Bücher mit dem Tag "virtual reality"
36 Bücher
- Ursula Poznanski
Layers
(686)Aktuelle Rezension von: Nadine21Dorian ist obdachlos, seit er bei seinem Vater abgehauen ist. Eines Morgens erwacht er neben einem anderen Obdachlosen, der offenbar ermordet wurde? Dorian kann sich an nichts erinnern. Könnte er der Mörder sein? In seiner Not erscheint ihm Hilfe in Form eines Wohltäters, der obdachlose Jugendliche aufnimmt und ihnen in seiner Villa ein Dach über den Kopf bietet. Doch warum macht er das? Und warum müssen die Jugendlichen Flyer und andere Sachen verteilen?
Für mich ein solider Roman von Ursula Posznanski, aber nicht ihr bester. Die Spannung und die Frage nach dem Warum war immer da, aber im Mittelteil hat für mich die Handlung etwas nachgelassen. Es gab viele Wiederholungen und die Geschichte rund um die Villa war auch etwas undurchsichtig.
Das Ende fand ich dann zwar logisch, aber irgendwie auch unrealistisch. Es kam auf jeden Fall alles viel zu schnell und war dadurch etwas ruckelig.
Insgesamt aber ein gutes Jugendbuch der Autorin. Von mir eine bedingte Leseempfehlung. Vielleicht eher für Leser, die schon ein paar Bücher der Autorin kennen.
- Ernest Cline
Ready Player One
(771)Aktuelle Rezension von: die_pingus_Ready Player One von Ernest Cline ist eine Mischung aus Science-Fiction, Dystopie und einer großen Liebeserklärung an die Popkultur der 1980er-Jahre. Die Handlung spielt in einer Zukunft, in der die reale Welt von Umweltproblemen, Armut und gesellschaftlichem Niedergang geprägt ist. Für viele Menschen ist die virtuelle Welt OASIS deshalb zum eigentlichen Lebensraum geworden.
Im Mittelpunkt steht Wade Watts, der als „Parzival“ in OASIS nach dem Erbe des verstorbenen James Halliday sucht. Halliday hat in seiner virtuellen Welt mehrere Hinweise und Rätsel hinterlassen. Wer sie zuerst löst, soll sein gigantisches Vermögen erben. Was zunächst wie ein harmloses Spiel beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Wettlauf, bei dem nicht nur einzelne Spieler, sondern große Unternehmen um die Kontrolle über OASIS kämpfen.
Die größte Stärke des Romans ist eindeutig seine Atmosphäre. Cline steckt den Roman voller Anspielungen auf Videospiele, Filme, Musik und Technik der 1980er-Jahre. Wer mit dieser Popkultur vertraut ist, wird zahlreiche bekannte Namen und Anspielungen entdecken. Gleichzeitig sind viele dieser Referenzen direkt Bestandteil der Handlung und nicht nur dekoratives Hintergrundwissen.
Auch die Grundidee funktioniert sehr gut. Die Vorstellung einer virtuellen Welt, in der Menschen arbeiten, lernen, spielen und soziale Kontakte pflegen, wirkt aus heutiger Sicht erstaunlich aktuell. Gerade deshalb ist die Dystopie interessanter als zunächst erwartet: Die Flucht in eine digitale Realität erscheint gleichzeitig faszinierend und erschreckend.
Wades Entwicklung vom zurückgezogenen Jugendlichen zum selbstbewussteren Spieler ist nachvollziehbar, auch wenn die Figurenzeichnung insgesamt nicht die größte Stärke des Romans ist. Teilweise wirken die Charaktere eher wie Träger der Handlung und der zahlreichen Popkulturreferenzen. Die eigentliche Faszination entsteht stärker durch die Welt und die Rätsel als durch psychologische Tiefe.
Etwas anstrengend können die vielen Anspielungen werden. Wer mit der Popkultur der 1980er-Jahre wenig anfangen kann, dürfte einige Passagen als überladen empfinden. Zudem ist die Handlung stellenweise recht vorhersehbar und folgt teilweise deutlich den Regeln eines klassischen Abenteuer- und Videospiels.
Trotz dieser Schwächen ist Ready Player One ein ausgesprochen unterhaltsamer Roman. Besonders gelungen ist die Verbindung aus dystopischer Zukunft, virtueller Realität, Schatzsuche und Popkultur. Ernest Cline erzählt keine besonders tiefgründige Charakterstudie, dafür aber ein temporeiches Abenteuer mit einer ungewöhnlich starken Atmosphäre.
Für mich ist Ready Player One vor allem ein Buch, das Spaß macht. Die zahlreichen Referenzen sind gleichzeitig seine größte Stärke und seine größte Schwäche. Wer Videospiele, Science-Fiction und die Popkultur der 80er mag, dürfte an dem Roman deutlich mehr Freude haben als Leser, denen diese Themen wenig bedeuten.
Rezensiert von Herr U.
- Cixin Liu
Die drei Sonnen
(264)Aktuelle Rezension von: Karandi
Absolut genial! Ich hätte nie gedacht, dass mich eine Science-Fiction-Geschichte so dermaßen packen würde. Dass ich noch zwei weitere Teile vor mir habe, erfreut mich umso mehr, zumal mich meine letzten beiden Begegnungen mit Science-Fiction-Büchern eher wenig überzeugen konnten.
Ich finde dieses Buch außerordentlich gut geschrieben. Es macht regelrecht süchtig, und es bereitet großen Spaß, Seite für Seite in diese Geschichte einzutauchen. Der Autor schafft es unglaublich gut, sich nicht so sehr in technischen Details zu verlieren, dass man als Normalsterblicher irgendwann den Faden verlieren würde – obwohl er sehr viele physikalische, technische und naturwissenschaftliche Themen behandelt.
Worum geht es in diesem Buch? Es geht um den Kontakt mit einer außerirdischen Zivilisation, die – wie wir am Ende des ersten Teils feststellen dürfen – unserer gar nicht so unähnlich ist. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Die Außerirdischen kämpfen wortwörtlich ums nackte Überleben, während einige Menschen den Kontakt zu ihnen gesucht haben, um letztlich die Vernichtung der eigenen Art herbeizuführen.
Es gibt nicht nur einen Hauptprotagonisten, sondern mehrere. Einige von ihnen sind zu der Überzeugung gelangt, dass die Menschheit so verdorben, so verkorkst und so unbelehrbar sei, dass nur noch ihre vollständige Vernichtung die Erde retten könne – und dass die Menschheit ihrem vermeintlich wohlverdienten Ende zugeführt werden müsse.
Das ist ein sehr kraftvoller und komplexer Gedanke, den wir vermutlich alle schon einmal hatten. Wer hat nicht schon Sätze gehört wie: „Der Mensch ist das schlimmste Virus“ oder „Der Mensch ist das größte Raubtier“? In diesem Buch wird dieser Gedanke konsequent weitergedacht. Tatsächlich gibt es Menschen, die bei der erstbesten Gelegenheit die Chance beim Schopf ergreifen, um genau dieses Ende herbeizuführen.
Natürlich gibt es aber auch diejenigen, die überleben wollen. Diejenigen, die kämpfen wollen. Diejenigen, die sich nicht einfach auslöschen lassen möchten – so wie es sich für ein Virus schließlich gehören würde.
Dieses Buch lädt zu unglaublich vielen philosophischen Fragen über die Menschheit selbst ein: Wo stehen wir? Wer sind wir? Und was wollen wir sein? Wenn wir das Böse bekämpfen wollen, sind wir dann vielleicht selbst diejenigen, die wir bekämpfen müssten?
Eine weitere Frage, die dieses Buch aufwirft, lautet: Was befindet sich dort draußen in diesem unendlichen Universum? Wie viele weitere Zivilisationen gibt es? Sehen ihre Probleme unseren vielleicht ähnlich, weil sie untrennbar mit Intelligenz verbunden sind? Wird eine Lebensform aufgrund ihrer eigenen Intelligenz irgendwann selbst zu ihrem größten Problem? Und liegt Moral letztlich immer nur im Auge des Betrachters?
Wer Lust auf Philosophie, aber gleichzeitig auch auf eine Mischung aus Thriller, Gesellschaftsdrama und einem gehörigen Schuss Science-Fiction hat, wird mit der Trisolaris-Trilogie absolut fündig.
Die drei Sonnen kann ich bereits jetzt uneingeschränkt empfehlen. Ich freue mich sehr darauf, die beiden weiteren Teile zu lesen – und genau das werde ich nun auch direkt tun.
- Ernest Cline
Ready Player One
(75)Aktuelle Rezension von: RandberlinerZugegeben, ich habe die englische Fassung des 2011 erschienenen Buches gelesen, so dass ich über die Qualität der deutschen Übersetzung keine Aussagen treffen kann. Vor mir erhält das Buch fünf Sterne. Das liegt sicher auch daran, dass als langjähriger Spieler von Second Life, WoW und anderen Online-Spielen mir die Welt der OASIS, einer virtuellen Welt, in dem der größte Teil der Handlung spielt, mehr als vertraut ist. Der Plot ist einfach stimmig und entspricht dem, was ich aus meiner Erfahrung mit Online-Spielen für die Zukunft extrapolieren würde. Dazu kommt eine gehörige Portion Gesellschaftskritik, gemischt mit dystopisch Welten, die in meinen Augen durchaus nicht unwahrscheinlich sind. Eigentlich hatte ich den Film, der 2018 in die Kinos kam, auf der Agenda. Aber dann habe ich die Buchvorlage entdeckt und mich entschieden, zuerst die Bücher (Ready Player Two ist soeben erschienen) zu lesen, um anschließend die cineastische Umsetzung zu genießen.
Über den Plot möchte ich natürlich nicht sploidern. Aber ich kann jedem Leser versichern, dass es Spannung pur ist; für mich ein wahrer Pageturner. Zwar sind die Protagonisten noch relativ jung, was in ihrer Sprache und ihren Umgangsformen zum Ausdruck kommt. Aber das bedeutet nicht, dass die Handlung nur junge Leser anspricht, ganz im Gegenteil. Wer in den 80er Jahren aufgewachsen ist (und das ist jetzt die Generation der heutigen 50- bis 60-Jährigen), entdeckt überraschende Reminiszenzen an die eigene Jugend. Für Kenner und Fans der 80er Jahre, die gekennzeichnet waren durch die ersten, primitiven Videogame-Konsolen, kultige Filme (u. a. WarGames, Monty Python) und die für diese Jahre spezifische Rockmusik, ist das Buch auf jeden Fall ein Hochgenuss. Obwohl in den 2040er Jahren spielend, ist es ein unterhaltsamer und manchmal auch lehrreicher Rückblick auf die 80er Jahre.Nicht zuletzt ist das Thema der virtuellen Welten aktuell wie nie, spätestens seit Facebook (und andere Big Tech Unternehmen) an Projekten wie Mataverse arbeiten und Themen wie Virtual-, Mixed- und Augmented Reality versprechen, die nächsten großen Blockbuster werden und wie das Internet unser Leben grundlegend zu ändern.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es Ernest Cline gelungen ist, ein spannendes und auf jeden Fall lesenswertes Buch sowohl für junge Online-Gamer als auch für junggebliebene Erwachsene zu schreiben. - Karl Olsberg
Boy in a White Room
(136)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerZusammenfassung:
Im Mittelpunkt der Story steht der 15-jährige Manuel, der alleine in einem seltsamen weißen Raum aufwacht und ganz offensichtlich sein Gedächtnis verloren hat. Er weiß weder wer er ist, noch wie er überhaupt in dieses Zimmer gelangte. Seine einzige Möglichkeit der Kommunikation ist eine körperlose künstliche Stimme, die sich Alice nennt. Die Dinge, die er im Laufe der Zeit über sich und sein angebliches Schicksal erfährt, zweifelt er zunehmend an und fortan ist er damit beschäftigt sich selbst zu retten und die verwirrende Wahrheit heraus zu finden.
Mein Leseeindruck:
Der Roman startet stark und spricht mit seiner komplexen Handlung nicht nur jugendliche Leser an. Eine der Kernfragen ist es, wie man Realität von Illusion und Wahrheit von Lüge unterscheiden kann. Künstliche Intelligenz nimmt einen großen Raum ein und der Autor wirft immer mal wieder philosophische Fragen diesbezüglich auf.
Die Geschichte ist definitiv spannend, verliert sich aber leider zunehmend in einer viel zu stark konstruiert wirkenden Handlung. Zu viele Plot-Twists, zu viel Verwirrspiel, zu viele Möglichkeiten .... die Informationsdichte gegen Ende ist einfach überwältigend. Das war mir persönlich dann doch einfach etwas ZU viel.
Das Ende bleibt offen, das sollte man wissen um Enttäuschungen zu vermeiden. Aber schließlich handelt sich um eine Reihe, bestehend aus drei Bänden. Und ich meine, trotz der erwähnten Schwächen hat mich die Story soweit für sich gewonnen, dass ich nun auch wissen möchte, wie es weiter geht.
- Marie Lu
Warcross (Band 1) - Das Spiel ist eröffnet
(190)Aktuelle Rezension von: Das_LesedingInhalt:
die Hackerin Emika ist hoch verschuldet und versucht irgendwie über die Runden zu kommen. Als sie ein Auftaktspiel des eSport Warcross verfolgt, kommt sie auf die Idee das Spiel zu hacken und sich dadurch etwas dazuzuverdienen ...Meinung:
Marie Lu hat früher selbst Videospiele designt, bevor sie ihr erstes Buch geschrieben hat, daher wusste sie, wovon sie schreibt und es lässt sich schnell und einfach in die Welt von Warcross eintauchen. Der Einstieg ist spannend, traurig und voller Aktion, die Charaktere werden gut vorgestellt und in Emika kann man sich gut hineinversetzten und dann kommt irgendwann der Punkt, in dem es einfach langweilig wird. Schnell ist klar, wer der böse Hacker ist, welchen Emika aufspüren soll und auch sonst wirkt die Geschichte ab ca. der Hälfte extrem konstruiert und vorhersehbar. SPOILER ANFANG: Emika entdeckt eine verschlüsselte Datei, welche sie an ihre Grenzen bringt. Es sollte ihr daher zu denken geben, dass andere besser sind als sie. Dennoch macht sie einfach so weiter und versucht nicht mal ihre Daten (besser) zu schützen. Sie muss erst von außen darauf hingewiesen werden, realisiert dann das Problem, verändert aber nichts. Natürlich gibt es auch explizite Szenen, welche aber ganz plötzlich abbrechen und das ist für alle ok und sie tun so, als wäre es nachvollziehbar. Ähm nein, das waren alle keine Gründe und die Protagonisten sind alt genug. Und wenn man auf das Jugendbuch anspielt, dann hätte man diese Szenen auch streichen können - komplett! SPOILER ENDE. Was mich sehr überzeugt hat, waren die Kapitel, in denen auf die Gefahren des dauerhaften Datendiebstahls hingewiesen wurde. Natürlich leben wir (noch) nicht in so einer Welt wie in diesem Buch dargestellt, aber dennoch holen wir uns so viele Geräte (und oder Apps) ins Haus, welche unsere Daten sammeln und diese verwerten, dass es gruselig ist. Wer wissen will, wie Warcross ausgeht, muss den zweiten Teil lesen!Cover:
Das Cover passt nicht zwingend zum Inhalt. Hier hätte ich mir mehr vom eigentlichen Spiel oder Darknet erhofft. So erinnert das Cover eher an einen verwahrliosten Park.Fazit:
Eine spannende Einführung in Warcross, welche nicht durchgehend überzeugt hat. Dennoch möchte ich wissen, wie es ausgeht und werde auch den zweiten Teil lesen. Weil mich die Vorhersehbarkeit gestört und die Logik nicht immer gepasst hat vergebe ich nur 3 Sterne. Eine Leseempfehlung spreche ich an alle aus, welche viele Smart Home Geräte zu Hause haben und auch die Sprachsteuerung am Handy aktiv nutzen. - Andreas Eschbach
Die Abschaffung des Todes
(92)Aktuelle Rezension von: ChronikskindDas im Klappentext beschriebene Szenario hat mich sehr neugierig gemacht - auch wenn ich eingangs noch nicht so richtig ein Gefühl hatte, worauf die Geschichte eigentlich hinaus will.
Tatsächlich fand ich im Nachhinein den Klappentext sogar ein bisschen ungünstig - denn er verrät eigentlich schon recht viel von dem, was man erwarten kann. Denn was genau die Unternehmer eigentlich vorhaben, erfährt man gar nicht am Anfang. Da wird erstmal viel recherchiert, um überhaupt herauszufinden, was die tun. Da spoilert der Klappentext eigentlich sogar ein bisschen. Es tut der Geschichte aber keinen Abbruch, denn wirklich viel verrät der Klappentext nicht.
Die Geschichte ist spannend erzählt. Man nähert sich Stück für Stück dem Thema und bekommt allerhand Erklärungen mit dazu. Auch auf wissenschaftlicher Ebene, was zum Verständnis definitiv hilfreich war, auch wenn ich sicher nicht alles verstanden habe. Auch der philosophische Aspekt spielt eine Rolle, wenn auch eher ein bisschen untergeordnet.
Die Entwicklungen fand ich definitiv interessant und faszinierend. Auch wenn es zum Ende hin etwas ausgeartet ist. Eine Verfolgungsjagd durch Europa hätte es für meinen Geschmack nicht unbedingt gebraucht. Ich muss auch gestehen, dass ich einigen Punkten am Ende zwiegespalten gegenüber stehe. Die Auflösung war durchaus interessant, aber ich hatte irgendwie etwas größeres erwartet. Es war doch erstaunlich, wie unspektakulär das enden kann und gleichzeitig kann ich mir sowas in der heutigen Zeit auch gut vorstellen.
Man kann durchaus den Eindruck haben, dass das Buch sich ein bisschen zieht. Das will ich gar nicht in Abrede stellen und dennoch hatte ich das Gefühl, dass jedes Wort bewusst gesetzt war und jede Info bewusst verpackt. Die Vorstellung des Teams fand ich eigentlich ganz interessant, auch wenn sie der Geschichte nicht wirklich geholfen haben. Hätte es die "Liebesgeschichte" (wirklich nur angedeutet) gebraucht? jein. Im Kontext fand ich sie dann vor allem für das Ende doch wichtig, wenn sie im Rest aber kaum Thema war.
James als Protagonist fand ich spannend. Insbesondere seine Meinung und Einstellung zum Thema objektiver Journalismus. Ansonsten wirkte er eher unnahbar, was aber zum Gesamtkontext echt gut gepasst hat. Man entwickelt aber definitiv keine emotionale Bindung zu ihm oder Nebencharakteren.
Das Ende fand ich interessant gewählt. Denn man kann schon sagen, dass die Geschichte selbst abgeschlossen ist. Die Thematik an sich aber nicht und ich hab mich ein bisschen wie am langen Arm verhungert gefühlt. Und andererseits passt das echt gut - denn wir wissen ja noch gar nicht, wie es weitergehen wird. Da regt das Buch definitiv nochmal zum Nachdenken an - was es eigentlich permanent immer getan hat.
Insgesamt definitiv eine lesenswerte Geschichte mit einem spannenden und faszinierenden Thema, die definitiv zum Nachdenken anregt - wo würde man sich selbst in der Thematik einordnen?
- Ernest Cline
Ready Player One
(65)Aktuelle Rezension von: SoerenTeenager Wade Watts verbringt einen Großteil seines Leben in der Online-Welt OASIS. Anders ist das trostlose Leben für viele Menschen im Jahr 2044 auch gar nicht zu ertragen. Als der Erfinder der digitalen Welt stirbt, beginnt eine Online-Schatzsuche. Irgendwo in seinem virtuellen Universum hat er drei Schlüssel versteckt und derjenige, der sie zuerst findet, wird nicht nur Herrscher über die OASIS, sondern erbt auch das milliardenschwere Vermögen. Wie tausende andere auch begibt sich Wade auf die Suche. Er hat allerdings einen kleinen Vorteil: So wie der Erfinder der Online-Welt ist Wade ein großer Fan der Achtziger Jahre und hat es dadurch eine Spur leichter, die versteckten Rätsel und Hinweise zu entschlüsseln. Doch die Konkurrenz bleibt ihm dicht auf den Fersen.
Nachdem ich bereits Steven Spielbergs Verfilmung kenne, bin ich mit keinen großen Erwartungen an den Roman herangegangen. Aber die Buchvorlage ist um einiges nerdiger, spannender und abwechslungsreicher. Trotz oder gerade wegen der vielen Anspielungen auf die Popkultur der 80er-Jahre macht die Geschichte sehr viel Spaß. Man fiebert und leidet mit Wade und freut sich darauf, ihn bei seiner Schnitzeljagd zu begleiten. Wer mag, kann in dem ganzen virtuellen Treiben sogar den einen oder anderen philosophischen Ansatz erkennen. Tolle Geschichte. Ich freue mich schon auf die vor kurzem erschienene Fortsetzung, die folgerichtig „Ready Player Two“ heißt.
Die ungekürzte Hörbuchfassung hat eine Dauer von 14h49min und wird gewohnt großartig von David Nathan gelesen. - June Perry
White Maze
(97)Aktuelle Rezension von: CherryFairyCover
Das Cover hat einen milchigen Umschlag mit tollen Verzierungen, unter diesen Umschlag sieht man ein "digitales Herz System" mit flammenden Hintergrund.
Story
Vivians Mutter ist die Erfinderin der Lucent-Kontaktlinsen, diese ermöglichen den User eine sehr spezielle Erfahrung, denn die virtuelle Welt fühlt sich nun sehr real an! Doch das beinhaltet nicht nur Glücksgefühle!
Meine Meinung
White Maze ist mein erstes Buch von June Perry und mir ist auch kein anderes Buch von ihr, oder eines ihrer Pseudonymen bekannt.
Beim Thema virtuelle Welten, Gaming, Zukunftsorientierte Dystopie bin ich immer sehr schnell neugierig und so kam ich an White Maze auch nicht vorbei, das Cover sowie der Klappentext waren für mich sehr ansprechend.
Die Story selbst fängt sehr oberflächlich an, Vivian ist eine verwöhnte reiche Göre und lebt nur in ihren Luxus, erst als ein Ereignis passiert, fängt sie an "normaler" zu werden... allerdings fehlte mir einfach die Tiefe und öfters wurde der Spannungsbogen durch "Teenieverhalten" gebremst...
Vielleicht mag es daran liegen, dass ich mit meinen Ü 30 nicht mehr die Zielgruppe bin, obwohl ich in den meisten Fällen damit nie Probleme habe, aber hier wurde ich einfach nicht warm mit den Charakteren, ich benötige da einfach mehr Gefühl...an sich war die Geschichte gut gedacht, aber für meinen Geschmack einfach nicht spannend oder interessant genug umgesetzt.
Mein Fazit:
Coole Idee, aber die Umsetzung war leider für mich etwas langweilig. Da wäre mehr Action drin gewesen , von mir gibt es 3 *
-Einzelband-
- Tad Williams
Otherland-River of Blue Fire
(29)Aktuelle Rezension von: laraelainaein Scifi aus der Feder des Fantasy-Meisters. Die Serie enthält wie immer vier Bände, die gut aufeinander abgestimmt sind. Die Protagonisten müssen sich im Cybernetz behaupten und versuchen in virtuellen Welten zu überleben. Sehr spannend und jeden Cent wert. - Alexander Burger
Mein Reich komme - Thriller: BLUE EDITION
(21)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerSelten habe ich so eine gute Kriminalgeschichte gelesen. Die Spannung verfolgte mich von der ersten Seite bis zum letzten Wort. Alexander Burger weiß es, in seinem Thriller „Mein Reich komme“ seine Erfahrungen bei seinen realen Ermittlungsarbeiten in den Bereichen Mordkommission, Drogenfahndung und Computerkriminalität gut kombiniert und vor allen Dingen glaubwürdig unterzubringen. Fasziniert bin ich immer noch von der Idee des Cyberhelms, der die virtuelle Vorstellungskraft so stark auf die Physis des Menschen projizieren kann, dass es real wird. Diese Idee ist einfach wunderbar umgesetzt. Auch wenn die gesamte Ermittlungsarbeit vom Protagonisten Mark van Groth absolut mitfiebernd ist – das Ende des Thrillers ist dann wahrlich nervenaufreibend und man will das Buch gar nicht mehr weglegen. Alexander Burger hält den Spannungsbogen über das gesamte Buch auf hohem Niveau, gepaart mit einem Funken Witz an den richtigen Stellen. - Chris Beckett
Messias-Maschine
(28)Aktuelle Rezension von: einz1975Die Welt ist schon ein wunderbarer Ort. Er gibt so viel zu entdecken und so viel wurde in den letzten Jahren erfunden. Glaube und Religion hat nicht immer den Fortschritt vorangebracht, vielleicht manchmal sogar eher gehemmt. Chris Beckett beschreibt in seinem Roman eine Zukunft, in der das Land Illyria als Mekka für Technik und Fortschritt entstand. Hier leben Menschen zusammen mit Maschinen. Roboter, welche so täuschend echt aussehen, dass man nicht weiß wo man einen Unterschied finden kann. Dieser wird jedoch schnell gefunden, denn eine Seele kann so ein „Ding“ doch nicht besitzen, oder? Der Hauptprotagonist George ist ein sozial recht unterentwickelter junger Mann.
Als Übersetzter, welcher mehr als sieben Sprachen fließen sprechen kann, ist er intelligent, jedoch so schüchtern, dass er mit echten Menschen kaum etwas zu tun hat. Vielmehr verliebt er sich in eine mechanische Prostituierte. Im Verlauf der Geschichte wird berichtet, wie die Menschen in der Vergangenheit schon einmal wegen ihres Glaubens aneinandergeraten sind. Das gleiche beginnt langsam wieder zu entbrennen, nur das sie diesmal nicht untereinander kämpfen, sondern gegen einen Feind den sie selbst geschaffen haben. Der Staat Illyria steht nun gegen den Rest der Welt, da alle Religionen die Roboter-Menschen verachten und sie als die Ausgeburt der Hölle sehen. Der Mensch ist Gottes Ebenbild und der Mensch sollte nicht selbst Gott spielen.
Die ewige Frage, was ist Leben und was nicht, wird dabei zum zentralen Thema. George´s Mutter spielt ebenfalls eine interessante Rolle, da sie ihr Leben so gut wie komplett in einer virtuellen Welt stattfinden lässt. Sie getraut sich nicht mehr nach draußen und später... Das Leben ist eben nicht einfach nur ein Satz, in dem man ausdrücken kann, was Leben zu sein scheint und was es definiert. Das gleiche gilt für die Seele. Was ist sie? Wo kommt sie her? Gibt es sie überhaupt? Es gibt dazu sicherlich viele philosophische Abhandlungen und auch die Theologen werden sich ihre Gedanken dazu gemacht haben, aber am Ende muss jedoch jeder selbst entscheiden was er davon hält.
Die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen. George selbst wirkt oft sehr unbeholfen und so handelt er auch. Die sozialen Ängste kann man nicht immer ganz nachvollziehen und die zwischenmenschlichen Zärtlichkeiten gleiten nur über in einen Zwang. Die sehr seltsamen Zufälle der Begegnungen muss man auch so hinnehmen, sonst würde die Geschichte nicht funktionieren. Sehr gut hingegen fand ich den Perspektivwechsel zur Maschine und auch die Nebengeschichte mit der Mutter, welche erst am Ende hin abgeschlossen ist, wühlt einen innerlich schon auf. Das Thema ist nicht neu, wird hier aber etwas globaler in Augenschein genommen.
Fazit:
Erst wenn du erkennst was du bist, weißt du was das Leben bedeutet. Chris Beckett stellt nicht Glauben, Religion oder die Wissenschaft in Frage, er hinterfragt lediglich warum der Mensch nicht einfach akzeptieren kann, dass es mehr gibt, als die eine Sicht der Dinge. Es liegt wohl in uns selbst, dass alles was Anders ist auf Ablehnung trifft. Eine Zukunft in der Mensch und Maschine eins werden ist auch diesmal nicht gelungen. Die vielen Zufälle nehmen Kraft und die Nebengeschichten sind fast interessanter als der Hauptcharakter. Dennoch denkt man unweigerlich während man liest nach und fragt sich selbst, ob man nicht eigentlich doch nur eine Maschine ist, eben nur nicht aus Metall, sondern aus Fleisch und Knochen...Matthias Göbel
Autor: Chris Beckett
Übersetzung: Jakob Schmidt
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Erscheinungsdatum: 02.07.2012
ISBN: 9783426511190 - Virgil Kane
In unseren Herzen die Welt
(11)Aktuelle Rezension von: Claudia_ReinländerKlappentext:
Phil, Katy, Pete und Victor verbindet ein gemeinsames Schicksal. Aus ihren Blickwinkeln erfahren wir die Hintergründe zu den Ereignissen in einer Luzerner Nobelklinik. Erst nach und nach werden die Dinge von allen Seiten beleuchtet und Zusammenhänge klar.
Die Erlebnisse der handelnden Personen sind in weiten Schwüngen miteinander verwoben und kreisen wie die Schatten eines großen Windrads um ein gemeinsames Zentrum: was ist Wirklichkeit und wie kommen wir in ihr zurecht?
Die Handlung bildet die Kulisse für den Versuch, die tiefer liegenden Fragen des Lebens anzugehen. Wo liegt sie wirklich verborgen, diese Welt? In all den Dingen um uns her? In unseren Gehirnen? Oder doch in der Art und Weise wie wir fühlen, handeln und lieben?Cover:
Einfach, aber passend. Ein roter Hintergrund. Ein einfach gezeichnetes Herz mit einer Art Strichmännchen daran. Simpel, aber wirkungsvoll.
Meinung:
Das Buch erzählt vier Geschichten von vier Charakteren, die alle aus unterschiedlichen Schichten kommen und scheinbar nichts miteinander tun haben, doch nach und mach merkt man, wie die kleinen Puzzleteile zusammenhängen und wie sich das Ganze verbindet.
Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm. Es lässt sich flüssig lesen und man wird schnell von der Geschichte gefangen genommen.
Phil, Pete, Victor und Katy sind die bestimmenden Charaktere in dieser Geschichte und man kann sich sehr gut in jeden Einzelnen von ihnen hineinversetzen. Die Ich-Perspektive ermöglicht dies und lässt zusätzlich das Nachempfinden der Emotionen und Gefühle zu.
Zwar gibt es hier keine Gliederung und Unterteilung in Kapitel, wie man es sonst gewohnt ist und gerade dies hat mich besonders bei der Dicke des Buches überrascht, aber dennoch hat man den Faden hier nicht verloren und kam sehr gut auch ohne Unterteilung in Kapiteln voran.
Die Geschichten der Charaktere werden fesselnd und lebendig erzählt. Man folgt diesen sehr gern und es wird zu keiner Zeit langweilig oder langatmig, da man unbedingt die Zusammenhänge verstehen möchte und der Geschichte gebannt folgt.
Die Verwirrungen werden erst nach und nach entwoben und die Zusammenhänge klären sich immer mehr auf. Die einzelnen Geschichten und Charaktere sind sehr gut durchdacht und stimmig. Es kommt alles sehr authentisch und real rüber, so dass man sich von der Geschichte und den Gegebenheiten mitnehmen lässt. Mir hat dies sehr gut gefallen. Ich wurde sehr gut unterhalten und es kam mir sehr schnelllebig vor, auch wenn das Buch knapp 700 Seiten umfasst, so gingen diese schneller vorbei als man sich erhoffte. Zeitweise hätte ich das Buch am liebsten nicht aus der Hand gelegt, da ich immer noch weiter lesen wollte.
Eine wundervolle Geschichte bei der man mitleidet, mitempfindet und sich direkt hineinversetzt. Lesegenuss vom Feinsten, der einen traurig stimmt, aber auch nachdenklich und sehr viel Tiefe mit sich bringt. Eine Geschichte, die berührt und bewegt.
Fazit:
Ein emotionales, berührendes und fesselndes Buch mit sehr viel Tiefe und Charme, welches den Leser in seinen Bann zieht und nachdenklich stimmt.
- Thekla Kraußeneck
Cronos Cube 2. Der Chaosbringer
(30)Aktuelle Rezension von: TimeFliesAwayWie auch beim letzten Buch hat mir die Spannung sehr gefallen und natürlich der Schreibstil; diese detailreichen Beschreibungen.
Das einzige, was mir nicht so gefallen hat, waren die Charaktere. Im Grunde waren sie eigentlich ganz gut und mir gefällt auch, dass sie wie reale Personen wirken (welche du magst oder auch nicht, wie im realen Leben halt). Allerdings wurde einfach jeder verdammte Charakter zu einem Plottwist-Charakter am Ende.
An sich habe ich ja nichts gegen Plottwists, aber dann doch nicht so viele!
Die Autorin ist gut im Charaktere entwerfen. Auch in diesem Band kamen einige neue dazu, was mir durchaus gefallen hat.
Also warum hat sie die bereist existierenden Charaktere aus dem ersten Band in so eine miese Lage am Ende des 2. Bandes eingeflochten?
Ich verstehe ja, so hat man mehr Story für die folgenden Bande, weil der Leser dann Hintergrundgeschichte dieser Charaktere möchte. Und das ist natürlich auch das, was ich will.
ABER NICHT WENN DAS ALLE CHARAKTERE BETRIFFT!
Die Autorin hätte so einfach neue Charaktere entwerfen können, zeigen, dass nicht jeder übel und nicht vertrauenswürdig ist, aber neee...
Hmmm.
Aber trotzdem bin ich Mega gespannt auf den 3. Band (der leider erst Oktober 2020 raus kommt 😭)!
-03.2020
- Stefan Thiel
DER RING
(6)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer„Der Ring – Götterdämmerung in der schönen neuen Welt“ von Stefan Thiel ist eine gelungene Neuerzählung der Richard Wagner Oper „Ring der Nibelungen“ in Form eines actionreichen Science-Fiction-Romans.Es fiel mir leicht, mich in der modernen Welt der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts zurecht zu finden. Die Welt und ihre Umstände, in der sie sich befindet, sind sehr realistisch beschrieben und mit ihren Hoverbikes, Transhumanismus und einer großen VR-Welt nicht so abwegig.
Neben Action, Abenteuer und SiFi spielt überraschender Weise auch Glauben und Religion eine große Rolle in der Geschichte, was ich als sehr positiv empfand. Es lässt einen auf bestimmte Geschehnisse der Geschichte einen anderen Blick werfen und selbst ich, als gläubige Katholikin konnte das ein oder andere noch mitnehmen. Dabei ist das Buch in keinster Weise belehrend oder drängt sich auf.
Auch die Charaktere und ihre Entwicklung auf verschiedene Art und in unterschiedliche, unvorhergesehene Richtungen wurden gut beschrieben und es fiel mir leicht mit den Figuren zu fühlen.
Das Ende war für mich teilweise sehr unerwartet, aber da möchte ich nicht mehr verraten.
Es lohnt sich auf jeden Fall diesen spannenden Roman zu lesen!
- Tad Williams
Otherland- City of Golden Shadow
(38)Aktuelle Rezension von: kirjoittaessaniVor vielen Jahren -- vielleicht zehn oder etwas mehr -- habe ich in meiner Stammbuchhandlung zum ersten Mal einen Otherland-Band gesehen. Aus irgendeinem Grunde habe ich zwar ab und an einen Blick darauf geworfen, mich aber nie weiter dafür interessiert. Inzwischen habe ich Stadt und Buchhandlung gewechselt, aber als mein Blick Anfang 2009 auf City of Golden Shadow fiel, da habe ich zugeschlagen. Die geheimnisvolle Stadt, die auf dem Buchdeckel abgebildet ist, mag bei meiner Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Aber wichtiger noch waren die Konnotationen, die in dem Namen Otherland mitschwangen: ich stelle mir eine Welt vor, die völlig anders ist, entrückt, eben nicht von dieser Welt. Das hat sich wieder so angefühlt wie damals, als der Protagonist eines Egan-Romans von seinen Kindheitserinnerungen an die Kähler-Mannigfaltigkeit berichtete; nur, daß ich damals sofort, nachdem ich das Zitat in einer Rezension entdeckt hatte, hin und weg war. Bei Otherland hat sich die Spannung langsam, über Jahre aufgebaut. Nun lag der erste Band also vor mir. Daß es doch recht lange -- etwa ein Jahr -- gedauert hat, bis ich die gut neunhundert Seiten durchgelesen hatte, stellt ihm kein gutes Zeugnis aus. Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft. Ein weltweites Computernetzwerk -- man könnte es Web 3.0 nennen -- ist allgegenwärtig, und der Zugang erfolgt in der Regel in der Art der virtuellen Realität: man sitzt nicht vor dem Bildschirm, sondern taucht mit Brille und Datenhandschuhen (oder gleich durch ein Implantat) völlig ein in die Computerwelt. Der Autor präsentiert eine Reihe von Erzählsträngen, die erst im Laufe der Zeit zusammengeführt werden. Da gibt es Thargor, den sehr stereotypen schwertschwingenden Helden in einer ebenso stereotypen Fantasywelt, offensichtlich ein Rollenspiel. Dazu findet man einige undurchsichtigere Episoden, etwa über einen psychopathischen Serienmörder oder einen altägyptischen Gottkönig. Sehr beeindruckend im Sinne meiner Otherland-Erwartungen, aber auch sehr beängstigend finde ich die Handlung um Paul Jonas, die das Buch auch eröffnet: er ist Soldat in einem Schützengraben im ersten Weltkrieg, aber Kulisse und Handlung sind in ihrem Schrecken seltsam abstrahiert, der Beschuß nie endend, Jonas' Erinnerung verblaßt, sein Erleben von seltsamen Träumen geprägt. Dieser Erzählstrang blieb für mich lange unklar, aber er gehört zu den stärkeren Seiten des Romans. Die Haupthandlung ist dagegen so gewöhnlich, daß sie sich fast im eigenen Bekanntenkreis abspielen könnte: die Südafrikanerin Irene Sulaweyo (Renie) lehrt an der Universität, muß sich aber nebenbei um ihren Bruder kümmern, der noch ein Kind ist, und ihren Vater, der seit dem Tod der Mutter apathisch geworden und dem Alkohol verfallen ist. Ihre kleinen Sorgen und Nöte spitzen sich zu, als ihr Bruder plötzlich ins Koma fällt. Bei ihren Recherchen findet Renie heraus, daß es überall auf der Welt ähnliche Fälle gibt. Zusammen mit einem ihrer Studenten, dem Buschmann !Xabbu, macht sie sich daran, den Grund für die Epidemie aufzudecken. Ich bin durchaus kein Feind von Erzählungen mit Längen -- allerdings erwarte ich schon, daß diese Längen einen erzählerischen Sinn haben. Wenn City of Golden Shadow an die vierhundert Seiten Vorgeplänkel braucht, bis der Leser überhaupt weiß, worum es sich dreht -- bis sozusagen die Frage gestellt ist und die Suche nach der Antwort beginnen kann -- dann möchte ich auch, daß das Vorgeplänkel an sich und ohne den Hintergrund des Romans eine spannende Geschichte bietet. Frei nach Saint-Exupéry soll eben kein Satz gestrichen werden können. Bei einigen der Erzählstränge hat Williams das geschafft -- vor allem eben bei dem um Paul Jonas -- aber die Geschichte um Renie plätschert leider recht langweilig vor sich hin. Wenn es andererseits nur um die Vorstellung der Charaktere gegangen wäre, dann hätte man das auch wesentlich weniger raumgreifend tun können. Ab diesem Punkt, an dem also Charaktere und Kulisse an Ort und Stelle sind und die eigentliche Handlung beginnt, ist das Buch dann endlich spannend und mitreißend bis zur letzten Seite. Damit sind wir auch schon bei dem zweiten Problem, das ich mit City of Golden Shadow habe: es hat kein Ende. Damit meine ich nicht, daß etwa das Dénouement zugunsten eines Cliffhangers fehlte. Vielmehr hört das Buch einfach mitten in der Handlung -- aber mitnichten an einer herausragend spannenden Stelle -- auf. Zugegeben, Otherland gilt als ein langer Roman, der lediglich aufgrund äußerer Umstände in vier Bänden erschienen ist (Bücher mit viertausend Seiten lassen sich nunmal schlecht binden oder verkaufen). Allerdings erwarte ich trotzdem, daß die einzelnen Bände wenigstens in Grundzügen einen Abschluß bieten, zum Beispiel indem eine Teilhandlung beendet und die nächste noch nicht begonnen ist. Das klappt bei den allseits beliebten Trilogien ja auch, selbst beim Herrn der Ringe, der ursprünglich als einbändiges Werk geplant und dann vom Verlag aus wirtschaftlichen Gründen geteilt wurde. Zusammenfassend finde ich -- ohne Kenntnis der anderen Bände -- die Geschichte durchaus interessant und spannend, wegen des viel zu langen Anfangs und des fehlenden Endes mag ich aber trotzdem nur drei von fünf Sternen vergeben. - Thekla Kraußeneck
Cronos Cube 1
(50)Aktuelle Rezension von: TimeFliesAwayDas Buch ist eine Achterbahn mit Adrenalin, man fühlt sich wie in einem Actionfilm – nein, mehrere Actionfilme hintereinander –, es passiert immer wieder was und man weiß nie wirklich, wann Schluss ist, wann die Charaktere ausschnaufen dürfen.
Den Prolog fand ich aber verwirrend und hab das Buch auch fast schon aufgeben, wollte es weglegen, aber keine Ahnung was mich daran hinderte, doch ich habe es gekauft und bin mehr als froh über diese Entscheidung. Nach dem zweiten Kapitel hat es mich bereits in seinen Bann gelegt, mich gefesselt, ich wollte gar nicht mehr aufhören. Die Charaktere waren mir sehr interessant – ich wollte mehr erfahren. Mehr von dieser nahen Zukunft erfahren, die so erschreckend nah scheint.
Die Beziehungen der Charaktere mochte ich besonders. Immer wieder hab ich welche miteinander geshippt, dann aber gleich nicht mehr, als einer von ihnen eine Entscheidung traf, die mir unsympathisch war und mir der andere Charakter leid tat. Erst war es Lachlan, den ich sympathischer fand, derjenige, wegen dem ich das Buch weiterlas. Im Laufe des Buches hat sich das aber so ziemlich gewandelt und jetzt bin ich auf Zack’s Seite.
Echt ein Wunder, was die Autorin mit ihrem Schreibstil geschaffen hat. Jeder Charakter – auch Nebencharaktere – war wertvoll und hatte etwas an sich, über das man mehr erfahren wollte. Niemand war so wirklich überflüssig und jeder hatte nachvollziehbare Schwächen.
Die virtuelle Welt war sehr präzise durchdacht und ich würde das jetzt gerne am liebsten auch spielen. Die Wesen waren in meiner Vorstellung erschreckend, aber irgendwie auch süß. Ich hatte schon immer was für Fantasy-Tiere.
Um zum Punkt zu kommen: ich bin begeistert von dem Buch und kann es kaum erwarten, mit dem 2. Teil zu beginnen.
-02.2020
- Rainer Wekwerth
Ghostwalker
(72)Aktuelle Rezension von: Lisi_WirthDas Buch handelt von der Zukunft. Es wird alles Virtuell gesteuert, Spracherkennung, Netzhauterkennung, Fingerprint, usw. Die Geschichte handelt von Jonas alias Moonwalker der online Zustellungen erledigen muss, weil er sein Geld damit verdient. Für mich ist die Geschichte gut erzählt, nur manchmal fehlt der Zusammenhang zwischen Jetzt-Zeit und Vergangenheit.
- Simon Stålenhag
The Electric State
(28)Aktuelle Rezension von: kleine_welleNach einem Drohnenkrieg ziehen sich die Menschen immer mehr in digitale Welten zurück. Wie ferngesteuert, ziehen sie durch das Land. Mittendrin Michelle und Skip, die auch die das Land fahren, aber mit einem anderen Ziel.
Direkt auf dem Cover bekommt man schon eines dieser fantastischen Bilder von Simon Stalenhag zu sehen. Es wirkt extrem realistisch.
Und genau mit diesen wahnsinnig tollen Illustrationen trägt die Geschichte einen in diese futuristische Welt.
Schon als der Roman vor ein paar Jahren erschien, hatte mich das Cover mit seiner Geschichte gepackt. Ich wollte unbedingt wissen, warum Michelle und Skip, der Roboter an ihrer Seite, durch das Land fahren. Wohin wollen sie in dieser zerstörten Welt?
Leider hatte ich es lange Zeit nicht geschafft, das Buch zu lesen. Erst nachdem ich vor kurzen den Film zu dem Roman gesehen hatte, habe ich die Geschichte dahinter gelesen. Vorneweg, der Film enthält einiges mehr an Details und Geschichte, denn das Buch erzählt viel zwischen den Zeilen. Und vor allem mit seinen Illustrationen.
So gibt es zwar immer wieder einiges an Text und Hintergrundinformationen zu Michelle, aber dann hat man auch wieder seitenweise nur Bilder, die einem die Gegenwart zeigen.
Wer hier also eine Geschichte für zwischendurch erwartet, der täuscht sich, denn obwohl man den Text relativ schnell gelesen hat, wirken die Bilder noch länger nach.
Was sehen die Menschen, wenn sie mit den Helmen verbunden sind?
Ein schon etwas gruseliges Szenario, wenn man sieht, wie die Menschen wie Zombies durch die Gegend ziehen. Geleitet durch riesige Maschinen, die für Strom sorgen.
Erst nach und nach erfahren wir, was Michelle und Skip suchen und am Ende auch finden. Und doch ist die Geschichte nicht komplett abgeschlossen, denn ohne Text nur mit Illustrationen erzählt der Autor, wie es ausgeht. Und der Rest? Der bleibt mir als Leserin offen oder verborgen, je nachdem wie ich es sehen möchte.
Ein wirklich tolles Werk, das mich richtig fasziniert hat.
Mein Fazit: Obwohl ich bereits durch den Film ein paar Dinge über die Geschichte wusste, konnte mich die Intensität der Geschichte trotzdem packen. Neben den Texten faszinierten mich die sehr realistischen Illustrationen besonders. Eine Geschichte, die gerade durch diese starke Kombination wirkt. Eine futuristische Welt, die erschreckend wirkt, aber durchaus im Bereich des Möglichen. Wer sich nicht entscheiden mag, der sollte unbedingt neben dem Roman auch den Film schauen. Beides hat seinen Reiz. Sehr empfehlenswert!
- Johannes Groschupf
Lost Girl
(12)Aktuelle Rezension von: secretworldofbooksNun ja, leider hatte ich mir was ganz anderes vorgestellt als wie der Handlungsverlauf im Buch abläuft. Bis zum Wochenende im verlassenen Kinderheim gefiel es mir recht gut. Aber danach machte die Geschichte eine Wendung. Der Abschluss ist dadurch auch nicht mehr schön geworden. Obwohl sie mit der Suche nach Hannah versuchten Spannung aufzubauen.
- Alessandra Reß
Spielende Götter
(13)Aktuelle Rezension von: ClaudiaMiIn dem Buch geht es um ein Mädchen, das in einer virtuellen Welt versucht, ihrem Mobber zu schaden.
Ich fand das Buch unglaublich atmosphärisch. Die ganze Welt wurde lebhaft beschrieben, ohne dass man sich dabei vom Infodump erschlagen fühlt. Der Wechsel aus spannender Handlung und der Ruhe, gemeinsam mit der Heldin die Welt zu erkunden, haben mich über Tage gefesselt. Es ist eines dieser Bücher, die hängen bleiben. Die Welt empfand ich als intensiv und auch die Fragestellungen, die das Buch aufgeworfen hat, regen zum Nachdenken an.
Man lernte die Charaktere schnell kennen und kann sich in sie hinein versetzen. Wenn man selbst gern Videospiele mag, hat man vermutlich schon öfter 'Virtuelle' abgeschlachtet oder belächelt, wie wenig Eigeninitiative sie zeigen. Was wäre jedoch, wenn das alles weiter fortgeschritten wäre und man ein richtiges Freundschaftsverhältnis zu ihnen aufbauen könnte?
Und hey: Sind wir am Ende selbst nur Teil einer großen Simulation? :D
Die Perspektive aus Sicht des Virtuellen fand ich unglaublich interessant und natürlich schließt man ihn mit der Zeit ins Herz.
Man merkt dem Buch an, dass es ein Herzensprojekt ist - und ich mag es, genau solche Bücher zu finden und zu lesen :D
Daher klare Empfehlung!
- Volker König
VARN
(16)Aktuelle Rezension von: BlausternDer Erzähler ist ein junger Schriftsteller, der im Internet auf sein Buch aufmerksam machen möchte. Er meldet sich mit einem Avatar bei Second Life als Varn an, und schon bald ist er nur noch im Netz unterwegs. Sein Leben in der realen Welt findet immer weniger statt, nachdem er im Netz auch noch eine Frau, Alida, kennengelernt hat. Er verliebt sich in sie, was tragisch endet. Immer weiter taucht er in die virtuelle Welt ein und kann kaum noch unter Realität und Fiktion unterscheiden.
Das Buch ist mit seinen 106 Seiten sehr kurz gefasst. Somit fehlen natürlich viele Details, womit man mehr herausholen könnte. Anfangs ist es doch etwas schwierig, in das Buch zu finden, was sich mit der Zeit legt. Allerdings ist es dann oft schwer, Realität und Fiktion zu unterscheiden, genauso schwer wie es für Varn ist. Aber das finde ich sehr realistisch, denn immer mehr Leute verlieren sich im Netz, anstatt sich auf das wirkliche Leben zu kontrollieren. Das kann doch nicht unsere erwünschte Zukunft sein. - Marion Herzog
Algorytmica
(34)Aktuelle Rezension von: Antje_AubelErzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven, begleitet jedoch hauptsächlich die Protagonistin Kaja. Gemeinsam mit tausenden Menschen lebt sie im Holovit, einer digitalen Illusion, während ihr Körper in der Arche, einem unterirdischen Bunker, der Schutz vor den lebensbedrohlichen Bedingungen der Erdoberfläche bietet, am Leben gehalten wird. Als sie beginnt, ihre Lebensweise zu hinterfragen, gerät sie in große Gefahr, da sowohl ihre Familie als auch ihre beste Freundin zu den Unterstützern des Rates gehören.
Kaja ist intelligent und clever. Sie hinterfragt Dinge kritisch und trifft kluge Entscheidungen, sodass es sehr spannend ist, durch ihre Augen eine unglaublich Verschwörung innerhalb des Holovit und der Arche aufzudecken.
Durch die Perspektivwechsel und zusätzliche Einschübe aus der Chronik der Arche sowie Zeitungsartikeln erfährt man zudem teilweise vor der Protagonistin weitere Hintergründe zum Geschehen, was die Handlung meiner Meinung nach noch aufregender macht, da ich immer gehofft habe, dass Katja kein dümmer Fehler unterläuft.
Trotz der vielen technischen Begriffe und Erfindungen fiel es mir leicht, den Überblick zu behalten, da diese ausreichend erklärt werden.
Die Handlung ist temporeich, aber nicht actiongeladen. Ein bisschen schade fand ich jedoch, dass die Liebesgeschichte der Protagonistin (die sehr plötzlich entsteht) zum Ende hin zu ihrer Hauptmotivation wird.
Ich fand die Geschichte sehr spannend. Obwohl sie wenig neue Ideen nutzt, konnte die detaillierte und gut durchdachte Umsetzung mich in ihren Bann ziehen.























