Bücher mit dem Tag "vorurteil"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "vorurteil" gekennzeichnet haben.

45 Bücher

  1. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783150207680)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

    (4.088)
    Aktuelle Rezension von: Kati_5972

    Die Geschichte über Elizabeth Bennet und Mr. Darcy ist so sehr in der Literaturgeschichte verankert und gilt als einer der größten Klassiker. Eine Geschichte über Missverständnisse, falsche Vorwürfe, Familiendramen, Zusammenhalt und einer Liebesgeschichte zurzeit Englands des beginnenden 19. Jahrhunderts. Wir begleiten Elizabeth Bennet, die zweitälteste Tochter der Familie, auf Tanzveranstaltungen, Bällen, Teegesellschaften und wie sie auf einer davon dem in der Gesellschaft hoch angesehenen Mr. Darcy zum ersten Mal begegnet. Eine Begegnung, die die beiden immer wieder zueinander führt und wo zu Anfang Stolz und Vorurteil ihre Beziehung prägten, entwickeln sich mit der Zeit Gefühle, die die beiden nicht zu wagen geglaubt haben.

    Ich habe die Geschichte bereits öfter gelesen und sie dieses Mal in dieser wunderschönen Schmuckausgabe erleben zu können, hat mir viele nostalgische und wunderschöne Lesemomente beschert. Mit vielen zusätzlichen Goddies, wie weiteren Briefen oder z.B. einen Lebenslauf von Jane Austen schafft diese mit wunderschönen Illustrationen gestaltete Ausgabe ein unvergessliches Leseerlebnis. Und ich bin stolz, diese ganz besondere Ausgabe zu meinen vielen anderen Büchern zählen zu können.

    Ich bin dankbar, dass Jane Austen uns mit "Stolz und Vorurteil" und all ihren anderen Geschichten so wundervolle Meisterwerke hinterlassen hat, die bis heute einen festen Bestandteil der Literaturgeschichte ausmachen und nach wie vor von vielen Buchliebhabern geschätzt und geliebt werden. Mich eingeschlossen. Ein wundervolles Buch, das meiner Meinung nach jeder einmal gelesen haben sollte ❤️

  2. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783150204085)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

    (414)
    Aktuelle Rezension von: herr_hygge

    Die fünf Töchter der Familie Bennet stehen vor der wichtigsten Aufgabe ihrer Zeit – einer vorteilhaften Heirat. Als Mr. Bingley, ein Junggeselle mit stattlichem Vermögen, den nahegelegenen Landsitz Netherfield pachtet, ist Mrs. Bennet davon überzeugt, dass er eine ihrer Töchter heiraten muss. Doch er bezieht Netherfield nicht allein, sondern in Begleitung seiner Schwestern, des Schwagers und des stolzen Mr. Darcy. Zwischen Mr. Darcy und der scharfsinnigen Elizabeth Bennet entfacht sich schnell ein Schlagabtausch aus Missverständnissen und verletztem Ehrgefühl, aber auch eine heimliche Anziehung …


    Nach fast einem Jahrzehnt auf meinem SuB habe ich endlich Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ gelesen und finde, dass der Kultstatus, den dieser Roman innehat, absolut berechtigt ist. Denn es handelt sich nicht nur um eine nett geschriebene Romanze, sondern auch um einen kritischen – um nicht zu sagen satirischen – Blick auf die damaligen gesellschaftlichen Konventionen, verbunden mit feinsinnigem Wortwitz und ansprechenden Dialogen, die sowohl spitz, humorvoll als auch emotional aufgeladen daherkommen. Und genau das macht die Lektüre dieses Klassikers zu einem Hochgenuss.


    Jane Austen zeichnet ihre Charaktere – insbesondere die weiblichen – mit Intelligenz, Urteilskraft, innerer Tiefe und dem Wunsch nach Selbstbestimmung und war ihrer Zeit damit weit voraus, da sie dadurch zwar leise, aber sehr wirkungsvoll die patriarchalen Strukturen ihrer Epoche unterwanderte. Zugegeben, sie gibt nicht jeder Figur die Möglichkeit, sich zu entwickeln, aber ihre Protagonist*innen lässt sie Fehler einsehen, reflektieren und schließlich an ihnen wachsen.


    Wir haben hier einen zeitlosen Klassiker, der sich beschwingt und flüssig lesen lässt und so frisch daherkommt wie eine moderne Enemies-to-Lovers-Story, von einer Autorin, die eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe an den Tag legt und mit ihren gut gewählten Worten die Gepflogenheiten der Regency-Ära eingefangen und kritisch betrachtet hat. Für mich ein absolutes Highlight, das sich einen Platz unter meinen Lieblingsbüchern redlich verdient hat.

  3. Cover des Buches Stolz und Vorurteil und Zombies (ISBN: 9783453504004)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil und Zombies

    (142)
    Aktuelle Rezension von: Judy_Buch

    Worum geht’s?
    „Stolz und Vorurteil und Zombies“ von Seth Grahame-Smith ist eine Adaption von Jane Austens Stolz und Vorurteil, jedoch mit dem Zusatz von Horrorelementen.
    Der Autor beschreibt eine Art Dystopie, in der die Menschen durch den Biss eines Untoten zu Zombies werden können. In dieser fiktiven Welt unterrichtet Mr. Bennet seine fünf Töchter Jane, Elizabeth, Mary, Kitty und Lydia in verschiedenen Kampfkünsten, um die „Apokalypse“ zu überstehen. Auch andere Familien wie z. B die Darcys sind für den Kampf gewappnet und stellen sich unverfroren der immer wieder größeren Armee von Untoten.
    In diesen ungewissen Zeiten trifft die älteste Tochter Jane auf Mr. Bindgley und verliebt sich just in ihn. Doch in seiner Gesellschaft ist auch sein treuster Freund Mr. Darcy, der eher skeptisch gegenüber dieser Verbindung steht. Allgemein wirkt er sehr abweisend und unfreundlich, was besonders Elizabeth, die zweitälteste Tochter, auf unangenehme Weise zu spüren bekommt. Obgleich sie der mysteriöse Fremde auf unerklärliche Art und Weise anzieht, kann sie ihm seine Beleidigungen und Ratschläge Bingley gegenüber er solle sich von Jane fernhalten, nicht verzeihen.

    Schon bald gerät jedoch alles außer Kontrolle und die Anzahl der Zombies scheint sich von Tag zu Tag drastisch zu erhöhen. Werden Mr. Darcy und Elizabeth Bennet ihre Streitigkeiten beseitigen können um Gemeinsam gegen die Armee der Finsternis kämpfen zu können?

    Meine Meinung:
    Was für einige Leser reinster Tratsch ist, ist für mich eines der spannesten Erlebnisse des Jahres gewesen! Ich habe zuerst den Film im Kino gesehen und war dermaßen positiv überrascht, dass ich mir sogleich das Hörbuch anschaffen musste! Und was soll ich sagen – es war ebenfalls ein Fest der Sinne für mich! Der Film hat kleine Details geändert, die ich sogar noch besser finde als im Buch, aber dennoch konnte mich die Geschichte von Seth Grahame-Smith zu 100% überzeugen!

    Der Autor schafft es wie in seinen anderen Romanen (z. B Abraham Lincoln Vampirjäger) dem Leser eine fantastische Kombination aus Drama und Horror zu bieten.

    Allgemein finde ich es klasse, wenn sich ein Autor wagt einen alten Klassiker neu aufzusetzen. Denn oftmals sehen vielen Menschen diesem dann skeptisch gegenüber!

    Die Beziehung zwischen Darcy und Elizabeth kommt durch die kämpferische Art der beiden noch besser zu Geltung! Ich liebe es, dass der Autor die Mädchen nicht als hilflos beschrieben hat. Der, der noch am meisten beschützt werden muss, ist Mr. Bingley. Und Jane macht sich als Beschützerin einfach klasse! Der kleine Rollentausch von Mann und Frau ist sehr gelungen!
    Dagegen sind Darcy und Eliza das perfekte Killer-Kommando, wenn sie sich nicht dauernd in den Haaren liegen würden! Ich finde man merkt in „Stolz und Vorurteil und Zombies“ noch deutlicher, dass Elizabeth sich schon von Anfang an zu Darcy hingezogen fühlt, aber ihr Stolz verbietet es ihr nachzugeben, was natürlich auch gut so ist, sonst hätte Darcy nicht über seine verletzenden Worte und Taten nachgedacht. Die Streitszenen mit Kampfelementen verfeinert zu erleben, war ebenfalls einfach grandios! Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt.

    Man weiß die Storyline von Anfang an, es ist nichts Neues vom Inhalt her, aber die Elemente rauben einem den Verstand! Ich kann nicht aufhören dieses Werk und den Autor für seine Idee immer wieder zu loben!

    Man sollte ohne Erwartungen und ohne Vorurteile sich der Geschichte widmen, genauso habe ich es auch getan und ich wurde belohnt!

    Also Leute vergesst euren Stolz: Wenn euch Zombies zusagen, dann ist dieser Roman selbst etwas für Leser, die sonst keine Klassiker mögen! Ein Freund von mir fand der Film/die Geschichte großartig, obwohl er mit dem Original nicht viel anfangen konnte : Das heißt schon was, findet ihr nicht auch? 😉

    Fazit:
    Das Buchcover ist schlicht, aber effektiv! Das Klassische geht nicht verloren und eine edle Damen als Zombie darzustellen war eine gute Wahl - wie ich finde! Mir hat es direkt Lust auf mehr gegeben.

    Es gibt auch noch zwei Fortsetzungen der Geschichte, jedoch von einem anderen Autor geschrieben! Bei Audible gibt es alle drei Bücher als Hörbuch zu kaufen!
    Falls Interesse besteht, die Titel lauten:

    - Stolz und Vorurteil und Zombies: Aufstieg der lebenden Toten
    - Pride and Prejudice and Zombies: Dreadfully Ever After

    Bücher von Steve Hockensmith


    Abschließend kann ich nur sagen: Stolz und Vorurteil und Zombies zählt zu meinen Lieblingsbüchern und da ich Horror Genre liebe, gefällt mir diese Geschichte sogar noch ein klein wenig besser als das Original 😉

  4. Cover des Buches Kleider machen Leute (ISBN: 9783872910028)
    Gottfried Keller

    Kleider machen Leute

    (578)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Eine Lüge durch Trug und Schein
    Und doch die Prüfung für die wahre Liebe.

    Zum Inhalt (Booklet):
    Diese köstliche und tiefsinnige Geschichte von einem armen Schneider, der aufgrund seines gepflegten Äußeren für einen Grafen gehalten wird, ist eine der bekanntesten Novellen Kellers.
    Die ganze Stadt überbietet sich darin, dem vermeintlichen Grafen, der seine Rolle, aus der er sich eigentlich heraussehnt, immer besser beherrscht, die Aufwartung zu machen. Als er sich jedoch mit Nettchen, der Tochter des Amtsrates, verlobt hat, ist es für ihn unmöglich, aus der Rolle auszubrechen. Gegen den Widerstand ihres Vaters bleibt seine Verlobte ihm treu, auch als er schließlich entlarvt wird. In Goldach bringt es der arme Schneider schließlich zu verdientem Wohlstand.

    Cover:
    Das Cover ist schlicht gehalten. Wir sehen hier auf braunem Grund die Zeichnung einer Kutsche im – ich möchte behaupten, viktorianischen Stil – und passend dazu einen Kutscher auf dem Kutschbock sowie eine Person, die in edler Kleidung und Spazierstock danebensteht. Das ist eine schöne Szene, passend zum Buch. Wer die Geschichte kennt, der kann hier den edlen „Grafen“ ausmachen, weshalb ich diese Covergestaltung sehr passend finde. Wer die Reihe der Hamburger Lesehefte kennt, weiß, dass alle Cover durch solch einschlägige Zeichnungen dargestellt werden.

    Eigener Eindruck:
    Der ganze Ort ist in Aufruhr. Ein edler Graf macht seine Aufwartung und alle versuchen dem edlen Herrn zu gefallen. Dass dieser aber gar kein Graf, sondern ein verarmter Schneide ist, das weiß niemand. Sein Besitz sind lediglich die Kleider die er trägt. Doch was einst als Spaß begann und was den Schneider seine Schauspielkunst abverlangt wird bald immer mehr zur Probe für ihn. Denn er wird verlobt und liebt Nettchen auch, will sie also nicht mehr belügen. Doch wie soll er sich aus der Situation retten? Und was werden die Folgen seiner Lüge sein?

    Dieser klassische Text stammt aus der Feder von Gottfried Keller und ist eine Novelle, welche von der Thematik her nicht nur als Theaterstück inszeniert wurde, sondern auch seinen Weg auf die Leinwand gefunden hat. Die Geschichte musste ich das erste Mal in der siebten Klasse lesen und man kann sich sicher vorstellen, dass das zu diesem Zeitpunkt einfach gar nicht unser Ding war. Was haben wir diesen Text gehasst. Ich hatte mir geschworen es nie, wirklich nie wieder zu lesen. Aus damaliger Sicht war der Text einfach schwerfällig und das Thema langweilig. Als Reread muss ich sagen, hat es mich doch begeistern können. Es macht Spaß die Verwirrungen zu erleben, die Charaktere nachzufühlen und diese Adaption der „Kleider machen Leute“ noch einmal zu erleben. Der Text ist kurzweilig und hat einen lehrhaften Charakter.

    Fazit:
    Eine amüsante Geschichte mit lehrhaftem Charakter, die mich bereits als Schüler schon begeistert hat, auch wenn ich mich als Schullektüre damit wirklich schwergetan habe. Jetzt, beim Reread, wo man das eine oder andere noch mehr versteht, ist das Buch ein kurzweiliger Spaß für jene, die klassische Texte mögen. Effektiv ist diese Geschichte wie das Märchen „Kleider machen Leute“, nur moderner und ausgeschmückter – mit Liebe und aus einer völlig neuen Perspektive.


    Gesamt: 4/5

    Daten:
    Ausgabe: Geheftet
    Erscheinungsdatum: 01.01.2023
    ISBN: 9783872910028
    Sprache: Deutsch
    Umfang: 48 Seiten
    Verlag: Hamburger Lesehefte








  5. Cover des Buches Changers - Kim (ISBN: 9783440151143)
    T Cooper und Allison Glock-Cooper

    Changers - Kim

    (62)
    Aktuelle Rezension von: Silliv

    Leider ist es zu lange her, dass ich noch Details aus Band 2 kenne, deshalb war ich nicht  ganz drin, aber spannender Schluss,  so dass ich jetzt keinen Fehler mache und gleich Band 4 lese. Aber es wurde sehr viel hinterfragt und philosophiert, etwas zu viel Geschwafel. 

    Kim lernt selbstbewusst zu sein. Wohnt bei den RaChas und merkt, was Haushalt bedeutet, dass war ganz gut so.


  6. Cover des Buches Der Elbische Patient (ISBN: 9783750420373)
    Pia Backmann

    Der Elbische Patient

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Kadlin

    Ich hatte am Anfang meine Probleme mit den Gendersternchen. Aber nachdem ich diese überwunden habe, konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen!


    Ich bin ein großer Fan des Einstiegs. Ein großes Fest am Ende eines Krieges. Schön dargestellt, aber ich mag die dunklen Schatten, die bereits angedeutet wurden. Trotzdem dachte ich zu beginn noch, dass die erst im späteren Verlauf relevant werden, und nicht, dass das erste Kapitel unmittelbar nach dem Prolog mich als Leser bereits wieder auf das Schlachtfeld führt. 

    Gut fand ich auch den Wechsel zwischen den beiden Seiten des Konfliktes. Man konnte zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen, warum etwas passiert ist - ein Punkt, der mir in vielen anderen Fantasy-Geschichten nicht gefällt und der häufig zu Verwirrung geführt hat, da nicht immer alles schlüssig dargestellt wurde. Hier aber ist es wunderbar dadurch umgesetzt worden, dass auf beiden Seiten Hauptpersonen existieren, die die Handlung vorantreiben.

    Und wo wir bei Hauptpersonen oder Personen generell sind: Ich mag die meisten sehr. Sie sind toll gezeichnet, haben alle einen gut durchdachten Hintergrund und man schließt sie gerne ins Herz und fiebert mit ihnen mit, je weiter die Handlung voranschreitet und umso näher die Armee an die Hauptstadt und den Wohnort herannaht.

    Es mochte absehbar sein, dass es so kommt, aber ich hab auch gerne die Liebesgeschichte verfolgt und war sehr gespannt darauf, wie Klara und Ionathan am Ende zueinander finden werden, trotzdem sie doch so unterschiedliche Ansichten und Motive hatten, denen sie über die Handlung hinweg gefolgt sind.

    Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen (auch wenn ich zugeben muss, das Buch wohl nie in die Hand genommen zu haben, wenn ich einzig nach dem Cover gegangen wäre - das ist nun wirklich nicht mein Fall)

  7. Cover des Buches Der jüdische Patient (ISBN: 9783462047042)
    Oliver Polak

    Der jüdische Patient

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Oliver Polaks Bericht aus der Psychiatrie, vielen Dank für die Lesung im Alten Schlachthof in Lingen! Was die psychischen Leiden angeht und einem diese Krankenhäuser auch nicht ganz fremd sind,  hat man einiges wiedererkannt, so schlimm wie Oliver hatte es mich damals aber zum Glück nicht erwischt. Die Beschreibungen der Verwirrungen, Angstzustände usw. sind schon sehr treffend, mutig so was öffentlich zu machen. Und man ist natürlich nach wie vor sprachlos, mit welchen Gedanken- bzw. Taktlosigkeiten bis hin zu offenen Vorurteilen und Antisemitismen jüdische Menschen in Deutschland klarkommen müssen, wunderbar daß der Autor diese Menschen als das "Dreckspack" bezeichnet, das sie sind. Nur bei der Udo-Jürgens-Verehrung gehe ich nicht mit, auch wenn ich seine sozialkritischen Texte natürlich kenne. Toller Autor, sehr gelungenes Buch!

  8. Cover des Buches Na servus! (ISBN: 9783644443518)
    Sebastian Glubrecht

    Na servus!

    (74)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der Autor landet als williger Jungjournalist in München, um dort eine schwangere Kollegin zu vertreten, und wird zur Untermiete in Daglfing bei den Untermairs und dem Knollhubert einquartiert. Wißbegierig nähert sich der Exberliner den Bayern an und und schiebt anfangs seine Vorurteile vor sich her (BMW, Folklore, voll umoperierte Menschen aus der Münchner Schickeria). Aber der Knollhubert ist, wie er bald feststellen muß, a Guada, und auch mit dem Rest des kritisch beäugten Völkchens kommt er bald näher. Und die Liebe zu einer bayerischen Punkerin ist auch nicht weit...Schön geschrieben, aber wo kommen die ganzen anfänglichen Vorurteile her? Die Bayern sind eine nettes gemütliches Grüppchen, und man muß ja keine Lederhose tragen (daß das Anprobieren und Anziehen solche Schwierigkeiten bereitet, war mir auch noch nicht klar, ich trug meine letzte Lederhose im Alter von 2-3 Jahren). Und die mögen es auch eigentlich nicht, wenn nicht-gebürtige Bayern die Lederhose tragen. "Hund seids scho" hab ich noch vermisst. "Ein Prosit, ein Pro-ho-sit...."

  9. Cover des Buches Die Stille der Lärchen (ISBN: 9783462047349)
    Lenz Koppelstätter

    Die Stille der Lärchen

    (91)
    Aktuelle Rezension von: babsi-1997

    Die Stille der Lärchen ist mein erstes Buch von Lenz Koppelstätter. 

    In einem kleinen Dorf im Südtiroler Ultental wird ein ermordetes Mädchen aufgefunden. Der Fall scheint geklärt - es gibt einen geständigen Täter. Doch die Dorfbewohner verdächtigen den Sohn des Geständigen. Er soll vom Teufel besessen sein.

    Commissario Grauner zweifelt an der Schuld von Vater oder Sohn und ermittelt in alle Richtungen weiter. Könnte der Mord mit dem Mord an einem anderen Mädchen vor vielen Jahren zusammenhängen?

    Die Sprache des Autors hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist spannend erzählt und man kann die Gefühle der Figuren nachvollziehen.

    Sehr schöner Wohlfühlkrimi für ein paar spannende Lesestunden!

  10. Cover des Buches Ein MORD.s-Team - Auf tödlichen Sohlen (ISBN: 9783958340107)
    Nicole Böhm

    Ein MORD.s-Team - Auf tödlichen Sohlen

    (113)
    Aktuelle Rezension von: Tokki_Reads

    Mason, Olivia, Randy und Danielle setzen ihre Ermittlungen im mysteriösen Mordfall um Marietta King fort. Ihre Spurensuche führt sie tief in die Vergangenheit – und bringt ein lange verborgenes Geheimnis ans Licht, das alles, was sie bisher zu wissen glaubten, infrage stellt. Wer war Marietta wirklich, und was verheimlichen ihre Eltern?

    Parallel verfolgt Olivia ein ganz eigenes Ziel: Sie möchte an einem Fotowettbewerb teilnehmen, der jungen Künstlerinnen eine große Bühne bietet. Doch kurz vor der Ausstellung wird alles zerstört – Vandalen haben ihr Werk und das anderer Teilnehmer verwüstet. Der Verdacht fällt auf viele, doch niemand scheint etwas gesehen zu haben. Wird es dem Team gelingen, den Täter rechtzeitig zu entlarven und Olivias Traum zu retten?


    Die Geschichte bleibt spannend, die Mischung aus Kriminalfall, Freundschaft und persönlichem Drama funktioniert erneut gut. Besonders die Nebenhandlung rund um Olivias Leidenschaft für Fotografie bringt frischen Wind in die Serie. Kritisch sehe ich allerdings die plötzlich eingeführte Liebesgeschichte – kaum gesehen, schon verliebt und ein Paar. Das wirkte auf mich zu abrupt und wenig glaubwürdig. Dennoch ist der Band insgesamt gelungen, unterhaltsam und macht Lust auf mehr.

  11. Cover des Buches Das Böse unter der Sonne (ISBN: 9783455650273)
    Agatha Christie

    Das Böse unter der Sonne

    (163)
    Aktuelle Rezension von: Sabrrina

    Hercule Poirot verbringt seinen Urlaub auf einer Ferieninsel. Doch natürlich bleibt es nicht lange ruhig: Eine weitere Hotelgästin, eine ehemalige Schauspielerin, wird ermordet. Und so findet sich Poirot kurzerhand mitten in den Ermittlungen wieder. Wer hatte ein Motiv und wer von den Hotelgästen könnte für den Mord verantwortlich sein?

    Tja, was soll ich sagen? Wieder ein angenehmer und gelungener Poirot-Fall. Da ich mich beim Lesen selbst im Urlaub befunden habe, hat das Setting natürlich recht gut gepasst. Es gibt wieder einige Charaktere, bei denen man sich als Leser fragt, ob sie etwas zu verbergen haben und welche Rolle sie tatsächlich in der Geschichte spielen. Genau dieses Rätselraten hat für mich wieder einen großen Teil des Unterhaltungswerts ausgemacht.

    Es ist zwar kein neuer Lieblingsfall für mich, aber insgesamt einfach ein guter und unterhaltsamer Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe. Gerade bei den Poirot-Bänden mag ich inzwischen auch dieses vertraute Gefühl: ein Kreis an Verdächtigen, ein Mord und Poirot, der versucht, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. Kein Highlight der Reihe, aber definitiv ein weiterer Fall, den ich gerne gelesen habe.

  12. Cover des Buches Die Wälder am Fluss (ISBN: 9783832161521)
    Joe R. Lansdale

    Die Wälder am Fluss

    (57)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Aber wollen Sie denn nicht, dass der Mörder geschnappt wird?«
    »Das wird nicht passieren, Junge. Verlass dich drauf. Meine Leute sind wie Spreu, weißt du – sie werden einfach weggeweht, und keinen kümmert’s. Da musst du schon ’nen Weißen um die Ecke bringen, damit du bestraft wirst.«

     

    Marvel Creek, eine winzige Ortschaft in Texas im Jahr 1933. Der elfjährige Harry und seine kleine Schwester Tom entdecken im Wald zufällig die grausam zugerichtete Leiche einer schwarzen Frau. Harrys Vater, der neben seiner Arbeit als Farmer auch als Friseur und Constable arbeitet (die Zeiten sind schlecht und die Familie braucht das Geld), ist sich sicher, dass hier kein wildes Tier verantwortlich ist, sondern dass die junge Frau das Opfer eines überaus brutalen Mörders wurde.

     

    In der weißen Bevölkerung macht er sich mit seinen Nachforschungen nicht beliebt. Der Mörder muss ein Schwarzer sein, da ist man sich sicher. Kein Grund also, sich einzumischen, das werden die Schwarzen schon untereinander regeln. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Opfer. Und während um ihn herum die gesamte Situation eskaliert, versucht Harry weiter, den Mörder zu finden…

     

    Dieses Buch hat mich gleich von der ersten Seite an gepackt. Ich hatte schon zuvor Bücher des Autors gelesen und mag seinen Stil sehr. Immer spannend, immer nah dran und mit Worten, die eine überaus stimmige und dichte Atmosphäre schaffen.

    Hier wird alles aus der Perspektive von Harry erzählt. Die kindliche Sicht sorgt für zusätzliche Dramatik, denn als Erwachsener, zumal rückblickend, weiß man natürlich um den weit verbreiteten Rassismus, doch Harry und Tom führten trotz der ärmlichen Verhältnisse, in denen sie aufwuchsen, ein schönes Leben. Jedenfalls bis zu dem Tag, an dem sie den grausigen Fund machten. Mit viel kindlicher Fantasie, Entdeckungs- und Abenteuerlust spielten sie täglich in den Wäldern, doch das Verbrechen raubt ihnen diesen sicheren Ort und in der Folge auch den Glauben an das Gute in ihren Mitmenschen. Es ist eine noch heile Welt, die da zerstört wird.

     

    An zahlreichen Stellen wurde ich so wütend und merkte, dass ich mich glatt mehr über die „braven“ weißen Bürger aufregte als über den Serienmörder. Das Buch lässt einen nicht kalt und fesselt bis zum Schluss.

     

    Fazit: Sehr spannend und berührend mit toller Atmosphäre. Ein großartiges Buch!

  13. Cover des Buches Simsaladschinn – Das Mädchen aus der gelben Tasche (ISBN: 9783734840500)
    Corinna Wieja

    Simsaladschinn – Das Mädchen aus der gelben Tasche

    (17)
    Aktuelle Rezension von: merle88

    Inhalt:
    So hat sich Flaschengeistmädchen Diamandarazade, genannt Amanda, ihren 77-wöchigen „Menschenlehrdienst“ nun wirklich nicht vorgestellt! Statt die Zeit bequem und unentdeckt in einer alten, hässlichen, gelben Tasche abzusitzen, landet sie ausgerechnet in den Diensten von Oberlangweiler Jonas. Um ihren entführten Lehrmeister Muffid zu retten, schlägt Amanda Jonas einen Deal vor: Für jeden erfüllten Wunsch verlangt sie einen Gegenwunsch von ihm! Blöd nur, dass Amanda durch ein Versehen all ihre Magie verliert und Jonas ein richtiger Angsthase ist. Denn die Zeit läuft ihnen langsam davon …

    Meinung:
    Diamandarazade ist ein Flaschengeist und wurde von ihren Eltern dazu verdonnert ihren 77-wöchigen Menschenlehrdienst zu absolvieren. Amanda hat darauf keine Lust und sucht sich eine große, hässliche, gelbe Tasche als ihr Wunschgefäß aus. Damit will sie möglichst wenig in der Menschenwelt auffallen, um die 77 Wochen dort bequem absitzen zu können. Doch dann kommt alles anders, denn Amanda landet beim schüchternen Jonas. Und dann wird auch noch ihr Lehrmeister Muffid entführt. Nun müssen Amanda und Jonas Hand in Hand arbeiten.

    Auf dieses zauberhafte Abenteuer aus dem Magellan Verlag habe ich mich wahnsinnig gefreut. Die Idee rund um das junge Flaschengeistmädchen Diamandarazade, kurz Amanda, klang sehr vielversprechend.
    Zu Beginn wird der Leser in die Welt der Dschinn, die sich hoch über den Wolken verbirgt, eingeführt. Dies hat mich sofort begeistert, da ich mir vorab unsicher war, ob die Welt der Dschinn in diesem Buch überhaupt eine Rolle spielt. 

    Als Amanda sich dann auf den Weg zur Erde macht, schwenkt die Geschichte zu unserem Protagonisten Jonas um, der von zwei Jungen aus seiner Schule drangsaliert wird.
    Jonas ist ein sehr ruhiges Kind, das selbst nicht gerade von sich überzeugt ist und sich für einen Loser hält. Doch dann trifft er auf Amanda, die so selbstbewusst und mutig ist, dass sich Jonas zwangsläufig eine Scheibe davon abschneiden kann.

    So dreht sich in diesem Buch viel um das Thema Mut und die Aussicht darauf über sich selbst hinauszuwachsen. Gerade Amanda lernt in diesem Buch viel von Jonas und seiner Auffassung des Begriffes Freundschaft. So hilft er ihr, ohne zuerst an sich selbst zu denken.
    Gut gefallen hat mir, dass auch Jonas Stiefschwester Jessy eine nicht unwichtige Rolle in diesem Buch einnimmt. Somit wird auch das Thema Patchworkfamilie und deren Zusammenhalt perfekt aufgegriffen und verarbeitet.

    Die Interpretation von Corinna Wieja zum Thema Dschinn hat mich sehr angesprochen. Gerade das es sich bei dem magischen Gefäß der Dschinns nicht immer zwangsläufig um eine Flasche oder eine Wunderlampe handeln muss, fand ich einen interessanten Gedankengang.
    Gegen Ende hin wird es für die jungen Leser noch einmal ganz schön spannend.
    Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, dennoch ist man als Leser sehr gespannt, welche Abenteuer Jonas, Amanda und Jessy noch erleben werden.

    Fazit:
    Empfehlen kann ich das Buch allen Kindern ab 9 Jahren, die gerne einmal wissen möchten, wie das Leben eines echten Dschinn so aussieht. Auch in Jonas, den Protagonisten, kann man sich perfekt hineinversetzen und so erlebt der Leser gemeinsam mit ihm und Amanda ein lustiges und kunterbuntes Abenteuer voller Wünsche.
     Ich vergebe dschinntastische 4 von 5 Hörnchen.

  14. Cover des Buches Ein Vorurteil kommt selten allein: Liebesroman (Shanghai Love Affairs 4) (ISBN: B09BBPLC5L)
    Karin Lindberg

    Ein Vorurteil kommt selten allein: Liebesroman (Shanghai Love Affairs 4)

    (41)
    Aktuelle Rezension von: JazzH

    Ich habe das Hörbuch gehört. Die Sprecherin wirkt ein bisschen aggressiv und gleichzeitig gelangweilt und genervt beim Vorlesen. Der Roman ist vorhersehbar und bleibt nicht im Kopf. Für ein verregnetes Wochenende, perfekt, um den Kopf abzuschalten, ein sehr seichtes Buch zu lesen und wieder zu vergessen. 

    Lilly ist hypersensibel und lässt das andauernd an allen heraus und wirkt unsympathisch und dauerunzufrieden. Ansgar ist ebenfalls dauerunzufrieden und dauergeil auf Lilly. Sie kommen schon nach einem Viertel des Romans zusammen. Wo bleibt da die Spannung? Gilt das schon als Spoiler, obwohl ich normalerweise die Hälfte des Romans in Rezensionen erkläre und den Rest offen lasse. Und wer will einen Mann, der jede Woche eine andere Frau flachlegt? 

    Die geerbte Villa von Ansgar hat nur ein Badezimmer? Unrealistisch. Sie streiten sich peinlich über eine Rechnung im Supermarkt. Er will zahlen und sie kann nicht einfach Danke sagen. 

    Warum der Untertitel Shanghai Love Affairs 4 in Klammern? Ich weiß es nicht. Die Geschichte findet ausschließlich in Deutschland und einem Kurztrip in London statt.

    Sie essen vorweg vegetarisch und kompensieren das aber mit zu viel Alkoholkonsum, so scheint es. Da passt der Satz “Dem Herrn sei gedankt.”, der kurz nach einem Alkoholexzess kommt, absolut nicht. Bisher waren beide null religiös, aber vielleicht meint Lilly mit Herr auch Ansgar? Auf jeden Fall wirkt sie nach einer richtig behämmerten Aktion absolut geistlos.

    Warum die beiden aufeinander stehen, ist mir bis zum Schluss nicht aufgeleuchtet. Sie passen nicht zusammen. Er ist ein Playboy. Woher der plötzliche Wandel? Alles verläuft vielleicht ein bisschen zu schnell. Ein bisschen Langsamkeit und mehr Details und gleichzeitig weniger Bettgeschichten hätten der Geschichte zu mehr Glaubwürdigkeit verholfen. Und ein bisschen schwarze Kleidung und schwarzes Make Up macht aus einer Person nicht eine, die man nicht mehr erkennt…

    Ich hatte die Hoffnung, dass es ein humorvoller Liebesroman mit vielen lustigen Wortgefechten wird, doch leider habe ich kein einziges Mal aufgelacht. Die Streitereien waren viel eher beißend und nervig. Ich habe mit den Augen gerollt und fühlte mich wie in einer toxischen Sitcom. Keine Empfehlung.

  15. Cover des Buches Gut leben (ISBN: 9783455503913)
    Theodore Zeldin

    Gut leben

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

     „Theodore Zeldin, geboren 1933, hat viele Jahre in Oxford Geschichte gelehrt. Als Autor hat er sich unter anderem mit Eine intime Geschichte der Menschheit einen Namen gemacht. Die britische Zeitung The Independent setzte ihn auf die Liste jener weltweit vierzig Menschen, deren Ideen das 21. Jahrhundert nachhaltig beeinflussen werden. Zeldin ist Kommandeur der französischen Ehrenlegion, Mitglied der British Academy und der Royal Society of Literature. Er lebt mit seiner Frau, der Linguistin und Kognitionswissenschaftlerin Deirdre Wilson, bei Oxford.“

    KT: „Gutes Leben entsteht im Dialog, im Dialog mit der Vergangenheit und mit unseren Mitmenschen. Nur so bekommen wir eine Ahnung davon, was es bedeutet, Mensch zu sein. In seiner ebenso kenntnisreichen wie unterhaltsamen Abhandlung über die Kunst des Lebens widmet sich der bedeutende englische Philosoph und Historiker Theodore Zeldin der Frage, was wir aus der Vergangenheit lernen können für ein besseres Leben.
    Vor welchen Problemen standen unsere Vorfahren - zu denen so prominente Figuren wie Albert Einstein, Thomas Morus, der Philosoph Francis Bacon und die Schriftsteller Hans Christian Andersen und Fjodor Dostojewski zählen, aber auch ein texanischer Farmer des 19. Jahrhunderts -, und wie können wir ihre Erfahrungen für uns nutzbar machen? Höchst eindrucksvoll zeigt Zeldin, dass die größten Probleme unserer Zeit, aber auch die größten Chancen von unseren zwischenmenschlichen Beziehungen abhängen und wie viel reicher unser Leben sein kann, wenn wir wirklich in Austausch miteinander treten.“

    Meine Meinung:

    Klappentext gibt treffend  den Inhalt des Buches wieder. Wenn man das Vorwort liest, bekommt man Vorstellung des Autors von dem, wie die Diskussion aufgebaut ist und was im Buch insg. passieren wird. Es ist eine Art Gespräch unter Freunden, bei dem der Autor seine Sicht der Dinge zu den genannten Themen erläutert.

    Die Kapitelüberschriften sind gekonnt knackig formuliert, ziehen förmlich ins Buch hinein. Man darf aber nicht erwarten, dass man eindeutige Antworten auf die aufgeworfenen Fragestellungen erhält. Der Autor sagt gleich am Anfang, das war nicht sein Anliegen. „…das Einzige, was mich qualifiziert, dieses Buch zu schreiben, ist mein Wunsch, Genaueres darüber zu erfahren, was ein erfülltes Leben sein könnte. Lebe ich voll und ganz oder überlege ich bloß…?“S. 22.

    Es ist ein recht amüsantes Lesen. Die Denke von Theodore Zeldin ist so erfrischend anders, als das, was man sonst so im Bereich erwartet und oft auch zu lesen bekommt. Eine schnörkellose Stringenz der Gedankenführung, bei der erst die Thesenvorstellung, dann die aufgezählten Argumente in ihrer Eindeutigkeit und Klarheit folgen, dann Fazit als kurze Zusammenfassung des Gesagten, darf man hier nicht voraussetzen. Manchmal scheint, dass sich Zeldin vom Thema recht weit entfernt. Im Großen und Ganzen aber vermittelt er seine Aussagen sehr gut und deutlich. Wenn man sich einmal reingelesen hat, kann man nicht so leicht aufhören, da fliegen die Seiten nur dahin.

    Theodore Zeldin ist ein Freidenker, dessen Ideen durchaus reizend und es wert sind, darüber allein zu sinnieren oder zusammen mit Freunden in einer geselligen Runde ausdiskutiert zu werden. Er stellt z.B. eine gängige Doktrin vor und sagt seine Meinung dazu, wie sinnvoll ihm dieses, oft hpts. in der öffentlichen Meinung existierende Gebilde erscheint, gibt auch Beispiele und Sicht der Dinge anderer Denker, manchmal aus früheren Jahrhunderten, Ost und West sind dabei gleichermaßen präsent. Zeldin erzählt das Leben bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten, die mit ihrem Gedankengut und ihren Werken eine Spur in der Geschichte, Philosophie und Literatur hinterlassen haben. Dabei musste ich staunen, was für eine Menge an Wissen dieser Mann bereits in sich aufgenommen hat. Er nutzt es, um seine eigenen Thesen zu erläutern und auch die Leser mit spannenden Lebensgeschichten zu unterhalten.

     Es wird über Gott und die Welt geplaudert. U.a. gibt er seine Sicht dazu, welche Aufgaben die Versicherungen heute übernehmen könnten, was Hotels und Bibliotheken anders machen könnten, um das Leben der Menschen interessanter, lebenswerter zu machen. Man muss mit dem Autor nicht in allem einverstanden sein, aber seine Sicht der Dinge ist es wert, sie kennenzulernen.

    Zum Schluss fordert der Autor die Leser auf, auf der Webseite der von ihm initiierten Foundation, „…einer gemeinnützigen Stiftung, die gegründet wurde, um die auf diesen Seiten beschriebenen Arten von Gesprächen, Selbstporträts und Experimenten zu fördern.“S. 470, ein Selbstportrait dort abzuliefern. Er begründet auch, weshalb es so wichtig sei. Und: „Schon durch Kauf dieses Buches unterstützen Sie eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, sich auf nützlichere Art an die Vergangenheit zu erinnern, an ihre Irrwege ebenso wie an ihre Errungenschaften, sodass man mehr tun kann, als die Schlaglöcher einer alten, widersprüchlich geschilderten Straße auszubessern.“ S. 471.

    Ein gutes Buch ist gut auf jeder Seite. Mein Exemplar ist voll mit Klebezetteln, die Stellen markieren, zu denen sich lohnt, wieder zurückzukehren. Fast an jeder Seite ist so ein Zettel befestigt.

    Das Buch ist auch sehr schön und hochwertig gestaltet. Leinen, wie in guten alten Zeiten, hält Festeinband und die darin enthaltenen Seiten prima zusammen und lädt zum Aufschlagen des Buches ein. Auf jeder Seite gibt es ein 1-2 Einsparungen, die eine knappe Zusammenfassung des gerade Gesagten darstellen.

    Auf der Rückseite liest man einen Satz: „Zeldin ist ein mitreißender Weggefährte, ungezwungen und charmant, irrlichternd zwischen Geschichtsschreibung und Philosophie.“  The Independent.  Das passt.

    Fazit: Warum soll man dieses Buch lesen? Um Theodore Zeldin und seine Ideen kennenzulernen. Er gibt mit seinen Ausführungen ein breites Feld an Themen zum Nachdenken, sowohl über das eigene Leben, als auch über das der Gemeinschaft, in der man aktiv ist. Seine Vorschläge über die Gestaltung der Zukunft sind es wert, gehört und  mit Freunden und Kollegen ausdiskutiert zu werden. Der Autor schätzt besonders den Gedankenaustausch und möchte diesen auch gezielt anregen. Er sagt, das kann zu gutem Leben führen. Das ist der Titel dieses Buches. Ich kann dieses Werk gerne weiterempfehlen. Als Geschenk zum Geburtstag oder zu den nicht mehr fernen Weihnachten für Freunde und Familie ist es eine gute Idee.

     

  16. Cover des Buches Blumen im Schnee (ISBN: 9783862054299)
  17. Cover des Buches Cop meets Bookworm (Edward Adams 2) (ISBN: B07TXM2SLY)
    Karin Bell

    Cop meets Bookworm (Edward Adams 2)

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Jazzy

    Meine Meinung:

    Das Cover hat mir schon sehr gut gefallen, wie der entspannte und lässig sitzende Mann einen Cop darstellt, das kommt wirklich gut herüber! Und die Sonnenbrille rundet dies natürlich noch ab! 

    Genauso hatte ich mir Tony vorgestellt. Ich hatte bereits das andere Buch "Ein Bestatter zum Verlieben“ von der Autorin gelesen und in dem ersten Band kam Toni als Nebenfigur schon vor. Umso gespannter war ich auf seine Liebesgeschichte. Rose ist eine interessante Figur und das knistern zwischen Tony und ihr nimmt seinen Lauf. Zu viel möchte ich nicht verraten, es lohnt sich auf jeden Fall! 

    Fazit:

    Ein schöner Kurzroman, den ich sehr gerne weiterempfehle. Einen Stern musste ich leider abziehen, da es mir an manchen Stellen zu holprig beim lesen war. Ich hätte mir es manchmal ausführlicher gewünscht. Da dies aber ein Kurzroman ist, muss man damit rechnen. Tony hat meine Erwartungen absolut erfüllt und ich hoffe es gibt noch einen weiteren Roman von der Autorin, in dem Tony auch eine Rolle spielt.

  18. Cover des Buches Philadelphia (ISBN: 0553569139)
    Christopher Davis

    Philadelphia

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    In der "Stadt der brüderlichen Liebe": Andrew Beckett ist einer der talentiertesten Anwälte in Philadelphia und arbeitet wie ein Pferd in der bekanntesten Kanzlei am Ort Wheeler & Wyatt, bis ihm unter einem fadenscheinigen Grund gekündigt wird, als man bei ihm erste Anzeichen einer Aids-Erkrankung erkennen kann. Beckett ist homosexuell und lebt mit seinem Lebenspartner Miguel zusammen, was er in der Kanzlei allerdings verschweigt. Als Anwalt erklärt sich nur Joe Miller bereit, Afroamerikaner und anfangs voller Vorurteile gegenüber Schwulen, Beckett zu vertreten im Arbeitsrechtsstreit um dessen Kündigung und dessen Rechtmäßigkeit. Beckett geht es zunehmend schlechter, je lämnger sich der Prozeß hinzieht, wird er das Ende überhaupt noch erleben? Der erste Oscar für Tom Hanks in der Hauptrolle, die Geschichte war 1993 angeblich noch ein Wagnis, als der Film rauskam. Die Rolle von Denzel Washington als Miller ist vielleicht etwas schwarz-weiß gezeichnet, vielleicht auch etwas viel "Anwaltsverherrlichung" (Tom Robbins), aber auch ohne den Neil-Young-Song am Ende sehr ergreifend.

  19. Cover des Buches Der König der Schweine (ISBN: 9783709978603)
    Manfred Rebhandl

    Der König der Schweine

    (24)
    Aktuelle Rezension von: Blaustern
    Drei junge Schwarze, die aus einer Flüchtlingsunterkunft stammen, werden tot aufgefunden. Was hat es damit auf sich, und welche Bedeutung hat das rosane Schweinchen. Kitty Muhr, eine sehr ungewöhnliche Frau, nimmt die Ermittlungen auf und bekommt einen Kurden, Ali Khan Kurtalan, als Partner zur Seite gestellt. Die beiden sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und sollen diesen Fall gemeinsam lösen? Kitty ist ungehobelt und nimmt kein Blatt vor dem Mund, stabil und hat es auf starke Männer abgesehen, besonders beim Sex, worum ihre Gedanken ständig kreisen, selbst im Kommissariat. Ali ist klein und freundlich und bekommt mehr als einmal Dämpfer von ihr. So gesehen sind die Dialoge zwischen ihnen immer wieder spannend. Natürlich ist alles etwas überspitzt. Von der Flüchtlingspolitik bis hin zum Sex und Kittys Leben. Dabei wird der Krimiteil etwas vergessen und steht so nur an zweiter Stelle, was ziemlich schade ist. Den Schreibstil kann man aber gut lesen.
  20. Cover des Buches Das Methusalem-Komplott (ISBN: 9783896673107)
    Frank Schirrmacher

    Das Methusalem-Komplott

    (29)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Schirrmachers Schrift gegen Altenhaß und für eine Neuorientierung der Gesellschaft. Er selbst hat den Zustand des alten Mitmenschen ja nicht mehr erleben müssen. Man wundert man sich über die subtilen Einflüsterungen der Gegenwartsgesellschaft, wie man vermeintlich Alte aufs "Altenteil" schieben möchte, daß die Best ager auch in fortgeschrittenen Alter häufig körperlich und geistig noch voll da sind, hat einen selbst überrascht. Gerad wurde Joe Biden wegen seines Alters als möglicher Präsidentschaftskandidat gegen Donald Trump wegen seines Alters ausgemustert (trotz offenbar recht guter Bilanz seiner Präsidentschaft), die "Heute-Show" witzelte über das "Greise Haus", und in der Werbung gibt es wieder nur Junge und Ganzjunge, sogar auf der AOK-Mitgliederzeitschrift sind nur junge gesunde Menschen. Viel hat sich nicht geändert, obwohl wir laut Schirrmacher längst in der Gerontokratie leben müßten. Augenöffnend und klug, aber auch anspruchsvolle Kost.

  21. Cover des Buches Mein Geburtstag und andere Katastrophen (ISBN: 9783746619019)
    Merrill Markoe

    Mein Geburtstag und andere Katastrophen

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Ich habe keine Ahnung, wie es „Mein Geburtstag und andere Katastrophen“ von Merrill Markoe in mein Bücherregal geschafft hat. Das Buch passt so gar nicht in mein Beuteschema, daher vermute ich, dass es irgendwann einmal Gegenstand einer Rettungsmission war. In meiner Teenagerzeit habe ich häufig Bücher mitgenommen, die andernfalls auf dem Müll gelandet wären, unabhängig vom Inhalt. Das heißt, ich besitze dieses Buch schon sehr, sehr lange. In den letzten Jahren zweifelte ich daran, ob ich es jemals lesen würde, aber die heutige Rezension beweist, dass jedes Buch seine Zeit hat. Selbst ein Chic-Lit-Roman, der meinem Geschmack eigentlich widerspricht.

    Wie ist es nur möglich, dass jedes Jahr gleich verläuft? Es kann doch nicht sein, dass man als erwachsene Frau von 36 Jahren ständig dieselben Fehler wiederholt und sich von den spitzen Kommentaren nörgelnder Eltern, gutmeinenden Ratschlägen ahnungsloser Freundinnen und verwirrenden Signalen kryptischer Männer langsam in den Wahnsinn treiben lässt. Etwas muss sich ändern! Eine neue Tradition muss her: einmal im Jahr, am Geburtstag, einen Brief an sich selbst zu verfassen, das Jahr Revue passieren zu lassen und sich daran zu erinnern, was man alles nicht mehr tun wollte, klingt wie eine gute Idee. Bestandsaufnahme und Vorsatzsammlung in einem. Dummerweise ist es gar nicht so leicht, sich zu ändern. Katastrophen scheren sich nicht um gute Vorsätze. Da helfen nur noch entschlossenes Krisenmanagement und der feste Glauben daran, dass irgendwann alles besser wird. Wird es doch, oder?

    Die verzweifelte Stimme meines moralischen Gewissens hofft inständig, dass Merrill Markoe „Mein Geburtstag und andere Katastrophen“ ironisch meinte. Das Buch enthält so viele sexistische Klischees, dass ich unbedingt an eine absichtliche Überspitzung glauben muss. Ich möchte nicht in Betracht ziehen, dass diese Parade platter Vorurteile über Frauen, Männer und Beziehungen ernst gemeint ist. Ich muss an eine spottende Kritik glauben, an eine bewusste Überzeichnung. Andernfalls müsste ich mich nämlich dafür schämen, dass ich das Buch mochte. Ja, oh Wunder, ich fand es gut. Es ist natürlich kein literarisches Meisterwerk, doch unterhaltsam, amüsant und kurzweilig. Halb handelt es sich um einen Briefroman, halb um einen Tagebuchroman, denn die Protagonistin schreibt sich selbst einmal im Jahr an ihrem Geburtstag einen Brief, in dem sie das vergangene Jahr zusammenfasst und Verhaltensvorsätze für das nächste Jahr aufstellt. Ihr Name bleibt unbekannt, weil sie keine Anrede verwendet und dank der strikten Ich-Perspektive ihrer Briefe keine Notwendigkeit besteht, ihn zu nennen. Über sechs Jahre, von ihrem 36. bis zu ihrem 42. Geburtstag, durfte ich sie durch die Irrungen und Wirrungen ihres Lebens begleiten. Mir gefiel diese Struktur sehr gut; das Buch las sich flott und angenehm, weil ich nicht gezwungen war, jedes Jahr im Detail zu erleben, sondern bloß eine knappe Rekapitulation ihrer Highlights geboten bekam. Leider sind diese Highlights meist negativ, was mich animierte, über mich selbst nachzudenken. Der Frau passiert selten etwas Gutes. Hauptsächlich berichtet sie von ihrer katastrophalen Beziehung zu ihren Eltern und ihren unglücklichen Männergeschichten. Hin und wieder spielen ihre Freundinnen eine Rolle, die ihr mit wohlgesinnten, aber häufig umnachteten Ratschlägen zur Seite stehen, wodurch klar wird, dass sie ebenso blauäugig und einsam sind wie sie selbst. Vereinzelt erwähnt sie ihren Job als Kunstlehrerin an einer High-School, mit dem sie zufrieden ist, über den sie sich allerdings kaum zu definieren scheint. Ich konnte mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren. Wir haben nichts gemeinsam. Sie verkörpert jedes Vorurteil, das jemals über Frauen jenseits der 30 formuliert wurde: sie hadert mit ihrem Aussehen, kann sich nicht gegen ihre Eltern durchsetzen, überanalysiert männliches Benehmen, hört eher auf ihre Freundinnen als auf ihre Intuition, manövriert sich wiederholt in ungesunde Liebschaften und hält an einer unrealistischen Erwartungshaltung an sich selbst und ihren Lebensentwurf fest. Obwohl sie weiß, was sie falsch macht, ist sie unfähig, ihre eigenen destruktiven Verhaltensmuster zu durchbrechen und sich aus ihren dysfunktionalen Beziehungen zu befreien. Sie tat mir leid und ihre Konzentration auf die negativen Aspekte ihres Lebens erschien mir tragisch. Dennoch fand ich „Mein Geburtstag und andere Katastrophen“ lustig. Was sagt es über mich aus, dass mich das klägliche Leben einer bedauernswerten Ü30 Single-Frau erheiterte? Der betont witzige Erzählstil hatte natürlich seinen Anteil daran – die Leser_innen sollen lachen. Eine gewisse Schadenfreude spielte zugegeben sicher auch mit rein. Aber ich glaube, der Hauptgrund ist der parodierende, karikierende Tenor des Buches. Ich konnte die Schilderungen der Protagonistin nicht ernstnehmen. Niemand ist so offensichtlich ein wandelndes Klischee. Mit dieser Überzeugung kann ich mein Gewissen beruhigen und deshalb fühle ich mich nicht schlecht, weil ich „Mein Geburtstag und andere Katastrophen“ mochte.

    Offenbar muss ich in meinem Bücherhirn eine neue Kategorie gründen: akzeptable Chic-Lit. „Mein Geburtstag und andere Katastrophen“ lehrte mich, dass ich in diesem Genre durchaus fündig werden kann, obwohl ich vermutlich nicht beginnen werde, gezielt nach entsprechender Literatur zu suchen. Als erfrischende, unkomplizierte Lektüre für Zwischendurch, die mir nichts abverlangte, war Merrill Markoes Brief-Tagebuchroman definitiv passend und amüsierte mich mühelos. Ich denke, der Unterschied zu Büchern wie „P.S. Ich liebe Dich“ besteht darin, dass Markoe völlig auf kitschiges Melodram verzichtete. Sie bringt ihre Leser_innen lieber zum Lachen als zum Weinen. Das kam mir eindeutig entgegen. Es zahlt sich eben aus, manchmal außerhalb meiner Komfortzone zu lesen. Wieder was über mich gelernt.

  22. Cover des Buches Beale Street Blues (ISBN: 9783423148009)
    James Baldwin

    Beale Street Blues

    (64)
    Aktuelle Rezension von: leas_bookdiary

    Mein erster Baldwin. Ich hab das Buch zugeklappt und erstmal tief durchgeatmet. Weil es so leise anfängt und dann plötzlich so viel mit dir macht. 

    "Beale Street Blues" ist die Geschichte von Tish und Fonny. Zwei junge Schwarze Menschen in New York, die sich lieben, ein Kind erwarten und gegen eine Realität kämpfen müssen, die von Anfang an gegen sie arbeitet. Fonny wird wegen einer Lüge verhaftet, Tish bleibt draußen und beide kämpfen, auf ihre Weise, gegen ein System, das ihnen nie wirklich eine Chance geben wollte. Tishs Perspektive ist so klar und gleichzeitig so verletzlich. Sie erzählt mit Liebe, mit Wut, mit Hoffnung und manchmal auch mit Verzweiflung. Die Dialoge sind direkt, die Bilder scharf, die Sätze stechen teilweise echt ins Herz. ⚖️

    Was Baldwin hier macht, ist kein lautes Anklagen. Es ist ein stilles, poetisches, aber umso wütenderes Erzählen. Dieses Buch schreit nicht, es brennt. Was mich richtig getroffen hat: wie Baldwin die Familie als Kraftzentrum zeigt. Tishs Familie ist da, sie kämpfen gemeinsam. ✊

    Klar, es gibt Stellen, die wirken ein bisschen gerafft, vielleicht auch ein bisschen kurz. Ich hätte gern noch mehr mit Tish und Fonny verbracht. Aber vielleicht ist genau das der Punkt, denn diese Liebe hat keinen Raum, sie darf gar nicht zu groß werden, weil die Welt drumherum zu eng ist. 

    Fazit: "Beale Street Blues" ist ein politisches Statement ist, ein Buch, das dich wütend macht und trotzdem nicht hoffnungslos zurücklässt. Mein Fazit? Ich will mehr Baldwin. ⭐⭐⭐⭐

  23. Cover des Buches Mein heiles Stück Deutschland: Die Schicksalsgeschichte eines Deutschen mit türkischem Vater (ISBN: 9781549575198)
    Jan Lütke

    Mein heiles Stück Deutschland: Die Schicksalsgeschichte eines Deutschen mit türkischem Vater

    (5)
    Aktuelle Rezension von: niknak
    Inhalt:
    Jan Lütke hieß früher Seyfir Özdemir und wurde in Deutschland als Sohn einer Deutschen und einem Türken geboren. Er beschreibt in seinem Buch wie er seine Kindheit und sein späteres Leben als Deutschtürke verbracht hat und mit welchen Vorurteilen er zu kämpfen hatte. Obwohl sich sein Vater vorbildlich intergriert hatte, musste er immer wieder mit Problemen kämpfen. Besonders mit dem Großvater mütterlicherseits, dem die Ausländer immer ein Dorn im Auge sind. So wird Seyfir zu Jan und er beginnt einen schweren Weg, bis er es endlich schafft auf eigenen Beinen zu stehen und eigene Entscheidungen zu treffen.

    Mein Kommentar:

    Dies ist eine Biographie des Autord Jan Lütke und erzählt sein Leben von Kindheit an. Dabei hat er einen ruhigen und sachlichen Schreibstil und erzählt nicht nur seine positiven Erfahrzungen sondern auch die negativen. Der Autor berichtet alles so, wie es sich ereignet hat und lässt auch die schlechten Erfahrungen nicht aus. So erfährt man zum Beispiel auch von einer Situation, in der er eine Maus gequält hat und was ihn dazu getrieben hat.
    In diesem Buch kann er seine Erfahrungen und Erlebnisse aufarbeiten und somit seiner Familie seine Sicht der Dinge darlegen.
    Als Leser bekommt man einen guten Eindruck, was ihm im Leben alles widerfahren ist und mit welchen Problemen er zu kämpfen hatte. Ich finde es interessant und faszinierend zu lesen, wie er sich dennoch durchgekämpft und nie aufgegeben hat. Leider hat er keine Beziehung mehr zu seinem Vater, sodass man nicht viel über seine türkischen Wurzeln erfahren hat, was mich auch noch interessiert hätte.
    Außerdem hat er meiner Meinung nach ein wenig zu  genau seine ganzen Arbeitsplätze beschrieben, was sicher nicht so notwendig gewesen wäre und beim Lesen recht langatmig war.

    Mein Fazit:
    Alles in allem eine interessante Biographie, die sicher mithilft sein Leben besser zu verstehen und zu verarbeiten, aber stellenweise langatmig zu lesen war. Trotzdem war es interessant zu erfahren, mit welchen Vorurteilen und Problemen ein deutsch - türkischer Junge zu kämpfen hatte.

    Ganz liebe Grüße,
    Niknak
  24. Cover des Buches Der kleine Beuteldachs (ISBN: 9783737359757)
    Sven Maria Schröder

    Der kleine Beuteldachs

    (41)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Auf euch wartet eine mutige,

     abenteuerliche Schmunzelgeschichte

    Ein Vater-Sohn-Abenteuer

    Eine Waldgeschichte

    Ein absoluter Bilderbuchspaß für Groß und Klein. Zum Schmunzeln, Gruseln und Lachen mit einer guten Portion Abenteuer

    -es ist nicht immer alles so, wie es auf den ersten Moment scheint-

    für Kinder ab 3 Jahren

    "Der kleine Beuteldachs und sein Papa lieben es, zusammen Ausflüge zu machen." (Zitat)

    Und von genauso einem Ausflug handelt diese zauberhafte Geschichte, die nur mit den Illustrationen und ganz viel Hingucken so richtig zum Erlebnis wird.

    Mein Tipp, lasst euch auf jeder Seite gaaaanz viel Zeit und taucht in die wundervollen Bilderwelten ein, die einen, in Kombination mit der Erzählung immerfort schmunzeln und eine Geschichte erleben lässt, wie sie schöner nicht sein könnte.
    Welcher Leser (Zuhöre) schmunzelt nicht gerne über eine Geschichte, in der das Kind mutiger ist als der Papa und alles anders ist wie es zunächst scheint, vor allem dann, wenn man als Leser immer mehr weiß (sieht), als die Protagonisten selbst.
    Na, neugierig geworden?
    Dann schaut doch selbst ins Buch und erlebt diese
    sehr amüsant, sehr ereignisreich, ein wenig gruselig, schaurig-schöne Geschichte mit einer gute Portion Abenteuer, Witz und Spannung und einer Prise Gänsehaut, die das Tüpfelchen auf den i ist.
    Erlebt wie der kleine Beuteldachs und sein Papa sich auf den Weg machen, um die Oma zu besuchen, die am anderen Ende des Waldes wohnt. Der Wald ist dunkel und still. Um die Stille ein wenig zu durchbrechen und bestimmt auch, um seine Angst nicht zu zeigen, reimt Papa Beuteldachs ein wenig laut vor sich hin, was uns Leser natürlich verzückt, ihn aber, um ehrlich zu sein, nicht mutiger macht.
    So richtig gemütlich findet der kleine Beuteldachs den dunklen Wald auch nicht. Als des dann nach einer Weile knackst wird nicht nur dem Kleinen ein wenig mulmig zu Mute. War das vielleicht ein Bär, der sich im Gebüsch versteckte und ihnen auflauerte?
    Der Vater beruhigt ihn. "Nein, nein, kann gar nicht sein........ Heute sind nämlich gar keine Bären im Wald!..........(Zitat) Die sind grad' alle auf der Kirmes......" sagt er und beruhigt seinen Kleinen damit erst einmal.
    Würden wir nur den Text lesen (hören) wäre es nun nur einfach eine nette, fantasievolle Geschichte, doch hier haben wir ein Bilderbuch mit großformatigen Bildern und diese Bilderwelt erzählt etwas gaaaaz anderes. Da sehen wir zum einen in einer Gedankenblase, wie sich der kleine Beuteldachs vorstellt, dass die Bären Achterbahn fahren und wir sehen was da im Wald hinter Büschen und Bäumen wirklich vor sich geht. Da sind überall Bären und wenn ihr ganz genau hinschaut, seht ihr nicht nur noch weitere kleine Tierchen, sondern auch, dass es durchaus den ein oder anderen Bären gibt, der sich fragt, was da auf dem Waldweg eigentlich vor sich geht. Haben die Tiere am Ende Angst vor den Wanderern?
    Für einen kurzen Moment scheint es, als wäre der kleine Beuteldachs amüsiert über die Vorstellung, dass sich die Bären auf der Kirmes vergnügen, doch so richtig ist seine Angst nicht verfolgen. Ganz im Gegenteil. Je weiter sie in den Wald hineinlaufen, je unheimlicher wird ihm und er hört auch immer wieder Geräusche, die ihm Angst machen. Gibt es vielleicht doch Hirsche, Füchse, Schlangen, Wildschweine oder gar ......die ihnen nach dem Leben trachten. Bei jedem Geräusch, bei jeder Vermutung des kleinen Beuteldachs findet Papa Beuteldachs eine echt lustige Erklärung, wieso gerade diese Tiere an dem Tag nicht im Wald sind und wie schon gesagt, wir sehen mehr als bei beiden, was und immer wieder schmunzeln lässt.
    Als der kleine Beuteldachs jedoch seinen Papa fragt, ob es Wölfe im Wald gibt, da erschrickt dieser gewaltig.
    "Wölfe?....Aber nein, die gibt's hier gar nicht mehr!" sagt er und findet auch dafür eine Erklärung.
    So richtig scheint der kleine Beuteldachs das jedoch nicht zu glauben, denn als er kurz darauf etwas Buschiges hinter einem Baumstamm entdeckt ist seine Neugier geweckt.
    Mutig schleicht er sich an und....
    Ja, was dann passiert verrate ich natürlich nicht, doch ihr könnt gewiss sein, es wird mehr als lustig, denn es ist eben nicht immer so, wie es auf den ersten Blick erscheint.
    Nur so viel, während Papa Beuteldachs sich ängstlich hinter einem Baum versteckt und die Pfoten vors Gesicht hält schließt der Kleine gerade höflich Freundschaft mit.... .
    Ja, mit wem eigentlich?
    Schaut doch selbst, zittert, schmunzelt und freut euch mit.
    Auf euch wartet ein absoluter Bilderbuchspaß. So ein Bilderbuchspaß, von dem man nie genug bekommen kann. Den man (kennt man einmal die Geschichte) auch wunderbar ohne Vorlesen entdecken kann. Ein Bilderbuchspaß, mit sprechenden Bildern, in denen es immer noch mal etwas Neues zu entdecken gibt und in denen genauso viel kleine Geschichten stecken, wie ihr sie erzählen könnt.
    Hier wird nicht nur eine Geschichte erzählt, hier wird die Fantasie angeregt. Hier schlägt die eigene Fantasie auch schon mal Purzelbäume, wenn es darum geht das Geschehen zu kommentieren und Randgeschichten zu erfinden, die schnell zu etwas ganz Großem werden können.

    p.s. Und wenn ihr nun den kleinen Beuteldachs genauso ins Herz geschlossen habt wie wir, dann freut es euch bestimmt zu hören, dass es noch ein weiteres Vater-Sohn-Abenteuer gibt.

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