Bücher mit dem Tag "wahre geschichte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "wahre geschichte" gekennzeichnet haben.

257 Bücher

  1. Cover des Buches Dem Horizont so nah (ISBN: 9783499290862)
    Jessica Koch

    Dem Horizont so nah

     (726)
    Aktuelle Rezension von: Talja

    Inhalt ->
    Eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Mut, Vertrauen und die Kraft, loszulassen. Eine wahre Geschichte.

    Jessica ist jung, genießt das Leben und schaut in eine vielversprechende Zukunft. Dann trifft sie Danny. Sofort ist sie von ihm fasziniert, denn trotz seines guten Aussehens und selbstbewussten Auftretens scheint ihn ein dunkles Geheimnis zu umgeben.
    Nach und nach gelingt es Jessica, hinter Dannys Fassade zu blicken und ihn kennenzulernen. Abgründe tun sich auf: Danny ist von Kindheit an zutiefst traumatisiert. Fernab von Heimat und Familie kämpft er um ein normales Leben.
    Trotz aller Schwierigkeiten und gegen jede Vernunft entsteht zwischen Jessica und Danny eine innige Liebe. Doch nicht nur Dannys Vergangenheit ist düster, auch seine Zukunft ist bereits gezeichnet. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …

    Cover ->
    Das Cover ist wirklich schön und passt sehr gut zum Titel und verspricht sehr viel.

    Meine Meinung ->
    Der Inhalt verspricht eine emotionsgeladene Geschichte, voller Liebe, Trauer und Verlust.
    Raus kommt für mich aber nur emotionslose Luft.
    Wer auf eine romantische Liebesgeschichte aus war, ist hier definitiv fehl am Platz.
    Es soll eine wahre Geschichte sein und doch erzählt die Autorin alles so leblos und ohne Gefühle.
    Normalerweise bin ich die erste die erste, die bei solchen Geschichten gefühlte fünf Pakete Taschentücher verbraucht, aber da ? Nichts. Bei mir kam einfach nichts an.

    Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus IHRER Sicht und doch wechseln oft die Perspektiven.
    Warum ? Wie kann Sie aus der Sicht der anderen Charaktere erzählen, wenn Sie doch gar nicht weiß wie diese in diesem Moment gedacht haben.
    Und dann auch noch so dermaßen negativ die ganze Zeit. Alle waren die Bösen, natürlich nur Danny und sie nicht.

    Dieser Perspektivwechsel stört immens im Lesefluss und macht diese "wahre" Geschichte noch viel unglaubwürdiger.
    Zumal ihr Schreibstil einfach leblos und "unterirdisch" ist.
    Der Wechsel in den Erzählzeiten ist teilweise auch sehr störend, genau wie die langen Zeitsprünge. Es zieht sich wie Kaugummi.
    Dazu kommt diese unfassbare Naivität und diese enorme Oberflächlichkeit.
    Geld, gutes Aussehen und "dicke" Autos.

    Während des Lesens fragt man sich auch - "Hat diese Jessica eigentlich noch ein Leben, oder ist sie nur noch abhängig von Danny"? -
    Ach alles in allem bin ich einfach nur enttäuscht von diesem Buch.
    Selbst der Epilog ist komplett emotionslos.

    Zu guter Letzt - es wird behauptet es wäre eine wahre Geschichte, aber man findet NICHTS über die Charaktere.
    Weder einen Danijel Tayler der Kick box Weltmeister war, noch ein Model namens Danijel Tayler zu der Zeit.
    Dabei müsste es doch gerade davon Nachweise geben - einfach alles unglaubwürdig.
    Und dieser Fakt macht die ganze Story für mich unsympathischer als sie es eh schon ist.
    Ich könnte nun immer weiter auf dieses Buch eingehen, aber es würde ja doch nichts Gutes mehr bei rum kommen.

    Mein Fazit -> Muss ich dazu noch mehr sagen ? Ich glaube nicht. Für mich eine komplette Enttäuschung.

  2. Cover des Buches Bob und wie er die Welt sieht (ISBN: 9783404608027)
    James Bowen

    Bob und wie er die Welt sieht

     (242)
    Aktuelle Rezension von: Lindia

    Inhalt


    Nachdem es im ersten Band darum ging, wie James Bowen und Bob zueinander fanden und wie er sich auf die neue Situation einstellte, geht es nun mehr um die Veränderungen, die es in seinem Leben gab, seitdem bei ihm lebt. 
    James berichtet ausführlich von den Ereignissen in seinem Leben und gibt einen Einblick in das Leben eines Menschen, der sein Geld auf der Straße verdient.


    Meinung


    James berichtet aus der Ich-Perspektive von seinem Leben mit Bob. Dabei wird sehr ausführlich erzählt, sodass man dem Text gut folgen und sich alles sehr gut vorstellen kann. 

    Die einzelnen Kapitel sind jeweils einem Erlebnis gewidmet. Sie beleuchten das Leben des "Big Issue" Verkäufers wie ein Spotlight, da es immer nur um einen kurzen Abschnitt geht. Durch das Einbringen vieler Gedanken, Gefühle und Erinnerungen wird das Ganze aber gut ausgefüllt mit Informationen. Man kann sich gut in die Situationen hineinversetzen und erfährt nach und nach, wie es dazu kam, dass James auf der Straße landete. Gleichzeitig berichtet das Buch aber auch von seinem Weg aus der Drogenabhängigkeit und in ein geregelteres Leben, wobei Bob eine sehr große Rolle spielt.

    Anders als im ersten Teil wird hier genauer beschrieben, wie es dazu kam, dass James sein erstes Buch veröffentlichte. Und obwohl natürlich schon bekannt ist, dass dies der Fall ist, fand ich es sehr interessant zu erfahren, wie man z.B. auf ihn aufmerksam wurde und wie sich sein Leben dadurch veränderte. Zum Ende hin wurde der Fokus vermehrt auf die Veröffentlichung des Buches gelegt, was der Geschichte eine gewisse Abwechslung verlieh.


    Fazit


    Für alle Bob-Fans ist das Buch auf jeden Fall ein Muss. Aber auch allen anderen würde ich es persönlich empfehlen, es sich durchzulesen. Denn die Geschichte der beiden gibt Mut und Hoffnung und vielleicht befindet man sich irgendwann selbst einmal in der Lage, seinen Lebensunterhalt auf der Straße verdienen zu müssen. Es kann jeden treffen, umd James ist ein Beispiel dafür, dass man auch dieser Situation noch etwas Gutes abgewinnen kann.
  3. Cover des Buches Ich bleibe hier (ISBN: 9783257071214)
    Marco Balzano

    Ich bleibe hier

     (197)
    Aktuelle Rezension von: SusanneEichholz

    Aus der Perspektive der Lehrerin Trina werden die Geschehnisse in ihrem Dorf am Reschensee erzählt, wobei der Scherpunkt in der Zeit zwischen 1939 und 1943 liegt, als die Einwohner sich zwischen der Auswanderung nach Deutschland und dem Leben als Bürger zweiter Klasse in Italien entscheiden müssen. Trina bleibt und das auch, als nach der Härte des Krieges mit Flucht, Versteck in den Bergen und Hunger die Bauarbeiten für einen Stausee beginnen, dem das Dorf weichen soll und der irgendwann tatsächlich nur noch ein Stück des Kirchturms übriglassen wird.

    In sehr schlichter, entwaffnend ehrlicher Sprache spricht Balzano oft ganz große Themen wie Verantwortung und Machtmissbrauch sowie Sprache als einziges Mittel zum Widerstand an. Trinas Schilderungen erinnern dabei an den Stil in Robert Seethalers Ein ganzes Leben. In ihrem unbeugsamen Willen, der sie mit ihrem Mann Erich verbindet, bleibt Trina als deutlich stärkere Protagonistin jedoch viel nachdrücklicher in Erinnerung als Seethalers Bergbauer. Allein schon deshalb kann ich diesen facettenreichen Roman empfehlen, der besonders geschichtsinteressierte Leser und Italienreisende fesseln wird.

  4. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

     (2.231)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Bis zu ihrem 6. Lebensjahr wächst Christiane behütet in der Nähe von Hamburg auf dem Land auf. Dieses Behütet-Sein endet schlagartig, als Christiane mit ihren Eltern nach Berlin zieht, in die Gropiusstadt. Dort wohnen sie in einem Hochhaus im 11. Stock, spielende Kinder scheinen der Haus- und Stadtverwaltung eher ein Dorn im Auge zu sein. In der Schule merkt Christiane schnell, dass sie keine Schwäche zeigen darf und eine der Härtesten sein muss. Nach und nach zieht es sie zu den "coolen" Kindern, in die Szene und in die Clubs. Was Anfangs noch harmlos erscheint, entpuppt sich als Katastrophe, als Christiane anfängt, Drogen zu konsumieren.


    Dicht gedrängt, teilweise fast minutiös schildert Christiane F. in diesem Buch, das von Kai Hermann und Horst Rieck aus Tonbandaufnahmen transkribiert wurde, ihren Weg in die Drogenszene Berlins. Sie berichtet von den Anfängen, in denen sie "nur" leichte Drogen wie Hasch im evangelischen Jugendclub konsumierte, sie erzählt davon, wie sie und ihre Freunde zum Heroin kamen, wie sie auf dem Kinderstrich am Bahnhof Zoo landete - und von ihren zahlreichen Versuchen, einen Entzug durchzuführen und vom Heroin loszukommen.


    "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist kein sprachliches Meisterwerk. Es besticht nicht durch seinen besonderen Schreibstil oder durch eine wunderbar ausgeklügelte Geschichte. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist roh und ungeschönt, es schockiert und schreckt ab - und genau das macht dieses Buch aus. Christiane F. teilt ihre Kindheit und Jugend mit uns Leser*innen, sie gibt einen Einblick in eine Szene, die doch häufig unbekannt gerade von jungen Menschen fast romantisiert und bewundert wird. Ich habe großen Respekt vor der Offenheit von Christiane F. und bin davon überzeugt, dass dieser Bericht Teil einer sehr guten Drogenprävention sein kann.


    Mich hat das Buch extrem verstört und mitgenommen. Ich denke andauernd an Christiane F. und ihre Freunde, die im Buch entweder verstorben sind oder auf dem Strich und im Gefängnis landeten. Dieser Klassiker ist nicht leicht zu lesen, trotzdem sollten in das Buch wohl vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ihre Nasen reinstecken. Leseempfehlung!

  5. Cover des Buches Wir von der anderen Seite (ISBN: 9783550200373)
    Anika Decker

    Wir von der anderen Seite

     (178)
    Aktuelle Rezension von: GrauerVogel

    Rahel Wald kommt im Krankenhaus zu sich, nach einer kurzen Routine-OP, wie sie glaubt. Schnell stellt sich aber heraus, dass es bei dem Entfernen ihres Nierensteins unvorhergesehene Komplikationen gegeben hat und sie mehrere Tage im künstlichen Koma gelegen hat. Nun muss sie alles neu lernen und sich langsam ihren Weg zurück ins Leben erkämpfen.

    Das Buch ist wundervoll geschrieben! Es hat eine poetische Sprache, bringt aber vieles auch unglaublich gut auf den Punkt. Zudem besitzt es eine große Detailtiefe, sodass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Die Autorin verarbeitet in diesem Buch viele ihrer persönlichen Erfahrungen und das merkt man auch.

    Die Protagonistin ist mir sehr sympathisch. Eine Drehbuchautorin, immer am Existenzminimum, mit einem herrlich zynischen Humor.

    Das Hörbuch wurde ganz toll von Katja Riemann gesprochen und ist auch sehr zu empfehlen!

  6. Cover des Buches Eat, Pray, Love (ISBN: 9783833309403)
    Elizabeth Gilbert

    Eat, Pray, Love

     (887)
    Aktuelle Rezension von: jannehanne

    Nach einer völlig desaströsen Scheidung und einer schmerzhaften Liebesbeziehung genießt die Autorin in Italien vor allem die Sprache und die kulinarischen Genüsse, findet später in einem indischen Ashram ihren Zugang zu Gott und letztendlich auf Bali die Liebe. Es ist eine Geschichte über die langsame Heilung einer verletzten Seele. Die Autorin schreibt unterhaltsam, aber gedanklich auch sehr anregend. Insbesondere die Passagen über Yoga fand ich, die ansonsten mit Spiritualität nicht unbedingt auf Du und Du lebt, spannend und habe ich zum Teil mehrmals gelesen. 

  7. Cover des Buches Verbrechen (ISBN: 9783492272438)
    Ferdinand von Schirach

    Verbrechen

     (719)
    Aktuelle Rezension von: Wortsalat

    Der Autor besticht durch einen sehr geradlinigen und puristischen Schreibstil, was vermutlich auch seiner juristischen Ausbildung geschuldet ist. 

    Ferdinand von Schirach wirft zu Anfang die Frage nach der Schuld auf und impliziert, dass es nicht immer ein Einfaches ist, diese zu beantworten,- die Welt ist mehr als schwarz und weiß. Die Schuldfrage zieht sich durch die genauere Betrachtung der Motivlage und des Täterprofils wie ein roter Faden durch die Kurzgeschichten. Der Leser erlebt selbst den Zwiespalt, der auch das Rechtssystem bei seiner Durchsetzung vor Herausforderungen stellt. 

    Die Kurzgeschichten lassen in psychologische Abgründe blicken und mir persönlich viel es schwer, das Buch zur Seite zu legen. Schade, dass es so kurzweilig war. 



  8. Cover des Buches Die Welle (ISBN: 9783473544042)
    Morton Rhue

    Die Welle

     (2.264)
    Aktuelle Rezension von: Kayuri

    Die Welle zeigt ein Experiment eines Lehrers bezüglich des zweiten Weltkrieges.

    Kann es auch heute noch passieren das ein Mensch eine Gruppe Personen so sehr kontrollieren kann das sie nicht mehr nachdenken was sie tun?

    Das Buch ist sehr einfach und schnell zu lesen. Es ist gut zu verstehen.

    Die Figuren handeln nachvollziehbar. Auch heute sieht man noch wie schnell sich Menschen manipulieren lassen. Im Buch wird klar das es hierbei nicht wichtig ist wie intelligent diese Personen sind oder aus welchem sozialen Umfeld sie kommen. 

  9. Cover des Buches Wunder einer Winternacht (ISBN: 9783499248467)
    Marko Leino

    Wunder einer Winternacht

     (265)
    Aktuelle Rezension von: JenniferKrieger

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Der erste Satz des Buches ist der ungewöhnlichste Beginn einer Weihnachtsgeschichte, den ich jemals gelesen habe. Auf jeden Fall ein geschickter Schachzug, denn so war ich gleich noch neugieriger auf die Geschichte. Der Grund für diesen merkwürdigen Beginn ist, dass die Geschichte in zwei Zeitebenen spielt: Die Erzählung, wie Nikolas vor vielen, vielen Jahren zum Weihnachtsmann wurde, ist eingebettet in eine kleine Rahmenhandlung, die zur heutigen Zeit spielt. Zwei Jungen sind bei ihrem Großvater zu Besuch und er erzählt ihnen Nikolas Geschichte. Nicht nur über die Erzählung an sich, sondern auch über Gegenstände und andere Aspekte wird dabei eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart geschlagen. Dadurch fühlt sich die Geschichte an wie echtes Zeitgeschehen.


    Das ist auch der Punkt, der mir an dieser Geschichte besonders gefallen hat: Dass sie, abgesehen von einigen Details am Ende, tatsächlich wahr sein könnte. Es ist eine auf der Logik und den Gesetzen unserer Welt basierende Geschichte. Magie, Wichtel und andere fantastische Elemente, die normalerweise in keiner Weihnachtsgeschichte fehlen, spielen hier keine Rolle. Der kleine Nikolas ist ein ganz normaler Mensch, der mit seinen eigenen Händen und der Technik seiner Welt Weihnachtsgeschenke herstellt und sie des Nachts persönlich vor den Türen seiner bisherigen Pflegefamilien ablegt. Das Buch erzählt, wie dieses Unterfangen immer größere Ausmaße annimmt, wie Nikolas diese Schwierigkeiten bewältigt und wie es dazu kam, dass heutzutage Eltern die Geschenke unter den Baum legen. Es hat mich sehr beeindruckt, wie der Autor eine Weihnachtsgeschichte erzählt hat, an die auch diejenigen glauben können, die wissen, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt, weil das Buch als Tatsachenbericht und nicht als Fantasy-Geschichte konzipiert ist.


    Obwohl mir die Geschichte insgesamt gut gefallen hat, gab es einzelne Aspekte, insbesondere am Anfang, die mich nicht restlos überzeugen konnten oder an die ich mich erst gewöhnen musste. Zum einen ist das der Name des Protagonisten: Nikolas. Es ist nicht die erste Weihnachtsgeschichte, die ich lese, in der der Protagonist Nikolas heißt. Und auch diesmal hatte ich am Anfang wieder Schwierigkeiten, mich daran zu erinnern, dass es in dem Buch um den Weihnachtsmann geht und nicht um den Nikolaus.

    Außerdem muss ich gestehen, dass mir die Geschichte an manchen Stellen fast schon zu traurig war. Nikolas muss sehr viel durchmachen in seinem Leben und das geht nicht spurlos an ihm vorbei. Teilweise wird er regelrecht depressiv und in diesen Momenten ging die märchenhafte Weihnachtsstimmung ziemlich verloren. Für mich ist die Advents- und Weihnachtszeit eigentlich immer eine fröhliche Zeit, in der ein Buch mit so vielen traurigen Momenten beinahe die Stimmung ein wenig verdirbt.


    Fazit

    Obwohl ich anfangs Schwierigkeiten mit dem Namen des Protagonisten hatte und mir das Buch an einigen Stellen fast schon zu traurig war, hat es mir gut gefallen. Es schlägt geschickt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sodass sich die Geschichte anfühlt wie echtes Zeitgeschehen. Dazu trägt auch bei, dass der Autor im Grunde auf Magie und dergleichen verzichtet und stattdessen eine Geschichte erzählt, die auch nach der Logik unserer Welt wirklich wahr sein könnte. „Wunder einer Winternacht“ erzählt eine Weihnachtsgeschichte, an die auch Erwachsene glauben können, und bekommt dafür vier Schreibfedern.

  10. Cover des Buches EVIL (ISBN: 9783453677005)
    Jack Ketchum

    EVIL

     (859)
    Aktuelle Rezension von: chipie2909

    Mein Schatz hat mir dieses Buch empfohlen und bevor ich damit gestartet bin, habe ich mir einige Rezension durchgelesen. Nicht nur einmal stand, dass die Welt dieses Buch nicht braucht und es einfach nur scheußlich ist. Diese Aussagen haben meine Neugierde aber einfach nur noch mehr entfacht. Doch um was geht es denn eigentlich in diesem Werk von Jack Ketchum?

    David genießt seine Kindheit mit seinen Freunden inmitten einer typisch amerikanischen Vorstadtidylle. Sie verbringen viel Zeit miteinander und vorallem bei seinem besten Freund fühlt er sich zuhause. Dort ziehen nach dem Tod ihre Eltern die Schwestern Meg und Susan ein, ihre Tante Ruth hat für die beiden das Sorgerecht bekommen. Doch die schillernde Fassade lockt, denn Ruth beginnt, die beiden Mädchen ganz nach ihren Methoden zu erziehen. Was anfangs noch als blöder Spaß scheint, wird schnell bestialisch. Denn nicht nur Ruth quält vor allem Meg, nein, auch ihre drei Söhne foltern das 16jährige Mädchen. Und wäre das nicht genug, steigen auch noch einige Jugendliche in bestialische Aktivitäten ein.

    Mein Eindruck vom Buch:

    Heftig! Einfach nur heftig! Jack Ketchum erzählt die Geschichte aus Sicht von David und er hat ein wahres Talent, sehr detailgetreu die Folterungen von Ruth und ihren Anhängern zu beschreiben. Mir stockte so oft der Atem, da ich kaum glauben konnte, dass diese Story wirklich auf eine wahre Begebenheit beruht. 1965 wurde in Indianapolis die 16jährige Sylvia Likens von ihrer Ziehmutter Gertrude Baniszewski und zwei ihrer Stiefgeschwister brutal zu Tode geopfert. Mit diesem Hintergrund berührt die Geschichte von Meg natürlich umso mehr. Es ist einfach unvorstellbar, wie grausam Menschen sein können. Aber nicht nur die Folterer haben mich schockiert. Nein, auch die Tatsache, dass in der ganzen Straße bekannt war, dass im Haus von Ruth etwas Schreckliches passiert und jeder einfach nur weggesehen hat. Unglaublich!! Somit wurden so viele Menschen Mittäter. Und auch die Brutalität der Jugendlichen ist unfassbar.

    Mein Fazit:

    Mit diesem Buch verliert man so ein bißchen den Glauben an das Gute im Menschen. Dennoch kann ich mich den Meinungen, dass dieses Buch „unnötig“ sei, definitiv nicht anschließen. Im Gegenteil, ich finde dieses Buch unheimlich wichtig! Es zeigt auf, dass man auch mal über seinen Tellerrand schauen und für das Gute kämpfen sollte. In Gedenken an Sylvia Likens.

  11. Cover des Buches Winterbienen (ISBN: 9783406739637)
    Norbert Scheuer

    Winterbienen

     (84)
    Aktuelle Rezension von: ysmn

    Natur und Krieg. Bienen und Menschen. Leben und Tod.

    All dies verwebt Norbert Scheuer auf großartige und einfühlsame Weise in seinem Roman „Winterbienen“. Er erzählt in Tagebuchform über das Leben des Imkers Egidius Arimond in der Eifel, der während des Zweiten Weltkriegs Juden in seinen Bienenstöcken bis zur belgischen Grenze schmuggelt. Das Fortschreiten des Krieges, die Frauengeschichten des Protagonisten und seine Epilepsie, die immer schlimmer wird, weil er sich keine Medikamente mehr besorgen kann und schließlich die zunehmend gefährlicher werdenden Fahrten mit den Flüchtlingen führen dazu, dass die Situation beklemmender und bedrückender wird.

    Bevor die Geschichte jedoch an Rasanz zunimmt, gelingt es Scheuer, über den Krieg, der „doch immerzu anwesend [ist]; ein schrecklicher Dämon, der seit Menschengedenken existiert, versteckt in einem Winkel lauert und jederzeit unerwartet hervorkommen kann, um blindwütig die Natur und ihre Kreaturen zu schänden”, eindrücklich zu erzählen. Denn er stellt ihn dem Leben der Bienen und ihrem Rhythmus gegenüber, verbindet beides sprachlich miteinander und schafft so einen Kontrast, aber auch ein Nebeneinander.
    Einerseits sind die Bienen untrennbar mit den Schrecken des Krieges verbunden und beschützen nicht nur die Flüchtlinge in den Bienenkästen, indem sie sich wie eine Traube um die Menschen legen, sondern auch die Notizen Egidius’ und eine Notration seines Medikaments, die in den Kästen der Bienen sicher aufgehoben sind. Auf einer metaphorischen Ebene lassen sich außerdem die abstürzenden Flugzeuge, die an der Front gefallenen Soldaten, von denen lediglich die Särge den Weg zurück in die Eifel finden, mit einer Krankheit vergleichen, die die Bienen ihres Orientierungssinns beraubt. Sie finden nicht mehr in den Stock zurück und sterben. Ein anderes Bild sind die Menschen im Bunker, die sich wie ein Bienenschwarm zusammenfinden: „Im hintersten Winkel des großen Bunkers in der Bahnhofstraße hängt der ganze Ort gleichsam wie eine zitternde Menschentraube zusammen.”
    Andererseits aber, stehen die Bienen in ihrem Verhalten für all das, was der Krieg nicht ist. Sie arbeiten zusammen, sorgen besonders im Winter füreinander und verteilen “Wärme im Staat”, damit die Larven nicht erfrieren, während der Krieg Hass und Kälte im von menschlicher Hand geführten Staat verteilt. Der ewige Rhythmus der Bienen stellt sich dem Hass, dem Töten und der Zerstörung gegenüber. Sie bleiben vom Krieg unberührt: „Der Lärm der Angriffe scheint den Bienen nichts auszumachen; sie leben in einer anderen, wie es scheint, friedlichen Welt, sie interessiert der Krieg nicht.” Erst als Soldaten auf die Bienenstöcke schießen und diese mutwillig zerstören, hält der Krieg der Menschen selbst in der Bienenwelt Einzug.

    Scheuers Roman ist wie der Tanz der Bienen, wie ihr „Sprachballett”. Er wird den Schrecken des Kriegs gerecht und schafft es gleichzeitig, dass diese nicht die Überhand gewinnen. Er bahnt sich erzählerisch einen Weg durch das Jahr 1944, indem er die Innenansichten des Protagonisten, historische Fragmente, Naturbeschreibungen der Eifellandschaft und den Rhythmus und das Leben der Bienen zu einem Gesamtbild verknüpft. Nicht zuletzt hat Scheuer Egidius Arimond mit diesem Roman ein ihm würdiges Denkmal gesetzt.

    Ein absolut lesenswertes Buch!

  12. Cover des Buches Das Genie (ISBN: 9783257069983)
    Klaus Cäsar Zehrer

    Das Genie

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher

    Es ist Anfang 20. Jahrhunderts: William James Sidis wird als Wunderkind gefeiert und ist somit das beste Beispiel dafür, dass die einst für William erfundene "Sidis-Methode" seines Vaters funktioniert. Dieser hat seinen Sohn von Geburt an mit einem bestimmten Lernprogramm erzogen mit der Absicht aus ihm ein Genie zu machen. 

    Doch nach und nach wird deutlich, dass es für so ein noch die dargewesenen Genies keinen richtigen Platz in der Gesellschaft gibt. William wird erwachsen und eckt durch seine nicht erlernten sozialen Kompetenzen an. Er bricht mit seinen Eltern und der Vergangenheit und beschließt seine Intelligenz nicht mehr der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. 

    Ich wollte dieses Buch eigentlich schon länger lesen, war aber immer von dem Umfang und die doch recht eng bedruckten Seiten abgeschreckt. Ebenso dachte ich, dass dieses Buch von Schreibstil auch anspruchsvoll sei, weswegen ich immer den richtigen Moment gesucht habe.

    Anfang Dezember habe ich mich dann getraut und ich muss sagen: ich hätte es viel früher tun sollen. Dieser Roman hat mich einfach gepackt.

    Vorab: der Schreibstil ist super zugänglich und die Leser:innen können die Geschichte leicht verstehen. Sie ist sehr spannend geschrieben, sodass man immer wissen möchte, wie es weiter geht.

    Die Leser:innen begleiten William von Anfang an bis zum Ende, weswegen es auch schwer ist, eine Inhaltsangabe zu geben. Ich kann nur nochmal sagen: lest es selbst. 

    Es ist zum Einen eine sehr gute Coming-of-Age Geschichte eines Jungens, der seit seiner Kindheit geprägt wurde und nie seinen freie Persönlichkeit entwickeln konnte. 

    Zum Anderen ist es auch ein Gesellschaftsroman, denn William erlebt die zwei Weltkrieges und viele historische Ereignisse zwischendurch und sieht, wie die Gesellschaft von militärische Gewalt, Ausbeutung geprägt ist. 

    Der Roman zeigt, was passieren kann, wenn man seinen Prinzipien treu bleibt und keine Kompromisse eingeht und stellt sich die Frage inwiefern man sich den Strukturen beugen sollte, um ein gutes Leben zu führen oder was überhaupt die Definition eines guten Lebens ist. 

    William ist hierbei eine tragische Figur, die man einerseits sehr lieb gewinnt, andererseits wach rütteln möchte, ihn aber gleichzeitig für seine Standhaftigkeit bewundert. 

    Dieses Buch berührt! 

    Scheut euch nicht und LEST ES!

     


  13. Cover des Buches Zwei Handvoll Leben (ISBN: 9783426282106)
    Katharina Fuchs

    Zwei Handvoll Leben

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Charlotte_1

    Schreibstil: flüssig und schlicht, Präteritum, auktoriale Erzählperspektive

    Meine Meinung: In alternierenden Kapiteln folgt der Leser Anna und Charlotte auf ihren Lebenswegen, die durch zwei Weltkriege mit vielen Stolpersteinen, Entbehrungen und verlorenen Lieben führen, bis in die 50er Jahre, wo sie sich durch die Vermählung ihrer Kinder kennenlernen. Dabei werden die Kriege nicht in den Vordergrund gerückt, sondern dienen als geschichtliche Kulisse, vor der sich die Protagonistinnen entwickeln. Geschickt webt die Autorin in jedes Kapitel einen Konflikt und/oder Cliffhanger, der die Neugier nach der Fortsetzung des jeweiligen Erzählstrangs weckt. Die Charaktere der Hauptfiguren sind für mich gut greifbar, wohingegen andere Figuren eindimensional bleiben. So werden immer wieder die herzförmigen Lippen und blauen Augen der weiblichen Feltins (Charlottes Familie) betont, aber Charaktereigenschaften werden nicht beleuchtet. Hin und wieder stolpere ich über schnelle Perpektivwechsel innerhalb eines Absatzes, z. B. zwischen Anna und Erich auf S. 63/64 und hätte eine bildhaftere Sprache durch rhetorische Stilmittel statt dieser sehr schlichten Sprache begrüßt.

    Fazit: Berührende Geschichte zweier Frauen vor der Kulisse der 1. Hälfte des 20. Jahrhundert 

    Empfehlung an Leser, die gern biografische Romane und/oder Familiensagas lesen

     

  14. Cover des Buches Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen (ISBN: 9783959670845)
    Margot Lee Shetterly

    Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Veranlassen Sie, dass das Mädchen die Zahlen prüft«, sagte der Astronaut. Wenn sie nichts zu beanstanden hätte, wäre er startbereit.

     

    Februar 1962. John Glenn ist perfekt auf seine Mission vorbereitet. Aber kurz vor dem Countdown stellt er eine Bedingung. Er steigt erst ein, wenn Katherine Johnson die Berechnungen des IBM-Computers allesamt von Hand nachgerechnet hat.

     

    Ich kenne die Aufnahmen aus dem Kontrollraum, die damals und in der Folgezeit in alle Welt übertragen wurden. Fasziniert starrte ich auf die konzentriert und wichtig aussehenden Männer und ahnte nicht, dass sich im Hintergrund, unbemerkt und von den Kameras unbeachtet, jemand so Wichtiges für die Mission aufhalten würde wie Katherine Johnson.

    Sie und zahlreiche weitere Frauen arbeiteten über Jahrzehnte hinweg im Hintergrund und leisteten unverzichtbare Arbeit. In diesem Buch erzählt Margot Lee Shetterly ihre Geschichte.

     

    Die Tochter eines NASA-Forschers wurde auf die Problematik aufmerksam, als ihr Vater ihr eines Tages von einer Nachbarin erzählte, die in Langley „als Computer gearbeitet“ hatte. Dem ersten Gespräch mit dieser Nachbarin folgten weitere Interviews und umfangreiche Recherchen. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend und sollte erzählt werden.

     

    Katherine Johnson war wie die Autorin Afroamerikanerin. Frauen im Allgemeinen hatten es schon schwer, sich im Beruf zu behaupten, aber mit einer nicht-weißen Hautfarbe waren die Probleme noch ungleich größer. Dabei war die Arbeit der „Mädchen“ in Langley und später bei der NASA, die je nach Hautfarbe „West-Computer“ oder „Ost-Computer“ genannt wurden, von Anfang an unverzichtbar. Zunächst mussten sie ran, weil kriegsbedingt die Männer fehlten, Amerika aber bei der Entwicklung von Flugzeugen ganz dringend einen Zahn zulegen musste bzw. wollte. Und als die Russen Jahre später bei der Eroberung des Weltraums die Nase vorn hatte, erkannte Amerika erneut, dass man es sich nicht leisten konnte, auf die tatkräftige Mitarbeit eines großen Teils der fähigen und kompetenten Bürger zu verzichten.

     

    Die Frauen, zum Teil hochqualifizierte Mathematikerinnen, rechneten tagein tagaus. Sie führten die kompliziertesten Berechnungen durch – und sie waren dabei sehr gut. Besser als viele der Ingenieure. Doch erst Mitte der 50er Jahre erhielten Rechnerinnen mit einem Abschluss in Mathematik den Titel Mathematikerinnen, Männer mit derselben Ausbildung führten ihn ganz selbstverständlich. Langleys erste Ingenieurin hatte sich 1939 einen Studienplatz gerichtlich erstreiten müssen und eine Frau, die einem Ingenieur zuarbeitete, konnte nicht damit rechnen, ihren Namen irgendwo in der fertigen Forschungsarbeit vorzufinden.

     

    Für viele Männer waren die Rechnerinnen nicht mehr als ein Stück „lebender Hardware“ und die afroamerikanischen mussten zusätzlich noch mit den Problemen leben, die die Rassentrennung mit sich brachte, zum Beispiel weit laufen, um die Toilette mit der Aufschrift „farbige Mädchen“ zu erreichen oder in der Cafeteria an dem Tisch mit der Kennzeichnung „farbige Computer“ sitzen.

     

    Sich da zu behaupten ist schwer. Sehr schwer. Umso bewundernswerter die Geschichte von beispielsweise Katherine Johnson, die die Zeitfenster für die ersten Astronauten berechnete, von Dorothy Vaughan, der ersten afroamerikanischen Abteilungsleiterin, oder von Mary Winston Jackson, die sich bis zur Ingenieurin durchbiss und dann jahrelang auf Fachkonferenzen nicht nur die einzige Frau, sondern auch noch die einzige schwarze Person war.

     

    Die Autorin hat ihr Buch randvoll mit Wissen gepackt. Wer den Film gesehen hat, zum Buch greift und normalerweise keine Sachbücher liest, könnte enttäuscht werden. Das hier ist kein Roman, auch eine Biografie darf man nicht erwarten. Im Wesentlichen wird die Geschichte der amerikanischen Luft- und Raumfahrt erzählt, mit einem Schwerpunkt auf der Mitarbeit der Frauen, die gleichzeitig unverzichtbar und immens wichtig war und doch fast immer nur im Hintergrund ablief.

     

    Ich muss gestehen, dass ich gerne noch mehr über die Frauen erfahren hätte. In Zwischenabschnitten stellt die Autorin einige von ihnen vor, erzählt etwas über ihr Leben, ihre Herkunft und die Probleme, mit denen sie zu kämpfen hatten. Allerdings führt sie gleichzeitig detailliert aus, woran gerade wie gearbeitet und geforscht wurde. Zudem beschreibt sie stets genau, wie sich die jeweils aktuelle Situation in der Problematik der Rassentrennung entwickelte. Das ist alles hochinteressant und wichtig, doch manches Mal wurden die Geschichten der Frauen so stark unterbrochen, dass sie in den Hintergrund gerieten. Das fand ich sehr schade, genau das sollte doch bei diesem Buch nicht geschehen. Ein wenig mehr Struktur wäre gut gewesen und vielleicht noch ein paar zusätzliche Seiten über die einzelnen Frauen, damit man ihnen beim Lesen noch näherkommen könnte. Diesen Frauen, die es schafften, Rassenschranken zu überwinden und die den Weg ebneten für unzählige weitere Frauen.

     

    Fazit: Sehr beeindruckende Lektüre, die Geschichte dieser starken Frauen fasziniert und sollte unbedingt weitererzählt werden.

     

    »Sagen Sie mir, wo der Mann landen soll, und ich sage Ihnen, an welcher Stelle ihr ihn losschicken müsst.«

  15. Cover des Buches Das Lachen und der Tod (ISBN: 9783896674647)
    Pieter Webeling

    Das Lachen und der Tod

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Schneewittchen95

    "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling dreht sich um den Komiker Ernst Hoffmann, der zu Beginn des Buchs in ein Konzentrationslager transportiert wird. Auf diesem Weg verliebt er sich. Diese Liebe wird ihn durch sein wechselhaftes Schicksal im Lager begleiten, genauso wie sein Humor.

    Zunächst denkt man vielleicht, Komik ist in Bezug auf ein solches Thema makaber. Der Autor hat es damit aber geschafft, die Grausamkeit und Absurdität im Lageralltag einprägsam abzubilden. Das Buch hat mich wirklich berührt und mir gezeigt, wie Menschen unvorstellbare Bedingungen und Ängste überleben können.

    Ein außerordentlich lehrreiches Buch. Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung!

  16. Cover des Buches Schuld (ISBN: 9783442714971)
    Ferdinand von Schirach

    Schuld

     (500)
    Aktuelle Rezension von: Speckelfe

    Nach den beiden anderen Büchern dieser Art von  Ferdinand von Schirach, habe ich gleich im Anschluss auch diesen Band gelesen und war wie erwartet auch hiervon begeistert. 

    Liest sich sehr angenehm, spannend, fesselnd, nachdenklich machend.

  17. Cover des Buches Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr... (ISBN: 9783404608850)
    Per J. Andersson

    Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr...

     (188)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    P. K. Mahanandia (auch Pikay Mahanandia, eigentlich Pradyumna Kumar Mahanandia) ist ein in Indien geborener „Unberührbarer“. Das bedeutet soviel, dass er keiner Kaste angehört und somit in dessen Glaubensrichtung nichts wert ist. Doch diesem Schicksal möchte er sich nicht beugen. Er überredet seine Eltern, an eine Schule gehen zu dürfen, doch sein Lehrer und seine Klassenkameraden behandeln ihn trotz des politischen Wandels als Aussätzigen. Als er alt genug war und selbst entscheiden wollte, was er mit seinem Leben anfangen möchte, versuchte er sein Glück in Indien Hauptstadt Neu Delhi. Er war ein begabter Künstler und erhielt einen Studienplatz an einer guten Hochschule. Doch auch hier wurden ihm Steine in den Weg gelegt, denn das Geld reichte manchmal nicht mal für einen Schlafplatz. Um sich wenigstens ein paar Münzen zu verdienen, begann Pikay Portraits zu malen – mitten auf der Straße und erlangte so Anerkennung und Ruhm. Zu seinen Kunden zählten sich auch bald Adlige und Politiker.

    So traf er auch die Schwedin Charlotte von Schedvin (Lotta genannt), die sich schon als Kind für Indien interessierte und als sie alt genug war eine Reise gemeinsam mit ein paar Freunden antrat. Pikay und Lotta treffen sich ein paar Mal und genießen ihre gemeinsame Zeit und so verliebten sie sich ineinander. Doch als Lotta wieder abreisen muss, ist der Schmerz groß. Sie versprechen, dass sie in Briefkontakt bleiben und Lotta im Sommer zurück nach Indien kommen wird. Doch als dieser Plan nicht aufgeht, beschließt Pikay mit einem Fahrrad bewaffnet die lange Reise von Neu Delhi bis nach Boras (Lottas Heimatstadt) in Schweden anzutreten.

    Welche Strapazen, Rückschläge und Gefühlsausbrüche ihn auf diesem Weg begleiten, kannst du in dieser Biografie über Politik, Liebe und scheinbar unüberbrückbarer Probleme erfahren.

    Tatsächlich hatte ich mir das Buch etwas anders vorgestellt. Die Kindheit und Jugend und all die Strapazen, die Pikay vor seinem Entschluss, erlebte waren sehr ausführlich und nehmen einen großen Teil der Story ein. Es ging also bis über die Hälfte des Buches überhaupt nicht um die Reise selbst und das verwirrte mich etwas. Trotzdem bin ich total begeistert von diesem Buch. Es war die erste Biografie, die ich gelesen habe und ich freue mich, dass meine Wahl auf Pikays Geschichte gefallen ist.

    Es wurden Grenzen überwunden, große Taten vollbracht und definitiv Geschichte geschrieben. Ein ganz großer Liebesbeweis. Ich muss trotzdem ein Herz abziehen, da meiner Meinung nach die Gefühle der Protagonisten nicht so richtig zum Vorschein kamen. Lotta wirkte teilweise unterkühlt und ich hatte sogar ab und zu das Gefühl, dass sie ihn nicht so sehr liebte und seine Reise nur wenig unterstützte. Das nahm mir zwischendurch ein bisschen den Glauben an diese grandiose Geschichte der wahren Liebe. Letztendlich aber ein Buch, welches ich definitiv weiter empfehlen möchte.

  18. Cover des Buches Schloss aus Glas (Filmausgabe) (ISBN: 9783453359680)
    Jeannette Walls

    Schloss aus Glas (Filmausgabe)

     (528)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Die guten Rezensionen zu Jeannette Walls‘ Schloss aus Glas kann ich nur der Tatsache zuschreiben, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, was natürlich immer einen gewissen Reiz ausübt.

    Genauer gesagt, handelt es sich um ihre eigene unkonventionelle Vergangenheit. Was immer wieder als Abenteuer dargestellt wird, macht mich zusehends fassungslos. Als Mutter zweier kleiner Kinder kann ich Walls‘ Eltern nicht verstehen. Für mich ist das eher Zeugnis einer zunehmenden Vernachlässigung als eine Abenteuergeschichte. Die teilweise verklärt romantisierte Sichtweise auf die Kindheit und die Eltern kann ich kaum nachvollziehen.

    Die Geschehnisse werden chronologisch als einzelne Episoden aneinandergereiht. Hier sehe ich eine große Schwäche des Buchs. Es kommt selten Spannung auf. Die Kapitel plätschern so vor sich hin und weisen Längen auf.

    Eine zweite große Schwäche sehe ich in der Nüchternheit, zum Teil gar Teilnahmslosigkeit mit der die teils dramatischen Ereignisse, wie Missbrauch, Hunger etc. geschildert und scheinbar hingenommen werden. Hier fehlt mir definitiv der Tiefgang.

    Insgesamt ist der Roman kein literarisches Glanzstück. Die Sprache ist einfach, teilweise, als wäre es von der jungen Jeanette Walls damals selbst geschrieben. Von einer langjährigen Journalistin hätte ich mir gerade da etwas mehr erwartet.

    Die Geschichte an sich ist durchaus interessant, zumal man sich solche Zustände schwer vorstellen kann, aber literarisch finde ich das Buch viel zu schwach.

  19. Cover des Buches So, und jetzt kommst du (ISBN: 9783608503692)
    Arno Frank

    So, und jetzt kommst du

     (81)
    Aktuelle Rezension von: thorstendoerp

    Mit "So, und jetzt kommst du" legt Arno Frank einen Roman hin, der einen mit dem ersten Satz auf die Reise nimmt.


    Es ist nicht nur die Geschichte, die einen sofort in den Bann zieht, sondern auch die Art und Weise, wie der Autor Worte und Sätze zu Bildern umwandelt: der Roman ist dabei wie eine liebevolle Umarmung. Schöner und eindringlicher kann man Buchstaben kaum aneinander setzen...

  20. Cover des Buches Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete (ISBN: 9783458178804)
    Sharon Cameron

    Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Weltentraeumer_1

    Ein Thema, an dass erinnert werden muss und eine  dramatische und heldenhafte Lebensgeschichte, die erzählt werden will zusammengefasst mit genau den richtigen Worten findet man in diesem Buch.

  21. Cover des Buches alias Grace (ISBN: 9783492313476)
    Margaret Atwood

    alias Grace

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Pantoffeltier

    Ende des 19. Jahrhunderts bewegt das Schicksal der Grace Marks die Gemüter. Im Alter von 16 Jahren wurde sie der Mithilfe am Mord ihres Dienstherren und dessen Haushälterin verdächtigt. Die Todesstrafe wird im letzten Moment in lebenslange Haft umgewandelt, obwohl die Umstände der Morde alles andere als klar sind..

    Der Nervenarzt Simon Jordan versucht Licht in die Sache zu bringen.

    Ist sie eine kaltblütige Mörderin? Verführte sie ihren Komplizen? Ist sie selbst unschuldiges Opfer des wahren Mörders? Ist sie psychisch krank oder spielt sie nur die Wahnsinnige?

    Margret Atwood legt trotz des Themas keinen klassischen Kriminalroman vor. Es geht nicht so sehr darum, was wirklich passiert ist, als um eine Darstellung der Gesellschaft und des Menschenbildes des 19. Jahrhunderts.

    Atwood verzichtet auf Dramatisierungen und Romantisierung. Sie bemüht sich um ein lebendiges und detailliertes Bild der Zeit, angereichert mit Zitaten aus Gerichtsprotokollen und literarischen Bearbeitungen des Themas. Es geht nicht nurn um den Mord, sondern auch die Geschichte der Erforschung und Therapie von Geisteskrankheiten, die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, die Situation von Bediensteten. Man kann sich gut in Graces Lage hineinfühlen auch wenn ihre Handlungen nicht immer nachzuvollziehen sind. Zugleich blickt man aus der Sicht des behandelnden Arztes Simon auf Grace. Es gibt kaum schwarz und weiß, stattdessen gibt es sehr viele Schattierungen von grau. Es gibt durchaus Längen und am Ende entzieht sich die Autorin auf unbefriedigende Weise der Notwendigkeit sich endgültig festlegegen zu müssen, aber dafür entschädigt die wunderbar atmosphärische Darstellung.

    Im Anhang geht Atwood auf die realen Hintergründe und ihre Quellen ein. Mir hat sehr gut gefallen, dass sie auf Unklarheiten eingeht, ohne eine Lösung zu präsentieren. Ein sehr eindrückliches, intensives Leseerlebnis.

    4,5 Sterne

  22. Cover des Buches Schamlos (ISBN: 9783522305211)
    Amina Bile

    Schamlos

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Um mit dem Positiven anzufangen:
    Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Allein das Cover ist schon ein Traum und auch innen ist die Aufmachung sehr hübsch. Die Seiten haben verschiedene Fareben, es gibt viele Bilder, das Layout ist ansprechend und auf einer Doppelseite kann man sogar selbst etwas schreiben. Allerdings führt diese Aufmachung auch dazu, dass weniger drin steht als man vielleicht von einem Buch mit knapp 160 Seiten erwartet.

    Um meine Bewertung einordnen zu können:
    Ich habe keinen muslimischen oder dementsprechend kulturellen Hintergrund. Ich habe das Buch gelesen, um einen Einblick in diese Lebensweise und die Kultur zu bekommen.

    Ich finde an dem Buch schwierig, dass es zwischen sehr oberflächlich und allgemein und plötzlich sehr politisch schwankt. Vieles wusste man schon, anderes war ein Wust an politischen Begriffen, für die man viel Vorwissen braucht, um zu folgen. Dadurch kann ich das Buch weder als wirklichen Einstieg in die Thematik noch als Vertiefung empfehlen.

    Die Geschichten sind leider sehr kurz (1 bis maximal 2 Seiten), den Großteil des Inhalts füllen Gespräche der drei Frauen über die jeweilige Kurzgeschichte. Dabei bleibt mir die Diskussion oft zu abstrakt und es werden Phrasen genannt (sozialle Kontrolle, Patriarchat, Slutshaming), ohne dass es wirklich konkret wird. Inhaltlich fand ich es daher etwas dürftig und hatte mit mehr gerechnet.

    Vielleicht ist das Buch eher etwas, für muslimische Menschen oder Menschen mit einem ähnlichen kulturellen Kontext wie die drei, die sich in den Erzählungen wiederfinden können. Mich konnte es leider nicht wirklich abholen.

  23. Cover des Buches Heart. Beat. Love. (ISBN: 9783423761529)
    James Patterson

    Heart. Beat. Love.

     (386)
    Aktuelle Rezension von: tienea

    Kurz vor ihrer Abschlussprüfung und scheinbar aus heiteren Himmel schlägt Axi ihrem besten Freund Robinson einen spontanen Trip quer durch die USA vor. Und Robinson macht mit - doch er spielt das Spiel nach seinen Regeln und verwandelt die Reise in ein verwegenes Abenteuer: Statt mit dem Greyhoundbus düsen die beiden auf einer geklauten Harley los, übernachten unter freiem Himmel, in billigen Motels und schwimmen in Privatpools - und immer wieder fragt sich Axi, wann, zum Teufel, aus ihrer Freundschaft endlich mehr wird. Doch dann, eines Morgens, holt das Schicksal sie ein....


    Heart. Beat. Love. ist wirklich ein unglaublich schön geschriebener Liebes- bzw. Jugendroman. Er ist ziemlich flüssig geschrieben, wodurch ich ihn einfach nicht aus der Hand legen konnte und an einem Stück durchgelesen habe.

     Ich fand es interessant, dass man direkt in die Geschichte eingeführt wurde, ohne besonders viel Hintergrund wissen. Ich konnte mir sowohl Axi, als auch Robinson direkt vorstellen, wie ihre Art und Persönlichkeit ist, da die beiden meiner Meinung nach so lebhaft beschrieben wurden.

    Besonders gut fand ich auch, dass vor allem Axi trotz der vielen Gesetze die die beiden gebrochen haben, bei jedem Diebstahl immer noch ein schlechtes gewissen hatte und dies immer noch nicht guthieß. Ich fand es auch echt schön, dass die beiden zum einen zumindest bei der Harley einen Brief für den Besitzer zurückgelassen haben und zum anderen einigen der Fahrzeuge auch Namen gegeben haben.

    Wie die Entwicklungen ab dem zweiten Teil weitergingen hat mich in dem Moment total überrascht, da ich dies einfach nicht vermutet hätte. Ich habe mir zwar auch Gedanken darüber gemacht, wie die beiden sich kennengelernt habe, jedoch habe ich damit nicht gerechnet gehabt. Aber gerade deshalb hat mich das Ende wirklich sehr berührt und die Geschichte zu etwas ganz besonderem gemacht.

    Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen, da es einen wirklich in seinen Bann hält und einmal mit Axi und Robinson quer durch die USA zieht.

  24. Cover des Buches Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand (ISBN: 9783462051148)
    Glenn Dixon

    Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    In Verona soll ja Romeo und Julia vor langer Zeit mal in echt stattgefunden haben. Laut dem Buch ist die Stadt darum beinahe ein Pilgerort für die Verliebten dieser Welt. Und wer nicht persönlich vorbeigehen kann, der kann einen Brief an Julia schreiben. Der Club der Julias sind ein paar Menschen, die es sich zu Aufgabe gemacht haben, all diese Briefe zu beantworten, die in guter Absicht von der ganzen Welt nach Verona geschickt werden. Eine Herculesaufgabe, der sich auch unser Protagonist Glenn anschließt, seines Zeichens Lehrer an einer kanadischen Highschool, wo er jährlich Shakespeares Romeo und Julia durchnehmen muss. Ach, und er hat auch ein gebrochenes Herz.

    Jedenfalls ist diese leichte Lektüre  eine wunderbare Lovestory angesiedelt in einer wunderschönen Stadt. Mehr kann man nicht sagen, einfach lesen und entspannen.


    Fazit: Lesen und entspannen.

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