Bücher mit dem Tag "vorlesen"
382 Bücher
- Cornelia Funke
Tintenwelt 1. Tintenherz
(10.912)Aktuelle Rezension von: AnimantCrumbInhalt
Die zwölfjährige Meggie lebt mit ihrem Vater Mo, einem Buchbinder mit einer außergewöhnlichen Gabe: Wenn er laut aus Büchern vorliest, können Figuren und Gegenstände daraus in die reale Welt treten.
Doch diese Fähigkeit hat ihren Preis. Jahre zuvor verschwanden Meggies Mutter und einige düstere Gestalten aus einem Buch namens Tintenherz – darunter der gefährliche Capricorn. Als dieser plötzlich wieder auftaucht, geraten Meggie und Mo in ein gefährliches Abenteuer zwischen Buchseiten und Wirklichkeit.
Gemeinsam mit Verbündeten müssen sie nicht nur gegen einen skrupellosen Gegner kämpfen, sondern auch lernen, welche Verantwortung mit der Macht der Geschichten einhergeht.
Meinung
Die große Stärke des Romans liegt eindeutig in seinen Figuren.
Meggie ist eine neugierige, mutige Protagonistin, deren Liebe zu Büchern authentisch und nachvollziehbar wirkt. Ihre Entwicklung geschieht ruhig und glaubwürdig – sie wächst mit den Herausforderungen, ohne ihre kindliche Perspektive ganz zu verlieren. Mo, auch „Zauberzunge“ genannt, ist eine besonders gelungene Figur: warmherzig, nachdenklich und zugleich von Schuldgefühlen geprägt. Seine innere Zerrissenheit verleiht der Geschichte emotionale Tiefe. Auch Nebenfiguren wie Staubfinger oder Elinor sind differenziert dargestellt. Sie besitzen eigene Motive, Stärken und Schwächen, wodurch die Welt von Tintenherz lebendig und greifbar wird.
Die Handlung entwickelt sich eher behutsam als rasant. Spannung entsteht weniger durch ständige Action, sondern durch die bedrohliche Präsenz des Antagonisten und das faszinierende Spiel mit der Grenze zwischen Realität und Fiktion. Es gibt überraschende Wendungen, doch sie fügen sich organisch in die Geschichte ein. Besonders reizvoll ist die Grundidee selbst: die Macht des Vorlesens und die Frage, was geschieht, wenn Geschichten lebendig werden. Diese literarische Meta-Ebene macht den Roman zu etwas Besonderem.
Die verschiedenen Ausgaben von Tintenherz zeichnen sich durch detailreiche, oft verspielte Illustrationen aus. Typisch sind dunkle Farbtöne, ornamentale Elemente und Motive, die an alte Bücher erinnern. Das Cover transportiert die geheimnisvolle, leicht nostalgische Atmosphäre des Romans sehr passend und unterstreicht den märchenhaften Charakter der Geschichte. Es wirkt klassisch und zugleich einladend – ganz wie der Inhalt selbst.
Fazit
Tintenherz ist kein atemloser Pageturner, sondern ein ruhiger, atmosphärischer Fantasyroman, der vor allem durch seine Figuren und seine Idee überzeugt.
Als moderner Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur hat das Werk seinen festen Platz verdient. Es ist eine Liebeserklärung an Bücher und Geschichten – und gerade deshalb bis heute lesenswert. - Cornelia Funke
Tintenwelt 2. Tintenblut
(3.537)Aktuelle Rezension von: AnimantCrumbMit Tintenblut, dem zweiten Band der Tintenwelt-Reihe, vertieft Cornelia Funke die Geschichte rund um Meggie, Mo und die Welt der lebendig gewordenen Worte. Der Roman ist spürbar düsterer und komplexer als Tintenherz und richtet sich an Leserinnen und Leser, die bereit sind, tiefer in diese besondere Fantasywelt einzutauchen.
Inhalt
Nach den Ereignissen des ersten Bandes scheint die Gefahr noch lange nicht gebannt. Die Grenze zwischen der realen Welt und der Tintenwelt wird endgültig überschritten: Meggie, Mo und einige Gefährten finden sich mitten in der Welt wieder, die einst nur zwischen Buchdeckeln existierte.
Doch die Tintenwelt ist alles andere als märchenhaft idyllisch. Unterdrückung, Gewalt und Machtgier bestimmen das Leben vieler Menschen. Alte Feinde gewinnen erneut an Einfluss, während sich neue Allianzen bilden.
Meggie muss lernen, mit ihren eigenen Fähigkeiten umzugehen, während Mo sich immer stärker in eine Rolle verstrickt, die er nie einnehmen wollte. Entscheidungen werden schwerer, Opfer größer – und die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung.
Charaktere – gewachsen und facettenreich
Ein besonderes Merkmal von Tintenblut ist die Weiterentwicklung der Figuren.
Meggie ist nicht länger nur Beobachterin, sondern wird zunehmend selbst zur Gestalterin der Handlung. Ihre Entwicklung wirkt nachvollziehbar und konsequent – sie lernt, Verantwortung zu übernehmen, und entdeckt dabei neue Seiten an sich.
Mo steht stärker im Zentrum als zuvor. Sein innerer Konflikt, seine Schuldgefühle und sein Wunsch, das Richtige zu tun, verleihen der Geschichte emotionale Tiefe.
Auch Nebenfiguren wie Staubfinger gewinnen an Komplexität. Besonders ihre persönlichen Motive und Loyalitäten werden differenziert dargestellt, was die moralischen Grauzonen der Geschichte unterstreicht.
Atmosphäre & Spannung
Im Vergleich zu Tintenherz ist Tintenblut deutlich ernster und stellenweise düsterer. Die Handlung entfaltet sich ruhig, aber mit stetig wachsender Spannung.
Statt schneller Action setzt der Roman auf eine dichte, fast schon epische Erzählweise. Intrigen, Machtspiele und überraschende Wendungen sorgen dafür, dass die Geschichte nie vorhersehbar wird. Gerade die emotionalen Konflikte und unerwarteten Entwicklungen hinterlassen nachhaltigen Eindruck.
Cover – geheimnisvoll und passend zur Stimmung
Die Covergestaltung von Tintenblut bleibt dem Stil der Reihe treu: dunkle Farbtöne, filigrane Ornamente und symbolische Motive. Die visuelle Gestaltung spiegelt die düstere Atmosphäre des Romans wider und vermittelt bereits vor dem Lesen das Gefühl, in eine geheimnisvolle, gefährliche Welt einzutauchen. Es wirkt klassisch und hochwertig – ganz im Sinne der Geschichte, die es umrahmt.
Fazit
Tintenblut ist eine gelungene, tiefere Fortsetzung von Tintenherz. Der Roman ist komplexer, ernster und emotional vielschichtiger.
Wer bereit ist, sich auf eine langsam erzählte, atmosphärische Fantasygeschichte mit ausgearbeiteten Figuren und moralischen Grauzonen einzulassen, wird hier fündig. Als Mittelband der Tintenwelt-Reihe überzeugt er durch Tiefe und Charakterentwicklung – und macht neugierig auf den abschließenden Band.
- Cornelia Funke
Tintenwelt 3. Tintentod
(2.957)Aktuelle Rezension von: AnnikaSDie Tintenwelttrilogie findet mit Tintentod ihren Abschluss. In diesem Band gibt es ein erneutes Wiedersehen mit allen Charakteren, die wir im Laufe der Zeit so ins Herz- oder eben auch nicht! ;) - geschlossen haben. Obwohl das Lesen von Band 2 ein Jahr zurücklag, hatte ich nur wenig Mühe in Band 3 zurück in die Tintenwelt zu finden. Die Autorin fährt hier noch einmal alles auf, was die magische Welt zu bieten hat und sorgt für die ein oder andere Überraschung. Interessant fand ich den Ansatz der verwandelten Persönlichkeit Mos, das Verschmelzen mit der fiktiven Person des Eichlhähers- hier habe ich mir sogar noch weitergehende Entwicklung gewünscht. Es gibt viel Dramatik, Wendungen, Unwägbarkeiten und immer wieder kommt die Frage auf- wem kann man trauen? Das Ende kam dann doch recht schnell daher, nachdem sich Cornelia Funke soviel Zeit mit dem Aufbau des letzten Teils nahm. Dennoch wurden für mich alle Fragen geklärt und ich denke, dass die Trilogie einen würdigen Abschluss gefunden hat. Ich mochte auch, die Andeutung am Ende über die Gefühlswelt von Meggies Geschwisterchen- die so sehr Meggies ist, aber eben genau gegensätzlich. Wäre das Gegenstand von Band 4, fänd ich es, denk ich, ganz toll- aber nach allem was ich bisher zur Zusatzgeschichte gelesen habe, bin ich mir nicht sicher, ob es diese wirklich für mich braucht.. Bd 3 ist für mich eigentlich Abschluss genug ♡
- Bernhard Schlink
Der Vorleser
(5.814)Aktuelle Rezension von: ReadingFoxySehr schöne Neuauflage
Ich denke, die meisten kennen das Buch oder haben den Film schon einmal gesehen.
Doch finde ich, sollten Klassiker (denn es ist mittlerweile 30 Jahre alt) in keinem Schrank fehlen und gerade dieses Buch ist in der heutigen Zeit wieder sehr wichtig.
Und hier hat der Diogenesverlag eine wirklich schön gestaltete Neuauflage des Buches veröffentlicht.
Das Buch erzählt in drei Teilen die Lebensgeschichte von Michael Berg und seine Beziehung zu Hanna Schmitz, vor dem Hintergrund der deutschen NS-Vergangenheit. Es wird aus der Ich-Perspektive von Michael Berg erzählt. Es verbindet eine Liebesgeschichte mit der Auseinandersetzung mit dem Holocaust und der Schuldfrage.
Es ist sicher keine leichte Kost, aber dennoch wichtig zu lesen und zu verstehen.
Das Buch ist recht neutral und nüchtern geschrieben. Es werden keine direkten Wertungen der Handlungen vorgegeben. Der Leser selbst muss sich hier eindenken und sich seine eigene Meinung bilden. Man muss sich mit einigen, auch schwierigen, Fragen auseinandersetzen und die Geschichte für sich selbst bewerten.
ISBN: 978-3257073690
Autor: Bernhard Schlink
Verlag: Diogenes
ET: 19.11.25
Umfang: 208 Seiten
- Nicholas Sparks
Wie ein einziger Tag
(2.464)Aktuelle Rezension von: Jenny_SieberWahre Liebe begegnet sich, wo sie will: unabhängig von Status, Ansehen und Prestige. Dieser Roman zeigt, dass es nur einen Weg gibt: den des Herzens. Manchmal müssen wir dafür Umwege gehen und gleichzeitig zeigt der Roman, es ist nie zu spät. Manchmal muss man zurückgehen um das wahre Glück zu empfangen.
- Daphne du Maurier
Rebecca
(451)Aktuelle Rezension von: HenriLMatosRebecca ist ein Meisterwerk des psychologischen Unbehagens. Die namenlose Ich-Erzählerin ist nicht nur namenlos, sie ist identitätslos. Sie existiert in Manderley als Nachahmung einer Frau, die sie nie gekannt hat, und jeder um sie herum hilft dabei, dieses Phantom lebendig zu halten. Du Maurier hat etwas beschrieben, das tiefer geht als Eifersucht: die Auslöschung eines Selbsts durch die bloße Existenz eines anderen. Psychologisch präzise und atmosphärisch unübertroffen.
- Cornelia Funke
Tintenwelt 1. Tintenherz
(246)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeBand 1 aus der Tintenherz-Welt als Hörspiel hat mir sehr gut gefallen. Gute Sprecher, gute Vertonung und eine spannende Geschichte.
Es geht um Meggie und ihren Vater, ein besonderes Buch und eine besondere Gabe. Der Reiz an der Geschichte liegt sicherlich auch an dieser besonderen Welt der Bücher, die für jeden Buchliebhaber natürlich faszinierend ist. :)
15.11.2024
- Marie-Sabine Roger
Das Labyrinth der Wörter
(642)Aktuelle Rezension von: MLS„Das Labyrinth der Wörter“ ist eine liebevolle, warmherzige Geschichte mit einem sehr einfühlsamen Schreibstil. Besonders schön fand ich die Entwicklung der Charaktere – sie wurden mit viel Tiefe und Menschlichkeit gezeichnet.
Trotzdem hat mir persönlich etwas gefehlt: Die Handlung war für meinen Geschmack zu ruhig und spannungsarm, sodass es mir schwerfiel, wirklich dranzubleiben. Es fehlte einfach ein gewisser Zug oder Wendepunkt, der mich neugierig gemacht hätte, wie es weitergeht.
Nichtsdestotrotz ist es ein schön geschriebenes Buch, das leise berührt – besonders für Leser*innen, die eher ruhige, charaktergetriebene Geschichten mögen.
- Cornelia Funke
Tintenblut
(240)Aktuelle Rezension von: MarenMoeAuch hier wieder grandios. Cornelia Funke gehört einfach mit zu den Autoren, die mich seit Kindertagen begleiten und mich einfach immer wieder in ihren Bann zieht. Auch der zweite Teil der Tintenwelt fesselt wieder. Diesmal geht es direkt in die Tintenwelt. Super spannend und wieder fantastisch beschrieben. Einziges Manko, wie auch in der ersten Hörfassung, zu viel Musik. Die hätte man sich meiner Meinung nach sparen könne, beziehungsweise reduzieren. Es war mir wieder zu viel. Der Geschichte tut das jedoch keinen Abbruch, ich überspringe die Passagen einfach. Die Spannung nimmt immer weiter zu, es gibt viele Wendungen und ich freue mich schon jetzt den dritten Teil zu starten.
- Rhiannon Navin
Alles still auf einmal
(81)Aktuelle Rezension von: Alexa-TimMich hat die Thematik sehr interessiert in dem Buch. Es geht halt darum, dass ein Amokläufer in die Schule kommt und um die Zeit nach dem Amoklauf. Zach und seine Eltern haben den Verlust von seinem Bruder zu verkraften.
Ich war sehr gespannt darauf, wie das Buch aufgestellt ist. Es war doch ganz anders als ich mir vorgestellt habe.
Die Sprache ist sehr einfach gehalten, da es aus der Sicht des 6-jährigen Zach geschrieben ist. Anfangs fehlte mir doch die emotionale Ebene. Dadurch kam ich erst nicht so in die Geschichte rein.
Ab ca. der Hälfte des Buches konnte mich das Buch doch noch berühren und mitnehmen.
Ich fand es sehr berührend, was der Tot vom Sohn/Bruder mit Zach und seinen Eltern gemacht hat. Häufig war es einfach traurig, dass Zach so allein gelassen wurde mit seinen Gefühlen.
Auch kann ich die Eltern ein Stück weit verstehen. Schließlich müssen die Eltern damit auch erst klar kommen und jeder reagiert anders in solch einer Situation. Man kann es vorher nie sagen wie man wirklich reagiert.
Das Buch ist es auf jedenfall Wert gelesen zu werden. - Jean-Paul Didierlaurent
Die Sehnsucht des Vorlesers
(311)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Guylain arbeitet für ein Recyclingunternehmen und muss täglich sicherstellen, dass die riesige Schreddermaschine reibungslos funktioniert und Abertausende von Büchern zerkleinert. Aufgrund seiner Liebe zu Büchern verabscheut Guylain diese Arbeit jedoch zutiefst und spricht von der Maschine als „die Bestie“. Sein einziger Trost ist, dass es ihm hin und wieder gelingt einige Seiten vor der Zerstörung zu retten. Diese liest er dann bei der täglichen Zugfahrt zu seiner Arbeitsstelle seinen Mitreisenden vor. Eines Tages findet Guylain einen USB-Stick auf dem eine ihm unbekannte Frau namens Julie von ihrem Alltag erzählt. Nachdem Guylain diese Texte gelesen hat ist er überzeugt, dass Julie seine Seelenverwandte ist und er setzt alles daran sie zu finden…
Für ihn war der Inhalt bedeutungslos. Was zählte, war der Akt des Vorlesens. Er schenkte jedem einzelnen Blatt seine ungeteilte Aufmerksamkeit, damit das Vorlesen seine magische Wirkung entfalten konnte: Jedes Wort, das ihm über die Lippen kam, befreite ihn ein bisschen von dem Ekel, der ihn beim Gedanken an seine Arbeit überkam. (S. 14)
Meine Meinung:
Der Klapptext hat mich direkt angesprochen. Ich hoffte auf ein Highlight wie „Der Buchspazierer“ (von Carsten Henn) und das Thema Büchervernichtung hat mich auch ein bisschen an das Buch „Fahrenheit 451“ (von Ray Bradbury) erinnert. In „Die Sehnsucht des Vorlesers“ ist die Büchervernichtung aber nicht ganz so dramatisch, weil es nicht darum geht von sämtlichen Büchern alle vorhandenen Ausgaben zu zerstören. Es sollen „nur“ Bücher geschreddert werden, die nicht verkauft werden konnten und die daraus gewonnenen Rohstoffe sollen zudem zur Herstellung neuer Bücher verwendet werden.
Die Lebenswelt, die Gedanken und die Gefühle von Guylain werden sehr einfühlsam und anschaulich beschrieben. Dadurch kann man sich sehr gut in Guylain hineinversetzen. Er lebt relativ zurückgezogen, sein Alltag ist etwas trostlos, seine Arbeit verabscheut er richtiggehend und sein Chef ist noch dazu ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse. Daher wünscht man es Guylain sehr, dass er neuen Mut schöpft und ihn ein erfüllteres und glücklicheres Leben erwartet. Es macht Guylain sympathisch wie sehr er sich um Guiseppe bemüht und was für ein guter Freund er diesem ist. Guiseppe ist ein früherer Arbeitskollege von Guylain und hat bei einem Arbeitsunfall seine Beine verloren hat. Es wird zudem richtig rührend beschrieben wie sehr Guylain an seinem kleinen orangefarbenen Freund, dem Goldfisch Rouget de Lisle, hängt:
Er brauchte den Goldfisch wirklich, er litt unter einer regelrechten Abhängigkeit und konnte nicht auf einen stummen orangefarbenen Gefährten auf seinem Nachttisch verzichten. Es war ein großer Unterschied, ob man allein lebte oder zusammen mit einem Goldfisch, das wusste er aus Erfahrung. (S. 162/163)
Das Buch hat sowohl fröhliche Momente als auch traurige, die sehr betrüblich sind. Für schöne und zu Herzen gehende Momente sorgt Guylains Freundschaft zu Guiseppe und zu seinem Goldfisch Rouget de Lisle. Außerdem ist es toll wieviel positive Gefühle er selbst aus dem Vorlesen zieht und wie viel Freude er damit besonders den älteren Herrschaften in der Seniorenresidenz bereitet. Auch die Seelenverwandtschaft, die Guylain spürt als er die Texte der ihm unbekannten Julie liest berührt einem und es ist schön zu lesen mit wieviel Hoffnung und Durchhaltevermögen er sich daran macht Julie ausfindig zu machen.
Es hätte mir besser gefallen, wenn diese fröhlichen und hoffnungsvollen Momente mehr Raum eingenommen hätten. Stattdessen wird sehr ausführlich und eindrücklich beschrieben wie sehr Guylain unter seiner Arbeit leidet und wie sehr er sie verabscheut. Das allein wäre für mich aber noch kein Kritikpunkt. Es kommt jedoch hinzu, dass auch Julie mit ihrer Arbeit ziemlich unglücklich ist. Sie hat des Öfteren mit Kunden, die sich ihr gegenüber respektlos verhalten, die auf sie herabsehen und die ihr demütigende Erfahrungen verschaffen. Das zu lesen tat weh und machte traurig. Ich habe sowohl Julie als auch Guylain gewünscht, dass es ihnen gelingt eine Arbeit finden, die sie glücklicher macht und die ihnen nicht so zusetzt. Dazu kommt es aber nicht. Die beiden haben sich vielmehr mit ihrer jeweiligen Situation abgefunden und sie haben anscheinend diesbezüglich die Hoffnung auf Besseres aufgegeben. Da Guylain bzw. Julie aber noch keine 40 bzw. noch keine 30 Jahre alt ist liegen aber noch Jahrzehnte mit ihrer Arbeit vor ihnen: Jahrzehnte in denen ihnen ihre Arbeit weiter zusetzen wird. Am Ende der Geschichte bleibt einem einzig die Hoffnung, dass Guylan und Julie vielleicht Freunde bzw. vielleicht sogar ein Paar werden und zumindest dadurch das Leben der beiden glücklicher wird. Das hofft man, aber es wird leider bloß angedeutet und es ist ungewiss ob es wirklich so kommen wird.
Das führt mich zu meinem größten Kritikpunkt: Das Ende der Geschichte ist meiner Meinung viel zu abrupt. Es bleiben Fragen offen und es werden Sachen angedeutet statt dass man erfährt was im weiteren Verlauf tatsächlich noch passiert ist. Damit hatte ich meine Probleme – zumal ich fast zur gleichen Zeit einen Roman mit einer ähnlichen Thematik gelesen habe, der es diesbezüglich meiner Meinung nach besser gemacht hat:
Ich habe fast zur gleichen Zeit „Der Buchspazierer“ (von Carsten Henn) gelesen. Darin geht es ebenfalls um die Liebe zu Büchern und zum Lesen. Allerdings hat mir „Der Buchspazierer“ viel besser gefallen (= 5-Sterne-Buch). In beiden Geschichten geht es um einen liebeswerten und etwas zurückgezogen lebenden Buchfreund, der es nicht ganz leicht hat. Außerdem handelt es sich in beiden Fällen nicht „nur“ um eine lockere, hoffnungsvolle Geschichte. Stellenweise sind beide Geschichten durchaus auch dramatisch, traurig und nachdenklich machend. Was mir am Buch „Der Buchspazierer“ besser gefallen hat als beim Buch „Die Sehnsucht des Vorlesers“ ist insbesondere das Ende. Beim „Buchspazierer“ ist das Ende wunderschön, hoffnungsvoll und fällt zudem deutlich ausführlicher aus. Bei „Die Sehnsucht des Vorlesers“ ist mir das Ende zu abrupt: Man ahnt zwar wie es weitergehen könnte, aber es wird eben mehr angedeutet als tatsächlicher erzählt. Es ist davon auszugehen, dass die Hauptperson Guylain zwar zukünftig etwas glücklicher sein dürfte als gegenwärtig, aber die Abscheu vor seinem Beruf wird ihm wohl dennoch weiterhin sehr zusetzen und nicht einfach verschwinden.
Fazit:
Es handelt sich um eine schöne Geschichte über die Liebe zu Büchern, aber man hätte noch mehr daraus machen können und ich hätte mir ein ausführlicheres Ende gewünscht. Für mich konnte das vorliegende Buch nicht an „Der Buchspazierer“ (von Carsten Henn) heranreichen.
- Cornelia Funke
Tintentod: Titenwelt 3
(149)Aktuelle Rezension von: angies_bücherIch finde,dass Cornelia Funke mit ihrer Tintenwelt ein vollkommenes Meisterwerk gelungen ist. Ich mag alle Bände sehr gerne und mir gefällt auch der dritte Band sehr gut.
Die Entwicklung der Figuren ist toll. Ganz besonders gerne mag ich Staubfinger. Er ist tatsächlich meine Lieblingsfigur. Auch Mortimers Entwicklung ist großartig. Von einem alleinerziehenden Vater,der vor seiner Gabe flieht, zu einem Mann, der seine Familie wiederfindet, zum Eichelhäher und zurück zum Buchbinder. Alles schlüssig wundervoll erzählt.
Ich bin jetzt sehr gespannt auf den vierten Band den ich noch nicht kenne.
- Paul M. Belt
Geschichten aus Nian - Lindenreiter
(52)Aktuelle Rezension von: admitIm Lande Nian können Bäume und das Gras sprechen. Dort lebt auch ein liebenswertes Volk, lauter winzige Leute mit großem Herz. Ihre besonderen Talente nutzen sie, um ihre Welt vor den Riesen zu retten. Man fiebert mit ihnen mit, wenn es doch einmal gefährlich wird. Die flüssige Schreibweise von Autor Paul wird immer wieder von wunderschönen Illustrationen zu einem wahren Feuerwerk für die eigene Fantasie gesteigert. Absolut empfehlenswert zum Ausstieg aus unserer derzeit so unerfreulichen Realität!
- Sven Gerhardt
Minna Melone - Wundersame Geschichten aus dem Wahrlichwald
(27)Aktuelle Rezension von: annas_bibliomanieSpannende Abenteuer und Vertrauen auf die innere Stimme
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Minna Melone
Wundersame Geschichten aus dem Wahrlichwald
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Rezensionsexemplar
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Inhalt: Minna Melone taucht eines Tages am Ende des Wahrlichwaldes auf. Klar, dass die Tiere des Waldes da aufgeregt sind, wenn ausgerechnet eine Wanderratte ihr Lager in der Nähe aufbaut.
Aber das ist nicht alles. Minna Melone führt jeden Abend ein Theaterstück auf und berichtet von den Abenteuern, die sie - angeblich - erlebt haben soll.
Der weise Uhu findet das nicht richtig und will Minna aus dem Wahrlichwald vertreiben, doch Zara das Eichhörnchen ist so begeistert von Minnas Geschichten, dass sie sich für sie einsetzt. Wie wird es wohl weitergehen?
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Meine Meinung: Zunächst habe ich das Cover des zweiten Bandes: Zara Zylinder gesehen, welches mich total begeistert hat. Im Gespräch mit einer Verlagsmitarbeiterin empfahl mir diese zunächst den ersten Band zu lesen und wir lieben ihn!
Die spannenden Geschichten rund um Minna Melones Theateraufführungen sind begleitet von zauberhaften Illustrationen und lassen einen in eine magische Fantasiewelt reisen, die zum Träumen anregt.
Wir lesen das Buch hier kapitelweise mit der Großen (3,5 Jahre) und das klappt super. Tatsächlich finde ich das Buch vielleicht sogar spannender und kann mir gut vorstellen, dass es was für Erstleser-Innen ist! ♥
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Fazit: Absolute Empfehlung für diejenigen unter euch, die verträumte, spannende Geschichten ohne Cliffhanger mögen!
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Altersempfehlung: Vorlesegeschichte ab 6 Jahren
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Text: Sven Gerhardt
Illustrationen: Mareike Ammersken
🌟 5/5
Preis: 14€
ISBN: 978 3 328 17959 8
Verlag: cbj
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Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar @bloggerPortal
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Werbung
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When I'm Gone – Verloren
(279)Aktuelle Rezension von: LidenKeine Leseempfehlung (für Leute über 25 Jahre)
Datum : 25.06.2025
✨Handlung✨
Armes, schüchternes Mädchen und Steinzeitmann finden sich.
✨Protagonisten✨
Charaktere : 2 / 5
Ich Tarzan, du Jane. Ach ne, die beiden hießen ja Mase und Reese. Er, der fürsorgliche und übergriffige Neandertaler (na aber immerhin hat er es zugegeben) und sie die gebrochene und schüchterne Mausi. Okay, ihr Background war wirklich das Tiefste in der Geschichte.
✨Setting✨
Unterhaltung : 1 / 5
Sehr oberflächlich außer Reese ihre Vergangenheit. Kurzes, plexiglastransparentes Drama. Fands nicht mal süß. Hab’s durchgelesen und werde es jetzt verschenken. Ach, es spielt in Amerika.
✨Schreibstil✨
Spannung : 1 / 5
Flüssiger Schreibstil. Hab allerdings ein paar Seiten nur überflogen weil halt nicht viel passiert ist, außer ein bisschen Liebesdudelei. Bei den Spice Szenen musste ich tatsächlich lachen 🤣 Erregt hat mich da nichts.
✨Fazit✨
Keine Leseempfehlung. Wahrscheinlich, weil ich für die Art Buch zu alt bin oder es grundsätzlich nicht mein Genre ist. Nächstes Mal suche ich mir Protagonisten in meinem Alter, ich schwöre 🤣 Frag mich allerdings, was man für eine Fantasie haben muss, das man als erwachsene Person son.. Teenie Zeug schreiben kann.
- Mikkel Birkegaard
Die Bibliothek der Schatten
(183)Aktuelle Rezension von: Elli64Die Bibliothek der Schatten von Mikkel Birkegaard,
John Campelli hat das Zeug zu einem sehr erfolgreichen Anwalt aufzusteigen. Wenn er im Gericht das Wort ergreift, gibt es niemanden, der nicht völlig gebannt zuhört. Man könnte glauben, dass er eine besondere Kraft in seiner Stimme hat, oder er ist ein begnadeter Rhetoriker. John steht kurz vor seinem Durchbruch, denn er bekommt einen der wichtigsten, aber auch schwierigsten, Fälle zugeteilt. Dadurch hofft er endlich Teilhaber werden zu können. Doch plötzlich kommt ihm ein familiäres Ereignis da wischen, denn sein Vater, Luca, verstirbt und John muss sich um den Nachlass, ein kleines Antiquariat, kümmern. Er fährt hin und möchte es so schnell wie möglich verkaufen, denn sein Vater hatte ihn vor vielen Jahren fortgeschickt und jeglichen Kontakt abgebrochen.
Das Antiquariat birgt mehr Geheimnisse, als John je geahnt hat.
Bei seinem Eintritt ins Antiquariat fühlt John sich wieder wie ein Kind. Es steht immer noch der beste Freund seines Vaters, Iversen, hinter der Kasse und auch sonst sieht es fast wie früher aus. Während John in seinen schönen Erinnerungen seiner Kindheit schwelgt, denn diese war schön, bis seine Mutter plötzlich starb, versucht Iversen ihn zu überreden nicht zu verkaufen, denn erst sollte er alles über die Libri di Luca erfahren. John ist aber schon längst von der Atmosphäre gefangen und erklärt sich bereit, Iversen und einer weiteren Angestellten zuzuhören. Er erfährt, dass es Menschen mit einer besonderen Begabung des Lesens gibt, und das sowohl sein Vater und auch er selbst diese Begabung besitzen. Diese Menschen haben sich immer im Libri de Luca getroffen um gemeinsam zu Lesen und die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Eine kleine Lesung der Drei als Beweis lässt einen zu tiefst erschütterten John zurück. Und das ist erst der Anfang, wenn John geahnt hätte, was noch auf ihn zukommt, wäre er wohl nie zurück zu seinen Wurzeln gekehrt, denn da wo Gutes getan wird, ist oft das Böse nicht fern.
Fazit
Ich finde schon das Cover und den Titel sehr ansprechend. Nur deshalb habe ich es überhaupt gelesen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und ich fand ihn angenehm zu lesen. Das Buch ist spannend ohne reißerisch zu sein. Ich fand die Charaktere überzeugend und auch die Story gut durchdacht. Es fängt sehr seicht an, aber wird im Laufe immer magischer. Ich finde ja auch, dass Lesen etwas Magisches hat und hier hat der Autor diese Magie auf einen anderen Level gehoben. Ein sehr schönes Buch, mit Spannung ohne Blut und Gewalt, das für gute Unterhaltung sorgt.
- Udo Weigelt
Luna und der Katzenbär vertragen sich wieder
(12)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaIch liebe Kinderbücher und noch mehr liebe ich Kinderbücher mit süßen, hübschen und/oder fantasiereichen Illustrationen. Dieses Kinderbuch ist eines mehr aus der Kategorie tolle Geschichte und süße Illustrationen.
Dabei ist der Schreibstil des Autors genau passend für Kinder des empfohlenen Lese- beziehungsweise Vorlesealters. Er ist leicht und einfach zu lesen und zu verstehen und führt einfach perfekt durch die wirklich süße Geschichte.
Und auch diese ist sehr kindgerecht, locker und leicht und weiß dennoch zu packen, da sie eine gewisse Spannung beinhaltet. Dabei geht es natürlich um kindliche Themen wie Freundschaft, Familie und Abenteuer, alles in einer guten Mischung, so dass nicht nur Kinder gut unterhalten werden. Luna und ihr Katzenbär sind da auch genau die richtigen Charaktere, um durch ihre Abenteuer begleitet zu werden und schnell ans Herz zu wachsen.
Ebenso bunt wie die Geschichte und die dazu gehörigen Charaktere sind auch die Illustrationen von Joëlle Tourlonias, die dem Stil der Illustratorin gerecht, zwar recht einfach gehalten sind, aber dennoch ausdrucksstark. Schon allein die bunten, niedlichen Bilder erzählen eine Geschichte und meine Tochter schaut sie sich wahnsinnig gern an, auch wenn ich ihr nicht gerade aus den Büchern vorlese.
Ich kann jedenfalls nur sagen, dass uns, sowohl mir als auch meiner Tochter, der zweite Band dieser süßen Kinderbuchreihe wieder richtig gut gefallen hat. Die Geschichte hat uns super gut unterhalten und die niedlichen, kindgerechten Illustrationen unterstreichen diese zusätzlich noch perfekt.
- Sonja Kaiblinger
Die Geisterkicker - Nie mehr ohne Teamgeist!
(23)Aktuelle Rezension von: MarkusVollAm 26.08.2022 erschien dieses Hardcover im Baumhaus Verlag. Es wurde von Sonja Kaiblinger geschrieben, von Anton Riedel illustriert. Das Buch hat 144 Seiten und ist der erste Band einer neuen Kinderserie. Empfohlen für Kinder ab 8 Jahren.
Die Autorin:Sonja Kaiblinger wurde 1985 in Krems geboren. Sie hat als Eisverkäuferin, Museumsführerin, Werbetexterin, Nachtwächterin, Flughafen-Mitarbeiterin und Werbespot-Darstellerin gearbeitet, bevor sie Lehrerin wurde. In jeder freien Minute brachte sie die Geschichten zu Papier, die ihr im Kopf herumspukten, bis sie den Sprung ins Dasein als freie Autorin wagte. Heute lebt sie als Autorin für Kinderbücher und Realisatorin fürs Fernsehen in Wien.
Der Illustrator:
Der Anton wird 1970 in Hartford/Connecticut (USA) geboren. Mit vier Jahren kommt er nach Deutschland, wo er seither alles bemalt, was stillhält: Wände, Klausuren, Autos ... 1999 gründet er mit Freunden die FEEDMEE Design GmbH. Er trägt ganzjährig kurze Hosen - außer bei wichtigen Präsentationen und Gerichtsverhandlungen. Der Anton lebt mit Familie und zwei XXL-Katzen in Köln.
Inhalt:
Start einer witzigen Fußball-Reihe der Bestseller-Autorin und Gruselexpertin Sonja Kaiblinger"Es ist also wirklich wahr. Die Geisterkicker haben einen Fußballgeist!"
Früher waren sie berühmt - die Geisterkicker. Legenden ranken sich um das Stadion, in dem es nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Als Jan neu in die Mannschaft kommt, merkt er von der angeblichen Spuk-Unterstützung allerdings rein gar nichts, die Geisterkicker spielen seit Jahren grottig. Doch dann entdeckt er eine griesgrämige Gestalt auf der Tribüne, die bläulich leuchtet. Ist das etwa der berühmte Toni Torwartschreck, der sagenumwobene Fußballgeist? Gut, er sieht nicht gerade sportlich aus und ist ziemlich vorlaut. Aber vielleicht kann er Jan dabei helfen, ein Stürmerstar zu werden und das Team der Geisterkicker wieder zum Erfolg zu führen?
Ein lustiges und magisches Fußballabenteuer ab 8 Jahre - mit vielen coolen Illustrationen von DER ANTON
Fazit:
Und diesmal gibt es eine neue Reihe für Kinder mit Thema Fußball. Ich mag solche Geschichten und schaue selbst gerne auch Fußball, deshalb war ich sehr gespannt auf die Geschichte. Die Charakter sind sehr gut ausgewählt und genau beschrieben. Der Schreibstil selbst gefällt mir sehr gut und das Buch war einfach zu lesen. Die Geschichte spannend und mit Humor sorgte für viel Abwechslung. Und die Illustrationen im Buch sind wirklich sehr gelungen und machen die Geschichte noch lebendiger. Für Fans von Die Wilden Kerle oder Die Teufelskicker sicher mal ein Blick wert. Ich hatte viel Spaß damit.
Wertung
5/5 Punkte - Anna Lott
Coco und Zack: Coco und Zack – Im Internat der Hexentiere
(9)Aktuelle Rezension von: EmmyLAnna Lotts „Coco und Zack – Im Internat der Hexentiere“ entfaltet als Auftakt einer Kinderbuchreihe eine dynamische Erzählung, die Freundschaft, Zugehörigkeit und Selbstwert in einem humorvoll-fantastischen Setting verhandelt. Im Zentrum steht die enge Bindung zwischen der Hexenkatze Coco und dem Zauberhuthasen Zack, deren Beziehung durch die Einladung Cocos an ein exklusives Internat für Hexentiere auf die Probe gestellt wird. Die Entscheidung, Zack entgegen der Regeln undercover einzuschleusen, fungiert dabei als narrativer Motor und eröffnet ein Spannungsfeld zwischen Anpassung und Authentizität.
Die Handlung setzt ohne ausführliche Exposition ein und entwickelt sich in zügigem Tempo. Diese Reduktion auf das Wesentliche erweist sich insbesondere im Kontext der intendierten Zielgruppe als funktional, da sie einen unmittelbaren Einstieg ermöglicht und die Aufmerksamkeit durch eine Abfolge pointierter, oft komischer Episoden aufrechterhält. Der personale Erzähler Zack bietet dabei eine Perspektive, die von Unsicherheit und dem Wunsch nach Anerkennung geprägt ist. Seine latente Eifersucht gegenüber anderen Hexentieren, die stärker an ihre jeweiligen Hexen gebunden sind, verweist auf ein subtiles Thema: das Gefühl, austauschbar zu sein. Dieses Motiv wird angerissen, jedoch nicht vollständig ausdifferenziert, was Raum für interpretative Anschlussmöglichkeiten lässt.
Neben der zentralen Freundschaftserzählung integriert der Text weitere moralische Implikationen, etwa die Darstellung sozialer Ausgrenzung und deren mögliche Ursachen. Figuren, die zunächst antagonistisch erscheinen, werden als potenziell isoliert und orientierungslos charakterisiert. Diese Perspektivverschiebung legt eine pädagogisch anschlussfähige Lesart nahe, ohne jedoch explizit didaktisch zu wirken.
Besonders hervorzuheben ist die imaginative Dichte des Textes. Skurrile Einfälle, absurde Zwischenfälle und ein vielgestaltiges Ensemble an Hexentieren erzeugen eine humorvolle, bisweilen groteske Atmosphäre. Die episodische Struktur führt dazu, dass die eigentliche Internatswelt nur punktuell entfaltet wird, was im Hinblick auf mögliche Folgebände als bewusst gesetzte Offenheit gelesen werden kann.
Die Illustrationen tragen wesentlich zur ästhetischen Gesamtwirkung bei, indem sie den eigenwilligen Ton der Erzählung visuell verstärken. In ihrer bewussten Überzeichnung ergänzen sie die narrative Komik und erweitern den Zugang insbesondere für jüngere Rezipientinnen und Rezipienten.
Insgesamt präsentiert sich der Band als unterhaltsamer und zugänglicher Reihenauftakt, der zentrale Themen kindlicher Lebenswelt in ein fantasievolles Abenteuer integriert und dabei sowohl Identifikationspotenziale als auch Reflexionsanlässe bietet.
- Marc-Uwe Kling
Das NEINhorn
(193)Aktuelle Rezension von: Kathis-LeseeckeDas Cover ist wirklich sehr schön und hat uns und unsere 2,5 Jährige direkt angesprochen.
Die Illustrationen sind wirklich sehr schön gestaltet und die Texte kurz und altersgerecht.
In der Geschichte geht es um ein Einhorn, das ein wenig anders ist, denn er sagt zu allen Nein. Deshalb erhält es den Namen " Nein-Horn".
Es begibt sich auf ein Abenteuer und dort trifft es den WAS-Bären, den Na-Hunds sowie die “KönigsDOCHter”. Jede dieser Figuren ist einzigartig und so entsteht nicht nur ein unglaublich schönes Abenteuer für alle, sondern auch eine tolle Freundschaft.
Das Buch ist durch seine Einzigartigkeit perfekt zum Vorlesen, Anschauen und einfach nur schmunzeln. Die Geschichte ist toll und eignet sich für die gesamte Familie.
Wir können dieses Buch gerne weiterempfehlen!!
- Pierre Péju
Die kleine Kartäuserin
(59)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerNichts ist mehr wie vorher, als der Buchhändler ein kleines Mädchen mit dem Auto überfährt. Es ist der Anfang vom Ende, aber immerhin ein Anfang, der im Angesicht des Schreckens trotzdem kleine Momente des Zaubers bereithält. Lichtfünkchen in der Dunkelheit.
Pierre Péju hat ein großartiges Werk geschaffen, dass die Einsamkeit und die Unfähigkeit thematisiert, wirkliche Nähe und liebevollen Kontakt aufzubauen. Immer wieder ist zu lesen, der Buchhändler stehe sich selbst im Weg, mit seiner massigen Gestalt, dem aufgeblähtem Geist und den roten Haaren. Er fühlt sich deplatziert, dabei ist er aber durchaus liebesfähig. In seinem großen Körper steckt ein großes Herz, das nur leider oft verletzt wurde - zu oft.
Die Weisheit, dass in jedem Unglück auch eine Chance steckt, wird überdeutlich und schenkt am Ende - trotz des Dramas - eine gewisse Hoffnung. Hervorragende Literatur!
- Uli Leistenschneider
Wilma & Wilhelm - Geheim geht anders
(44)Aktuelle Rezension von: MinzeminzeTolles Vor und selbstlesebuch mit hübschen Bildern die die Geschichte unterstreichen. Schöne Geschichte die sich wunderbar lesen lässt und typische Themen der Kinder aufgreift , wie Phantasie , Freunde finden und Freundschaften entwickeln . Toll fand ich auch Oma Frieda und alle in der Geschichte befindlichen Personen haben witzige Namen. Auch Wilma und Wilhelm gefallen mir ausnehmend gut. Witzig auf was für Ideen die beiden kommen. Schöne Geschichte mit Lerneffekt.
Klare Leseempfehlung.
- Linda Chapman
Sternenschweif, Magische Gute-Nacht Geschichten
(44)Aktuelle Rezension von: Danshi„Sternenschweif - Magische Gute-Nacht-Geschichten“ ist ein wunderschönes Buch. Es beinhaltet 14 in sich abgeschlossene Gute-Nacht-Geschichten mit Laura und dem Einhorn Sternenschweif. Gemeinsam erleben sie jeden Abend viele magische Abenteuer und helfen den Waldtieren bei ihren Einschlafproblemen.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und perfekt zum Einschlafen.
Das Cover und die Illustrationen des Buches sind liebevoll gestaltet und wunderschön. Sie passen wunderbar zu den Geschichten. Nicht nur meiner Tochter, sondern auch mir, hat das Buch sehr gut gefallen. Jeden Abend haben wir eine Kurzgeschichte vor dem Schlafengehen gelesen. Bei der Länge der Geschichten würde ich das Buch jedoch eher für Kinder ab 6 Jahren empfehlen, da bei jüngeren Kindern ggf. die Konzentration und Ausdauer fehlen könnte.
Fazit: Sehr zu empfehlen - B.J. Novak
Das Buch ohne Bilder
(6)Aktuelle Rezension von: neenchenWelches Kind liebt Vorlesebücher nicht? Gerade aufgrund der vielen, meist fantastischen Bildern, welche die Geschichten immer vervollständigen? Jetzt kommt der Schauspieler und Autor B. J. Novak mit einem ganz andere Kinderbuch um die Ecke. „Das Buch ohne Bilder“ (OT: „The Book with no Pictures“, 2014) erzählt eine Geschichte ganz ohne Bilder, aber dafür mit einer Menge Spaß für die kleinen Zuhörer.
Ein Vorlesebuch ohne wirklich erkennbaren roten Faden, der die Erwachsenen einfach dazu verleitet seltsame Geräusche zu machen, witzige Ding zu sagen oder ein absurdes Lied zu singen und so ihren jungen Zuhörer eine große Freude zu machen.
Wer das 52-seitige Buch vorliest, kommt aufgrund der Schriftgröße und ähnlichem nicht umhin, es in einer besonderen Weise vorzulesen. Hinzu kommen absurde oder entlarvende Texte und Wörter wie BLORK oder BLuuRF. Der Vorleser wird selbst überrascht, was er da liest und genau das macht den Charme aus. Kinder werden es lieben, wenn sie es vorgelesen bekommen und ihre Eltern sich dabei zum Obst machen. Ausgedacht hat sich das B. J. Novak (*1979), den man u.a. als Darsteller bei „Inglourious Basterds“ (2009) von Quentin Tarantino gesehen hat. Mit dem „Buch ohne Bilder“ gibt er sein Debüt als Kinderbuchautor und trifft genau ins Schwarze. Auch die Gestaltung, trotz fehlender Bilder, ist sehr ansprechend. Das Buch hat nichts wirklich Didaktisches an sich, aber es bereitet den jungen Zuhörern einen Hochgenuss. Der alberne Text wird vermutlich zum Favoriten im Leseschrank mutieren, wie das dann die Eltern finden, ist eine andere Frage. Aber wenn es einmal zu viel wird, legt man die beiliegende CD ein, auf der ein anderer das Vorlesen übernimmt.
Fazit: Ein Kinderbuch ohne Bilder: Das kann man sich als Erwachsener noch besser vorstellen als die jungen Zuhörer. Doch mit seinen albernen Text, der Eltern viel Dummes erzählen lässt, bringt „Das Buch ohne Bilder“ von B. J. Novak Kinderaugen zum Leuchten und macht allen Beteiligten so viel Freude, dass man es mit Sicherheit noch häufig aus dem Schrank zum Vorlesen holen darf.
Doreen Matthei - testkammer.com























