Bücher mit dem Tag "weltwirtschaft"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "weltwirtschaft" gekennzeichnet haben.

48 Bücher

  1. Cover des Buches Der Wal und das Ende der Welt (ISBN: 9783596523047)
    John Ironmonger

    Der Wal und das Ende der Welt

     (323)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Das Buch gibt einen sehr wichtigen Einblick in die Gefühlswelt des Menschen in einer Extremsituation. Auch beschreibt es sehr gut die Reaktionen der Gesellschaft auf Menschen, die außerhalb der Norm denken. Allerdings Zeigt dieser Roman sehr gut das man manchmal einfach anders denken muss als die Masse um etwas großes zu schaffen. Der Roman ist die Geschichte eines Wales und eines Mannes deren Schicksale auf wundersame Weise verbunden sind. Um den Mann zu retten begibt sich der wl in Lebensgefahr und der Mann dankt es ihm indem er ihm das Leben rettet. Der Mann und der Wal bekommen sozusagen ein neues Leben geschenkt. Ein sehr eindrucksvoller, emotionaler und hochphilosophischer Roman über das Leben, das helfen, selbstlosigkeit, Zusammenhalt, aber auch darüber wie man große Krisen mit neuen Denkmustern durchbrechen kann und wie manchmal aus Zerstörung etwas vollkommen neues, großartiges entstehen kann 


            

  2. Cover des Buches Der Kaffeedieb (ISBN: 9783462048513)
    Tom Hillenbrand

    Der Kaffeedieb

     (105)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87
    Dies war eins der wenigen Bücher, die ich zum OriginalPreis in einer Buchhandlung gekauft habe, weil mich Titel und Geschichte spontan so angesprochen haben. Die Idee, einen historischen Wirtschaftskrimi im Stil eines Abenteuerromans und am Beispiel der Verbreitung des Kaffees zu schreiben, finde ich großartig und sehr vielversprechend. Die Umsetzung fand ich dann aber leider unterirdisch und es handelt sich um eines der wenigen Bücher, die ich abgebrochen habe. Zum einen ist das Buch über und über mit Namen, Orten und "Insider-Infos" gespickt, die für mich als Leserin sehr schwierig zu verstehen und auseinander zu halten waren. Bestimmte Witze und Wortspiele habe ich deshalb leider auch nicht verstanden. Zweitens passiert viel, letztlich aber doch irgendwie nichts. Die Gruppe der Protagonisten kommt von einem Ort zum nächsten, aber dass man sich mithilfe der Beschreibungen ein Bild von der Umgebung machen könnte oder mitfiebert, ist nicht der Fall. Und drittens fand ich das Buch fast einen "Groschenroman". Als zum wiederholten Male von "ihren zarten Pfirsichen" = Brüsten die Rede war, war ich einfach raus. Das hat für mich nichts mit hoher Schreibkunst zu tun. 
  3. Cover des Buches DAEMON (ISBN: 9783499256431)
    Daniel Suarez

    DAEMON

     (290)
    Aktuelle Rezension von: tobi101996

    In dem Buch Daemon (Die Welt ist nur ein Spiel 1) von Daniel Suarez, geht es um Pete Sebeck, welcher Detective ist und um seine Kollegen  Nathan Mantz und Martin Burkow. Er und seine Kollegen ermitteln gerade frisch in einem Mordfall von Joseph Pavlos von welchem man im ersten Kapitel, den Tod miterlebt hat. Außerdem ist noch jemand von den Technickern des Team CyberStorm gestorben und zwar Chopra Singh, auch unter einem Unfall, der eigentlich nicht passieren sollte. Wer steckt hinter diesen Unfällen ? 

    Meine Meinung:
    Ich habe das Buch nach über 100 Seiten abgebrochen, nicht weil es nicht spannend ist. Sondern weil ich gemerkt habe, das technische an der Geschichte interessiert mich zwar etwas, aber nicht so richtig, das ich weiter lesen oder hören mag. Meine Freizeit besteht nämlich nicht darin Computerspiele zu spielen oder mich mit viel Technik auseinander zu setzen, daher sollten vielleicht Leser, die mit dem Thema nicht viel anfangen können, die Geschichte lieber sein lassen. 

    Fazit:
    Das Buch war spannend, aber mit zu viel Technik und Computerspielen gespickt, das ich es abgebrochen habe. Um die Geschichte zu mögen, sollte man an Technik oder auch an Computerspielen interessiert sein.

  4. Cover des Buches Montecrypto (ISBN: 9783462001570)
    Tom Hillenbrand

    Montecrypto

     (83)
    Aktuelle Rezension von: ckfree

    Da Kryptowährungen momentan in aller Munde sind und ich mich dafür interessiere, hat mich dieses Buch neugierig gemacht. Dazu noch das Versprechen, eines „raffinierten literarischen Thrillers über die neue internationale Finanzwirtschaft“.

    Dante, als Ex-Banker in der letzten Krise gerade noch davongekommen, verdient seine Brötchen nun als Privatermittler in Finanzangelegenheiten. Irgendwie kommt er ziemlich abgehalftert rüber, mit seinem Alkoholkonsum und Weltbild, so als hätten klassische Exemplare aus dunklen Hinterzimmern als Vorbild gedient. Wirklich viel Ermittlungsarbeit leistet er in meinen Augen auch nicht. Die Hauptarbeit machen andere, u. a. die Bloggerin Mercy oder andere „Zufalls-“Bekanntschaften auf seiner Schnitzeljagd.

    Auch wenn diese ihn um die halbe Welt führt, so kommt sie an Exemplare z. B. aus der Feder eines Dan Brown nicht heran. Es fehlen klar die andauernde Spannung, überraschende Wendungen, Tempo. Statt Nervenkitzel und Mitfiebern gibt es einen ziemlich geradlinigen Kriminalfall. Dass am Ende versucht wird, das mit einem großen Actionspektakel wettzumachen, wirkt dann nur deplatziert.

    Daneben steckt in dem Buch viel Fachwissen über die Kryptoszene, die Finanzwelt und globale Zusammenhänge. Da Dante auch ein No-Coiner ist, werden diesen Themen auch für Laien verständlich vermittelt. Allerdings reißt dadurch öfter der Lesefluss, da ich mich dabei ertappt habe, noch mehr zu einzelnen Aspekten zu recherchieren, als weiter beim Buch zu bleiben.
    Fürs Lesen eines „Thrillers“, kombiniert mit Sachbuch, hätte ich mir von der Sprache mehr Niveau erhofft. Sie kommt oftmals sehr flapsig daher (z. B. zig Wiederholungen von „was auch immer“ oder „wer auch immer“) und wirkt unpassend.

    Dass dann am Ende auch noch einige Stränge offen bleiben, sorgt zusätzlich dafür, dass meine Erwartungen ans Buch nicht erfüllt wurden. So nur 3,5*, gestützt durch den Sachbuchteil.

  5. Cover des Buches DARKNET (ISBN: 9783499252440)
    Daniel Suarez

    DARKNET

     (190)
    Aktuelle Rezension von: Julia_Kathrin_Matos
    Darknet las sich für mich einfacher als der Vorgänger, denn Technisches ist nicht mehr ganz neu und Rahmenhandlung und wesentliche Akteure sind mittlerweise bekannt, sodass ich mich auf neue Zielrichtungen mit allen Details viel besser einlassen konnte. Und diese Entwicklungen halten tatsächlich einige Wow-Effekte bereit, bleiben dabei aber nachvollziehbar. Es gilt, stets konzentriert zu bleiben, insbesondere wenn man – wie ich – keine technische Ausbildung genossen hat.

    Suarez schlägt Brücken zur Realität. Die entlarvende Gesellschaftskritik kommt gut zum Tragen. Sowohl im Gesamtkontext als auch in einigen prägnanten Aussprüchen, beispielsweise: „… zum Glück hat die Realität keinen Werbeetat.“ „Das Daemon-Darknet ist nur die Widerspiegelung der Menschen, die es bilden. Es ist eine neue Gesellschaftsordnung. Eine, die immun gegen Bullshit ist.“ Suarez hat ein Rezept gefunden, Missstände aufzudecken und seine Vorstellungen von einer gerechteren und nachhaltigeren Wirtschaft einzubringen. Der mahnende Zeigefinger wird deutlich, ohne deplatziert zu wirken.
    In Bezug auf elementare Offenbarungen für den anspruchsvollen Leser, der Denkanstöße zu schätzen weiß, kommt Darknet nicht ganz an Daemon heran, was aber auch der hohen Erwartungshaltung geschuldet sein mag.
    Herrlich ist der zynische, scharfzüngige Humor, beispielsweise: „Das Leben schmeißt einen an irgendeiner Kreuzung raus, und eh man sichs versieht – zack! –, dient man einem weltumspannenden kybernetischen Organismus. Immer die gleiche Geschichte.“

    Einen Stern Abzug gibt‘s von mir dafür, dass sich die Handlung streckenweise in Actionsequenzen verliert. Viel Kampf in immer größeren Dimensionen, viel Flucht, sogar Folter. Ich ertrage das, mag‘s aber nicht, zumal auch vorrangig unsympathische Charaktere involviert sind, um die ich nicht mitbangen konnte. Jedenfalls empfand ich die Gewaltdarstellungen in diesen Ausmaßen als unnötig.
    Die leisen, subtilen Töne, wie sie in unhektischen Dialogen hervortreten, haben mir demgegenüber viel besser gefallen.
    Außerdem ist die Geschichte nach der ganzen Action ziemlich abrupt zu Ende. Ich hätte da ein ausführlicheres „Ausklingenlassen“ durch den Autor bevorzugt. Zum einen damit präsent ist, wo die sehr vielen aufgetretenen Figuren letztendlich stehen, denn so gilt es, die Erinnerungen selbst nochmal aufzufrischen und sich gegebenenfalls selbst einen gefälligen Abschluss hinzuzudichten. Zum zweiten damit sich die Botschaften besser im Gedächtnis verfestigen.

    Wie erhofft, eine unterhaltsame Cyber-Thriller-Dilogie mit Denkanstößen, die mir noch besser gefallen hätte, wenn mehr sympathische Figuren und weniger effektheischende Szenen dabeigewesen wären.
    Ich werde gern weitere Romane von Daniel Suarez lesen.
  6. Cover des Buches Der 3. Grad - Women's Murder Club - (ISBN: 9783442369218)
    James Patterson

    Der 3. Grad - Women's Murder Club -

     (223)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Neben Lindsay Boxer fliegt ein Wohnhaus in die Luft. Ein Baby verschwindet. Einen Jungen kann sie aus dem brennenden Haus retten. Doch es ist erst der erste Fall in einer ganzen Serie von Anschlägen. Wer steckt dahinter? Und warum? Lindsay und ihr „Women’s Murder Club“ nehmen die Ermittlungen auf.

     

    Meine Meinung:

    „Der 3. Grad“ von James Patterson setzt die Serie um Lindsay Boxer und den Women’s Murder Club fort. Es ist fast noch spannender als die beiden Teile zuvor. Ein Anschlag folgt auf den nächsten. Die Beschreibung der Tatorte, der Täter, das Netz, das alles verbindet – einfach genial!

     

    Lindsay, Cindy, Claire und Jill lernen wir auch hier weiter kennen. Die Freundinnen werden mir mit jedem Teil sympathischer – umso schrecklicher, dass wie in diesem Buch eine gute Freundin verlieren. Ob sich jemals ein „Ersatz“ für sie finden wird? Und Lindsay ist einfach super sympathisch. Hübsch, klug, eine absolute Powerfrau – wer will nicht sein wie sie? Und auch im Privaten scheint es aufwärts zu gehen. Sie lernt im Laufe der Ermittlungen Joe Molinari kennen, der auch einfach sympathisch ist. Ich bin sehr gespannt, wie es mit den beiden weitergeht, ob und was sich daraus entwickelt – ich würde es ihr gönnen!

     

    Auch die Story selbst ist einfach genial. Ein Anschlag folgt auf den nächsten. Die Beschreibung der Tatabläufe, die „Weiße Kaninchen“, die Beschreibung der terroristischen Gruppen und ihrer Bildung. Es wirkt alles so real. So erschreckend. Ein Thema, das damals im Schatten von 9/11 noch genauso brandaktuell ist wie auch heute, bald 20 Jahre später. Und immer wieder haben wir einen rasanten Showdown – bis zum finalen, alles überbietenden Showdown am Schluss. Und einen wirklich romantischen Showdown bietet Patterson seinen LeserInnen auch noch :)

     

    Fazit:

    Mit „Der 3. Grad“ übertrifft James Patterson sich nochmals selbst. Wie kommen dem Women’s Murder Club nochmals näher. Lernen Lindsay besser kennen. Und dann sind wir dabei, wenn ein Ereignis das nächste jagt. Ein Anschlag folgt auf den nächsten. Der Autor lässt seinen LeserInnen keine Atempause und man fiebert mit bis zum Schluss – nicht nur bei der Verbrechensjagd, sondern auch mit Lindsay, die – vielleicht, vielleicht auch nicht – endlich ihren Seelenverwandten getroffen hat.

     

    5 Sterne von mir für dieses rasante Thriller-Meisterwerk!

  7. Cover des Buches GIER - Wie weit würdest du gehen? (ISBN: 9783734105586)
    Marc Elsberg

    GIER - Wie weit würdest du gehen?

     (152)
    Aktuelle Rezension von: MatthiasBreimann

    In Berlin steigen die Unruhen und Demonstrationen aufgrund einer bevorstehenden Wirtschaftskrise. Zur selben Zeit soll eben desshalb allerdings auch eine Gipfeltreffen von große Wirtschaftsbossen, Politikern aus aller Welt usw. abgehalten werden. Darunter der Nobelpreisträger Herbert Thomson, der einen Plan und Vorschläge hat, die die Welt veränden werden. 

    Doch jene Limousine mit dem Nobelpreisträger kommt nie an, denn jene hat vor dem Ziel einen enormen “Unfall“, der von dem Krankenpflerger Jan Wutte beobachtet wird. Doch nicht nur dass, denn bei dem verunfallten Auto stehen einige vermummte Männer und versuchen den Wagen anzuzünden um die Insassen zu töten. 

    Jan, läuft natürlich zu dem Wagen und versucht die Insassen zu retten, doch gelingt es ihm nicht ganz. Nur ein paar gehauchte Hinweise eines Assistenten kann er “retten“ bevor das Auto explodiert. Natürlich bekommen die vermummten Männer jenes mit und verfolgen Jan darauf, doch wird er von der Polizei geretten. Doch genau jene verdächtigen ihn jetzt, dies alles durchgeführt zu haben……..


    Dieses Werk vom Autor Marc Elsberg, ist nach Blackout und Zero, eine nicht ganz so gelungene Lektüre wie gewohnt, wobei man hier das Wort “Leider“ hinzufügen muss. Denn die Werke von Marc Elsberg, sind stets absolut gekonnt und mit großem Potential versehen, was seine treuen Leser bestätigen werden. Zwar sind die ersten 100 Seiten mit viel Spannung zu lesen, was aber eben leider immer stetig abnimmt, da es dann eben nur noch mit Verfolgungsjagden weitergeht, die in jedem Krimi zu finden sind und eigentlich wirklich nicht die tatsächliche großartige Leistung des Autors wiederspiegeln, der er in anderen Romanen seinen Lesern offenbart.

    Wirklich gut ist eben wieder der Bezug zur Realität, in diesem Werk eben die Wirtschaft, der Kapitalismus, uvm. Welches wieder einmal mehr eben eine Kritik an jenem zeigt und dem Leser wieder einmal zum Nachdenken bringt und dem ein oder anderen Leser vielleicht die Augen öffnet. Dies aber eben leider doch in einer nicht so spannenden Geschichte wie sonst gewohnt aus der Feder des Autors.

    Zum Buch selbst ist zu sagen, dass er sehr schön und angenehm aufgeteilt ist, so dass es sehr schnell zu lesen ist und auch verständlich, sowie das Cover auch gut zum Buch passt, obwohl es zu seinen Vorgängern doch ein wenig abweicht vom Stil her und somit eben auch hier aus der Reihe sticht. 

    Alles in allem ein Werk das man lesen kann und man weiterempfehlen kann, doch ist es dieses Mal leider kein gewohnter Marc Elsberg Roman wie man es aus seiner Feder gewohnt ist. Für Hardcorefans wird es vermutlich gut sein, für Neueinsteiger in die Werke des Autors eher ernüchternd. 

  8. Cover des Buches Die Brandmauer (ISBN: 9783423212199)
    Henning Mankell

    Die Brandmauer

     (555)
    Aktuelle Rezension von: Frank_Pfeifer

    Unverständliche Morde von Teenagern an einem Taxifahrer, ein Mann mit apokalyptischen Zukunftsvisionen stirbt vor einem Geldautomat und ein Kommissar, der die Beherrschung verliert - das sind die Ingredienzien, mit denen dieser Krimi angerührt wird. Kommissar Kurt Wallander versucht daraufhin dem Unverständlichen einen Sinn zu geben und sieht sich mit dem Vertrauensverlust seiner Kollegen konfrontiert, nachdem er im Verhör ein junges Mädchen geohrfeigt hat, als dieses ihre Mutter anging. Immer wieder will er aufgeben - ohne Rückhalt im Kommissariat und angesichts einer Verrohung der Gesellschaft, die er nicht mehr nachvollziehen kann. Aber Kurt Wallander überwindet sich immer wieder selbst und kommt letztendlich einer Gruppe Hackern auf der Spur. 

    Mir gefällt Kurt Wallander, weil er ein Zweifler ist. Er ist kein geniales Superhirn und zweifelt immer an sich selbst und an der Welt. So kann man ihm auf Augenhöhe begegnen und leidet mit ihm mit. 

    Ich fand die Auflösung der Zusammenhänge zum Schluss nicht ganz rund, Kurt Wallander gibt selbst zu, dass einige Details nicht ganz geklärt werden konnten. Mich persönlich ärgert das ein wenig, so erscheinen einige Details (das Relais auf der Leiche) als reine Köder, um die Rätselspannung zu erhöhen, ohne wirklich Sinn zu ergeben. 

    Die Grundstimmung dagegen - diese Welt ist ein unsicherer Ort und zum Glück gibt es Menschen wie Kommissar Wallander, die nicht locker lassen, bis sich der Nebel wenigstens ein wenig gelichtet hat - hat mir zugesagt, da passen Thema und Protagonist gut zusammen.

  9. Cover des Buches Der Honiganzeiger (ISBN: 9783749424573)
    Sibylle Barden-Fürchtenicht

    Der Honiganzeiger

     (15)
    Aktuelle Rezension von: SusanD

    2028. Die Europäische Vision gibt es nicht mehr; die EU ist aufgelöst, der Euro abgeschafft. Allein Geld regiert die Welt und ein paar mächtige Oligarchen teilen die Märkte unter sich auf; die Finanzmärkte brechen zusammen. Um Deutschland als souveränen Staat zu retten, schickt der Deutsche Kanzler den bisher erfolgreichen, aber unscheinbaren Diplomaten Till von Herlichingen auf eine Mission: Er soll beim Weltwirtschaftsforum in Davos, an der Wall Street in New York und im Casino Monte Carlo lernen, wird schließlich offizieller Botschafter in London - im Hintergrund immer beeinflusst von manipulativen Politikern, mörderischen Oligarchen und schönen Frauen - und muss sich schließlich selbst entscheiden, wie weit er gehen will.

    Sibylle Barden, Journalistin, Publizistin und mit eigenen Erfahrungen in der Deutschen Botschaft, verfügt über ein enormes Wissen und hat tiefschürfend recherchiert; somit ist sie in der Lage, viele Fakten und Hintergründe nachvollziehbar zu erklären. In "Der Honiganzeiger" entwirft sie ein erschreckendes Szenario von unserer Welt in nicht allzu ferner Zukunft, das den Leser aufrüttelt  und zum Nachdenken und Hinterfragen anregt. Alleine durch die geschilderten Möglichkeiten - und die zeitliche Nähe - bekommt dieses Buch eine gänsehauterregende Spannung. 

    Leider lässt sich diese Spannung nicht auf die Handlung um den Protagonisten Till von Herlichingen übertragen: Als Hauptperson bleibt er eher blass und unsympathisch und sein Tun ließ für mich einige Fragen aufkommen bis hin zu einem doch offenen, recht unbefriedigendem Ende.

    Durch die immer wieder auftauchenden realen Personen und das Zeitgeschehen bekommt der Roman noch eine weitere Brisanz, denn der Leser kann die Handlung nicht als reine Fiktion abtun.

    Lange Erklärungen über die Sachverhalte (die jedoch nie abgehoben sind) erinnern mehr an ein spannendes Sachbuch als an einen sich zuspitzenden Thriller und der Leser ist in seiner Aufmerksamkeit stark gefordert.
    Auch "Nebenkriegschauplätze" wie die Tatsache, dass der fiktive Kanzler nun endlich das Beamtentum abschaffen will, was aber einem politischen Selbstmord gleichkäme, nehmen viel Raum ein, der nichts mit dem eigentlichen Thriller zu tun hat.

    Für mich ist "Der Honiganzeiger" ein wichtiges Buch, das mich noch lange beschäftigt hat, das jedoch nicht das halten konnte, was ich mir von ihm versprochen hatte.

  10. Cover des Buches Ausgebrannt (ISBN: 9783404178773)
    Andreas Eschbach

    Ausgebrannt

     (372)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Die Story nimmt einen in eine Welt mit, in der das Erdöl knapp wird, und darum die Treibstoffpreise explodieren. Da unsere Gesellschaft sehr stark vom schwarzen Gold abhängig ist, man denke neben dem Treibstoff z.B. ans Heizöl, an den Plastik, den Dünger und die Medikamente, hat das verheerende Folgen.

    Man begleitet den sehr ambitionierten Deutschen Markus Westermann, der den amerikanischen Traum leben will, durch sein wildes Leben in einer sich dramatisch verändernden Welt.

    Westermann will seine Chance packen, als ihm ein älterer Österreicher von einer unschlagbaren neuartigen Methode erzählt, wie man Erdöl finden kann. Der rasante Aufstieg des Herrn Westermann beginnt. Ob er auch wieder so schnell fällt wie er aufsteigt? Nein, so einfach ist dieses Buch nicht gestrickt.  Es geht hier um viel mehr, man reist durch das ländliche Amerika, findet sich in Saudi Arabien wieder und macht immer wieder einmal einen Abstecher nach Deutschland. Und die Westermann umgebenden Parameter sind ständig in Bewegung.


    Die Story, die ziemlich glaubwürdig und stark faktenbasiert daherkommt, ist sehr vielschichtig gestaltet und regt einen zum Nachdenken an. Wenn man die Verstrickungen von Politik und Wirtschaft in das Geschäft mit dem Erdöl auf diese Art präsentiert bekommt, wie es in diesem Buch geschieht, fragt man sich schon manchmal, wie fragil unsere Welt nun wirklich ist. Das fand ich sehr anregend und interessant.

    Aber das Hörbuch dauert über 24h und zieht sich teilweise etwas langatmig dahin, obwohl es sehr gut gelesen wird von Robert Reinagl. Seine lebendige Art des Vorlesens und die an sich spannende Geschichte hat mich bei dieser teilweise etwas arg mäandrierenden Story bei der Stange halten können. Es gibt viele Exkurse zum Thema Erdöl, Energieversorgung und die darin verwickelten amerikanischen Agenturen sowie der Politik ganz allgemein. Und - das muss ich zugeben- die Story erzeugt einen Sog und zieht einen in diese dystopische Welt hinein, in der das Erdöl knapp wird. Das spricht sehr für das Buch und macht die Langatmigkeit allemal wett. Aber vielleicht wäre ein bisschen weniger in diesem Fall etwas mehr gewesen.


    Fazit: Klare Lese- beziehungsweise Hörempfehlung, wenn man viel Zeit hat 


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  11. Cover des Buches Eine Billion Dollar (ISBN: 9783431041286)
    Andreas Eschbach

    Eine Billion Dollar

     (677)
    Aktuelle Rezension von: Obst4

    Der Schreibstil von Andreas Eschbach ist, wie immer grandios. Die Idee hinter dem Roman find ich super; armer Pizzabote erbt 1 Billion Dollar und wird über Nacht zum reichsten Mann der Welt.
    was macht man mit SOOO viel Geld? Wie verändert man sich, wie verändert es das Umfeld? Und welche Verantwortung geht damit einher?


    leider ist. Sehr viel Wirtschaftliches Bla bla dabei und damit fange ich nunmal nichts an. Auch sonst finde ich hat der Roman schon extreme Längen mit immer wiederkehrenden ausführlichen Erzählungen wie die Anwaltskanzlei das denn nun alles gemacht hat usw.

    Konnte mich damit dann nicht überzeugen

  12. Cover des Buches Der Coup (ISBN: 9783499236426)
    Philip Kerr

    Der Coup

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Frau-Aragorn
    Dies war mein erstes Buch von Philip Kerr,  mein letztes wird es wahrscheinlich nicht gewesen sein.  Der Klappentext führt einen dabei in die Irre und genau wie in einem der bekannten Heist-Movies schlägt man sich auf die Seite der Gauner. 


    Richtig klasse eingeleitet wird das Buch schon durch einen super Prolog, der total neugierig auf das Buch macht. Die Protagonistin Eve ist sehr sympathisch und trägt das Buch.  Aber der Mut zur Zeit, die sich der Autor nimmt, um sein Werk mit vielen interessanten Nebenfiguren und einem detaillierten, verzwickten Plot zu gestalten, lohnt sich aus.


    Obwohl ich von der Thematik der Finanzwelt keine Ahnung habe, konnte mich die Geschichte aufgrund des Spannungsaufbau sehr begeistern.  
  13. Cover des Buches No Logo! (ISBN: 9783442153121)
    Naomi Klein

    No Logo!

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Wer das gelesen hat, sieht "Disney", "Nike" und Konsorten mit anderen Augen.
  14. Cover des Buches Super Sad True Love Story (ISBN: 9783499255007)
    Gary Shteyngart

    Super Sad True Love Story

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Forti
    Bei einer (fast) 10 Jahre alten Dystopie bzw Zukunftsvision frage ich mich ja unweigerlich, wie aktuell das Buch noch ist. "Super sad true love story" ist auch im Jahr 2019 noch erstaunlich aktuell. Die Oberflächlichkeiten neuer Medien, Konkurrenz der USA mit China, Gräben zwischen den gesellschaftlichen Klassen sind heute mindestens genauso stark Thema wie 2010.
    Leider hat das Buch aber seine Längen. Die eigentliche Handlung ist übersichtlich - das Buch konzentriert sich auf die Liebesbeziehung und die dystopische Welt, in der die Handlung angesetzt ist. Ganz ehrlich: ich hätte lieber noch mehr über dieses düstere neue Amerika erfahren (vieles bleibt vage) oder eine handfestere Handlung verfolgt als mich so tief in die ziemlich kranke Beziehung zwischen Lenny und Eunice zu begeben. Da konnte auch der Witz, den es durchaus gibt, nicht helfen. Vor allem mit Eunice hatte ich meine Probleme. Ihre Person, ihre Beweggründe, ihr Handeln blieb für mich blass und unklar. Lenny wuchs mir da schon eher ans Herz. Vielleicht ist das aber auch genau die Intention des Autors gewesen, da Lenny eher noch unsere Realität repräsentiert, während Eunice für das neue Amerika steht.

    Dystopische Liebesgeschichte mit einem bissigen, düsteren Bild der (künftigen) USA – immer noch aktuell, aber etwas lang.
  15. Cover des Buches Die Rothschilds (ISBN: 9783941956216)
    Tilman Knechtel

    Die Rothschilds

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Analyse einer Familie über einen Zeitraum vom 18. Jahrhundert bis heute. Der Autor verzichtet auf jegliche Hetze, sondern listet einfach nur belegte und recherchierbare Fakten auf und vertieft diese. 

    Das Hörbuch bietet über mehr als 10 Stunden hinweg einen erschreckenden und nachhaltig augenöffnenden Einblick in die Mechanismen der Hochfinanz und wie sie die Geschicke der Welt bis in die kleinsten Verästelungen plant und leitet.

    Der kritische Zuhörer wird fortan wohl jegliches politische Geschehen um ihn herum mit anderen Augen betrachten!


  16. Cover des Buches Wie kommt der Hunger in die Welt? (ISBN: 9783570300596)
    Jean Ziegler

    Wie kommt der Hunger in die Welt?

     (15)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Weltgeschichte (ISBN: 9783492053341)
    Jürgen Mirow

    Weltgeschichte

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    In dem fast 650 Fließtext seines Buches "Weltgeschichte" aus dem Jahr 2009 erzählt Jürgen Mirow die Geschichte der Welt aus einer völlig anderen Perspektive heraus, nämlich die der Antriebskräfte des Fortschritts: Arbeit, Macht und Kommunikation.

    Am Anfang des gewichtigen Unterfangens (das Buch ist wirklich schwer !) steht die Untersuchung, was Geschichte eigentlich ist. Er kommt zu dem Ergebnis, Geschichte sei ein menschgemachter Prozess, der auch durch menschliche Wirkmechanismen voranschreitet, also einen gewissen Fortschritt durchläuft. Um das alles zu konkretisieren, kristallisiert er die Aspekte des Menschseins heraus, die den "Fortschritt" bewirken. Es seien 3 Aspekte, nämlich die Arbeit, die Macht und die Kommunikation (S. 13-88).
    Diese 3 Aspekte, die Fortschritt hervor bringen können, können sich durch Ausdifferenzierung (im Bereich der Arbeit [im Folgenden "Wirtschaft"], bspw. von reinen Agrargesellschaften zu Arbeitsteilung in urbanen Zentren), Intensivierung (im Bereich der Macht bspw. von einem mit Macht unterworfenen Imperium zu einem patrimonialem Imperium, in dem die Wirtschaftlichkeit primär dem Herrscherhof zu Gute kommt) oder Integration (im Bereich der Kommunikation [im Folgenden 'Kultur'] bspw. indem eine primitive Kultur Texte einer achsenzeitlichen Kultur übernimmt und somit zu einer asymmetrisch integrierten 'peripheren Kultur' wird) weiterentwickeln (S. 629-625, dazu die interessanten Grafiken auf den S.82-87).
    Das ist alles ziemlich theoretisch, doch wendet Mirow diese Methodik dann eben auf die Weltgeschichte an und stellte ihren Verlauf als ständiges Ausdifferenzieren, Integrieren und Intensivieren dar. Dem entspricht seine leicht anders gelagerte Chronologisierung, die nicht dem traditionell eurozentrierten Bild (Antike, Mittelalter, Neuzeit) entspricht. So habe es um 650 v. Chr. einen Umbruch gegeben, da besonders seit dieser Zeit durch massive Bevölkerungszuwächse wirtschaftliche Veränderungen eingetreten seien (S. 159-163: Geldwirtschaft, steigende Arbeitsteilung, Neulandgewinnung bspw.), da machtpolitisch durch klientelartige Strukturen patrimonialbürokratische Strukturen entstanden (bspw. Makedonien unter Philipp, S. 176) und da sich auf kultureller Ebene neue Weltdeutungen durchsetzten (bspw. Überwindung der subjektivistischen Weltdeutung, S. 207).
    Dabei unterscheidet er in seiner darstellung stets zwischen fortschrittlichsten Weltregionen, die Nahost, Indien und China gewesen waren (etwa S. 109 bis 400 ?), bis sich Europa als Ganzes alleine an die Spitze des Fortschritts setzt (etwa ab S. 400 ?).


    Im Ganzen betrachtet ist dieses Buch ein durchaus interessanter Ansatz, der sich am momentanen Trend (?) des Globalen orientiert und vermutlich auf eine gewisse Nachfrage nach solchen Werken antwortet. Die Methodik, die Weltgeschichte als steten Fortschritt auf dem Fundament anthropologischer Grundprinzipien (zB Nahrungsaufnahme, S. 33), ist äußerst interessant und steht beispielsweise in dezidiertem Widerspruch zu den ganz alten Konzepten, die Geschichte als eine Handlungskette machtvoller Einzelner zu begreifen.
    Doch kann man sich fragen, ob in dieses Werk nicht eventuell zu viele neuzeitlich-wirtschaftliche Aspekte eingeflossen sind. Sp spricht er permanent von Innovationen als grundlegend Gutem und Notwendigem, wobei das europäische Hier und Jetzt als Ende des Fortschritts suggeriert wird. Dem entspricht auch, dass Mirow das europäische Nationenkonzept als Messlatte für sich entwickelnde Machtstrukturen wählt.
    Auch sind die das Buch durchziehenden Zentrierungen auf einzelne Weltregionen überdeutlich. Zunächst bekommen Nahost, Indien und Nordchina besonders viel Aufmerksamkeit, später bekommt Europa eine zentrale Stellung. Amerika als Gesamtkontinent findet stellen weise über zahllose Seiten und Kapitel überhaupt keine Erwähnung.
    Ins Detail geht Mirow auch oft nur im alteuropäischen Kontext (römischen/griechische Geschichte), während Parallelereignisse auf anderen Kontinent deutlich weniger Platz und Detailtreue erhalten.

    Dennoch ein sehr anregendes Buch.
  18. Cover des Buches Global Impact (ISBN: 9783446417304)
    Franz-Josef Radermacher

    Global Impact

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Macht und Gegenmacht im globalen Zeitalter (ISBN: 9783518460993)
  20. Cover des Buches AAA - Das Manifest der Macht (ISBN: 9783940873378)
    Olivia Meltz

    AAA - Das Manifest der Macht

     (29)
    Aktuelle Rezension von: 28horseshoe
    Lieber als Film Zum Inhalt Ein aufstrebender junger Anwalt wird für das Fernsehen interviewt, augenscheinlich weil er eine große Firmenfusion erfolgreich abgewickelt hat. Doch bei der firmeninternen Feier wird er bloßgestellt, denn in dem ausgestrahlten Interview geht es der Reporterin hauptsächlich darum, dass er ein Nachkomme von Karl Marx sein könnte. Gemeinsam mit der Reporterin und ihrem Kameramann, einem seiner Studienfreunde, macht sich der Anwalt für Recherchen auf den Weg nach Europa. Neben seiner Abstammung geht es bald auch um den „Schatz der Kommunisten“, auf den sie Hinweise finden und den sie nicht alleine suchen. Einschätzung Von Olivia Meltz hatte ich bereits einen Krimi der „Leah- und Louis“- Reihe gelesen, der mir sehr gut gefallen hatte und entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Leider wurden diese Erwartungen nicht erfüllt, weil ich mich mit den drei Hauptpersonen überhaupt nicht anfreunden konnte. Sie blieben für mich sehr eindimensional, so dass ich sie an einigen Stellen nicht glaubwürdig fand. Besonders ist mir das aufgefallen, wenn das Für und Wider von komplexen Fragestellungen abgewägt wurde: hier erschienen mir die Meinungen und Argumentationen der Charaktere zu wenig nachvollziehbar. Obwohl mich die Charaktere und damit auch die Handlung nicht begeistern konnten, ist der Schreibstil hervorragend. Auffällig an diesem Buch sind besonders die kurzen Szenen und Kapitel, die mich stark an einen Film erinnert haben. Fazit Als Verfilmung hätte mir „AAA- Das Manifest der Macht“ wahrscheinlich richtig gut gefallen. Erfahrenen Schauspielern würde es sicherlich gelingen, die Hauptpersonen lebendiger werden zu lassen als das in meiner Vorstellung beim Lesen der Fall war. Leider gab es aber diese Kritikpunkte, die mich gestört und zu Punktabzügen geführt haben. Allein der gelungene Schreibstil reißt das Gesamtergebnis wieder raus, deshalb insgesamt noch drei Sternchen.
  21. Cover des Buches Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft (ISBN: 9783442156863)
    Nouriel Roubini

    Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft

     (4)
    Aktuelle Rezension von: R_Manthey
    Als einer der wenigen etablierten Ökonomen der USA hatte Nouriel Roubini die gegenwärtige Finanzkrise und ihren Verlauf sehr genau vorausgesagt. Nun hat er uns gemeinsam mit Stephen Mihm ein Buch über diese Krise, ihre Folgen und mögliche Auswege geschrieben. Bereits im ersten Kapitel räumen die Autoren mit dem Mythos auf, Finanzkrisen wären ein seltenes und obendrein unvorhersehbares Ereignis, etwas, das populäre Schreiber gerne medienwirksam "schwarzen Schwan" nennen. Sie gehen kurz auf einige sich immer wiederholende Elemente solcher Krisen ein und zeigen, dass diese Faktoren auch diesmal schon lange vor der eigentlichen Eruption deutliche Warnzeichen sendeten. Man musste sie nur lesen können.

    Bereits John Stuart Mill erklärte 1848 wie sich Finanzkrisen zusammenbrauen. Seine Erkenntnisse hätten auch diesmal für eine sichere Voraussage ausgereicht. Leider wird die Vergangenheit oftmals einfach vergessen. Oder man redet sich ein, dass diesmal alles ganz anders ist. Mill ist nur einer von vielen Wirtschaftswissenschaftlern, die sich mit der Rolle von ökonomischen Krisen theoretisch auseinandersetzten. Im zweiten Kapitel gehen die Autoren auf die unterschiedlichsten Ansichten dazu ein.

    Viele Spekulationsblasen entstehen durch die Einführung neuer Technologien. Doch die gegenwärtige Krise wurde ganz wesentlich durch "Innovationen" in der Welt des Interbankenhandels, vor allem durch die so genannten Kreditverbriefungen, angefeuert. Ganz unterschiedliche Anleihen wurden dazu grob gesprochen in großen Paketen zusammengepackt und in ihrer Gesamtheit durch ein Rating bewertet. Damit waren sie erstmals handelbar. Kreditgeber kamen so sehr schnell wieder an ihr Geld. Dafür wusste nun aber niemand mehr so recht, welche Risiken er wirklich in solchen Paketen kauft.

    Die Autoren erklären im dritten Kapitel sehr detailliert, wie diese Verbriefungen und Derivate auf solche strukturierten Produkte zum Auslöser der Krise wurden. Sie verweisen darüber hinaus auf das hierzulande nicht diskutierte, weil kaum vorhandene, unkontrollierte Schattenbankenwesen und erläutern an Beispielen den Fluch der Hebelung, also die Verwendung von Fremdkapital in unverantwortlichen Größenordnungen bei spekulativen Geschäften.

    Im vierten Kapitel beschreiben die Autoren das dominoartige Zusammenfallen der amerikanischen Kreditunternehmen nachdem sich erstmals die wahren Ausmaße der Kreditausfälle andeuteten. Anschließend breitete sich diese US-Epidemie pandemisch über die in alle Welt verkauften Kreditpakete aus. Interessanterweise waren sehr viele Politiker, auch der damalige deutsche Finanzminister Steinbrück, bis dahin der Meinung, dass dies nicht geschehen werde. Von dieser Pandemie berichtet das fünfte Kapitel.

    Im folgenden Kapitel befassen sich die Autoren ausführlich mit dem Krisenmanagement der amerikanischen Notenbank und erklären die zahlreichen Manöver so, dass sie auch Laien verstehen können. Danach wird im 7. Kapitel diskutiert, wie die Politik auf die Krise reagiert hat. Die Schuldenkrise wurde frei nach Keynes mit noch mehr Schulden durch "Rettungen" und Konjunkturprogramme beantwortet. Politiker vergessen dabei gerne, dass Keynes eine Entschuldung in besseren Zeiten dringend anmahnte und dass Konjunkturprogramme die Steuererhöhungen (oder "Sparprogramme") der Zukunft sind. Wir sehen das gerade in Deutschland.

    Das 8. Kapitel befasst sich mit dringend notwendigen Reformen des gesamten Finanzsystems. Die bisherigen politischen Diskussionen und hektischen Maßnahmen zeugen von politischem Unwillen und mangelndem Sachverstand. Das eigentliche Problem entstand im völlig unregulierten und komplett undurchsichtigen Interbankenhandel. Jeder kann hier Derivate erfinden und in Umlauf bringen. Es existiert keinerlei Aufsicht oder Standardisierung von Produkten. Allerdings sind das merkwürdigerweise keine öffentlichen Diskussionsthemen. Darüber hinaus ist das zentrale Problem der Vergütungen nicht geregelt. Solange der Steuerzahler jeden Spieler immer wieder rettet, wird die Bereitschaft, irrsinnige Risiken einzugehen, nicht nachlassen. Weitere kritischer Punkte sind die Größe der verschiedenen Institute und ihre Verflechtungen. Dies wird in der Öffentlichkeit ebenfalls nicht diskutiert.

    Radikale Schnitte schlagen die Autoren im 9. Kapitel als Konsequenz der Krise vor. Zunächst einmal muss es gelingen, die Aufsichtsbehörden vom Fluch der blinden Mittelmäßigkeit zu befreien. Fähige Leute gehen dorthin, wo sie gut bezahlt werden und sich verwirklichen können. Die Aufsichtsbehörden gehören gewiss nicht zu den idealen Zielen solcher Menschen. Noch wichtiger ist jedoch der extrem schwierige Vollzug einer simplen Logik. Wenn Konzerne zu groß sind, um zu sterben, dann muss man sie eben zerschlagen. Doch mit den "Rettungen" sind zumindest in den USA noch größere Giganten gebildet worden. Weil es in der Obama-Administration nur so von Goldman-Sachs-Leuten wimmelt, wundert es nicht, dass diese Konsequenz dort kein Thema ist. Die Autoren diskutieren das Zerschlagungsproblem ausführlich.

    Ein anderer simpler Punkt ist, dass Banken nur Risiken in Höhe ihres verfügbaren Eigenkapitals eingehen sollten. Dazu könnte man sie zwingen, wenn man es denn wollte. Schließlich schlagen die Autoren eine aktivere Rolle der Zentralbanken in der Geldpolitik im Vorfeld einer Krise vor.

    Kapitel 10 befasst sich mit den Schuldenkrisen von Staaten, die immer nach Bankenkrisen auftreten. Insofern erleben wir gegenwärtig nichts Neues. Die Autoren diskutieren hier insbesondere die Krise des US-Dollars und die möglichen politischen Folgen für die Machtverhältnisse in der Welt.

    Das Buch enthält ein Fazit, in dem das Drehbuch der Krise noch einmal zusammengefasst wird, und einen Ausblick, der erneut die Brillanz seiner Autoren aufdeckt, denn inzwischen ist zum Beispiel eingetreten, was sie für Griechenland voraussagten.

    Fazit.
    Dies ist ein sehr intelligent geschriebenes, scharfsinniges und sehr lehrreiches Buch über Ursachen und Verlauf der gegenwärtigen Finanzkrise und der zu erwartenden Folgen. Darüber hinaus unterbreiten die Autoren konsequente Vorschläge zur Lösung der durch diese Krise aufgedeckten Probleme. Das Buch ist für einen breiten Leserkreis geschrieben, wenngleich gewisse elementare Kenntnisse und Vorstellungen über die Finanzmärkte vorausgesetzt werden.
  22. Cover des Buches Chez Max (ISBN: 9783257603675)
    Jakob Arjouni

    Chez Max

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Angelin4ik
    Arjouni spielt in seinem Werk "Chez Max" eine mögliche zukünftige Welt durch, wie sie sich nach dem Ereignis des 11.9. entwickeln könnte. Diese sieht im Jahr 2064 mit einer in zwei Teile geteilten Welt gar nicht so erstrebenswert aus. Der eine "terroristische" Teil wird sich selbst überlassen und verkümmert mehr oder weniger, der "demokratische, gute" Teil wird von einem totalitären Überwachungssystem kontrolliert. In diesem Umfeld bekommt der Leser einen Einblick in die Welt von Max und seinem Kollegen Chen, die beide bei der Überwachungsinstanz Ashcroft in Paris arbeiten. Man begleitet Max in seiner Gedanken- und Emotionswelt und verfolgt, wie er immer mehr in einen erschreckenden Verdächtigungs- und Tatendrang kommt und sich dennoch durchweg darauf beruft was Gutes zu tun. Er will so sehr zu der Welt des Systems gehören (weil es ihm dort nicht allzu schlecht ergeht), dass er im Wahn anfängt Freunde und anschließend seinen Kollegen Chen zu verdächtigen. 
    So viel zum Inhalt, ohne zu viel zu verraten...
    Ich finde der Autor überzeugt in voller Linie mit seinem Schreibstil: Man konnte fließend in die Thematik einsteigen, ohne stolpern zu müssen. Er schafft es hochproblematische (politische, menschliche,...) Aspekte anzusprechen und den Leser zum Nachdenken zu bewegen, auf eine erfrischende und teilweise witzreiche sprachliche Weise. Gerade dieser Mix aus komplexer Thematik und angenehmer Schreibweise bewegt zum Weiterlesen. 
    Dennoch gebe ich dem Werk "nur" 4 Sterne, da mich der Geschichtsverlauf nicht völlig überzeugen konnte. Durch wiederholte Einschübe von Erklärungen und Max' gedanklichen Monologen kommt die Handlung nicht richtig in Fahrt, zudem endet die Story ziemlich plötzlich. 
    Alles in allem muss man sagen, dass der Autor es dennoch geschafft hat, dem Leser ein komplexes Thema auf der verhältnismäßig geringen Seitenzahl nahezulegen. Man wird zwischendurch immer mal wieder, aber besonders am Ende zum Nachdenken angeregt!
  23. Cover des Buches Der neue Kalte Krieg (ISBN: 9783442129805)
    Erich Follath

    Der neue Kalte Krieg

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    (Wirtschafts-)Politisch Interessierte, die einen raschen, teilweise kurzweiligen Überblick über dieses weite Thema suchen, werden sicher zufrieden sein. Das Buch eignet sich auch gut als Einstiegslektüre um einen Gesamteindruck über den weltweiten Warenhandel zu bekommen. Mit Sicherheit ein solides Werk, das die Situation auf den globalen Rohstoffmärkten interessant, abwechslungsreich, aber auch sehr knapp darstellt.
  24. Cover des Buches Der Crash kommt (ISBN: 9783548372907)
    Max Otte

    Der Crash kommt

     (11)
    Aktuelle Rezension von: tvb
    Ein eher populärwissenschaftliches Buch. Die früheren Phasen von Finanzkrisen werden mit der heutigen Situation recht gut verglichen. Manchmal wirkt die Argumentation nicht ganz stringent. Gut gefällt die Abstraktion, die Übersicht verschafft und Nachdenklichkeit hervorruft. Man wird wieder gespannt auf die Zukunft: hat er recht oder nicht.

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