Bücher mit dem Tag "wall street"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "wall street" gekennzeichnet haben.

26 Bücher

  1. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783462312065)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

    (430)
    Aktuelle Rezension von: KlausEffing

    Das Buch American Psycho von Bret Easton Ellis (ca. 550 Seiten, erschienen erstmals 1991) ist keine literarisch leichte Kost. Patrick Bateman, der Protagonist, ist ein reicher Yuppie (das Wort wird heute kaum noch genutzt) in den 80ern – gutaussehend, stilbewusst, scheinbar erfolgreich. Doch hinter dieser perfekten Fassade verbirgt sich ein Abgrund aus Leere, Gewalt und Wahnsinn. 

    Was mir besonders auffiel: Die endlosen Beschreibungen seiner Kleidung, seiner sexuellen Eskapaden und brutalen Morde wirken monoton, fast ermüdend – und genau darin liegt vielleicht der Punkt. Batemans Leben ist trotz Luxus und Exzess erschreckend langweilig und sinnentleert. Von seiner eigentlichen Arbeit erfährt man fast nichts – er scheint vielmehr ein gelangweilter Sohn reicher Eltern zu sein, der sich in Oberflächlichkeiten, Statussymbolen und „angesagten“ Restaurants verliert. Die Frage bleibt offen: Wie viel von den Morden und Ausschweifungen ist real, wie viel vielleicht reine Fiktion oder Wahn? Ellis lässt uns im Unklaren – und genau das macht die Lektüre so verstörend.

    Mein Fazit: American Psycho ist schwer verdaulich, aber literarisch spannend. Eine radikale Kritik an Konsum, Männlichkeitsbildern und einer Gesellschaft, die an Oberflächlichkeiten erstickt.

    Der Roman wurde 2000 eindrucksvoll mit Christian Bale verfilmt – die Adaption gilt zu Recht als eine der besten Literaturverfilmungen der frühen 2000er.

    Triggerwarnung: explizite Gewalt, Misogynie und sexuelle Inhalte

  2. Cover des Buches King of New York (ISBN: 9783736306929)
    Louise Bay

    King of New York

    (253)
    Aktuelle Rezension von: Ramona_H

    Harper hat es bisher im Leben nicht leicht gehabt. Sie hat zwar einen äußerst vermögenden Vater, der sich aber nicht für seine Tochter zu interessieren scheint. Sie kennt ihn immer als abwesend und dass er seine Versäumnisse mit Geld wieder gut macht. Deswegen ist es für sie nicht überraschend, dass er ihr, entgegen ihren drei Stiefbrüdern, keinen Job in seinem großen Unternehmen anbietet. Harper kämpft sich alleine durch und beginnt bei Max King, dem New Yorker Topunternehmer an zu arbeiten. 

    Recht schnell ist auch Sex im Spiel. Max hatte jedoch noch nie eine ernsthafte Beziehung. Harper hingegen lässt die Männer auch nicht besonders nahe an sich ran, da sie bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht hat. 

    Durch viele Missverständnisse beruflicher wie auch privater Art ist es zwischen den beiden immer ein Hin und ein Her. Obwohl dem Leser schnell klar ist, dass die beiden zusammengehören. 

    Doch lässt sich das wirklich vereinbaren? Vor allem wenn Max ein großes Ziel hat: Der Geschäftspartner von Harpers Vater zu werden... 


    Ein gelungener, leicht zu lesender Auftakt zu einer Reihe.

  3. Cover des Buches Kleine Feuer überall (ISBN: B07CZ2TQPC)
    Celeste Ng

    Kleine Feuer überall

    (46)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Hinter manch schicker Hausfassade und Bewohnern mit demonstrativ symbolisch vor sich her getragener moralischer Monstranz verbirgt sich eine Scheinheiligkeit, die vor allem eigenes Versagen kaschieren soll. Der Finger zeigt immer auf die anderen. Selbst ist man gut situiert, sozial engagiert und gefühlt selbstverantwortungsbefreit.

    Mia und und ihre 15jährige Pearl lassen sich ausgerechnet in dieser gutbürgerlichen Umgebung nieder nach vielen Jahren des Umherziehens, schnellem Zeltbraus und Kontaktabbrüchen. Doch dem Schein nach, haben Sie nun Anschluss an eine Familie gefunden, die ihnen eine neue Heimat bieten möchte und sie zunächst mit offenen Armen empfängt.

    Doch auch Mia hat eine zum Teil unrühmliche Vergangenheit, die sie wieder einholt, obwohl sie eigentlich moralisch nicht so verwerflich gehandelt hat. Der Stein kommt ins Rollen, als ihre asiatische Arbeitskollegin ihr kleines Baby aus Überforderung vor einer Feuerwache ablegt und sie zu deren 1jährigen Geburtstag eingeladen wird. Denn die zukünftigen Adoptiveltern sind auch obengenannter Schicht zuzurechnen und mit der Wohnungsgeberin eng befreundet.

    Es brauchte nicht lange, um von dieser außergewöhnlichen Geschichte gefangen zu werden. Zum Schluss hin konnte ich gar nicht mehr aufhören weiter zu hören. Britta Steffenhagen verleiht mit ihrer unbeschwerten und sehr jugendlich klingenden Stimme dem Hörbuch eine gewisse Leichtigkeit und Frische, trotz zum Teil schwerer Themen.

    Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung mit über 11 Stunden Laufzeit.


    Fazit: packender als die meisten Krimis und Thriller, absolut empfehlenswert, 5 Sterne mit *

  4. Cover des Buches All for You – Sehnsucht (ISBN: 9783736305885)
    Meredith Wild

    All for You – Sehnsucht

    (179)
    Aktuelle Rezension von: Reading_Love

    ~ KLAPPENTEXT ~
    Du bist für mich - das Gute, das Schlechte und jeder einzelne Augenblick dazwischen.
    Als Maya Jacobs und Cameron Bridge sich nach fünf Jahren zum ersten Mal wieder begegnen, ist es, als ob die Welt um sie herum zum Stillstand kommt. Damals waren sie ein Paar gewesen, verliebt und so glücklich. Aber als Cameron um Mayas Hand anhielt, musste sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen - und Nein sagen. Als sie sich jetzt erneut gegenüber stehen, sind die Gefühle von damals augenblicklich wieder da. Und auch die Leidenschaft. Doch kann es für ihre Liebe eine zweite Chance geben, wenn ihre gemeinsame Vergangenheit so voller Schmerz ist?

    ~ AUTORIN ~
    Meredith Wild wurde 1982 in den USA geboren. Sie arbeitete zehn Jahre als Unternehmerin in der Technikbranche und nutzte dieses Wissen auch, um ihren Debütroman "Hardwired" online zu vermarkten. Mit der Hard-Reihe eroberte sie 2013 die New York Times- und USA Today-Bestsellerliste. 2014 gründete Wild ihr eigenes Imprint, Waterhouse Press und veröffentlicht nun auch selbst Bestsellerautoren. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern in New Hampshire und ist bekennender Technik-Fan, Whiskey-Liebhaber und natürlich hoffnungslos romantisch

    ~ MEINUNG/ FAZIT ~
    Ein ganz lieber Dank geht hier an LYX bzw. an die Bastei Lübbe AG für die tolle Leserunde und das ich natürlich dabei sein durfte!
    Ein schönes schlichtes Cover ziert das Buch. Und wie ich finde, verleiht der goldene Rahmen und Schriftzug mit dem Schlängel muster das gewisse Extra.
    Meredith Wild ist für mich auch wieder eine neue Feder. Für mich sogar eine sehr angenehme. Ihr Schreibstil ist schön luftig aber auch sehr intensiv, sodass man Emotionen und Spannungen als Leser direkt spürt. Auch hat sich die Geschichte nicht unnötig in die Länge gezogen. Die beiden Hauptprotagonisten Cameron und Maya waren sehr detailliert und vor allem intensiv beschrieben. Von den anderen hätte ich mir etwas mehr gewünscht, es wäre mit Sicherheit ganz interessant gewesen.
    Aber auch Cameron und Maya waren nicht ganz fehlerfrei. Ich mochte beide sehr gern, aber Cameron war mir stellenweise zu besitzergreifend, indem er Druck auf Maya ausgeübt hat, auch wenn es ihm in der handelnden Situation gerade vielleicht nicht bewusst war. Der Geduldsfaden hätte hier noch etwas gezähmt werden können. Na ja und Maya war etwas anstrengend, wie ich finde. Eine Schutzmauer ist das eine, aber nicht zu wissen was man wirklich will und hin und her Spielchen spielen das andere. Dazu kommt, dass Maya die ganze Zeit eher die zurückgezogene Person war und urplötzlich holte sie dann aus, womit ich persönlich eher weniger gerechnet habe. Einerseits fand ich, die stelle schon etwas überzogen, da der Kontrast zur eigentlichen Maya einfach zu hoch war. Andererseits fand ich es auch wieder gut, da es einem wieder mal zeigt, dass man nicht alles mit sich machen lassen muss.

    Ein tolles Buch mit einer sehr emotionalen Liebesgeschichte, trotz der kleinen überzogenen Stellen baut das Buch eine starke emotionale Bindung zum Leser auf und fesselt ihn. Für alle New-Adult Liebhaber genau die richtige Lektüre.
    Ich jedenfalls freue mich schon auf die nächsten Bände!

  5. Cover des Buches Der Honiganzeiger (ISBN: 9783749424573)
    Sibylle Barden-Fürchtenicht

    Der Honiganzeiger

    (15)
    Aktuelle Rezension von: SusanD

    2028. Die Europäische Vision gibt es nicht mehr; die EU ist aufgelöst, der Euro abgeschafft. Allein Geld regiert die Welt und ein paar mächtige Oligarchen teilen die Märkte unter sich auf; die Finanzmärkte brechen zusammen. Um Deutschland als souveränen Staat zu retten, schickt der Deutsche Kanzler den bisher erfolgreichen, aber unscheinbaren Diplomaten Till von Herlichingen auf eine Mission: Er soll beim Weltwirtschaftsforum in Davos, an der Wall Street in New York und im Casino Monte Carlo lernen, wird schließlich offizieller Botschafter in London - im Hintergrund immer beeinflusst von manipulativen Politikern, mörderischen Oligarchen und schönen Frauen - und muss sich schließlich selbst entscheiden, wie weit er gehen will.

    Sibylle Barden, Journalistin, Publizistin und mit eigenen Erfahrungen in der Deutschen Botschaft, verfügt über ein enormes Wissen und hat tiefschürfend recherchiert; somit ist sie in der Lage, viele Fakten und Hintergründe nachvollziehbar zu erklären. In "Der Honiganzeiger" entwirft sie ein erschreckendes Szenario von unserer Welt in nicht allzu ferner Zukunft, das den Leser aufrüttelt  und zum Nachdenken und Hinterfragen anregt. Alleine durch die geschilderten Möglichkeiten - und die zeitliche Nähe - bekommt dieses Buch eine gänsehauterregende Spannung. 

    Leider lässt sich diese Spannung nicht auf die Handlung um den Protagonisten Till von Herlichingen übertragen: Als Hauptperson bleibt er eher blass und unsympathisch und sein Tun ließ für mich einige Fragen aufkommen bis hin zu einem doch offenen, recht unbefriedigendem Ende.

    Durch die immer wieder auftauchenden realen Personen und das Zeitgeschehen bekommt der Roman noch eine weitere Brisanz, denn der Leser kann die Handlung nicht als reine Fiktion abtun.

    Lange Erklärungen über die Sachverhalte (die jedoch nie abgehoben sind) erinnern mehr an ein spannendes Sachbuch als an einen sich zuspitzenden Thriller und der Leser ist in seiner Aufmerksamkeit stark gefordert.
    Auch "Nebenkriegschauplätze" wie die Tatsache, dass der fiktive Kanzler nun endlich das Beamtentum abschaffen will, was aber einem politischen Selbstmord gleichkäme, nehmen viel Raum ein, der nichts mit dem eigentlichen Thriller zu tun hat.

    Für mich ist "Der Honiganzeiger" ein wichtiges Buch, das mich noch lange beschäftigt hat, das jedoch nicht das halten konnte, was ich mir von ihm versprochen hatte.

  6. Cover des Buches Im Rausch der Freiheit (ISBN: 9783641141516)
    Edward Rutherfurd

    Im Rausch der Freiheit

    (28)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Mit seinen 1.150 Seiten hat der bekannte Autor Edward Rutherfurd ein Werk über die Stadt New York erschaffen, das Seinesgleichen sucht. Mr. Rutherford ist bekannt für seine Bücher epischen Ausmaßes und hat bereits die Städte Dublin, Paris, Sarum (Salisbury) und London, sowie die Länder China und Russland in Buchform porträtiert. Mit „Im Rausch der Freiheit“ widmet er sich New York, welches in den Anfängen noch als New Amsterdam bekannt war. Während er selbstverständlich viele Fakten und geschichtliches Wissen einfließen lässt, versäumt er es nicht, diverse Familien in einem fiktionalen Teil zu begleiten, der das Buch weniger sperrig wirken lässt und ihm den berühmten „roten Faden“ beschert. Ich bin der Überzeugung, man sollte vor dem Genuss des Buchs ein gewisses Wissen über die USA mitbringen, ja vielleicht sogar eine gewisse Liebe dem Land gegenüber. Wer wie ich schon das Glück hatte, diese einmalige Stadt besuchen zu dürfen, wird besonders im späteren Teil des Buchs vieles wiedererkennen und vielleicht nun vieles besser verstehen. Während ich nach den ersten 100 Seiten eigentlich schon aufgeben wollte, freue ich mich doch sehr, dass ich mich selbst zum Weitermachen überreden konnte. Belohnt wurde ich mit einer fantastisch recherchierten und super fundierten Geschichte, deren Ende mir tatsächlich eine Gänsehaut verursachte und das mich sehr bewegt hat. Ich vergebe hier sehr gerne vier von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung an alle New York Liebhaber und die, dies noch werden wollen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Autor das Buch – wie schon bei der Dublin Saga – auf zwei Teile aufgeteilt hätte. So hat es mich doch fast ein wenig erschlagen. Wenn ich noch einen Wunsch frei hätte, würde ich mir ein Buch über Berlin aus der Feder des Autors wünschen habe jedoch Bedenken, dass sich Mr. Rutherfurd mit seinen inzwischen 77 Jahren nochmals zu solch einem Werk berufen fühlen möge. Ich bleibe gespannt!

  7. Cover des Buches Bad Boys, Bad Girls, Big Money (ISBN: 9783442547715)
    Michelle Miller

    Bad Boys, Bad Girls, Big Money

    (21)
    Aktuelle Rezension von: munamiriam
    Diese Geschichte war ziemlich kurios. Sie gibt dem Leser einen Blick hinter die Kulissen eines jungen IT-Unternehmens und das  geschäftige Geschehen an der Börse. Die Beschreibung des Unternehmens hat mich ein wenig an einen Hollywoodfilm über ein großes berühmtes Internet-Unternehmen (Suchmaschine) erinnert. Anfangs ist es eine verworrene, aber interessante Liebesgeschichte. Doch im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich zu einem Krimi. Ein wenig störend empfand ich beim Lesen, dass die Geschichte aus so vielen verschiedenen Perspektiven beschrieben wird.  
    Das Lesen dieser Story hat mich nachdenklich und vorsichtiger im Umgang mit meinen Daten im Netz gemacht. 
  8. Cover des Buches The Escape Game – Wer wird überleben? (ISBN: 9783492314794)
    Megan Goldin

    The Escape Game – Wer wird überleben?

    (86)
    Aktuelle Rezension von: rayless75

    Neugierig gemacht vom Titel „The Escape Game“ von Megan Goldin wurde ich erst mal überrascht, denn um ein Escape Game ging es nur am Rande. Viel mehr Raum nahm der Alltag in einem riesen Finanzunternehmen ein, die zwischenmenschliche Beziehung, wenn es um unvorstellbar viel Geld geht, Machtspiele, dabei sein um jeden Preis und Egoismus und Habsucht als Motivation für Verbrechen und eine gehörige Portion gut geplante Rache. Die Protagonistinnen Sarah und Lucy waren mir rasch sympathisch. Spannende Gedankengänge und ein angenehmer, klarer Schreibstil haben mich gut unterhalten, wenngleich manche Passagen etwas langatmig waren. Dies wurde aber dadurch wett gemacht, dass die beiden parallelen Handlungsstränge durchaus für Abwechslung gesorgt haben. Auch, wenn ich andere Erwartungen an den Titel hatte, war das Buch schnell und gut nebenbei zu lesen.

  9. Cover des Buches Ein Mann für alle Märkte (ISBN: 9783689320324)
  10. Cover des Buches Ausgehandelt (ISBN: B007JV9NS8)
    Andreas Adlon

    Ausgehandelt

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Marty270472
    Das Buch habe ich am Kindle gelesen. Bin zufällig auf das Buch gestossen. Teilweise sehr spannend, dann wieder etwas langatmig. Über das Traden wurde auch wenig erzählt, das hätte micht sehr interessiert. Mir sind auch die Sprünge zwischen den Ländern zu schnell gewesen. Drei Sterne
  11. Cover des Buches Stirb langsam, Jetzt erst recht (ISBN: 9783404137510)
    Wolfgang Hohlbein

    Stirb langsam, Jetzt erst recht

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Die Story zu John McClanes (Bruce Willis) drittem Abenteuer, zum Inhalt brauch ich wohl nicht allzu viel zu sagen: Ein Kaufhaus an der 5th Avenue in New York fliegt in die Luft, und der anonyme Bombenleger besteht in seinen mysteriösen Anrufen darauf, mit McClane eine Art perverses Katz-und-Maus-Spiel quer durch die Stadt zu veranstalten. Bald stellt sich heraus, daß der Oberfiesling ein Ostdeutscher (!!!) ist. Der Film wird mit seiner Handlung brav wiedergegeben, mit Literatur hat das Ganze nichts zu tun, aber John McClane is halt ne coole Socke.
  12. Cover des Buches Huge Deal (21 Wall Street Book 3) (English Edition) (ISBN: B07JF4S74B)
  13. Cover des Buches Hard Sell (21 Wall Street Book 2) (English Edition) (ISBN: B078XD3GXW)
  14. Cover des Buches Makers and Takers (ISBN: 9783864704383)
    Rana Foroohar

    Makers and Takers

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M
    Fordern kann man sicher viel, schwerer wird es allerdings, wenn man solche gut und richtig klingenden Forderungen auch durchsetzen will. Wie das nämlich gehen soll, weiß auch die Autorin nicht, zumal sie das Wesen dieser über viele Jahre gewachsenen Macht der Finanzwelt über die Realwirtschaft nicht versteht. Im Buch geht es vor allem um die kränkelnde US-Wirtschaft, die nicht nur unter den Auswirkungen der Globalisierung leidet, sondern auch durch die Wall Street kaputtgespielt wurde. Besonders diesen Teil der Geschichte beleuchtet die Autorin sehr gut. Auch wenn Rana Foroohar die eigentliche Ursache der von ihr beklagten Zustände nicht begreift, so kann man aus ihren Beschreibungen eine Menge lernen, unter anderem, dass Trumps "America first" allein die Sache nicht lösen wird. 


    Allerdings muss man sich dafür durch eine Menge Seiten quälen. Wenn Journalisten Bücher schreiben, dann gehen sie dabei selten wissenschaftlich vor. Vielmehr wollen sie Geschichten erzählen und das ganze Material ihrer "Recherche" nutzen. Zahlreiche Wiederholungen, viel zu viele unnötige und in vielen Geschichten versteckte Details und zu wenig wirkliche tiefergehende Einsichten zeichnen das Resultat einer solchen Herangehensweise aus. 


    Im Jahre 1919 kam es in der US-Rechtssprechung zu einem Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen. Vor dem Obersten Gericht Michigans standen sich der Mehrheitsaktionär Henry Ford von der Ford Motor Company und die Brüder Dodge gegenüber, ebenfalls Aktionäre von Ford. Die Ford Company saß auf einem angehäuften Kapital von  52 Millionen US-Dollar (heute 1,1 Milliarden US-Dollar wert). Ford wollte dieses Kapital in neue Werke investieren. Dagegen hatten die Dodge-Brüder geklagt. Sie forderten eine erheblich höhere Dividende, also eine Gewinnausschüttung statt der geplanten Investitionen. Und sie erhielten Recht. Fortan war damit klar, dass der hauptsächliche Auftrag von börsennotierten US-Unternehmen darin besteht, die Renditen der Aktionäre zu maximieren und deren Interessen über die aller anderen Gruppen (darunter auch die der Kunden) zu stellen. Das Shareholder-Value-Prinzip war geboren worden - eine entsetzliche Missgeburt zum Schaden einer ganzen Volkswirtschaft. 


    Denn was bedeutet dieses Prinzip tatsächlich? Anteilseigner an Aktiengesellschaften sind in der Regel Banken und Fonds, also die Finanzwelt. Wenn deren Gewinne im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik stehen, dann regiert in der Regel nur noch kurzfristig orientiertes Denken. Es geht hauptsächlich darum, die Unternehmen auszupressen. Die Folgen dieser Herangehensweise waren und sind katastrophal. Die Autorin zeigt an vielen Beispielen, wie die Innovationskraft solcher Gesellschaften, die Qualität ihrer Produkte und das Betriebsklima systematisch zerstört wurden. Der Niedergang der US-Automobilindustrie, die Umformung von General Electric von einem kreativen Unternehmen in eine faktische Schattenbank, der Niedergang von Xerox oder Hewlett Packard und andere Katastrophen zeigen mit aller Deutlichkeit, wohin eine solche Reise führt. 


    Die Autorin nennt diese Entwicklung die "Finanzialisierung" der Industrie und beklagt den Niedergang der "Main Street" unter der Fuchtel der Wall Street. Noch 1970 erklärte der Star-Ökonom Milton Friedman, einer der strenggläubigen Vertreter der sogenannten Chicagoer Schule, die nicht nur diese Irrlehre in die Welt setzte: "Die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens ist es, seine Gewinne zu steigern." Eugene Hama, ein anderer Vertreter dieser Schule, wurde durch die offensichtlich falsche "Effizienzmarkthypothese" berühmt und mit einem Nobelpreis geehrt. Diese seltsame Theorie war übrigens unter anderen einer der Wegbereiter der Finanzkrise von 2008. Am Rande sei erwähnt, dass die Autorin auch die Niederlage der USA im Vietnamkrieg auf die "Erbsenzählermentalität" des damaligen Kriegsministers McNamara zurückführt, dessen Denkweise von dieser Schule geprägt war, die bis heute die US-Wirtschaft dominiert. 


    Um die US-Wirtschaft wieder fitzumachen, wird es nach diesen Erkenntnissen nicht ausreichen, sie einfach nur gegen die Billigkonkurrenz abzuschotten. Vielmehr muss es auch darum gehen, sie aus der festen Umklammerung der Finanzwirtschaft zu lösen. Wie das jedoch gehen soll, lernt man aus diesem Buch nicht. Und es gibt auch keinen wirklichen Anlass zu irgendeinem Optimismus, denn die Wucherungen scheinen aus vielen Gründen inoperabel zu sein. 


    Die Autorin versucht zu erklären, wie es zu einer solchen erdrückenden Abhängigkeit der Main Street von der US-Finanzwirtschaft überhaupt kommen konnte. Was sie dazu schreibt, mag im Detail ganz interessant sein, doch leider übersieht sie das Wesen der Geschichte. In den USA gab es mehrere Versuche, eine Zentralbank zu installieren. Selbst berühmte US-Präsidenten aus vergangenen Jahrhunderten bekämpften solche Vorhaben. Doch 1913 gelang es den Großbanken endlich die FED zu gründen. Verfolgt man deren Geschichte, dann sieht man klare Zusammenhänge zwischen ihrer sogenannten Geldpolitik und heftigen Wirtschaftskrisen. Eigentlich sollte die FED der letzte Rettungsanker in einer Bankenkrise sein, so jedenfalls lautete 1913 ein Argument. Stattdessen musste jedoch 2008 der Steuerzahler im Wesentlichen die Banken "retten". Im Buch kann man gut nachlesen, wie folgenlos diese Krise dann für die Banken blieb. Faktisch ist die Obama-Administration vor ihnen in die Knie gegangen. Was damals zu groß zum Sterben war, ist heute noch größer. 


    Wie konnte das geschehen? Alle jüngeren US-Administrationen waren vollständig von Vertretern der Finanzindustrie durchseucht. Nicht nur die Main Street liegt im Würgegriff des Finanzkapitals, sondern faktisch der gesamte Staat. Auch das konstatiert die Autorin, wenn auch weniger deutlich. Was sie jedoch nicht sieht, sind die Ursachen. Woher kommt wohl das Geld, das der völlig überschuldete Staat ständig benötigt? Und wohin fließt es anschließend? Darauf geht die Autorin überhaupt nicht ein. Die FED kommt bei ihr erst sehr spät vor und dann auch nur am Rande. Ohne das ständig in die Finanzwirtschaft gepumpte Kapital, das aus dem Nichts erschaffen wurde und das folglich auch kein ökonomisches Gegengewicht besitzt, wären all die Exzesse der jüngeren Vergangenheit gar nicht möglich gewesen. 


    Zwar stehen am Ende ihres dicken Buches einige Empfehlungen, wie dieses Machtungleichgewicht, das sie beklagt, verändert werden kann. Allerdings klingen diese Ratschläge nicht nur naiv, sie sind es auch. Selbstverständlich würde es sehr helfen, wenn Banken ein höheres Eigenkapital besitzen müssten, und selbstverständlich würde es erst recht helfen, wenn man sie bei einer Größe, bei der sie nicht sterben dürfen, zerschlagen müsste. Die Chance war 2008/2009 da, aber sie wurde nicht ohne Grund vertan. Ganz ähnlich verhält es sich beim US-Steuersystem, das bei der Autorin auch immer wieder  Anlass zur Kritik ist. Die meisten US-Großkonzerne zahlen trickreich keine oder nur minimale Steuern. Doch wer legt eigentlich die Regeln dafür fest? Noch nicht einmal an dieser Stelle kann sich der Staat durchsetzen, weil er es nämlich gar nicht will oder nicht darf. Auch hier dominieren die Gewinninteressen der Finanzwirtschaft. 


    Eine andere, aber damit eng verbundene Geschichte stellt das angebliche "Marktversagen" dar, auf dem die Autorin mehrfach beharrt. Dies ist ein tiefsitzendes Missverständnis, weil es Märkte irgendwie personifiziert, ihnen so etwas wie die Möglichkeit eines Versagens zuspricht. Märkte sind keine Menschen, sie können gar nicht versagen. Sie werden jedoch durch menschliches Handeln erst gemacht. Wenn also etwas schiefläuft, dann haben nicht die Märkte versagt, sondern die Spielregeln, nach denen sie funktionieren sollten. Und die wiederum werden allein durch die Politik bestimmt. Wenn also Märkte nicht oder falsch reguliert wurden, dann sollte man sich nicht über die Märkte aufregen, sondern einfach einmal die Regeln hinterfragen, nach denen sie funktionieren sollten. Leider tut das die Autorin nicht. 


    Was bleibt also von diesem Buch? Man kann sehr gut verstehen, warum die US-Wirtschaft in den beklagenswerten Zustand gekommen ist, in dem sie sich jetzt befindet. Die Ursachen dieser Fehlentwicklung liegen sehr tief und sind nicht oder nur sehr schwer zu beseitigen. Auch einige andere komplexe Erscheinungen in der US-Wirtschaft kann man durch diesen Text viel besser verstehen. Auf der anderen Seite versteht die Autorin jedoch nicht, dass das Geldsystem und die staatliche Überschuldung die eigentlichen Ursachen für die faktische Macht der Finanzwirtschaft sind. Immer neue von dieser Finanzwirtschaft erzeugte Krisen verschärfen die Abhängigkeit aller von diesem System immer mehr. Und damit beißt sich die Katze in den Schwanz, denn wie soll man sich von etwas befreien, das einem am Überleben hält? Deutlicher als das Versagen der Obama-Administration bei den Versuchen, das System nach der Finanzkrise von 2008 auch nur ansatzweise zu regulieren, kann man das kaum demonstrieren. 
  15. Cover des Buches Mit der Zeit (ISBN: 9783257231311)
    Eric Ambler

    Mit der Zeit

    (5)
    Aktuelle Rezension von: admit

    Der Held in diesem Buch ist ein arbeitsloser Schriftsteller und sitzt zwischen zwei heißen Stühlen, denn er ist in geheimen Verhandlungen zwischen Nato-Funktionären und einem irren Ölscheich im Nahen Osten verwickelt. Man hat ihn auf die harte Tour - mit einer an ihn adressierten Bombe - in die Ereignisse gezogen, aus deren Strudel er sich herauszuwinden versucht. Der Plot ist zwar keinen Augenblick langweilig, doch der Titel führt in die Irre. Beinahe hätte ich das Buch liegenlassen, wenn ich nicht bereits vom Autor begeistert gewesen wäre.

  16. Cover des Buches After the Kiss: A Rouge Contemporary Romance: (Sex, Love & Stiletto #1) (English Edition) (ISBN: B00LO1T7BW)
  17. Cover des Buches Lied der Wale (ISBN: B00DQBWGRU)
    Daniel Thomas

    Lied der Wale

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin
    In diesem Hörbuch "Lied der Wale" von Daniel Thomas wurde ein sehr ernstes Thema in einen leichten Liebesroman verpackt. Man kann darüber streiten, ob diese Mischung zusammen passt - oder auch nicht. Auf jeden Fall bekommen dabei die Hörer/innen Infos in Bezug auf Wale, Artenschutz und Walfang,  die sonst womöglich an ihnen vorbei gingen. Ich weiß aus der Bücherei, wie schwer sich viele Leser mit Sachbüchern tun und selten danach greifen.

    Mein Fazit: In diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel.

    Die Protagonisten Leah und David kommen ganz schön leichtgläubig und naiv daher. Ein Wall Street Guru wie David, der mit allen Wassern gewaschen sein muss wenn er dort so erfolgreich war wie beschrieben, macht dann, als er erzählt wie er sein ganzes Vermögen verlor, seine Fonds in den Abgrund rutschten, eine ziemlich depperte Figur. Auch als er feststellt, dass gespendetes Geld auf einem geheimen Konto gebunkert wurde, bekleckert er sich nicht mit Ruhm. Aber man muss so einen Hauptakteur dem Publikum sympathisch machen. Und bei Frauen schlagen die Herzen höher, wenn sie von Männern hören, die übelst reingelegt wurden. Jedenfalls in Büchern.

    Leah, eine erfolgreich Journalistin, die sich in Sachen Wirtschaft einen guten Namen machte, zeigt sich nicht viel cleverer, vermischt Privates mit der Profession und erst die Liebe heilt sie. Nun, sei's drum. Die Geschichte muss zusammen passen.

    Was an diesem Buch aber richtig gut ist, das sind die Infos über die Wale und deren Verhalten. Natürlich geht das nicht so sehr in die Tiefe, aber es weckt das Interesse des Lesers, sich weitgehender zu informieren. Wenn man bedenkt, dass die meisten Liebesgeschichten beim Lesen  nur so an einem vorbei plätschern und keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, dann muss man dieses Buch aus der Masse heraus heben.

    Wer weiß schon, wie grausam die Walfänger auf die Jagd gingen/gehen und was die Tiere leiden müssen? Treibnetze. Jeder kennt diese aber der Normalbürger, der weit von der Küste entfernt wohnt, hat von modernem Fischfang kaum Ahnung und keine Vorstellungen davon, was diese Netze in den Meeren anrichten. Falls dieses Buch es schafft, wenigstens einige Leser dazu zu bewegen, mehr über diese Problematik nachzudenken und sich in Artenschutz zu engagieren, dann hat das Buch wohl seinen Sinn erfüllt.
  18. Cover des Buches Der Fremde neben dir (ISBN: 9781477823231)
    William Casey Moreton

    Der Fremde neben dir

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Antje_Melanie_Schneider

    Story: Dein Mann wird des Mordes beschuldigt

    Mitten in der Nacht wird Brynns Mann vom FBI abgeholt und des Mordes beschuldigt. Brynn ist völlig verzweifelt, denn natürlich hält sie diese Anschuldigung für absoluten Unfug. Als dann ihr Mann sich aber vor einen Zug stößt, gerät alles ins Wanken. In ihrer verzweifelten Lage weiß sie nicht, dass es zudem jemanden gibt, der sie schon die ganze Zeit beobachtet…

    Das Positive zuerst: ein absolut spannender Roman mit jeder Menge Rätsel

    Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich sehr schnell in die Story reingefunden habe und gleich von Anfang an Rätsel und kleine Puzzleteile gelegt wurden, die dazu führten, dass ich weiterlesen wollte. Der Autor bediente sich auf gelungene Weise stilistischen Mitteln, die Neugierde erzeugten, wie etwa der Andeutung von Gefahr und sogenannter Cliffhanger, ohne es zu überstrapazieren. Die Idee, dass der eigene Mann mitten in der Nacht vom FBI abgeholt und des Mordes beschuldigt wird, ist sehr gut.

    Weiterhin fand ich es klasse, dass auch die Bösewichte und deren Aktivitäten für mich als Leser sichtbar waren, für Brynn jedoch im Verborgenen blieben. Dadurch bekam ich dieses Gefühl: »ahh, du Arme, du weißt nicht, dass du beobachtet wirst, wie schrecklich!«

    Der Sprachstil ist sehr lebendig, sodass ich gut mit Brynn – der Protagonistin – mitfühlen konnte. Auch ging es nicht zu schnell. Auf diese Weise bekam ich nicht etwa das Gefühl, dass es sich nicht um einen Menschen mit Gefühlen handelte und der Autor nur seine Story schnell erzählen wollte. Die Sätze sind nicht verschachtelt, sondern mittelmäßig lang, sodass ein guter Lesefluss entsteht. Die Kapitel sind ebenfalls kurz, was ich persönlich sehr mag. Der Autor hält sich zudem nicht damit auf, übertrieben lang Hintergründe und Örtlichkeiten zu schildern, was definitiv der Spannung geschadet hätte. Er umschreibt kurz die Situation, sodass man sich gut eingebettet fühlt, konzentriert sich dann aber weiterhin auf das Wesentliche.

    Das Tempo war genau richtig – es gab immer wieder eine Art Zusammenfassung in Form von aufkommenden Fragen, mit denen sich die Protagonistin selbst quält. Diese waren aber in der richtigen Dosis, sodass die Spannung nicht darunter litt. Auf diese Weise ist es auch nicht schlimm, wenn man mal das Buch zur Seite legt und am nächsten Tag weiterliest.

    Viele Autoren vermasseln den Schluss – William Casey Moreton jedoch nicht! Bis zum Ende hielt sich die Neugier und die Fragen wurden alle logisch aufgeklärt. Ein kleines Schmankerl gab es beim Nachwort, denn die ganze Zeit dachte ich: da muss es noch etwas geben und ja, tatsächlich! Es erwartete mich noch eine kleine Überraschung, die einen noch einmal mit einem kleinen Aha-Effekt aus der gefühlten Sicherheit riss.

    Und ein bisschen Kritik

    Es gibt die Ich-Erzählerin und dann noch jede Menge Perspektivenwechsel zu anderen Personen, dessen Aktivitäten in der dritten Person geschildert werden. Ich will nicht unbedingt sagen, dass es das Lesen sehr erschwert, aber es ist etwas anstrengender und man muss sich ständig in neue Situationen hineinfinden. Für meinen Geschmack hätte der Perspektivenwechsel zwischen der Protagonistin und dem Antagonisten ausgereicht. Dadurch fiel es mir anfangs etwas schwer mit der Protagonistin richtig warm zu werden. Allerdings hatte diese Methode zu erzählen (die nebenbei bemerkt ein bisschen an den Aufbau eines Thriller-Films erinnerte) durchaus seine Logik und damit seine Berechtigung. Deswegen nur ein winziger Minuspunkt.

    Hinzu kam, dass gleich zu Beginn zu viele Personen mit Namen auf einem Haufen genannt wurden, die ich mir unmerklich merken konnte. Ein Beispiel: An einer Stelle wurde der Anwalt des Mannes benannt und später wurde er wieder aufgegriffen (nur mit Namen) und ich habe nicht so schnell geschnallt, dass dies ja der Anwalt war. Hier wäre es hilfreich, wenn man den Leser nochmal eine kleine Unterstützung gegeben hätte, sodass der Leser wieder abgeholt wird.

    Alles in allem: ein absolut lesenswerter, geheimnisvoller Roman!

    Ja, ich empfehle den Roman tatsächlich an alle, die absolute Spannung mögen, dabei aber nicht unbedingt Mord, Totschlag und Folter haben müssen. Dieser Thriller lockt eher mit Rätseln, Gefahr und Verunsicherung. Mich hat er gepackt, sodass ich ihn innerhalb weniger Tage verschlungen habe.

  19. Cover des Buches Der Sektor (ISBN: 9783608964042)
    Michael Hudson

    Der Sektor

    (4)
    Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-Pape
    Ernüchternd, treffend, mit starken Argumenten und Analysen versehen

    „Die Themen, die mich interessierten, wurden an der New York University…… nicht unterrichtet“.

    Was Wunder, wenn Hudson, mit scharfem Verstand und mannigfaltigen Erfahrungen in der Finanzbranche und den Wirtschaftswissenschaften, schon in frühen Jahren Problematiken ansprach, die sich bis heute exponentiell gesteigert haben, aber dennoch der herrschenden Meinung eines „Die Wirtschaft muss laufen“ stark entgegenstehen.

    Und noch schwieriger wird es im Feld der allgemeinen Verständnisse und Setzungen der Wirtschaft und des Finanzsektors, wenn Hudson sehr gründlich die primäre Stellung des „Gläubigers“ hinterfragt, auf der Blaupause der lateinamerikanischen Pleiten mit ihren Schuldenschnitten bis hin zur Erlassung von Schulden Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts anführt und den Vergleich zur Gegenwart zieht, in der anscheinend auch gewählte Regierungen, ihrem Volk eigentlich als erstes verpflichtet, diese Fürsorgepflicht hintenanstellen müssen um einen „Ausverkauf ihres Landes“ zur Bedienung von Schulden aktiv selbst noch mit vorantreiben zu müssen. Wie in Griechenland zu sehen, in der am Ende die öffentliche Infrastruktur, Häfen und anderes verkauft werden müssen zur Deckung von nationalen Schulden.

    Dies, so führt Hudson durchaus mit gewichtigen Argumenten aus, ist eben der Kernantrieb der globalen Finanzwirtschaft. Geld immer mehr zu akkumulieren in wenigen Händen, herauszuholen was herauszuholen ist und am Ende ein gar ganzes „geplündertes Land“ zurückzulassen um sich des nächsten „Opfers“ weltweit „anzunehmen“.

    Ein System, dem Hudson die Wirtschaftsordnungen der Jahre nach dem zweiten Weltkrieg bis etwa zum Ende der 70er Jahre hin gegenüberstellt, in der „plangeleitetetes staatliches Handeln“ Zeichen der Stunde war und damit Kontrolle, soziale Verteilung und Einhegen von Auswüchsen ob der Erfahrungen der Entwicklung hin zu zwei Weltkriegen (für die ebenfalls wirtschaftliche Entwicklungen mit angeführt werden können) das politische Handeln geleitet hat.

    Dass dann zwei Behauptungen mehr und mehr erkennbar gegenüberstehen, ist eine überaus umstrittene Frage dann, die aber Dank Hudson nicht lapidar beantwortet werden kann. Während Hudson einem „starken Staat“ das Wort führt, darin die wohl einzige wirksame Möglichkeit einer stabilen, den Menschen dienenden Wirtschaft sieht, richtet sich dies natürlich gegen jede Form der „freien Marktliberalität“, in der ebenso vehement behauptet wird, dass der Staat (immer) der „schlechtere Wirtschafter“ ist.

    Wobei für den Leser eine einfache Gegenprobe natürlich möglich ist. Wie stellten sich Vermögensverteilung, Infrastruktur, Arbeit und Wirtschaften zwischen 1950 und 1980 oder 1990 dar mit welchen Folgen für die Menschen und den sozialen Frieden im Land und wie stellt sich die weltweite Vermögensverteilung, der soziale und politische Friede, die Infrastruktur und mehr in der Gegenwart dar? In der doch scheinbar nurmehr jemand selbst nur eine Wohnung an vielen Orten findet, für den Geld nicht die wichtigste Rolle im Leben spielt, während selbst die Mittelschicht (und das nicht nur beim Wohnraum), mehr und mehr an die Ränder gedrückt wird.

    Am Ende bleibt: Es sind die Schulden und die Form, in der Schulden erzeugt und für eigene Machtansprüche genutzt werden, was die Welt an den Abgrund führt.

    Was Hudson ebenso ruhig und beredt erläutert, wenn er die Kulturgeschichte des Geldes und der Schulden ebenso fundiert im Buch vorführt, wie er die Auswirkungen dieser „Schuldenlasten“ und der „Lust, Geld zu verleihen“ um es dann gnadenlos einzutreiben und auf diesem Weg den Schuldner nicht nur „in den Schulden“ zu halten, sondern diese immer weiter zu erhöhen (Zinseszinseffekt).

    Dass Hudson dies mit den „Parasiten“ des Tierreiches vergleicht, passt da wie die Faust aufs Auge. Bis hin zur „Fledderei“ des irgendwann toten Wirtes umgehend einen neuen Wirt „anzufallen“.

    Ob man diesen Linien und dieser Analyse nun zustimmt oder nicht, ob man Hudsons Lösungsvorschläge als sympathisch oder überzeugend oder beides oder das Gegenteil bewertet, das Buh stellt in allen Fällen eine wichtige und fundierte Lektüre dar, die man einfach gelesen haben sollte.
  20. Cover des Buches Wohin die Zeit uns führt (ISBN: 9783960876472)
    Ben Bennett

    Wohin die Zeit uns führt

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Ayumaus

    Klappentext:

    Was würdest du tun, wenn der Zauber der Zeit dir eine neue Chance schenkt?

    Die New Yorker Investmentbankerin Penny wird von einem Schicksalsschlag getroffen: Ihr bleiben nur noch wenige Wochen zu leben. Auf einer nächtlichen Fahrt mit dem Wonder Wheel, dem malerischen Riesenrad von Coney Island, blickt sie auf ihr Leben zurück. Eigentlich hat sie alles erreicht: eine glanzvolle Karriere, eine schicke Wohnung … Aber warum kreisen ihre Gedanken nur um Jay? Jay, dem sie einst ihr Herz schenkte.
     Was, wenn sie das Rad der Zeit zurückdrehen und noch einmal von vorn beginnen könnte? Da geschieht das Wunder dieser magischen Sternennacht: Als sie die Gondel verlässt, findet sie sich auf einmal in dem Jahr wieder, in dem sie Jay zum ersten Mal begegnete. Doch kann sie verhindern, dass das Schicksal sie erneut entzweit?


    Zum Buch:

    Penny ist ein totaler Workaholic und hat somit die Hälfte ihres Lebens nur mit Arbeiten verbracht, statt Freunde oder eine neue Beziehung zu finden. Das ist nicht ganz einfach, da Penny noch an ihren alten Freund Jay hängt, an dem sie sich selber die Schuld gibt. Sie tut mir leid, das war echt deprimierend. Als dann auch noch eine Schlimme Diagnose bei ihr festgestellt wird, kann ich Penny nicht ganz verstehen…. Warum möchte sie sich nicht helfen lassen oder es versuchen?

    Als der geheimnisvolle Alfredo und der Zoltar-Wahrsager-Automat auftauchen, musste ich sofort an den Film BIG wo Tom Hanks mitspielt denken.

    Leider brauch Penny einige Anläufe um sich zu trauen sowie Ermutigungen und leider geschieht nicht alles so in der Zeit wie sie es erhofft hat.

    Da kann ich Jay sein Handeln total verstehen. Ich hätte das Gleiche getan. Aber auch Penny, ich hätte das Gleiche für meine Liebe getan, damit sie überlebt. Das fand ich großartig von ihr.

    Da die Story mal 1999/2000 und dann mal ins Jahr von Penny 2015 springt, wusste ich zuerst nicht, was nun jetzt mit Penny als sie in die Gondel steigt passierte (Tod, Engel, Taube, doch überlebt oder Traum). Es überraschte mich zum Schluss. Ich hätte aber gerne die Zwischengeschichte auch gelesen.

    Anscheinend, nach Penny’s erwachen, ist von allem etwas dabei; der Taxifahrer, die Kinder, die Erinnerung die sie eigentlich nicht haben sollte.

    Das Buch hat mich sehr unterhalten, obwohl es eine sehr traurige Stimmung verbreitet. Es regt einen auch zum Denken an, wie man in der heutigen Gesellschaft ist und das man mehr an sich denken und glauben sollte und weniger an das was andere sagen sowie nur vor dem Handy zu sitzen.

    Die Liedtextpassagen fand ich dagegen manchmal extrem nervig. Aber zum Glück sind Geschmäcker verschieden.

    Das Cover: passt super. Im Hintergrund die die zwei Riesenräder und dann Penny und Jay, die man nicht nur als Schatten sieht. 

    Vielen Dank an den dp-Verlag. Das Buch hat mich sogar ein bisschen an mich selbst erinnert und das ich etwas ändern sollte.

    Schöne Lesegrüße aus Berlin.

    Ayumaus (Sandra)

  21. Cover des Buches Hot Asset (21 Wall Street Book 1) (English Edition) (ISBN: B075WTFNCM)
  22. Cover des Buches Das Schachbrett des Teufels (ISBN: 9783864892141)
    David Talbot

    Das Schachbrett des Teufels

    (2)
    Aktuelle Rezension von: wsch

    Manche 'Schweinereien' des CIA gehören ja heute bereits zum Allgemeinwissen. Beispielsweise die mehrfach erfolglosen Versuche, Kubas Revolutionsführer namens Fidel Castro zu beseitigen. Am Bekanntesten sicher das 'Schweinebucht"-Vorgehen.

    Oder Nicaragua. Oder Panama. Oder der Iran mit dem von der CIA angezettelten und finanzierten Aufstand gegen Mohammad Mossadegh im Jahr 1953. Um die iranischen Ölquellen nach wie vor ausbeuten und die draus resultierenden Gewinne in US-amerikanische und britische Taschen zu stopfen. Oder die sehr wahrscheinliche Ermordung von John F. Kennedy am 22. November 1963. Oder, oder, oder... 

    Die Liste liesse sich noch sehr lange fortsetzen! 

    Ohne dieses die Welt umspannende Sammelsurium an illegalen Aktivitäten des CIA, teils ohne Kenntnis, teils mit Kenntnis oder sogar auf Anweisung des jeweiligen POTUS (President of the United States) durchgeführt, sähe die Welt heute sicher anders aus.

    Wer weiss beispielsweise schon, dass der Vorläufer des CIA, der ja erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 gegründet wurde, eifrig dabei war, einigen Ultra-Nazis selbst aus der obersten Hierarchie der Diktatur des Dritten Reiches entweder zur Flucht oder zu entsprechenden Posten im Nachfolgestaat des Dritten Reiches, also der BRD zu verhelfen??? Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich...

    David Talbot fasst in seinem sehr gut zu lesenden Schreibstil all die 'Schweinereien' der heimlichen Regierung der USA, also des CIA unter Leitung von Allen Dulles zusammen. Kleine Zwischenbemerkung: sein Bruder John Foster Dulles war zur gleichen Zeit Außenminister der USA, oh Wunder, oh Wunder...

    Vor einiger Zeit habe ich mir die (schlechte) Angewohnheit zu Eigen gemacht, bei allen Seiten, von denen ich gegebenenfalls etwas zitieren oder nochmals nachlesen möchte, mit einem Eselsohr zu versehen. Beim "Schachbrett des Teufels" ist das Buch jetzt dank der vielen Eselsohren nahezu doppelt so dick wie beim Erwerb. Weil auf fast jeder Seite etwas steht, was mehrfach zu lesen mehr als Wert ist.

    Sollte jemand die Feststellungen von David Talbot anzweifeln: er belegt alles, was er beschreibt mit einem 38 Seiten starken, 1.078 Quellen umfassenden Verzeichnis!

    Einmal mehr das Urteil: PFLICHTLEKTÜRE!


  23. Cover des Buches Ferne Verwandte (ISBN: 9783442743025)
    Gaetano Cappelli

    Ferne Verwandte

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Cappellis wunderbarer Roman über einen Schlawiner, der durchs Leben findet, Kiffer Säufer Frauenschwarm, und doch ist das einzige, was ihn wirklich umtreibt, die Sehnsucht nach den USA. Unter der tyrannischen Großmutter Nonnilde aufgewachsen, vom Tagedieb Pit in die Freuden des Müßiggangs und des Kiffens eingeweiht, sind ihm bald alle Frauen willig (eine Verfilmung bekäme nur eine "Ab 18"-Freigabe!), triebgesteurt taumelt er durchs leben und machte so alle Phasen neuerer italienischer Geschichte mit (als Beatnik, Hippie usw.). Herlich komisch, mir wie viel Selbstironie hier die Italiener durch das gelato gezogen werden, ein großartiges Buch!
  24. Cover des Buches MATTHEW CORBETT und die Königin der Verdammten - Band 1 (ISBN: 9783958353268)
    Robert R. McCammon

    MATTHEW CORBETT und die Königin der Verdammten - Band 1

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Simone_081

    *3,5 Sterne

    Ich finde Matthew Corbett nach wie vor gut, und als Ermittler sympathisch und ungewöhnlich, weil er kein klassischer Detektiv oder Polizist ist, sondern Gerichtsschreiber.
    Robert McCammon investiert sehr viel Zeit in den Handlungsaufbau und ein glaubwürdiges Setting, was mich auch diesmal sehr überzeugen konnte, dennoch hat mir dieser Teil (bis jetzt) nicht so gut gefallen wie der Vorgängerband.
    Die Handlung spielt diesmal in New York und Matthew Corbett hat es u.a. mit einem Serienmörder, dem Maskenschnitzer, zu tun.

    Auch bei "Die Hexe von Fount Royal" dauert es eine Weile, bis es richtig losgeht, aber hier habe ich mich öfters gefragt, wann die Handlung eigentlich losgeht. Lange Zeit dümpelt alles ziemlich unspektakulär vor sich hin; es ist zwar die Rede von einem Mord, aber nur am Rande, und Matthew ist zunächst mit einigen anderen Dingen beschäftigt. Nach einer Weile geht es dann auch (hauptsächlich) um den Maskenschnitzer, aber Tempo nimmt die Handlung auch da nicht wirklich auf. Ich hoffe auf den zweiten Band.

    Besser gefallen hat mir außerdem das Setting von Fount Royal. Durch das "altertümliche" Carolina mit drohenden Indianerangriffen und fanatischen Predigern kam für mich ein bisschen "Würze" ins Geschehen. Hier spielt die Handlung in einer Großstadt (New York), die jede x-beliebige Großstadt zur damaligen Zeit, z.B. London, sein könnte. Außer der Nennung einiger markanter Orte gibt es eigentlich nichts, was diesen Ort heraushebt und ihn fast ein wenig langweilig macht.

    Wie gesagt hoffe ich auf den zweiten Teil.
    Für alle Fans ist auch diese Geschichte ein Muss, man sollte aber ein bisschen Geduld mitbringen.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks