Bücher mit dem Tag "weltkrieg"
222 Bücher
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(4.688)Aktuelle Rezension von: _lenas-buecherwelt_"Die Bücherdiebin" zeigt, dass Worte ein Rückzugsort und ein Abenteuer sein können, doch gleichzeitig können sie auch gefährlich werden.
Der Schreibstil war etwas anders als bei den meisten Büchern, die ich bis jetzt gelesen habe. Daran musste ich mich erst ein wenig gewöhnen, war dann aber schnell in der Geschichte drin.
Der Tod ist in der Geschichte der Erzähler. Er berichtet von dem kleinen Mädchen Liesel, dem er öfter in verschiedenen Situationen begegnet ist und dessen Geschichte ihn nicht losgelassen hat. Er schildert auch auf eine besondere Weise die Zeit während des zweiten Weltkriegs und berichtet über den Alltag und das Überleben in Deutschland, über Hoffnung, Schuld und eben auch über den Tod.
Liesel ist ein mutiges Mädchen, das in Büchern und Worten ihren Rückzugsort gefunden hat und die in ihren jungen Jahren schon einiges erlebt hat und nun bei Pflegeeltern aufwachsen soll. Hans Hubermann war für sie ein toller Vater und ist für sie ebenfalls zu ihrem Rückzugsort geworden. Auch Rosa Hubermann hat Liesel in ihr Herz geschlossen, sie hat nur eine andere Art und Weise ihre Liebe auszudrücken. Rudi und Max sind für Liesel zu zwei guten Freunden geworden.
Auch die Gestaltung de Buchs war etwas besonderes, mit Zeichnungen, Geschichten und Bildern von Max.
Die Geschichte hat mich nachdenklich gemacht, mich berührt und mir auch die ein oder andere Träne entlockt. - Anne Frank
Gesamtausgabe
(2.750)Aktuelle Rezension von: AukjeAnne Frank, die aus einer jüdischen Familie stammt, muss während des zweiten Weltkriegs von ihrer Heimat Frankfurt am Main, 1933 mit ihrer Familie nach Amsterdam flüchten. Während dieser Zeit führt sie über zwei Jahre lang ein Tagebuch, das deutlich die Ängste und wünsche einer Jugendlichen zeigt, die in diesen schweren Zeiten aufwächst. Und wenn das nicht schon ausreicht erhält man auch noch einen guten Einblick über eine jüdische Familie, die versucht eine einigermaßen erträgliche Normalität aufrecht zu erhalten während sie versuchen zu überleben, in ständiger Angst vor den Nationalsozialisten.
Da meine 13jährige Nichte sich zurzeit mit der Zeit des zweiten Weltkriegs auseinander setzt, habe ich ihr dieses Buch gegeben und es selber nach vielen Jahren noch mal gelesen. Auch nach all den Jahren als ich es zum ersten Mal gelesen habe, hat es mich wieder sehr bewegt. Nach wie vor halte ich dieses Buch wichtig, damit Jugendliche beginnen sich mit dieser Zeit zu beschäftigen, da es ein autobiografisches Buch einer Jugendlichen ist, die sie nachvollziehen können.
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.302)Aktuelle Rezension von: _seitenreise_Ich weiß nicht, ob Sturz der Titanen das ideale Weihnachtsbuch ist – schließlich taucht man tief in den Ersten Weltkrieg ein. Aber wann hat man sonst schon einmal so viel Zeit, um sich ganz in Ruhe auf einen 1000-Seiten-Schmöker einzulassen?
Ken Follett hat diese besondere Gabe, einen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen zu ziehen. Ja, zu Beginn gibt es viele Schauplätze und zahlreiche Figuren, die man erst einmal einordnen muss. Doch erstaunlich schnell fiebert man mit allen mit, lernt sie zu lieben oder zu hassen und begleitet sie auf einer intensiven Reise durch einen dunklen Abschnitt der Weltgeschichte.
Das Buch ist stellenweise harte Kost. Der Erste Weltkrieg wird eindringlich und schonungslos geschildert, und die Schrecken, die die Menschen erleiden mussten, gehen nahe. Gleichzeitig war dieses Buch für mich besser als jede Geschichtsstunde. Die Recherche ist unfassbar gut – jede historische Begebenheit, jede reale Persönlichkeit und jeder Schauplatz sind sorgfältig eingebettet. Man merkt auf jeder Seite, wie fundiert und durchdacht dieses Buch ist.
Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: England, Russland, die USA – dadurch versteht man politische Zusammenhänge, Entscheidungen und Entwicklungen viel besser, auch wenn man bei den vielen politischen Manövern aufmerksam lesen muss.
Großartig ist zudem, wie Ken Follett die Lebenswege seiner Figuren miteinander verwebt. Ihre Geschichten kreuzen sich nach und nach, ohne konstruiert zu wirken. Alles hängt zusammen, alles greift ineinander, sodass man nie das Gefühl hat, mehrere getrennte Handlungsstränge zu lesen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Für meinen Geschmack hätten einige Passagen – vor allem die sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, Strategien und Gefechten – etwas kürzer ausfallen können. Auch wenn ich Folletts Detailverliebtheit schätze, war mir das stellenweise etwas zu viel.
Fazit: Sturz der Titanen ist ein eindrucksvoller, spannender und lehrreicher Auftakt der Jahrhundert-Saga, die ihren Namen mehr als verdient. Habt keine Angst vor den 1000 Seiten – sie lohnen sich wirklich. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder etwas leichtere Kost brauche.
- Ransom Riggs
Die Insel der besonderen Kinder
(2.142)Aktuelle Rezension von: Randaleranke📖In "Die Insel der besonderen Kinder" von @ransomriggs geht es um Jacob, dessen Großvater ihm von seinen unglaublichen Entdeckungsreisen, Kindern mit besonderen Fähigkeiten und brutalen Monstern erzählt. Eines Tages wird Jacobs Großvater ermordet und Jacob findet heraus, dass all die Geschichten wahr sind.
❗Dieser Text kann Spoiler enthalten.
✅ Dieses Buch ist etwas für dich, wenn...
- du eine Gruppe Jugendlicher beim Zusammenwachsen und einem lebensverändernden Abenteuer begleiten willst.
- du daran glaubst, dass unter uns besondere Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten und Monster leben.
- du keine Lust auf viele komplizierte Fantasynamen hast, du aber auch nicht ganz darauf verzichten willst.
❌Dieses Buch ist nichts für dich, wenn...
- du mit Tod und Gewalt in Büchern nicht gut umgehen kannst.
- du ein schnelles Erzähltempo bevorzugst.
- Inselsetting und Zeitreisen nicht dein Ding sind.
✨ Eigentlich bin ich kein Fan von entspanntem Erzähltempo, aber in diesem Buch ist mir das fast nicht aufgefallen. Als die Action dann anfing, habe ich lediglich im Nachhinein gedacht, dass ich doch schon einen ganz schön großen Teil des Buches gelesen hatte. Die Geschichte hat mich total gut mit seinen unterschiedlichen Atmosphären gecatched. Teilweise war es gruselig, actionreich, hat mich zum Weinen und auch zum Lachen gebracht, also aus meinen Augen eine wirklich gute Balance gehalten. Oft habe ich Jana auch geschrieben, dass ich mich gerade super wohl mit dem Buch fühle. Auch die Charaktere fand ich wirklich gut und abwechslungsreich, die Welt war toll gestaltet und das Ende hatte einen super fairen Cliffhanger, dafür dass es der erste Teil einer Buchreihe ist. Untermalt wurde die Geschichte noch von, meiner Meinung nach, sehr coolen und passenden alten schwarz-weiß Fotos.
P.S. Das Buch ist der erste Teil einer Buchreihe.
- Ken Follett
Winter der Welt
(823)Aktuelle Rezension von: TagtraumtaenzerinIn "Winter der Welt" von Ken Follett wird der Zweite Weltkrieg behandelt. Wir begleiten wieder Familie Williams, Dewar, von Ulrich, Fitzherbert und Peschkow. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, die nicht immer für alle glimpflich ausgehen. Von der ersten bis zur letzten Seite fesselt die Geschichte! Der Umfang kann erst abschreckend wirken, aber man merkt irgendwann nicht mehr wie viel man schon gelesen hat. Ken Follett beschreibt alles so gründlich, sodass man mit den Charakteren nur mitfühlen kann. Trauer und Freude sind ausgewogen, sodass man, trotz dieser ernsten Thematik, immer wieder die Kraft findet weiterzulesen. Gerade wirkt die Thematik auch wieder sehr aktuell, vermutlich bekam ich deswegen die ein oder andere Gänsehaut.
Ich freue mich auf den Folgeband! - Anne Jacobs
Die Tuchvilla
(533)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeDie junge Marie kommt als Küchenmädchen in die sogenannte Tuchvilla, das Haus des Fabrikanten Johann Melzer. Von Beginn an hat sie es nicht leicht, aber dann stößt sie auf ein Geheimnis, dass sie selbst mit der Familie Melzer verbindet.
In ruhigem, gemächlichem Erzählstil nimmt die Autorin den Leser mit ins beginnende 20. Jahrhundert. Sie erzählt die Geschichte der Waisen Marie, die eine Chance bekommt, als Küchenmädchen in einer noblen Villa zu arbeiten und zu leben. Stückchenweise wird das Leben und die Personen in der Tuchvilla beschrieben, die zwischenmenschlichen Beziehungen, ein erster Eindruck zur Tuchfabrik vermittelt. Obwohl die Geschichte selbst interessant ist und sich hervorragend lesen lässt, so kommt es gerade in der ersten Hälfte des Buches doch zu Längen, da einfach zu ausführlich über die kleinsten Kleinigkeiten berichtet wird. Als dann mehr Bewegung in die Geschichte kommt, wird es allerdings viel fataler, denn nun ist Schluss mit historischer Glaubwürdigkeit. Ein Küchenmädchen das innerhalb von Monaten zur Kammerzofe wird und zur Vertrauten und Ratgeberin der halben Familie, ist doch arg weit hergeholt.
Mein Fazit: Auch wenn ich die Tuchvilla gerne gelesen habe, sollte dem Leser zumindest klar sein, dass der historische Anspruch hier doch eher ziemlich gering ist und ein paar Seiten weniger, hätten der Geschichte sicherlich auch nicht geschadet.
- John Boyne
Der Junge im gestreiften Pyjama
(2.380)Aktuelle Rezension von: Schnee_prinzessinDer Junge im gestreiften Pyjama wurde rund 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht und wird oft als sensible Annäherung an ein schweres Thema beschrieben. Mich persönlich konnte das Buch jedoch nicht überzeugen.
Die Geschichte wird bewusst aus der Perspektive des jungen Bruno erzählt, der extrem naiv wirkt. Der Autor erklärt im Nachwort, dass diese Naivität eine bewusste Entscheidung war, um dem Thema mit Respekt zu begegnen. Ich verstehe diesen Ansatz und die Intention dahinter dennoch hat er für mich nicht funktioniert.
Gerade die stark vereinfachte Sichtweise nahm der Geschichte für mich viel von ihrer Ernsthaftigkeit. Begriffe wie „Auschwitz“ oder „Führer“ werden verfremdet geschrieben, vermutlich um sie kindgerecht wirken zu lassen oder ihre Bedeutung Stück für Stück erfahrbar zu machen. Für mich hatte das jedoch den gegenteiligen Effekt: Es wirkte verharmlosend und nahm dem historischen Kontext seine Schwere.
Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass das Buch eher symbolisch als realistisch erzählen will. Das kann funktionieren, doch gerade bei diesem Thema hätte ich mir mehr Tiefe, Genauigkeit und Sensibilität in der Darstellung gewünscht. Es gibt andere Bücher, die sich mit dem Holocaust befassen und dabei für mich deutlich eindringlicher, respektvoller und nachhaltiger wirken.
Fazit:
Die Intention des Autors ist nachvollziehbar, die Umsetzung für mich jedoch zu vereinfacht. Der Junge im gestreiften Pyjama ist gut gemeint, erreicht aber nicht die Tiefe, die dieses Thema meiner Meinung nach braucht. - Florian Illies
1913
(299)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraGeschichte fand ich früher meistens furchtbar langweilig. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass ich einen Lehrer hatte, der ununterbrochen nur zusammenhanglose Monologe geführt und irgendwelche Daten von unterzeichneten Verträgen in seinen Bart genuschelt hat, ohne jemals etwas an die Tafel geschrieben zu haben. Aber der Kunsthistoriker Florian Illies beweist, dass es auch anders geht. 2012 veröffentlichte er ein historisches Sachbuch, das nur in einem einzigen Jahr spielt: „1913“. In über 300 Seiten entführt er den Leser in ein Zeitalter, das selbst unsere Großeltern nicht miterlebt haben und bietet eine neue Perspektive auf längst vergangene Epochen.
Was ist eigentlich 1913 so alles Wichtiges passiert? Ich wusste vor dem Lesen dieses Buches nur, dass ein Jahr zuvor die Titanic unterging und ein Jahr danach der erste Weltkrieg durch die Ermordung Franz Ferdinands ausgelöst wurde. 1913 selber war für mich aber ein unbeschriebenes Blatt Papier. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich fast alles weiß: Wie Louis Armstrong an seine erste Trompete kam oder Sigmund Freud an seine Katze, welche Intentionen der Kubismus hegte, wie Thomas Mann seine Homosexualität vertuschte und noch vieles mehr. Illies beschäftigt sich mit zahlreichen Themen wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Mode, Musik, Literatur, Architektur, Philosophie und vor allem Kunst. Dabei stellt er die bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Zeit vor. Ein besonderes Augenmerk legt er dabei unter anderem auf Franz Kafka, Adolf Hitler, Alma Mahler, Ernst Ludwig Kirchner oder Else Lasker-Schüler und wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser großen Namen.
Das Sachbuch ist in insgesamt zwölf Kapitel unterteilt. Jedes Kapitel steht für einen Monat und beginnt jeweils mit einem Bild und einer Vorschau. Innerhalb dieser Kapitel wird wieder in Abschnitte gegliedert, die nicht mehr unbedingt chronologisch vorgehen. Ihre Länge kann von einem Satz bis zu maximal fünf Seiten variieren und befasst sich entweder mit einem Ereignis oder einer Anekdote über eine Berühmtheit, bei der häufig auch Zitate aus Büchern, Briefen, Tagebüchern oder anderen Niederschriften eingefügt werden.
Illies schreibt optimistisch, humorvoll und manchmal auch sarkastisch, verwendet außerdem den Präsens und wendet sich gelegentlich direkt an den Leser, um Wissenswertes, das inzwischen 103 Jahre auf dem Buckel hat, wieder lebendig zu machen. Sein schriftstellerisches Talent zeigt sich ebenfalls darin, wie geschickt er Verknüpfungen zwischen an sich voneinander unabhängigen Abschnitten mit Wortspielen, Randinformationen, Vergleichen, Wiederholungen oder rhetorischen Fragen schafft und somit aus der episodischen Erzählung, wie aus tausend kleiner Scherben, ein buntes, vollständiges Mosaik kreiert. Der intellektuelle Anspruch wird neben dem Inhalt, der gewisse künstlerische Vorkenntnisse erfordert, mit hoher Eloquenz und komplexem Vokabular fortgeführt. Nicht Wenige werden von Begriffen wie Galopin, exaltieren, Mäzen, Samowar, Clochard, sakrosankt oder Päderastie zumindest einen nicht aus dem Stegreif definieren können.
Bemerkenswert ist ebenfalls der große Aufwand an Recherchen, den Illies über sich hat ergehen lassen. Die Auswahlbibliographie ist klein gedruckt und ellenlang. Es ist demnach nur ein Ausschnitt aus den zahllosen Werken, die er durchwälzt hat, um das Jahr 1913 perfekt zu rekapitulieren. Allein das hat meiner Meinung nach volle Anerkennung verdient. Leider ist ihm dann doch ein kleiner Fehler unterlaufen, denn er verwechselt Kokoswasser mit Kokosmilch. Kokoswasser ist die Flüssigkeit, die im Hohlraum einer Kokosnuss liegt; Kokosmilch wird dagegen aus dem gepressten Fruchtfleisch gewonnen. Die Anekdoten sich gleichermaßen faszinierend, wie auch verstörend. Neben Homosexualität sind auch Inzest, Polygamie, Prostitution, Drogenkonsum und Psychosen keine Tabuthemen.
Warum gerade das Jahr 1913 gewählt wurde, vermag ich lediglich zu mutmaßen. Es könnte einerseits daran liegen, dass der erste Weltkrieg sich bereits anbahnte, das Jahr also historisch betrachtet wie ein Wetterumschwung war und die Menschheit damit gut repräsentiert: Eine Mischung aus Gut und Böse. Künstlerisch gesehen waren die 1910er ein Zusammenprall vieler verschiedener Stile, die facettenreiche und widersprüchliche Kunstwerke zutage brachten. Genau das Richtige also für einen Kunsthistoriker wie Florian Illies. Andererseits liegt das Jahr auch inzwischen weit genug zurück, um keine Zeitzeugen mehr zu haben, die sich noch daran erinnern könnten. Es bleiben uns also nur noch Archive, um Informationen einzuholen.
Falls es jemals eine Fortsetzung von „1913“ geben sollte, würde ich sie definitiv auch lesen, jedoch bezweifle ich, dass es dazu kommen wird. Es würde mich wirklich brennend interessieren, für welches Jahr sich Illies dann entscheiden würde. Aber vielleicht kann sogar er die Frage nicht richtig beantworten.
Wer weder vor Kunstgeschichte noch vor hochgestochener Sprache zurückschreckt, hat mit „1913“ von Florian Illies das perfekte Lesefutter gefunden. Egal wie viel Vorwissen man besitzen mag, niemand wird nach dem Lesen behaupten können, nichts spannendes Neues in Erfahrung gebracht zu haben. Wer sich allerdings eher als Kulturbanause bezeichnet, sollte um dieses historische Sachbuch einen großen Bogen machen. Ich zolle Illies‘ Recherchearbeit und fantastischem Schreibstil höchsten Respekt. Besser hätte man ein Buch zu diesem Thema gar nicht umsetzen können. Der kleine Fehler mit der Kokosnuss ist zu gering, als dass er hier ins Gewicht fallen könnte, deswegen erhält „1913“ von mir verdiente fünf Federn.
- Astrid Lindgren
Die Menschheit hat den Verstand verloren
(95)Aktuelle Rezension von: PhilieneWer dieses Buch liest muss sich darüber im klaren sein, daß es sich hier um die Tagebucheinträge der Autorin handelt. Es hat nichts mit ihren späteren Werken zu tun und es ist auch kein Roman.
Astrid Lindgren kennen wir alle als die Autorin von Pipi Langstrumpf und Michel , aber natürlich war sie auch ein Mensch der in seiner Zeit gelebt hat. Sie war eine junge Frau während des zweiten Weltkrieges. Sie war Mutter und Ehefrau und sie hat ein Tagebuch während dieser Zeit geschrieben,.
Das besondere daran ist das sie es aus Sicht einer Frau geschrieben hat, die nicht in Deutschland, Frankreich, Polen oder einem anderen Land gelebt hat in denen dieser Krieg furchtbar wütete. Sie war nicht von den Verfolgungen der Nazies betroffen und trotzdem hat sie einen nahen Eindruck der Zeit hinterlassen. Denn sie hat in dieser Zeit gelebt.
Ich lese sehr gerne Bericht von Augenzeugen und finde Tagebücher aus der Zeit immer sehr interessant. Und so ging es mir auch mit Astrid Lindgrens Tagebuch. Sie erzählt von dem was sie vom Krieg mitbekommt und wie ihre Familie diese Zeit erlebt hat.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
- Kristin Hannah
Die Nachtigall
(639)Aktuelle Rezension von: LaudiDer Roman erzählt die Geschichte zweier Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Vianne versucht verzweifelt, ihre Familie durch Hunger, Angst und Unterdrückung zu bringen und im Grauen des Krieges irgendwie zu überleben. Isabelle, jung, rebellisch und mutig, schließt sich der Résistance an und hilft über den geheimen Fluchtweg der Nachtigall Menschen über die Pyrenäen in die Freiheit. Zwei Schwestern, zwei völlig unterschiedliche Wege und doch getragen von derselben Liebe und Menschlichkeit.
Zu Beginn war ich mir erstaunlicherweise nicht sicher, was ich von der Geschichte halten soll. Auf Seite 101 habe ich noch kommentiert, dass ich sie bisher nicht schlecht, aber auch nicht gut finde. Was danach folgte, hat mich jedoch emotional vollkommen überwältigt. Die Geschichte gewann zunehmend an Tiefe, Härte und Intensität und ließ mich nicht mehr los.
Vianne und Isabelle sind zwei wundervoll gezeichnete Protagonistinnen, so grundverschieden, so echt, so menschlich. Beide kämpfen auf ihre Weise, leise oder laut, im Inneren oder im offenen Widerstand. Sie sind tapfer, mutig, entschlossen, widerständig und zutiefst menschlich. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht ihre Geschichte so eindringlich und schmerzhaft.
Die Nachtigall ist kein leichtes Buch. Es ist schwer erträglich, aber genau deshalb so notwendig, gerade in der heutigen Zeit. Die Geschichte ist grausam, unmenschlich, barbarisch und verstörend. Beim Lesen war ich verzweifelt, gelähmt und hoffnungslos. Mir war schlicht elendig zumute. Kristin Hannah scheut sich nicht, die grausame Realität des Krieges brutal und ehrlich darzustellen, ohne sie zu beschönigen oder zu romantisieren. Der Schreibstil der Autorin ist dabei außergewöhnlich gelungen. Sie trifft genau die richtigen Töne für diese Geschichte, eindringlich, emotional, schonungslos und gleichzeitig voller Würde. Alles wirkt authentisch, nichts überzogen. Besonders die letzten 150 Seiten haben mich vollkommen gebrochen. Ich habe so viel geweint wie noch nie zuvor bei einem Buch, und genau in diesem Moment stellte sich mir eine Frage, die mich bis heute begleitet: Wie oft kann ein Herz beim Lesen innerhalb einer einzigen Geschichte brechen?
Fazit: 5+/5 ⭐️
Die Nachtigall ist ein Roman, der unter die Haut geht, der schmerzt, der erschüttert und der dennoch Hoffnung trägt. Ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern erträgt, durchlebt und lange mit sich trägt.
JAHRESHIGHLIGHT ❤️❤️❤️ - Lucinda Riley
Die Schattenschwester
(708)Aktuelle Rezension von: miahAchtung! Es handelt sich um den dritten Band einer Reihe! Die Bücher können unabängig voneinander gelesen werden.
Inhalt:
Star ist die dritte der sieben Schwestern und besonders eng mit CeCe verbunden. Die beiden sind unzertrennlich und machen alles gemeinsam. Doch nach dem Tod ihres Vaters bekommt jede Schwester ihr eigenes Rätsel zu ihrer Herkunft. Star beginnt in einem Antiquariat in London mit ihrer Suche und ist schon bald gefesselt von der Vergangenheit...
Meine Meinung:
Es ist schon sehr lange her, dass ich die ersten beiden Bände der Reihe gelesen habe, doch die Geschichten der Schwestern sind im Prinzip auch unabhängig voneinander lesbar. Dadurch braucht es an sich kein Hintergrundwissen, um sich in dieser Geschichte zurechtzufinden.
Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Star ist eher zurückhaltend und schüchtern. Sie spricht wenig und weiß mit ihren 27 Jahren noch nicht, was sie mit ihren Leben anfangen möchte. Mit ihrer Schwester CeCe ist sie so eng verbunden, dass man die beiden immer nur gemeinsam antrifft. Sie sind zusammen um die Welt gereist und leben nun gemeinsam in London. CeCe gibt immer den Ton an.
Schnell ist klar, dass sich die beiden Schwestern voneinander lösen müssen. Mir war ihre Beziehung schon fast zu eng und ich war froh, dass Star das nun auch zu merken schien. Die perfekte Gelegenheit ergibt sich, als Star endlich den Mut findet, den Brief ihres verstorbenen Vaters zu öffnen und sich mit ihrer Herkunft zu beschäftigen. Mir hat sie ein bisschen zu lange damit gehadert, aber danach kam Star relativ leicht und schnell ans Ziel.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Star erzählt und wechselt irgendwann in die Vergangenheit. Mir haben die Rückblenden viel besser gefallen als die Geschichte in der Gegenwart.
Mit Star hatte ich meine Schwierigkeiten. Ihre Entscheidungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Bei vielen Sachen hat sie sich sehr zurückgehalten, aber anscheinend hat sie sich einfach ihr Leben lang ihrer Schwester CeCe untergeordnet. Das Verhältnis der beiden kann man nur als toxisch beschreiben.
Aber auch die Nebenfiguren in der Gegenwart empfand ich als schwierig. Alle stecken irgendwie in ihrem eigenen Leben fest und hegen einen Groll gegeneinander. Einzig Rory hat mir sehr gefallen.
Die Liebesgeschichte war leider auch absolut nicht meins. Bei mir kamen da keine Gefühle an und es wirkte eher erzwungen und altbacken. Star bekam ständig ein Ultimatum gesetzt, da konnte sich einfach nichts entwickeln.
Insgesamt fand ich Stars Reise interessant. Ihre Familiengeschichte ist verworren und ein Stammbaum hätte sicher geholfen, den Überblick zu behalten. Die Vergangenheit an sich hat mit Flora eine für mich starke Heldin gefunden und ich habe mich immer über ihre Kapitel gefreut.
Die Gegenwart ging mir generell tatsächlich ein bisschen zu schnell. Am Ende waren alle zu versöhnlich und alle Probleme haben sich schnell aufgelöst.
Ich werde die Reihe vermutlich noch weiterverfolgen, da sich die Bücher schnell lesen lassen und mich die Hintergründe zu den Schwestern interessieren. Aber ich werde mir damit weiterhin Zeit lassen. - Jojo Moyes
Ein Bild von dir
(838)Aktuelle Rezension von: Thess12345Inhalt:
Der Roman erzählt eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, die durch ein besonderes Gemälde miteinander verbunden sind. Während der Erste Weltkrieg Europa erschüttert, lernen wir Sophie kennen, die in einem besetzten französischen Ort alles daransetzt, ihre Familie zusammenzuhalten und die Erinnerung an ihren Mann zu bewahren. Viele Jahrzehnte später, in der Gegenwart, begleitet man Liv, die nach einem schweren Verlust an genau diesem Bild festhält, weil es für sie weit mehr ist als nur ein Kunstwerk. Vergangenheit und Gegenwart verweben sich zu einer Geschichte über Liebe, Verlust, Hoffnung und die Frage, wem Erinnerungen eigentlich gehören.
Eigene Meinung:
Besonders der Teil, der während des Ersten Weltkriegs spielt, hat mich sehr berührt. Sophies Geschichte war emotional, stellenweise spannend und voller leiser Verzweiflung, aber auch von großer Stärke geprägt. Sophie ist eine beeindruckende Protagonistin, die versucht, ihre Familie so gut es geht zu schützen und selbst in aussichtslosen Situationen nicht aufgibt. Ich habe stark mit ihr mitgefiebert und hätte mir gewünscht, noch viel mehr über sie und ihr Schicksal zu erfahren, da dieser Handlungsstrang für mich eindeutig der stärkere war.
Der zweite Teil in der Gegenwart rund um Liv konnte mich dagegen deutlich weniger abholen. Liv empfand ich stellenweise als anstrengend und nervig, sodass mir das Weiterlesen zeitweise schwerfiel. Dennoch mochte ich ihren Kampfgeist und ihren Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Ihr Einsatz für das Bild war nachvollziehbar, auch wenn mir der emotionale Zugang zu ihr insgesamt gefehlt hat.
Sehr positiv hervorheben möchte ich das Ende. Die Auflösung war stimmig, emotional und hat die beiden Zeitebenen gut miteinander verbunden. Es hat mir das Gefühl gegeben, dass sich der Weg durch die Geschichte letztlich gelohnt hat.
Fazit:
"Ein Bild von dir" überzeugt vor allem durch seinen historischen Teil, der mich emotional stark mitgenommen hat und mit einer außergewöhnlich starken Protagonistin punktet. Die Geschichte in der Gegenwart konnte mich dagegen nicht vollständig überzeugen, auch wenn einzelne Aspekte durchaus gelungen sind. Das schöne, runde Ende hinterlässt jedoch einen positiven Gesamteindruck. Insgesamt ein Roman mit Stärken und Schwächen, der für mich solide, aber nicht herausragend war.
- David Safier
28 Tage lang
(574)Aktuelle Rezension von: yana271943, Mira lebt im Warschauer Ghetto und schmuggelt Lebensmittel in das Ghetto, um sich, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Hannah durchzubringen. Ihr Bruder ist bei der verhassten Judenpolizei und ihre Mutter vegetiert seit dem Tod des Vaters vor sich hin. Die ganze Verantwortung der Familie liegt auf den zarten Schultern von der 16 jährigen Mira. Trotz der desolaten Lage wächst eine zarte Liebe zwischen Mira und Daniel, einem Waisenkind.
Es sind die letzten Tage des Warschauer Ghettos, da die Deutschen die Räumung und letztendlich die Tötung der Ghettobewohner beschlossen haben. Mira schließt sich dem Widerstand an, die von dem charismatischen Amos angeführt wird. 28 Tage lang haben die Juden- trotz bescheidenen Mitteln- Widerstand gegen die Nazis geleistet. Die Totgeweihten haben gezeigt, dass sie nicht kampflos ihrem Schicksal fügen werden.
Von David Safier haben ich lustige Bücher wie "mieses Karma" oder " Jesus liebt mich" gelesen- allesamt sehr lustig und amüsant.
Ich hatte Zweifel, ob David Safier so ein sensibles Thema wie Judenverfolgung und Warschauer Ghetto ohne Klamauk handhaben kann.
Und hat Safier mich überzeugen können? Und ob!!
Die beengten und chaotischen Verhältnisse im Warschauer Ghetto wurden sehr gut dargestellt, die starke Figur Mira mit ihrer hoffnungslosem Schicksal war beeindruckend.
Viele zeitgenössischen Figuren wie Janusz Korczak und deren Schicksale wurden dargelegt. Die Szene, wo eine Frau Mira wortlos ihr eigenes Baby in die Hand drückt, hat mir das Herz gebrochen.
Ich bin angenehm überrascht, wie David Safier sensibel und ernst dieses Thema angegangen ist.
Fazit: Unbedingt lesen!
- Andreas Eschbach
NSA - Nationales Sicherheits-Amt
(364)Aktuelle Rezension von: Hanns_Steffen_RentschlerAndreas Eschbach hatte eine geniale Idee.
Also wirklich.
Was wäre, wenn die Nazis schon Computer gehabt hätten?
Eine dieser Fragen, bei denen man als Leser das Popcorn fallen lässt und denkt:
„Holy shit – das wird böse.“
Aber was kommt?
Ein Roman wie ein eingeschlafener Systemadministrator.
Eschbach öffnet die Hölle – und macht dann erstmal ein Backup.
Er ersetzt Goebbels durch Google, Himmler durch Hashwerte und den totalen Krieg durch eine sehr gründliche Datenbankpflege.
Widerstand? Fehlanzeige.
Konsequenz? Abgemildert.
Technologischer Impact?
So revolutionär wie eine Fritzbox im Reichstagsbunker.
Denn wer glaubt, man könne dem Dritten Reich digitale Macht geben, ohne die Welt gleich mit in den Abgrund zu ziehen, der schreibt nicht spekulativ – der schreibt feige.
Statt einer rasenden Neuinterpretation der Geschichte gibt’s kleinteiliges Hackerpathos, moralisches Rumschleichen und ein bisschen Metaethik auf Unterhaltungsniveau.
Eschbach will warnen – aber bitte so, dass es niemandem den Schlaf raubt.
Die Vision bleibt brav. Die Dystopie harmlos.
Die Pointe?
Technik ist gefährlich.
Danke. Das wussten wir schon.
Eschbach zeigt mal wieder wie ungefährlich Literatur bleibt –
wenn sie ihre eigenen Ideen nicht zu Ende denkt.
Stell dir vor, Hitler hat Zugriff auf Big Data – und Eschbach macht daraus einen Roman über Datensparsamkeit.
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(266)Aktuelle Rezension von: Cat78Ich denke in den letzten Monaten haben mich nur wenig Bücher so berührt wie dieses.
Man bekommt einen Einblick wie das Leben in Deutschland unter Hitler war. Wie grausam aber auch wie Hoffnungsvoll. Wie die Leute zusammengestanden haben aber auch wir sie ausgegrenzt haben.
Wir begleiten Lisel, die gleich zu Beginn einen großen Verlust erleidet und deren Leben irgendwie weiter geht und sie sogar wieder lernt zu leben und zu lachen. Lisel ist ein so stärker Charakter in dem Buch, stärker als mach ein Erwachsener es je sein wird.
Die nimmt die Situation wie sie ist und macht immer das Beste daraus. Immer an ihrer Seite ist ihr Freund Rudi, der egal was passiert ihr besteht. Alle Protas sind wirklich sehr individuell und stark gezeichnet. Man kommt gar nicht umhin, sie sich wie ein Film vorzustellen. So erlebt man die Geschichte natürlich auch viel intensiver und ja am Ende müsste ich das Buch auch öfter beiseitelegen, um die Erlebnisse zu verkraften.
Die Story ist schön und brutal zugleich. Zum einen erlebt man wie Lisel die Welt erlebt wie sie ihre Leidenschaft für Bücher lebt und zur Bücherdiebin wird. Wobei eine richtige Diebin ist sie dann ja doch nicht. Und andererseits zeigt das Buch aber auch die grausame Brutalität des Krieges was natürlich auch an Lisel und den anderen Protas nicht vorbeigeht.
In der heutigen Zeit finde ich, ist es ein wichtiges Buch um gegen das Vergessen entgegenzuwirken.
- Alex Capus
Léon und Louise
(590)Aktuelle Rezension von: nad_kruegerBasierend auf der Lebensgeschichte seines Großvaters Léon erzählt Alex Capus dessen lebenslange Romanze mit Louise - eine über Jahrzehnte hinweg andauernde Liebe vor dem Hintergrund des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Frankreich.
Locker leicht verpackt Alex Capus historische Daten mit einer fiktiven Erzählung, die weder langweilig aufgrund der Fakten noch kitschig daherkommt. Dabei hat er zwei so liebenswerte Charaktere geschaffen, die man nur ins ❤ schließen kann. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen und dazu beigetragen, mich ohne Probleme in die Geschichte einzufinden.
Das Ende war überzeugend und romantisch. - Lucinda Riley
Der Engelsbaum
(570)Aktuelle Rezension von: HopeandliveWir befinden uns in Wales im Jahr 1985. Im Herrenhaus Marchmont wird Weihnachten gefeiert und es findet sich die ganze Familie ein, die, die noch leben und die, die in den Erinnerungen noch lebendig sind. Greta kommt nach sehr vielen Jahren wieder an den Ort, der ihr einst Zuflucht und Verhängnis wurde, doch das weiß nur der Leser, denn Greta hat keine Erinnerungen mehr an das, was vor vielen Jahren passiert ist. Ihr langjähriger Freund David, Besitzer von Marchmont, hat sie nach langen Jahren endlich überzeugen können doch mal wieder mitzukommen...
Greta unternimmt Spaziergänge durch das Herrenhaus, dass ihr vor vielen Jahren Heimat geworden ist, so wurde es ihr erzählt und durch die wunderbar verschneite Landschaft und den Wald rundherum. Dabei stößt sie auf einen verwitterten Grabstein, dessen Inschrift ihr klar macht, dass dort ein kleiner Junge begraben wurde. Nun beginnen die Erinnerungen und Ereignisse nach und nach ans Licht zu kommen, denn Greta ist sofort klar, dass es ihr Sohn war, der dort begraben ist. Der Kokon des Vergessens wurde aufgebrochen und die Wahrheiten, die nun ans Licht kommen, fordern von Greta alles was sie an Kraft und Mut aufbringen kann, denn Wahrheit hat die Eigenschaft, nicht immer schön zu sein, doch wer sich ihr nicht stellt, hat keine Aussicht auf wahren inneren Frieden in der Gegenwart und Hoffnung auf eine Zukunft. In diesem Prozess steht ihr langjähriger Freund David hilfreich zur Seite.
Es ist mein erstes Buch von Lucinda Riley und sie versteht es sehr gut eine Familiengeschichte mit den verschiedenen Charakteren so bildhaft und lebendig zu schildern, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Der Leser wird mit den auftauchenden Erinnerungen von Greta auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mitgenommen, die nicht nur für die Protagonistin erschreckend und schockierend sind. Vor allem erlebt sie, dass trotz sehr viel Schlechtem das Gute nicht zu zerstören ist. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn ich mit der jungen Greta so meine Schwierigkeiten hatte, wurde sie mir mit zunehmendem Alter sympathischer. Zu meinen Lieblingsfiguren gehören auf jeden Fall L.J., Davids Mutter und Ava, Gretas Enkelin, doch das darf jeder Leser für sich selbst herausfinden.
- Cornelia Funke
Das Labyrinth des Fauns
(605)Aktuelle Rezension von: Silla_GuHach, ich weiß gar nicht so genau, was ich sagen soll…Ich habe den Film damals schon geliebt und kann selbst gar nicht so genau erklären warum 😅 Das Buch hat es mir mindestens genauso angetan wenn nicht noch mehr! Die Geschichte ist düster, bedrückend, brutal und im Endeffekt einfach nur tragisch…Mein Herz ist an so vielen Stellen für Ofelia gebrochen und ich habe so mit ihr gelitten das am Ende sogar ein paar Tränchen liefen 😢 Das Buch beweist, dass nicht nur Filme auf Büchern basieren können sondern das es auch ganz wunderbar andersherum funktioniert. Cornelia Funke hat diese besondere Geschichte von Guillermo del Toro fantastisch in Buchform gebracht! Ich hatte das Gefühl ich konnte im Buch der Geschichte sogar noch besser folgen und habe Zusammenhänge besser verstanden als beim Film. Ich liebe auch die Illustrationen sowie die Gestaltung des Umschlags und des Buches an sich, wunderschön! (Ich habe eine andere Ausgabe als die hier abgebildete Version)
Allen die den Film kennen und ihn mochten kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen, bei allen anderen wird es ganz bestimmt Geschmacksache sein, wie beim Film eben auch (wie viele schauen mich schräg an wenn ich sage das ich den Film liebe 😂). Ich bleibe mit einem schwermütigen Gefühl zurück und hoffe für Ofelia und ihre wunderbare Familie einfach nur, dass es Magie eben DOCH gibt! ✨ - Christine Kabus
Im Land der weiten Fjorde
(109)Aktuelle Rezension von: engineerwifeViel zu lange lag dieses Buch auf meinem SuB, viel zu lange schon wollte ich mal was von Christine Kabus lesen und endlich war es soweit. Ich war bereit, mich mit Lisa auf Spurensuche zu begeben. Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt sie, dass die Familie, mit der sie aufgewachsen ist, gar nicht die leibliche Familie ihrer Mutter ist. Simone wurde als kleines Mädchen adoptiert und ihre Wurzeln, auf die lediglich ein kleines Medaillon hinweist, liegen in Norwegen. Lisa, die durch ihren Beruf als Reporterin ohnehin ständig in der Welt umher reist, zögert nicht lange, und bucht einen Flug, der Licht ins Dunkel der Vergangenheit bringen soll.
Im Vergangenheitsrückblick lerne ich die junge Norwegerin Mari kennen, die mit ihren Eltern und beiden Brüdern Ole und Finn im hohen Norden glücklich auf einem Gestüt aufwächst, bis am 9. April 1940 die deutsche Wehrmacht diese Idylle zerstört. Die Norweger müssen sich "arrangieren" und so muss auch Maris Familie Teile des Heimathofs für die deutschen Soldaten räumen. Doch nicht alle Deutschen sind überzeugte Nazis und so knüpfen sich schließlich zarte Bande zwischen der jungen Norwegerin und einem deutschen Besatzungssoldaten, die für beide Parteien nicht ungefährlich sind.
In manchen Punkten ein wenig zu vorhersehbar lasse ich mich dennoch auf diese Geschichte ein und werde nicht enttäuscht. Christine Kabus beschreibt für mich Norwegen - das schon lange auf meiner Reisewunschliste steht - mal in bunten, mal in tristen Farben und mit jedem Satz spürt man ihre Begeisterung für Land und Leute. Während sich mir im Vergangenheitsteil Ereignisse zu Zeiten des Weltkriegs offenbaren, von den ich bis dato wenig wusste, hat mich der Gegenwartsteil an manchen Stellen ein wenig enttäuscht. Zu glatt, fast schon ein wenig kitschig, fügten sich hier manche Teile zusammen. Die Charaktere waren mir manchmal ein wenig zu schwarz oder weiß und dennoch habe ich diesen Roman gerne gelesen und im Urlaub direkt verschlungen. Ausgesprochen gut gefallen haben mir die Beschreibungen über Land und Leute, die mir wirklich Lust auf Norwegen machen. Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung für alle Norwegen Fans, oder die, die es werden wollen. - Kate Morton
Das Seehaus
(390)Aktuelle Rezension von: KiraNearTitel: Das Seehaus
Autor*in: Kate Morton
Erschienen in Deutschland: 2016
Originaltitel: The Lake House
Erschienen in Australien: 2015
Übersetzer*in: Charlotte Breuer, Norbert Möllemann
Weitere Informationen:
Genre: Historisch, Krimi, Drama, Hetero
Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A]
Seiten: 624
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-453-35946-8
Verlag: Verlagsgruppe Random House GmbH
Rezensionsexemplar: Nein
Inhalt:
Cornwall 1933: Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mitsommernachtsfest ihrer Familie entgegen. Nicht ahnend, dass in dieser Nacht ein Kind verschwinden und ihre Welt zusammenbrechen wird. Siebzig Jahre später stößt dile Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Erst jetzt kommt ans Licht, was in jener Nacht wirklich geschah ...
Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Das Buch war auf jeden Fall bei den vielen Büchern dabei, die ich damals im Herbst 2023 geschenkt bekommen habe, da bin ich mir sicher. Dementsprechend lag es auch ein wenig länger auf meinem SuB, aber das macht ja nichts, jetzt bin ich ja dazu gekommen, es zu lesen. Lieber später als nie, nicht wahr? Tja und für solche Bücher bin ich ja immer zu haben, besonders, wenn es ein Krimi ist, der sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit spielt. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung leider eher so mittel.
Dass das Buch in zwei verschiedenen Zeitebenen spielt, finde ich ja super, denn so kann man in der Gegenwart miträtseln, und überlegen, was da jetzt genau passiert ist. Gleichzeitig geht man in der Vergangenheit mit und sieht, wie sich gewisse Dinge, die in der Gegenwart ja bereits ein fester Fakt sind, überhaupt zustande gekommen sind. Daher wirkt es hier und da auch immer so, als würde man an zwei Büchern gleichzeitig lesen. Es gibt immer wieder Verwirrungen und ich wurde oft genug auf die falsche Fährte gelockt, normal mag ich das ja bei Krimis. Oder generell bei Büchern.
Denn irgendwann wurde es dann doch übertrieben viel mit den falschen Fährten und den Plotttwists. Irgendwann kommt dann auf einmal ein ganz anderer Charakter ins Spiel, der davor die meiste Zeit eher unwichtig war und das Ganze wirkt auf mich dann ein wenig übertrieben. Als wäre erstmal eine andere Story geplant gewesen und dann wurde mitten im Schreiben ein Kurswechsel angestrebt. Zwar ergibt alles dann früher oder später Sinn, dennoch könnte man auf manches davon verzichten. Genauso auch einen Plottwist am Ende, es gibt keinerlei Zeichen bzw fast keine Zeichen dafür, und dann taucht ein Geheimnis über einen Charakter auf, wo man sich denkt: So viel Zufall kann es doch nicht geben.
Außerdem wurde ich mit den Charakteren nicht zu 100% warm, dafür wurde mir das Bild, das ich von den Charakteren gewonnen habe, viel zu oft umgedreht und umgeändert. Am Ende bin ich auch nur geblieben, weil ich wissen wollte, was jetzt mit dem Kind passiert ist. Und das Rätseln dazu hat Spaß gemacht.
Fazit:
Das Buch ist vollkommen in Ordnung, aber es ist jetzt nichts besonderes, finde ich. Auf eine Seitenstory hätte man ruhig verzichten können, das hat das Buch nur unnötig verlängert, aber gut, es ist nun mal mit dabei. Allerdings wäre das Buch jetzt keins, das ich nochmal lesen wollen würde. Von mir bekommt das Buch insgesamt drei Sterne.
- Annette Hess
Deutsches Haus
(235)Aktuelle Rezension von: carowbrEva ist eine junge Frau Anfang der 60er Jahre in der BRD und soll als Dolmetscherin beim ersten NS-Prozess arbeiten. Dadurch wird sie mit der Vergangenheit ihres Landes und ihrer Familie konfrontiert.
Das Buch stellt eine Zeit da, in der jeder nach vorne blicken und niemand sich mit der Vergangenheit und der entstandenen Schuld auseinandersetzen wollte. Eindringlich schildert die Autorin immer wieder die Aussagen der Zeugen, die auf den echten Prozessakten beruhen. Besonders treffend ist der Widerspruch beschrieben, dass einerseits niemand von etwas gewusst haben will, nur ‚die Anderen‘ mitgemacht haben und man selbst nichts machen konnte. Andererseits haben eben (fast) alle dazu beigetragen, dieses System zu stützen und dadurch über die Jahre auszubauen.
Auch das Privatleben von Eva wird thematisiert und damit einhergehend die Rechte und Rolle der Frau in den 60er Jahren dargestellt.
Der Schreibstil war einerseits angenehm zu lesen, anderseits war es nicht zu 100% meins - ich kann allerdings nicht genau festmachen, an was es lag. - Alex Capus
Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer
(193)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWas verbindet die drei Personen dieses glänzend verfassten Romans, in dem dennoch das Faktische anspruchsvoll die Geschichten bereichern? Drei (historische) Personen, wie sie unterschiedlicher auf den ersten Blick nicht sein könnten. Da wäre zunächst der Kunstmaler (und Fälscher) Emile Gilliéron, ein Schweizer Maler und Restaurator, der dem deutschen Archäologen Heinrich Schliemann bei der Rekonstruktion seiner Funde zur Seite steht. Gefolgt von der verkannten Sängerin Laura d’Oriano, die schließlich wegen ihrer Spionagetätigkeit zum Tode verurteilt wird. Und schließlich Physiker Felix Bloch, der am Bau der Atombombe in Los Alamos beteiligt war.
Das Bindeglied zwischen diesen drei Personen, ist ihr jugendlicher Enthusiasmus, der ihnen zunächst die Welt zu Füßen legt. Sie alle streben ihren Leidenschaften nach (heute würde man wohl von Potentialentfaltung sprechen …), entwickeln darin Größe und – scheitern doch schließlich an ihren ursprünglichen Zielen. Mal mehr mal weniger drastisch. Die Fäden dieser drei Lebensgeschichten werden geschickt verwoben, ohne sie in eine direkte zeitliche Parallelität einzubinden. Daraus entstehen Rückblicke, die uns die Personen sehr nahebringen und es sogar erlauben, in die jeweiligen Rollen zu schlüpfen. Man ist sozusagen hautnah dabei.
Bewundernswert sind auch die (teil metaphorischen) Darstellungen der historischen Hintergründe, beispielsweise zum Ersten Weltkrieg: „Nach tausendfünfhundert Tagen war die Maschine [Kriegsmaschine] kurz vor Felix Blochs dreizehntem Geburtstag mangels Treibstoff ins Stottern geraten und widerwillig zum Stillstand gekommen. Seither hat sich einigermaßen ruhig verhalten, das ist wahr, aber jetzt brummt sie schon wieder; bald wird sie wieder ruckeln und rattern, und über kurz oder lang werden ihre Schwungräder wieder zu drehen anfangen und ihre Schredderzähne sich aufs Neue durch die Landschaften und das Fleisch und die Seelen der Menschen fressen. Mag sein, dass die Maschine nicht aufzuhalten ist, sagt sich der junge Mann, aber mich wird sie nicht kriegen.“
Wieso es dann doch anders kommt, und wie Leidenschaft und Neugier für eine Sache dennoch nicht totzukriegen sind, erfährt hier eine kraftvolle Bestätigung. Immerhin erhält Felix Bloch „für seine Entdeckung der Kerninduktion“ 1952 den Nobelpreis für Physik – und diese Entdeckung „führt auf dem direkten Weg zur Magnetresonanztomographie, welche die medizinische Diagnostik in den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts revolutionierte.“
(14.9.2024)
- Donna Douglas
Die Nightingale-Schwestern
(180)Aktuelle Rezension von: nina11Die Nightingale-Schwestern sind alle verschieden, trotzdem versuchen sie die Kranken (und Armen) soweit zu pflegen und ihnen zu helfen, damit es ihnen besser geht. Der erste Band der Reihe hat mich sofort gepackt und ich werde auf jeden Fall noch mehr von den Nightingale Schwestern lesen. Manche Stellen waren traurig, fast schon gruselig (unglaublich schrecklich) und andere waren einfach herzerwärmend. Ich freue mich auf die Fortsetzungen.
- Benjamin Monferat
Welt in Flammen
(124)Aktuelle Rezension von: P_GandalfWiedermal eine tolle Idee, wo es bei der Umsetzung hapert.
Im Mai 1940 stehen die Truppen der deutschen Wehrmacht kurz vor Paris und der Simplon Orient Express ist eine der letzten Gelegenheiten Paris vorher zu verlassen. Unterschiedlichste Personen wollen diese Chance nutzen, um sich vor den Schrecken des Krieges aber auch vor der Verfolgung durch die SS in Sicherheit zu bringen. Außerdem an Bord, der Exil-König des fiktiven Balkanreiches Carparthien, der zurück an die Macht möchte.
Die Franzosen möchten gerne den Kurswagen, in dem der Versailler Friede 1918 diktiert wurde, vor Hitlers Zugriff retten und hängen den Wagon kurzfristig an.
Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass viele Reisende nicht das sind, was sie vorgeben zu sein, sondern Agenten im Auftrag der verschiedenen Regierungen sind.
Eigentlich eine Story, die Spannung verspricht - sie aber nicht hält.
Der Roman wechselt in vielen kurzen Kapiteln von einer Person zur anderen. Das führt leider auch zu elendigen vielen Wiederholungen, was mein Lesevergnügen erheblich beeinträchtigt hat. Mit der Zeit werden Handlungsstränge vorhersehbar; einzig der Handlungsstrang um die Fürstin Romanowa hat mich in seiner Absurdität immer wieder überrascht.
Fazit: Tolle Geschichte für Fans des Orient Express - man fühlt sich als Teil dieser Reise (deswegen 3 anstelle von 2 Sternen) - ansonsten aber nicht lesenswert.























