Bücher mit dem Tag "vorstellungskraft"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "vorstellungskraft" gekennzeichnet haben.

33 Bücher

  1. Cover des Buches Niemand liebt November (ISBN: 9783789142956)
    Antonia Michaelis

    Niemand liebt November

     (282)
    Aktuelle Rezension von: shinyJulie

    Novembers Eltern verschwanden, als sie noch ein kleines Kind war. Jetzt hat sie sich endlich auf die Suche nach ihnen gemacht, selbstverständlich in ständiger Begleitung der Katze. Aber wer ist der Junge mit dem Buch, den sie manchmal sieht?
    .
    November, genannt Amber, hat verquere Gedankengänge, denen man nur schwer folgen kann. Auch die Grenze zwischen Realität und Fantasie verschwimmt immer wieder, eine unerwartete Wendung, die das Buch nicht nur deutlich langatmiger, sondern auch komplizierter gemacht hat. Amber selbst wirkt durch und durch unsympathisch, auch wenn ihr Wunsch, endlich ihre Eltern zu finden, nachvollziehbar ist. Wann immer ihr jemand Hilfe anbietet, macht sie es diesen Menschen unglaublich schwer, ihr wirklich helfen. Katja wirkt so, als hätte er selbst keine Persönlichkeit, nicht einmal sein Name ist sein eigener. Die restlichen Charaktere scheinen nur dazu sein, um die Geschichte weiter in die Länge zu ziehen, da sie Ambers Suche erschweren.

  2. Cover des Buches The Secret - Das Geheimnis (ISBN: 9783442337903)
    Rhonda Byrne

    The Secret - Das Geheimnis

     (358)
    Aktuelle Rezension von: stuff-books-pictures

    Das Geheimnis soll dir beibringen mit einzig und allein der Hilfe deiner eigenen Denkweise alles im Leben zu erreichen, was du dir schon immer erträumt hast. 

    Ich fand das Buch wirklich interessant und werde bestimmt noch einige Zeit darüber reflektieren müssen. Zum einen machen die Thesen des Buches total Sinn, aber manchmal kann ich die Beispiele einfach nicht glauben. Und auch wenn ich andere Dinge auf das Geheimnis beziehen möchte, kann cih mir nicht vorstellen, dass es funktionieren könnte. Besonders bei großen Themen wie dem Klimawandel etc.

    Jedoch werde ich die "Technik" auf jeden Fall mal ausprobieren Was hat man schon zu verlieren???

  3. Cover des Buches Die Landkarte der Zeit (ISBN: 9783499253195)
    Félix J. Palma

    Die Landkarte der Zeit

     (626)
    Aktuelle Rezension von: gabelingeber

    Klappentext: Eine Reise durch die Jahrhunderte. Eine Liebe ohne Grenzen. Eine Geschichte voller Wunder.
    London, 1896: Die Vergangenheit ändern, die Zukunft sehen – alles scheint möglich durch Expeditionen in die vierte Dimension. Andrew, ein wohlhabender Fabrikantensohn, reist in der Zeit zurück, um seine grosse Liebe vor Jack the Ripper zu retten. Claire, frustriert vom viktorianischen London, flieht dagegen in die Zukunft – und verliebt sich dort. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden der Geschichte laufen zusammen bei einem dämonischen Bibliothekar. Denn nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit ... 

    Meine Empfehlung: Nicht dringend, nicht zwingend, doch durchaus unterhaltend.

    Die Landkarte der Zeit ist ein historischer Roman. Obwohl er zur Hauptsache von Zeitreisen handelt, ordne ich ihn nicht der Science-Fiction zu.
    Warum - das sollte nicht verraten werden. Denn Die Landkarte der Zeit ist eines jener Bücher, die von ihren unerwarteten Wendungen lebt.

    Es gliedert sich in drei Teile, in jedem stehen jeweils andere Hauptfiguren im Mittelpunkt, die Teile werden allerdings verbunden durch das Thema (eben Zeitreisen) und durch zwei Nebenfiguren: den skrupellosen Zeitreise-Unternehmer Gilliam Murray und den Schriftsteller H.G. Wells, Autor des Romans Die Zeitmaschine, deren Konkurrenzkampf sich wie ein roter Faden durch die drei Episoden zieht.

    Palmas Roman ist vertrackt und gegen Ende auch verschachtelt, der Autor tritt immer wieder ins Zentrum und enpuppt sich als gottgleicher Manipulator, der auch die Leserschaft in der Hand hat.
    So wird dem Leser je länger je klarer, dass er eigentlich einen Roman über die Erzeugung und Wirkung von Fiktion vor sich hat, und dass ein Machtgefälle zwischen dem Autor und seinen Lesern besteht. Das ist amüsant, verwirrend und anregend zugleich, denn Palmas zieht einem immer wieder den Boden unter den Füssen weg, meist dann, wenn man glaubt, die Geschichte durchschaut zu haben.

    Erzählt werden drei Episoden, die in Englands viktorianischer Epoche spielen, man wird als Leser gleichsam dahin manipuliert, die utopischen Geschehnisse um die Zeitreisen aus der Sicht der Menschen jener Zeit zu betrachten. Dabei gelingt dem Autor ein äusserst lebendiges und plastisches Zeitbild, welches das Denken und Empfinden der Leute von damals nachvollziehbar macht.

    Palmas zeigt sich als oft wortgewaltiger, manchmal aber auch einfach nur geschwätziger Autor. Im zweiten Teil gerät er immer öfter ins Schwafeln, und dabei wiederholt er sich - da wird man den Eindruck des "Streckens" nicht los (ob der Verleger einen seitenstarken Wälzer bestellt hat?). Tatsächlich hätte dem Roman an manchen Stellen eine Straffung gut getan - ich war mehrmals drauf und dran, das Buch wegzulegen. Doch davon hat mich der interessante Inhalt und die Fähigkeit des Autors, im richtigen Moment eine Überrschung einzubauen, abgehalten. Zu Glück, denn in der Gesamtsicht ist Die Landkarte der Zeit ein lohnenswertes, anregendes Buch - vor allem für Leute, die Freude an der Metaebene haben; Fans von echten Zeitreisegeschichten rate ich eher von der Lektüre ab, denn die kommen nicht wirklich auf ihre Kosten.

    Am Schluss des Buches wird zudem klar, dass Félix J. Palmas eine Hommage an den grossen britischen Schriftsteller H.G. Wells im Sinn hatte.
    Da ich zufällig kurz vor Lesebeginn die deutsche Neuübersetzung von Wells Krieg der Welten gekauft hatte, wird dies mein nächste Lektüre. 

    Die Landkarte der Zeit ist aktuell im Buchhandel bestellbar.

  4. Cover des Buches Die Muschelsammlerin – Deine Bestimmung wartet (ISBN: 9783401604350)
    Charlotte Richter

    Die Muschelsammlerin – Deine Bestimmung wartet

     (101)
    Aktuelle Rezension von: sindolia_p

    Das Buch hat mich gefunden, wie ich es gesucht habe. Eine gute Geschichte um die Zeit etwas zu vergessen und sich in ihr zu verlieren. Das Buch war angenehm zu lesen und die Handlung war großartig. Nur leider hatte ich mir das Ende etwas anders vorgestellt. Trotz allem war es das Lesen wert, denn die Welt, die sich die Autorin einfallen lassen hat, war zu schön um es zu verpassen. :) 

  5. Cover des Buches Imaginate (ISBN: 9783959913577)
    Nina F. May

    Imaginate

     (87)
    Aktuelle Rezension von: Julyie

    „Also, das Wichtigste zuerst: Ein unbekannter Autor hat hier im Reich der Balden einen Roman namens Imaginate geschrieben und darin eine Erde entworfen, in der Magie kaum eine Rolle spielt. Das ist für uns hier so fürwahr unglaublich und krass fantastisch, dass das Buch zum Bestseller geworden ist.“ 

                           

    Eckdaten

    Originaltitel: Imaginate: Der Nachttannenturm

    Verlag: Drachenmond Verlag (zur Verlagsseite)

    Erscheinungsdatum: 29. Februar 2020

    Preis: Taschenbuch 14,90€, eBook 4,99€

    Seitenzahl: ca. 340

    ISBN: 978-3959913577

    Genre: Fantasy, Romantasy


    Cover/Gestaltung

    Mir gefällt das Cover und die innere Buchgestaltung sehr gut. Es ist gut, dass vorne nicht zu viel zu sehen ist und alles der eigenen Fantasie überlassen wird. Lediglich die Tannen und die beiden Figuren lassen ein bisschen erahnen. Ich mag die Farbgestaltung und auch der Klappentext ist sehr ansprechend. Die Kapitel sind ebenfalls mit kleinen Grafiken dekoriert, sodass dieses Buch wie ein wahres Schmuckstückchen wirkt. Sehr ansprechend im Gesamtpaket!


    „Heldin zu sein war manchmal ziemlich kompliziert.“

                   

    Klappentext

    Stell dir vor …

    du bist die Hauptfigur in einem Roman. In den Buchhandlungen werden sogar Fanartikel aus deinem Alltag verkauft. Doch eine alte Prophezeiung sagt voraus, dass du das Zeitalter des Friedens beenden wirst. Also musst du herausfinden, wer der anonyme Autor deines Lebensromans ist – und dein Schicksal selbst in die Hand nehmen.

    So ergeht es der Literaturliebhaberin Raizel. Ihr zur Seite stehen der Bücherwurm Vermicelli und die Koboldheilerin Lille. Aber welche Rolle spielt der arrogante Tarik, von dem sich Raizel seltsam angezogen fühlt?
    Als sie sein dunkles Geheimnis aufdeckt, muss sie eine folgenschwere Entscheidung treffen.
    Imaginate, stell dir vor.


    „Wenn einem jemand erzählt, die Welt, die man von Geburt an kennt, sei eine Fiktion aus einer Märchenwelt – dann bleiben die Philosophen zu Hause und man fragt sich, ob man verrückt ist, träumt oder zu viele Drogen konsumiert hat. Oder alles auf einmal.“

                        

    Meine Meinung

    Dieses Buch hatte mich sofort neugierig gemacht, als ich den Klappentext zum ersten Mal gelesen habe. Das klang mal komplett anders und kreativ. Eine Welt, in der die Erde eine Fiktion darstellt? Und die Protagonistin ist die Hauptfigur in einem Roman? Ich musste es sofort haben!

    Ich finde die Idee und die Handlungsbasis der Story wirklich toll und eine spannende Thematik im Fantasy Genre. Ich meine, wer weiß das schon – vielleicht sind wir ja alle wirklich für irgendwen da draußen reine Fiktion und vielleicht gibt es magische Welten, irgendwo. Wer weiß das schon.

    Ich bin ziemlich flott und schnell in die Geschichte rein gekommen, aber hatte leider in einigen Punkten meine Schwierigkeiten. Mir waren es viel zu viele Charaktere und Namen die viel zu schnell und oft in Perspektivenwechseln durcheinander geworfen wurden. So weiter die Geschichte fortschritt, so mehr verwirrte es mich manchmal. Es ist zwar aus der neutralen Erzähl-Perpektive geschrieben, aber es wechselte immer zwischen den einzelnen Charas. Das verwirrt mich manchmal bei der Ich-Perspektive ja schon, aber hier hat es mich leider oft total durcheinander gebracht. Ich wusste dann manchmal nicht mehr, wer jetzt was war und was überhaupt passierte. Auch die Beschreibungen fehlten mir an einigen stellen, es hätte hier und da etwas detaillierter sein können, es war tatsächlich viel zu viel Raum für Fantasie. Und auch die Handlung wirkte manchmal holprig.

    Das fand ich ein bisschen schade, weil mir der Kern sehr gut gefallen hat. Aber ich kam tatsächlich häufiger ins Stocken. Vermutlich lag es auch am außergewöhnliches Schreibstil, der keineswegs schlecht oder oberflächlich war, sondern einfach außergewöhnlich. Es waren oft keine 0-8-15 Sätze, sondern schon sprachlich fordernde die man aufmerksam lesen musste.

    Insgesamt, finde ich es aber eine schöne Geschichte, die Fantasy-Fans schöne Lesestunden schenkt.

                

  6. Cover des Buches Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm (ISBN: 9783866481824)
    Selja Ahava

    Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm

     (78)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    In "Der Tag an dem ein Wal durch London schwamm" erzählt die finnische Autorin Selja Ahava aus dem Leben von Anna. Das fängt etwas verwirrend an, denn Anna lebt offenbar in einem Pflegeheim und scheint dement zu sein. So verschwimmen klare Momente mit Erinnerungen, Verwirrtheit und Illusion. Doch wir werfen auch einen ausführlichen Blick in Annas Leben vor der Demenzerkrankung. So verbringen wir mit ihr und ihrer großen Liebe Antti verschlafene Sommertage auf ihrer kleinen Felsinsel mitten im Schärenmeer. Wir erleben mit ihr einen Verlust, der zu groß ist, als dass sie ihn verarbeiten kann. So flüchtet Anna sich teilweise in eine Fantasiewelt und als Leser ist man sich nicht immer sicher, was nur Annas Vorsellungskraft entsprungen ist und was real. Wir begleiten Anna beim Versuch eines Neuanfangs in England, der nur bedingt funktioniert. Wir erleben sie als ältere Frau bei der sich die ersten Anzeichen einer Demenz zeigen und landen schließlich wieder mit ihr im Pflegeheim.

    Mir haben die Parallelen zwischen den einzelnen Zeitebenen wunderbar gefallen. Die kleinen Momente in denen man sich fragt ob nur Annans Erinnerungen verschwimmen oder ob etwas echt geglaubtes nur Vorstellung war. Das hat Ahava äußert gekommt gemacht. Denn gerade die Teile der Erzählung, in denen Anna sich definitiv nur etwas vorstellt sind unheimlich ergreifend und ebenso fantasievoll. Und dann sind da wieder Momente im echten Leben, die so besonders sind, dass man sie ebenfalls für Fantasie halten könnte.

    Anna ist eine spezielle, in sich gekehrte Figur. Dazu passt der ruhige, fast schon kühle Erzählton. Trotzdem fand ich sie unheimlich liebenswert und ich hätte gerne noch viel mehr über ihr Leben erfahren.

    Der Blick in Annas Leben und auf die Themen Demenz, Verlust, Trauer und unerfüllte Wünsche hat mir ausgesprochen gut gefallen. Teilweise hatte ich Tränen in den Augen, weil die Mischung aus kühler Sprache und ergreifender Geschichte mich so getroffen hat. Ich kann allerdings verstehen, dass die Sprache und die fluiden Grenzen der Realität nicht jedermanns Sache sind. Für mich hat alles perfekt zusammengepasst. Ein melancholischer, nachdenklicher, wundervoller Roman, der langsam genossen werden will.

  7. Cover des Buches Elbenthal-Saga - Die Hüterin Midgards (ISBN: 9783423625661)
    Ivo Pala

    Elbenthal-Saga - Die Hüterin Midgards

     (190)
    Aktuelle Rezension von: Jamii

    Inhalt

    In der Nacht von ihrem siebzehnten Geburtstag wird Svenya von einem dunklen Prinzen heimgesucht, von einem anderen gefangen genommen, bekommt ihr Schicksal -- das der Hüterin Midgards -- offenbart und erfährt, dass sie nie nach ihrer Vergangenheit fragen darf. 

    Sie ist dazu bestimmt unterhalb der Stadt Dresden das Alburu Tor zu bewachen, dass Midgard, die Menschenwelt von den anderen Welten trennt. Gleichzeitig ist sie bestimmt dazu Laurin, den dunklen Elb aus jener geheimnisvollen Nacht, und seine Schar Dunkelelb_innen davon abzuhalten, das Tor in Richtung Alfheim zu passieren. 


    Meine Meinung

    Ich habe sehr gemischte Gefühle für das Buch. Ich kann mich erinnern, dass ich es gelesen habe, als es herausgekommen ist und hellauf begeistert war. Jetzt, 7 Jahre später, war ich etwas ernüchtert. 

    Die Grundgeschichte ist spannend und Pala ist sehr gut darin, die Geschichte zum Leben zu erwecken. Wenn auch mit kurzen Kapiteln. Sehr kurzen. Wir reden von zwei bis drei Seiten. 

    Eine weitere Sache, die mich gestört hat, waren die Charaktere. Vor allem Svenyas Sprache, die oft nicht mit ihrer Geschichte als obdachloses Waisenkind zusammen passt. Wo er leider nicht alleine ist, aber genauso aktiv, wie andere Autor_innen ist die Liebesgeschichte, die sich zwischen den beiden Hauptcharakteren zusammenbraut. Zwischen einem siebzehnjähren Mädchen und einem über zweitausend Jahre alten Hagen von Tronje. Können wir bitte aufhören, solch große Altersunterschiede zu romantisieren?


    Fazit

    Durchaus interessantes Buch, eher für Leser_innen im frühen Teenager Alter. Obwohl die Charaktere etwas flach fallen, ist die Geschichte ganz gut gelungen.



  8. Cover des Buches Credo. Das letzte Geheimnis (ISBN: 9783426500477)
    Douglas Preston

    Credo. Das letzte Geheimnis

     (122)
    Aktuelle Rezension von: Petroel

    In einem abgelegenen Labor geschieht das Unfassbare: Wissenschaftler finden eine Möglichkeit, mit Gott zu kommunizieren! Aber darf der Mensch sich dies anmaßen? Während ein TV-Prediger die Öffentlichkeit gegen die Blasphemie aufhetzt, versucht Spezialermittler Wyman Ford im Auftrag der Regierung herauszufinden, was wirklich in der Forschungseinrichtung geschieht. Ihm bleibt nicht viel Zeit, denn vor den Toren des Labors formiert sich ein wütender Mob … 


    Ich persönlich glaube nicht und mir ist das ganze suspekt. Aber die Gottesfürchtigen sind radikal in ihrem Glauben.


  9. Cover des Buches Das Wispern der Angst (ISBN: 9783453357570)
    Tanja Frei

    Das Wispern der Angst

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Floh
    Die Wispern-Reihe von Mystery-Thriller Autorin Tanja Frei geht mit "Wispern der Angst" an den Start der paranormalen Thriller und Schauergeschichten um die impulsive Mutter und alleinerziehende Jenna Winters mit Teenie-Tochter Kim. Hier präsentiert Tanja Frei neben geladenen Thrill auch eine gehörige Portion Mystery in jeglichen Facetten und begibt sich auf Expeditionen in die Historik fremder Kontinente und Ländereien. Ein Genre-Mix, der von Mut und Eifer zeugt. Diese Reihe könnte nach dem anfänglich doch für mich etwas schwierigen Start Suchtpotential beherbergen, und man muss aufpassen, nicht Opfer dieser grandiosen Vorgänge und Handlungen zu werden, sobald man ersteinmal abgetaucht ist in diese Schattenwelt aus Tod und Vergeltung. Band 2 "Wispern der Nacht" liegt schon parat!
    Erschienen im Diana Verlag (http://www.randomhouse.de/diana/)

    Zum Inhalt:
    " Er will nicht ihr Leben, er will ihre Seelen-

    Jenna Winters hat als alleinerziehende Mutter ihrer Tochter Kim eigentlich genug Probleme. Doch die Alltagssorgen rücken in den Hintergrund, als sich Kims Klassenkameradin Carolin vom Balkon der Winters in die Tiefe stürzt. Ihr Tod ist erst der Anfang. Plötzlich finden sich Jenna und Kim inmitten eines gefährlichen Spiels um Macht wieder, das über ihre Vorstellungskraft und die Grenzen der sichtbaren Welt hinausgeht. Erst langsam beginnen sie zu ahnen, welche besondere Rolle ihnen darin zukommt ..."

    Schreibstil:
    Die Autorin Tanja Frei besitzt einen gekonnt sagenhaft bildhaften und lebendigen Schreibstil. Ihre Art, die Dinge zu schildern, zu verdeutlichen, ein Flair und ein Gefühl für Charaktere, Handlungsorte, Umgebung und Situationen zu schaffen, hat mir von Beginn an sehr gefallen. Dieses Können an Nähe und Authenzitität bringt sie für meinen Geschmack aber leider etwas zu schwach im Kern und Thematik der Handlung rüber. Hier verblasst das grandiose Schreibwerk etwas und die einzelnen Zusammenhänge und Bedeutungen der vielen unterschiedlichen Handlungsstränge aus Orten und Epochen zeigen sich nur sehr zart und kaum erlebbar. Das hat mnich wiederrum an der Gesamtumsetzung etwas gestört und führt zum Sternabzug. Hoch loeben möchte ich jedoch die vielen Stärken, die mich fasziniert und unterhalten haben. Die sympathische und ideengeladene Autorin Tanja Frei nimmt ihre Leser mit in eine Welt aus Realität und paranormalen Vorfällen, wispernde Stimmen aus der Schattenwelt, actionreiche Attentate, Untote die nach Vergeltung rufen und das Tor der Schattenwelt verlassen wollen..., T. Frei reißt ihre Leser an ausgewählten Passagen vom Hocker und fesselt sie an die Seiten. Das gelingt ihr, durch kleinste Details, die vor allem die jeweiligen Situationen, Emotionen, Schauplätze und das Umfeld sehr nahe bringen und daher eine Angst schüren, die greifbar ist. Bei mir persönlich fehlte jedoch bis zum letzten Viertel die vollkommene Verbundenheit zur Story, zum Fall, zu den Ereignissen, sodass ich außer mit den unschlagbar gezeichneten Charakteren und Schauplätzen nicht wirklich zur gesamten Geschichte vordringen konnte. Irgendetwas passte für mich nicht, so dass ich leider nur an der Oberfläche schwamm und nur selten zum Kern katapultiert wurde. Aber der Showdown hat mich wieder völlig gefangen und bereitet mir schon jetzt große Vorfreude auf den zweiten Band mit Jenna Winters "Wispern der nacht".  Autorin Tanja Frei informiert den Leser gleich zu Beginn indirekt über die Vorgeschichte und reist mit den Lesern an sagenhafte Schauplätze ganz anderer längst vergangener Epochen. Diese Historik fängt sie grandios und mit bester Recherche ein und breitet sie für den Leser galant wieder aus. Die wenigen Highlights in diesem Auftakt reichen aus, um den Leser trotz der Schwächen und des wenig genutzten Potentials mit ihrer Story zu infizieren. Ein geschickter Schachzug der Autorin Frei. Einmal Leser ihrer Werke, immer Leser ihrer Werke. Und das obwohl ich hier streng bin und für den Auftakt nur 2,5 Sterne vergebe!

    Autorin Tanja Frei bedient sich einer ganz anderen Art des Mystery-Thriller, denn sie würzt ihre Story mit den banalen Alltäglichkeiten einer alleinerziehenden Mutter mit einem rebellierenden Teenager, zu der kaum noch Zugang zu finden ist. Bis diese ominösen, beängstigenden Vorfälle Mutter und Tochter wieder zusammenführen und einen unglaublichen Pool aus Paranormalem, Historischen und Todbringenden zu Tage führen. Ängsten, Unglaube, Wendung, Vergeltung, Alltag, Schock, Entsetzen und die kalte Hand des Todes.  Ein Wettlauf gegen die Zeit und die Sorge um das eigene und um das Leben der anderen. Die Autorin schreibt nah, erweckt lebhafte Bilder, konzentriert sich auf Details, formt wunderbare Dialoge und fesselnde Mystery. Leider hat sie für mich jedoch auch etwas zu zusammenhangslos und zu weithergeholt geschrieben und konstruiert, sodass ich nicht ganz vordringen konnte. Aber nach dem fulminanten Ende bin ich für Band zwei ganz guter Dinge und voller Zuversicht! Trotz Schwächen in der Umsetzung! Aller Anfang ist nunmal auch schwer...

    Charaktere:
    Die Auswahl der Charaktere, bzw. der Hauptprotagonisten ist das Herzstück des Romans. Wir erleben die impulsive Jenna Winters mit seiner dunklen und prägenden Vergagenheit, von der noch niemand etwas ahnt und ihrer rebellischen Tochter Kim, die sich mehr und mehr ihrer Mutter verschließt. Zudem erleben wir Persönlichkeiten aus längst vergangenen Epochen, reisen zurück in die Vergangenheit, an fremde Orte und erleben dort besondere Adelsstände, Gesellschaftsformen und Hoheiten. Im Hier und Jetzt, im turbulenten Wettlauf gegen die Zeit treffen wir auf ernste Helfer, auf Schatten, die an die Oberfläche treten, gebeutelte Exmänner, Freunde und Kollegen.  Wir erleben hier viele mehr als interessante, sonderbare und sympathische Persönlichkeiten, die die Autorin mit feinstem Fingerspitzengefühl erschaffen und geformt hat. Und gerade das eigene Team rund um Suche und Vernichtung des Jägers "dem Tod", die Suche nach Antworten und dem Warum, die Ermittlungen und Recherchen in aller Herrenländer und Medien wartet mit viel Sympathie und liebe zum Detail auf. Nicholas ist Jennas guter Freund in der schweren Zeit, steht ihr zur Seite und ist der Partner ihrer besten Freundin Anne, aber auch Nicholas birgt ein schattiges Geheimnis.  Diese Dialoge der Protagonisten dienen als kleine Ruheoasen im sonst so spektakulären und absurden Geflecht aus Wahn und Wirklichkeit. Thrillerautorin Tanja Frei hat eine komplexe Mischung aus Haupt- und Nebenrollen erschaffen. Vollkommen ausgereift und grandios dargestellt. Tanja Frei beweist in diesem Punkt großes Geschick, denn sie bringt die vielen Rollen und Nebenrollen in Einklang und lässt den Leser somit mitfühlen und ganz wichtig: Sie lässt den Leser an den erschütternden Vorgängen teil haben! Hier hat die Autorin ganze 5 Sterne verdient!

    Meinung:
    Die Autorin hat mich leider nicht in allen Punkten vollends begeistern können. Für mich gab es viele zähe Längen, wenig Zugang und Tiefe zum Kern der Story und leider wenig Verbundenheit und Nähe. Allein die Schauplätze und die Charaktere haben mich durch sagenhafte Umsetzung völlig begeistert, mich immer wieder mitgerissen, meine Neugier entfacht, mich am Lesen gehalten und mich dann mit einem fulminanten und grandiosen letzten Viertel im Buch sehr belohnt. So bin ich mir sicher auch Band zwei schnell lesen zu wollen. Denn diese Autorin besitzt Potential, sie hält es anfangs nur noch zurück. Ich bin zuversichtlich und vom Suchtfaktor der Reihe tatsächlich trotz "nur" 2,5 Sterne infiziert. Sowas ist mir auch noch nie passiert. Aber ein fulminantes Ende macht noch kein vollkommenes Buch aus, also gebe ich eine Chance auf Steigerung! Mit ihrer Idee, mit den sagenhaften bildhaften Schreibstil, mit den fantastischen weitreichenden Schauplätzen und zuletzt mit den einmaligen Protagonisten konnte Autorin Tanja Frei mich doch noch mit dem Buch gewinnen. Die Spannung hält sich jedoch meist eher dezent, die Dinge siechen so dahin, es werden Handlungsstränge gestreut und Fetzen geboten, die erst nach und nach zu einem Ganzen finden. Ideenreichtum und Komplexität ist auf hohem Niveau aber der wirkliche Nervenkitzel bleibt bis zum Ende aus. Dennoch habe für mich diese Reihe entdeckt und bleibe der Autorin erst noch treu. Schade, hier wäre sicherlich mehr drin gewesen, gerade für einen Auftakt, denn der Titel, das wunderbar mystische Cover und das Genre versprechen so viel mehr Mystery-Thriller.
    Hoch loben möchte ich die ausgiebige Recherche der Autorin, ich denke es ist nicht leicht sich in die vergangene Welt aus fremden Ländern und Gesellschaftsformen mit all der Architektur und Vegetation einzuarbeiten und die Eindrücke und den Flair gezielt widerzugeben. Großes Lob an diese perfekte Umsetzung! Auch der turbulente Showdown, wo sich die Handlungsstränge verbinden, Antworten kommen und eine Wendung den Leser sehr verblüfft, ist der Autorin Frei sehr gekonnt gelungen.

    Die Autorin:
    "Tanja Frei wurde 1971 in Boston geboren und wuchs am Bodensee auf. Nach dem Studium der Amerikanistik und Wirtschaftsgeschichte schwankte sie zwischen Buchhändlerlehre und Journalismus, entschied sich dann aber fürs Büchermachen und arbeitet inzwischen seit über zehn Jahren als Lektorin. Die Autorin lebt mit Mann und Zwillingen bei München.
    www.tanjafrei.com"

    Fazit:
    Dieser Mystery-Thriller hätte von mir gerne auch 4 Sterne bekommen, wenn ich mich direkt mitgenommen und verwickelt gefühlt hätte. So trieb ich lange nur an der Oberfläche und wurde erst im letzten Viertel so richtig gepackt und geflasht. Die Autorin besitzt Können und Potential, keine Frage, ich freue mich mit Teil zwei auf ihre weitere Entwicklung im schwierigen Genre Mystery-Thriller. Ich bleibe der Reihe treu und fühle mich trotz aller Schwächen auch sehr gut unterhalten und zufrieden. Ich bin einfach mal sehr streng und vergebe 2,5 Sterne!
  10. Cover des Buches Die unwahrscheinliche Reise des Jonas Nichts (ISBN: 9783407823588)
    Wieland Freund

    Die unwahrscheinliche Reise des Jonas Nichts

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Seitenhain
    Ein Wort: bezaubernd!



    Der 12jährige Jonas Nichts wird eines Tages aus seinem ärmlichen Leben beim Wirt Brand gerissen und nach Schloss Wunderlich gebracht. Unterstützung bekommt er vom stummen Diener Ruben.

    Eines Tages findet Jonas den Weg in ein mysteriöses Spielzimmer und stolpert durch den Schrank in das Land Kanaria. Hier beginnt die unwahrscheinliche Reise, in der Jonas viele neue Wesen kennenlernt, neue Freundschaften schließt und ganz neue Seiten an sich kennenlernt.



    Freund hat eine wunderbare Sprache, die einen fesselt und mit tollen Satzkonstruktionen verzückt. Die Kapitel haben einzelne Überschriften wie z.B. "Das 2. Kapitel - wäre aufschlussreicher, wenn Peregrin nicht einschliefe" welche manchmal einen sofortigen Überblick verschaffen, aber auch neugierig machen.

    In der Mitte hat das Buch einige Längen, bis es zu einem stillen Ende kommt. Keine fluminante Abschlussschlacht, mal was anderes, aber passend.

    Leider war mir von Jonas' erster Begegnung mit Ole an klar, was es mit den Sonneberger Figuren auf sich hat und welche Rolle Alma und Irmingast spielen. Wie Jonas in diese Welt passt ist dennoch eine interessante Wendung.



    Es gibt wohl nur wenige Bücher, die man auf einer Party vermissen würde, aber als ich mich dabei ertappte, wie ich aus meinen Cocktailaccessoires ein Boot für den Wieflinger bastelte, merkte ich, dass Jonas dazugehörte.

    Alles in allem ein wunderbares Buch, das sich durch die kurzen Kapitel auch fabelhaft zum Vorlesen (Gute-Nacht-Geschichte) eignen würde. Auch das tolle rote Cover mit dem Auge, das unsere Welt beobachtet und Lunettes Schatten sind schön gestaltet.



    Lieblingssatz: Er setzte sein Lächeln auf wie einen Hut.
  11. Cover des Buches Die obere Hälfte des Motorrads (ISBN: 9783613037755)
    Bernt Spiegel

    Die obere Hälfte des Motorrads

     (4)
    Aktuelle Rezension von: MattisLundqvist
    Damals zum Motorrad dazugekauft. Das Bucht reift wie ein guter Wein, da man mit der Fahrerfahrung immer mehr merkt, wie gut es einem hilft.

    Steigt man anfangs zwar vielleicht theoretisch durch, erschließen sich viele Teilaspekte im Buch erst mit ein wenig Fahrpraxis. Es kann sogar geradezu erschlagend sein, wenn man es als Neuling liest. 

    Gepaart mit dem Übungshandbuch hat es mich schon vor der ein oder anderen blöden Fahrsituation bewahrt, schlicht und ergreifend, weil das Buch auf Dinge bringt, auf die man sonst nie im Leben gekommen wäre. Der Anfänger sollte es deswegen aber auch meiner Meinung nach erst NACH ein paar Wochen Fahrerfahrung lesen und erstmal zutrauen zu seiner Maschine finden, bevor er sich an herrn Spiegels Werk macht.

    Wer dieses Buch als Motorradfahrer nicht gelesen hat, hat das Moppedfahren nie geliebt. :-P
  12. Cover des Buches Das Stephen King Buch (ISBN: 9783453033160)
    Stephen King

    Das Stephen King Buch

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Ein Buch, das den Anspruch erhebt, ein wenig Licht in das Dunkel um einen der erfolgreichsten Schriftsteller der Welt zu werfen. Wie kam es zu diesem phänomenalen Erfolg? Warum wählte King gerade dieses literarische Genre? Ist er privat auch a bisserl schräg? King äußert sich zu all diesen Fragen umfänglich, er erklärt, warum ein kleines bißchen Horror auch für ganz junge Menschen zur Persönlichkeitsbildung gut sein kann, und eine Handvoll Kurzgeschichten zum Beleg der Qualität der Werke Kings sind auch enthalten. Bleibt das Bild eines bodenständigen, sehr sympathischen Familienmenschens!
  13. Cover des Buches Novecento (ISBN: 9783455000955)
    Alessandro Baricco

    Novecento

     (155)
    Aktuelle Rezension von: buchjunkie
    Auf dem luxuriösen Ozeandampfer 'Virginian“ , der zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zwischen der Alten und der Neuen Welt pendelt, findet der Matrose Danny Boodmann im Ballsaal ein etwa zehn Tage altes Baby in einer Pappschachtel , die laut Aufdruck irgendwann mal Zitronen enthalten hat .
    Danny beschliesst , sich um dieses Baby zu kümmern und gibt ihm den Namen Danny Boodmann T.D. Lemon Novecento. Zeit seines Lebens wird dieses Findelkind nicht mehr von Bord gehen.
    Novecento entwickelt zu einem Ausnahmetalent am Klavier und als sagenhafter Ozeanpianist wird er zur Legende.
    Doch irgendwann sind die Tage  der “Virginian“ gezählt und Novecento muss  eine Entscheidung treffen.




    Zuerst war diese Geschichte für ein Theaterstück konzipiert, erst danach entstand die Erzählung.  
    So wird die Geschichte vom Trompeter der Schiffskapelle  in Monologform erzählt. Zwischendrin stehen in Klammer gesetzte kurze Regieanweisungen.


    Diese Geschichte hat mich verzaubert. Sie umfasst nur 80 Seiten und beinhaltet doch so viel.


    Es ist mein zweites Buch des italienischen Autors Alessandro Baricco. 
    Er schafft mit seiner Phantasie  und seiner poetischen Sprache eine ganz zauberhafte Atmosphäre. Er verwendet so schöne Worte und besondere Stilmittel, die den Leser einfangen. 
    Es ist ein Buch, das langsam gelesen werden will, damit man nichts der stimmungvollen Erzählweise übersieht.
    Durchaus ein Buch, das man zweimal lesen kann .


    Eine empfehlenswerte und besondere kleine Lektüre mit einer großen Geschichte!
  14. Cover des Buches Der magische Kubus (ISBN: 9783502122586)
    Annie Gottlieb

    Der magische Kubus

     (15)
    Aktuelle Rezension von: oona
    Der magische Kubus ist ein Erlebnisbuch in dem der erste Teil aus einem Imaginationsspiel besteht und der zweite Teil durch ein Siegel verschlossen ist. Dort offenbart sich überraschendes... Ein wirkliches schönes Buch das Spaß macht.
  15. Cover des Buches Der süße Wahn (ISBN: 9783939606444)
    Patricia Highsmith

    Der süße Wahn

     (1)
    Aktuelle Rezension von: ChrischiD

    David ist Annabelle mit Haut und Haaren verfallen. Blöd nur, dass sie mit einem anderen verheiratet ist und zu David maximal ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Dieser jedoch scheint ihre Ablehnung nicht wahrzunehmen, stempelt sie gar als kurzfristige, geistige Verwirrung ab. Doch er steigert sich immer mehr hinein in eine Manie, führt sogar ein Doppelleben und hat schon fast den Bezug zur Realität verloren. In der Hoffnung ihn vor noch schlimmerem zu bewahren, versuchen Davids Freunde alles in ihrer Macht stehende. Werden sie erfolgreich sein?

    Unerwiderte Liebe ist für den Betroffenen alles andere als schön, im Hinblick darauf sich in einen regelrechten Wahn hineinzusteigern, wirkt das Szenario noch um einiges beängstigender. Sind es innere oder äußere Umstände/Einflüsse, die dafür sorgen, dass man weit über Stalking – was als solches bereits kein kleines Vergehen ist – hinausgeht?

    Schon gleich zu Anfang, sobald der Hörer David kennenlernt, ahnt man, dass ihm ein unruhiger Geist innewohnt. Wie weit allerdings seine Vorstellungskraft und schlussendlich seine Fantasiewelt reicht, wird erst im Laufe des Geschehens deutlich. Hier von Sym- oder Antipathie zu sprechen wäre wohl verkehrt. Natürlich macht man sich ein umfassendes Bild und heißt vielerlei Aktionen absolut nicht gut, nichtsdestotrotz ist es wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass vermutlich eine ernstzunehmende Erkrankung vorliegt. Somit fällt es zumindest leichter sich den Ereignissen objektiv zu nähern, wobei außer Frage steht, dass der Hauptprotagonist professionelle Hilfe benötigt.

    Sprecher Jochen Striebeck sorgt zusätzlich für die entsprechende, dem Inhalt angemessene, Atmosphäre. Im gelingt es den Hörer abzuholen und einzubeziehen. Man spürt das Hineinsteigern schon fast körperlich, wodurch gleichzeitig die Zerrissenheit diverser Charaktere zum Ausdruck kommt. Denn selbst wenn Personen nur am Rande involviert sind, so bleiben sie niemals ganz außen vor. Ein bisschen ficht man als Hörer auch seinen eigenen Kampf aus, denn einerseits bekommt man eine wahrhaftige Gänsehaut ob der Erzählung, andererseits ist es nicht möglich einfach abzuschalten, die Faszination hat einen dann doch irgendwie im Griff.

  16. Cover des Buches Die Macht der Fantasie: Kurzgeschichten (ISBN: 9783847615170)
    Franz Niemand

    Die Macht der Fantasie: Kurzgeschichten

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Phil_Skurril
    Auf den Flügeln beißender Selbstironie beschreibt der Autor hintergründig faszinierende Flüge durch abenteuerliche Künstlerleben, wiedergibt eine subtile Topographie menschlicher Abgründe in feinen psychologischen Traktaten der modernen Art.
  17. Cover des Buches New Sol (ISBN: 9783838787046)
    Margaret Fortune

    New Sol

     (1)
    Aktuelle Rezension von: vormi
    Nach zwei Jahren in einem Kriegsgefangenenlager kommt Lia Johansen frei und wird auf die Raumstation New Sol gebracht. Sie hat kaum Erinnerungen an die vergangenen Jahre, was sie auf einen kürzlich erlittenen Stromstoß zurückführt. Doch die Wahrheit ist jenseits aller Vorstellungskraft. Denn plötzlich startet in Lias Kopf ein Countdown: 35:59:59.

    Lia weiß auf einmal: Sie ist eine lebende, genetisch modifizierte Bombe, und sie soll die Raumstation in die Luft jagen. Doch erst muss sie es schaffen, 36 Stunden lang unentdeckt zu bleiben. Ein atemberaubender Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
    Inhaltsangabe auf amazon


    Grundsätzlich hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen.
    Eine gut durchdachte Science-Fiction-Geschichte.
    Mir war sie besonders zu Beginn, etwas zu langatmig. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis Spannung aufkam. Am Anfang habe ich eher aus Neugierde weiter gehört. Aber es war interessant genug, um mich von der Story zu überzeugen. Eine Serie, die ich weiter hören würde...
  18. Cover des Buches Sara und die Eule (ISBN: 9783641190316)
    Esther Hicks

    Sara und die Eule

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Sara ist ein gewöhnliches kleines Mädchen, das sich über die Schule ärgert, ihrem unerträglichen kleinen Bruder zu entkommen sucht und sich einfach fremd in der kleinen Stadt fühlt; dabei wünscht sie sich nichts mehr als glücklich zu sein. Da begegnet sie der weisen Eule Salomon, die ihr zeigt, dass sie allein bestimmt, wie sie sich fühlt und plötzlich erschließt sich ihr die Welt neu.

    Ein bezauberndes und berührendes Buch, das sich kaum einem Genre zuordnen lässt. Einerseits gehört es zur Esoterik andererseits lässt es sich als Kinderbuch genießen. Man ist für dieses Buch aber nie zu alt.

    Salomons Lehre klingt so einfach und ist jederzeit von jedem zu leben. An manchen Stellen ist sie mir aber zu einfach, was in der Geschichte auch auf den Punkt gebracht wird. Als Sara einem Mitschüler zur Hilfe kommt, der gemobbt und verprügelt wird, scheitert sie und Salomon erklärt auch noch, es sei nicht ihre Angelegenheit. Sie solle sich ganz auf sich konzentrieren. Hier fehlt mir der aktive Handlungsmoment. Positive Gedanken, sich nicht auf das Schlechte, sondern gute konzentrieren ist das Eine, aber niemals darf das zur Untätigkeit werden. Das ist der Punkt, an dem ich diesem Buch einen Stern abziehe. So traumhaft es auch ist, mit dieser Botschaft der Ignoranz bin ich nicht einverstanden.

    Fazit: Trotz meines Kritikpunkts ist die Geschichte eine wunderbare Lektüre! Man beginnt selbst umzudenken und mit Salomon zu fliegen.

  19. Cover des Buches Neugier: ist eine große Energie (ISBN: 9783736881440)
    Lewis Black

    Neugier: ist eine große Energie

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Zum Inhalt:

    Wenn ´ok´auf einmal nicht mehr gut genug ist. Eine Chatbekanntschaft, die den Alltag und bisherigen Erfahrungen völlig auf den Kopf stellt. Lust und Begierde entfachen einen Flächenbrand und nähern sich dem Höhepunkt, dem ersten Treffen.


    Cover:

    Das Cover passt zur Geschichte und weist den Betrachter bereits darauf hin, dass es sich hier um eine erotische Kurzgeschichte handelt. Wer also hier nicht schon Halt macht, weil das einfach nicht sein Genre ist, der ist selbst schuld. Ich finde das Cover passend und durchaus ansprechend.


    Eigener Eindruck:

    Schon lange schreiben sich die beiden Protagonisten, wobei man die Geschichte aus Sicht einer Person verfolgt. Dabei bekommt man einen gewissen Überblick, wie die beiden sich gefunden haben und immer mehr miteinander schreiben und sogar langsam ihre erotischen Fantasien ausleben beziehungsweise auf ein erstes Treffen hin arbeiten, ganz ohne Vorurteile. An sich ist die Idee zu der Geschichte nicht schlecht und hätte meiner Meinung nach auch gut sein können, aber diese Geschichte hat mich einfach nicht gepackt. Sie plätschert so langhin, es werden in paar erotische Fantasien in den Raum geworfen und das war es dann. Gut, was will man bei elf Seiten und einem kostenlosen ebook erwarten? Da sollte man die Ansprüche schon nicht so hoch stecken, aber irgendwie denke ich, dass man das alles hätte noch besser schreiben können. Mit mehr Emotionen, mehr Details, einfach stimmungsvoller. So kann ich diese Story nur neutral bewerten und will mich gar nicht weiter daran aufhalten. Man kann sie mal gelesen haben, muss es aber nicht…


    Fazit:

    3 von 5 Sterne


    Daten:

    ISBN: 9783736881440

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: E-Buch Text

    Umfang: 11 Seiten

    Verlag: BookRix

    Erscheinungsdatum: 01.03.2015


  20. Cover des Buches Der Fuchs und die verlorenen Buchstaben (ISBN: 9783957286468)
    Pamela Zagarenski

    Der Fuchs und die verlorenen Buchstaben

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Eine Bilderbuchgeschichte über die Magie von Geschichten
    Ein Buch über ein Buch


    Für Kinder ab etwa 4 Jahren


    Dies ist eines der Bücher, die voller Magie einen in den Bannziehen und nicht mehr so schnell wieder los lassen.
    Ein Bilderbuch, das auch den Erwachsenen gefallen wird. Ein  Buch, das so viel Phantasie und Inspiration liefert, das man schnell Freude daran findet es der Protagonistin gleich zu tun.


    Öffnet man das Buch wird man gleich von der magischen Stimmung des Buches eingefangen.
    Eine Phantasie-und Fabelwelt dessen Zauber man sich nicht entziehen kann. Ein kleiner Fuchs mit Krone schaut den hoch hängenden Trauben, die für ihn schier unerreichbar zu sein scheinen.  Nicht alle Kinder werden die Verbindung zu den alten Fabeln finden doch es liegt an uns Erwachsenen, dies zum Anlass zu nehmen auch hiervon später zu erzählen. Den Einstieg hierzu finden wir zum Ende des Buches.
    Zunächst sollte man sich vom Zauber des Bildes tragen, und in das Buch und seine Geschichte führen lassen
    Die Krone des kleinen Fuchs wird uns schon auf der nächsten Seite wieder begegnen. Dieses Mal jedoch viel, viel größer. Spätestens hier wird jedem bewusst , dass wir hier in ein Märchen eintauchen und diese Vermutung bestätigt sich sogleich auf der darauf folgenden Seiten wenn die Geschichte mit "Es war einmal" beginnt.
    *
    Es war einmal ein Mädchen, das Geschichten, Worte, Bücher und die Bilder darin über alles liebte weil sie sie in eine andere sehr besondere Welt führten.
    Es war eines dieser wenigen Kinder, die gerne lasen, sehr zur Freude der Lehrerin. Und so begab es sich eines Tages kurz vor Ende des Unterrichts, als das kleine Mädchen oben an der Wand auf einem Bücherbord ein ganz besonders Buch erspähte. Auf dem Cover war die große Krone, die wir schon etwas früher sehen konnten.
    Die Lehrerin bot der Kleinen an ihr das Buch auszuleihen und so ging das Mädchen an diesem Tag voller Glückseligkeit mit diesem großen Schatz nach Hause. Was sie nicht bemerkte, während sie das Buch nach Hause trug entfleuchten die Buchstaben und der schlaue Fuchs fing sie alle ein.Zuhause angekommen konnte sie sich nicht schnell genug mit ihrem Buch zurück ziehen. 
    Aufgeregt blätterte sie durch das Buch, ließ sich kurze Zeit von der Magie der Illustrationen einfangen und wurde dennoch immer trauriger. Nirgends waren Wörter, Sätze, Geschichten. Nur Bilder.  Dabei hatte sie sich doch so auf die Geschichten gefreut.
    Unbemerkt schaut der kleine Fuchs durchs Fenster. Ein Windzug trägt ein leise Flüstern zum Mädchen. Die Stimme erklärt ihr, das sie sich selbst Geschichten ausdenken kann und wie Geschichten aufgebaut sind aber trotz diesem kleinen Gerüstes zählt am Ende nur die Fantasie.
    Diese Botschaft beflügelt die Kleine. Sie schlägt das Buch erneut auf, schaut auf das Bild, taucht ein und irgendwann beginnt es in ihrer Fantasie zu leben. Je weiter sie blättert und je mehr sie sich in das Buch begibt desto leichter fällt es ihr Geschichten zu den Bildern zu erfinden. Irgendwie haben die Bilder eine Eigendynamik, erzählen was sie dann ausspricht. Ihre Fantasie vermischt sich mit den Bildern beides wird zu einer wunderbar magischen Einheit, in der sich das kleine Mädchen mehr verliert als in den Büchern mit Text.
    Uns Betrachter verzaubern sowohl die magischen, surrealen Bilder als auch die Geschichten in der Geschichte.
    Die Bilder erzählen Geschichten und jeder wird seine eigenen Geschichten dazu erfinden können. Es bleibt sehr viel Raum für eigene Phantasie. Geheimnisvoll, faszinierend, bunt, verträumt, verzaubernd wirken die Bilder auf uns. Einfach magisch.
    Selten habe ich so gefühlvolle Bilder in einem Bilderbuch gesehen.
    Kunstvoll aber nicht zu abgehoben als das es Kinder nicht interpretieren, deuten könnten.
    Das Mädchen war so tief in ihre Geschichten eingetaucht, das sie selbst Teil ihrer wurde, Freundschaft mit Eule, Ochse und auch Tiger schloss und die Wirklichkeit um sie herum völlig vergaß. Sie taucht für lange Zeit in die magische Welt ihrer eigenen Fantasie, die durch die Illustrationen ausgelöst wurden ein.
    Als sie aus ihrem Geschichtentraum erwachte war es bereits wieder Zeit zur Schule zu gehen.
    Auf dem Weg dort hin begegnet die Kleine dem Fuchs der ein seltsames Bündel in den Pfoten hält.
    Ihr ahnt was er darin aufbewahrt?
    Ja, bestimmt aber wie die Geschichte endet wisst ihr deshalb noch lange nicht und ich werde es auch nicht verraten.
    *
    Zweifelsohne ist dieses Buch ein Buch, dass uns Erwachsene anspricht doch wie reagieren die Kinder darauf? Diese Frage stellt sich eigentlich immer bei mir wenn ich ein Buch in den Händen halte, von dem ich auf den ersten Blick fasziniert bin. Wir wissen um die unterschiedlichen Wirkungen. Nicht alles was uns Erwachsenen gefällt gefällt auch den Kindern. Dies ist ganz natürlich, hin und wieder sind wir auch traurig und reagieren mit Unverständnis wenn wir realisieren, das die Kinder völlig anderer Meinung sind.
    Deshalb war ich ach unglaublich gespannt auf die Reaktion der Kinder und ganz ehrlich, ich hatte etwas Angst, doch die war völlig unbegründet. Sowohl die Mädchen als auch die Jungen waren zunächst fasziniert von den Bildern, die wir uns als erstes, und sehr, sehr lange anschauten, bevor wir zum Vorlesen der Geschichte kamen.
    Was mich sehr berührte war die Tatsache, das vier der 9 Kinder auf anhieb nach der Geschichte sagten, sie würden sich auch gerne Geschichten zu den Bildern ausdenken.
    Wir machten Farbkopien von einzelnen Doppelseiten, die die Kinder mit nach Hause nehmen konnten. Alle 9 Kinder im Alter zwischen 4 und 9 Jahren wollten Bilder mit nehmen.
    Als wir uns wieder trafen hatte jeder seine eigene Geschichte mitgebracht. Die Kleinen erzählten ungewöhnlich sicher selbst , die größeren lasen auch schon mal etwas Aufgeschriebenes vor, jedoch wurde  überwiegend  frei erzählt.
    *
    Es ist schon sehr besonders wenn ein Buch von einem Buch handelt, aber das dieses Buch dann auch noch so viel Magie an den Leser abgibt, das weitere Geschichten entstehen, dann ist dies schon mehr als sehr besonders.
    Dann ist es magisch.
    Die Magie der Fantasie hat uns eingefangen und die Kinder zu so viel Neuem inspiriert. Hat Kräfte, Talente frei gesetzt, die gar nicht bekannt waren.
    Ist es nicht unglaublich, was ein einzelnes Buch, eine einzelne Geschichte auslösen kann, wenn  Erzählung und Illustrationen zu einer Einheit werden, die einen auf magische Weise ins Land der Worte und Fantasie entführen?
    *
    Dieses Buch hat ungeahntes Potential.
    Für den Unterricht ist es in vielerlei Hinsicht ein Geschenk.
    Liebe Lehrer/innen nutzt diesen Schatz.
    Ein Schatz nicht nur für den Deutschunterricht, denn auch die Bilder sind äußerst beachtenswert, vermitteln sie doch einen besonderen Illustrationsstil.

  21. Cover des Buches Beckenboden-Power (ISBN: 9783466344581)
    Eric Franklin

    Beckenboden-Power

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Krieg (ISBN: 9783446251847)
    Janne Teller

    Krieg

     (145)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Janne Teller wagt in ihrem Essay „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“ ein interessantes Gedankenexperiment, das leider zu kurz greift.

    Janne Teller ist eine dänische Schriftstellerin, die vor allem durch ihren Roman „Nichts – Was im Leben wichtig ist“ der Öffentlichkeit bekannt geworden ist. Um den Roman, der auf brutale Art nach dem Sinn des Lebens sucht, und den darin beschriebenen Grausamkeiten, die sich die Jugendlichen gegenseitig sowohl körperlich als auch seelisch antun, hat sich eine rege Debatte entwickelt, wie viel noch jungen Lesern literarisch zugemutet werden darf. Noch heute ist das Buch im Schulunterricht einiger Länder verboten. Aber nicht nur in diesem Roman, sondern auch in ihren zahlreichen anderen Werken, befasst sich die Autorin, die als Beraterin für die EU und die NATO tätig war, mit gesellschaftlich kontroversen Themen. So auch in ihrem Essay „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“.

    WENN BEI UNS KRIEG WÄRE,
    WOHIN WÜRDEST DU GEHEN?
    WENN DURCH DIE BOMBEN DER GRÖSSTE TEIL DES LANDES, DER GRÖSSTE TEIL DER STADT IN RUINEN LÄGE? WENN DAS HAUS, IN DEM DU MIT DEINER FAMILIE LEBST, LÖCHER IN DEN WÄNDEN HÄTTE? – S. 7
    Janne Teller dreht den Spieß kurzerhand um: In Deutschland herrscht, nach dem wirtschaftlich-sozialen, nationalsozialistischen Zusammenbruch der Europäischen Union, Krieg und wir müssen um unser Leben und unsere Liebsten fürchten. Das ist zumindest das Setting der deutschen Übersetzung. Die Autorin wählte für jedes Land unterschiedliche Umstände für den Krieg, abhängig von der geopolitischen Situation des Landes, aus, um die Glaubhaftigkeit des Essays, aber auch die Betroffenheit ihrer Leser*innen durch die Situation zu erhöhen. Doch egal in welchem Land die Handlung schließlich spielt, den Bewohner*innen bleiben nun zwei Möglichkeiten:

    Dableiben und womöglich sterben oder in den unbekannten Nahen Osten zu fliehen. Das Essay zeichnet dabei den Abriss eines ganzen Lebens – unseres Lebens. Denn die Autorin verwendet einen Kniff, der in der Literatur nur selten zum Einsatz kommt: Sie wählt die zweite Person Singular und spricht damit ihren jeweiligen Leser oder ihre jeweilige Leserin direkt an. Das Leben beschreibt sie nüchtern, ohne eine dramatische oder mitleidheischende Sprache zu wählen. Es ist alles andere als plakativ.

    TROTZDEM BIST DU EIN FREMDER. TROTZDEM DENKST DU JEDEN TAG DARAN, WANN DU NACH HAUSE ZURÜCKKEHREN KANNST.
    NACH HAUSE.
    NACH HAUSE? – S. 51

    Das Essay erschien in Deutschland 2011 im Hanser Verlag und umfasst rund fünfzig Seiten in dem kleinen Büchlein, das von außen an einen Reisepass erinnert. Dadurch ist es nicht nur sehr kurz, sondern büßt in meinen Augen auch an Tiefe ein. Es ist interessant zu sehen, was wäre, wenn die Machtverhältnisse auf der Welt kurzerhand umgedreht, wenn wir auf einmal zu Ankömmlingen werden würden, und nicht länger die bequeme Position des Gastgebers hätten. Die Du-Form erhöht zwar in gewissem Maß die eigene Betroffenheit beim Lesen, der Text bleibt aber dennoch auf Distanz, denn er offenbart nur einen kleinen Bruchteil dessen, was eigentlich gesagt werden müsste. Vieles steht für einen einigermaßen empathischen und politisch-gesellschaftlich informierten Menschen zwischen den Zeilen geschrieben. Da sich das Essay jedoch an Kinder und Jugendliche richtet, halte ich es für unabdingbar, das Buch angeleitet zu lesen und danach darüber zu sprechen, denn das geschrieben Wort offenbart nicht einmal ansatzweise die Intensität und die Ungerechtigkeit einer solchen Situation.

    „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“ ist ein spannendes Gedankenexperiment. Es trägt unheimlich viel Potenzial in sich, das die Autorin leider nur ansatzweise ausgeschöpft hat. Das Thema der Flucht wird nur oberflächlich betrachtet, sodass das Essay es kaum schafft, wirkliche Betroffenheit oder ein tieferes Nachdenken auszulösen. Wenn es angeleitet gelesen wird, halte ich das Essay jedoch für einen guten Einstieg in eine intensivere Beschäftigung mit den Themen Flucht, Migration und Asyl.


    Weitere Rezensionen von mir findest du auf Wortkulisse.net
  23. Cover des Buches Hast du den Troll gesehen? (ISBN: 9783737361590)
    Wolfram Hänel

    Hast du den Troll gesehen?

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Auszeit vom Alltag: Mehr innere Ruhe und Frieden durch mentale Übungen und meditative Reisen (ISBN: B00A9BK9A6)
    Ilse Mauerer

    Auszeit vom Alltag: Mehr innere Ruhe und Frieden durch mentale Übungen und meditative Reisen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Abraxandria
    Ich bin von der CD nicht sehr begeistert. Die Übungen für sich genommen gefallen mir zwar und wirken entspannend.
    Das Hörbuch besteht aus fünf Titeln, die sich in Einleitung und vier Übungen einteilen. Besonders angenehm sind Titel 2 "Loslassen und sich wohlfühlen" und Titel 4 "Der Bergsee - Sinnbild der Seele". Die Titel 3 "Der Lebensfluss - Symbol und Kraftquelle" und Titel 4 "Einfach glücklich sein" sind etwas komplizierter. Da fällt es mir schwer mich richtig drauf einzulassen.
    Vor allem aber stören mich Stimme und Wortbetonung der Sprecherin. Beides empfinde ich als eher anstrengend und unangenehm.

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