Bücher mit dem Tag "weltliteratur"

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48 Bücher

  1. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783150207680)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

    (4.074)
    Aktuelle Rezension von: Anirah

    Jane Austens Stolz und Vorurteil ist weit mehr als nur ein klassischer Liebesroman; es ist eine brillante Gesellschaftssatire, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat.

    Was mir besonders gefallen hat:

    • Humor und Ironie: Austens Schreibstil ist ein Genuss. Ihr trockener Humor und die feine Ironie, mit der sie die steifen Konventionen ihrer Zeit aufs Korn nimmt, haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Besonders die Dialoge sind messerscharf und intelligent konstruiert.

    • Farbenfrohe Charaktere: Die Figuren sind das Herzstück des Buches. Sie fühlen sich trotz des historischen Settings erstaunlich realitätsnah an. Von der schlagfertigen Elizabeth Bennet über den (zunächst) unterkühlten Mr. Darcy bis hin zur herrlich anstrengenden Mrs. Bennet – Austen zeichnet ihre Charaktere mit so viel Tiefe und Menschlichkeit, dass man das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen.

    • Hilfreicher Kontext: Ein großes Lob verdient auch die Aufbereitung dieser Ausgabe. Den Anhang und die Schlussbemerkungen fand ich extrem hilfreich. Sie werfen ein Licht auf die historischen Hintergründe und gesellschaftlichen Feinheiten, die einem modernen Leser sonst vielleicht entgehen würden, und runden das Leseerlebnis perfekt ab.

    Fazit: Ein absolutes Muss für jeden, der kluge Unterhaltung, starke Frauenfiguren und eine ordentliche Portion Wortwitz liebt. Dieses Buch beweist, dass Klassiker alles andere als staubig sein müssen!

  2. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

    (1.104)
    Aktuelle Rezension von: Malte_Hermann

    Wenn ich Leo Tolstois „Anna Karenina“ lese, spüre ich von der ersten Bahnhofsszene an ein leises Grollen unter den Füßen: metallisches Zischen, neugierige Blicke, ein Vorzeichen von Unheil. Anna tritt für mich wie ein warmer Lichtkegel in eine kalte Gesellschaft; ihr Blick auf Wronskij entzündet eine Liebe, die zugleich Befreiung und Sturz bedeutet. Ich folge ihr durch Salons, Waggons und Gerüchte, durch die starre Höflichkeit von Petersburg und die klatschenden Kreise Moskaus. Ihr Ehemann Karenin wirkt korrekt wie ein Protokoll: Er schützt die Form und übersieht den Menschen. Ich schäme mich stellenweise über eine Welt, die Skandal wittert, aber Mitgefühl spart. (Mehr zu Anna Karenina: https://love-books-review.com/de/anna-karenina-von-leo-tolstoi/ )

    Parallel gehe ich mit Lewin über Felder. In Gesprächen mit Bauern, in Mühen und Zweifeln sucht er Sinn, Gott und Arbeit zu verbinden. Zwischen abgewiesenem Antrag, Rückzug und Rückkehr wächst in mir Ruhe: In Kittys Blick und der Geburt des Kindes erkennt Lewin eine demütige, leise Wahrheit. Diese zweite Geschichte erdet die erste; sie zeigt mir, dass Glück nicht flackert wie Feuerwerk, sondern glüht wie eine kleine Flamme, die man gegen Wind schützt.

    Je weiter ich lese, desto enger wird Annas Raum. Eifersucht, Schlaflosigkeit, Morphium und die Unmöglichkeit einer ehrlichen Zugehörigkeit lassen ihre Sprache spröde werden. Am Ende schneiden die Zugräder durch meine Gedanken: ein Entschluss, grausam klar. Ich bleibe erschüttert und zugleich dankbar, weil Tolstoi mir beides schenkt – das Porträt einer Gesellschaft, die Menschen zu Rollen verengt, und die Ahnung, dass Sinn im einfachen Guten liegt. Anna bleibt ein brennender Schatten; Lewin, ein stilles Versprechen von Alltag und Gnade.

  3. Cover des Buches Krieg und Frieden (Leo Tolstoi) (ISBN: B0CH3HX6TW)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden (Leo Tolstoi)

    (516)
    Aktuelle Rezension von: Itsnotabout_Happyendings

    Tolstois "Krieg und Frieden" ist ein zeitloses Meisterwerk, das die Schicksale russischer Adelsfamilien während der napoleonischen Kriege verfolgt, insbesondere die Entwicklungen von Pierre Besuchow, Andrej Bolkonski und Natascha Rostowa. Der Roman verbindet persönliche Geschichten mit historischen Ereignissen und zeigt die psychologische Tiefe der Charaktere. Besonders eindrucksvoll sind Pierres und Nataschas Wandlungen. Tolstois schonungslose Darstellung des Krieges, insbesondere der Schlacht von Borodino, entlarvt heroische Mythen und thematisiert die Sinnlosigkeit des Krieges sowie die Rolle des Individuums in der Geschichte.

    Die Detailtreue des russischen Gesellschaftslebens im 19. Jahrhundert ist bemerkenswert, auch wenn die Vielzahl an russischen Namen und die Länge des Romans eine Herausforderung darstellen können.

    Empfohlen für:

    • Liebhaber komplexer Literatur
    • Geschichtsinteressierte
    • Leser philosophischer Themen
    • Fans tiefgehender Charakterentwicklung

    Weniger geeignet für:

    • Leser, die schnelle Unterhaltung suchen
    • Personen, die lange philosophische Passagen vermeiden
    • Leser, die Schwierigkeiten mit vielen Charakteren und Handlungssträngen haben

    Ein hilfreicher Tipp für das Lesen ist, eine Liste der Hauptcharaktere und deren Beziehungen zu erstellen.


  4. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596712731)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

    (2.426)
    Aktuelle Rezension von: HarryPlotter

    Die Buddenbrooks ist kein optimistischer Roman. Im Mittelpunkt stehen Johann Buddenbrook und später seine Kinder Thomas und Tony; am Ende bleibt nur noch Hanno. Man erlebt, wie die Familie nicht nur an gesellschaftlichem Ansehen verliert, sondern allmählich zerfällt.

    Schon zu Beginn wird deutlich, dass alles auf einen Niedergang hinausläuft. Während sich gesellschaftliche Verhältnisse und Machtstrukturen verändern, versuchen Thomas und Tony, den Namen und die Würde der Familie zu bewahren – doch die neuen Zeiten sind unerbittlich. Viele Nebenfiguren verstärken dieses Bild einer Welt, die zunehmend überholt wirkt.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn einige Passagen – besonders um Hanno – etwas schwerfällig waren. 

  5. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783832185930)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

    (1.116)
    Aktuelle Rezension von: entspanntesLesen

    Kafka Tamura verlässt Nakano und macht sich auf den Weg über die große Brücke. Er lässt zurück seinen Vater, mit Sack und Pack, hofft Abstand zu gewinnen und vielleicht seine Mutter und Schwester irgendwo da draußen zu finden. Währenddessen passieren in Nakano und rundherum surreale Dinge - mittendrin Nakata, ein Sechzigjähriger, der mit Katzen sprechen kann und anders denkt.

    Meine Meinung:

    Murakami erbaut Welten, die nebeneinander existieren. Ich kannte seinen Stil schon durch das zuletzt erschienene Buch "Die Stadt und ihre ungewisse Mauer".

    Das Buch arbeitet tief mit Symbolik, erklärt nicht und lässt Zugang über die Gefühle des Lesers selbst.

    Da Murakami zu fließend erzählt, entsteht dieser meditative Sog - ohne laut zu sein und Effekte zu provozieren.

    Die Kapitel wechseln ab, es gibt 2 Wege und verschiedene Konstellationen, welche sich zum Teil spiegeln. Zu einem ist da der 15 jährige Kafka, Oshima als Leitfigur und Saeki, die Bibliotheksleiterin. Zum anderen Nakata auf seinem Weg mit Hoshino, um etwas zu tun, wofür es keine Zeit und keinen konkreten Rahmen gibt.

    Der Roman war eine Wucht für mich und bewegte mich, weitere Murakami Romane auf meine Leseliste zu setzen.

    Es kann bewegen, spiegeln, zeigen oder einfach eine Geschichte sein, die magisch anhaftet.

  6. Cover des Buches Der kleine Prinz (ISBN: 9783150114636)
    Antoine de Saint-Exupéry

    Der kleine Prinz

    (8.056)
    Aktuelle Rezension von: Fenella

    Dieses Buch hat mein Herz berührt, und und es ist einfach etwas besonderes, es hat etwas, das man bei keinem anderen Buch so sieht. Auch wenn es ein altes Buch ist, ist es allgegenwärtig und immer passen, für jedes Alter. Genau das ist extrem selten in der großen Welt der Bücher. Ich habe dieses Buch schon oft gelesen, aber jedes Mal ist es irgendwie anders. Jedes Mal versteht man die Geschichte etwas anders als Kind hab ich das Ende noch nicht ganz verstanden. Aber desto älter ich geworden bin, desto konkreter konnte ich mir die ganze Geschichte und den Verlauf erklären. Dass der kleine Prinz stirbt, das habe ich erst ab einem bestimmten Alter verstanden. Dieses Buch ist einfach wunderbar und für jedes Alter empfehlenswert, vom vorlesen als Kleinkind bis ins hohe Alter - es ist immer ein wunderschönes Erlebnis.

  7. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783649640950)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

    (1.221)
    Aktuelle Rezension von: julzpaperheart

    Der Roman erzählt von Aufstieg, Sehnsucht und einer Gesellschaft, die stark von äußeren Bildern geprägt ist. Im Mittelpunkt steht Gatsby und die Frage, was hinter seinem Lebensstil wirklich steckt. Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick elegant und leicht, hat aber deutlich mehr Tiefe.


    Der Einstieg ist sprachlich besonders. Der Stil ist ruhig, teilweise distanziert und trotzdem sehr bildhaft. Ich brauchte etwas Zeit, um in den Rhythmus zu finden, aber danach entfaltet die Geschichte eine klare Wirkung.


    Die Figuren bleiben in gewisser Weise auf Abstand, was gut zur Grundstimmung passt. Gerade diese Distanz macht aber auch deutlich, wie wenig echte Nähe in dieser Welt existiert. Das hat für mich gut funktioniert, auch wenn ich emotional nicht immer komplett drin war.


    Am stärksten ist der Roman in seiner Atmosphäre. Er zeigt eine Welt voller Illusionen und unerfüllter Wünsche, ohne das ständig zu erklären. Einige Entwicklungen sind vorhersehbar, trotzdem bleibt die Gesamtwirkung sehr stimmig.


    Insgesamt ein sehr gelungener Klassiker, der mich vor allem durch seine Stimmung und Sprache überzeugt hat. Ich habe ihn gerne gelesen und viele Szenen bleiben im Kopf, auch wenn er mich nicht durchgehend gleich stark emotional erreicht hat.


  8. Cover des Buches Der Prozess (ISBN: 9783596709625)
    Franz Kafka

    Der Prozess

    (1.106)
    Aktuelle Rezension von: Soryan_Solahn

    Der Einstieg in Kafas "Der Prozess" ist anfangs herausfordernd. Dies liegt an den anspruchvolleren Formulierungen sowie schlicht am Inhalt selbst. Mit der Zeit wird die Wortwahl des Autors jedoch vertrauter.

    In Kafkas "Der Prozess" ist der Leser ständig darum bemüht,  die Geschichte und die Charaktere zu verstehen. Während des Lesens ist ständig zu hinterfragen,  was eigentlich im Text geschieht, was welche Aussage oder Handlung bedeutet und, ob K. tatsächlich unschuldig ist oder nicht. Wer tiefer in das Werk eintaucht, versteht, dass hier ein Machtkonstrukt vorliegt, dass nichts mit einem rechtschaffenen System zu tun hat. Dadurch eröffnen sich weitere Fragen nach den Motiven für die vermeintlich (?) ungerechtfertigte Anschuldigung Josef K's. Am Ende des Buchs geht der Leser mit vielen Fragen und Gedanken aus der Geschichte heraus. Somit hallt der Prozess noch lange nach.

    Kafkas Roman ist kein leichter, die Motive liegen nicht offen und der Sachverhalt wird nicht aufgeklärt.  So liegt es am Leser, die Handlungen zu hinterfragen und über die ungeschriebenen Zeilen und den geschrieben Worten nachzudenken. 

  9. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783150204085)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

    (411)
    Aktuelle Rezension von: herr_hygge

    Die fünf Töchter der Familie Bennet stehen vor der wichtigsten Aufgabe ihrer Zeit – einer vorteilhaften Heirat. Als Mr. Bingley, ein Junggeselle mit stattlichem Vermögen, den nahegelegenen Landsitz Netherfield pachtet, ist Mrs. Bennet davon überzeugt, dass er eine ihrer Töchter heiraten muss. Doch er bezieht Netherfield nicht allein, sondern in Begleitung seiner Schwestern, des Schwagers und des stolzen Mr. Darcy. Zwischen Mr. Darcy und der scharfsinnigen Elizabeth Bennet entfacht sich schnell ein Schlagabtausch aus Missverständnissen und verletztem Ehrgefühl, aber auch eine heimliche Anziehung …


    Nach fast einem Jahrzehnt auf meinem SuB habe ich endlich Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ gelesen und finde, dass der Kultstatus, den dieser Roman innehat, absolut berechtigt ist. Denn es handelt sich nicht nur um eine nett geschriebene Romanze, sondern auch um einen kritischen – um nicht zu sagen satirischen – Blick auf die damaligen gesellschaftlichen Konventionen, verbunden mit feinsinnigem Wortwitz und ansprechenden Dialogen, die sowohl spitz, humorvoll als auch emotional aufgeladen daherkommen. Und genau das macht die Lektüre dieses Klassikers zu einem Hochgenuss.


    Jane Austen zeichnet ihre Charaktere – insbesondere die weiblichen – mit Intelligenz, Urteilskraft, innerer Tiefe und dem Wunsch nach Selbstbestimmung und war ihrer Zeit damit weit voraus, da sie dadurch zwar leise, aber sehr wirkungsvoll die patriarchalen Strukturen ihrer Epoche unterwanderte. Zugegeben, sie gibt nicht jeder Figur die Möglichkeit, sich zu entwickeln, aber ihre Protagonist*innen lässt sie Fehler einsehen, reflektieren und schließlich an ihnen wachsen.


    Wir haben hier einen zeitlosen Klassiker, der sich beschwingt und flüssig lesen lässt und so frisch daherkommt wie eine moderne Enemies-to-Lovers-Story, von einer Autorin, die eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe an den Tag legt und mit ihren gut gewählten Worten die Gepflogenheiten der Regency-Ära eingefangen und kritisch betrachtet hat. Für mich ein absolutes Highlight, das sich einen Platz unter meinen Lieblingsbüchern redlich verdient hat.

  10. Cover des Buches Das Jahr, in dem ich dich traf (ISBN: 9783596521166)
    Cecelia Ahern

    Das Jahr, in dem ich dich traf

    (399)
    Aktuelle Rezension von: Miripanda

    Schwaches Buch der Autorin...

    Jasmine wird von der Arbeit freigestellt und kümmert sich 1 Jahr um sich selbst und ihren Garten. Ihrem Nachbarn Matt geschieht Ähnliches, sie kann ihn allerdings nicht ab, stalkt ihn aber aus Gründen...

    Letztendlich entwickelt sich über Umwege eine Freundschaft und das Leben von Jasmine ändert sich.

    Die Geschichte beginnt interessant und bis zur Hälfte bin ich auch am Ball geblieben, allerdings ändert sich nur das Leben von Jasmine. Sie selber entwickelt sich gefühlt auf den letzten 10 Seiten. 

    Man sollte auch meinen, dass sie keine Erwachsene ist. Sie trifft nicht nachvollziehbare Entscheidungen, lügt mehrfach und lernt nix daraus. Welcher Erwachsene verteilt bitte als Rache Klopapier in Nachbars Garten...

    Der Alkoholmissbrauch ging mir auch zu weit in diesem Buch.

    3 Sterne nur gerade so, weil es bis zur Hälfte gut war und ich die Nebenrollen mochte.

  11. Cover des Buches Mary Shelley, Frankenstein. Ein Schauerroman (ISBN: 9783730613108)
    Mary Shelley

    Mary Shelley, Frankenstein. Ein Schauerroman

    (633)
    Aktuelle Rezension von: die_gluecksfee

    Victor hat eine Idee: er möchte eine Kreatur aus Leichenteilen schaffen und aus Tod wieder Leben erschaffen. Dieses Buch erzählt das Leben von Victor, wie er aufwuchs, wie Bildung sein Leben prägte, und wie eine grössenwahnsinnige Idee zum Verhängnis wird und ihm schlussendlich sein Leben zerstört.

    Der Einstieg in die Handlung ist originell: Eine Briefsammlung, die Walton an seine Schwester verfasst hat. Darin schildert er, wie er Victor kennengelernt hat und wie dieser ihm seine Lebensgeschichte erzählt hat. Daraufhin übernimmt Viktor die erzählende Rolle. Er schildert ausführlich die Zeit bis zur Erschaffung seiner Kreatur und die Zeit nach seiner Flucht vor dem Monster. Die Spannung steigt, sobald sich die zwei wiedersehen und es zu einer Eskalation kommt. Das Monster erzählt auch aus seiner Perspektive, wie es durch die Welt alleine und einsam navigiert. Die Handlung zieht sich vor allem gegen Ende etwas in die Länge, was den Lesefluss gestört hat. Die Passagen, in denen die Verfolgungsjagd beschrieben wird, waren etwas anstrengend zu lesen. Hier gab es sehr langgezogene Naturbeschreibungen, welche ich teilweise überfliegen musste.

    Thematisch behandelt der Roman die psychischen Grenzen des Menschen. Besonders deutlich wird dies an Victors Obsession. Er vernachlässigt sein Leben, um seine Idee zu erschaffen, flieht jedoch voller Ekel und Angst, sobald seine Schöpfung zum Leben erwacht. Alleine der Gedanke an das Monster treibt ihn in den Wahnsinn. Als das Monster anfängt, geliebte Menschen von Victor zu töten, gerät Victor erneut in eine Besessenheit, die Kreatur zu verfolgen.

    Durch die Schilderungen des Monsters werden seine schrecklichen Taten teilweise nachvollziehbar, nachdem er viel Ablehnung erlebte. Der furchterregende Monster wirkt dadurch überraschend menschlich. Der Klassiker liefert insgesamt eine enorme emotionale Tiefe.

    Dieser Klassiker ist ein Must-Read für alle Leser, die sich für die Abgründe der menschlichen Psyche interessieren. Die langatmigen Passagen lassen sich dadurch ertragen.

  12. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783730607978)
    Fjodor M. Dostojewski

    Schuld und Sühne

    (27)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    Schuld und Sühne ist kein Kriminalroman. Es ist eine Untersuchung des Bewusstseins unter dem Druck der eigenen Tat. Raskolnikow ist sein eigener Richter, Staatsanwalt und Henker — lange bevor das System ihn erreicht. Dostojewski hat verstanden, dass die interessanteste Frage nicht ist, ob jemand bestraft wird, sondern was mit dem Bewusstsein eines Menschen passiert, der versucht, eine moralische Grenze mit intellektuellen Argumenten zu überschreiten. Die Antwort ist keine tröstliche.

  13. Cover des Buches Jane Eyre (ISBN: 9783988288950)
    Charlotte Brontë

    Jane Eyre

    (215)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Die Geschichte der Waise Jane Eyre, die von ungeliebten Verwandten auf ein Internat geschickt wird und später als Gouvernante auf Thornfield Hall arbeitet und sich in Mr Rochester verliebt, der allerdings ein dunkles Geheimnis hat, ist ein wunderbarer Klassiker, den ich vor Jahren bereits einmal auf Deutsch gelesen hatte.

    Nun habe ich mich am Original versucht.

    Sprachlich gesehen verlangte mir Charlotte Brontë dabei alles an Konzentration und Vokabelkenntnissen ab, die ich habe. Ich habe mich schwerer getan als erwartet, da ich durch die deutsche Übersetzung keinen solch komplexen Schreibstil erwartet hatte. Hätte ich das Buch zuerst in der Originalfassung gelesen, wäre ich vermutlich nicht so begeistert gewesen.

    Doch meine damalige Begeisterung ließ sich wieder durch den Charakter von Jane entfachen. Auf ihre Entwicklung konnte ich diesmal mein besonderes Augenmerk legen, da ich das Geheimnis Mr Rochesters bereits kannte. Jane ist eine starke Frau, die sich durch Rationalität und ihr Gewissen leiten lässt. Sie ist das Gegenteil der oberflächlichen Damen, die Mr Rochester zu umgarnen versuchen. Hinter ihrem einfach gekleideten Äußeren verbirgt sich ein Mensch, der viel Liebe zu geben vermag und sich selbst nicht zu wichtig nimmt. Jane auf ihrem Weg zu begleiten ist ein großes Vergnügen.

    Ich denke, dass die Attraktivität dieses Klassikers auch heute noch in der Charakterstärke von Jane Eyre liegt und natürlich in der schönen Liebesgeschichte zwischen ihr und Rochester. Da stört es mich auch nicht, dass ich viel Konzentration beim Lesen aufbringen musste, um die Originalfassung Charlotte Brontës zu verstehen.



  14. Cover des Buches Jenseits von Eden (ISBN: 9783552070097)
    John Steinbeck

    Jenseits von Eden

    (137)
    Aktuelle Rezension von: Anirah

    John Steinbeck hat mit “Jenseits von Eden” ein Werk geschaffen, das mich von der ersten Seite an komplett mitgerissen hat. Es ist ein tiefgründiger Klassiker, der auch heute noch absolut modern und packend wirkt.

    Charaktere, die man nicht vergisst

    Was diesen Roman so besonders macht, ist die Tiefe der Charakterzeichnung. Steinbeck erschafft Figuren, die so detailliert und vielschichtig sind, dass sie einem noch lange nach dem Lesen im Kopf bleiben:

    • Samuel Hamilton: Ein wunderbarer, weiser Charakter, der das Herz der Geschichte bildet.

    • Caleb (Cal): Der “böse” Zwillingsbruder, dessen innerer Kampf gegen die eigene Dunkelheit mich am meisten bewegt hat. Dass er am Ende sein Glück findet, war ein sehr starker Abschluss.

    • Kate: Als Schurkin ist sie einfach brillant. Eiskalt und manipulativ – eine der am besten geschriebenen Antagonistinnen, die mir je in einem Buch begegnet sind.

    • Lee: Der heimliche Held des Romans. Seine philosophische Art und seine Treue zur Familie machen ihn zu einer der sympathischsten Figuren überhaupt.

    Tiefgang und Atmosphäre

    Besonders beeindruckt hat mich die intellektuelle Ebene des Buches. Die Diskussionen über die Bibelstelle (Kain und Abel) und das Konzept von “Timshel” (Du darfst / Du kannst) geben der Geschichte eine enorme Tiefe. Es geht um die Freiheit des Menschen, sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden – ein Thema, das Steinbeck meisterhaft in die Handlung verwebt.

    Gepaart mit der tollen Atmosphäre der USA und der bildgewaltigen Beschreibung des Salinas Valley, wird das Lesen zu einem echten Erlebnis. Man fühlt sich förmlich in dieses Tal versetzt.

    Fazit:

    Ein gewaltiges Epos über Familie, Schicksal und die menschliche Natur. Wer tiefgründige Charakterstudien und atmosphärische Schauplätze liebt, muss dieses Buch lesen. Ein zeitloses Highlight!

  15. Cover des Buches Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich (ISBN: 9783404179800)
    Mary E. Garner

    Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich

    (341)
    Aktuelle Rezension von: Daniela_Beilner

    schon seit einer Ewigkeit wollte ich das Buch bzw die Reihe lesen und seit einiger Zeit liegt die Trilogie bei mir am SuB - inzwischen sind sogar noch zwei zusätzliche Bücher erschienen …

    Dank dem Zufallsgenerator von @reado_official wurde mir „ᴅᴀꜱ ʙᴜᴄʜ ᴅᴇʀ ɢᴇʟöꜱᴄʜᴛᴇɴ ᴡöʀᴛᴇʀ - ᴅᴇʀ ᴇʀꜱᴛᴇ ꜰᴇᴅᴇʀꜱᴛʀɪᴄʜ“ von Mary E Garner für meine #12für2025 ausgesucht 

    was wäre wenn man wirklich in Bücher eintauchen könnte - wenn man mit den Figuren sprechen und interagieren könnte - an der Handlung teilhaben könnte … in welches Buch würdet ihr als erstes eintauchen?

    Für Hope Turner wird das alles zur Wirklichkeit und sie landet in ihrem Lieblingsbuch - Stolz und Vorurteil und soll darüber hinaus auch gleich mal diese Buchwelt retten denn nicht alle Romanfiguren sind damit zufrieden nur in der Buchwelt zu existieren …

    und so beginnt ein spannendes Abenteuer in einer fantastischen Welt 

    Ich lese ja eigentlich keine Klassiker aber das Buch hat mich dazu inspiriert mich näher mit Stolz und Vorurteil zu beschäftigen und vielleicht werde ich es sogar noch lesen 😇

  16. Cover des Buches Kim Jiyoung, geboren 1982 (ISBN: 9783462007541)
    Cho Nam-Joo

    Kim Jiyoung, geboren 1982

    (491)
    Aktuelle Rezension von: Sunflower550

    Wenn ich kurz beschreiben müsste, worum es geht: Um Sexismus und.. nun ja, Sexismus eben. Obwohl misogyne Strukturen in Korea zweifellos von großer Relevanz sind, empfand ich die stetige thematische  Wiederholung und den sehr nüchternen Schreibstil irgendwann als ermüdend und sehr vorhersehbar. Die einzelnen Situationen, die der Protagonistin widerfahren sind, mögen interessant sein., doch wirklich viel Raum für Wendungen oder Spannung bleibt da nicht. Ja, das Buch hat definitiv Passagen, die tief unter die Haut gehen. Es zeigt, wie Frauen unter patriarchalen Strukturen leiden und ich bin mir sicher, dass sich viele Frauen in vielen Teilen der Erde auch heute noch in diesem Leid wiederfinden. Auch stelle ich mir auch vor, wie sich Männer der Lektüre annehmen und Einblicke in einen Alltag als Frau erhalten können und Empathie empfinden können. Leider wurde der Schreibstil durch seine Monotonie dann doch zunehmend anstrengend und der Umstand, dass es sich inhaltlich ständig wiederholt, macht es nicht besser. Trotz des überschaubaren Umfangs musste ich mich regelrecht durchbeißen. Wie hier viele geschrieben haben, ist es eher wie ein Sachbuch geschrieben. Ich hatte  angenommen, es würde nahbarer oder aus einer Innen- Perspektive geschrieben und mich daher abholen, doch stattdessen verursachte dieser Schreibstil  eine gewisse Distanz. Schade. Ich habe den Eindruck, das Buch weiß nicht so recht, ob es ein Roman oder ein Sachbuch sein möchte. War leider nicht so fesselnd, wie ich mir gewünscht hätte.

  17. Cover des Buches Die Kapitel meines Herzens (ISBN: 9783455005530)
    Catherine Lowell

    Die Kapitel meines Herzens

    (66)
    Aktuelle Rezension von: DasWeltprojekt

    Das Buch ist literarisch anspruchsvoll und überzeugt durch eine tiefgehende, gut ausgearbeitete Geschichte. Zwar sind die Kapitel stellenweise recht lang, und ich brauchte etwas Zeit, um vollständig in die Handlung einzutauchen, doch sobald mir das gelungen war, hat mich die Geschichte wirklich gepackt. Besonders die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen und sind sehr gelungen dargestellt. Auch das wunderschöne Deckblatt ist ein echter Blickfang. Insgesamt hat mich die Geschichte überzeugt, trotz kleiner Längen zu Beginn.


  18. Cover des Buches Blauer Hibiskus (ISBN: 9783596521708)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Blauer Hibiskus

    (81)
    Aktuelle Rezension von: izzy_books

    Der Roman erzählt von der jungen Kambili, die zwischen strenger religiöser Erziehung und dem Wunsch nach persönlicher Freiheit aufwächst. Familiendramen, Unterdrückung und Konflikte werden kunstvoll mit der politischen Realität Nigerias verwoben. Eine eindringliche Geschichte über Selbstfindung, Widerstand und das Ringen um Identität in einer komplexen, oft restriktiven Welt.

  19. Cover des Buches Oblomow (ISBN: 9783423142793)
    Iwan A. Gontscharow

    Oblomow

    (88)
    Aktuelle Rezension von: culejule

    4,5 von 5 Sterne

    Ich durfte das Buch im Rahmen einer Lesegruppe lesen und bin super dankbar für die Buchauswahl, denn ich persönlich hätte nicht von mir aus diesen Klassiker angefasst.

    Das Wort "Oblomowerei" steht für die lethargische Haltung, der Faulheit und dem tatenlosen Träumen. Die perfekte Beschreibung für Oblomow: 30 Jahre jung und wie die Made im Speck lebend auf dem väterlichen Gut. Der Roman besteht aus 4 Teilen mit mehreren Unterkapiteln. Da wäre der erste Teil, der den Charakter Oblomow's der Leserschaft aufzeigt. Allein die ersten Kapitel spielen sich an einem Tag ab und man erhält einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt des Protagonisten. Träge und müde ist der Alltag Oblomows, der von seinen wenigen Freunden Besuch erhält. Doch dann passiert etwas, womit ich persönlich nicht gerechnet hätte. Eine Frau tritt in das Leben Oblomow's auf. Wird er für die Liebe seine Lethargie überwinden bzw. besiegen können?

    Zugegeben: man muss sich schon auf diesen Klassiker ab der ersten Seite einlassen. Es lohnt sich aber, denn hier geht es vor allem um die Entwicklung einer interessanten Figur. Verglichen zu unserer heutigen Gesellschaft bzw. zu bestimmten Persönlichkeitstypen sind mehrere Parallelen feststellbar. Das Kapitel mit dem Traum war etwas skurril und ist Geschmacksache. Daher der halbe Stern Abzug.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  20. Cover des Buches América (ISBN: 9783423148092)
    T. C. Boyle

    América

    (265)
    Aktuelle Rezension von: Johann_Baier

    Eine intensive Geschichte über den ‘Tortilla Curtain‘ (Originaltitel), der unsichtbaren Grenze zwischen dem kalifornischen Reichtum und der mexikanischen Armut. Die Erzählung springt ständig hin und her zwischen dem Leben eines wohlhabenden Journalisten, wohnhaft in einer neuen Gated Community am Rande von L.A., und einem illegalen mexikanischen Einwanderer, der mit seiner Frau in einem Canyon unweit der Gated Community campiert. Der Lebensstandard der beiden Hauptfiguren könnte nicht unterschiedlicher sein.

    Auch ihre Ziele sind unterschiedlich: der Mexikaner möchte bis zum Beginn der Regenzeit so viel Geld als illegaler Tagelöhner verdienen, dass er für sich und seine schwangere Frau eine Wohnung mieten kann. Der Journalist möchte seinen Wohlstand am Stadtrand genießen. Beides gelingt nicht: die Einwanderungsbehörde macht dem Mexikaner das Leben schwer, aber auch Rechtsradikale, betrügerische Arbeitgeber und kriminelle Landsleute sind eine Gefahr. Der Journalist fühlt sich bedroht von Coyoten, die die Haustiere fressen, und Mexikanern, denen die gesamte Kriminalität der Region zugeschrieben wird. Die Bauarbeiter, die die Mauer zum Schutz vor Coyoten und Mexikaner um die Siedlung errichten, sind ebenfalls Mexikaner, das Hauspersonal auch.

    Die Wege der beiden Hauptfiguren kreuzen sich mehrmals und enden in einer gemeinsamen Katastrophe.

    Die Geschichte ist angefüllt mit schmerzhaften Erlebnissen: Unfall, Blut, Hunger, Ausländerhass, tote Haustiere, Vergewaltigung, Blamage auf Eigentümerversammlung, Diebstahl, Streit, Betrug, Raubüberfall, bedrohliche Schlägertypen, Feuer, noch ein Unfall, Waffen, Naturkatastrophen. Es ist kein Wohlfühlroman.

    Die Geschichte spielt fast immer in der Gegenwart, man ist ganz nah bei jeder Handlung, jedem Gedanken des jeweiligen Protagonisten dabei. Ab und zu wechselt die Erzählperspektive auch zu den Frauen der beiden Hauptpersonen.

    Dabei wird jedes Detail der jeweiligen Szene ausführlich beschrieben – nach meinem Geschmack manchmal zu ausführlich. Ich brauche nicht alle Bestandteile des Müslis kennenlernen, das der Sohn zum Frühstück isst. Durch das Übermaß an Details wird das Erzähltempo recht langsam, ich wurde oft ungeduldig und fragte mich, warum muss ich das jetzt so genau wissen, spielen die Details später noch eine Rolle? Meist taten sie es nicht.

    Durch den Erzählstil entstehen jedoch klare Bilder, ich habe die Orte und die Personen deutlich vor Augen, wie in einem Film. Ein Buch, das in Erinnerung bleibt.

    Natürlich soll es wohl auch zu politischen Diskussionen anregen. Migration und Umweltzerstörung – man könnte meinen, es ist gerade zur letzten US-Wahl erschienen. Es erschien jedoch vor 30 Jahren, schon damals brüllten sich Gegner und Befürworter von Toleranz gegenüber Nichtweißen an, schon damals wusste man, dass die Ausdehnung der Stadt in die Halbwüste ökologisch riskant ist. T.C. Boyle betreibt dabei keine Schwarz-Weiß-Malerei, es ist kein Gut-gegen-Böse-Plot. Man kann beide Seiten verstehen. Letztlich zerstören sowohl Mexikaner wie weiße Amerikaner die Natur.

  21. Cover des Buches Der Lesebegleiter (ISBN: 9783462052169)
  22. Cover des Buches Das hündische Herz (ISBN: 9783864060625)
    Michail Bulgakow

    Das hündische Herz

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Marisa_Agnatova

    Was mich besonders an diesem Buch fasziniert, ist die Tatsache, dass Bulgakow überhaupt versucht hat, dieses Buch im Jahre 1925, also unter der neu errichteten Herrschaft der Bolschewiken (genauer Josef Stalin), zu  veröffentlichen. Da verwandelt sich durch den Eingriff des Prof. Preobraschenski  der Straßenhund Lumpi in den Genossen Lumpikow. Und siehe da, der neu geschaffene Genosse ist ein echtes Schwein, ein Widerling, kein Vergleich zum sympathischen Hund, der er vorher war. So dumm konnte die Zensur in Moskau 1925 gar nicht sein, um nicht zu begreifen, wie das vom Autor gemeint war. Rückblickend ist es erstaunlich, dass Bulgakow weder Lagerhaft noch Schlimmeres für diesen Text zugestoßen ist, außer natürlich, dass er damit leben musste, dass sein Werk nicht veröffentlicht werden durfte.   

  23. Cover des Buches 5 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich (ISBN: 9783499629860)
    Jakob Schrenk

    5 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich

    (10)
    Aktuelle Rezension von: j125
    Inhalt:
    Der Titel verrät den wesentlichen Inhalt des Buches, vergisst dabei aber einen zentralen Punkt. In diesem Buch werden 100 Bücher von Lesern rezensiert. Genauer gesagt, von Lesertypen, denn die Rezensionen sind allesamt erfunden und stellen keine tatsächlichen Besprechungen dar.

    Meine Meinung:

    Nach meinem letzten humorvollen Buch dieser Art, habe ich mich entschieden alle weiteren von meiner Wunschliste zu entfernen. Früher habe ich sehr gerne „SMS von letzter Nacht“ oder Bücher über mitgehörte Dialoge usw. gelesen, aber mittlerweile sagt es mir nicht mehr zu. Dieses Buch habe ich deshalb auf meiner Wunschliste gelassen, weil es um Bücher geht und ich das doch ansprechend fand.

    Leider habe ich dann relativ schnell eine Enttäuschung erlebt, weil ich durch Zufall erfahren habe, dass die Leserstimmen in dem Buch erfunden sind. Ab da hat mir das Buch noch weniger Spaß gemacht, denn für mich geht dadurch der ganze Witz verloren. Man kann natürlich mit Datenschutz argumentieren, aber ich weiß nicht, warum es nicht ohne die Nennung der Nutzernamen trotzdem möglich sein sollte.

    Auch den Untertitel finde ich irreführend, aber vielleicht soll auch das ein Witz sein, den ich einfach nicht verstanden habe. Die Biografie von Bushido fällt bei mir jedenfalls nicht unter das Thema „die 100 bekanntesten Bücher“.

    Die Rezensionen sind alle von bestimmten Lesertypen verfasst. Beispielsweise einer evangelischen Pastorin, die sich „Die Bischöfin“ nennt, von einem Politiker und Angehörigen des Adelsgeschlechts namens „Karl-Theodor“ (Ähnlichkeiten zu lebenden oder verstorbenen Personen sind natürlich rein zufällig), einer tierlieben Dame (Pet(r)a) und so weiter und so weiter. Grundsätzlich gefällt mir die Idee der verschiedenen Typen sehr gut, zumal ich einige kenne, wie beispielsweise „Bücherwurm“, der oder die grundsätzlich das ganze Buch zusammenfasst und maximal einen Satz auf die eigenen Meinung verschwendet. In diesem Umfang war es mir allerdings zu viel, zu wenig lustig, zu übertrieben und teilweise zu hasserfüllt. Es gibt natürlich auch Leser*innen, die homophob und/oder rechtsradikal eingestellt sind und ihre Bücher entsprechend rezensieren. Aber muss ich so einen feindlichen Blödsinn auch in so einem Buch abdrucken bzw. erfinden?

    Fazit:

    Von der grundsätzlichen Idee, bestimmte Typen von Lesern bzw. Rezensenten zu unterscheiden, gefällt mir das Buch. Leider habe ich von dem Buch etwas ganz anderes erwartet, nämlich tatsächliche und keine erfundenen Rezensionen.
  24. Cover des Buches Die Schachnovelle (ISBN: 9783868739657)
    Thomas Humeau

    Die Schachnovelle

    (18)
    Aktuelle Rezension von: annieka_liest

    „Die Schachnovelle“ von Stefan Zweig

    Darum geht es:

    An Bord eines Passagierdampfers von New York nach Buenos Aires wird Schach gespielt. Was als harmloser Zeitvertreib wohlhabender Reisender beginnt, ruft in Dr. B. traumatische Erinnerungen an seine Zeit als Gefangener der Gestapo in Österreich wach.

    Also erstens: das Buch war ganz anders als erwartet und zweitens hat es mir sehr gut gefallen.

    Eigentlich hatte ich erwartet, dass das Schachspiel im Mittelpunkt der Geschichte steht, doch es geht um ganz andere Themen.

    Zentrales Thema ist die Nazi-Zeit mit ihren Schrecken, hier die Isolationsfolter und die Verhöre der Gestapo.

    Beides wird sehr eindringlich beschrieben, und der Leser kann intensiv mitfühlen, wie sich Dr. B. in der Gefangenschaft fühlte.

    Wie verzweifelt er sich anfangs an die Beschäftigung des imaginären Schachspiels klammert, wie es ihn zunächst hilft nicht die Hoffnung zu verlieren und wie sich diese Beschäftigung ihn verwandelt und krank macht.

    Ich fand es interessant zu sehen, zu was das menschliche Gehirn in extremen Situationen fähig ist.

    Es zeigt wie nah Intelligenz und Wahnsinn beieinander liegen.

    Wirklich eine absolute Leseempfehlung – jetzt meine Frage: kann mir jemand Schach beibringen?

    4 von 5 Sterne

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