Bücher mit dem Tag "wahnvorstellung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "wahnvorstellung" gekennzeichnet haben.

19 Bücher

  1. Cover des Buches Das Parfum (ISBN: 9783257073201)
    Patrick Süskind

    Das Parfum

    (10.256)
    Aktuelle Rezension von: Hari_T_

    Süskind zeichnet ein düster-faszinierendes Porträt eines Mannes, der nur durch Düfte existiert. Getrieben von der Obsession, den perfekten Duft zu erschaffen, entwickelt Grenouille ein Meisterwerk aus den Essenzen junger Frauen – und wird so zum Serienmörder. Der Roman verbindet Elemente des historischen Romans, der Psychologie und des Krimis zu einer einzigartigen Mischung, die gleichermaßen verstört wie fesselt.

    Sprachlich beeindruckt Süskind durch detailreiche, sinnliche Beschreibungen, besonders wenn es um Gerüche geht – ein Bereich, der in der Literatur sonst selten so intensiv dargestellt wird. Die Atmosphäre ist dicht, fast beklemmend, und lässt den Leser tief in die Welt der Düfte, Armut und moralischen Abgründe des alten Frankreichs eintauchen.

    Thematisch wirft das Buch Fragen nach Identität, Genie, Besessenheit und dem Wesen der Schönheit auf. Grenouille ist kein gewöhnlicher Bösewicht – er ist vielmehr eine tragische Gestalt, deren Menschlichkeit durch seine Begabung zerstört wird.

    Das Parfum ist ein Roman, der gleichermaßen abstößt und fasziniert. Er ist philosophisch, poetisch und grausam zugleich – ein moderner Klassiker, der lange im Gedächtnis bleibt.

  2. Cover des Buches Der Insasse (ISBN: 9783426519448)
    Sebastian Fitzek

    Der Insasse

    (1.705)
    Aktuelle Rezension von: kerstinsbooks

    Der kleine Max Berkhoff ist spurlos verschwunden und alles deutet darauf hin, dass er dem Serienmörder Guido Tramnitz zum Opfer gefallen ist. Dieser wurde in den Hochsicherheitstrakt einer Psychiatrie eingeliefert und schweigt beharrlich zum Verbleib des Jungen. Der verzweifelte Vater des Jungen greift zu drastischen Mitteln: Er lässt sich unter falscher Identität in die Klinik einweisen, um dem gefährlichen Täter sein Geheimnis zu entlocken und endlich zu erfahren, was mit seinem Sohn geschehen ist…


    Viel versprochen hatte ich mir von einem der früheren Werke Fitzeks und obwohl sich eine durchaus spannende Handlung entfaltete, bleibe ich mit gemischten Gefühlen zurück.


    Clever spielt der Autor mit Urängsten der Eltern, entwirft ein Horrorszenario, das schon von der Grundidee schwer zu ertragen, aber durch den Klappentext natürlich zu erwarten war: Diese Ebene empfand ich auf psychologischer Eben raffiniert ausgearbeitet – aus unterschiedlichen elterlichen Perspektiven. Problematisch wurde es mit dem Drumherum: Klischeebehaftete Charaktere, schockierende und völlig überzogene Gewaltdarstellungen, die mich zu Pausen zwangen und die auf mich schon den Eindruck von Effekthascherei machten.


    Für die Grundidee und auch für die falschen Fährten wäre hier weniger mehr gewesen, die tiefere Ebene mit dem Spiel um Urängste, Vertrauen und Sicherheit bot soviel Potential für psychologischen Thrill. Die Nebenschauplätze wirkten wie am Fließband bereitgestellt und bedienten zum Teil starke Klischees. Die zum Teil ausufernde Brutalität bei den Gewaltdarstellungen und die sowohl vielen Subplots als auch Figuren ließen viel an Glaubwürdigkeit einbüßen.


    Schade, denn der Twist am Ende hatte es in sich – trotzdem brauche ich nun erst eine längere Fitzek-Pause.


  3. Cover des Buches Das Paket (ISBN: 9783949609107)
    Sebastian Fitzek

    Das Paket

    (2.799)
    Aktuelle Rezension von: ANT79

    Dr. Emma Stein, eine erfolgreiche Psychiaterin, wird in einem Hotelzimmer Opfer einer brutalen Vergewaltigung durch einen Psychopathen, den die Presse den "Friseur" nennt, weil er seinen Opfern vor der Ermordung die Haare vom Kopf schert.

    Emma überlebt als einziges Opfer, ist aber zutiefst traumatisiert und kann seitdem ihr Haus nicht mehr verlassen. Sie leidet unter extremen Angstzuständen und Paranoia.

    Als der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen – einen Mann, den sie nicht kennt, beginnt ein Albtraum für sie. Bald weiß Emma nicht mehr zwischen Wahn & Wirklichkeit zu unterscheiden. Immer mehr zweifelt sie an ihrer eigenen Wahrnehmung.

    Ist Emma wirklich wieder in Gefahr und wird vom "Friseur" gejagt, oder ist sie aufgrund ihres Traumas in eine psychotische Episode abgerutscht? Sie fängt an alle Menschen um sich herum zu verdächtigen: ihren eigenen Ehemann, ihre Freunde, und sogar ihre Therapeuten.

    Durch zahlreiche unerwartete Wendungen und Enthüllungen, die mich immer wieder auf die falsche Fährte geführt haben, wußte ich bis zum Schluss nicht wer Opfer oder Täter ist.

    Ich kann euch das Hörbuch auf jeden Fall empfehlen. Allein schon aufgrund des Hörbuchsprechers.

  4. Cover des Buches Blut will Blut (ISBN: 9783492500074)
    André Kussmaul

    Blut will Blut

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Seehase1977
    Bei einem Spaziergang im verschneiten Berliner Tiergarten entdeckt Hannah die Leiche eines Mannes, den sie nur zu gut kennt und mit dem sie eine schreckliche Vergangenheit verbindet. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, ist der leblose Körper aus dem Park verschwunden. Hat ihre Psyche Hannah einen grausamen Streich gespielt, oder gibt es jemanden, der Hannah ihre Vergangenheit auf perfide Weise ins Gedächtnis rufen will? Denn Hannah trägt eine Schuld mit sich, die sie nicht loslässt, eine Schuld die lange zurück liegt und sie nun mit voller Wucht wieder einholt…

    Meine Meinung:

    „Blut will Blut“ von André Kussmaul hat mich wegen seines Klappentextes, aber auch weil die Handlung in Berlin und Umgebung spielt, angesprochen und neugierig gemacht. Spannung, Verwirrung und Unglaubwürdigkeit wechseln sich ab, so dass mich der Thriller mit zwiegespaltener Meinung und gemischten Gefühlen zurücklässt.

    Es beginnt spannungsvoll mit düsterem, stimmungsvollen Setting. Eine junge Frau, Hannah, entdeckt eine Leiche, einen Mann, den sie aus ihrer Vergangenheit kennt, doch als sie von ihrem Schock erwacht, ist der Tote verschwunden. Was ist passiert? Nach und nach wird klar, dass an Hannah und ihre drei Freundinnen ca. 20 Jahre zuvor Schreckliches durchmachen mussten. Die Mädchen wurden gefangen gehalten von einem Mann, der seine perfiden und perversen Spielchen mit ihnen trieb. Doch Hannah hätte das Verbrechen verhindern können, eine Schuld, die sie bis heute nicht loslässt.

    Andre Kussmaul hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Er bedient sich diverser Erzählstränge, baut Wendungen und Irrwege ein und legt so verwirrend falsche Fährten. Stellenweise sehr spannend und aufregend, andererseits liegt hier für mich aber auch ein bisschen die Crux des Buches, denn oft war mir nicht klar, ob die Handlung gerade psychische Wahnvorstellung oder die Realität beschreibt. Vieles klingt unlogisch und nicht nachvollziehbar, was mir zudem das Gefühl vermittelte, Hintergrundwissen nicht zu haben, so als gäbe es einen Vorgänger des Buches, welches man aber nicht gelesen hat.

    Die Protagonisten und ihre Charaktereigenschaften konnten mich nicht erwärmen und sind keine wirklichen Sympathieträger. Alle spiegeln Oberflächlichkeit und wenig Tiefgang wider, ihr Handeln und Tun war zum Teil durchschaubar oder aber unrealistisch und fragwürdig.

    Das spannende und unerwartete Ende hat mich dann wieder etwas versöhnt, auch wenn viele Fragen offen bleiben und nicht aufgeklärt werden, was eventuell auf eine Fortsetzung schließen lässt.

    Mein Fazit:

    „Blut will Blut“ von André Kussmaul ist ein Thriller mit einem vielversprechenden Plot, der meiner Meinung nach nicht optimal umgesetzt wurde. Spannung und Nervenkitzel sind definitiv vorhanden, leiden aber unter zu vielen Verwirrspielen und blassen Charakteren. Ein Thriller mit Höhen und Tiefen, der mich am Ende aber leider nicht hundertprozentig packen konnte. 
  5. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783351042608)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

    (602)
    Aktuelle Rezension von: Leonie1

    „Die Vegetarierin“ von Han Kang ist ein Buch, das seinen Leser*innen kaum eine Pause gönnt und gleichzeitig eine seltsame Ruhe verströmt. Ich habe es in kurzer Zeit durchgelesen – kaum angefangen, schon mittendrin – und war doch nicht wirklich vorbereitet auf das, was kommt. Der Schreibstil ist äusserst zugänglich, klar und schlicht; dadurch gelingt der Einstieg mühelos und man findet schnell in die Geschichte hinein.

    Doch was zunächst unscheinbar wirkt, entpuppt sich als tief verstörend: Eine Frau gibt Fleisch auf – und damit beginnt eine Metamorphose, die weit über Nahrungskarenz hinausgeht.   Der Körper, der Widerstand gegen gesellschaftliche Normen, die Entfremdung von sich selbst und anderen – all das wird in drei Erzählteilen aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.  

    Besonders beeindruckend fand ich, wie Han Kang mit so wenigen Mitteln eine beklemmende Atmosphäre erzeugt: Die Sprache bleibt schlicht, fast zurückhaltend – und gerade dadurch wirkt das Unheimliche umso stärker. Der Leser wird nicht durch überbordende Metaphern überwältigt, sondern durch eine fast lakonische Beschreibung des Irrationalen. In einer so funktionellen Klarheit steckt eine grosse Kraft.

    Das Buch ist keine leichte Kost. Wer auf eine unterhaltsame, wohltuende Lektüre hofft, wird hier gefordert: Fragen zur Identität, Körperlichkeit, Autonomie und Gewalt – sowohl äußerer als auch innerer – stellen sich.   Dennoch: Es lohnt sich zutiefst. Die Geschichte regt zum Nachdenken an – über unsere Ansprüche an Leben, über Normen, über das Freiwerden vom Erwartbaren.

    Für mich war es eine kurze, intensive Lektüre, die noch lange nachwirkt. Empfehlenswert für Leser*innen, die bereit sind, sich auf Unbehagen einzulassen – und im Gegenzug belohnt werden mit Literatur, die einen nicht mehr loslässt.

  6. Cover des Buches Dead Zone – Das Attentat (ISBN: 9783641206130)
    Stephen King

    Dead Zone – Das Attentat

    (383)
    Aktuelle Rezension von: Kayuri

    John Smith hat als Kind einen Unfall. Nun kann er zwischendurch Sachen vorher erahnen oder sehen. Jahre später, als sich weder er noch seine Eltern an den Unfall erinnern schlägt das Schicksal zu. Nach einem Jahre andauernden Koma wacht er auf und sieht plötzlich zu vieles voraus.

    Die Geschichte ist hierbei wirklich gut geschrieben. Dennoch hatte sie einige Längen die irgendwie wenn ich das Ende betrachte nicht so recht gut gelungen sind. Die Szenen in denen die Geschichte wirklich voran getrieben wurde waren gut und einnehmend gestaltet.

    Die Charaktere gefallen mir nicht zu 100%. Dennoch kann ich beispielsweise die Beweggründe von Johnny verstehen. Auch die Art wie die Geschichte zwischen verschiedenen Ereignissen springt war gut, da man so die anderen Charaktere besser verstand bzw. Die Geschichte die sich daraus ergab nachvollziehen konnte.


  7. Cover des Buches Die Nacht gehört den Wölfen (ISBN: 9783570311783)
    Wulf Dorn

    Die Nacht gehört den Wölfen

    (110)
    Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland

    𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
    Spannend - LeichtZuLesen - Jung

    𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
    Tja, was soll ich sagen. Das Buch trifft meinen Geschmack schon sehr gut. Es ist spannend und super leicht geschrieben. Man fliegt praktisch nur durch die Seiten.
    Im ganzen Buch bekommt man Hinweise vorgelegt, die zum miträtseln einladen. 🧐
    Ich hatte schon relativ früh eine Vermutung, wo die Reise hingeht. Trotzdem hat mich die Geschichte bis zum Ende gefesselt.
    Die Charaktere sind (bis auf Simon) eher flach angelegt, aber das stört das Lesevergnügen gar nicht und passt wunderbar zur Story.
    Das wird auf jeden Fall nicht das letzte Buch sein, dass ich von Wulf Dorn gelesen habe. Als nächstes steht bei mir "Trigger" auf der Leseliste. 😊

    𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘? 👍🏻
    Von mir gibt's eine Leseempfehlung für alle Fans von Jugend-Thrillern.

    𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️

  8. Cover des Buches Seine Toten kann man sich nicht aussuchen (ISBN: 9783492273145)
    Janine Binder

    Seine Toten kann man sich nicht aussuchen

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Janine B. berichtet von ihrem Einstieg bei der nordrhein-westfälischen Polizei und wie sie sich zur erfahrenen Kommissarin mauserte, und überraschend humorvoll scheint es auf deutschen Polizeiwachen zuzugehen. Ein abwechslungsreicher und spannender Beruf, den bestimmt nicht jeder machen kann, ich wüsste zB nicht, ob ich mich bei Beleidigungen und verbalen Angriffen so gelassen die Ruhe bewahren würde. All Cops Are Beautiful! Bitte unbedingt mehr "Hühnerstreifen", und die Sache mit den "neune Möpsen" hätte ich mir überlegt. Einige Geschichten erinnerten mich an meine Zivizeit als Krankenwagenfahrer, die Polizei hieß bei uns damals "Werder Bremen"  und "Tanzverein Grün-Weiß". Wäre es nicht mal wieder Zeit für weitere Einsatzgeschichten, Frau B.?

  9. Cover des Buches Der Totenleser (ISBN: 9783548377308)
    Michael Tsokos

    Der Totenleser

    (124)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Weitere Fälle aus der Rechtsmedizin, begleitet von erklärenden Einschüben des bekanntesten deutschen Gerichtsmediziners. Erneut legt Tsokos die hanebüchenen "Ermittlungsmethoden" der Rechtsmediziner in Tatort, CSI usw. offen, die über eine Fußsohle streichen und die Todeszeit bis auf 5 Minuten festlegen können. Die meisten vermeintlichen unklaren Todesfälle stellen sich als Suizide und nicht als Tötungsdelikte heraus, wenn auch mitunter in sehr durchdachter und verblüffender Begehungsweise. Ein Buch, das jedem Krimiautor ans Herz gelegen sei.

  10. Cover des Buches Die Villa am See (Psychothriller) (ISBN: 9783989540804)
    Rose Hard

    Die Villa am See (Psychothriller)

    (57)
    Aktuelle Rezension von: Elmar Huber

    STORY
    Nach einem Unfall, bei dem sie eine Kopfverletzung erlitten hat, leidet Jessie unter massiven Erinnerungslücken. Selbst ihr Verlobter David ist für sie ein Fremder. Um ihr die notwendige Ruhe zur Erholung zu geben, hat er Jessie in der abgelegenen Villa seiner Eltern einquartiert, wo sie unter dem Einfluss starker Medikamente kaum das Bett verlassen kann. Wochenlang sind er, eine Haushälterin und ein Gärtner die einzigen Personen, die Jessie zu Gesicht bekommt. Je mehr sie ihre Situation reflektiert, je mehr ihre Erinnerung zurückkehrt und je mehr sie in ihren klaren Momenten im und um das Haus aufschnappt, desto mehr gelangt sie zu der Überzeugung, dass ihr David die wahren Hintergründe ihres Unfalls verschweigt. 

    MEINUNG
    Die Autorin verwendet in ihrem Roman „Die Villa am See“ Motive moderner „Gaslight“-Psychothriller, die mit unzuverlässigen Identifikationsfiguren spielen. Die Villa als abgeschotteter Ort, an dem Jessie quasi gefangen ist, die Unsicherheit über die eigene Identität, das Misstrauen gegenüber den Mitmenschen. All dies erschafft eine beklemmende und mysteriöse Atmosphäre. Die ersten Kapitel leben von der Frage, was Realität ist und was sich nur in Jessies Kopf abspielt. Immer wieder beobachtet sie Szenen, die sie sich nicht erklären kann, schwankt zwischen Selbstzweifeln und dem Drang, die Wahrheit herauszufinden. Die Puzzleteile, die sie zusammensetzt, scheinen nie ganz zu passen – und so bleibt lange offen, ob Jessie Opfer oder Täterin ist.

    Die Perspektive bleibt konsequent bei Jessie, wodurch sich die Handlung um ihre Gedankenwelt, ihre Zweifel und Ängste zentriert. Der Leser wird zum Mitwisser ihrer Unsicherheit – und zum Miträtsler. Doch stellen sich damit auch Wiederholungen ein, die Handlung beginnt, auf der Stelle zu treten, die inneren Monologe ähneln sich, der Roman verliert an Spannung.

    Was als spannendes Spiel mit Wahrnehmung und Erinnerung beginnt, verflacht zusehends, die emotionale Bindung zur Protagonistin beginnt zu bröckeln.

    FAZIT
    Die Villa am See bietet solide Unterhaltung für Liebhaber psychologischer Thriller mit einem Hang zur düsteren Atmosphäre und subtiler Manipulation. Wer jedoch auf komplexe Charakterzeichnungen und überraschende Plot-Twists hofft, wird hier womöglich nicht vollständig auf seine Kosten kommen.


  11. Cover des Buches Flucht (ISBN: 9783442471645)
    Patricia Cornwell

    Flucht

    (152)
    Aktuelle Rezension von: Schnattchenx3

    Patricia Cornwells - Flucht ist vormals als als ein Mord für Kay Scarpetta veröffentlicht worden. Die Erstausgabe erschien 1990 in Englisch und 1992 in Deutsch. Damit ist dieses Buch nun mehr als 25 Jahre alt. Dies ist bezüglich der beschriebenen Techniken durchaus zu spüren, was jedoch kein Nachteil ist. 

    Um Dr. Kay Scarpetta handelt es ich um den Chief Medical Examiner in Richmond, Virgina. In einer Welt, die von Männern dominiert ist, ist Kay eine Ausnahme, die immer wieder auf Herausforderungen und Schwierigkeiten trifft.

    Diese Geschichte beginnt mit Briefen des Opfers, Beryl Madison, die ihren Tod bereits vorher sieht. Während sie sich auf der Insel Key West zum schreiben ihres Buches versteckt, schreibt sie auch an die unbekannte Person M. Nach dem Prolog startet der Fall nicht direkt am Tatort mit dem Fund der Leiche, sondern im Leichenschauhaus. Dem Leser wird anschaulich die Verletzungen und Todesumstände von Beryl dargelegt. Diese Stelle ist immer besonders wichtig und charakterisiert die Kriminalromane von Patricia Cornwell: der Mittelpunkt ist eine Chief Medical Examinerin, die mti den Opftern leidet und persönliches Interesse hat den Opfern Gerechtigkeit zu zuführen. 

    Aufgrund diesen persönlichen Hintergrunds ist es auch nicht überraschend, dass uns auf den gemeinsamen Weg mit Kay weitere persönliche Beziehungen und Konflikte begegnen. Zum einen gibt es Marino, ihr Partner der bei der Polizei, der für sich alleine schon ein Konflikt in sich darstellen kann. Durch die verschiedenen Ansichten reiben sich Kay und er immer wieder. Jedoch werden durch ihre kleinen Auseinandersetzungen neue Ermittlungsansätze geboren. In diesem Band taucht auch auf einmal Kays Jugendliebe Mark wieder auf. Das wirft sie aus der Bahn, insbesondere nachdem er irgendwie Teil des Falls wird. Kann Sie ihn trauen?

    Bis zum Schluss bleibt es ein Rätsel, warum Beryl den Mörder in ihr Haus gelassen hat - & warum weitere Personen sterben müssen. 

    In allem ein Buch voller Irrungen und Wirrungen, wo auf den ersten Blick nicht alles so ist wie es scheint.

  12. Cover des Buches Die Zelle (ISBN: 9783426512760)
    Jonas Winner

    Die Zelle

    (202)
    Aktuelle Rezension von: Kathrin_Hermann

    Mit Die Zelle hatte ich nun das erste Buch des Autoren, was mich vom Klappentext her richtig ansprach, da ich es gewonnen hatte, konnte ich auch schnell in das Vergnügen kommen, es lesen zu können.

    Nachdem mir die Leseprobe schon recht gut gefallen hatte, hoffte ich natürlich, dass auch der Rest des Buches mir zusagen würde. Da ich so neugierig war, was bei rauskommen würde und da es mit ca 328 Seiten nicht zu den seitenstärksten Büchern gehört, konnte ich es am heutigen Sonntag an einem Stück durchziehen.

    So ziemlich nach dem die Leseprobe endete, begann die Stelle, wo Sam das besagte Mädchen aus dem Klappentext fand. Also dachte ich, dass es nun richtig losgehen würde. Aber leider weit gefehlt. Der erste Teil kam streckenweise sogar fast ein wenig mystisch rüber und es passierte, von Sams Gedanken mal abgesehen nicht wirklich viel.

    Im zweiten Teil kam dann zumindest mal ein wenig Leben in die Story, da es dann ein wenig thrillig in Form von auftauchenden Polizisten wurde. Aber auch hier passierte dann nicht viel mehr und als wirklich spannend empfand ich es auch leider nicht. Klar, gab es sowas wie eine gewisse Grundneugierde, schließlich wollte ich unbedingt wissen, was dahinter steckte und das war auch der Antrieb dahinter, der mich das Buch so schnell lesen ließ. Aber wirklich tiefgehende Spannung ist dann doch etwas Anderes. Die paar Szenen, die es aus der Sicht des Täters vorkamen, waren zwar interessant, allerdings gab es anschließend keine weiteren Infos dazu, was mich sehr enttäuschte, denn es blieben auch nach Beenden des Buches mehr Fragen offen, als geklärt wurden.

    Auch das Finale konnte es für mich leider nicht spannender machen. Zwar wurde der Verdacht dann zwischenzeitlich noch auf eine anderen möglichen Täter gewälzt, um eine andere Fährte zu legen, aber der Aha-Effekt wollte sich auch hier dann nicht bei mir einstellen, was sehr schade ist, denn die Story hätte soviel Potenzial dafür gehabt.

    Der eigentliche allesentscheidene Wendepunkt kam erst nach Beenden der Story, also bitte nicht vorab einen Blick auf das Ende werfen! Das war zwar der Punkt, auf den ich gewartet hatte, aber auch das konnte es nicht mehr wirklich herausreißen, denn wie schon erwähnt, blieben mehr Fragen offen, als geklärt wurden. Auch die leichten Psychothrillelemente, die zum Ende auftraten konnten es für mich nicht rausreißen. Dafür fehlte mir einfach insgesamt zu viel von Allem.

    Fazit:

    Ein Buch, auf das ich sehr gespannt war, eben weil es für mich das Erste des Autors war, aber es konnte meine zugegeben hohen Erwartungen nicht wirklich erfüllen. Aufgrund von vorangegangenen Kritiken hatte ich einen superspannenden Thriller erwartet, der sich mir allerdings nicht bot. Schade, hätte gerne etwas anderes behauptet. Trotzdem ist es natürlich nicht gänzlich schlecht und für mich durchaus noch mittelprächtig.

  13. Cover des Buches Das Moorkind: Thriller (ISBN: B0BQ7R2BSD)
    Alma Lundt

    Das Moorkind: Thriller

    (8)
    Aktuelle Rezension von: katikatharinenhof

    Martha ist Kinderärztin mit Leib und Seele, das Wohl der Kinder liegt ihr am Herzen. Um so härter trifft sie die Tatsache, dass ausgerechnet während ihres Nachtdienstes in der Klinik ein kleines Mädchen verstorben ist. Aber noch schlimmer als das ist, dass ihr offenbar niemand glaubt und es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass die Patientin jemals in der Klinik behandelt worden ist. Es folgt für Martha eine lange stationäre Therapie, in der ihre paranoiden Wahnvorstellungen behandelt werden. Doch nach der Entlassung geschehen wieder befremdliche Dinge: Martha sieht am Straßenrand einen Jungen, dessen Leben am seidenen Faden hängt. Sie packt ihn kurzerhand in ihr Auto und will mit ihm zur nächsten Klinik fahren. Doch auch dieser Junge ist plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Martha versteht die Welt nicht mehr, denn niemand glaubt ihr, dass es die Kinder wirklich gibt....


    Eigentlich habe ich gestern nur mal kurz in das Buch reinlesen wollen und dann habe ich die ganze Nacht durchgelesen, denn dieses Buch macht süchtig, ist ein echter Nervenzerrer und Pageturner. Alma Lundt erschafft schon auf den ersten Seiten eine unglaublich dichte Atmosphäre, die von Zweifeln, unterschiedlichen Realitätswahrnehmungen und unterschwelligen Bedrohungen immer wieder befeuert wird und für ein beklemmendes Gefühl beim Lesen verantwortlich ist. Der Kopf der Leser:innen wird zum Kinosaal, denn hier spielen sich die Bilder äusserst lebendig vor dem inneren Auge ab und es gelingt der Autorin den Blick der Lesenden an den Seiten festzuschweißen.

    Mit Martha ist Lundt eine herausragende Figur gelungen, die das Wechselspiel aus Wahrheit und Trugbildern perfekt transportieren kann. Ihre Selbstzweifel, ob tatsächlich sich alles so zugetragen hat und ihr enormer Wille, alles lückenlos aufzuklären und zu beweisen, dass sie sich das Ganze nicht eingebildet hat, wirken wie ein Aufputschmittel beim Lesen und ziehen die Leser:innen immer tiefer in den Strudel aus Paranoia, Intrigen, Lügen und Realitätsverlust hinein.

    Die Szenen im Krankenzimmer der psychatrischen Klinik gehen an die Substanz, denn die freiheitsentziehenden Maßnahmen verfehlen selbst beim Lesen ihre Wirkung nicht, wecken ein klaustrophobisches und zugleich Empfindung gedämpftes Gefühl. Die Handlung ist erstklassig inszeniert, lebt vom perfekten Timing und den raffinierten Ideen, die die Schreibende hier sehr gut platziert. Es entsteht ein gefährlicher Strudel, dem weder die Leser:innen noch Martha entfliehen können.

    Der Puls rast und die Herzfrequenz ist dauerhaft hoch, denn hier geht es um schwelende Konflikte und Machtspiele, die in unterschiedlichen Kombinationen und Auswirkungen auftreten. Das zermürbende Spiel mit der Ungewissheit frisst sich wie Säure durch die Seiten und lässt nicht nur Martha, sondern auch die Leser;innen immer wieder zweifeln und die Frage stellen, welche Figuren im Buch noch vertrauenswürdig sind

    Fazit nach einer schlaflosen Nacht: Hier ist jeder Buchstabe Spannung pur und es lohnt sich zu Gunsten des Buches auf den Schlaf zu verzichten!

  14. Cover des Buches Was ihr nicht seht (ISBN: 9783442490677)
    Nuala Ellwood

    Was ihr nicht seht

    (63)
    Aktuelle Rezension von: ClaRi

    Die Grundidee sowie die Struktur der Kapitel sind gut. Leider ist die erste Hälfte jedoch langatmig, wenig spannend, obgleich die psychische Zerrissenheit der Charakteren verständlich gezeichnet wurde; auch deren Zerrissensein zwischen Schein, Sein und Albträumen. In der zweiten Hälfte kommt langsam (gemessen am Umfang des Buches kurz) Spannung auf, die sich am Ende dann zum Happy End wendet. Die einzige "thriller-nde" Szene, die auch die Auflösung gibt, bestätigt Zusammenhänge und Täter, die sich zuvor abzeichnen ~ "vorhersehbar". So möchte ich dem Kapitelaufbau und der inhaltlichen Zeichnung der Charakteren 3 Sterne geben - die fehlende Spannung über weite Strecken, welche ich bei "Psychothriller" erwarten möchte, und manch andere Punkte wie u. a. ein wenig packender Schreibstil erhalten 1,5 Sterne. Im Fazit somit 2,5. Meine Erwartungen wurden leider nicht getroffen oder gar übertroffen. 

  15. Cover des Buches Leere Realität (ISBN: 9781973487159)
    Vanessa Heintz

    Leere Realität

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Amy_Bell


    Fazit

    Eine packende Shortstory, die mir ordentlich Gänsehaut beschert hat. Perfekt für einen Abend wie Halloween. Wer etwas Nervenkitzel mag, ist hier auch richtig. Die Story ist gut geschrieben, wenn auch, gerade am Anfang, in den ersten paar Seiten etwas verwirrend. Dann kommt man aber gut rein und kann sich, wie bei jedem Buch von Vanessa Heintz, perfekt in die Situation denken und sie miterleben. Ich werde es nicht nochmal lesen, weil ich einfach wirklich Angst bekomme bei solchen Büchern, für euch gibt es jedoch eine absolute Kaufempfehlung.
  16. Cover des Buches Das Gesicht meines Mörders (ISBN: 9783499016660)
    Sophie Kendrick

    Das Gesicht meines Mörders

    (111)
    Aktuelle Rezension von: Liden

    Datum : 27.10.2025


    ✨Handlung✨

    Clara wurde von einem Einbrecher niedergeschlagen und fiel ins Koma. Sie ist mit einem Mann verheiratet und hat sonst keine anderen Kontakte - so die offizielle Aussage. Als sie aus dem Koma erwacht, leidet sie an Amnesie. Ihr Mann pflegt sie, doch so wirklich Vertrauen kann sie ihm nicht. Und dann probiert sie jemand umzubringen. Wer war sie ? Und wer hat es auf sie abgesehen und warum?


    ✨Protagonisten✨

    Wir gehen durch den Thriller mit Clara, die solide beschrieben war. So ganz ist der Funke zwischen uns nicht rübergesprungen, aber ich kann nicht sagen woran es lag.


    ✨Setting✨

    Der Thriller hat uns ständig auf falsche Fährten geschickt, bis zum Schluss habe ich falsch verdächtigt. Es war ein typischer Amnesie Thriller, den ich so in abgewandelter Form schon öfters gelesen habe. Unterhaltsam war er aber allemal. 


    ✨Schreibstil✨

    Ich hab das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen weils echt flüssig und spannend geschrieben war ! Die Plots habe ich so nicht kommen sehen, fand sie aber schlüssig. 


    ✨Fazit✨

    Ein überdurchschnittlicher Amnesie Thriller, mit einer soliden Protagonistin, der flüssig und spannend geschrieben war. 

  17. Cover des Buches Beyond Redemption (ISBN: 9780062387035)
    Michael R. Fletcher

    Beyond Redemption

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Michael R. Fletcher schreibt nicht hauptberuflich. Es war ihm zwar eine Weile möglich, als Vollzeit-Autor zu leben, nachdem er die Vorauszahlung von Harper Voyager für seinen Grimdark-Trilogieauftakt „Beyond Redemption“ erhalten hatte, aber leider hatte der Verlag aufgrund niedriger Verkaufszahlen kein Interesse an einer Fortsetzung und Fletcher musste erneut regulär arbeiten. Das war sicher eine niederschmetternde Erfahrung, doch sie hinderte ihn nicht daran, seinen Traum weiterzuverfolgen. Er veröffentlichte den zweiten Band der „Manifest Delusions“ im Selfpublishing. Das Finale fand beim kleinen Imprint Talos eine Heimat. In dieser Geschichte steckt eine wichtige Moral: nicht jede schriftstellerische Karriere ist ein Märchen und für jemanden, der so spezielle Bücher schreibt wie Michael R. Fletcher kann es schwer sein, sich dauerhaft zu etablieren.

    Eine Welt, in der sich die Wahnvorstellungen der Menschen real manifestieren, kann nur von geistesgestörten Göttern erschaffen worden sein. Konig Furimmer, Oberhaupt der Geborene Damonen, glaubt das nicht. Er ist überzeugt, dass die Götter manifestierte Wahnvorstellungen der Menschen sind. Ist es möglich, einen neuen Gott zu formen? Kostbare Jahre seines Lebens widmete er der Ausbildung potenzieller Kandidat_innen. Ein letzter ist übrig: ein Junge namens Morgen. Sein Aufstieg steht kurz bevor. Die Zeit drängt, denn Konig droht, die Kontrolle über seine Halluzinationen zu verlieren. Fatalerweise bekommt eine dreiköpfige Räuberbande Wind von seinen Plänen. Konig schickt seine gefährlichste Agentin aus, um die drei festzunehmen: Gehirn Schlechtes. Doch Gehirn kann sie nicht aufhalten und schon bald versuchen auch andere Geisteskranke, Morgen in ihre Gewalt zu bringen. Das Schicksal der Welt ruht auf den Schultern des Jungen – aber verdient eine vom Wahnsinn regierte Welt überhaupt Erlösung?

    Habt ihr euch in der Inhaltsangabe über die seltsamen, dem Deutschen entlehnten Namen gewundert? Vor der Lektüre von „Beyond Redemption“ schenkte ich der eigenwilligen Namensgebung keine Beachtung. Erst als ich das Vorwort des Autors Michael R. Fletcher las, beschlichen mich üble Vorahnungen, denn er entschuldigt sich darin bei allen Leser_innen, die tatsächlich Deutsch sprechen. Nach den ersten Kapiteln des Trilogieauftakts wurde mir klar, dass diese prophylaktische Entschuldigung definitiv angebracht ist. Was Fletcher mit der deutschen Sprache anstellt, schmerzte mich bis in die Haarspitzen. Alle Eigennamen sind konsequent deutsch, doch es handelt sich nicht um deutsche Namen. Es sind deutsche Begriffe, die häufig negativ konnotiert sind und die er wild kombiniert, um das Wesen seiner Figuren auszudrücken, abzüglich der Umlaute, die es im Englischen nicht gibt. Ich fand das unglaublich irritierend und brauchte sehr lange, um mich damit abzufinden. Ich stolperte immer wieder darüber, was meinen Lesespaß entscheidend schmälerte. Wäre die Namensgebung jedoch mein einziges Problem mit „Beyond Redemption“, hätte ich das Buch garantiert besser bewertet. Leider hatte ich grundsätzlich Schwierigkeiten mit diesem merkwürdigen Roman und fühle mich zwiegespalten. Die Idee, ein Grimdark-Universum rund um manifestierte Wahnvorstellungen bzw. seltene psychische Erkrankungen aufzubauen, ist faszinierend und ja, „Beyond Redemption“ ist Grimdark hoch 10. Nicht aufgrund der Brutalität der Geschichte, sondern aufgrund ihrer bedrückenden, trostlosen Atmosphäre, in der sich ein interessanter, fundamentaler religiöser Konflikt verbirgt, der an die Frage nach Henne oder Ei erinnert: erschufen verrückte Götter die Welt der Menschen oder erschufen verrückte Menschen die Götter, um an irgendetwas zu glauben? Dieser interpretative Widerstreit ist der Auslöser der Handlung, denn der Hohepriester des Ordens der Geborene Damonen, Konig Furimmer (ich zucke schon wieder zusammen), will einen Gott nach seinen Vorstellungen erschaffen, um seine theologische Theorie zu beweisen und der Welt ein wenig Hoffnung zu schenken. Kein Wunder, schließt kriecht die Verzweiflung aus jeder Pore dieses Buches. Die Geisteskranken, die das Universum dominieren, leiden schrecklich unter ihren Wahnvorstellungen und den emotionalen Traumata, die sie auslösten. Nachvollziehbar, dass sie sich einen Gott wünschen, der alles in Ordnung bringt und ihnen zumindest Erlösung in Aussicht stellt. So überzeugend und originell diese Ausgangssituation auch ist, ich fühlte mich von Fletcher vollkommen alleingelassen. Ich konnte keine Bindung zu den Figuren entwickeln, denn sie sind alle völlig gestört und werden von abstoßender Verderbtheit angetrieben. Ich scheiterte an den Mauern ihrer Manien. Der Autor schubste mich in dieses Irrenhaus hinein, ohne mir zu helfen, mich zu orientieren. Daher fand ich nie richtig in die Geschichte und empfand die Lektüre als zäh, obwohl mich die Glaubwürdigkeit der Charakterisierungen beeindruckte und mich besonders das brillante Profil der Agentin Gehirn Schlechtes bewegte. Es war einfach zu viel Wahnsinn.

    Ich kann nicht behaupten, dass ich an „Beyond Redemption“ viel Freude hatte. Ich bin mir nicht mal sicher, ob Spaß überhaupt das Ziel des Autors Michael R. Fletcher war. Seine Geschichte strotzt vor Negativität, wie soll man da Genuss empfinden? Dennoch ist der erste Band der „Manifest Delusions“ als Vertreter des Grimdark-Subgenres bemerkenswert, weil er gänzlich ohne fremde Völker, Magie im traditionellen Sinne oder eine weltumspannende Bedrohung auskommt. Jeder Aspekt der Geschichte fußt auf den Wahnvorstellungen der Figuren. Diese Konzeption ist zweifellos außergewöhnlich und einzigartig. Vermutlich habe ich deshalb beschlossen, dem zweiten Band „The Mirror’s Truth“ trotz meiner mäßigen Bewertung eine Chance zu geben. Ich bin neugierig, ich will wissen, wie es weiter geht. Hoffentlich ist der Wahnsinn dieses Universums nicht ansteckend.

  18. Cover des Buches Der Miami-Vice-Report (ISBN: 9783404601783)
    Thomas Jeier

    Der Miami-Vice-Report

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    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der Autor ist langjähriger Amerikareisender und hat sich der Metropole Miami von allen Seiten genähert (im übertragenen Sinne): Er zeigt uns auf den ersten Seiten eine pulsierende, weltoffene Stadt, die sich als perfekter Urlaubsort präsentier, wo es hervorragenden Ausgehmöglichkeiten gibt, tolle Parks und reicher Kunst. Die Stadt ist in den 80ern längst zum Bank- und Handelszentrum geworden, wo sich amerikanische Kultur mit lateinamerikanischer und kubanischer Lebensweise vermengt. Diese Offenheit der Stadt in Richtung Südamerika und ihre Eigenschaft als Hafenstadt führt allerdings auch dazu, daß Miami zum Hauptdrogenumschlagplatz der USA geworden ist, ganze Stadtteile sind drogen- und armutsverseucht, wie Jeier auf Patrouillenfahrt mit zwei Drogencops feststellen kann, und einer ganzen Generation (v.a. Afroamerikaner) steht eine bittere Zukunft bevor. Jeier begleitet die Polizsietn bei der Stürmung eines Crackhauses und bei einer großangelegten Razzia, die sich aber als vergebliche Kraftanstrengung herausstellt: Auf Kaution sind die Dealer bald schon wieder frei. Ein tolles Reportagebuch, ich würde mich über eine Aktualisierung freuen.

  19. Cover des Buches Entführer (ISBN: 9783852184272)
    Leila Marouane

    Entführer

    (3)
    Aktuelle Rezension von: krimtango
    Die Autorin erhielt für dieses Buch den LiBeraturpreis 2004
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