üskers Ermordung in der Vergangenheit einiger Soldaten zu suchen ist.

    Schätzing formuliert sehr kurze Sätze, viele pure Hauptsätze, kaum Nebensätze, fast eine Art sprachliches Stakkato. Dem inhaltlich entsprechend, wird der Ablauf der Handlung tageweise, ja sogar mit Angabe der minutengenauen Uhrzeit gegliedert. Streckenweise passiert dennoch nicht viel, wenn der Autor seine Figuren philosophieren lässt, z.B. über Tamagotchis oder Second Live.

    Die Detektivin ist in meinen Augen ein ziemlich unausgegorener Charakter. Einerseits eine toughe, erfolgreiche Frau, andererseits eine bemitleidenswerte Niete, die sich über einen längeren Zeitraum von ihrem Mann schlagen ließ. Das passt in meinen Augen nicht so recht zusammen. Das betrifft auch ihre lange Weigerung, mit der Polizei zu kooperieren, denn warum sollte ihr Klient und Liebhaber etwas dagegen haben? Zumindest hätte sie ihn fragen können. Die Weigerung mag die Spannung steigern, ist aber unlogisch.

    Leider sind die logischen Fehler nicht gerade selten. Denn wie Vera überhaupt auf Lubold als Verdächtigen kommt und wie sie erschließt, dass er Köln nicht verlassen hat, ist an den Haaren herbeigezogen. Er wird ja von allen Gesprächspartnern als verstorben bezeichnet. Dass ihr Verdacht sich bestätigt, mag den logischen Fehler übertünchen, vermag aber nicht, ihn ungeschehen zu machen. Und dass er Köln nicht verlassen hat, erschließt sie aus dem Nichts.

    Zwischendurch hatte ich immer wieder das Gefühl, in meinen Erkenntnissen weiter zu sein als Detektivin und Polizei und das Ende zu kennen, doch Schätzing gelingt es geschickt, immer wieder neue Rätsel und Wendungen in die Geschichte einzubauen und so die Spannung zu erhalten. Das ist dem Autor sehr gut gelungen. Weniger gut gelungen ist jeweils die Auflösung der Spannung, also des Rätsels Lösung, die allzu oft leider auf faktisch Unmöglichem basiert, manchmal allein schon aus Zeitgründen. 

    Alles in allem fühlte ich mich gut unterhalten, haderte aber immer wieder mit der mir nicht zugänglichen Logik des Autors. Drei Sterne

  16. Cover des Buches Spademan (ISBN: 9783453268883)
    Adam Sternbergh

    Spademan

     (45)
    Aktuelle Rezension von: KruemelGizmo

    Spademan war ein Müllmann, vor der Bombe, die den Time Square verwüstete und seine Frau tötete. Nun ist Spademan ein Auftragskiller, er braucht nur einen Namen und das Geld, an der Geschichte dahinter ist er nicht interessiert. Er tötet Männer und Frauen, aber keine Kinder. Nur Psychopathen töten Kinder. Bei seinem neuesten Auftrag bekommt Spademan ein Problem, das Opfer ist die Tochter des mächtigsten Predigers des Landes, volljährig aber schwanger…

     

    Spademan stammt aus der Feder von Adam Sternbergh

     

    In einem futuristischen und zerstörten New York lebt Spademan, ein ehemaliger Müllmann, der nun als Auftragskiller arbeitet. Er hat seine Grundsätze er tötet keine Kinder, was bei seinem nächsten Auftrag zum Problem wird, denn sein Opfer ist schwanger und auch ungeborene Kinder tötet er nicht.

     

    Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt und obwohl auch wörtliche Rede vorkommt wird diese nicht durch Anführungszeichen kenntlich gemacht, was am Anfang ein wenig ungewohnt war beim Lesen auch an den trockenen und nüchternen Stil musste ich mich ein paar Seiten lang dran gewöhnen.

     

    Spademan hat seinen eigenen moralischen Kompass, dem er folgt. Menschen sind ihm eigentlich egal, New York mag er auch nicht, und erst nach und nach erfährt man als Leser warum er so geworden ist und was in New York alles passiert ist.

     

    Die Geschichte selbst empfand ich nicht übermäßig spannend, denn bei der Konstellation der Protagonisten war für mich der eigentliche Ausgang schon sehr vorhersehbar. Das Setting, Spademan als Persönlichkeit und die ein oder andere Idee des futuristischen Lebens in New York war interessant gestaltet und unterhaltsam zu lesen.

     

    Mein Fazit:

    Eine unterhaltsame Geschichte mit einem ganz eigenen Stil und einem ungewöhnlichen Protagonisten

  17. Cover des Buches Delete (ISBN: 9783833309397)
    Karl Olsberg

    Delete

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Noxia_Lupus
    Der Thriller "Delete" von Karl Olsberg wurde 2013 im berlinverlag veröffentlicht. In dem Thriller geht es um vier Studenten, die einfach verschwinden. Das Einzige, was sie verbindet ist, dass sie alle das gleiche Spiel gespielt haben. Doch, sowas ist nicht ungewöhnlich in einer Stadt wie Berlin. Zu der Zeit übernimmt der Hamburger Hauptkommissar Eisenberg die sogenannte "SEGI", die Sonderermittlungseinheit Internet. Doch das stellt sich als eine schwere Herausforderung heraus, da es hierbei um eine Truppe Chaoten geht und Menschen, die nicht weniger zusammenpassen könnten auf den ersten Blick. Wird das der erste Erfolg der SEGI? Ich fand das Buch sehr interessant, auch wenn es zwischenzeitlich ins Übernatürliche abzudriften drohte. Ich freue mich schon darauf den zweiten Teil zu lesen.





  18. Cover des Buches Otherland. Band 1 (ISBN: 9783608949612)
    Tad Williams

    Otherland. Band 1

     (310)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Stadt der goldenen Schatten der spannende Auftakt einer intelligenten, wenn auch sehr komplizierten Geschichte. Aber für solche Bücher ist Tad Williams ja bekannt.
    Wortgewaltig und wie üblich auf vielen, vielen Seiten erzählt Williams die Geschichte einer Verschwörung mächtiger Männer (der Gralsbruderschaft), die das Simulationsnetzwerk Otherland entwickelt haben. Und dieses ist wirklich ein "anderes Land", denn seine Benutzer treten ein in eine virtuelle Welt der unbegrenzten Möglichkeiten.
    Der erste Band dient größtenteils der Vorstellung jener neun Menschen, die sich der mächtigen Gralsbruderschaft entgegenstellen werden. Unter ihnen sind Bürger Afrikas, wie die Lehrerin Renie Sulaweyo und ihr Schüler, ein Buschmann namens !Xabbu, der versucht, seine von der immer fortschrittlicher werdenden Welt bedrohte Kultur zu erhalten. Auch ein kranker Junge namens Orlando, der - ans Bett gefesselt - in der virtuellen Welt von Otherland ein muskelstrotzender Krieger ist, gehört zu diesem Personenkreis.
    Ich kann am Ende von Stadt der goldenen Schatten nur über Williams Einfallsreichtum staunen! Unendlich viele Ideen breitet er vor seinen Lesern aus und relativ einleuchtend gelingt es ihm, die Cyberwelt zu erklären. Zusätzliche Atmosphäre schafft er durch Netfeed, ein Newsticker, der jedem Kapitel voran gestellt ist und - von der Geschichte unabhängige - Nachrichten verkündet, die irgendwie auch in unsere Zeit gehören könnten. In Band eins hat Williams nur den Grundstein für eine komplexe Geschichte gelegt.

  19. Cover des Buches Cronos Cube 2. Der Chaosbringer (ISBN: 9783841506276)
    Thekla Kraußeneck

    Cronos Cube 2. Der Chaosbringer

     (26)
    Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJane

    Nach dem überraschenden Ende des ersten Bandes, geht der zweite ganz  genauso weiter. Überraschend, spannend und unglaublich fesselnd. Mehr als einmal wurde ich auf falsche Fährten geführt und bis zum Ende war nicht klar, ob es gelingt oder nicht. Diese Wendungen und dann auch noch das Ende! Ich bin hin und weg. All das, sowie der Kontrast zwischen dem tristen Überwachungsstaat und der bunten, chaotischen Welt von Cronos hat es mir als Leserin unmöglich gemacht, das Buch länger aus der Hand zu legen.

  20. Cover des Buches Ready Player One (ISBN: 9783596706648)
    Ernest Cline

    Ready Player One

     (693)
    Aktuelle Rezension von: LissiB

    Ich bin überhaupt kein Science Fiction Fan und bin auch kein Gamer oder Ähnliches. Daher fand ich es schon seltsam, dass es dieses Buch alleine mit dem Klappentext auf meine Wunschliste gepackt hat. Tja was soll ich sagen...? Dieses Buch hat mir unglaublich viel Freude bereitet. Ich mochte die Protagonisten bereits innerhalb der OASIS und auch außerhalb haben sie mich nicht enttäuscht. Vieles war so eingängig beschrieben und man hat regelrecht Lust bekommen, ebenfalls am großen Wettkampf um die OASIS teilzunehmen. Eine tolle Leistung! 

  21. Cover des Buches Das Böse in uns/Ausgelöscht (ISBN: 9783404173334)
    Cody McFadyen

    Das Böse in uns/Ausgelöscht

     (1.981)
    Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJane

    Zwei Bücher in einem - das heißt, ich werde die Rezension auch nach den zwei Büchern aufteilen.

    Teil 1: Das Böse in uns.

    In diesem Band wird Smoky an einen Tatort gerufen, der eigentlich nicht in ihrem Bereich liegt. Der Befehl kommt von ganz oben und führt mitten aufs Schlachtfeld der Politik. Natürlich fügt sie sich und ihr Team nimmt sich dem Fall an, über den sie absolutes Stillschweigen behalten müssen. Schnell kommt jedoch die Befürchtung auf, dass diese Leiche längst nicht die erste ist, denn in ihrem Körper wird ein silbernes Kreuz mit der Nummer 143 gefunden. Als innerhalb von einem Tag zwei weitere Tote gefunden werden, muss die Polizei mit eingeschaltet werden und alles droht, ihnen über den Kopf zu wachsen. Das schlimmste ist jedoch, dass sie keinen einzigen Hinweis auf den Täter finden. Der jedoch spielt sein eigenes Spiel und veröffentlich im Internet Videos. „Der Prediger“ stellt sich vor und droht, als nächstes ein Kind zu töten, wenn sie ihn nicht aufhalten. Der Wettlauf beginnt… Die Geschichte um Smoky und ihr Team hat mich erstaunlich fest gepackt und der Griff wird definitiv nicht lockerer. Auch dieser Teil ist unglaublich spannend geschrieben und gefällt mir sogar noch besser, weil an den Tatorten nicht jeder Tropfen Blut beschrieben wird (was auch daher kommt, dass der Mörder nicht blutig tötet). Allerdings stößt mir etwas anderes sauer auf. Der Mord, wegen dem Smoky gerufen wird, wurde an einer Trans Frau verübt, also das „klassische Schema“. Positiv dagegen war, dass dadurch eine neue Ebene im Team aufgedeckt wird. Ich konnte einen ganz neuen Blick auf die Charaktere werfen und das hat mir gefallen. Nichtsdestotrotz hat dieser Mord für mich einen Schatten auf die Geschichte geworfen, den ich nicht so leicht abschütteln konnte.


    Teil 2: Ausgelöscht.

    Es beginnt mit einer Hochzeit, eigentlich ein wundervoller Tag. Wäre da nicht der Wagen, der vor auf den Parkplatz brettert, und eine bewusstlose Frau auf dem Parkplatz ablädt. Schnell wird offensichtlich, dass die Frau viele Jahre in Dunkelheit eingesperrt verbracht hat und die Jagd nach dem Täter führt direkt zum Ehemann der Frau. Ein Mann, der seine Frau loswerden wollte, doch wer steckt hinter alldem? Denn sie finden heraus, dass dies längst nicht die erste Frau ist, der das angetan wurde. Dieser Band ist wieder einmal unglaublich spannend. Weniger blutig, dafür grausam auf eine ganz andere Art. Dieser Teil spielt mit Ängsten, was vor allem wirklich deutlich wird, als Smoky selbst in die Fänge des Täters gerät. Mir fiel auf, dass die Diskrepanz zwischen ihren Fällen und dem Privatleben immer größer wird und es ist offensichtlich, dass die Reihe bald vorbei ist. So viel länger kann das nicht weitergehen. Sowohl Privat, als auch im Job, sind auch so viele Veränderungen in Bewegung geraten, da wird noch einiges passieren. Schade fand ich, dass ihr Team dieses Mal sehr blass wirkte. Es gab kaum Momente, bei denen sie sich hervortun konnten und das Wiedersehen mit einem alten bekannten endet schrecklich. Dafür wurden immer wieder Teile der Vergangenheit des Täters eingestreut. Alles in allem finde ich, es ist nicht der stärkste Band der Reihe, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut.

  22. Cover des Buches Layers (ISBN: 9783785587294)
    Ursula Poznanski

    Layers

     (645)
    Aktuelle Rezension von: katiandbooks

    Der 17jährige Dorian lebt auf der Straße. Nach einem Streit mit einem anderen Obdachlosen, liegt dieser plötzlich tot da, Dorians Taschenmesser direkt daneben. Doch der Junge kann sich an nichts erinnern. Er hat den Schock noch nicht überwunden, da nimmt ein Fremder ihn auch schon in die Villa eines Gönners mit, der obdachlosen Jugendlichen eine zweite Chance gibt - mit Unterkunft, Verpflegung, Bildung ... und mysteriösen Arbeitsaufträgen. 

    "Layers" aus dem Jahr 2015 ist das erste Buch von Ursula Poznanski, das ich mir jemals gekauft habe. Nach schlappen neun weiteren Büchern jedoch das letzte, das ich von ihr wahrscheinlich gelesen haben werde. Haben mir "Erebos", "Saeculum" und vor allem die Eleria-Trilogie noch ausgezeichnet gefallen, konnten mich "Elanus", "Aquila" und "Thalamus" nicht mehr wirklich überzeugen, vor allem mit der Figurenzeichnung hatte ich in diesen Romanen so meine Probleme. Im Vergleich kann ich zu Dorian, dem Protagonisten in "Layers", nun sagen: er bleibt ähnlich blass wie die anderen Jungs ihrer hier genannten Bücher (dazu zähle ich auch Nick aus "Erebos" und Bastian aus "Saeculum") und unterscheidet sich charakterlich kaum von den anderen, wenn er denn überhaupt so etwas wie einen Charakter aufweisen kann, denn eigentlich ist er lediglich eine Standart-Figur, die ihren Text aufsagt.

    Tatsächlich haben mir ihre bisherigen Protagonistinnen wesentlich besser gefallen (auch, wenn ich "Aquila" insgesamt noch weniger mochte, und sie in der Eleria-Trilogie natürlich ihre Charakterzeichnung auf drei Bücher ausweiten konnte), weshalb es mich wundert, warum sie so oft aus der Sicht eines männlichen Jugendlichen schreibt.

    Was Ursula Poznanski jedoch noch nie drauf hatte (auch nicht in der Trilogie) ist es, eine ordentliche, nachvollziehbare und atmosphärische Liebesgeschichte aufzubauen. Hier klappt es tatsächlich am wenigsten gut. Kaum ist Dorian in der Villa angekommen, lernt er die gleichaltrige Stella kennen. Keine zwei Seiten später sind beide unsterblich ineinander verliebt, obwohl man nichts über sie weiß. Gut, streng genommen weiß man über Dorian auch nicht viel mehr.

    Auch, wenn ich kein Freund davon bin, Äußerlichkeiten punktgenau beschrieben zu bekommen, hätte ich hier mit einer Beschreibung ihres Aussehens wenigstens verstehen können, warum Dorian plötzlich so scharf auf sie ist, aber das bekommt man auch nicht. Von jetzt auf gleich verzehrt sich der Junge nach Stella, kann kaum eine halbe Stunde ohne sie sein und tut Dinge bzw tut Dinge auch nicht im späteren Verlauf der Handlung, einzig und allein, weil er sie so sehr liebt. Doch warum er das tut, erfährt man leider gar nicht.

    Dass die Romane von Ursula Poznanski generell mehr Plot- als Charakter-getrieben sind, war mir nach acht bisher gelesenen Büchern natürlich klar, und wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich eher für ein Plot-getriebenes Buch entscheiden, auch, wenn das kein Highlight werden kann, denn im Idealfall hat man natürlich beides. Deshalb war mir relativ schnell klar, dass "Layers" allenfalls ein mittelmäßiges Buch für mich werden würde.

    Doch je weiter man liest, desto öfter wiederholt sich die Handlung. Dorian tut immer und immer wieder dasselbe, begeht immer und immer wieder dieselben Fehler, lernt nichts dazu, kann keine klugen Entscheidungen treffen und bleibt bis zum Schluss extrem naiv und leichtgläubig. Dazu kommt, dass man sonst wirklich nichts von ihm weiß. Klar, da wird mal hier was aus seiner Vergangenheit erzählt und da der Grund erwähnt, warum er überhaupt auf der Straße gelebt hat, doch all das hat keinerlei Effekt auf seinen Charakter oder seine Handlungen. Er wird von der Autorin lediglich durch die Geschichte geführt, wie es gerade nötig ist. 

    Fazit: Poznanskis Ideen sind immer toll, keine Frage. Die Umsetzung hat mir jedoch - je mehr Bücher von ihr im Jahr erschienen sind - immer weniger gefallen, und offenbar hat es mit "Layers" im Jahr 2015 begonnen, von dem man gute 100 Seiten hätte wegstreichen und immer noch dieselbe Geschichte haben können. Vielleicht sogar eine bessere. Von mir bekommt dieses Buch 2**.

  23. Cover des Buches Glanz (ISBN: 9783746626895)
    Karl Olsberg

    Glanz

     (56)
    Aktuelle Rezension von: AnBoe65
    Die Idee der Verknüpfung von Realität, Spiritualität und Computerspiel in der Geschichte hat mir gefallen.
    Doch so wie Computerspiele mich im Realen nicht fesseln können, konnte es auch das Abenteuer nicht, das die Mutter im Spiel ihres Sohnes durchleben musste. Ich lege das Buch unbeendet zur Seite.
  24. Cover des Buches Mein Reich komme - Thriller: BLUE EDITION (ISBN: 9783945298237)
    Alexander Burger

    Mein Reich komme - Thriller: BLUE EDITION

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Zimmermann
    Selten habe ich so eine gute Kriminalgeschichte gelesen. Die Spannung verfolgte mich von der ersten Seite bis zum letzten Wort. Alexander Burger weiß es, in seinem Thriller „Mein Reich komme“ seine Erfahrungen bei seinen realen Ermittlungsarbeiten in den Bereichen Mordkommission, Drogenfahndung und Computerkriminalität gut kombiniert und vor allen Dingen glaubwürdig unterzubringen. Fasziniert bin ich immer noch von der Idee des Cyberhelms, der die virtuelle Vorstellungskraft so stark auf die Physis des Menschen projizieren kann, dass es real wird. Diese Idee ist einfach wunderbar umgesetzt. Auch wenn die gesamte Ermittlungsarbeit vom Protagonisten Mark van Groth absolut mitfiebernd ist – das Ende des Thrillers ist dann wahrlich nervenaufreibend und man will das Buch gar nicht mehr weglegen. Alexander Burger hält den Spannungsbogen über das gesamte Buch auf hohem Niveau, gepaart mit einem Funken Witz an den richtigen Stellen.

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