Bücher mit dem Tag "voyeurismus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "voyeurismus" gekennzeichnet haben.

65 Bücher

  1. Cover des Buches AchtNacht (ISBN: 9783426521083)
    Sebastian Fitzek

    AchtNacht

     (1.452)
    Aktuelle Rezension von: Vielleichtlieberbuecher

    Stell dir vor es gibt eine Website, auf der du eine Person angeben kannst, die es verdient hat zu sterben. Und am 8.8. Um 8:08 wird eine dieser Personen ausgelost und 24 Stunden lang für vogelfrei erklärt. Jeder darf diese Person also jagen und umbringen. Und zusätzlich gibt es auch noch ein ziemlich hohes Kopfgeld. Und nun stell dir vor es ist dein Name der gezogen wird.
    Das ist genau das was unserem Protagonisten Ben in Achtnacht passiert. Sein Name wird gezogen und plötzlich geht es in dieser einen Nacht nur noch ums überleben.
    .
    Ich wollte schon länger endlich mal was von Sebastian Fitzek lesen und da der Klappentext super spannend klingt habe ich mich für Achtnacht entschieden.
    Die Grundidee finde ich nach wie vor super, die Umsetzung hat mir persönlich aber nicht ganz so gut gefallen. Einige Punkte fand ich sehr vorhersehbar, andere ziemlich aus dem nichts gegriffen und die große Auflösung am Ende war für mich auch irgendwie eher enttäuscht und nicht so mind blowing wie erhofft.
    Ich fand auch den Schreibstil, an dem ich natürlich ziemlich hohe Erwartungen hatte, nur okay, nicht aber besonders. Ich bin mir auch nicht sicher ob ich nur die Charaktere nicht mochte oder ob’s am Schreibstil lag. Vin den Charakteren war mir aber leider nicht einer sympathisch, einige hatten einfach super verstörende Gedanken, andere fand ich fast schon langweilig.
    Neutral betrachtet war das Buch vollkommen in Ordnung, der Plot war rund, die Charaktere ausgereift und der Schreibstil auch ganz gut. Aber bei einem Fitzek habe ich eh Fach anderes erwartet. Da ich aber schon von einigen Ecken gehört habe, dass es von vielen als eher schwächerer Fitzek angesehen wird, werde ich vermutlich nächstes Jahr noch ein anderes Buch von ihm lesen.

  2. Cover des Buches Beautiful Stranger (ISBN: 9783956491092)
    Christina Lauren

    Beautiful Stranger

     (210)
    Aktuelle Rezension von: railantahelena

    was ich so gut an diesem buchreihe ist das sich die Personen die in den Büchern wiederholen und zu jeder Person gibt es ein buch.

    in diesem geht es um Sara Dillon die hat genug von Männer weil sie wurde Jahre lang von ihrem Verlobten betrogen.

    Max Stella genießt sein Junggesellenleben  in vollen Leben biss er Sara trifft zum ersten mal will er mehr als eine Affäre.

    diese Geschichte ist wunderbar und hat ihre Höhen und tiefen und wurde wunderschön Geschrieben diese Buch ist zu empfehlen     

  3. Cover des Buches Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich. (ISBN: 9783734100512)
    Paula Hawkins

    Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.

     (1.150)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Zunächst wähnt man sich in einer Biografie einer Alkoholikerin. Nach dem ersten Viertel wandelt sich das Buch in einen super spannenden Thriller, man weiß sehr lange nicht, wer mit wem verkehrt und wie es zu den dramatischen Ereignissen kommen konnte. 3,5 🌟

  4. Cover des Buches Todesmarsch (ISBN: 9783453436916)
    Stephen King

    Todesmarsch

     (769)
    Aktuelle Rezension von: Fili_S

    Das Buch lässt sich leicht lesen und ist keine schwere Lektüre, wie zum Beispiel Colorado Kid. 

    Die Spannung ist stehts präsent, alleine weil man wissen möchte, wer als nächstes umkippt oder krepiert. Doch das war es dann auch schon. 

    Für mich fehlt einfach der pure Nervenkitzel, den bei einem solchen Marsch erwartet. Für mich ist das kein Thriller. Es war dennoch ein gutes Buch für zwischendurch. 

  5. Cover des Buches Tote lügen nicht (ISBN: 9783453435599)
    Kathy Reichs

    Tote lügen nicht

     (832)
    Aktuelle Rezension von: Gucci2104

    Dieses Buch schlummert schon seit ein paar Jahren bei mir im Schrank. Ich hatte es mal geschenkt bekommen. Die Pandemie war die richtige Zeit um sich hier mal durchzustöbern. Ich muss sagen, dass ich dieses Buch nicht zu Ende lesen konnte. Es war mir persönlich viel zu langatmig und es passierte einfach nicht. Ja ein paar Kabbeleien unter Kollegen und ein paar Knochen ok. Aber sonst. Auch war wirklich alles bis ins kleinste Detail beschrieben. Von der Krone des Baumes, über die Allee bis hin zu den Zäunen, den Farben der Häuser, ja sogar der Türen und Stufen. Sorry bei einem Liebesroman mag ich eine solch ausschweifende Beschreibung gelten lassen aber doch nicht bei einem Krimi.

  6. Cover des Buches Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele (ISBN: 9783789121272)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele

     (17.560)
    Aktuelle Rezension von: LilyWinter

    Catniss und Gale sind ein eingespieltes Team, wenn es darum geht, Nahrung zu beschaffen und durch den Hob an etwas Geld ranzukommen. Doch einmal im Jahr fordert das Capitol einen Tribut, um an den Aufstand zu erinnern. Ein Junge und ein Mädchen je Distrikt müssen sich den Hungerspielen unterziehen, das einzige Ziel, das sie haben: einander zu töten bis nur noch einer übrig bleibt.

    Ich habe dieses Buch verschlungen, seit Divergent wieder eine atemberaubende Dystopie, die mich in Atem hält!❄️❄️❄️❄️❄️ sind sicherlich noch zu wenig.


  7. Cover des Buches Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe (ISBN: 9783789121289)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe

     (8.737)
    Aktuelle Rezension von: LilyWinter

    Das 3. Jubel-Jubiläum steht bevor: 74 Hungerspiele haben stattgefunden. Diesmal hat sich Präsident Snow etwas Besonderes ausgedacht: Selbst der Stärkste kann das Capitol nicht bezwingen! Also werden aus allen 74 Tributen 24 Tribute ausgelost, wieder ein Mann und eine Frau. Für Distrikt 12 steht somit fest, wer wieder in die Arena geht.

    Atemberaubend  und spannend. Auch die Fortsetzung verdient ❄️❄️❄️❄️❄️!

  8. Cover des Buches Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn (ISBN: 9783789121296)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn

     (8.033)
    Aktuelle Rezension von: LilyWinter

    Distrikt 13: Mythos oder Wahrheit? Und wie kann man alle Distrikte vereinigen, dass sie mächtiger werden als das Kapitol!

    Ein spannender Abschuss einer sagenhaften Dystopie, die einen zum Nachdenken um unseren jetzigen Stand der Demokratie anregen sollte. Zum Ende hin erschien vieles irgendwie zu leicht und dann war doch alles offen. Die Distrikte ziehen sich zurück, ich bekam keine Vorstellung davon, wie die Welt nun aussehen soll. Trotzdem eine toll geschriebene Dystopie und eine absolute Leseempfehlung!

  9. Cover des Buches Voyeur (ISBN: 9783499249174)
    Simon Beckett

    Voyeur

     (719)
    Aktuelle Rezension von: Jenni078

    Das Buch konnte mich nicht wirklich abholen, meiner Meinung nach war es auch kein Thriller. Mir hat die Spannung ziemlich gefehlt, es hat sich eher wie ein Roman lesen lassen. Ich habe schon deutlich bessere Bücher von Beckett gelesen.

  10. Cover des Buches EMOTION CACHING (ISBN: 9783958350625)
    Heike Vullriede

    EMOTION CACHING

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Virginy

    Was tut man, wenn man so abgestumpft ist, dass einen scheinbar alles kalt lässt?
    Richtig, man sucht sich ein Hobby, dass die Gefühle in Wallungen bringt…
    So ergeht es auch Kim und ihren Freunden.
    Seitdem ihr Vater vor Jahren spurlos verschwunden ist, hat sich ihr Leben sehr verändert.
    Der Mutter wird der neue Freund nicht gegönnt, aber nicht nur das, sie steigert sich immer mehr in die Sache hinein und entwickelt fast schon blinden Hass auf den Mann, der sich immer öfter bei ihr Zuhause blicken lässt.
    Generell ist Kim unzufrieden mit ihrem Leben, an sich nichts wirklich außergewöhnliches für einen Teenie, doch sie hat einen ganz speziellen Weg, damit umzugehen.
    Seitdem sie Mr. Haifisch, wie sie ihn nennt, versehentlich vors Auto gelaufen ist, macht sie sich Woche für Woche einen Spaß daraus, ihn an jener Kreuzung abzupassen und bis aufs Blut zu reizen, dann fühlt sie sich frei, während ihre Freunde das Ganze filmen.

    Nico, Benni und Lena sind von Kims neuester Idee, dem „Emotion caching“ begeistert, es geht darum Menschen zu manipulieren, sie in eine scheinbar ausweglose Situation zu bringen und wenn sie explodieren, ihre Gefühle auf Film zu bannen.
    Jeder darf sich ein Opfer aussuchen und Kim hat natürlich sofort eins parat, Robert, den Freund ihrer Mutter…
    Doch erstmal ist üben angesagt, schließlich will man ja etwas lernen.
    Was als harmloses Spiel beginnt, gerät schon bald völlig außer Kontrolle und es gibt einen ersten Toten, auch wenn es „nur“ ein Unfall war.
    Und kommt man einmal ungeschoren davon, hat man keine Hemmungen mehr.
    Kim merkt, dass ihr die Leitung des Spiels immer mehr entgleitet, aber will sie wirklich aufhören?

    Der Klappentext von Heike Vullfriedes „Emotion caching“ hat mich damals sehr angesprochen, doch dann hab ich das kleine Schätzchen auf meinem Reader vergessen, glücklicherweise bin ich vor kurzem doch wieder darauf gestoßen und habe es mir endlich einverleibt.^^
    Auch wenn das buch für mich eigentlich ein Jugendbuch ist, ist es doch erschreckend, wie schnell man jede Hemmung verlieren kann.
    Die 4 Freunde haben alle ihr Päckchen zu tragen, Kim den Verlust ihres Vaters, Nic9o kommt aus einer Großfamilie, in der er so gut wie unsichtbar ist, Lena braucht jemanden, der sie führt und dann ist da noch Benni, dessen reicher Anwalts-Vater ein Arschloch ist, wie es im Buche steht.
    Benni ist es auch, der die Gruppe immer weiter vorantreibt, sich immer gemeinere Spiele ausdenkt, die Freundschaft an ihre Grenzen treibt.
    Aber waren sie wirklich jemals Freunde oder verbindet sie nur diese innere Gefühlskälte?

    Alles in allem war mir keiner der Freunde sonderlich sympathisch, aber ich denke, das ist durchaus beabsichtigt und zeigt in einem doch sehr erschreckendem Maße, wie schnell man eine Grenze überschreitet und was man für den ultimativen Kick alles tut, aus diesem Grund gibts für „Emotional caching“ von mir 4 von 5 Sternen.

  11. Cover des Buches Der Professor (ISBN: 9783426500705)
    John Katzenbach

    Der Professor

     (327)
    Aktuelle Rezension von: _pfaffingers_bibliophilie_

    Worum geht´s?
    Adrian ist ein pensionierter Professor der Psychologie und erhält die niederschmetternde Diagnose einer seltenen Form der Demenz. Kurz nach seinem Arztbesuch wird er Zeuge, wie die 16-jährige Jennifer durch ein Verbrecherduo entführt wird. Kann er seiner eigenen Wahrnehmung trauen? Wird ihm jemand glauben?

    Meine Meinung:
    Es handelt sich hier um einen soliden Thriller des Autors, jedoch konnte er mich nicht restlos mitreißen. Für mich fehlte die gewisse Spannung und die Unvorhersehbarkeit. Perspektivwechsel machen eine Geschichte zwar spannend, hier empfand ich sie allerdings als störend, da zu viel verraten wurde.
    Ich weiß nicht, ob ich einfach zu viele Thriller lese, oder ob die Autoren einfallslos werden, aber so richtig umhauen konnte das Buch mich nicht. Nett zu lesen, aber es ist eben auch kein Must-Read!

  12. Cover des Buches Fight Club (ISBN: 9783442542109)
    Chuck Palahniuk

    Fight Club

     (429)
    Aktuelle Rezension von: Katharina_Klopotek

    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ever, ever!

    Viele werden den Film kennen. Ich werde im Text ein paar Zitate aus dem Film verwenden, der sehr nah am Roman gehalten Ist Chuck Pahlaniuk schafft es fast immer eine Welt zu erschaffen, die, wenn auch noch so abstrus, während des Lesens real erscheint.

    "Fight Club" ist kein Roman über einen Kampf-Club, wie oft beschrieben. Viel mehr geht es um den gesellschaftlichen Kampf, den Wunsch der Beste zu sein, indem man sich mit Konsumgüter brüstet, sich selbst verliert. "Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! [...] Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt." Gesellschaftskritisch, populistisch und teilweise auch kafkaesk "Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab und schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheiße die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen [...] Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen in dem Glauben aufgezogen, dass wir alle mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. Werden wir aber nicht, und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten."

    Am Ende gibt es einen mega überraschenden Twist, der dennoch total schlüssig ist alles ergibt einen Sinn, erscheint es noch so abgedreht. “Ganz unten zu sein ist kein Wochenendausflug. Kein gottverdammtes Seminar. Hör auf alles kontrollieren zu wollen und lass los! LASS LOS!”

    Wenn ihr bis jetzt nicht darüber nachgedacht habt, was es bedeutet in einer kapitalistischen Konsumgesellschaft - sorry, wenn das zu marxistischen klingt - zu leben, wie dies unser ganzes Leben beeinflusst, werdet ihr es nach der Lektüre dieses herausragenden Romans tun. 

  13. Cover des Buches Die Klavierspielerin (ISBN: 9783499158124)
    Elfriede Jelinek

    Die Klavierspielerin

     (224)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Die mittdreißigjährige Klavierlehrerin Erika Kohut sollte eigentlich ein anderes Leben haben: Akribisch hatte ihre Mutter das Leben ihrer Tochter bis zur gefeierten Konzertpianistin vorgeplant. Nun erhofft sie sich, mithilfe des Einkommens ihrer Tochter bald die erwünschte gemeinsame Eigentumswohnung zu kaufen. Ihre Tochter Erika hält sie von allen Einflüssen fern, die schädlich sein könnten, seien es Männer, Freundschaften, auch nur irgendeine Situation, in der sich Erika selbstständig machen könnte. Denn die Mutter wacht eifersüchtig über ihren Besitz, der ihr nun zu entgleiten droht. Erika, die durch diese schädliche Beziehung - sie und ihre Mutter schlafen noch gemeinsam in einem Bett - nie eine eigene Form der Sexualität oder Selbstbestimmung entwickeln konnte, vertreibt sich die Zeit mit Voyeurismus, belauscht heimlich Paare beim Sex im Wiener Stadtpark und ist völlig überfordert, als ihr jüngerer Schüler versucht, sie zu verführen. Sie findet bei der Annäherung zu ihm das Maß nicht, ist entweder bösartig und abweisend oder verlangt von ihm, sie stundenlang zu quälen - freilich nur in der Fantasie und nicht in der Realität, denn dort erhofft sie sich umfassende Liebesgeständnisse, die er wiederum nicht bereit ist zu geben.

    Man merkt dem Buch und seiner Sprache das Alter an. Ich hatte es einmal weggelegt und jetzt, nach ein paar Monaten Pause, zu Ende gelesen. Mich erschlägt die teilweise schwer verständliche Sprache trotz ihrer Kunstfertigkeit und gerade die sehr verallgemeinernden bis rassistischen Beschreibungen sogenannter Gastarbeiter empfand ich als problematisch. Ich verstehe, dass es zur Zeit seines Erscheinens - insbesondere wegen der expliziten Schilderungen sadomasochistischer Sexualität, noch dazu durch eine weibliche Autorin - ein wichtiges Werk war und in diesem historischen Kontext immer noch ist. Gerade die Darstellung sadomasochistischer Neigungen ist aber aus heutiger Sicht aufgrund der vorgenommenen Pathologisierung sehr schwierig. Es gibt zwar viele Menschen, die BDSM aufgrund individueller Erlebnisse als Mechanismus nutzen, das ist aber keine zwingende Kausalität. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist mitunter schwer zu verdauen und führte bei mir zu Fremdscham bis Abscheu. Vermutlich sollte man dieses Buch gelesen haben, weil es trotz der Kritikpunkte sehr eindrücklich eine toxische Mutter-Kind-Beziehung schildert und diesem mit scharfem Blick begleitet, und weil die Sprache tatsächlich sehr bildhaft und außergewöhnlich ist. Mich hat aber beides in diesem Fall teilweise abgestoßen.

  14. Cover des Buches Durch Mark und Bein (ISBN: 9783453436541)
    Kathy Reichs

    Durch Mark und Bein

     (379)
    Aktuelle Rezension von: Armillee

    Band 4 der Tempe-Serie begann echt gruselig. Ein Flugzeugabsturz über einem Waldgebiet mit knapp 90 Insassen. Keine Überlebenden. Aus einer Höhe von 20tsd Metern Und dann hat Tempe den richtigen Wirtschaftsweg nicht gefunden, kommt von der "falschen" Seite an das Unglücksgeschehen - mitten durch das Dickicht. Und es wird in jeder Einzelheit beschrieben, wie die Körperteile in den Bäumen kleben. 

    Auch hier in dieser Geschichte hatte ich große Probleme. Jede Menge Namen von den Opfern des Absturzes. Dann die ganzen Organisationen ( in französisch), die handelnden Personen der einzelnen Abteilungen, private Kontakte in der Gegenwart und Vergangenheit. Und dann eine zweite Ermittlung, weil ein Fuss zu keiner Person an Bord gehörte. Dazu Politiker, Presseleute, Anwälte, frühere Opfer und zu allem Überfluss jede Menge Codenamen von Göttern plus Völkern.


    Das ist einfach zuviel des Guten (für mich) und mehrmals verlor ich den Faden. Machte keinen Spaß, oft zurück zu blättern. Mir ging auch das technische - z.B. Bemessungen eines Fusses - zu lange. Ich habe da ganze Absätze einfach überschlagen.

    Trotzdem auch hier 4 Sterne für Tempes Mut +Durchsetzungsvermögen und weil ein niedlicher Hund Teil der ganzen Geschichte war.

  15. Cover des Buches Reality-Show (ISBN: 9783257239430)
    Amélie Nothomb

    Reality-Show

     (145)
    Aktuelle Rezension von: daydreamin

    In dieser kurzen Erzählung steht eine Reality-TV-Show im Fokus, in der Gefangene in einem Konzentrationslager gehalten und von ausgewählten Kapos erniedrigt werden. Jeder ihrer Schritte wird von Kameras überwacht, die das Geschehen in die Welt übertragen. Im Laufe des Buches wird zu immer krasseren Methoden gegriffen, um die Quoten noch weiter zu steigern.

    Näher beleuchtet werden die Bewohnerin Pannonica und Kapo Zdena. Pannonica steht für Unschuld, Reinheit, Schönheit, Gerechtigkeit, fast schon Heiligkeit, aber auch Selbstbestimmung und Bewahrung ihrer Würde, so gut es unter den beschriebenen Umständen eben geht. Im Gegensatz dazu ist Zdena stolz auf ihre Ernennung und lebt die ihr gegebene Macht auch aus. Auf den ersten Blick scheint die Einteilung in Gut und Böse einfach, doch Amélie Nothomb versäumt es nicht, auch die riesige Zuschaueranzahl in die Verantwortung zu ziehen, die im Schutze der Anonymität nicht nur zum Erfolg der Sendung beiträgt, sondern auch aktiv wird. 

    Obwohl mir der Schreibstil und der Kern des Buches gut gefielen, hatte ich so meine Probleme mit den Figuren. Sie wirkten alle leider etwas platt und konnten mich nicht überzeugen, sodass ich leider auch glaube, dass mir das Buch insgesamt nicht sehr lange in guter Erinnerung bleiben wird. Mein letzter Roman der Autorin soll "Reality-Show" aber keineswegs bleiben.

  16. Cover des Buches Die seltsame Berufung des Mr Heming (ISBN: 9783453417861)
    Phil Hogan

    Die seltsame Berufung des Mr Heming

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Gegen_den_Strom_lesen

    Es hat mir eine außerordentlicher Freude bereitet dieses Buch zu lesen! Es geht um den britischen Immobilienberater William Hemings, der ein außergewöhnliches Hobby hat. Er lässt sich Schlüssel von Wohnungen und Häusern duplizieren und  taucht dann in das Leben der Bewohner ein. Manchmal spielt er den Hauself und repariert Kaputtes, damit wird er zum unsichtbaren, unentdeckten Helden. Es ist total faszinierend, in die Sichtweise und Gedankengänge eines Besessenen eingeweiht zu werden.

    Seine Obsession wird schließlich immer dominanter, seine Situation immer verzwickter- bis es zu einem ersten Toten kommt.

    Die Erzählung springt immer mal wieder in die Kindheit und Jugend von Mr Hemings, der Leser kann so auf der psychologischen Seite ein Urteil über den sympathischen Makler fällen.

    Nach dem sich Mr Hemings verliebt hat, wird sein Hobby zunehmend riskanter, die Verstrickungen werden gefährlicher, die Spannung immer größer. Aufhören zu lesen? Unmöglich!

    Ein skurriler fesselnder, psychologisch gerissener Roman mit viel makabren Humor!

  17. Cover des Buches Das Inferno (ISBN: 9783453675827)
    Richard Laymon

    Das Inferno

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Meeehlie
    Los Angeles wird von einem Erdbeben erschüttert. Danach beginnt das Grauen!

    Viele Menschen werden infolge des Erbbebens getötet und auch viele Häuser zerstört - daraufhin werden die größten Spinner und Psychopaten tätig.

    Wir begleiten mehrere Gruppen, welche zu ihren Familien zurückkehren möchten und erleben dabei jede Menge bizarre und gestörte Sachen.

    Nur um mal ein kurzes Beispiel zu geben: Ein völlig verstörte und aggressive Katze geht auf mehrere Menschen los und versucht diese wirklich zu töten!! Dann auch noch Menschen, welche sich unter den Autos verstecken und nach Leute, welche vorbeigehen, auf diese losgehen, auf diese mit Messern einhacken und noch mehr... Gruselig!

    Ich muss sagen, es war eine sehr bizarre Geschichte, welche man hier liest, doch wenn man darüber hinwegsieht, ist es ein typischer Richard Laymon. Ein grausig, gruseliger und spannender Teil!

    Es ist nicht für jeden etwas, doch wer auf solch unglaubwürdige - What the f*** - Geschichten steht, sollte diesen Band unbedingt lesen.
  18. Cover des Buches Schwarzrock (ISBN: 9783257071450)
    Brian Moore

    Schwarzrock

     (13)
    Aktuelle Rezension von: PatriciaJanzen

    Bald 40 Jahre ist es bereits her, dass „Schwarzrock“ im Original von Brian Moore veröffentlich wurde. Der Diogenes Verlag hat den Roman im letzten Jahr neu auflegen lassen, sodass ich erst jetzt auf die bereits verfilmte Geschichte des Jesuiten Père Laforgue und der Algonkin aufmerksam geworden bin.

    Das Buch umfasst keine 300 Seiten, dennoch brauchte ich vergleichsweise lange, um es durchzulesen. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen empfand ich die Kapitel, welche mir eine Geschichte in angenehme (oder eben weniger angenehme) Abschnitte einteilen als unglaublich lang. Manche von ihnen hatten mehr als 40 Seiten. Weiterhin wurde ich – bis zum Ende des Buchs – nicht so richtig mit dem Erzählstil warm. Das Buch wird als eine „Abenteuergeschichte“ beworben, für eine solche kam mir jedoch der Stil ein bisschen zu sperrig und schwerfällig vor. Die Sprache war nicht immer ganz zeitgemäß, zweimal musste ich sogar ein Wort googlen, was mir normalerweise sehr selten passiert. Wir begleiten eine Menge verschiedener Charaktere, zwischen deren Wahrnehmungen wir schwanken. Ein bisschen was hatte dies von einer auktorialen Erzählweise, manchmal verwirrten mich jedoch das Tempo, in dem zwischen den Köpfen der Einzelnen hin und her gesprungen wurde. Weiterhin hatte ich teilweise Probleme mit der vulgären Sprache und den detaillierten Ausführungen brutalster Foltermethoden der indigenen Völker.

    Trotz dieser Dinge, die mich gestört haben, hat mich das Buch in gewisser Weise in seinen Bann gezogen. Die Fragen, die über Moral, Kultur und der Existenz von Richtig oder Falsch aufgeworfen werden, sind auch heute noch aktuell und haben mich zum Weiterdenken angetrieben. Das Buch bietet eine gute Grundlage zum Weiterdiskutieren und -philosophieren, auch durch die teilweise polarisierenden Figuren, die Moore für sein Buch entwickelt hat. „Schwarzrock“ ist noch immer aktuell, auch wenn es uns eine Geschichte aus dem 17. Jahrhundert erzählt. Leser, die Interesse an indigener Kultur und Lebensweise haben, sind hier ebenso willkommen, wie Neulinge auf diesem Gebiet. Die Geschichte beruht – folgt man dem Klappentext – auf Augenzeugenberichten, was mich ab und zu doch sehr erschreckt und befremdet hat. Trotz aller Befremdung konnte ich zum Ende des Buches hin doch ein Verständnis entwickeln, dass ich ohne diese Lektüre in dieser Form wohl nicht gehabt hätte. Das hinzugefügte Nachwort rundet das Buch auf eine befriedigende Weise ab und hat mich bei letzten Unklarheiten gut an die Hand nehmen können.

  19. Cover des Buches Nachtblauer Tod (ISBN: 9783596192205)
    Klaus-Peter Wolf

    Nachtblauer Tod

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Igno

    Als Leon von morgens verkatert von einer Party bei seinem Freund Ben zurück kommt, ahnt er schon die Katastrophe. Vor dem Haus, in dem die Wohnung liegt, die er und seine Eltern in Bremerhaven bewohnen, stehen Polizei-, Rettungs- und ein Leichenwagen. Die Gewissheit, dass seine Mutter brutal ermordet und sein Vater der Hauptverdächtige ist, zieht ihm den Boden unter den Füßen weg. Für Kommissar Büscher steht die Schuldfrage fest und Leon sieht sich gezwungen, die Wahrheit selber heraus zu finden. Vorerst kommt er bei der Familie von Ben unter, doch auch dort scheint nicht alles rosig. Doch mit Bens jüngerer Schwester Johanna kommt Leon der Wahrheit schließlich näher.

    Nachtblauer Tod ist der erste Band von Klaus-Peter Wolfs Jugendkrimireihe Leon und Johanna. Das Buch umfasst 374 Seiten und wird seit 2012 bei FISCHER verlegt.

    Klaus-Peter Wolf liefert einen spannenden Jugendkrimi. Wie von ihm gewohnt, gibt es recht früh im Buch Anzeichen, wer der Täter sein könnte, ebenso wird er auch recht früh enttarnt. Das tut der Spannung aber kaum weh, denn die zweite Frage liegt darin, ob Leon (und später Johanna) den Täter auch ›offiziell‹ überführen kann, bevor der die Gefahr beseitigt. Den Kniff benutzt Wolf gerne, auch um einen Einblick in die Täterpsyche zu geben, was hier aber weniger passiert. Ebenso Wolf-typisch ist das abrupte, vorzeitige Ende des Buches.

    Die Figuren, vor allem seine Hauptfiguren, zeichnet Wolf liebevoll mit gewohnter Tiefe. Auch sein Hang dazu, die Lesenden in die Irre zu führen, indem sich sympathische Charaktere als doch nicht so sympathisch herausstellen, findet sich auch in diesem Werk. Alles in allem eine runde Sache.

    Entgegen meiner üblichen Kritik an expliziten Gewalt- oder Sexdarstellungen in Wolfs Jugendromanen, sehe ich Nachtblauer Tod wirklich einmal altersgerecht. Das Buch ist ab 12 Jahren empfohlen, dem würde ich mich anschließen. Es ist nicht zu spannend und Explizites taucht quasi überhaupt nicht auf.

    Besonders gefiel mir, dass Wolf die Beziehungen unter den Figuren entwickelt. Ist Leon zu Beginn beispielsweise mit Ben und Jessy noch in seiner eigenen Altersgruppe verwurzelt, so wandelt sich das und Johanna, die erst nur die ›kleine Nervensäge‹ ist, rückt, weil sie weiter zu ihm hält, in seinen Fokus. Ben und Jessy spielen früher oder später überhaupt keine Rolle mehr und das nicht ganz unverdient.

    Nachtblauer Tod hat mir als Jugendkrimi wirklich gefallen. Ein runder, authentischer Krimi mit norddeutschem Lokalkolorit, wie man es von Wolf gewohnt ist. Für junge Krimifreunde sicher eine Empfehlung.

  20. Cover des Buches In die Arme der Flut (ISBN: 9783630876511)
    Gerard Donovan

    In die Arme der Flut

     (11)
    Aktuelle Rezension von: culejule

    Achtung: Triggerwarnung

    Unser Protagonist Luke Roy steht auf einer hohen Brücke über dem Fluss bei Ross Point in Maine und möchte in den Tod springen. Doch plötzlich sieht er in den Fluten einen Jungen, der um sein Leben ringt. Luke zögert nicht lange und rettet ihn vor dem Ertrinken, wodurch er zum Helden wider Willen wird. 

    Und so beginnt dieser spannende Roman mit 318 Seiten, der den Leser einlädt, sich auf eine Thematik einzulassen, die literarisch interessant aufgegriffen wird: Suizid. 

    Die Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Gunkel liest sich angenehm und flüssig. Die düstere Grundstimmung der Thematik ist auf jeder Seite sehr spürbar, wodurch die Wichtigkeit der Thematik nicht außer Acht gelassen wird. 

    Der Leser begleitet Luke, wie er nach seiner Heldentat von den Medien und Politikern gefeiert wird. Dabei werden wunderbar die unterschiedlichen Perspektiven aufgegriffen, die realistisch dargestellt werden. Das Ende fand ich persönlich unvorhergesehen und daher sehr passend. Es war stimmig und sehr traurig.

    Ein Buch mit einigen Längen, jedoch lesenswert. 

  21. Cover des Buches Sündhafter Gefallen: Wicked Horse Vegas, Buch Eins (ISBN: B07J3M6ZZ6)
  22. Cover des Buches Für immer der Deine (ISBN: 9783453423954)
    Nicholas Sparks

    Für immer der Deine

     (823)
    Aktuelle Rezension von: Gedankenschloss1991

    Ich liebe dieses Buch einfach. So wie alle seine Bücher. Es lässt mich daran glauben, dass die Liebe wirklich existiert und ich hoffe sehr, dass ich auch einmal dieses Glück habe 

  23. Cover des Buches Trash-TV - 100 Seiten (ISBN: 9783150204337)
    Anja Rützel

    Trash-TV - 100 Seiten

     (5)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Eigentlich schaue ich ja nur Arte, Der Untergang des Abendlandes, Fremdschämen

    Das sind alles Dinge die uns einfallen, wenn wir an die Shows des Privatfernsehens denken. Woher kommen diese unsäglichen, voyeuristischen, primitiv anmutenden Fernsehshows, die sicher jeder in unserer westlichen Zivilisation einmal eingeschaltet hat – zumindestens um seine Meinung zu zementieren, dass dies ausgemachter Schwachsinn ist.

    Anja Rützel eine bekannte Feuilletonistin von Spiegel Online, Zeit Online, FAZ oder TAZ (um nur einige bekannte zu nennen) hat sich im Format 100 Seiten von Reclam, dieses Themas angenommen. Dieses Format bietet quer durch alle Bereiche ein buntes Spektrum von Stammtischgeplauder bis hin zu ernsthaften Essays. Das Thema Superhelden wurde bereits gewohnt eloquent, hier vorgetragen.

    Die Bücher der Reihe sind etwas größer als ein übliches Reclam Heft und für zwischendurch eine durchaus sättigende und unterhaltsame Kost. Trash-TV hat mich gereizt, um meine Vorurteile bestätigt zu wissen und auch um ein wenig wissenswertes zu lesen und vielleicht, den ein oder anderen schönen Hetz-Satz mitzubekommen, den ich den Jüngern der diversen Shows mitgeben kann. Und ich wurde nicht enttäuscht.

    Anja Rützel geht in ihren 100 Seiten erst auf die frühen Anfänge der Shows ein. Sie beleuchtet das, anfangs böse genannte, Unterschichtenfernsehen und wie es zu den heutigen Formaten kam. Welche erfolgreich sind und wie es in anderen Ländern aussieht. Es gibt zusammengefasst, Casting-Shows, Doku-Soaps und den Doku-Wettstreit. Alles mit Personen wie Du und ich, oder wie im Dschungelcamp, das von sogenannten C-Promis bevölkert wird. Mehr oder weniger gute Spielleiter moderieren die Shows. Eine mir persönlich besonders entnervende Person, wurde redegewandt von Roger Willemsen auseinander gepflückt:

    „Eine unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernanten-Profil bringt kleine Mädchen zum Weinen, indem sie ihre orthodox, hochgerüstete Belanglosigkeit zum Maßstab humaner Seinserfüllung hochschwindelt, über ‚Persönlichkeit‘ redet, sich aber kaum mehr erinnern kann, was das ist, und sollte diese je zum Vorschein kommen, sie mit Rauswurf bestraft. Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nazionale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge ‚Entscheidung‘ mitteilt, und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man dann elegant und stilsicher, wie der Dichter sagt, sechs Sorten Scheiße aus ihr rausprügeln – wenn es bloß nicht so frauenfeindlich wäre.“

    Junge Leute wenden sich schon länger dem Fernsehen ab und dem Netz zu, wo es andere Trash-Formate gibt, wie Schräge Challenges oder Daily Vlogs (stumpfsinnige Alltagstristesse). Doch immer noch haben Trash-Shows im Privatfernsehen ihre Zuschauer. Was bewegt die Leute, ein Format wie Goodbye Deutschland! Die Auswanderer zu schauen, Menschen die sich im Ausland eine Existenz aufbauen wollen, bei denen man das Gefühl hat, dass sie selbst beim Wechseln der Klopapierrolle versagen würden. Wie jetzt! Andere haben auch ein Restaurant auf Mallorca? Wie, das Finanzamt will jetzt auch noch Geld? das habe ich gar nicht so geplant!

    „Natürlich werden beim Reinschauen in diese Leben billigste Reflexe bedient: Wenn man den Auswanderern in der neuen Heimat beim – in den meisten Fällen – völlig absehbaren Schlingern, Straucheln und Scheitern zusieht, fühlen sich das eigene Den-Hintern-nicht-Hochkriegen, die eigenen vertanen Möglichkeiten und nicht gewagten Risiken – das Leben im Konjunktiv also – als richtiges, sicheres, wohliges Daseinskonzept an.“

    Genüsslich zerpflückt Anja Rützel die einzelnen Formate, zeigt Erfolge und Misserfolge der einzelnen Shows, was mitunter auch durch schöne Grafiken aufgelockert wird. Viele C-Promis sind Dauergäste in den verschiedenen Formaten und im Prinzip sind diese auch nur so etwas wie Theater. Zwar wird dem Zuschauer vorgegaukelt, dass dies real sei und die Kamera ist nur wie zufällig dabei, doch viele Amateure bewegen sich schon recht sicher in der überwachten, gefilmten Welt. Und der Zuschauer? Ergötzt sich an der Not und Pein und greift zufrieden, dass er das da vorne nicht sein muss, nach der nächsten Chips Tüte:

    „Süß, wenn auf hohen Wellen die Stürme die Weiten erregen, ist es, des anderen mächtige Not vom Lande zu schauen, nicht weil wohlige Wonne das ist, dass ein andrer sich abquält,

    sondern zu merken, weil süß es ist, welcher Leiden du ledig.“

    So bekommt jede Zivilisation das Fernsehen was sie verdient? Hat schon einst Cäsar gewusst, dass Brot und Spiele die Masse ruhig stellt, so ist das heutige Trash-Fernsehen nur eine technischere Version der Gladiator Kämpfe? Einen philosophischen Ansatz hat Frau Rützel auch noch:

    „Sicher ist der Ausflug in die Sümpfe, wo ganz ernsthaft Sätze wie, ‚Penis und Arschloch esse ich nicht‘ ausgesprochen werden, für viele nur eine Versicherung der eigenen Position und des eigenen Status, ein bewusstes Absteigen vom kulturellen Hochsitz. Vielleicht dient das Cam mitunter auch als beruhigendes Korrektiv. So wie Disneyworld nach Ansicht des Philosophen Jean Baudrillard nur darum als scheinbare Phantasiewelt gebaut wurde, damit man die (vermeintlich echte) Welt drumherum im Kontrast für real hält.“

    Am Ende schlägt sie aber dennoch versöhnliche Töne an. Im Prinzip ist doch alles nur ein Spiel und bei Spielen lernt man doch für das alltägliche Leben.

    „Denn Trash-TV kann durchaus wie eine Volkshochschule (mit praktische Übungen im Sozialverhalten) funktionieren“. Laut Steven Johnson machen die diversen Sendungen  „ihre Zuschauer auch raffinierter und sozial-strategisch schlauer. Jedes Trash-Format habe seine Regeln und Einschränkungen, argumentiert er. Ein großer Teil des Vergnügens entstehe beim Zuschauen dabei, zu beobachten, wie die Kandidaten sich durch diese vorgegebene Umgebung bewegen – wie Molche in einem neuen Terrarium oder begabte Labormäuse in einer Hindernisparcours-Versuchsanordnung.[…] Sie spielen soziales Schach.“

    Wie das Betrachten eines Aquariums, nur dass dieses keinen Ausgang hat? Dem kann ich persönlich nur bedingt zustimmen, das Leben dort draußen hat sicherlich seine eigenen (härteren) Regeln und nicht jede soziale Umgebung funktioniert nach den Trash-TV-Formaten. Sicherlich hat sie mit der Aussage recht dass

    „Trash-TV ist nicht nur eine – zugegebenermaßen mit reichlich Sülze und Fettstücken gefüllte – Konservendose für uralte kulturelle Motive, sondern auch ein echter Werte-Imprägnator. Viele Formate sind in ihrer Grundaussage unglaublich konservativ; statt traditionelle Werte und Gesellschaftsbilder zu zerschlagen, werden diese im Gegenteil zementiert.“

    Innovativ ist anders, siehe das Frauenbild beim Bachelor. Also Trash-TV als Vermittlung von konservativen Werten und ethischen Grundsätzen? Nun ja, auch hier besteht das Leben sicherlich aus bunteren und vielfältigeren Möglichkeiten und Schwarz-Weiß ist seit der Erfindung vom Farbfernsehen doch nicht mehr En Vogue. (Außer in Arthaus Produktionen, aber wer schaut denn (nur) so was??)

    Trash-TV polarisiert sicherlich, die einen mögen es für den Untergang des Abendlandes halten, die anderen für einen unterhaltsamen Fernsehabend. Doch lassen wir Anja Rützel das sehr schöne Schlusswort halten, dem ich vollends beistimmen kann.

    „Das ganze Leben ist ein Quiz, sang Hape Kerkeling in seiner Kitschshow-Verulkung Kein Pardon. Das ganze Leben ist ein Schiss, sagt der Trash, dieses ordinär bunte, aufgeblasene, zum Platzen überspannte Ding, manchmal nicht weniger als eine kleine Rettungsinsel im unendlichen Alltagsozean. Weil Trash in dieser überkomplexen Welt für eine kleine Weile an die schiere, lächerliche Banalität des Daseins erinnert. Und das kann wahnsinnig erleichternd sein.“ 

  24. Cover des Buches Menschenjagd (ISBN: B009SV22X0)
    Stephen King

    Menschenjagd

     (357)
    Aktuelle Rezension von: Krauti1998

    Stephen King versucht  meiner Meinung nach bei seinem Pseudonym Büchern immer etwas sozialkritisches zu hinterfragen.

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