Bücher mit dem Tag "weiblichkeit"
43 Bücher
- Margaret Atwood
Der Report der Magd
(869)Aktuelle Rezension von: FranGoldsmithKlappentext:
Die provozierende Vision eines totalitären Staats: Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung unfruchtbar. Die Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Auch die Magd Desfred wird Opfer dieses entwürdigenden Programms. Doch sie besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben ...Meine Einschätzung:
Das Buch wirkt wie ein Tagebuch bzw. die Aufzeichnung einer jungen Frau die in diesem fiktiven Staat als Magd in ein Haus kommt, um dem Kommandanten Nachwuchs zu gebären. Immer wieder bekommt man durch Rückblicke Einblicke wie es zur aktuellen Situation in der Disfred sich befindet, kommen konnte. Trotzdem bleibt einiges unklar und auch das Ende lässt viele Fragen offen.Auf der einen Seite fand ich das Buch wirklich fesselnd und besorgniserregend, aber auf der anderen Seite bleiben leider sehr viele Fragezeichen übrig, die man gerne noch erfahren hätte. Das macht dieses Buch aber auch aus, da es wirklich den Eindruck erweckt man lese ein Manuskript eines Zeitzeugen.
4,5/5 Sterne von mir.
- Caroline Bernard
Frida Kahlo und die Farben des Lebens
(194)Aktuelle Rezension von: käutzchenDies ist mein zweiter Roman über die Künstlerin Frida Kahlo.. hauptsächlich fing ich mit den ersten Roman weil die Frau meines Vaters sie verehrt , jetzt nach den Buch muss ich sagen das ich sie verstehe , jetzt bin ich auch von Frida Kahlo fasziniert und werde zukünftig noch einiges über die Künstlerin lesen wollen , was der Frau meines Vaters sehr freuen wird weil sie danach die Bücher von mir bekommen wird .
Bei diesen Buch kam mir Frida sehr nah vor , ich habe vor allem ihre leiden , sei es von ihren dramatischen Unfall , das auf und ab ihrer grossen Liebe Diego miterlebt ..was sie doch für eine starke Frau sie wahr und vieles mit ihren Bildern ausgedrückt hatte ..
Ich kann aber nicht nur Frida Kahlo Fans das Buch ans Herz legen , es ist interessant geschrieben und zieht einen im Sog , vorallen da die Autorin des Buches versucht hat den Roman so authentisch wie möglich zu machen von Frida 's leben ..
- Lisa Taddeo
Three Women – Drei Frauen
(140)Aktuelle Rezension von: ReadingWitchRezension „Drei Frauen“
Liebe, Leidenschaft und Intimität sind für die meisten von uns positive Begriffe. Wir verbinden sie mit Glück und Zufriedenheit. Aber was passiert, wenn Liebe zur Obsession wird oder wenn das Objekt unserer Begierde unsere Gefühle nicht teilt. Oder noch schlimmer – unsere Liebe wird ausgenutzt. Wenn man den Begriff “unglückliche Liebe“ googelt, stößt man schnell auf Ausdrücke wie z. B. Co. Abhängigkeit, Narzissmus und toxische Partnerschaft. Und nach einer kleinen Umfrage im Freundeskreis musste ich feststellen, dass solche Beziehungen gar nicht so selten sind.
Genau solche ungesunden Beziehungen macht Lisa Taddeo zum Thema in ihrem Roman „Three Women – Drei Frauen“. Sie schreibt über drei unterschiedliche, amerikanische Frauen, die alle einer unglücklichen Liebe verfallen sind. Eine der drei Frauen ist Maggie. Sie ist 17 Jahre alt und lebt noch bei ihren Eltern. Die Verhältnisse bei ihr zuhause sind nicht besonders stabil, und aus dem Wunsch heraus sich jemandem anzuvertrauen entsteht nach und nach eine Liebesbeziehung zu ihrem Vertrauenslehrer. Dann ist da noch Lina. Sie ist verheiratet und hat Kinder. Ihr Mann hat sie seit langer Zeit nicht mehr angerührt, geschweigenden begehrt. Ihr Verlangen nach Liebe und Zärtlichkeit treibt sie in die Arme ihrer Jugendliebe Aidan. Die dritte Frau ist Sloane. Sie stammt aus einer Upper-Class Familie und heiratet einen Mann, dem sie jeden sexuellen Wunsch erfüllt.
All diese Frauen haben eins gemeinsam. Sie glauben, dass sie aus Liebe handeln. Dabei fällt dem Leser schnell auf, dass diese Liebesbeziehungen nicht gesund sind, sondern geradezu toxisch. Die Männer geben den Ton an und die Frauen bleiben mit ihren Wünschen auf der Strecke. In der Beziehung zu ihrem Lehrer muss sich Magie seinen Bedingungen fügen. Lina lässt alles stehen und liegen, wenn ihre Affäre sich bei ihr meldet. Und Sloane überschreitet ihre moralischen Grenzen, um den Vorstellungen ihres Mannes zu genügen.
Diese drei Geschichten basieren auf wahren Begebenheiten und werden von Lisa Taddeo abwechselnd Schritt für Schritt entwickelt. Taddeo schreibt aus der Sicht ihrer Figuren und erlaubt dem Leser damit den vollen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Der Leser erfährt warum sich diese Frauen auf diese toxischen Partnerschaften einlassen. Besonders berührt hat mich das Schicksal von Magie, die für ihre naive und kindliche Liebe zu einem Mann brutal bestraft wurde. Bei Lina hatte ich oft das Bedürfnis diese zu schütteln und sie zu fragen, wo denn ihr Stolz sei. Und dass es nur Unglück bringt einem Mann in dem Ausmaß nachzurennen. Sloane macht auf den ersten Blick einen emanzipierten Eindruck. Sie arbeitet, ist ihr eigener Chef und trifft auch eigenständig Entscheidungen. Doch dieser Eindruck täuscht, sie wünscht sich Aufmerksamkeit und Liebe und macht sich damit selbst zum Opfer.
Gesellschaftliche Unterdrückung von Frauen ist kein Thema der Vergangenheit. Wie die #Metoo-Debatte zeigt, ist die Gleichbehandlung von Mann und Frau noch nicht erreicht. Genau damit setzt sich Lisa Taddeo in diesem Roman auseinander. Sie beleuchtet Themen wie Solidarität unter Frauen, toxische Männlichkeit, weibliche Rollenbilder, Co. Abhängigkeit und Depressionen und zeigt schonungslos, dass Unterdrückung nicht nur durch Männer erfolgt, sondern auch von Frauen angefacht wird. Die Frauen denunzieren sich selbst, um in der Männerwelt erfolgreicher zu sein. Das alles umrahmt Taddeo mit ihrem unaufgeregtem und klarem Schreibstil. Sie erschafft eine zum Inhalt passende düstere und hoffnungslose Atmosphäre.
Fazit
Warum lassen Frauen das mit sich machen? Auf diese Frage gibt auch die Autorin keine Antwort, aber sie zeigt anschaulich, wie es bei den betreffenden Frauen dazu kam. Sind diese Geschichten nachvollziehbar? Wahrscheinlich kann man diese Frauen nur dann verstehen, wenn man selbst in einer toxischen Beziehung festhing. Gibt es von mir eine Leseempfehlung? Ein klares Jein an dieser Stelle. Dieses Buch zeigt Missstände auf, ohne Hoffnung auf Änderung zu machen. Es ist keine leichte Kost oder Unterhaltung für zwischendurch. Dieser Roman soll aufrütteln und zum Denken anregen. Wenn man dazu bereit ist, muss man es lesen.
https://www.readingwitch.com/post/drei-frauen
- Katrin Bauerfeind
Hinten sind Rezepte drin
(165)Aktuelle Rezension von: nicigirl85Nachdem ich bereits bei "Alles kann, Liebe muss" so herzhaft lachen musste, war ich doch sehr gespannt auf frühere Bücher von Frau Bauerfeind. Tja und bei dem herrlichen Kaktuscover konnte ich dann einfach nicht widerstehen.
In diesem witzigen "Ratgeber" geht es um das Thema Frauen. Wie verhalten sie sich, was machen sie, um zu gefallen und merken Männer den ganzen Zipp und Zapp überhaupt?
Frau Bauerfeind gelingt es über viele kleine Geschichten eine Bestandsaufnahme der heutigen deutschen Frau zu schaffen. Das Geschilderte ist so schon Freundinnen oder gar mir selbst in ähnlicher Form passiert.
Ich denke gerade Frauen jenseits der 30 werden sich am besten einfühlen und mit dem Dargestellten identifizieren können.
Auch wenn die Geschichten völlig willkürlich aneinander gereiht sind, vieles aufzeigen, aber kein direkter Zusammenhang zwischen ihnen besteht, stellen sie doch sehr realistisch das heutige Leben einer Frau dar.
Dies ist ganz klar ein Buch für den Lacher zwischendurch. Man muss es nicht in einem Durchlesen, um zu verstehen, kann wild durchblättern und sich die liebsten Geschichten rauspicken, wenn man mag.
Ich habe teils Tränen gelacht beim Lesen und kann nur bestätigen: ja liebe Katrin so ist das mit uns Frauen und wir können noch viel tun, um unser Leben zu verbessern.
Auch hat es mich etwas nachdenklich gestimmt, denn vielleicht sollten gerade wir Frauen daran arbeiten nicht die Erwartungen anderer (ins besondere der von Männern) zu erfüllen, sondern ausschließlich unsere eigenen und wie wir uns sehen und fühlen wollen.
Fazit: Kurzweilige Lektüre, die mir ein sonniges Wochenende noch schöner gemacht hat. Lesenswert!
- Lena Dunham
Not That Kind of Girl
(102)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerUnterhaltsam, leider nichts aufregendes für mich. Sprache war ok, aber das Geschehen hat mich nicht wirklich greifen können.
- Nina George
Die Schönheit der Nacht
(209)Aktuelle Rezension von: BumbilouDer Roman handelt von Claire, erfolgreiche Verhaltensbiologin, Mutter und verheiratet & von Julie, halb so alt wie Claire und unsicher, was sie sich vom Leben erwartet.
Das erste Mal treffen die beiden im Flur eines Hotels aufeinander - Julie putzt dort die Zimmer und Claire ist nach einem Treffen mit einem Liebhaber auf dem Weg nachhause.
Die zweite Begegnung findet in Claires Wohnung statt, denn ihr Sohn ist zum Essen eingeladen um seinen Eltern seine Freundin vorzustellen: Julie.
In diesem Sommer lernen die zwei Frauen sich selbst besser kennen, entdecken, was für sie "leben" bedeutet und wie sie das Feuer (wieder)finden können. Sie sind leidenschaftlich, verletzlich und mutig.
Große Leseempfehlung !
- Liv Strömquist
Der Ursprung der Welt
(58)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDieser Comic von Liv Strömquist hat mir außerordentlich gut gefallen.
Das Buch geht von wertvollen Infos über das weibliche Geschlecht im Patriarchat nur so über.
Ich kann diese Lektüre sehr empfehlen, wenn man sich mit feministischen und gesellschaftskritischen Themen beschäftigen will.
Strömquist pickt sich Menschen aus verschiedenen Jahrhunderten heraus und auch Gegebenheiten, die einen oft erschaudern lassen. Wer was lernen will, ist hier gut bedient.
Fazit: Infos und Zeichnungen Top
- Sheryl Sandberg
Lean In
(27)Aktuelle Rezension von: beccarisAuf dem Klappentext liest man, dass das Buch provozieren will. Unter diesem Aspekt habe ich es auch gelesen. Ich kann mir vorstellen, dass Sheryl Sandberg für viele junge Frauen ein Idol darstellt und es wäre umso interessanter gewesen zu erfahren, welche Eigenschaften und Attribute zu ihrem Leistungsausweis geführt haben. Zweifellos ist die Autorin und Vorsitzende des Verwaltungsrates von Facebook eine beeindruckende Persönlichkeit, die mit viel Engagement und Wille es sehr weit gebracht hat.
Das Buch selbst bringt wenig Neues zur Thematik „Frauen in Führungspositionen" auf. Viele der aufgeführten mehr oder weniger wissenschaftlichen Thesen sind bekannt und bereits unzählige Male kontrovers diskutiert worden.
Die Frage danach, wie sie es geschafft hat, Karriere, Familie und vieles mehr unter einen Hut zu bringen, findet die Autorin müssig. Jedoch stellte sich genau diese Fragestellung auch mir, insbesondere wenn man die endlose Auflistung von Personen liest, die zum Buch wesentlich beigetragen haben, die zahlreichen Kontakte zu Freunden, Politikern, Berufskollegen, etc. etc. Angesichts einer solchen Fülle von Kontakten, ist es schon fragwürdig, inwieweit diese tiefgründig und bedeutsam sind. - Margarete Stokowski
We are Feminists!
(21)Aktuelle Rezension von: Lia48„Dieses Buch belegt schlaglichtartig, was erreicht werden kann, wenn Frauen zusammenstehen, mit einer Stimme sprechen und sich weigern, Rückschritte zu akzeptieren. Aber Feminismus beginnt beim Individuum: Dieses Buch soll uns Frauen zeigen, dass Feminismus auch bei jeder Einzelnen von uns beginnt.“
In den letzten 150 Jahren hat sich in der Geschichte des Feminismus einiges getan, doch noch vieles ist machbar. Dieses Buch zeigt kurz und knapp die bisher wichtigsten Ereignisse und Errungenschaften in Sachen Frauenrechte auf.
Dazu ist das Buch in die drei Wellen des Feminismus aufgeteilt, die 1840 beginnen und bis in die Gegenwart andauern.Jede Welle wird übersichtlich in einem Zeitstrahl angezeigt, auf dem die wichtigsten Ereignisse aufgeführt werden. Nach einer Einführung wird sie anschließend in den jeweiligen historischen Kontext eingebettet.
Wegbereiterinnen & feministische Personen werden vorgestellt, Zitate werden aufgeführt, wichtige Ereignisse werden nochmals separat erläutert.
Besonders gut haben mir die Auflistungen (mit kurzen Erklärungen) von feministischer Literatur gefallen, darauf werde ich bestimmt nochmals zurückgreifen!
Auch die nach Jahreszahlen sortierten Beschreibungen von Frauen im Bildungswesen, Frauen in der Forschung, feministische Theorie, Künstlerinnen, Sportlerinnen sowie Frauen in den Sozialen Medien, habe ich als interessante Rubriken wahrgenommen.
Des Weiteren gibt es neben Fotos mancher Personen, auch anschauliche Grafiken, die einzelne Länder miteinander vergleicht, z.B. beim Recht auf eigenen Besitz, bei der Einführung des Frauenwahlrechts, bei der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, beim Recht auf Scheidung, bei demokratisch gewählten Spitzenpolitikerinnen, oder bei der Einführung der Elternzeit. Diese fand ich alle ziemlich spannend! Z.B. wusste ich vorher nicht, dass die Schweiz erst 1971 das Frauenwahlrecht eingeführt hat (im Vergleich: Deutschland 1918). In manchen Ländern wie Tunesien gibt es heute immer noch kein Recht auf eigenen Besitz, in Russland wurde das dagegen schon 1753 eingeführt.
Von diesen Vergleichen hätte ich gerne noch einige mehr gehabt, vor allem auch mit Daten für Deutschland.FAZIT: Für einen kurzen, kompakten Überblick zur Geschichte der Frauenrechte, kann dieses Buch ein passender Einstieg sein. Ich hätte mir noch ein paar mehr Ländervergleiche mit verschiedenen Themen & Daten gewünscht, besonders im Vergleich mit Deutschland. Ansonsten war das ein guter Einstieg in die Thematik mit einem hübsch aufgemachten Buch. Von mir gibt es 4/5 Sterne!
- Hannah Krutmann
Everyday Magic
(30)Aktuelle Rezension von: culejuleWer seine innere kleine und starke Hexe erwecken möchte, der wird mit diesem Buch mit einem Umfang von 264 Seiten bestens aufgehoben sein.
Hannah und Marie Krutmann haben ein interessantes Handbuch für die moderne Spiritualität entworfen, das ich gern gelesen habe. Acht Kapitel mit unterschiedlichen zeitgemäßen Themen ( unter anderem zur Anwendung von Kristallen, der Manifestation und der Astrologie) erwarten den Leser.
Ein perfekter Allrounder für den Einstieg.
- T. C. Boyle
Tod durch Ertrinken
(43)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIn diesem Buch finden sich die ersten schriftstellerischen Schritte des US-Kultautors, Storys, die zwischen 1974 und 1979 entstanden sind und schon ein hohes sprachliches Niveau besitzen. Wie immer bilden Boyles Geschichten ein Gemisch aus Satire, Ironie, Ernst und Skurrilität...sie enthalten oftmals reale Charaktere aus Politik und Zeitgeschichte, deren Leben und Werk meistens mit beißendem Humor auf die Schippe genommen wird, in vorliegendem Fall sind das zum Beispiel Idi Amin und Mao Tse-tung.
Die Storys handeln unter anderem von aztekischen Bierdosen, einer Hippiekommune, die von einem mysteriösen Blutregen überrascht wird, einem Frauenrestaurant mit striktem Eintrittsverbot für Männer, einem Flugzeugabsturz im Regenwald oder einer Forscherin, die sich in einen Schimpansen verliebt. Die für mich hervorragendste Geschichte ist allerdings "Die große Werkstatt", eine Hommage an Franz Kafka (dem die Geschichte auch gewidmet ist), die in ihrer ausweglosen Grundsituation an "Der Prozeß" und "Das Schloß" erinnert.
Natürlich kann einem bei 17 versammelten Storys nicht jede gefallen, auch hier gibt es eine Handvoll, mit denen ich nicht wirklich etwas anfangen kann, da ich schlichtweg deren Sinn nicht erkenne, doch das sind Ausnahmen. Und selbst diese sind sprchlich und erzählerisch auf verdammt hohem Niveau. Boyle verwendet unzählige Vergleiche und Metaphern, die zum Teil wirklich komisch sind.
Meine 7 Lieblingsstorys in diesem Buch:
1. Die große Werkstatt
2. Quetzalcoatl Lite
3. Ein Frauenrestaurant
4. Grüne Hölle
5. Blutregen
6. Geschichten vom Aussterben
7. Wir sind Nordländer
Fazit: Für Freunde des skurrilen Humors und ideenreicher Fabulierkunst sehr zu empfehlen. Wer Boyles Schreibstil nicht kennt, sollte jedoch erst einmal eine Leseprobe studieren, ob einem dieser stellenweise überbordende Surrealismus zusagt. - Angela Aiden
Schattenpriester - Das Opfer der Göttin
(1)Aktuelle Rezension von: SkyaraDurch meine liebe Kollegin Emma bei ge-h-schichten.blogspot.de habe ich die Anfrage für eine Rezension dieses Debütromans erhalten. Bisher bekam ich noch nie eine solche direkte Anfrage. Aber noch bevor ich die Nachricht in unserer WhatsApp Gruppe selbst lesen konnte, wurde bereits von allen Kolleginnen ein eindeutiges „Emma, das müsste was für Skyara sein!“ abgegeben.
Nach einem kurzen Blick auf das Cover muss ich allerdings gestehen, dass ich mir nicht sicher war, ob das wirklich ein Buch für mich ist. Klar, kann ein schöner Rücken bekanntlich auch entzücken, aber ich bin nicht der Typ für die durchtrainierten, fein definierten Muskelbodys. Jedoch hat mich das Katana sofort fasziniert, denn mit japanischem Schwertkampf verbinde ich etwas äußerst Edles und Ehrenhaftes. Somit, ab an die Leseprobe, welche mich zwar etwas mulmig zurücklies, jedoch trotzdem sofort packte. Denn ich wollte wissen, wie es der jungen Mira in diesem Buch ergehen würde.
Gleich im Prolog fällt man in eine Szene, die einem klar macht, was für ein Typ Mensch Levion ist. Hart aber gerecht. Mir bereitete es hier nur leichte Schwierigkeiten, dass Angela kurze Sätze in Gedankensprache einstreut, woran ich mich erst gewöhnen musste. Doch schon nach dem Prolog hatte ich es geschafft. Ihr Schreibstil ist sehr leicht und flüssig und man kann das Buch schier nicht aus der Hand legen. Sie sorgt dafür, dass einem die verschiedenen Charaktere nur so ins Herz fliegen. Man bekommt die gesamte Geschichte in wechselnder Sicht, sowohl von Mira, als auch von Levion eindrücklich geschildert.
Die Protagonistin machte mir anfänglich noch einen etwas verlassenen Eindruck, welcher im Laufe des Buches auch durchaus Sinn ergibt, jedoch trotz ihrer Stärke und Gefühle für mich noch etwas Tiefe fehlen lässt. Aufgrund ihres Schicksals, welches erst nach und nach beleuchtet wird, ist sie sehr in sich zurückgezogen und kämpft nun mit ihrem Alltag und ihrem widerlichen Boss. Und als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, wird sie auch noch erwählt, ihre Jungfräulichkeit, in einem alle 10 Jahre stattfindenden Ritual der Göttin Andra, einem Kriegerpriester zu opfern. Jedoch geht ein Rumoren durch das Volk, da behauptet wird, dass in diesen Opferungen nicht gerade zimperlich mit den Frauen umgegangen würde. Egal ob dies nun stimmt oder nicht, sie weiß, dass sie keinerlei Möglichkeiten hat in ihrer Gesellschaft Fuß zu fassen, wenn sie sich gegen den sakralen Sektor stellt. Denn dieser ist nicht nur für das Seelenamt, sondern auch als Executive zuständig. Daher geht Sie dieser Ungewissheit mutig entgegen, was trotz dessen nur eine Maske ist, und nicht ihre tatsächlichen Gefühle nach außen widerspiegelt.
Diesen Mut und Levions absolute Hingabe gegenüber Mira und der Göttin, hat Angela Aiden in einen wirklich hervorragenden Spannungsbogen eingebaut. Dieser ist nicht nur in der geschichtlichen Ebene, sondern auch im Erotischen zu sehen.
Meine Befürchtung, dass die ganze Geschichte zu sexlastig und auch zu grob im Umgang der Charaktere untereinander wird, hat sich zu meinem Glück nicht bestätigt. Es sind zwar eine Menge erotischer Szenen darin beschrieben, es baut aber alles wunderbar aufeinander auf und mündet in dem von Anfang an erwarteten, aber sehr geschmackvoll gehaltenen, fulminanten Ende.
Ich musste jedoch einen halben Punkt abziehen, da Angela leider einer Figur während der Geschichte einen… na, ich würde mal sagen, lieblosen Abgang beschert hat. Während alle anderen Figuren einen schlüssigen Hintergrund aufweisen und irgendwie auf mehr hoffen lassen, ist dieser Figur mit einem kleinen Halbsatz ein etwas unlogischer Abgang bereitet worden. Meiner Meinung nach hätten hier 2-3 Sätze genügt, um damit letztlich auch den beiden Protagonisten zu entsprechen, welche diesen Abgang leider gar nicht kommentierten…
Mein Fazit ist, trotz des Mankos: Unbedingt lesen, denn der Umgang der beiden Hauptfiguren miteinander ist einfach zu schön und bereitet einem dieses gewisse Herzklopfen! Damit lässt sich auch dieses Manko gut ausgleichen. Denn man darf nicht vergessen, dass dieses Buch ihr Debütroman ist. Daher erhält dieses Buch von mir 4,5 von 5 Punkten. Und es gibt noch eine kleine Überraschung für jeden der es bis jetzt nicht ahnte: Angela Aiden arbeitet bereits kräftig an einem zweiten Teil!
Und hier ist noch ein kleines Interview mit der Autorin:
https://ge-h-schichten.blogspot.de/2017/01/gehfragt-angela-aiden.html
- Josianne Hosner
Zyklisch leben
(20)Aktuelle Rezension von: JoennaZyklisch leben
Von Josianne Hosner
Dieses Buch hat mir sehr die Augen geöffnet über den Zyklus(Jahreszeiten) der Frau. Und ich hatte mehrere Aha-Erlebnisse beim Lesen. Die Autorin schreibt so richtig von der Seele wie die Frau sich fühlt wehrend ihrem Zyklus. Und was man alles machen kann oder auch einfach geschehen lassen darf zu jeder innerlichen Jahreszeit. Winter/Frühling/Sommer/Winter, hat ihre eigenen Bedürfnisse und wie man sie annehmen darf und kann. Ein sehr Interessantes Buch das jede Frau gelesen haben sollte.
- Jutta Westphalen
Die weibliche Kraft kehrt zurück
(8)Aktuelle Rezension von: SonjaBienemannJutta Westphalen nimmt uns mit auf eine Reise zu den Wurzeln der Weiblichkeit. Es steckt so viel Kraft in uns Frauen, wenn wir uns nur wieder gegenseitig vertrauen. Lasst uns der toxischen Männlichkeit ein Ende setzen.
Wie schön wird es erst sein, wenn Frauen endlich aufhören den Lügen von „Stutenbissigkeit“ und „Zickenkrieg“ und das es „nur EINE geben kann“, zu folgen? Wie wunderbar wird es sein, wenn wir erkennen, dass wir gemeinsam und gut vernetzt so viel mehr erreichen können, als allein.
Ich fühle mich nach der Lektüre sehr gesegnet, dass ich noch immer Teil einer „Schwesternschaft“ sein darf und wünsche allen Frauen und auch allen Männern, die verstanden haben, dass wir nur weiter auf dieser schönen Erde existieren können, wenn wir gemeinsam das nährende Element stärken und nicht die Ausbeutung und Zerstörung weiter vorantreiben.
Ich hoffe sehr, dass dieses Buch viele Menschen zum Nachdenken anregt! - Astrid Leila Bust
Weiblichkeit leben
(2)Aktuelle Rezension von: SosaTopicEin tolles Buch, das ich nicht so schnell aus der Hand legen konnte.
An vielen Stellen habe ich mich wiederentdeckt und konnte anhand der praktischen Tipps viel über mich und meinen Körper lernen.
Die Autorin kommt dabei ganz ohne Vorwürfe oder erhobenen Zeigefinger aus - sie zeigt Wege zurück zu seiner eigenen Femininität, ganz ohne veraltete Rollenbilder.
Sehr zu empfehlen für alle, die das Gefühl haben den Kontakt zu sich verloren zu haben. - Summer Brennan
High Heel
(11)Aktuelle Rezension von: PrettyrumDie vollständige Rezension findet ihr hier
Zusammenfassung
High Heels - eigentlich ein Gebrauchsgegenstand, doch dahinter steckt noch viel mehr. In ihrem Buch stellt Summer Brennan nicht nur Zusammenhänge zwischen dem Feminsimus, stigmatisierter Weiblichkeit und biologischen Geschlechterrollen her, sondern auch Verbindungen zwischen dem sowohl geliebten, als auch verhassten Schuh und den Zeichen "typischer" Weiblichkeit.
Meinung
In diesem Buch, welches wirklich ausgefeilt und mit viel Liebe fürs Detail zusammengeschrieben wurde, erkennt man mit jeder Seite die man liest, wie viel Arbeit darin steckt. Nicht nur, weil Summer Brennan auch persönliche Erfahrungen einbringt, zum Ende des Buches sind auch haufenweise Quellenverweise aufgeführt, die belegen, woher sie jegleiche Information hat. Sie stellt Zusammenhänge zur Biologie her, zur Politik, zur griechischen Mythologie und der Geschichte und bezieht die gesamte Thematik nicht nur auf das typisch Weibliche Geschlecht, sondern auf alle Geschlechter, oder besser gesagt auf jedes Gender. Sie stellt tiefgründige Gedankengänge an, wovon aber auch einige auf dauer wirklich ermüdend sind. Viele der rein biologischen Theorien, die sich teilweise angehört haben, als seien es die gleichen, haben mir beim Lesen ganz schön den Wind aus den Segeln genommen, genau wie die Tatsache, dass des gesamte Buch eigentlich nur aus zusammengereihten Fakten bestehet, die sie wunderschön in kleine Geschichten eingepackt hat. Teilweise schein es, als hätte es kein Ende genommen. Aber auch das Cover ist schlciht, mit der grünen Farbe, sodass die High Heels einen starken Kontrast dazu bilden und eine Verbindung zum Titel herstellen, wirkt aber trotzdem kein Stück langweilig.
Fazit
High Heel ist eines der Bücher, bei denen ich merken konnte, wieviel Arbeit dahinter stecke. Und trotz der relativ trocknen Durststrecke, die wirklich nur aus Texten und einem Fakt nach dem nächsten bestand, ist das Buch unglaublich lehrreich und verändert auch meine Sicht auf viele Dinge, die eigentlich selbstverständlich in unserer Gesellschaft scheinen. Deshalb bekommt das Buch von mir vier Sterne!
- Daniela Hutter
Das Yin-Prinzip
(2)Aktuelle Rezension von: Ninasan86Zum Inhalt:
Hingabe, Empfindsamkeit, Mitgefühl – in unserer rationalen und effizienten Welt bleiben weibliche Qualitäten oft ungelebt. Wie können wir unser Leben verändern und gestalten, um diese Yin-Qualitäten wieder zu fördern? Wie kann es gelingen, sich wieder mit der weiblichen Essenz zu verbinden? Daniela Hutter entwirft die Vision einer versöhnten Polarität von Mann und Frau, die unser ganzes Sein und unsere Lebensqualität in Beruf, Partnerschaft und Sexualität in Harmonie bringt. Ihre kraftvollen Übungen, Heilrituale und Geschichten ebnen den Weg zu einer neuen, ganzheitlichen Weiblichkeit.
Über die Autorin:
Daniela Hutter, geboren 1966, ist Unternehmerin, Reiki Meisterin und Engelenergetikerin. Zu den Themen spirituelle Entfaltung, weibliches Bewusstsein, Glück und Engel bietet sie Coachings, Seminare und spirituelle Reisen an. Sie schreibt regelmäßig Blogs sowie Kolumnen für das Engelmagazin. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in St. Johann/Tirol.
Mein Fazit und meine Rezension:
Um ehrlich zu sein schleiche ich schon etwas länger um dieses Buch herum, da mir Daniela Hutter auch schon ein Name ist. Das erste Mal habe ich von ihr in einer Facebook-Gruppe erfahren oder besser gesagt von ihrem Tun, da sie selbst eine Yin-Challenge ins Leben gerufen hat und mich auf Facebook, aber auch auf Instagram beeindruckt hat.
Daniela Hutter wurde mir damals als eine Frau präsentiert, die tatsächlich auch Frau ist und anderen Frauen zum Frausein verhilft. Wer mich und meinen Blog jetzt schon eine Weile verfolgt, der erkennt, dass auch ich mich gerade in einer Selbstfindungs-, aber auch Selbstverwirklichungsphase befinde und einige Bücher über Selbstverwirklichung und Persönlichkeitsentwicklung lese. Mit dem Buch "Das Yin-Prinzip" hat mir Daniela Hutter gezeigt, wie sehr das Yin in unserem Alltag des (Frau-)Seins fehlt und was wir tun können und müssen, um eben jenes wieder zurück zu erhalten, damit wir ein wundervolles Leben haben.
Dabei gelten die von ihr in dem Buch beschriebenen Grundsätze nicht nur die Frau als Solche, sondern auch den Mann, der ein Teil einer Frau in sich trägt (das Yin), ebenso wie die Frau einen Teil des Mannes in sich trägt (das Yang). Es gilt auch hier ein Gleichgewicht, eine innere Balance zu finden.
Heutzutage werden wir von einer Yang-lastigen-Welt dominiert. So zumindest ergeht es mir. Es wird darauf geachtet, was man leistet, was man tut, wie schnell man ist und wie fleißig. Darüber vergessen wir immer mehr uns selbst und unser Wohlbefinden. Wie oft fühlte ich mich überfordert oder regelrecht überfahren, müde und matt und war dem Außen einfach nicht mehr gewachsen. Und wie oft spürte ich selbst, dass ich nicht mehr ich selbst bin und dass mir etwas in meinem Inneren fehlt, dass meine Ausgeglichenheit adé war? Leider zu oft. Doch damit ist jetzt Schluss!
Daniela Hutter hat mit ihrem Buch einen Leitfaden für uns Frauen (aber auch die Männer) geschaffen, die mehr zu sich selbst finden wollen, wieder mehr in ihr Yin und ihre ursprüngliche und natürliche Rolle finden wollen und unterstützt uns mit vielen kleinen Übungen und Meditationen, um unser Ziel zu erreichen und auch wieder im Innern zu uns selbst zu finden.
Ein wunderschönes Beispiel dafür ist die Prägung, die wir bereits in unserer frühen Kindheit erfahren haben und die sich auch noch heute auf uns auswirkt - bewusst oder aber unbewusst. Warum handeln wir so, wie wir handeln? Warum denken wir so, wie wir denken? Und: sind es wirklich unsere Handlungen und unsere Gedanken, die da auftauchen? Mitnichten. Gerade in unserer Kindheit wurden wir von den Menschen in unserem Umfeld geprägt, wurden durch die Erziehung unserer Eltern in ein Muster gestoßen oder aber haben uns selbst Vorbilder geschaffen, mit denen wir uns identifizieren wollten. Doch nicht immer sind solche Prägungen für uns zum Vorteil. Mit Hilfe einer wunderbaren Meditation zeigt Daniela Hutter auf, wie man diesen Menschen, die dir deine Prägung geschenkt haben, begegnen und wie wir ihnen ihre Prägungen wieder zurück geben können und uns von ihnen "befreien". Nachdem ich dieses kurze Kapitel gelesen habe, habe ich selbst innegehalten und überlegt, welche Prägung mich in meinem Leben begleitet und auch ich wurde fündig.
Man sieht, dass ich das Buch nicht nur gelesen, sondern regelrecht studiert habe. Mit Stift und Notizblock habe ich gelesen, mir besondere Passagen farbig hervorgehoben und auch wunderschöne Meditationen von ihr besonders markiert. Im Verlauf der Yin-Challenge, die auf Facebook und Instagram zu sehen war und unter der Leitung von Daniela Hutter lief, habe ich bereits einen Einblick in ihr Wirken und ihr Buch erhalten. Doch dieser Einblick war ein kleiner und wird dem Buch als Solchem absolut nicht gerecht!
Schritt für Schritt schlüsselt Daniela Hutter für uns Leserinnen und Leser auf, was es heißt im Yin zu leben und das Gleichgewicht mit dem Yang zu finden. Dabei heißt es nicht, dass im-Yin-leben eine schwache Lebenseinstellung ist, da das Yin schwach daher kommt. Das Yin ist so viel mehr! Im weiteren Verlauf des Buches wird nicht nur erklärt, wir wie Frauen wieder zu unserer wahren Natur kommen können und den Weg vom Außen ins Innen erfahren, sondern auch, was das FrauSein ausmacht, wie der weibliche Weg aussieht und wie wir uns in dieser weiblichen Essenz wohlfühlen.
Mit der Aufzählung der Qualitäten und der Verinnerlichung von diesen, gelingt es jedem Leser und jeder Leserin, das YIN-Prinzip zu verstehen und vor allen Dingen zu leben!
Wer also mehr über das Yin, das FrauSein und die weibliche Essenz erfahren möchte und gemeinsam mit Daniela Hutter einen Weg ins Innere, ins Ich starten möchte, dem kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen! - Magdalena Stammler
bluten
(4)Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutter436 Wochen habe ich in meinem Leben geblutet. Mal abgesehen davon, dass ich sehr wenige Schrammen, sehr selten Nasenbluten und noch nie eine Platzwunde (toi toi toi) und nur ab und an eine Schnittwunde hatte, waren die 436 Wochen kalkulierbar, absehbar, pünktlich und tatsächlich meist schmerzfrei. Und dann von heute auf morgen nichts mehr. Bilderbuchblutungen würde ich sagen. Viel Aufmerksamkeit habe ich dem nie beigemessen. War halt so, ist halt so und irgendwie muss man sich damit arrangieren. In diesem Buch schauen wir nicht nur auf das Menstruationsblut, auch andere Herzblut-Angelegenheiten korrespondieren mit dem Titel.
15 verschiedene Autorinnen, von denen mir einige schon bekannt waren haben in dieser Anthologie dem Zyklus auch im übertragenen Sinne Raum gegeben. Herausgekommen sind dabei sehr unterschiedliche Geschichten. Von poetisch bis pragmatisch, von flüssig bis fest. Die einen leiden. Die anderen feiern es. Den meisten Geschichten ist eins gemeinsam: Die Erzählerinnen machen vieles mit sich aus. Verstecken es vielleicht sogar. Es wird deutlich, dass etwas sehr normales, immer einen anrüchigen Beigeschmack bekommt, nur weil Männer keine Ahnung davon haben. „Das Leben der Frauen ist ein Leben zweiter Klasse, das Blut der Frauen ist ein Blut zweiter Klasse. Das Blut, dass uns interessiert, fließt auf Schlachtfeldern und aus den Schürfwunden von Fußballer Knien… Wir schreiben eure Minderwertigkeit in euch ein, mit eurem eigenen Blut. In eure Leistungsfähigkeit, in euren Marktwert, in euer Selbstbild.“ dieses Zitat aus dem Beitrag von Gertraud Klemm, hat mich sehr zur Reflexion angeregt. Das ist aber nicht die einzige Textstelle, die mich gepackt hat.
Das Werk ist so abwechslungsreich und bereichernd, dass ich es euch gerne empfehle. Wünschenswert wäre natürlich, wenn auch heteronormative Männer dieses Buch lesen, wobei das sicherlich selten der Fall sein wird. Mich hat vor allem die stilistische Vielfalt sehr angesprochen – jedes Kapitel eine neue Überraschung.
- Jackie Thomae
Glück
(43)Aktuelle Rezension von: leseleaMarie-Claire und Anahita haben keine Kinder. Und das ist eigentlich gut so. Der richtige Partner ist ihnen nie über den Weg gelaufen, die Karriere als erfolgreiche Podcasterin bzw. als Politikerin hatte Priorität. Doch dann wird Marie-Claire von ihrer Frauenärztin mit der Einsicht konfrontiert, dass mit fast vierzig Jahren die fetten fruchtbaren Jahre zu Ende gehen. Gleichzeitig fragt sich Anahita, ob sie eine erfolgreiche Senatorin für Familien sein kann, wenn sie selber alleinstehend ist. Sollten beide nicht doch ein Kind bekommen? Wollen sie überhaupt? Ist eine Frau ohne Mutterschaft überhaupt eine richtige Frau? Oder liegt das wahre Glück nicht in der Selbstbestimmtheit? Die Antworten auf diese Fragen sind nicht leicht und gleichzeitig tickt die biologische Uhr unfassbar laut.
Jackie Thomae hat mit Glück einen Roman geschrieben, der ein meiner Meinung nach sehr wichtiges Thema in den Mittelpunkt stellt: kinderlose bzw. kinderfreie Frauen, also Frauen, die sich bewusst gegen Mutter- und Elternschaft entschieden haben. Denn diese Frauen gibt es – auch wenn die Gesellschaft dies immer noch schwer begreift und entweder mit Mitleid („Es hat wohl nicht geklappt.“) oder Überzeugungseifer („Warte nur, bis du den richtigen Mann triffst!“) reagiert. Glück hätte deswegen ein Plädoyer in Romanform werden können, das die Lebens- und Erfahrungswelten dieser Frauen aufzeigt, verständlich macht und vor allem betont: Muttersein ist nicht das höchste Ziel im Leben einer Frau!
Leider verschenkt Thomae aber das Potential ihres Romans. Zwar lässt sie ihre Figuren sich durchaus mit den Möglichkeiten und Grenzen von Mutterschaft auseinandersetzen und beleuchtet ein potentiell kinderfreies Leben; gleichzeitig reflektiert sich, wie die Gesellschaft Mütter und Nicht-Mütter betrachtet und welche Erwartungen sie auf beide projiziert. Doch der Roman wirkt auf den knapp 420 Seiten überfrachtet: Thomae führt zahlreiche Nebenfiguren ein, die mit einer oder beiden Hauptfiguren in Verbindung stehen und die dem Thema weitere Perspektiven und Nuancen hinzufügen sollen. Die Gedanken der Nebenfiguren sind bisweilen interessanter als die der Hauptfiguren, länger als ein Kapitel dürfen wir sie jedoch nicht begleiten, was die Geschichte für mich brüchig macht. Hinzu kommt im zweiten Teil die Utopie (oder Dystopie?) einer Pille, die die Menopause der Frau außer Kraft setzt und quasi lebenslange Fortpflanzung garantiert. Für die einen mag das ein gelungener Twist sein, mir selber war dieser Handlungsstrang zu fiktiv in einer Geschichte, die sonst so fest in der Berliner Medien- und Politikszene verankert ist.
Der Stil wirkt stellenweise sperrig. Thomae formuliert verschachtelte, metaphernreiche Sätze, die einem die beiden Protagonistinnen nicht näherbringen. Zudem lässt sie beide Figuren in einem lamentierenden Tonfall von ihrer Situation erzählen. Natürlich ist dies aufgrund der Thematik berechtigt, beide verharren aber über lange Zeit in ihren Gefühlen, ohne in irgendeiner Form ins Handeln zu kommen. Zum Schluss entscheiden sich beide bewusst gegen Kinder, ein starkes Zeichen und genau das, was ich in diesem Roman gesucht habe. Der Weg dahin war jedoch lang – und wird im Epilog dann doch gebrochen. Glück ist für mich daher in seiner Erzählstrategie nicht konsequent, die positive Vision eines kinderfreien Lebens wird nur teilweise erzählt.
Insgesamt ist Glück ein Roman, der meine Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die guten und wichtigen Gedanken gehen im emotionalen Dauergetöse der Figuren unter, das Ende hat mich sogar enttäuscht. Durchschnittliche drei Sterne für ein thematisch mutiges Buch, das sich erzählerisch jedoch selbst im Weg steht.























