Bücher mit dem Tag "wandel"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "wandel" gekennzeichnet haben.

47 Bücher

  1. Cover des Buches Die Seiten der Welt – Nachtland (ISBN: 9783596198535)
    Kai Meyer

    Die Seiten der Welt – Nachtland

    (682)
    Aktuelle Rezension von: Christin87

    Die Umgarnte und ihre Auftraggeberin, Mater Antiqua, sind vernichtet, doch der Kampf geht weiter. Sechs Monate sind vergangen, das Faerfax Anwesen ist nun Unterschlupf für zahlreiche Exlibri und Furia, Cat und Finnian sind bereits wieder im Einsatz. Das neue Ziel lautet das Sanktuarium zu vernichten - das Heiligtum der Adamitschen Akademie. Wir begegnen neuen Gegnern, wie Marduk, einem Siebenstern-Exlibri, der der "König des Exlibri-Ghettos" in Libropolis ist. Wir bekommen einen ausführlichen Einblick in die Familie Himmel, eine der drei führenden Familien der Akademie. Und wir treffen Summerbelle und Duncan, die Furias und Isis` Crew in ihrem Kampf unterstützen. Doch die Gegner kommen nicht nur von außen - auch innerhalb der Clique entstehen Zwietracht und Misstrauen. 

    Mit "den Ideen" gibt es neue Gegner, die aber wohl erst in Band 3 ihren großen Auftritt erhalten werden. Und zahlreiche Protagonisten bezahlen die Geschehnisse dieses Bandes mit ihrem Leben.

    Mit dem Vorwissen aus Band 1 bin ich diesmal schneller mit der Story zurechtgekommen. Ich habe auch was zu biblischer Geschichte gelernt und hatte ein paar Aha-Momente, was die komplizierten Namenswahlen angeht.

    Ich mochte sehr Duncan als neuen Charakter und fand die gruseligen Tintlinge wirklich schaurig.
    Insgesamt ist auch in diesem Band der Kampf um gut gegen böse mit extrem kreativen Ideen durchzogen. Und jeder Fantasy-Liebhaber sollte seine helle Freude hieran haben.

    Irgendwann, wenn Band 3 mich bei einer Schnäppchenaktion anlacht, werde ich auch diesen noch lesen.

    Aber vorerst freue ich mich darauf wieder in eine realere Buchwelt abzutauchen. 

    Auch Band 2 bekommt von mir 4 Sterne.

  2. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442776368)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

    (706)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive

    Wie befinden uns in Jackson, Mississippi im Jahr 1962 und werden mit hineingenommen in die Atmosphäre und die Stimmung, die dieses Land zu dieser Zeit geprägt hat. Da ist zum einen die junge Skeeter, eine schlacksige junge Frau, die sich nicht so ganz dem herrschenden Zeitgeist der damaligen Zeit unterordnen möchte, der besagt, dass junge Frauen doch nach dem College möglichst schnell heiraten und Kinder bekommen sollen. Skeeter träumt davon zu schreiben, sie möchte Autorin werden und nachdem sie unter Mühen ein Volontariat bei einer regionalen Zeitung ergattert hat und einen Buchvertrag mit einem Verlag in New York in Aussicht hat, beginnt sie heimlich eine Geschichte zu schreiben, die das Potential hat in der damaligen Zeit für ziemlich viel Unruhe zu sorgen. 

    Doch diese Geschichte kann Skeeter nicht alleine schreiben, es ist nämlich kein erfundener Roman, sondern eine teils bittere und traurige und auf der anderen Seite humorvolle Geschichte. Die wirklichen Autoren dieser Geschichte sind Aibileen und Minny und viele andere Frauen. Ihnen ist es nicht erlaubt ihre Geschichten zu veröffentlichen, denn das würde sie in wirkliche Lebensgefahr bringen, sie und ihre Familien, denn Aibileen und Minny sind farbige Frauen, die als Dienstmädchen für weiße Familien arbeiten, den Haushalt machen, jeden Tag kochen und putzen und ihre Kinder hüten. Jedes weiße Kind des gehobenen Mittelstandes ist zu dieser Zeit mit einer farbigen Nanny aufgewachsen. Die weißen Familien vertrauen den fleißigen farbigen Frauen ihre Kinder an, lassen sie von ihnen herzen und liebkosen, verbieten ihnen jedoch die gleiche Toilette wie sie selbst zu benutzen, das könnte ja gesundheitsschädlich sein. Das ist eine Episode von vielen, die einen mehr als den Kopf schütteln lässt während des Lesens. 

    Es entsteht zwischen diesen so unterschiedlichen Frauen erstmal eine Zweckgemeinschaft, Skeeter möchte eine wahre Geschichte über die Dienstmädchen schreiben, die in fast jedem Haus im Süden der USA arbeiten, sie sehnt sich nach ihrer alten Nanny Constantine, die einfach verschwunden ist und von deren Verbleib ihre Mutter nichts sagen möchte. Sie lernt das private Leben von Aibileen und Minny kennen und sie erkennt, dass es in ihrem Land zwei verschiedene Welten gibt, etwas mit dem sie aufgewachsen ist, dass sie jedoch mehr und mehr nicht mehr gutheißen kann. Aibileen hat ihr ganzes Leben die Kinder weißer Leute aufgezogen und denkt noch oft mit inneren Schmerzen und Traurigkeit an ihren Son Treelore und das Versprechen, dass sie ihm gegeben hat. Sie wird nicht müde den Kindern drei wichtige Sätze für ihr Leben mitzugeben, du bist lieb, du bist gescheit, du bist wichtig und vielleicht sagt sie es auch zu sich selbst. Minny hingegen gleicht einem rollenden Vulkan mit dem Herzen auf dem rechten Fleck und einer sehr großen Mundwerk, welches bei den weißen Damen, für die sie arbeitet nicht wirklich gut ankommt und so sieht sich Minny immer wieder herausgefordert eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Auf dieser Suche begegnet sie Miss Celia, einer sehr jungen und blonden Lady, die irgendwie auch das Herz auf dem rechten Fleck hat, doch wird der Leser und die männlichen und weiblichen Protagonisten doch sehr von ihrem offenherzigen Anblick abgelenkt. Zwischen diesen beiden so verschiedenen Frauen, die nicht nur in der Hautfarbe begründet sind, entwickelt sich eine wirklich herzliche Beziehung, wie sie sich halt entwickelt, wenn ein Vulkan auf Naivität trifft und wenn eine Frau der anderen versucht das Kochen beizubringen. Somit nimmt die Geschichte ihren Lauf und das Buch wird veröffentlicht. Skeeter freut sich, Aibileen, Minny und die anderen Frauen sind in Angst, denn sie wissen, was auf sie zukommen könnte, doch Minny hat eine listige Rückversicherung in ihre Geschichte mit eingebaut und nun darf der Leser mehr als gespannt sein, wie es weitergeht....

    Ich habe diese Geschichte geliebt zu lesen. Kathryn Stockett nimmt den Leser in verschiedenen Erzählperspektiven mit hinein in diese für farbige Menschen so gefährliche Zeit der Rassentrennung in der USA und wir erleben welche Revolution diese Geschichte verursacht hat. Mit teilweise lachendem, ich kann keine Schokolandentarte mehr anschauen ohne an Minny zu denken, und einem weinenden Auge, wenn diese vielen fürchterlichen Ungerechtigkeiten dieser Zeit erzählt werden. Auch für weiße Menschen, die nicht dem damaligen Narrativ entsprachen, war diese Zeit nicht einfach. Die persönliche Entwicklung der Protagonistinnen und auch die Flair dieser 60er Jahre sind einfach wunderbar beschrieben und ich bin auch von der Verfilmung sehr begeistert. 

    Absolut lesenswert!


  3. Cover des Buches Die Wut, die bleibt (ISBN: 9783499009129)
    Mareike Fallwickl

    Die Wut, die bleibt

    (326)
    Aktuelle Rezension von: leselea

    Eine Mutter kann nicht mehr und springt in den Tod. Eine Tochter bleibt zurück und gibt sich der Wut hin. Eine kinderlose Freundin lernt, was Care-Arbeit bedeutet. So lässt sich der Plot von Mareike Fallwickls Roman Die Wut, die bleibt zusammenfassen, wobei der Sprung in den Tod auf der ersten Seite steht und im Zentrum der Geschichte die Auswirkungen dieses Selbstmordes auf ihr Umfeld erzählt wird. Dabei wird schnell klar, dass Helene – die springende Mutter – den Freitod wählt, um den Erwartungen und dem Druck zu entkommen, die ihre Familie im Kleinen und die Gesellschaft im Ganzen an sie als Mutter stellt. Aufgerieben von einer Pandemie, gefangen in einer Beziehung mit einem Mann, der Arbeit über Familie stellt, bleibt sie mit Kindern, Haushalt und Mental Load zurück – bis sie keinen Ausweg mehr sieht. Ihre Tochter Lola, woke und belesen, erkennt die strukturellen Zusammenhänge. Nachdem sie Opfer männlicher Gewalt wird, kennt sie statt Trauer nur noch Wut und gibt sich dieser Emotion radikal hin. Sarah, Helenes Freundin seit Kindergarten-Tagen, springt der zurückgebliebenen Familie zur Seite und muss auf schmerzliche Weise lernen, wie schnell man als Frau in einer Familie verpflichtet wird – auch wenn es nicht die eigene ist – und wie gering dies honoriert wird.

    Mareike Fallwickl thematisiert in Die Wut, die bleibt viele wichtige Themen: Gender Care Gap, Mental und Emotional Load von Frauen, abwesende Väter, männliche Gewalt, Körperbilder und Schönheitswahn, weibliches Altern. Es ist eine Rundumkritik des Patriarchats und auch wenn die Fülle dieser Themen überzogen erscheint, zeigt Fallwickl, dass und wie die einzelnen Motive ineinander wirken und dabei leider gar nicht unrealistisch erscheinen, sondern den Alltag vieler Frauen widerspiegeln.

    Alles in Die Wut, die bleibt ist wichtig und richtig – und dennoch finde ich den Roman nicht überzeugend. Fallwickl will nämlich belehren, das verhehlt die Geschichte nicht, und sie entscheidet sich leider, dies mit der Holzhammer-Methode zu tun. Alle ihre Figuren sind minimal überzeichnet, sodass die Geschichte insgesamt zu gewollt wirkt: Das beginnt mit dem drastischen Selbstmord am Anfang des Romans und endet mit der Racheengel-Formation, der sich Lola anschließt, um Gerechtigkeit durch Faustschläge herzustellen. Dazwischen finden sich Männer, die reine Klischees sind und eine Sprachlosigkeit, die die Figuren nicht einmal versuchen zu überwinden, da Fallwickl sich ganz auf die titelgebende Emotion fokussiert: Wut. Dabei möchte ich nicht falsch verstanden werden: Es gibt unzählige Gründe, als Frau wütend zu sein und ich verstehe jede, die nicht mehr bereit ist, Mitleid und Verständnis für Männer aufzubringen; doch im Roman wird diese Wut überhöht und kritiklos präsentiert, Momente der Reflexion – gerade bei Lola – werden dadurch unmöglich gemacht.

    Die Wut, die bleibt lässt sich sehr gut lesen, die Sprache ist alltagsnah. Fallwickl entscheidet sich dazu, die Geschichte abwechselnd aus Lolas und Sarahs Perspektive zu erzählen, was eine gewisse Dynamik erzeugt, die jedoch nicht komplett über die zähen Momente der circa 370 Seiten langen Erzählung hinwegträgt. Lolas Kapitel haben mich dabei persönlich sehr angestrengt, die hier langsam entwickelte Utopie (oder doch eher Dystopie?) konnte mich nicht überzeugen; Sarahs Entwicklung ist stimmiger, gerade ihre Kapitel werden jedoch durch die bewusst schwach gezeichneten männlichen Figuren geschwächt.

    Im Endeffekt präsentiert mir Fallwickl in Die Wut, die bleibt eine zu einfache Antwort, obwohl sie hervorragend aufzeigt, wie komplex das Leben als Frau im Patriarchat des 21. Jahrhunderts (Stichwort: Wir sind doch schon längst gleichberechtigt) ist. Die Wut mag berechtigt sein, aber wohin führt sie mich? Ich nehme wenig aus der Lektüre mit und kann daher nur 3 Sterne vergeben.

  4. Cover des Buches Krieger des Feuers (ISBN: 9783641074777)
    Brandon Sanderson

    Krieger des Feuers

    (231)
    Aktuelle Rezension von: zickzack

    Ein Jahr ist vergangen, seit Kelsiers Diebesbande den obersten Herrscher gestürzt haben und damit die Skaa im letzten Reich aus ihrer Unterdrückung befreit haben. Elant Wager ist der neue König und Vin, die mächtigste Nebelgeborene des Landes, an seiner Seite. Elant steht eine große Aufgabe bevor, denn Luthadel wird gleich von zwei Armeen belagert. Einen Adligen aus dem westlichen Dominium und von seinem Vater Straff Wager. Beide wollen die Stadt erobern, denn es hat sich herumgesprochen, dass die Stadt einen großen Vorrat an Atium bewahrt, das mächtigste Metall, was es gibt.

    Vin sieht eine weitere Gefahr. Seit dem Tod des obersten Herrschers verändert sich der Nebel und sie befürchtet, dass der Dunkelgrund zurückkehrt, welcher der oberste Herrscher vor so vielen Jahren eigentlich besiegt hatte.

     

    Wie schon der erste Band erwartet dem Leser hier auch eine epische, fantastische Reise. Der Schreibstil des Autors hat mich direkt wieder eingezogen und die bildhaften Beschreibungen lassen die Welt vor meinem inneren Auge entstehen. Man trifft auf liebgewonnen Figuren wieder. Nur hat mir eine Figur schmerzlich gefehlt. Kelsier empfand ich als so gute Figur im ersten Band und habe so gern aus seiner Sicht gelesen. Ich fand es sogar schade, dass er weniger Anteil als Vin hatte. Und irgendwie habe ich ihn im zweiten Band sehr vermisst, wenn er auch zu Legende geworden ist und somit irgendwie auch weitergelebt hat. Denn sein Name und sein Andenken werden oft erwähnt.

     

    Die beiden Hauptperspektivenfiguren waren hier Vin und Elant. Aus Vins Sicht habe ich wieder gerne gelesen, auch wenn ich sie ab und an etwas schwierig fand. Sie hat oft an sich gezweifelt und sich immer wieder gesagt, dass sie nicht gut genug für Elant ist. Dazu kam, dass sie einen anderen Nebelgebornen kennengelernt hat, der ihre eine andere Sichtweise eröffnet hat, als in der sie gerade lebt. Sie hat sich gegen seine Ansichten gewährt, aber er hat immer weitere seinen Stachel in sie getrieben.

    Von ihm gab es auch ein paar Abschnitte aus seiner Perspektive. Ich fand ihn recht interessant, aber bei weiten nicht so wie Kelsier. Dafür war mir der Typ dann doch zu seltsam.

    Mit Elant konnte ich ja im ersten Band weniger anfangen, wenn ich ihn auch nicht schlecht fand. Es war hier ganz interessant zu erfahren, wie er sich als König macht. Denn man hat deutlich seine Entwicklung miterlebt, wie er anfangs eigentlich wenig für dieses Amt geeignet war, aber dann durch Hilfe und inneren Wachstum darin aufgegangen ist. Durch seine Perspektive kann ich ihn inzwischen besser verstehen und konnte deshalb auch mehr mit ihm anfangen. Manchmal habe ich über seine idealistischen Ansichten zwar die Augen verdreht, aber das gehört zu seiner Figur und er weiß es selbst.

    Als dritte wichtige Perspektivenfigur ist Sazed aufgetreten – der Bewahrer aus Terrisien. Er hat in dem Buch auch eine immer wichtigere Rolle eingenommen. Anfangs fand ich seine Perspektive ziemlich langweilig, weil er sich erneut mit der Prophezeiung um dem Helden aller Zeiten beschäftigt hat. Es fühlte sich wiederholend, langwierig und nicht sonderlich gehaltvoll an. Zumal man ja immer vor dem Kapitel einen kurzen Ausschnitt in Kursiv von einem früheren Bewahrer hatte, der über den damaligen Helden gesprochen hat. Nicht nur, dass ich die Texte verwirrend fand, fand ich sie auch sehr wiederholend. Die haben mich mehr gestört, alles andere. Und dann kam noch Saze mit seinen Studien dazu… es wurde erst spannend, als man gemerkt hatte, dass irgendwas mit dem Nebel nicht stimmt und dies noch einmal einen ganz neuen Plot herausgekommen ist.

     

    Demensprechend muss ich erneut als Kritikpunkt anbringen, dass ich es manchmal etwas langatmig fand. Es gab Abschnitte, wo gefühlt nicht viel passiert ist oder die sich sogar wiederholt haben.

    Ich fand zum Beispiel den Handlungsstrang mit dem Verräter, der in Form eines Kandras unter die Mannschaft sich gemischt hat, spannend. Aber einerseits wurde das nur halbherzig verfolgt und führte auch zu wenigen Ergebnissen. Als dann schließlich herauskam, wer es war, war das einerseits zwar ziemlich gerissen vom Autor gemacht, aber trotzdem nicht umhauend. Irgendwie musste es am Ende darauf hinauslaufen. Ich hätte mir gewünscht, dass etwas mehr und Konkreteres in die Richtung passiert. Vin hat zwar versucht einige auszuschließen und ermittelt, indem sie mit diesen redet, aber so wirklich etwas dabei rausgekommen, ist nicht.

     

    Fazit: Das Ende macht auf jeden Fall neugierig, wie es nun weitergeht. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, aber es kein Highlightgefühl in mir ausgelöst. Irgendwie fehlt mir der letzte Funke dazu. Ich mag die Geschichte sehr, besonders die Figuren, die Idee mit der Magie und den Schreibstil, aber es überzeugt mich nicht komplett. 4 Sterne.

  5. Cover des Buches Ein ganzes Leben (ISBN: 9783446278424)
    Robert Seethaler

    Ein ganzes Leben

    (475)
    Aktuelle Rezension von: Lea5858

    Man könnte vielleicht sagen: "Die schönste Liebesgeschichte der Welt", aber das stimmt nicht, denn es ist viel mehr.  

    So wenig wie Andreas Egger geredet hat, so wenig finde ich Worte, um das Buch zu beschreiben. Ich bin sehr bewegt. Das Leben eines Hilfsknechts. Ein Mann, rau wie die Bergewelt um ihn herum und doch tief im Inneren voller Liebe und Schönheit. Ein unspektakuläres Leben und ein Buch von großer Tiefe. 




  6. Cover des Buches Die verbotene Seite (ISBN: B08D6ZB116)
    Jamie Craft

    Die verbotene Seite

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Heide_Rietenbach

    Als die 17-jährige Fabrikantentochter Marie Fuchs auf die Arbeiterin Carla trifft, gerät ihre heile Welt ins Wanken. Carla macht auf gravierende Missstände in der Fabrik von Maries Vater aufmerksam. Mutig schleust sich Marie dort ein, um sich selber ein Bild zu machen. Es geht nicht nur um die Unterschiede von arm und reich, sondern auch um die Rechte der Frauen. In iher heilen Welt lernt Sie den sympathischen Max kennen. Die erste schmerzhafte Liebe. 

    Wir lernen die Familie von Marie kennen, typisch für diese Zeit. Strenger Vater und Mutter. Rollen sind klar verteilt. Die Stimmung wird aufgehellt durch Opa Oskar, der Maries Bruder bei seinem Erfindungdrang unterstützt. Immer umkreist von Patrizia, die verwöhnte Malteser-Hundedame, die immer macht was Sie will. 

    Wir erhalten gute Einblicke in die damalige Zeit und durchlaufen dabei alle Emotionen. Es gibt spannende Wendungen und am Ende wartet nicht nur eine Überraschung auf den Leser.

    Das Buch habe ich in zwei Tagen gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. 

  7. Cover des Buches Zur See (ISBN: 9783328112136)
    Dörte Hansen

    Zur See

    (252)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Freitag

    Mit "Zur See" legte Dörte Hansen nach "Altes Land" und "Mittagsstunde" erneut einen Roman vor, der leise daherkommt und doch lange nachhallt. Diesmal führt sie auf eine norddeutsche Insel und in eine Welt zwischen Wind, Weite und Wasser. Mit ihrer ruhigen Sprache zeichnet sie ein vielschichtiges Bild vom Inselleben, von Tradition und Umbruch, von Zugehörigkeit und Entfremdung.

    Dabei braucht es keinen dramatischen Plot, um Spannung zu erzeugen. Stattdessen sind es die fein beobachteten Alltagsmomente, die diesen Roman tragen. Ihre Charaktere wirken eigenwillig und authentisch, manchmal verschlossen, manchmal spröde und gerade deshalb wachsen sie einem schnell ans Herz. Man spürt die generationsübergreifenden Verflechtungen und das Ringen mit Veränderungen, die sich nicht aufhalten lassen.

    Besonders eindrucksvoll ist die Atmosphäre, die Dörte Hansen erschafft. Mit wenigen, klaren Sätzen entstehen Bilder von Dünen, Höfen, Fähren und Stürmen. Die plattdeutschen Einsprengsel verleihen dem Text zusätzliche Tiefe und Bodenständigkeit. Alles wirkt stimmig, nichts aufgesetzt.

    Zur See ist ein Roman für Leserinnen und Leser, die atmosphärische Geschichten schätzen und Freude an stillen, klug beobachteten Lebensentwürfen haben. Wer norddeutsche Landschaften liebt und sich auf das langsame Erzählen einlassen kann, wird dieses Buch nicht nur lesen, sondern lieben.

  8. Cover des Buches The Darlington - Ethan & Grace (ISBN: 9783736324916)
    Laura Kneidl

    The Darlington - Ethan & Grace

    (153)
    Aktuelle Rezension von: Tine04

    Am Ende von Band 1 hatte ich schon eine Vermutung, wer umgekommen ist. Ich hatte noch Hoffnung, dass ich falsch denke, aber leider war dem nicht so. Auch meine Vermutungen über Ethans Vergangenheit haben sich leider bewahrheitet. 

    Ich fand die Geschichte trotzdem super spannend. Es war schön zu sehen, wie Ethan sich verändert hat und wie viel sich Ethan und Grace gegenseitig helfen konnten.

  9. Cover des Buches Liebe zwischen den Zeilen (ISBN: 9783453359307)
    Veronica Henry

    Liebe zwischen den Zeilen

    (111)
    Aktuelle Rezension von: Leadezember

    Inhaltsangabe: 

    In dem Buch Liebe zwischen den Zeilen von Veronica Henry, geht es um Emilia, die die Buchhandlung von ihrem Vater vererbt bekommen hat. Doch Emilia  muss feststelle, das die Buchhandlung Nightingale Books nicht so gut läuft wie sie angenommen hat. Der Laden steht kurz vor der Pleite, des Weiteren hat ein Investor es auf das Grundstück abgesehen. Emilia muss sich entscheiden den Laden zu verkaufen oder ein Kredit aufnehmen um die Buchhandlung zu renoviere.

    Persönliche Meinung: 

    Den Anfang der Geschichte fand ich gut geschrieben. Doch im Verlauf der Geschichte tauchen mehrere Charaktere auf, von denen jeweils einzelne Geschichten erzählt werden. Durch die einzelnen Geschichte, Charaktere wechseln finde ich rückt die Hauptgeschichte in den Hintergrund. Über die Beziehung zwischen der Hauptprotagonistin Emilia und Marlowe erfahre ich leinder nicht wirklich viel. In den einzelnen Kapiteln war die Geschichte meist zu Oberflächlich, ich hätte mir außerdem am Kapitelanfang  eine Überschrift gewünscht über welche Personen das Kapitel ist. Das Cover fand ich sehr schön, passend zur Geschichte gestaltet.

    Fazit:

    Die Idee der Geschichte war gut, allerdings fand ich den ständigen Charakter Wechsel und die einzel Geschichten in der Geschichte anstrengend zu lesen.

    Ich gebe dem Buch zwei Sterne.

  10. Cover des Buches Es werde Licht (ISBN: 9783596297450)
    Frido Mann

    Es werde Licht

    (5)
    Aktuelle Rezension von: c_awards_ya_sin
    Das Versprechen Philosophie und Physik in einem Buch zu vereinen und das auch noch aus der Feder der Familie Mann-Heisenberg.
    Das ließ mich dieses Buch zur Hand nehmen.
    Ich wurde nicht ganz überzeugt, aber ich habe das Buch dennoch interessiert zu Ende gelesen.
    Eine kleine Reise durch die Geschichte der Wissenschaft und der Kirche. Dieser Teil hat mir sehr gefallen. Die Quantenphysik philosophisch zu betrachten fand ich auch recht interessant, das hat mich allerdings nicht wirklich überzeugt. Auch wenn ich zugebe, dass die Idee dahinter durchaus seinen Reiz hat.
  11. Cover des Buches Diese Fremdheit in mir (ISBN: 9783596521548)
    Orhan Pamuk

    Diese Fremdheit in mir

    (31)
    Aktuelle Rezension von: DirkSchulte

    Mevlut Karatas, der Joghurt- und Boza Verkäufer als kleiner Mann, durchläuft die Straßen und jüngere Geschichte Istanbuls wie es Forrest Gump mit dem Amerika der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gemacht hat. Vielleicht etwas weniger naiv, aber mindestens so sympathisch und gutgläubig wie dieser. Sehr lesenswert!

  12. Cover des Buches Die Festung der Titanen (ISBN: 9783492268844)
    Richard Schwartz

    Die Festung der Titanen

    (95)
    Aktuelle Rezension von: Stefanie-B

    Auch dieser vierte Band der „Götterkriege“-Reihe konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern. Bisher waren alle Bände faszinierend und die Geschichte packend. Aber (gerade im Vergleich zum letzten Teil) hier hatte ich nochmals mehr das Gefühl, dass sich viel tut, weil die Story sehr viele spannende Wendungen, (neue) Aspekte und mitreißende Stellen enthält. Die Entwicklung, die Havald in diesem Buch macht und die Geschehnisse in der Ostmark und auch rund um Askir waren interessant. Auch wenn ich noch nicht weiß, wie mir die Richtung in die sich das Ganze entwickelt hat gefällt, habe ich an der Spannungskurve nichts auszusetzen und meine Faszination für die Komplexität der Geschichte ist wieder einmal gestiegen. Daneben war es auch toll, all die Charaktere weiterhin zu erleben. 

    Alles in allem also - Mal wieder - eine klare Empfehlung für alle Fantasy-Liebhaber, die auch die ersten Teile bereits gelesen haben. 

  13. Cover des Buches Ist denn nicht zufällig Sonntag? (ISBN: 9783932927669)
    Judith Frege

    Ist denn nicht zufällig Sonntag?

    (7)
    Aktuelle Rezension von: LaMensch
    Zoe ist Ballerina. Wir schreiben das Jahr 1989. Sie hat eine Anstellung am Westberliner Theater. Doch sie hat in den Theaterferien nicht trainiert. Es mangelt ihr an Motivation, denn sie bekommt doch immer nur die undankbaren Rollen, zum Beispiel als Schwan in Schwanensee. Doch das soll sich ändern, denn ein neuer Regisseur soll ein neues Ballettstück, dass das Highlight der Saison werden soll für das Westberliner Theater kreieren. Doch seine Arbeitsweisen sind anders, als die die der aktuelle Direktor kennt. Er mag es nicht, wenn man sich nicht seinen Anweisungen beugt. Doch der neue Regisseur scheint ein gutes Händchen zu haben, vor allem was die Besetzung des Stückes anbetrifft.

    Dieses Buch ist nicht zum entspannen gedacht, man muss definitiv aktiv dabei bleiben um nicht einige wichtige Dinge der Handlung zu überlesen. Die Charaktere und ihre Darstellung finde ich im allgemeinen gut gelungen, dennoch fehlt mir teilweise die Tiefe und das Gefühl. Dieses Buch stellt hauptsächlich den Wandel der einzelnen Protagonisten dar. Auch historische Fakten sind sehr gut eingearbeitet. Man bekommt ein Bild davon, wie man um 1989 in Westberlin und zur gleichen Zeit in Ost Berlin gelebt hat. Der direkte Vergleich ist gut dargestellt finde ich. Die Handlung an sich wäre ohne die gut dargestellten historischen Ereignisse glaube ich nur halb so gut, es ist jetzt nicht die Ultra actionsreiche und abenteuerliche Geschichte die manch einer erwartet, es ist eher gesagt eine Handlung, welche die Charaktere wie schon erwähnt zu Veränderungen treibt und historische Ereignisse formen diese Veränderungen mit. Menschen die auf solche Handlungen in Büchern Wert legen werden mit diesem Buch rundum zufrieden sein.

    Ich persönlich vermisste die Tiefe, das Gefühl und ein bisschen die Spannung, kann aber trotzdem sagen, dass das Buch mich unterhalten hat und mir einige historische Fakten nähergebracht hat als jeder Geschichtsunterricht in der Schule. Ich vergebe dafür 4 von 5 Sternen und sage weiter so!
  14. Cover des Buches Ein anderer Morgen (ISBN: 9783423261944)
    Carolin Hagebölling

    Ein anderer Morgen

    (17)
    Aktuelle Rezension von: sveso
    Eva ist 42 Jahre alt, ist seit vielen Jahren mit ihrem Mann verheiratet, hat zwei Kinder, wurde gearde befördert und sollte eigentlich glücklich sein. Doch sie führt sich biestig auf, ist gemein zu ihrer Kollegin, setzt den Hamster ihrer Kinder aus und manövriert ihren Mann Peter in Situationen, die an seinem Ego kratzen. Eva weiß selbst nicht, was mit ihr nicht stimmt, weshalb sie so garstig ist und sie die Distanz zu Peter schafft. Doch dann lernt sie Anna, die Freundin ihres Chefs kennen, und verliebt sich Hals über Kopf.

    Carolin Hagebölling hat den Roman in zwei Teilen verfasst, die sich im Schreibstil stark voneinander unterscheiden. Im ersten Teil wird Eva mit "du" angesprochen, es werden ihre Unzufriedenheit, ihre negativen Gedanken und Handlungen beschrieben. Im zweiten Teil wird dann aus Evas "Ich"-Perspektive erzählt. Es folgen Glücksmomente, positive Gefühle, neuer Lebensmut und Gewissensbisse gegenüber der Familie.
    Obwohl zwischen beiden Teilen ein starker Wandel herrscht, sich Eva Hals über Kopf verliebt und die Handlung sehr schnell vorangetrieben wird, ist die Entwicklung der einzelnen Figuren dennoch sichtbar.
    Neben der gleichgeschlechtlichen Liebe werden hier viele weitere Werte wie Treue, Empathie, Vertrauen, Vater-Tochter-Beziehung und Scheidung behandelt.

    Der Roman lässt sich sehr flüssig lesen und nimmt den Leser mit in den rasanten Lebenswandel einer Frau, die zutiefst unglücklich ist und sich langsam wieder zu ihrer besseren Seite durchkämpft.
  15. Cover des Buches Für immer ist die längste Zeit (ISBN: 9783596035243)
    Abby Fabiaschi

    Für immer ist die längste Zeit

    (180)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    Das ist irgendwann noch mein Ruin, da kann ich einfach nicht dran vorbei gehen…. 😊

    Ich mag so Bücher, wo jemand stirbt, aber doch – noch – nicht „weg“ ist. Hier geht es um Maddy, vom Dach der Bibliothek gestürzt und jeder geht davon aus, dass es Selbstmord war. Sie blickt nach wie vor aus kurzer Höhe auf Ihre Tochter Eve und ihren Ehemann Brady, die beide einfach verloren sind ohne sie. Vor allem in ganz einfachen Alltagsdingen – was kann Sie nun tun, um den beiden irgendwie zu helfen? Mit etwas Übung kann sie „Botschaften“ schicken.

    Der Anfang war etwas seltsam, aber nach und nach kam ich rein in die Geschichte und sie gefiel mir ganz gut. Es geht um Trauer, Wut und Selbstvorwürfe, hat aber auch humorvolle Szenen.

    Die Protagonisten lernt man sehr gut kennen und vieles ist durchaus vorstellbar. Auch, wie Vater und Tochter sind wieder langsam einander annähern ist gut geschildert.

    Das Ende bietet dann eine Überraschung, aber die verrate ich natürlich nicht…😊

     

  16. Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783844532555)
    Maja Lunde

    Die Geschichte der Bienen

    (54)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Dieser hochgelobte erste Teil des sogenannten Klimawandel-Quartetts schlummerte schon eine Weile auf meinem Hörbuch SUB und wurde nun, dank einer Challenge, endlich aus den Tiefen in meinen Player katapultiert. Das Buch teilt sich auf in drei Hörstränge, die jeweils von einem anderen Sprecher zum Leben erweckt wurden. Insgesamt wird mit dem Samenhändler und Biologen William, dem Imker George und der Arbeiterin Tao ein Zeitraum von knapp 250 Jahren abgedeckt, die dem Hörer veranschaulichen soll, wie wir Menschen durch Raubbau aber auch einer gewissen Unwissenheit, die Erde langsam aber sicher zu Grunde richten. Doch die Erde stirbt keinen leisen Tod, sondern wehrt sich durch Stürme, Trockenheit und Hitzewellen so lange bis der Mensch merkt, dass er einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat. Als schließlich die kleinen Bienen nicht mehr fliegen, scheint nichts mehr je wieder so zu sein, wie es mal war. 

    Nicht zuletzt bedingt durch die vielen Rezensionen, freute auch ich mich nun auf diese spannende Geschichte. Ich muss gestehen, dass ich leider ein wenig enttäuscht wurde. Während ich das Konzept der Autorin natürlich verstanden hatte – Anfang, nahendes Ende und Katastrophe – hat sie mich dennoch nicht abgeholt. Jeder Abschnitt für sich war leidlich interessant und das große Ganze aus den Dreien wollte sich bei mir nicht so recht einstellen. So vergebe ich dann leider auch nur drei von fünf möglichen Sternen für dieses Werk und werde mir die weiteren vier Teile verkneifen. 

  17. Cover des Buches König in Ketten (ISBN: 9783734160554)
    Michael Marcus Thurner

    König in Ketten

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Splashbooks

    Michael Marcus Thurner ist vor allem als Autor für "Perry Rhodan" bekannt. Doch gleichzeitig schreibt er auch eigene Romane. Wie zum Beispiel "König in Ketten".

    Darne ist ein Bewohner von Lederland. Ein Land, in dem es einem überwiegenden Teil der Bewohner schlecht geht. Dem es allgemein miserabel geht. Was unter anderem auch an Regos liegt, ihrem König, der alles seinem Vergnügen unterordnet und der dafür mit eiserner Hand regiert.

    Darne ist einer derjenigen, der unter der Herrschaft leidet. Ein ehemaliger Bauer, der von dem elterlichen Hof flieht. Eines Tages trinkt er einen über den Durst und behauptet, er sei ein besserer König, als der aktuelle. Dafür wird er festgenommen. Doch Darne will sich mit der Strafe nicht abfinden und plant seine Rache. Dabei soll ihm seine Ausbildung als Eliteagent Lederlands helfen.

    Im Prinzip hat man es hier durchaus mit einem netten Roman zu tun. Michael Marcus Thurner versteht sich darauf, ein glaubwürdiges Lederland darzustellen, in dem alles und jeder unter der Herrschaft des Königs und dem Fädenzieher hinter dem Thron leidet. Man spürt die Verzweifelung, die die in diesem Land umhergeht.

    Und trotzdem schafft es Michael Marcus Thurner nicht, das Interesse des Lesers zu erwecken und zu fesseln. Schon nach wenigen Seiten wird man sich durch "König in Ketten" gequält durcharbeiten. Woran liegt das?

    Rest lesen unter:
    http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23763/koenig_in_ketten

  18. Cover des Buches Unerhörte Stimmen (ISBN: 9783036961095)
    Elif Shafak

    Unerhörte Stimmen

    (100)
    Aktuelle Rezension von: Seitenmusik

    Was bleibt, wenn der Tod nur der Anfang ist?

    So beginnt dieser außergewöhnliche Roman – mit dem Ende. Denn Tequila Leila ist tot. Ermordet. Und während ihr Körper in einer Mülltonne liegt, rauschen die letzten Minuten ihrer Hirnaktivität durch ein ganzes Leben: Erinnerungen an Kindheit, Trauma, Gewürzduft und große Liebe.

    „So sehr Leila es auch dreht und wendet: Sie wurde ermordet.“ – Schon dieser Satz lässt ahnen, wie eindrucksvoll Elif Shafak sich dem Thema Feminizid nähert. Aber sie bleibt nicht bei der Gewalt stehen. Sie gibt Leila – und mit ihr all jenen, die in unserer Gesellschaft übersehen, vergessen, zum Schweigen gebracht werden – ihre Stimme zurück.

    In „Unerhörte Stimmen“ entfaltet sich eine zutiefst berührende, melancholisch-schöne und zugleich schmerzhafte Geschichte, die zwischen Istanbul, Kindheitserinnerungen, religiösen Riten und patriarchalen Systemen pendelt. Es geht um Freundschaft, Prostitution, Macht, Gewalt, Liebe, Geschlechterrollen – aber vor allem geht es darum, wie Menschen am Rande der Gesellschaft überleben. Und was es heißt, gesehen zu werden. „Sie konnte noch nicht wissen, dass das Ende der Kindheit nicht mit den körperlichen Veränderungen während der Pubertät einherging, sondern mit der plötzlich einsetzenden Fähigkeit, das eigene Leben mit den Augen eines Außenstehenden zu betrachten.“ (S. 69)

    Auch stilistisch ist der Roman ein Erlebnis: voller Sinnlichkeit, voller Kontraste. Der Geschmack von Ziegeneintopf, der Geruch von Kardamomkaffee, das Flirren zwischen Tod und Leben – Shafaks Sprache ist atmosphärisch dicht und poetisch, ohne je überladen zu wirken. Zugleich scheut sie sich nicht, Gewalt und Machtmissbrauch zu zeigen – aber nie voyeuristisch, nie sensationsheischend. Und immer mit Empathie. Für Leila. Für ihre Freund:innen. Für jene, die an den Rändern leben. „Ich bin oft mit dem Körper eines Mannes in Berührung gekommen. Oder ist der Onkel kein Mann?“ (S. 154)

    5 Gründe, warum dieses Buch gelesen werden muss:
    🔹 Weil Elif Shafak es schafft, Marginalisierten eine Stimme zu geben – und das voller Würde.
    🔹 Weil die Freundschaft zwischen Leila und ihren Weggefährt:innen zeigt, dass Familie nicht immer Blutsverwandtschaft braucht.
    🔹 Weil die Geschichte Istanbul nicht als exotisches Klischee malt, sondern als pulsierenden Ort voller Widersprüche.
    🔹 Weil Literatur uns dazu bringen kann, anders hinzusehen – tiefer, mitfühlender.
    🔹 Weil es keine Stimme gibt, die „zu klein“ ist, um gehört zu werden.

    Fazit
    Unerhörte Stimmen ist mehr als ein Roman – es ist ein Mahnmal für jene, die zu früh gegangen sind, deren Leben ausgelöscht wurde, deren Geschichten verdrängt wurden. Und es ist ein zutiefst menschliches, eindrucksvolles Buch über das, was bleibt: Erinnerung. Liebe. Würde.

    Ein Buch, das wehtut – und genau deshalb gelesen werden sollte. Danke, Elif Shafak, für diese Stimme.

  19. Cover des Buches Homo Deus (ISBN: 9781784703936)
    Yuval Noah Harari

    Homo Deus

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Franz_J__Bingenheimer

    Ein faszinierendes Buch, das den Blick auf die Zukunft der Menschheit radikal verändert. Harari verbindet Geschichte, Wissenschaft und Philosophie zu einer spannenden Reise in mögliche Zukünfte. Mich hat besonders beeindruckt, wie klar und verständlich er komplexe Themen wie Künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Ethik erklärt. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst – und das viele Fragen hinterlässt, über die man noch lange nachdenkt.

  20. Cover des Buches Pippa Lee (ISBN: 9783596511501)
    Rebecca Miller

    Pippa Lee

    (146)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Pippa Lee ist verheiratet und eine glückliche Mutter. Ihr Leben verläuft geradlinig und als Gastgeberin ist sie sehr beliebt und geschätzt. Ihre Freunde von früher erkennen sie aber kaum wieder, denn es gab keine Party, keine Action die Pippa damals ausgelassen hat. Ist das ihr Glück? Irgendwann stellt sie sich selbst diese Frage und macht sich auf die Suche nach ihren längst vergangenen Träumen und Wünschen und macht sich auf, in ein anderes Leben. Sehr gut geschildert mit viel Wortwitz und Tiefgang.

  21. Cover des Buches Bloodsong 1. Odines Prophezeiung (ISBN: 9783751204583)
    Isabell May

    Bloodsong 1. Odines Prophezeiung

    (48)
    Aktuelle Rezension von: Bleistiftmine

    Inhalt

    Wie jedes andere edle Mädchen im Reich erhält auch Odine nach ihrem 18. Geburtstag eine Prophezeiung, die ihr Leben bestimmen wird. Doch ihr Orakelspruch fällt so düster aus, dass sie vom Hof und sogar vor ihrer eigenen Familie fliehen muss. Ihr Reitlehrer Dariel verhilft ihr dabei zur Flucht, doch unterwegs stoßen sie auf eine Blutjägerin, die von ihrem Ziehvater beauftragt wurde, statt eines Monsters dieses Mal Odine zu jagen...


    Meine Meinung

    Den Schreibstil der Geschichte fand ich gar nicht schlecht, erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Odine und der Blutjägerin Oona. Leider waren mir die Namen die Geschichte über zu ähnlich, sodass ich immer wieder Schwierigkeiten hatte mir zu merken, welcher Name zu wem gehört.

    Die Entwicklung von Oona fand ich ganz spannend, bei Odine dagegen hätte ich mir mehr davon gewünscht.

    Spannungstechnisch kann ich mich irgendwie nicht richtig entscheiden, ob es mir genug oder zu wenig war, immerhin habe ich das Buch zu Ende gelesen, aber am Ende hat es sich angefühlt, als wäre kaum etwas passiert.

    Leider hat sich für mich auch bis zum Ende keinerlei Zusammenhang zwischen Odines Weissagung, ihrer Verbindung und der Jagd durch Oona und Marus auf sie erschlossen, wäre das erklärt (oder zumindest mehr und besser angedeutet) worden, wäre es sicherlich spannender gewesen und ich hätte gern noch den zweiten Teil gelesen.


    Fazit: So richtig abgeholt hat mich die Geschichte leider nicht.

  22. Cover des Buches Mittagsstunde (ISBN: 9783837153392)
    Dörte Hansen

    Mittagsstunde

    (51)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Im ersten Moment war ich überrascht, als beim Starten dieses Hörbuchs die tiefe und eindringliche Stimme der bekannten Schauspielerin Hannelore Hoger erklang. Ich stellte mich innerlich schon auf anstrengende Hörstunden ein. Umso verwunderter war ich schließlich, als ich gar nicht genug kriegen konnte davon … vom platten Schnack, der mich über elf Stunden lang unterhielt …

    Auf Basis des Buches der Schriftstellerin Dörte Hansen, die ich schon aus ihrem ersten Roman „Altes Land“ kannte, erzählt Frau Hoger die Geschichte eines kleinen Dorfs im hohen Norden nahe Husum, wie es seinesgleichen in den 50er, 60er, 70er Jahren in ganz Deutschland zu finden gab. Die Dorfstraße war holperig, große Bäume spendeten im Sommer Schatten, es gab einen kleinen Laden, in dem man einkaufte und die Welt schien in Ordnung, denn alles ging seinen Gang und jeder wusste um seinen Platz im Leben. Es gab wenig Aufregendes zu erleben. Die Highlights im Jahr waren runde Geburtstage und Jubiläen, die im alten Dorfkrug bei Familie Feddersen gefeiert wurden. Ella und Sönke Feddersen, inzwischen beide in den Neunzigern, leben noch immer dort, unterstützt von ihrem Enkel Ingwer, der sie an den Wochenenden besuchen kommt. Um sie und das Dorf dreht sich der Roman. Und um das Erreichen der Gnadenhochzeit. Ach ja, und ein wenig auch um Ingwer, der sich mit seinen fast fünfzig Jahren fragt, ob er alles richtig gemacht hat im Leben …

    Der oft nüchterne und dennoch fast ein wenig magisch anmutende Rückblick auf ein dörfliches Leben, das immer mehr zu verschwinden droht, hat mich fasziniert. Es ist ein ruhiges Buch aber nie langweilig. Der starke Dialekt aus dem Norden weckte in mir so manche Erinnerung an Sommerurlaube an der Ostsee bei Oma und Opa in Friedrichsort an der Ostsee, wo für uns Kinder die Welt auch noch in Ordnung war. Ich sortiere dieses Hörbuch gedanklich in die Kategorie „Lieblingsbuch“ und vergebe hierfür die verdiente volle Punktzahl. Bin schon gespannt, was sich Dörte Hansen als nächstes ausdenken wird. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein!

  23. Cover des Buches Ava und der Baum des Lebens (ISBN: 9783831049851)
    Lu Fraser

    Ava und der Baum des Lebens

    (49)
    Aktuelle Rezension von: NinaNora

    Das Buch haben wir gekauft da bei uns ein Trauerfall in der Familie anstand.  Meine Tochter (3,5) konnte das Thema im Buch hervorragend verstehen.  Es ist kindgerecht erklärt wie der Lauf des Lebens ist und was wir trotzdem wertvolles für die Zukunft mitnehmen können. Beim Vorlesen blieben die Augen der Eltern nicht trocken und gibt auch den Erwachsen die richtige "Umarmung " mit. Das trifft es recht gut, das Buch umarmt einen, in schwierigen Zeiten. Danke für dieses Buch,  das wird uns noch lange Zeit begleiten. Auch die Illustrationen sind liebevoll und sehr ansprechend gestaltet.

  24. Cover des Buches Cuba (ISBN: 9783957281005)

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