Bücher mit dem Tag "weltraum"
334 Bücher
- Frank Schätzing
Limit
(601)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannFrank Schätzings Roman spielt in einer nahen Zukunft, in der Raumfahrt, Energiehunger und Überwachung ineinandergreifen. Ich begleite eine Reise zum Mond – Prestigeprojekt und Versuchslabor –, während auf der Erde Konzerne, Dienste und Hacker um die Vorherrschaft über Energien ringen. Helium-3 gilt als Heilsversprechen, doch je höher die Visionen steigen, desto sichtbarer werden Abhängigkeiten, Spannungen und Grenzen der Machbarkeit. (Mehr: https://love-books-review.com/de/limit-von-frank-schaetzing/ )
Mich reizt die Doppelstruktur: Lunar-Tour und ein bodennahes Ermittlungsnetz, das über globale Schauplätze führt. Die Kapitel wirken filmisch, mit Beschreibungen von Technik, Interfaces und Räumen; ich spüre die Kälte der Algorithmen und den dünnen Atem der Mondoberfläche. Während Drohnen, Daten und Deals den Takt bestimmen, geraten die Figuren in moralische Engpässe: Wie weit darf Fortschritt gehen, wenn seine Kosten Menschen verschleißen?
Schätzing verbindet Detail und Spannung zu einer Kritik am Glauben an grenzenloses Wachstum. Ich lese darin keine Flucht, sondern Erzählung über Verantwortung: Innovation braucht Regeln, sonst kippt sie in Raubtierlogik. Trotz des Tempos bleibt Raum für Staunen – über Ingenieurskunst und Sehnsucht, die Erde von außen zu sehen. Zugleich empfinde ich Beklemmung, weil Macht in Netzen zirkuliert, die niemand kontrolliert.
Limit hinterlässt mich elektrisiert und nachdenklich: ein Panorama aus Weltraumglanz und irdischer Schattenökonomie, das fragt, wo Fortschritt endet – und Menschlichkeit beginnen muss.
- Frank Herbert
Dune – Der Wüstenplanet
(583)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
In ferner Zukunft: Die Erkundung des Weltalls ist vorangeschritten und es wurde eine Reihe neuer Planeten entdeckt und besiedelt. Einer dieser Planeten ist der Wüstenplanet Arrakis, der hinsichtlich Klima, Flora und Fauna lebensfeindliche Lebensbedingungen bietet. Herzog Leto Atreides wird vom Imperator die Lehnsherrschaft über diesen Planeten übertragen. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Lady Jessica und seinem 15-jährigen Sohn Paul lässt Herzog Leto Atreides sein bisheriges Leben hinter sich macht sich auf die Reise nach Arrakis. Bereits kurz nach der Ankunft droht dem Haus Atreides Gefahr und es steht im Mittelpunkt einer sorgsam geplanten Intrige. Kann die Gefahr noch abgewendet werden und wird Arrakis zu einem neuen Zuhause werden?
Meine Meinung:
Eines vorweg: Als ich das Buch gelesen habe, kannte ich weder die Verfilmung von 1984 noch die von 2017. Es war daher für mich überhaupt nicht absehbar, was mich erwarten wird und wohin die Geschichte sich entwickeln wird.
Frank Herbert nimmt sich viel Zeit für einen detaillierten Weltenentwurf und es dauert ein wenig, bis die Handlung richtig Fahrt aufnimmt. Trotzdem habe ich immer gerne weitergelesen und gut in die Geschichte hineingefunden. Das liegt daran, dass die geschilderte Welt so außergewöhnlich und interessant ist und die Informationen über die politische Lage, die Geschichte, die Ökologie, den Rohstoffabbau und das Leben der Bewohner des Planeten Arrakis auf angenehme Weise in die Handlung eingeflochten werden. Man wird nicht einfach mit Informationen überfrachtet, sondern lernt den Wüstenplaneten Arraktis zusammen mit der Hauptperson Paul kennen. Außerdem bahnt sich schon recht früh eine Bedrohungslage an, die Spannung aufkommen lässt und einem um die Zukunft des Hauses Atreides bangen lässt.
Im weiteren Verlauf entwickelt sich ein packendes Sci-Fi-Abenteuer, das sowohl actionreiche als auch dramatische und nachdenklich machende Momente zu bieten hat. Dadurch, dass es immer wieder Vorausdeutungen auf zukünftige Geschehnisse gibt, wird zusätzliche Spannung aufgebaut. Die Hautperson Paul macht im Laufe des Buches eine interessante und tiefgreifende charakterliche Entwicklung durch. Man erlebt wie er erwachsen wird und vor allem wie stark und nachhaltig ihn die Geschehnisse prägen. Er ist am Ende des Buches nicht mehr der, der er am Anfang war. Beim Lesen hatte ich deshalb manchmal das Gefühl, dass mir Paul zunehmend fremd wird. Das finde ich aber passend und stimmig, weil es seine charakterliche Entwicklung und Veränderung unterstreicht. Auch Pauls Angehörige und Vertraute machen vergleichbare Erfahrungen im Umgang mit ihm.
Es gefällt mir besonders, dass ich beim Lesen nie das Gefühl hatte schon oft eine ähnlich gelagerte Geschichte gelesen zu haben. Deshalb hatte ich auch keine Vorstellung davon, was für eine Handlung mich erwartet und wohin die Geschichte führt. Das Buch ist etwas Besonderes und der Ideenreichtum hat mich beeindruckt. Ein Beispiel dafür sind kleine Details wie etwa die Idee der sogenannten Missionaria Protectiva: Dabei geht es darum auf fremde Planeten zu reisen und in der einheimischen Bevölkerung Geschichten und Erzählungen besonderer Art zu streuen und in der dortigen Kultur zu verankern. Damit soll dort der Grundstein für die Entwicklung von Sagen und Legenden gelegt werden. Ziel ist es, dass die Einheimischen dadurch Sagen und Legenden entwickeln, die man sich in ferner Zukunft zunutze machen kann, weil sie den eigenen Überzeugungen und Bestrebungen entgegenkommen und so für die eigenen Nachfahren bei einer späteren Rückkehr auf den Planeten von Vorteil sein können.
Beeindruckt hat mich auch wie eindrücklich und mit wieviel Detailreichtum beispielsweise die Wasserknappheit auf dem Planeten Arrakis beschrieben wird: Die Wasserknappheit ist tief in der Kultur und Religion der Bewohner von Arrakis verankert. Tränen werden als etwas Heiliges gesehen und es ist daher ein Zeichen höchster Ehrerbietung gegenüber einem Verstorben, wenn man um ihn weint. Außerdem ist es eine Respektbekundung, wenn man vor einem anderen zur Begrüßung auf den Boden spuckt, weil man damit kostbare Flüssigkeit fortgibt. Die Wasserknappheit ist der auch der Grund dafür, dass die Menschen sogenannte Destillanzüge entwickelt haben, die den Flüssigkeitsverlust des Körpers möglichst geringhalten. Als Paul vom Regen auf seinem Heimatplaneten Kaitain erzählt geht es über die Vorstellungskraft der Bewohner von Arrakis hinaus, dass es Orte gibt an denen Wasser in solchen Mengen vorkommt und einfach vom Himmel fällt.
Hervorheben möchte ich auch den unglaublich guten Schreibspiel. Es ist toll wie anschaulich z. B. mentale Vorgänge und Visionen beschrieben werden. Überhaupt ist das ganze Buch sprachlich sehr ansprechend geschrieben. Hier zwei Beispiele:
Ringst du mit Träumen? Misst du dich mit Schatten? Wandelst du in einer Art Schlaf? Die Zeit ist dir durch die Finger geglitten. Man hat dir das Leben gestohlen. Gezaudert hast du und getändelt, Opfer deiner Narretei. (S. 252)
Er sagte uns, dass eine einzige obskure Entscheidung bei einer Prophezeiung – etwas die Wahl eines Wortes anstelle eines anderen – die Zukunft in ein völlig anders Licht rücken konnte. Er sagte uns: „Wenn man die Zeit sieht, ist sie breit, aber wenn man hindurchgeht verwandelt sie sich in seine schmale Tür.“ (S. 342)
Noch ein Tipp: Den Anhang sollte man erst im Anschluss an die eigentliche Geschichte lesen, weil darin einige Geschehnisse vorweggenommen werden. Außerdem dürfte es einem mehr verwirren als helfen, wenn man zu früh mit dem Lesen der Anhänge anfängt.
Fazit:
Dieses Sci-Fi-Abenteuer hat mich mit seinem Ideen- und Detailreichtum beeindruckt. Es zählt zu den Büchern, die ich gerne irgendwann nochmals lesen würde, weil ich denke, dass man dadurch weitere Details entdecken kann und einem Zusammenhänge noch klarer werden. Nachdem ich nun endlich das Buch gelesen habe, verstehe ich, weshalb dieses Buch von so vielen Leute geliebt wird und warum es innerhalb des Genres der Science-Fiction-Romane als Klassiker gilt.
Das Buch hat ein stimmiges Ende, aber man merkt zugleich, dass es noch viel mehr über Arrakis zu erzählen gibt. So werden beispielsweise Pläne für die Zukunft des Planeten geschmiedet deren Verwirklichung mehrere Generationen dauern wird. Ich bin deshalb gespannt auch die nächsten beiden Bände der ersten Dune-Trilogie und auch auf die Verfilmungen.
- Stephen Hawking
Eine kurze Geschichte der Zeit
(349)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerTypische Sach- und Fachbücher sind oft trocken und für Laien schwer zugänglich, doch hier wurde, meiner Meinung nach, wirklich gute Arbeit geleistet. Man kann sich förmlich in die Rolle eines forschenden und entdeckenden Wissenschaftlers hineinversetzen und mit Herrn Hawking mitfühlen. Trotz der Qualität des Buches habe ich jedoch Bedenken, ob es für die breite Allgemeinheit geeignet ist. Ein gewisses Maß an Vorwissen, Insiderkenntnissen und wissenschaftlichem Interesse ist notwendig, um die Lektüre wirklich genießen zu können.
- Douglas Adams
Per Anhalter durch die Galaxis
(3.292)Aktuelle Rezension von: GilbeauAuch im Universum geht alles seinen bürokratischen geregelten Gang, alles wird nach Antrag gehandhabt. Jeder kann sich die Planungsunterlagen des Bauvorhabens ansehen und wenn geboten, Einspruch erheben. Was können die Vogonen dafür, dass die Erdbewohner die Genehmigungsunterlagen zum Bau einer Schnellstraße durch die Milchstraße nicht gelesen haben und deren Bau verhindert haben? Somit haben sie mit vollem Recht, nach bestem Wissen und Gewissen die Erden, welche dem Bau im Weg war, gesprengt.
Der Beginn einer wilden Reise durch das Universum, bei der es unbedingt nötige ist, auf keinen Fall in Panic zu geragten.
- Amie Kaufman
Illuminae
(573)Aktuelle Rezension von: auszeit_lesenWorum geht’s?
Gerade noch trennen sich Kady und Ezra, als plötzlich ihr Planet angegriffen wird und sie sich halsüberkopf retten können – auf getrennte Raumschiffe. Doch damit sind sie noch nicht in Sicherheit, denn die KI eines der Raumschiffe gerät außer Kontrolle.
Wie war’s?
Zu diesem Buch habe ich schon einige Empfehlungen bekommen und es hat mich völlig unerwartet aus einer Flaute gerettet. Illuminae würde ich in die Schublade YA Sci-Fi stecken und auch wenn es nicht euer favorisiertes Genre ist, lohnt sich der Versuch!
Was mich besonders gereizt hat, ist der Buchaufbau. Ich mag es ja sehr, wenn Geschichten anders dargestellt werden. In diesem Fall besteht das Buch aus Interview-Mitschnitten, Überwachungstransskripten, E-Mails und Chatverläufen, Tagebucheinträgen, Daten aus dem KI-Kern usw. Und das funktioniert einfach richtig gut!
Gleiches gilt für die Charaktere: Kadie entpuppt sich als toughe Hackerin und Ezra zeigt, dass er mehr ist als ein cooler Macho und einen ziemlich weichen (und witzigen) Kern hat. Die Chemie zwischen den beiden passte und die Handlung war durchgehend spannend, zum Ende hin sogar mehrfach überraschend.
Für mich wurde Illuminae damit ganz unerwartet zu einem Highlight!
- Amie Kaufman
These Broken Stars. Lilac und Tarver (Band 1)
(877)Aktuelle Rezension von: Avada_KaddavraObwohl ich anfangs von dieser Cyber-Titanic-Atmosphäre gebannt war konnte mich das Buch im weiteren Verlauf nicht mehr so ganz abholen. Mir ist leider zu wenig passiert, zu wenig Spannung aufgekommen und auch die Beziehung zwischen den Charakteren überzeugt mich nicht ganz😐 Trotzdem werde ich die Reihe weiterverfolgen🙂
- Andy Weir
Der Marsianer
(884)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»So sieht die Situation also aus. Ich bin auf dem Mars gestrandet und kann weder mit der Hermes noch mit der Erde Verbindung aufnehmen. Alle halten mich für tot. Ich sitze in einer Wohnkuppel, die einunddreißig Tage stabil bleiben soll. Wenn der Oxygenator versagt, ersticke ich. Wenn der Wasseraufbereiter versagt, verdurste ich. Wenn die Wohnkuppel nicht hält, explodiere ich einfach. Wenn das alles nicht passiert, geht mir irgendwann der Proviant aus, und ich verhungere.«
Mark Watney hat wirklich mehr als Pech. Als ein enormer Sandsturm ihn und seine Crew zwingt, den Mars nur wenige Tage nach der Ankunft zu verlassen, gelingt allen anderen die Flucht, er allerdings wird von einem Trümmerteil getroffen, für tot gehalten und zurückgelassen. Als er verletzt aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein auf dem Mars, ohne Möglichkeit, mit der Crew oder der Erde Kontakt aufzunehmen und im Grunde ohne Hoffnung. Doch Mark Watney ist keiner, der schnell aufgibt…
Dieses Buch lag ziemlich lang in meinem Regal, SciFi ist normalerweise nicht mein Genre. Doch nachdem ich wenige Seiten gelesen hatte, mochte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Mark nimmt mit großem Mut den Kampf um sein Überleben auf, er weiß, dass in vier Jahren die nächste Marsmission landen soll und analysiert und plant nun, was er anstellen muss, um so lang durchzuhalten. Absolut bewundernswert, was er sich alles einfallen lässt und was er nach zahlreichen Rückschlägen immer wieder umplant und neu angeht! Als er irgendwann Kontakt zur NASA herstellen kann, starten auch auf der Erde enorme Rettungsversuche, in ihrem Einfallsreichtum nicht weniger fesselnd.
Fazit: Extrem spannend, obwohl SciFi eigentlich nicht mein Genre ist, mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
- S.J. Kincaid
Diabolic / Diabolic (1). Vom Zorn geküsst
(405)Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJaneDer Anfang des Buches hat mir sehr gefallen. Man wird relativ ausführlich und ruhig in die Geschichte und den teilweise sehr komplexen Hintergrund der verschiedenen Familien eingeführt. Außerdem erfahren wir, wie Diabolics erschaffen werden und wie die Prägung funktioniert. Dadurch ist die Grunddynamik zwischen Nemesis und ihrer Schutzbefohlenen Sidonia von Anfang an klar und benötigte keinen Weiterren Hintergrund. Auch die Phase der Vorbereitung für Nemesis’ Aufenthalt am imperialen Hof fand ich sehr gut dargestellt.
Ab dann flachte die Geschichte für mich leider sehr ab. Die am Hof erwarteten Intrigen blieben größtenteils aus, die Machtspiele sind eher schmückendes Beiwerk. Die Gefühle, die sie für Tyrus zu entwickeln beginnt, kamen für leider mich überhaupt nicht rüber und damit fiel die ganze Liebes-Thematik für mich weg.
Meiner Meinung nach lag der Fokus tatsächlich noch zu wenig auf der Liebe, die Nemesis entwickelt - denn eine künstlich geschaffene Diabolic sollte nur einen Menschen lieben: ihre zu schützende Person, auf die sie geprägt wurde. Das, was hier passiert ist also in dieser Welt etwas noch nie da gewesenes und könnte generell zum Nachdenken anregen. Das tut es leider überhaupt nicht.
Und dann kam das Ende. Dass es relativ offen gehalten ist, stört mich überhaupt nicht, es irritierte mich eher, dass keine offenen Fragen blieben. Im Nachhinein habe ich mich ein wenig erkundigt und erfahren, dass das Buch eigentlich erst als Einzelband gedacht war, und das merkt man. Das Ende kann genau so stehenbleiben.
Für mich ist diese Trilogie also beendet, wie sie ursprünglich gedacht war.
- Kass Morgan
Die 100
(659)Aktuelle Rezension von: mimgiIch muss sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Es ist eher eine leichte Lektüre, jedoch genau das, wonach ich aktuell gesucht habe. Genau das Richtige, um aus dem Lese-Loch heraus zu kommen. Der Schreibstil gefällt mir, die Beschreibungen ließen mich das Geschehen gut bildlich vorstellen, trotzdem kam man auch schnell zum Punkt. Das World Building war für mich persönlich auch ausreichend. Ich konnte mir sowohl die Szenen im All, als auch auf der Erde sehr gut vorstellen. Das mag jedoch auch daran liegen, dass ich zuerst die Serie geschaut habe.
Was mir gut gefallen hat:
Ich persönlich mag sehr gerne, dass im Buch Romance nicht klein geschrieben wird. Während Clarke und Bellamy sich in der Serie nur freundschaftlich annähern, kommen sich die Beiden im Buch regelmäßig auf romantischer Ebene näher. Außerdem mochte ich die Erzählung rund um Glass. Schade, dass sie so gar nicht in der Serie vorkam. Ich habe mir Luke und ihr mitgefiebert und mochte sehr gerne den „Romeo und Julia“ Flair. Ein weiterer positiver Punkt sind die Sprünge in der Erzählung zwischen der Gegenwart und Vergangenheit. Während wir Einsichten in Clarkes, Bellamys und Wells‘ Abenteuer auf der Erde bekommen, werden zwischendurch häufig Erinnerungen vom Leben auf dem Raumschiff gezeigt. Dies hat den Charakteren Tiefe gegeben. So kam noch deutlicher rüber, wie sehr sich Bellamy um Octavia kümmert, wie Clarke das Geheimnis ihrer Eltern wahren musste und zu was Wells im Stande ist, um Clarke zu retten.
Was mir weniger gefallen hat:
Hier und da waren in meiner Fassung einige Rechtschreibfehler. Außerdem nervt mich Wells. Es mag sein, dass er Clarke nur beschützen möchte aber die Art und Weise, wie er das tut ist egoistisch und macht mich wahnsinnig.Wem würde ich das Buch weiterempfehlen?
Allen, die dystopische Bücher mit Sci-Fi Elementen mögen, nicht das realistischste Szenario sondern eine relativ einfach und doch sehr spannende Unterhaltung suchen. Ich habe direkt im Anschluss den zweiten Teil angefangen und freue mich schon, die Reihe weiterzulesen.
- Marissa Meyer
Die Luna-Chroniken 3: Wie Sterne so golden
(807)Aktuelle Rezension von: YureliaDen dritten Band der Reihe habe ich als Taschenbuch gelesen. Die ersten Bände hatte ich mir ausgeliehen von einer mittlerweile ehemaligen Freundin. Die Buchreihe wollte ich aber trotzdem weiterlesen und da mir die ersten Bände so gut gefielen, habe ich mir einfach die Reihe in der Taschenbuchausgabe gekauft. Das Design ist das gleiche wie bei den Hardcovern, nur ohne Buchumschlag.
Auf dem Cover dieses Bandes wiederholt sich das goldfarbene Muster eines geflochtenen, abgeschnittenen Zopfes. Der Titel ist ebenfalls goldfarben und befindet sich innerhalb eines Kreises mit goldfarbenen Rand. Der Hintergrund ist schwarz. Die Innenseiten der Buchdeckel sind golden und schimmern leicht.
Das Cover hat leider keine gute Qualität. Nach einem Mal durchlesen löst sich bereits die Beschichtung an der unteren Kante des Covers.
Das Buch ist in vier Teile unterteilt. Auf dem Deckblatt eines jeden Teils befindet sich ein Zitat aus dem Märchen Rapunzel. Denn man ahnt es vielleicht schon, wenn man die Inhaltsangabe auf dem Backcover liest: Während Cinder und Scarlet an Cinderella und Rotkäppchen angelehnt sind, ist Cress quasi Rapunzel - obwohl ihr Name nicht darauf schließen lässt.
Ich liebe es sehr wie Marissa Meyer eine neue Märchenprinzessin in die Geschichte einführt. Alles ist geheimnisvoll bis sich irgendwann der Kreis schließt. Ich liebe das wirklich sehr.
Die Geschichte dieses Bandes ist für mich kaum noch voraussehbar, was ich so überhaupt nicht erwartet habe. Diese Reihe scheint sich mit jedem Band zu steigern.
Auch in Cress konnte ich mich gut hineinversetzen. Wobei ich Scarlet doch immer noch lieber mag. Ich glaube, ich fühl mich mit beiden sehr verbunden, weil beide Persönlichkeiten auch in mir stecken. XD
Cinder akzeptiert, wer sie ist, und schmiedet entsprechende Pläne ... doch dann werden sie und ihre Gefährten reingelegt und alles droht, den Bach runterzugehen.
Es gibt einige Schreckmomente und Entwicklungen in diesem Band, die mich noch immer schockieren. Dazu der gewohnte locker-flockige Schreibstil der Autorin und schwupps kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Eine gute Formel, den*die Leser*in ans Buch zu fesseln. XD
Am Ende des Bandes gibt es keine Leseprobe für den nächsten Band. Außerdem endet dieser Band sehr dramatisch. Man kann zwar erahnen, wie die Geschichte weitergehen könnte, aber man hat am Ende null Plan, ob eine neue Figur eingeführt wird, und falls ja, weiß man auch nicht, welche Märchenprinzessin es sein könnte.
Ich bin wirklich gespannt, wie das alles ausgeht...
Mein Fazit:
Fortsetzung mit düsteren und schockierenden Elementen, die kaum noch voraussehbar sind. Pageturner. - Christopher Paolini
INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
(237)Aktuelle Rezension von: Daniela_BeilnerEin großartiges SciFi Epos aus der Feder von @christopher_paolini das in seiner Komplexität allerdings meines Erachtens nichts für Einsteiger ins Genre ist und auch nicht nebenbei mal schnell gelesen werden kann …
Gemeinsam mit Kira Navarez reisen wir quer durch die Galaxis und mit jeder Frage die halbwegs beantwortet wird stellen sich uns mindestens 5 neue Fragen …
Die Entwicklung von Kira von einer „einfachen“ Xenobiologin zur möglicherweise einzigen Rettung für die Menschheit hat mir sehr gut gefallen und wir lesen die gesamte Geschichte aus ihrer Sicht
Mein absoluter Liebling ist allerdings der Schiffsverstand Gregorovich - Genie und Wahnsinn liegen tatsächlich nur hauchdünn voneinander entfernt 🙃 und seine Sprüche sind herrlich
Nehmt euch Zeit für dieses 960 Seiten Schwergewicht - es braucht Zeit, Ruhe und Konzentration aber dann ist es ein grandioses Lesevergnügen
Das Ende ist sehr stimmig und passend auch wenn ich Kira etwas anderes gewünscht und gegönnt hätte - aber sie hat ihren Frieden damit gemacht und dem schließe ich mich an 💙 - Ava Reed
Mondprinzessin
(872)Aktuelle Rezension von: mysticcat„Mondprinzessin“ von Ava Reed hat mich gleich mit seiner traumhaft schönen Covergestaltung begeistert und perfekt auf die Geschichte eingestimmt. Die Protagonistin Lynn fand ich sehr beeindruckend, ihre Stärke und ihr Mut haben mich schnell für sie eingenommen. Auch der beschützende Mondkrieger Juri war mir von Anfang an sympathisch, und die Dynamik zwischen den beiden hat die Handlung für mich zusätzlich spannend gemacht. Besonders fasziniert hat mich die von der Autorin erschaffene Mondwelt, die voller Fantasie steckt und mit vielen interessanten Details lebendig wird. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch: Die Darstellung der bewohnten Planeten konnte mich nicht völlig überzeugen. Da sie ursprünglich ein Planet waren, wäre für mich auch Landwirtschaft auf dem Mond durchaus möglich, sofern man eine Atmosphäre erschafft – hier hat mich die Logik etwas gestört. Dennoch konnte mich die Handlung insgesamt fesseln und mitreißen, sodass ich dem Buch am Ende gerne 4 von 5 Sternen gebe.
- Stephen Hawking
Kurze Antworten auf große Fragen
(122)Aktuelle Rezension von: SeitenwindInhaltlich gibt es ja fast nichts auszusetzen. Einer der Größten schreibt über eine Hand voll der wichtigsten Themen.
Die Einführung hätte man vielleicht anders aufsetzen oder ganz weglassen können. Die Lobhudelei ist vielleicht berechtigt, bereitet aber den Lesenden nicht unbedingt die größte Freude.
Die Art, wie das "Wissen" vermittelt wird oder besser gesagt, wie alles Existierende erklärt wird, ist aus meiner Sicht die Schwachstelle des Buches. Manchmal ähnelt sie gefühlt Großvaters Geschichtenerzählung und manchmal wiederum einem Großkongress von Wissenschaftlern. Das hätte man schon noch etwas verbessern können.
- Amie Kaufman
These Broken Stars. Jubilee und Flynn (Band 2)
(300)Aktuelle Rezension von: SophelliestIch hatte den ersten Band schon vor einer ganzen Weile gelesen und als dann endlich dieser Band in der Onleihe verfügbar war, habe ich ihn direkt verschlungen.
Leider wusste ich von Band 1 nicht mehr ganz so viel, was der Geschichte aber nicht geschadet hat. Die wichtigsten Punkte aus Band 1 wurden erneut erklärt und an sich drehte sich der Band auch um andere Charaktere. Dennoch war es schön, die bekannten Charaktere wieder zu treffen.
Die Charaktere
Flynn und Jubilee sind wirklich tolle Hauptcharaktere. Beide haben ihre Überzeugungen und Werte, die sie zu den Personen machen die sie sind. Obwohl sie so unterschiedlich sind, ist da von Anfang an eine Spannung und dennoch ein Verständnis füreinander. Ich mochte die Stimmung zwischen den beiden wirklich gerne und auch die realistische Charakterentwicklung der Beiden hat auf mich authentisch gewirkt.
Der Plot
Die Geschichte des Buches war spannend aufgebaut, sodass es nie langweilig wurde. Immer mal wieder Cliffhanger oder kleine Plottwists haben das Buch lebendig und kurzweilig gemacht. Alle Dinge, die passiert sind, wurden im Nachhinein logisch erklärt, was mir sehr gut gefallen hat.
Der Schreibstil
Der Schreibstil hat die ganze Geschichte noch zehn Mal besser gemacht. Angenehm und leicht geschrieben, sodass man sich gut in die Welt hineinversetzen konnte und die Gefühle gut vermittelt wurden. Gleichzeitig hat man sich aber nicht in den Beschreibungen verloren.
Fazit
Ein toller zweiter Band, der Lust auf den dritten macht! Bisher ist die ganze Reihe eine große Empfehlung und ich verstehe nicht, warum sie nicht mehr Aufmerksamkeit hat!
- Leo Aldan
Squids - Aus der Tiefe des Alls
(60)Aktuelle Rezension von: SelmalucasioDieses Buch überrascht durch seine Ernsthaftigkeit und den Mut, neue Wege zu gehen. SQUIDS – Aus der Tiefe des Alls erzählt keine leichte Weltraumunterhaltung, sondern entwirft eine komplexe Welt, in der Wissenschaft, Philosophie und Abenteuer miteinander verflochten sind. Besonders die Begegnungen mit den Squids, ihrer Kultur und Denkweise, machen den Roman außergewöhnlich. Die Handlung bleibt spannend, die Charaktere sind glaubwürdig, und das Ganze wirkt durchdacht und niveauvoll. Wer intelligente Science-Fiction sucht, wird hier fündig.
- Veronica Roth
Rat der Neun
(466)Aktuelle Rezension von: Lauras_bunte_buecherregalDer Schreibstil ist flüssig und angenehm zu Lesen. Für mich kam der Aufbau der Welt etwas zu kurz.
Das größte Problem hatte ich mit der fehlenden Tiefe in der Geschichte. Ich fand die Handlung etwas zu oberflächlich und leider konnten mich die Protagonist:innen nicht komplett überzeugen. Die Wendungen und der Spannungsbogen waren für mich leider vorhersehbar.
Für Zwischendurch war das Buch unterhaltsam, keine Frage. Für mehr hat es für mich leider nicht gereicht. Ich hätte mir mehr von der Handlung erhofft. Band zwei werde ich mir anhören.
Von mir erhält das Buch 3,5 von 5 Sterne. - Cixin Liu
Die drei Sonnen
(252)Aktuelle Rezension von: _Eli_Die drei Sonnen' ist ein faszinierendes Werk, das mich völlig unerwartet in seinen Bann gezogen hat. Cixin Liu verwebt meisterhaft die düstere Geschichte der chinesischen Kulturrevolution mit einem hochkomplexen Science-Fiction-Plot, der das Genre auf ein neues Level hebt.
Was dieses Buch so besonders macht, ist die Art, wie es wissenschaftliche Konzepte - von der Quantenmechanik bis zur Astrophysik - mit philosophischen Fragen nach der Existenz der Menschheit verbindet. Das Drei-Körper-Problem als zentrale Metapher ist brilliant gewählt und zeigt, wie chaotisch und unvorhersehbar nicht nur unser Universum, sondern auch zwischenmenschliche Beziehungen sein können.
- Kass Morgan
Die 100 - Tag 21
(377)Aktuelle Rezension von: mimgiInsgesamt hat mir die Fortsetzung gefallen. Das Buch hat mich nicht ganz so gepackt, wie der erste Teil, jedoch konnte ich auch hier mitfiebern.
Was mir gefallen hat:
Wells Entwicklung gefällt mir in diesem Teil gut. Im ersten Teil fand ich ihn schrecklich nervig, ich denke, dass ihm der Abstand zu Clarke gut tat. Seine Entscheidungen sind hier nachvollziehbarer und vertretbarer. Das Vertrauen, welches er Sasha geschenkt hat, hat mich ein wenig verwundert. Ich fand es aber umso spannender, mitzufiebern, ob sie ihn hintergehen wird, oder nicht.
Clarke ist ein Charkter, mit dem ich erstmal ein bisschen warm werde musste. Ihr kontrollierte und teilweise kühle Art frustriert mich manchmal. Mittlerweile mag ich dies aber sehr gern.
Der Bellamy aus den Büchern gefällt mir sehr gut. Er ist ehrlich und spricht Dinge aus, die man sich als Leser denken kann. Er wirkt, obwohl er Jaha angeschossen hat, moralisch gut und die einzigen Momente, in denen er die Kontrolle verliert sind die, in denen er seine Schwester beschützen möchte.
Mir gefällt außerdem, dass das Buch manche Fragen offen lässt. Beispielsweise, ob Jaha noch lebt.
Außerdem mag ich, dass es einige unerwartete Momente gibt. Teilweise sind manche Momente sehr vorhersehbar (zum Beispiel, dass Clarkes Eltern noch leben und statt zu sterben auf die Erde geschickt wurden), jedoch gibt es dann immer wieder einen Augenblick bei dem ich mir denke: „Oh, damit habe ich jetzt nicht gerechnet.“ Hierzu zählt definitiv, dass Bellamy und Wells Brüder sind. (Die Delivery dieser Info hätte aber meiner Meinung nach „epischer“ beschrieben werden können, hier wirkte der Moment etwas plump.Was mir weniger gefallen hat:
Ich mag den Schreibstil, hätte mir jedoch manchmal ausführlichere Beschreibungen gewünscht. Beispielsweise fiel es mir bei einigen Charakteren schwer, mir sie bildlich vorzustellen. Das Dorf der Erdgeborenen hatte meiner Meinung nach auch sehr viel Potenzial, detaillierter beschrieben zu werden und es damit lebendig zu machen.
Außerdem fand ich, dass manche Handlungen nicht sehr logisch beziehungsweise übereilt wirkten. Bellamy war sauer, weil Clarke den Tod bei Lilly herbeigeführt hat. Ich habe mich schon darauf vorbereitet, dass es ein „Katz und Maus“ Spiel geben wird und Clarke mehr Reue zeigen kann. Ich habe mich teilweise auch darüber geärgert, dass Lilly einfach so sterben musste. Ja, Clarkes Eltern wären dafür verantwortlich gemacht wurden. Dennoch passt es nicht zu Clarke, sie da nicht rausholen zu können. Aus diesem Grund habe ich mir mehr Reflexion bei der gesamten Thematik erhofft. Am Ende hat dann aber ein Satz aus ihrem Mund und ein Erinnerungsfetzen von Bellamy dafür gesorgt, dass er ihr in die Arme fiel.
Genauso war ich etwas enttäuscht von der Begegnung mit den Erdgeborenen. „Clarke, wir haben Octavia für euch gerettet, wollen nur Frieden und achso, deine Eltern leben noch.“ Meiner Meinung nach alles etwas plump und übereilt. Ich muss aber auch sagen, dass ich für Action und Drama lebe und wahrscheinlich einfach mehr erwartet habe, weil ich vorher die Serie sah.
Als letzten Kritikpunkt nenne ich die Beschreibung der Geschehnisse im All. Ich mag Glass wirklich gern. Jedoch finde ich, dass man die Situation da oben differenzierter hätte darstellen können, wenn man auch den Blickwinkel von bspw. dem Vizekanzler integriert hätte. Inwiefern die Armbänder Daten liefern wissen wir noch immer nicht. Auch hier war ich etwas skeptisch, wenn es um den Handlungsstrang geht. Das Schiff ist undicht, deshalb wird das Schiff evakuiert. Eine Sicht der Entscheidungspersonen hätte ich gern parallel verfolgt.Alles in Allem hätte ich mir etwas mehr Action gewünscht. Der Klappentext „Für Clarke, Bellamy und all die anderen beginnt ein Kampf auf Leben und Tod…“ habe ich mir einfach mehr erwartet. Es war mir alles zu friedlich.
Fazit
Obwohl ich einige Kritikpunkte habe kann ich es nicht übers Herz bringen, dem Buch weniger als vier Sterne zu geben. Es mag nicht sonderlich komplex, realistisch und logisch sein aber ich habe es trotzdem verschlungen und innerhalb von kurzer Zeit gelesen. Außerdem fang ich direkt im Anschluss den dritten Band an.
- Douglas Adams
Das Restaurant am Ende des Universums
(664)Aktuelle Rezension von: RattusExlibricus"Wir sitzen in der Tinte", sagte Ford. "Oh", sagte Arthur. Das hörte sich für ihn wie eine Monate alte Neuigkeit an.
Kategorie: Abenteuer | Science-Fiction | Persiflage [3x gelesen]
Worum dreht sich die Handlung?: Warum man nicht versuchen sollte, einen begriffsstutzigen Getränkeautomaten dazu zu überreden, eine Tasse Tee zu produzieren, wenn genau im gleichen Moment ein unvorhergesehener Vogonenangriff um die Ecke kommt? Arthur Dent findet dies – und viele andere überlebenswichtige Informationen – mal wieder auf die schmerzhafte Art und Weise heraus. Zwischen unwahrscheinlichen bis scheinbar unmöglichen Orten, Begebenheiten und Zeitsprüngen fällt es ihm erneut schwer, die Orientierung zu behalten – vor allem wenn seine wackeren Mitstreiter munter ins Verderben preschen und er aus Mangel an Alternativen einfach mal hinterherrennt. Über allem schwebt die Frage nach der Frage aller Fragen und die Suche nach dem Mann, der das Universum regiert – aufgelockert durch gefährliche Verfolgungsjagden, künstliche Universen und tiefgreifende Erkenntnisse über die Menschheit. Zum Glück blieb zwischen all dem Trubel auch noch kurz Zeit, bei einem gemütlichen Dinner dem Universum beim Untergang zuzusehen – alles ganz harmlos und mit Showeffekt.
Große Themen im Hintergrund: Überheblichkeit, Machtgier und Ignoranz – allerdings werden diese Themen nur durch die sehr ironische Blume verkauft.
Persönliche Notiz: Diese Rezension wird etwas kürzer ausfallen, da vieles, was ich über den ersten Band geschrieben habe, auch hier zutrifft. Allerdings fand ich den ersten etwas besser.
Teilbewertung (Legende *= hat mich nicht überzeugt, **= ausbaufähig, ***=solide/gut zu lesen, ****= sehr gut/klare Empfehlung, *****= exzellent/schwer zu erreichen):
- Handlung ***
Die Ideen sind genau so überraschend und verrückt wie im ersten Band, die „Handlung“ fußt – zumindest in den ersten zwei Dritteln des Buches – auf ähnlichen Prinzipien. Allerdings hatte ich dieses Mal den Eindruck, dass die Geschichte ab und an deutlich ins Schlingern kommt. Und auch, wenn die rätselhafteren Begebenheiten gut aufgelöst werden, sind sie manchmal etwas breit getreten. Den Teil, der die Entstehung der menschlichen Zivilisation betrifft mochte ich persönlich allerdings sehr gerne – hintergründig und sarkastisch, davon hätte es gern mehr geben können.
- Aufbau **
Wer den speziellen Aufbau des ersten Bandes kennt, weiß, wo die Fallstricke liegen. Und hier hat sich das Buch – im Gegensatz zum ersten Band – leider manchmal verfangen. Es mäandert, kommt nicht zum Punkt und verliert sich in Kleinigkeiten. Trotz allem ist in der komplizierten Schleifenform und rekursiven Handlung viel Potential vorhanden. Und selbst an eher drögen Stellen läuft die Handlung doch zu rasant, um ernsthaft Langeweile aufkommen zu lassen.
- Charakterzeichnung **°
Die Charaktere sind etwas blasser als im ersten Band, teils, tauchen seltsame Stichwortgeber auf. Dennoch sind die liebenswerten Charaktere aus dem ersten Band gut wiederzufinden – auch, wenn ich es schade finde, dass nur einem davon die Möglichkeit zur Entwicklung gegeben wurde. So haben sich die üblichen Spannungsfelder und Sticheleien leider etwas abgenutzt.
- Sprache und Stil ***°
Ein großes Lob geht wieder an Sprache und Stil – durchdacht, klug, zynisch und voller Anspielungen werden immer wieder ikonische Sätze und trockener Humor geliefert, der die Schwachsinnigkeit mancher Handlungsstränge mehr als rechtfertigt. Neben verstecken Anspielungen auf physikalische Theoreme wird einem auch die Ironie des Lebens und menschlichen Seins immer wieder vorgeführt. Dabei vermittelt die Sprache trotzdem sehr lebendige Eindrücke – hier steht der zweite Band dem ersten kaum in etwas nach.
- Zielgruppe(n)
Man sollte „Per Anhalter durch die Galaxis“ auf jeden Fall gelesen und im besten Fall sehr gut gefunden haben, um dieses Buch zu mögen, da es hinter dem ersten Band leider etwas zurückbleibt. Ansonsten trifft das Buch die gleiche Zielgruppe wie der erste Band (siehe Rezension dort).
- Fazit ***
Großzügige drei Sterne für dieses Buch, das definitiv nicht schlecht war, doch mit deutlichen Schwächen hinter seinem Vorgänger zurückblieb. Die Verrücktheit wird hier ins Absurde gesteigert und die Gratwanderung, nicht den Faden zu verlieren, geht in meinen Augen manchmal schief. Nichtsdestotrotz werden relevante Fragen hintergründig und mit dem typischen, großartig-speziellen Humor besprochen und auch sonst überzeugt das Buch durch seinen Stil und seine Sprachspiele. Die Charaktere kommen etwas kurz. Für Anhalter-Fans lohnt sich das Lesen der Fortsetzung gewiss, solange man seine Erwartungen nicht zu hoch schraubt. Für Quereinsteiger nicht geeignet!
- Amie Kaufman
Aurora erwacht
(335)Aktuelle Rezension von: thewonderlandofbooksIch wollte diese Reihe unbedingt lesen, obwohl sie eigentlich nicht ganz in mein typisches Genre ist. Sci-Fi gehört eher selten zu meinen Genres und vielleicht bin ich genau deshalb mit wenigen Erwartungen reingegangen. Und trotzdem hat mich das Buch in vielerlei Hinsicht überrascht.
Was mir sofort gefallen hat, war der Aufbau: Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt – das mochte ich sehr! Nicht alle Figuren waren mir sofort sympathisch, aber genau das fand ich auch spannend. Einige Charaktere habe ich schnell ins Herz geschlossen, andere blieben für mich eher blass oder schwer greifbar.
Was mir allerdings echt schwerfiel, war das Worldbuilding. Es gibt extrem viele Informationen, neue Welten, Technologien, Strukturen, und ich hatte immer das Gefühl, alles behalten zu müssen, um der Handlung folgen zu können. Das war für mich als Sci-Fi-Neuling ziemlich herausfordernd. Ich habe gemerkt, dass ich mich teilweise zum Weiterlesen überreden musste, einfach weil es mir schwerfiel, wirklich tief in die Geschichte einzutauchen.
Mit der Zeit wurde es besser, keine Frage. Der Plot an sich ist spannend, temporeich und wirklich kreativ umgesetzt. Gerade zum Ende hin nimmt die Story noch mal richtig Fahrt auf, das hat mir sehr gefallen! Trotzdem blieb das Gefühl, dass ich mit dem Buch „gekämpft“ habe. Es war kein einfaches Leseerlebnis für mich. Nicht weil das Buch schlecht wäre, sondern weil es mir persönlich einfach schwerfiel, mich darauf einzulassen.
Fazit
Ein gut durchdachtes Buch mit starkem Plot, spannendem Aufbau und interessanten Charakteren, aber für mich persönlich war der Einstieg in diese Sci-Fi-Welt zu herausfordernd. Ich kann verstehen, wenn andere die Reihe lieben, bin mir aber unsicher, ob ich Band 2 noch lesen werde.
3,5/5 - Becky Chambers
Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
(259)Aktuelle Rezension von: die_pingus_Becky Chambers’ Roman ist kein klassischer Science-Fiction-Plotroman, sondern eine soziale Langzeitbeobachtung im Gewand eines Raumabenteuers. Die Handlung folgt der Crew der Wayfarer, einem Tunnelbauschiff, dessen eigentliche Aufgabe weniger relevant ist als das Zusammenleben der Figuren an Bord.
Der Fokus liegt klar auf zwischenmenschlichen und interkulturellen Dynamiken. Chambers konstruiert ein vielschichtiges Universum mit unterschiedlichen Spezies, politischen Systemen und biologischen Voraussetzungen, verzichtet jedoch bewusst auf dramatische Eskalation. Konflikte entstehen leise, oft aus Missverständnissen, kulturellen Differenzen oder individuellen Traumata, nicht aus äußeren Bedrohungen.
Stärken des Romans sind die Figurenzeichnung und die konsequente Humanisierung des Fremden. Jede Spezies wird nicht als Allegorie, sondern als eigenständige Lebensform mit innerer Logik dargestellt. Moralische Fragen zu Zugehörigkeit, Identität, Familie und Verantwortung werden nicht diskutiert, sondern gelebt. Chambers zwingt keine Antworten auf, sondern zeigt Konsequenzen.
Schwächen ergeben sich aus genau diesem Ansatz. Wer eine stringente Handlung, Spannungsbögen oder klassische Science-Fiction-Setpieces erwartet, wird enttäuscht. Der Roman ist episodisch, stellenweise fragmentarisch und verweigert narrative Zuspitzung. Das Erzähltempo ist langsam, die Konfliktauflösung oft unspektakulär.
Sprachlich bleibt die deutsche Übersetzung zugänglich und funktional. Stilistische Experimente fehlen, was zum ruhigen Ton passt, aber keine literarischen Höhepunkte erzeugt. Der Roman lebt nicht von Sprache, sondern von Haltung.
Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten ist ein bewusst entschleunigtes Buch über Zusammenleben statt Überleben, Science Fiction als sozialer Raum, nicht als Schlachtfeld. Für Leserinnen und Leser, die Weltbau über Handlung, Empathie über Spannung und Beobachtung über Dramaturgie stellen.Rezensiert von Herr U.
- Kai Meyer
Die Krone der Sterne
(314)Aktuelle Rezension von: thrill.tasticSchon nach den ersten Seiten bzw. Minuten wusste ich, dass es ein Fehler war, dieses Buch so lange auf dem SUB liegen zu lassen. "Die Krone der Sterne" ist nämlich genau mein Fall!
Von Anfang an spannend, mit lebendigen Figuren und faszinierenden Welten. Die einen folgen der Stille, die anderen verehren das große Schwarze Loch Kamastraka. So auch die Gottkaiserin mit ihrem Hexenorden. Als sich die junge Adelige Iniza weigert, eine ihrer Bräute zu werden, beginnt eine actionreiche Reise durch die Galaxis.
Besonders mochte ich, dass Iniza und Glanis von Anfang an zusammen sind und die Probleme einer gefestigten Beziehung bewältigen müssen, anstatt der ewig gleichen Kennenlern-Story. Aber auch die anderen Crewmitglieder, die sich mehr oder weniger freiwillig auf der "Nachtwärts" versammeln, habe ich ins Herz geschlossen. Der grantige Kopfgeldjäger, die naive Androidin und die pfiffige Pilotin ergänzen sich perfekt.
Das Buch versprüht Star Wars-Vibes, ohne den Eindruck einer Kopie zu erwecken.
Tiamande steckt voller tiefgehender Geschichte, Legenden und alter Technologie, bevölkert von religiösen Fanatikern, intriganten Politikern, gewitzten Überlebenskünstlern und mutigen Helden. Vor allem HeldINNEN!
Tolles Buch von vorne bis hinten, inklusive der grandiosen Optik, die Ausgaben sind nämlich auch noch illustriert. Auch als Hörbuch, gesprochen von Philipp Schepmann, ein Fest!
Ein fantastische Space Opera, die ich wirklich jedem empfehle, dem die Reihe bisher entgangen ist. - James Corey
Leviathan erwacht
(96)Aktuelle Rezension von: Doreen_KlausWasser ist ein kostbares Gut in den Weiten des Alls und so ist es ein einträgliches Geschäft Gletscher mit Frachtern vom Saturn zu den verschiedensten bewohnten Planeten und Raumstationen zu transportieren. Als die Crew eines solchen Frachters das Notsignal eines anderen Schiffes empfängt, ahnt keiner an Bord, was das für Auswirkungen haben wird. Auf Ceres bekommt Detectiv Miller den Auftrag eine vermisste junge Frau zu suchen und damit gerät er in einen Strudel von Ereignissen, die nicht nur sein komplettes Leben verändern werden.
Leviantan erwacht ist das erste Buch aus James Coreys Romanzyklus und bildet die Grundlage für die erste Staffel der SCIFI Serie Expanse auf Amazon. Ich habe die Serie sehr geliebt und regelrecht weggesuchtet, obwohl mich die erste Folge erstmal irgendwie gar nicht abgeholt hat. Die Serie ist relativ dicht am Buch, das mit dem Notruf der "Scopuli" beginnt. Abwechselnd wird aus der Sicht von Jim Holden, dem unfreiwilligen Helden der Geschichte und Miller, einem ziemlich gescheiterten Detectiv auf Ceres erzählt. Zuerst läuft die Handlung parallel zueinander und wird später zusammengeführt, wobei man als Leser natürlich schon ahnt, dass das zusammengehört.
Coreys Schreibstil hat mich direkt mitgenommen, seine starken Figuren sind allerdings zu Beginn etwas einfach gezeichnet. Wenn ich hier nicht schon einiges an Hintergrundwissen durch die Serie gehabt hätte, hätte mir wahrscheinlich etwas gefehlt. Holden und Miller sind zwei so spezielle Charaktere und gerade Millers Verhalten wird leider nicht wirklich logisch erklärt. Ein bisschen erinnert mich seine Figur an Rick Deckard aus Blade Runner. Holden dagegen kommt oft ziemlich naiv und unentschlossen rüber und man versteht gar nicht wirklich, warum seine Besatzung so hinter ihm steht. Natürlich entwickelt sich das im Verlauf der geschichte, die Figuren wachsen quasi mit ihren Aufgaben, aber das dauert und hat mich ehrlicherweise manchmal genervt.
Auch wenn die Geschichte thematisch manchmal echt viel ist, ist sie total meins. Ich liebe diese recht klassische Science-Fiction, Raumschiffe, kolonialisierte Planeten, politische und militärische Konflikte, eine ausserirdische Bedrohung, die ein Konzern trotz aller Risiken für sich nutzen will. Düster, trostlos und so gar nicht wie die Idealvorstellung von einer geeinten Menscheit, die den Weltraum für sich erobert. Viele der verwendeten Elemente kennt man dann dementsprechend auch schon aus anderen Werken des Genres.
Die Geschichte wird spannend erzählt. Manchmal ist mir das Buch aber einen Tick zu dialoglastig, wobei auch die gedanklichen Monologe der Figuren manchmal etwas langatmig sind. Hier hat die Serie natürlich einen entscheidenden Vorteil, denn es kann allein durch einen Gesichtsausdruck schon viel dargestellt werden, was sich im Buch halt erst seitenweise erarbeitet wird. Aber das ist meckern auf hohem Niveau und viele Leser mögen ja genau das.
Mit 670 Seiten ist das Buch jetzt nichts für mal ebenso nebenbei, ich habe es trotzdem recht schnell weggelesen, einfach weil mich die Story so abgeholt hat. Wenn man nun im Hinterkopf hat, wie viele Bücher da noch kommen, dann bekommt man schon eine Vorstellung von der epischen Geschichte die Corey hier erzählt. In mir hat sein Universum auf jeden Fall einen neuen Fan.
- Taylor Jenkins Reid
Atmosphere
(234)Aktuelle Rezension von: MaviDer Weltraumthriller „Atmosphere“ mit romantischen Elementen wurde bereits für eine Verfilmung ausgewählt. Ich freue mich riesig über diese Nachricht!
Die Protagonistin von „Atmosphere“, Joan Goodwin, ist Astrophysikerin und tritt Anfang der 80er-Jahre der NASA bei. Dort trifft sie auf Vanessa Ford.
Wir erleben die tiefe Verbundenheit und Intimität zwischen zwei Frauen – eine im Weltraum, die andere auf der Erde –, während sie eine lebensbedrohliche Krise meistern.
Ich war begeistert vom Schreibstil, der Grundidee und den Charakteren.
Dieses Buch beleuchtet Ambitionen, Sehnsüchte, Identitäten und Familienkonstellationen jenseits aller Grenzen.
Doch irgendetwas fehlte. Es gab keine überraschende Wendung, keinen atemberaubenden Wendepunkt. Vielmehr präsentierte mir die Geschichte eine Reihe vorhersehbarer Herausforderungen und Konsequenzen.























