Bücher mit dem Tag "wende"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "wende" gekennzeichnet haben.

79 Bücher

  1. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

    (684)
    Aktuelle Rezension von: renateliestgerne

    Eigentlich sind viele der Hauptfiguren aus diesem Raum weniger sympathisch. Aber Juli Zeh schafft es, ihre Beweggründe nachvollziehbar zu machen. Es entsteht ein Bild eines Dorfes, in dem vieles völlig schief läuft und die Egoismen einzelner Personen die Gemeinschaft zerstören. Dadurch baut sich eine Spannung auf und man kann das Buch nicht aus der Hand legen.

  2. Cover des Buches Nevernight - Das Spiel (ISBN: 9783596297603)
    Jay Kristoff

    Nevernight - Das Spiel

    (399)
    Aktuelle Rezension von: Con_Ny2

    Im zweiten Teil  muss Mia ihren ursprünglichen Plan etwas abändern und begibt sich in die Sklaverei. Ihr Ziel hat sie immer noch fest vor Augen. Der Weg dahin ist mit Blut getränkt. Nix für schwache Nerven doch lockert vor allem der Schlagabtausch zwischen Herrn Freundlich und Eclipse und Mias ganze besondere Art diese Szenen auf. Eine gelungen Fortsetzung und ich bin aufs Finale gespannt. 

    Der Schreibstil war flüssig, unterhaltsam und wieder etwas außergewöhnlich. Die Fußnoten reißen mich immer etwas aus dem Lesefluss, sind aber sehr interessant da der Weltenaufbau, die Hierarchie und die Geschichte dieser Welt viel mehr Hintergrundwissen bekommt. Die Charaktere sind authentisch und sympathisch. Selbst die Domina Leona sieht in ihren Sklaven viel mehr …. Naja vor allem den Sieg über ihren Vater. Ein eigener Humor und Sarkasmus, unerwartete Wendungen und ein neues Schlachtfeld bieten Abwechslung und blutige Kämpfe. 

  3. Cover des Buches Herr Lehmann (ISBN: 9783442497577)
    Sven Regener

    Herr Lehmann

    (1.224)
    Aktuelle Rezension von: Eyad_Gahr

    Null Spannung: Es passiert gefühlt einfach überhaupt nichts. Man begleitet einen Typen, der kurz vor seinem 30. Geburtstag steht, durch seinen stinklangweiligen Alltag in Berlin-Kreuzberg. Keine packende Handlung, kein roter Faden - nichts, was einen irgendwie fesselt.

    Ewig lange Sätze: Der Schreibstil ist extrem anstrengend. Regener verliert sich in endlosen, verschachtelten Sätzen und pseudo-philosophischen Kneipen-Monologen, bei denen man am Ende des Satzes schon wieder vergessen hat, wie er angefangen hat.

    Wer ein Buch mit einer spannenden Story und gutem Lesefluss sucht, sollte um diesen Roman einen ganz großen Bogen machen. Absoluter Fehlkauf!

  4. Cover des Buches Als wir träumten (ISBN: 9783104001180)
    Clemens Meyer

    Als wir träumten

    (129)
    Aktuelle Rezension von: F__H

    Wer sich für das Thema der Wende interessiert wird bei Clemens Meyer fündig. Die Dialoge sind grandios und beschreiben und geben den Figuren Tiefe. Sie wirken Nachbar und bringen einen in die Welt des Leipzigs zu Wendezeit.

    Die Struktur des Romans ist nicht aufeinander aufbauend. Es sind kleine Momentaufnahmen zwischen 1985/95. bei konzentriertem lesen hat man jedoch keine Probleme sofort zu folgen und das entschlüsseln wann was stattfindet macht Spaß.


    Leider fehlte mir dennoch ein gewisser Aufbau, ein Ziel wo der Roman hinmöchte. Andererseits wussten das die Jugendlichen auch nicht, womit Stil Inhalt trifft und passend ist. Für mich irgendwann jedoch etwas ausufernd und zu lang - zu viele Geschichten die sich ähneln. Kann dennoch empfehlen mal reinzuschauen. 

  5. Cover des Buches Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten (ISBN: 9783734103278)
    Anne Jacobs

    Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

    (127)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ich habe das Buch unheimlich schnell weggelesen. Die Grundidee hinter der Geschichte ist interessant, aber die Umsetzung bleibt insgesamt doch eher seicht. Es ist kein Buch, das tief schürft oder einen noch tagelang beschäftigt, aber die Seiten fliegen beim Lesen einfach so dahin. Für mich war es eine nette, unaufgeregte Unterhaltung für ein paar gemütliche Lesenachmittage. Mal schauen, ob ich Band zwei der Reihe auch noch lesen möchte.

  6. Cover des Buches Machandel (ISBN: 9783328100249)
    Regina Scheer

    Machandel

    (65)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Dieser Roman wurde mir empfohlen und er sprach mich gleich an, da es um zeitgeschichtliches geht in der DDR. Ich mag solche Geschichten sehr und wurde hier nicht enttäuscht. 

    Ich brauchte etwas Zeit um in die Geschichte reinzukommen. Dann jedoch packte es mich und wollte immer weiterlesen. Die verschiedenen Perspektiven gefielen mir sehr gut und die Schicksale berührten mich sehr ubd brachten mich zum Nachdenken. Ein Buch wofür man etwas Zeit braucht aber wichtig gegen das Vergessen ist. Ich werde es irgendwann nochmal lesen und noch mehr von Regina Scheer. 

    Daher eine absolute Leseempfehlung von mir und wohlverdiente 5 Sterne. 

  7. Cover des Buches Bei euch ist es immer so unheimlich still (ISBN: 9783423220705)
    Alena Schröder

    Bei euch ist es immer so unheimlich still

    (205)
    Aktuelle Rezension von: DankeAnke

    Auch wenn mir der erste Band noch ein kleines bisschen besser gefallen hat, ist auch Bei euch ist es immer so unheimlich still absolut lesenswert. Besonders die Zeitsprünge zwischen dem Ildingen der 1950er Jahre und Berlin/Ildingen 1989 haben für mich eine besondere Spannung erzeugt. Nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen und zeigen, wie sehr Entscheidungen, Geheimnisse und unausgesprochene Wahrheiten das Leben vieler Menschen beeinflussen können – ein Thema, das mich immer wieder fasziniert.


    Ich mag den Schreibstil von Alena Schröder sehr. Ich bin direkt gut in die Geschichte hineingekommen und habe die Figuren schnell ins Herz geschlossen. Gerade die Charaktere machen das Buch für mich besonders, weil sie so lebendig und nahbar wirken.


    Ein tolles, emotionales Buch, das mich auch nach dem Lesen noch eine ganze Weile beschäftigt hat. Für mich definitiv 4,5 von 5 Sternen wert.


  8. Cover des Buches Still Broken (ISBN: 9783736309111)
    April Dawson

    Still Broken

    (251)
    Aktuelle Rezension von: hellotigerlily

    --- Achtung! Die Rezension enthält Spoiler! ---


    Wo soll ich anfangen?

    Es tut mir wirklich leid, denn ich verfasse nicht gerne negative Rezensionen, aber zu diesem Buch fällt mir wirklich nichts mehr ein.

    Die Geschichte beginnt eigentlich ganz nett. Man lernt die Protagonistin Norah, sowie ihrer Freundinnen kennen. Norah ist frisch am College und lernt bei der Studentenzeitung den männlichen Protagonisten Max kennen mit dem sie zusammenarbeiten muss. Dieser entpuppt sich als ziemlich arrogant und abweisend (Zitat: „Babe. Ihr Frischlinge werdet in den ersten Woche unsere Sklaven sein und wenn ihr euch als würdig erweist dann dürft ihr auch schreiben“ und auch toll: „Du bist vor mir sicher. Ich stehe nicht auf verklemmte Dinger“). Die beiden lernen sich besser kennen, wobei die Autorin kein Klischee auslässt. Max ist der arrogante Badboy, Norah das naive, unerfahrene Mauerblümchen. 

    Es folgen ein paar komische Dialoge zwischen den beiden (z.B. „Sorry. Ich bin nun mal ein böser Jungeschnurrte er. – Uff). Generell behandelt Max Norah wie das letzte, aber sie schmachtet ihn weiterhin an, als gäbe es kein Morgen mehr. Zeitgleich lernt man auch einen anderen Mann, Drew, kennen, welcher meiner Meinung nach noch am sympathischsten ist. In einem einzigen Nebensatz wird kurz erwähnt, dass Norah mit ihm ein Date hatte und sie sich auch geküsst haben. - Okay? Warum wurde das nicht in die Geschichte eingebaut? Das wirkte auf mich ziemlich banal.

    Plötzlich aus dem Nichts ist auch Max nett zu Norah und scheint sie plötzlich doch zu mögen. Woher dieser Sinneswandel kommt, ist mir allerding nicht klar und wird auch nicht erklärt. Ich konnte demnach das Knistern zwischen den beiden Protagonisten überhaupt nicht spüren. 

    Es folgt eine ziemlich willkürliche Aneinanderreihung von Dates wie z.B. nächtliches Schwimmen in einer Schule für die Max nen Schlüssel hat (why?), eine Art Seelen-Striptease nachts in einer alten leerstehenden Fabrik und Pizza essen in einem Gewächshaus?! Ich konnte mir nicht wirklich etwas unter diesen Dates vorstellen, es wird auch nicht weiter erklärt und tut für die Geschichte eigentlich nichts zur Sache. Beim nächsten Date gehen sie auf ein Konzert von Imagine Drangons, was auch super random ist, da es davor und danach überhaupt nichts zur Geschichte beiträgt.

    Es war außerdem wirklich ermüdend zu lesen, einerseits was für ein harter tougher Kerl Max doch ist und andererseits wie sehr Norah doch in ihn verknallt ist. Es wird immer wieder betont, was Max doch für ein Draufgänger und Womanizer ist und mit wie vielen Frauen er geschlafen hat die für ihn sowieso nur für das eine gut waren. Und Norah ist nur so „wow, ich liebe ihn“ – Ok! ^^

    Es passiert und sie schlafen das erste Mal miteinander. Die Szene fand ich eigentlich ganz in Ordnung wie sie beschrieben wurde, aber kurze Zeit darauf wurde das Gefühl wieder zunichte gemacht. Sie fallen ab diesem Zeitpunkt natürlich ständig übereinander her und es kommen tolle Aussagen wie „Du scheinst Gefallen an Sex gefunden zu haben. Genau so mag ich das.“ – schwierig.
    Auch Sätze wie „meine Brüste wurden ‚schwer‘ als er...“, „Ich sah ihm fasziniert zu, denn es war das erste Mal, dass ich einen Penis überhaupt zu Gesicht bekam“ fand ich einfach nur zum fremdschämen und merkwürdig formuliert.

    Ich musste so oft mit den Augen rollen als ich das Buch gelesen habe. Vor allem, da Norah immer mehr über Max schlimme Vergangenheit erfährt. Aber als er ihr alles erzählt fragt sie nicht ein einziges Mal nach, um ihn nicht zu bedrängen und nimmt einfach alles hin. Ist ja schön und gut, aber nachzufragen zeugt ja auch einfach von Interesse? Man muss ja niemanden gleich ausquetschen. Aber das hat mich einfach echt richtig genervt, da so viel Drama vermieden hätte werden können, wenn die Protagonisten einfach normal miteinander gesprochen hätten (à la Max: „meine Eltern sind gestorben und ein Mafiaboss will mich töten“ und Norah so: Ich frag mal besser nicht nach und sag einfach nichts ) - Oh Mann... xD

    Auch mit Norahs Freundinnen wurde ich irgendwie nicht so richtig warm. Ständig wird betont, dass Norah immer noch Jungfrau ist (Zitat „Wie fühlt man sich so als ungevögelte Neunzehnjährige?“ oder „Du weißt, dass das da unten zuwachsen kann, wenn man es nicht ordentlich benutzt, oder?“). Was soll das bitte für eine Message sein?!

    Zu diesem Zeitpunkt dachte ich bereits, dass das Buch einfach nichts für mich ist, aber ich wollte ihm noch eine Chance geben und es zu Ende lesen. Aber die Geschichte wurde einfach immer absurder.

    Im weiteren Verlauf erfahren wir, dass Max von einem Mafiaboss gesucht wird, der ihn töten will. Und was macht Norah? Sie sagt wieder einmal nicht wirklich was dazu.

    Auf den nächsten Seiten passiert nicht wirklich viel außer überschwänglichen Liebesbekundungen und dann das nächste willkürliche Date, das wie aus dem Nichts kommt: Ein Roadtrip. Warum auch immer...

    Und über das, was dann passierte war ich wirklich fassungslos. Norahs beste Freundin stirbt bei einem Autounfall, was auch teilweise sehr explizit beschrieben wird (Zitat: „Ich habe sie gesehen, blutüberströmt, im Auto eingezwängt mit toten Augen“). Ich bin kein Fan von Triggerwarnungen, aber hier wäre es mMn wirklich angebracht gewesen. Was mich aber am meisten aufregt ist der Fakt, dass das NICHTS mit der restlichen Geschichte zu tun hat. NICHTS!

    Später ist irgendein Fest auf dem Campus, bei dem auch eine Band spielt. Norah die für die Dekoration zuständig ist, geht in den Abstellraum neben der Bühne und will irgendwas holen. Die Band spielt zu diesem Zeitpunkt schon und es ist ohrenbetäubend laut. Als sie in dem Raum steht, kommt ihr Ex-Freund und will sie dort vergewaltigen. Norah denkt sich, dass sie niemanden um Hilfe rufen kann weil sie niemand hören wird wegen der Band die gerade spielt. Kurze Zeit später kommt aber Max und rettet sie, denn er hatte die Worte von ihrem Ex mitgehört. Wie soll das denn gehen wenn die Band so dermaßen laut spielt, dass man Norah nicht einmal schreien hören würde?! Generell hat das Buch so, so viele Logikfehler...

    Max schlägt Norahs Ex-Freund zusammen. Die Band hört daraufhin einfach zu spielen auf, und alle Kameras richten sich auf die zwei die sich da prügeln und die ganzen Reporter wollen sie befragen – Ist klar... Nach einiger Zeit lösten sich dann auch die Securitymänner aus ihrer „Starre“ und schreiten ein. Logisch, die schauen sich die Schlägerei auch erstmal an bis einer bewusstlos ist... xD
    Norah ist die einzige die ihn dann beruhigen kann indem sie ihm einfach in die Augen sieht – Klar, sie ist die einzige die ihn ändern kann...hilfe.
    Und Norah gibt sich natürlich an dem allem die Schuld, denn „dieser Mann war für mich durch die Hölle gegangen“ – inwiefern genau? Du wurdest grade fast vergewaltigt...?!

    Max taucht daraufhin unter. Plötzlich sind 3 Jahre vergangen. 

    Norah ist inzwischen erfolgreiche Reporterin und man begleitet sie wie sie über einen Banküberfall berichtet. Auch hier wird alles wieder sehr explizit (zumindest für einen Liebesroman) beschrieben („Die Patrone traf die Stirn den Bankräubers, genau über dem Nasenrücken. Die Kugel fraß sich durch seinen Kopf und trat aus dem Hinterkopf wieder aus. Die junge Frau, die immer noch neben ihm stand, wurde von Blutspritzern übersät.“ ...so genau wollt ich das jetzt ehrlich gesagt gar nicht wissen, da es auch nichts zur Sache tut, aber ok). Norah ist inzwischen mit der mir einzigen sympathischen Person zusammen, nämlich Drew. In einer Szene telefoniert sie mit ihm und lässt dann mitten im Gespräch das Telefon erschrocken fallen, weil sie Max online wiederfindet. Und das wars dann auch mit Drew. Wahrscheinlich ist er bis heute noch am Telefon xD haha...

    Sie erfährt, dass alles was Max betriff gelogen war und ist dann auch kurz wütend, so ungefähr 2 Minuten. Dann gibt sie sich wieder selbst die Schuld an allem! (*Augen verdreh*)

    Schließlich finden sich die beiden wieder auf einem Friedhof. Norah stürzt und schlägt sich das Knie auf und blutet stark. Max will sie verarzten und fährt mit ihr deswegen zu seinem Elternhaus (hä?). Wobei ich mir auch hier denke: Warum muss man deswegen jetzt gleich zum Elternhaus fahren? Erst mal die Blutung stoppen etc. hätte es wohl auch getan. Naja, dort angekommen wird erst einmal ausgiebig miteinander rumgemacht, ...während ihr wahrscheinlich das Blut übers Bein strömt xD. Oder auch nicht, denn die Verletzung wegen der sie eigentlich ja zum Haus der Eltern gefahren sind wird ab dem Zeitpunkt einfach nie mehr erwähnt *lol*. Plötzlich fällt Norah eine Kamera im Haus auf, die natürlich der böse Mafiaboss dort angebracht hat. Alles klar, der ist also dort eingebrochen und hat eine offensichtliche Kamera angebracht und ist dann wieder verschwunden? Naja, gut...^^

    Sie fahren zu Norah in die Wohnung wo ihr Bruder sie schon erwartet und wütend ihr Tagebuch in der Hand hält das er natürlich von vorne bis hinten gelesen hat, als wäre es das normalste auf der Welt. Und Norah? Sie gibt sich natürlich WIEDER die Schuld daran! (Zitat: „Dann wurde mir klar, dass ich daran schuld war, dass er die Bücher gefunden hatte.“) – Äh nein, wenn jemand ein fremdes Tagebuch liest, ist es die Schuld von demjenigen egal ob die Bücher versteckt waren oder nicht. 

    Aber auch nach Jahren, obwohl Max Norah einfach von einem Tag auf den anderen verlassen hatte und wie vom Erdboden verschluckt war, ist Norah nicht sauer, sondern weiterhin blind vor Liebe ohne irgendwas groß zu hinterfragen. 

    Plötzlich spielt die Geschichte wieder drei Jahre zuvor, als Max Norah verlassen hatte, was das Schlimmste war was Norah je wiederfahren war (Zitat „Nur Schmerz und Höllenqualen waren mir vergönnt“) – Ich dachte deine beste Freundin ist gerade erst bei einem Autounfall tragisch ums Leben gekommen, aber wenn dein Lover abhaut ist das natürlich schlimmer...^^

    Plötzlich wieder ein Zeitsprung und es sind wieder drei Jahre vergangen. Max und Norah sind jetzt auf der Flucht vor dem bösen Mafiaboss der sie beide umbringen will. Dafür schickte Norah ihrem Chef eine kurze Mail, dass sie einfach mal so ein paar Wochen Urlaub braucht. Auch sehr realistisch...

    Sie tauchen in einem anderen Haus der Eltern von Max unter aber natürliche findet der Mafiatyp die beiden und zwingt Max am Telefon sich mit ihm in einer alten Fabrikhalle zu treffen. Max verlässt Norah erneut, die davon nichts mitbekommt, und hinterlässt ihr nur einen Brief. Norah findet diesen später und bricht erst mal zusammen, aber statt dass sie vielleicht einfach mal die Polizei ruft, demoliert sie erst mal die Wohnung von Max. Dabei findet sie zufällig ein Tagebuch von Max' Mutter. In aller Seelenruhe liest sie das erstmal stundenlang („Es war süß und aufregend, von ihrem Herzklopfen zu lesen...“ – Mädchen, deine große Liebe wird grad vermutlich umgebracht - like wtf xD), obwohl sie weiß, dass Max gerade allein zu diesem Mafiaboss unterwegs ist, der ihn töten will – Logisch ^^

    Max hat inzwischen einfach mal ein Auto geknackt und gestohlen und fährt damit zu dieser Fabrikhalle, denn er wollte sein eigenes Auto Norah da lassen. Äh,...warum genau? Und wieso kann der Typ einfach mal so ein Auto knacken als wärs das einfachste auf der Welt? xD

    Im Tagebuch von Max’ Mutter findet Norah dann heraus, dass der Mafiatyp Max’ leiblicher Vater ist, woraufhin sie Max aufspürt und natürlich noch gerade rechtzeitig kommt um Max und den Mafiaboss darüber aufzuklären, dass sie Vater und Sohn sind, was beide natürlich nicht wussten, obwohl das Tagebuch der Mutter in Max’s Wohnung war...*augenverdreh*

    Der Mafiaboss „schluchtze wie ein Baby“ als er das hörte und wollte Max dann trotzdem erschießen. Hä? Was jetzt? ^^

    Aber natürlich geht alles gut aus. Plötzlich sind 5 Jahre vergangen und Max und Norah sind glücklich verheiratet und schwanger. Auch hier konnte ich nur mehr die Augen verdrehen: Zitat: „Ich würde erfahren, ob wir einen Jungen bekommen würden dem ich das Autofahren und Football beibringen konnte.“ – Klar, denn wir alle wissen, Mädchen fahren keine Autos und spielen auch nicht Football *würg*...

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    Die Geschichte konnte mich leider von vorne bis hinten nicht überzeugen. Der Schreibstil war in Ordnung, wobei ich manche Dialoge und Beschreibungen ziemlich eigenartig fand. Generell wurden viele Dinge wie etwa Kleidung immer wieder beschrieben obwohl es vollkommen irrelevant war, wobei ich darüber noch hinwegsehen kann auch wenn es den Lesefluss etwas gestört hat. Was mich aber wirklich sehr gestört hat war die Wortwahl teilweise. Slutshaming findet man in diesem Buch nicht nur einmal und auch die Bezeichnugen für Frauen sowie andere Begriffe waren teilweise echt drüber und total daneben. 

    Hier mal ein paar Kostproben: 

    „Sie ist nicht so wie deine Schlampen!“

    „Er hatte Fickbeziehungen...“

    „Er hat diese Leck-mich-Einstellung, bei der wir Frauen dahinschmelzen“

    „Mir gefielen blonde Frauen nicht mal, doch eine Brünette kam nicht infrage“ 

    „...Ich wollte ihnen niemals die Chance geben, mehr als nur ein Fick zu werden.“

    „Zu schade, dass seine Schlampe die Überwachungskameras entdeckt hatte...“

    „...vielleicht werde ich sie von all meinen Männern hier ficken lassen...“

     

    Was mir leider auch negativ aufgefallen ist, ist dass sich einige Rechtschreibfehler eingeschlichen haben. Auch wenn der Schreibstil ansonsten ganz okay war, war ich auch irgendwann einfach nur mehr genervt von dem gegenseitigen "Angeschmachte". Kitschig wäre hier wirklich noch sehr untertrieben. An jeder Stelle wird betont wie sehr Norah Max liebt, dass er der eine ist, der der ihr Herz zum Rasen bringt, der mit dem sie ihre Zukunft verbringen will, usw. usw.

    Und als Pendant dazu wird auf fast jeder Seite betont, das Max der harte Badboy ist mit der schlimmen Vergangenheit. Es wird eben jedes Klischee mehr als nur erfüllt. 

    Viel mehr kann ich leider zu den Charakteren nicht sagen. Der einzige Charakter der mir einigermaßen positiv aufgefallen ist war Drew, aber der wurde leider ziemlich schnell wieder „aussortiert“ weil er wohl einfach zu nett war. Schade...

     

    Es tut mir wirklich leid, aber das Buch gehört für mich persönlich zu einem der schlechtesten. Nicht DAS schlechteste, denn ich habe es immerhin zu Ende gelesen und ich hatte schon Bücher in der Hand die ich nach ein paar Seiten abbrechen musste.
    Aber trotzdem: Das war nichts - Leider! Da gibt es deutlich bessere Bücher. Vor allem die Message die in diesem Buch transportiert wird finde ich echt bedenklich, schwierig und ganz und gar nicht mehr zeitgemäß. Lest es also nicht!

  9. Cover des Buches Das Unrecht (ISBN: 9783328107224)
    Ellen Sandberg

    Das Unrecht

    (82)
    Aktuelle Rezension von: AtschiB

    Das war mein erstes Buch von Ellen Sandberg. Das Buch habe ich aufgrund des Themas gekauft und ich wurde nicht enttäuscht. Sie schreibt realitätsnah, spannend und es liest sich sehr flüssig. In der Regel habe ich Probleme, wenn in Büchern ständig Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart du dann noch Wechsel zwischen den Akteuren vorkommen. Diesmal habe ich mir ein Mindmap erstellt, das war dann deutlich einfacher für mich den Überblick zu behalten. Ich konnte die Vergangenheit der Story sehr gut nachvollziehen und mich reindenken, zumal ich persönlich in der ehemaligen DDR großgeworden bin.

    Rückblickend erfährt der Leser von den Wünschen, Ängsten und Plänen der Abiturienten 1988 in der DDR, aber auch vom Wirken der Stasi und der Niedertracht falscher Freunde. Der Leser erhält auch einen Einblick über die Gefangenschaft von Republikflüchtlingen und deren Motive. Ich konnte vor einigen Jahren einmal einen Stasi-Knast besuchen und mir sowohl die Gefängniszellen als auch die Verhörräume ansehen. Die dargestellten Szenen im Buch sind gut und realistisch dargestellt.

    Ich konnte mit den Hauptpersonen gut mitfühlen, auch sie wirken sehr realistisch. Insbesondere das Verhalten der Ehepartner erklärt sich rückblickend und wird spannend erzählt. Die Autorin hat ein gutes Gefühl, den Leser hier umfänglich mitzunehmen. Das erlittene Unrecht, sowohl in der damaligen DDR als auch durch den Ehemann Volker machte mich wütend.

    Zum Ende des Buches und Ausgang der Story möchte ich mich an dieser Stelle nicht äußern. Lest einfach selbst.

  10. Cover des Buches Vom Sinn unseres Lebens (ISBN: 9783841906847)
    Michael Nast

    Vom Sinn unseres Lebens

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Die_Parallelele

    Michael Nast weiss mit seinem Schreibstil und seiner Sprache alleine schon zu überzeugen. Humorvoll - ich konnte mich an einigen Stellen zum Verdruss meiner Busmitfahrer kaum halten -, stilistisch auf höchstem Niveau und absolut mit dem Inhalt harmonierend lässt uns dieser Wortkünstler nur so durch die Seiten schweben. Er versteht es mit Worten zu jonglieren und zaubert so Texte aufs Papier, welche mich als Leser nicht nur in ihren Bann zogen, sondern auch mit vielen offenen und neuen Gedanken weiterziehen liessen.

    Auch der Inhalt steht dieser Schreibkunst in Nichts nach: Mit einer Mischung aus Anekdoten, Erzählungen, Erinnerungen, Gesellschaftskritik und Zukunftsgedanken stellt er einen Inhalt zusammen, welcher von brisanten und treffend gewählten Themen wimmelt. Doch es ist nicht Ein Buch welches nur die 08/15 Themen unserer Zeit aufgreift. Mit unerwarteten Inhalten weiss er passend zu ergänzen und bewegt sich mit diesem Buch künstlerisch und sicher zwischen Klischee, Vorurteil und Realität, Erinnerung, und zwischen Schlechtmalerei und Lob. aus seiner eigenen reflektierten Sicht zieht er auch den Leser ohne jegliches Vorwissen über die DDR oder das Verhältnis von dazumals und heute zwischen Ost und West tief in die Geschichte hinein und weckt nicht nur das Interesse an der Geschichte selbst, sondern vor allem an den Personen und den Menschen, welche dahinter stehen. Dabei werden auch noch Bezüge zu unserer heutigen Zeit (Massenkonsum, Fotowahnsinn, Selbstoptimierung...) auf wunderbare Art und Weise gezogen und so dient dieses Buch nicht nur simpler Unterhaltung, denn das tut es trotzdem, sondern lässt den Leser gleichzeitig in sich gehen und über sich selbst und die Mitmenschen nachdenken.

    Dieses Buch ist wertvoll für alle möglichen Menschen. Egal ob sie schon Bezug zur DDR oder zu Deutschland haben, oder fern abseits nicht einmal das Land auf einer Karte benennen könnten, denn es geht weit über die Unterschiede zwischen den beiden Teilen Deutschlands hinaus. Es lässt uns den Menschen als Mensch sehen und uns unsere Unterschiedlichkeit zu akzeptieren.

  11. Cover des Buches Das gibts in keinem Russenfilm (ISBN: 9783596032662)
    Thomas Brussig

    Das gibts in keinem Russenfilm

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Ein Schriftsteller schreibt seine Biografie und gleichzeitig die Gegenwart um. Wie geht das? Thomas Brussig hat es mit diesem Buch vorgeführt und ganz einfach seine Biografie bis 1989, dem Jahr des Erscheinens seines ersten Buch dort belassen, wo sie eben stattfand – in der DDR. Doch es geht weiter, nur dass in diesem Werk die Wiedervereinigung ausfiel. So verknüpft der Autor die Entwicklung einer DDR, die es nicht mehr gibt, deren Scheinexistenz in diesem Buch aber so viel Realität und Seriosität anhaftet, dass man die Fiktion kaum glauben will, mit seinem Schicksal als Schreiber und Widersacher eines Regimes, dass ihn aufgrund seiner immer breiteren Popularität kaum noch Repressalien unterwerfen kann. Das liest sich keinesfalls wie eine unausgegorene Satire, sondern kratzt ganz gehörig an Grundsätzlichem, denn in den 30 Jahren nach der Wiedervereinigung hat sich schon so mancher gefragt, was denn gewesen wäre, wenn es nicht so gekommen wäre. Der Fragenkatalog ließe sich noch erweitern, denn das Wesentliche an der Wiedervereinigung war ja nicht die Vereinigung an sich. Die hatte, wenn man es im Nachhinein sieht, gar nicht stattgefunden, denn man muss konstatieren, dass die DDR „übernommen“ wurde. Wie wäre es eigentlich gekommen, wenn die DDR weiter existiert hätte und nur die Diktatur dieses Staates abgeschafft worden wäre? Dieser Aspekt ist auch Brussigs Anliegen und auch, wenn er hier ab und zu zum Mittel der Satire greift, ohne dabei schrill oder plakativ zu sein, so ist es genau der Punkt, den man aus diesem Buch als Kern herausfiltern kann.

    Der Humor kommt bei Brussig auch hier nicht zu kurz. Die Figuren Gysi, Wagenknecht, Merkel, Krenz oder Bisky haben ihre eigenen Rollen in der Fiktion bekommen, der Literaturbetrieb und viele Schriftstellerkollegen bekommen kleine Seitenhiebe und der dramaturgische Coup ist im letzten Kapitel die Vorstellung und Abhandlung eines Buches, das ein junger Kollege schrieb, ein Science-Fiction Szenario, das nämlich genau die „Wende“, wie sie sich wirklich zugetragen hat, zum Thema hat und vom Roman-Brussig als „unmöglich“ deklariert wird.

    Was sich auf den 380 Seiten abspielt ist gekonnt geschrieben, bestechend scharf gedacht und formuliert. Es lässt schmunzeln, man kann lachen, den Kopf schütteln, doch eines sollte man ganz besonders: Nachdenken und die Untertöne einer genauen Betrachtung unterziehen. Dann wird es nämlich ein Buch, das wichtig ist, um den Standort dieses Landes nachzuvollziehen.

  12. Cover des Buches Wendejugend (ISBN: 9783947380350)
    Klaus Farin

    Wendejugend

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Hundertmorgenwald

    Die beiden Autoren, Eberhard Seidel und Klaus Farin haben zur Zeit der Wende Jugendliche im Osten und in Berlin interviewt. Darunter überwiegend rechtsradikale Jugendliche, aber auch linksextreme und Jugendliche aus den Einwandererviertel. 

    Sie wollten deren Ängste und Träume erfahren. 

    Aus der Generation stammen jene, die am häufigsten AfD wählen und die Wortführer der Pegida-Bewegung. 

    In ihrer Einführung schreiben die Autoren: 

    „Wir haben uns in diesem Band dagegen entschieden, die Jugend der Wende in einem aufgearbeiteten Essay zu reflektieren, sondern lassen die Jugendlichen möglichst authentisch selbst zu Wort kommen. Interviews stellen – im Gegensatz zu Essays oder Reportagen – höhere Anforderungen an die Leser*innen. Sie müssen selbst erkennen, wo die Interviewpartner*innen Fragen ausweichen, sich in Widersprüche verwickeln, großspurig ihre Heldentaten übertreiben. Das ist mühevoller, führt selten zu eindeutigen Resultaten (Gott sei Dank), und ist – finden wir jedenfalls – spannender. Und – gerade auch aufgrund ihrer Widersprüchlichkeit, die nicht von einem Autor entsprechend seinem Standpunkt geglättet wurde – erkenntnisreicher.“ 


    In meinen Augen machen es sich die Autoren damit ziemlich leicht. 

    Ich konnte von dem Buch so gut wie nichts mitnehmen. Sicher, es ist nicht schwer zu erkennen, wo die Jugendlichen sich brüsten. Aber das kann es ja wohl noch nicht gewesen sein. 


    Es gibt die rechtsextremen Jugendlichen die sagen: „Ausländer sind ja nicht so schlimm, wenn sie keine Verbrechen begehen und gut arbeiten“. Dann gibt es die, die alle Ausländer schlimm finden, weil nur der Deutsche wahrhaftig ist. Es gibt die, die auf die Straße gehen und nur darauf warten, dass sie jemand provoziert, um dann ordentlich drauf hauen zu können. 

    Also alles nichts Neues. 

    Ich las die Interviews und dachte jedes mal danach: Ja, und weiter?! 


    In ihrer Einführung beschreiben sie auch, wie die Politik in den Jahren um 1990 dazu beitrug, die Stimmung gegen Migranten hochzuschaukeln. 

    „Die cdu und csu, Teile der spd um Oskar Lafontaine und Teile der Medien inszenieren in den Jahren 1990 bis 1993 mit rassistischen Stereotypen garnierte Kampagnen gegen Asylsuchende und „kriminelle Ausländer“, die Geflüchtete und Migrant*innen unter Generalverdacht stellen .„


    Für mich liest sich die Einführung fast so, als hätte es vor 1990 keine rassistische Gewalt gegeben. 

    Ich habe mal bei Wikipedia geschaut und es gab auch schon vor der Wende in Westdeutschland viel Gewalt und Tötungsdelikte gegen Ausländer. Nur wurde es zu dem Zeitpunkt noch nicht systematisch von den Behörden erfasst. 

    Ich glaube, es ist zu kurz gedacht, dass die öffentliche Diskussion „mit zum Verlust der humanen Orientierung in der Jugend der Wende“ führte und damit dafür sorgte, dass diese Generation die Radikalität ihrer Jugendjahre mit ins Erwachsenenalter genommen hat, wie die Autoren sagen. 

    Da spielen weit mehr Faktoren rein. 

    Wenn es einen Verlust der humanen Orientierung gab, dann müsste auch betrachtet werden, wie Westdeutschland Ostdeutschland behandelt hat (und noch immer behandelt). 


    Mir gaben die Interviews leider gar nichts. Nichts, was man nicht schon weiß, wenn man sich etwas mit der Gesellschaft auseinander setzt. Ich habe mich nach jedem Interview einfach nur mies gefühlt und schlechte Laune bekommen, durch diesen ganzen Hass. 


    Die Einführung dagegen hat mir gut gefallen, auch wenn ich nicht alles ähnlich sehe. Von diesen Gedanken und Überlegungen hätte ich mir weit mehr gewünscht. Diese Ausführung hat mich zum Nachdenken gebracht. 


    „Wir denken: Im Zweifelsfall ist das Publikum immer noch selbst klug genug, authentische Darstellungen, beispielsweise von rassistischen Gewalttätern, zu interpretieren – ohne moralische Anmerkungen oder arrogante Sittenwächter, die, würden sie politisch denken, wissen müssten, dass Zensur immer eine Bankrotterklärung ist – für den Zensor. „

    Sich einer Analyse und direkten Auseinandersetzung mit den Interviews zu entziehen und zu sagen, der Leser ist schon klug genug, finde ich schon ein bisschen frech. Und eine Auseinandersetzung hat für mich nichts mit Zensur zu tun. Dieses Argument ist doch genau das, was die Rechtsextremen heute immer behaupten. Nur weil man andere Meinung ist, würde man sie zensieren. 

    Und gerade in der heutigen Zeit ist es doch extrem wichtig, sich zu positionieren und aufzuklären. Da haben die Autoren eine große Chance verpasst. 

  13. Cover des Buches Zwei fremde Leben (ISBN: 9783423219679)
    Frank Goldammer

    Zwei fremde Leben

    (115)
    Aktuelle Rezension von: derMichi

    In Diktaturen ist alles möglich und so hat es staatlich angeordneten Kindesentzug in der DDR tatsächlich gegeben. Jede Menge Stoff für ein packendes Buch, dem Frank Goldammer hier den einen oder anderen unerwarteten Twist verpasst. Statt Ricardas Suche nach ihrer vermeintlich noch lebenden Tochter zum Melodram zu verarbeiten gibt der krimierfahrene Autor ihr genug detektivisches Gespür mit, um auch diesen Teil der Handlung wie einen klassischen Spannungsroman aufzubauen.

    Und dann ist da noch der Volkspolizist Thomas Rust, der - warum auch immer - plötzlich ein Gewissen bekommt und hartnäckig für eine Fremde gegen den eigenen Staat ermittelt. Dafür lässt er sich auch schonmal von der Stasi anheuern, was ihm erstaunlich wenig schadet, denn trotz mancher Widerstände kommt er damit eine Weile durch.

    Bis Ricarda und er schließlich herausfinden was damals wirklich geschah findet unter anderem noch die Wende statt. Wie alte Strukturen auch nach dem politischen Wandel fortdauern und sich eben längst nicht alles zum Guten wendet beschreibt Goldammer sehr anschaulich und schickt seine Figuren nebst einer neuen Protagonistin, die Ricardas Tochter sein könnte, in ein angemessen spannendes Finale. Wer eine Auflösung aller Probleme samt Happy End erhofft wird jedoch enttäucht, für mehrere Figuren geht die Geschichte ganz anders aus als man es erwartet.

    Vielleicht entspricht das sogar am ehesten den verworrenen, historisch verbürgten und vom Staat unter den Teppich gekehrten Vorfällen, die so manche beteiligte Person in die Verzweiflung getrieben haben. Auch wenn die Figuren etwas mehr Profil vertragen hätten fesselt doch zumindest die packend geschilderte Suche nach der Lösung des Rätsels, die für Goldammer-Fans genau richtig sein dürfte. Wer dagegen tiefere Einblicke in Seelenzustände und das System Kindesentzug erwartet bleibt auf der Strecke.

  14. Cover des Buches Kaltes Wasser (ISBN: 9783462050585)
    Jakob Hein

    Kaltes Wasser

    (16)
    Aktuelle Rezension von: sydneysider47

    Worum geht es in dem Buch?

    Friedrich Bender wächst in der DDR auf. In seiner Schule ist er als Agitator tätig, also ein Mensch, der die Vorteile des Kommunismus seinem Umfeld schmackhaft macht und gute Ereignisse in der DDR herausstellt.

    Als die Wende kommt – also aus BRD und DDR ein Staat wird -, ist Friedrich clever genug, sich durch sein Leben zu mogeln und viele Vorteile für sich zu nutzen. Während seines Studiums schafft er es, Leistungsnachweise zu bekommen, ohne auf Prüfungen zu lernen. Dafür ist er kreativ und auf anderen Gebieten tätig – betreibt beispielsweise mit einem Kumpel eine Bar in einem Bus. Je mehr Erfolg Friedrich mit seinen Aktionen hat, desto kühner wird er – desto mehr will er mit so wenig Anstrengung wie möglich erreichen…

     

    Meine Meinung:

    Anfangs habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Der Schreibstil gefällt mir, die Story ist gut, der Roman ist kurzweilig. Außerdem habe ich nichts gegen einen Roman, der aus der Ich-Perspektive – so wie dieser – verfasst ist.

    Vieles in dem Roman hat mich belustigt – und ich habe gestaunt, wie kreativ Friedrich ist und was er alles zustande bringt. So erfindet er eine Brieffreundin in Großbritannien und kommt an britische Briefmarken, um allen Leuten glaubhaft zu machen, dass diese Freundin existiert – die er angeblich in einem Zeltlager getroffen hat.

    Auch die Geschichte mit der Bar im Bus und die Story, wie Friedrich auf einmal an viel Geld kommt, sind amüsant. Irgendwann wurde mir aber Friedrich zu kühn, die Handlung zu abstrus, was mich veranlasste, das Buch 50 Seiten vor Schluss abzubrechen. Irgendwie nervte mich die Lektüre nur noch – vor allem, wenn ich daran dachte, wie sich viele Studenten abrackern müssen, um Leistungsnachweise zu bekommen und ihr Studium erfolgreich abschließen zu können. Sorry, da war mir dieses Werk „Kaltes Wasser“ von Jakob Hein doch zu übertrieben.

    Ich vergebe vier Sterne für einen guten Schreibstil und eine interessante Handlung, die mir jedoch irgendwann zu sehr ins Absurde abdriftete. Deswegen gibt es einen Stern Abzug.

  15. Cover des Buches Sophies Tagebuch (ISBN: 9783499273469)
    Nicolas Remin

    Sophies Tagebuch

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Ann-ChristinS

    Da ich gerne Romane mit historischem Hintergrund lese, konnte ich an diesem Roman nicht vorbeigehen, denn diese Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen wird Erikas Geschichte um den Fall der Berliner Mauer erzählt und die Geschichte ihrer Mutter Sophie, in Form von Tagebucheinträgen, im Zeitraum 1938-1945. Leider begann die Geschichte für mich recht zäh. Erika war mir nicht wirklich sympathisch und blieb auch den ganzen Roman für mich hindurch recht distanziert. Ihre Mutter, die der Leser nur in Form ihrer Tagebucheinträge kennenlernt, hingegen strotzt, trotz der nicht mehr zu leugnenden Judenverfolgung, nur so vor Naivität. Oftmals musste ich mit den Augen rollen oder einfach nur den Kopf schütteln. Doch Sophie wandelt sich, je länger der Krieg dauert und sie wird erwachsen. Ein Thema blieb aber bei beiden Figuren immer: Kosmetik und Kleidung. Beides schien dem Autor für die Charaktere wichtig zu sein…Spannung kam für mich erst ab der Mitte des Buches auf, als Erika immer mehr in den Tagebüchern ihrer Mutter liest und somit tiefer in die Vergangenheit ihrer Eltern eintaucht. Es tauchen immer wieder neue Verwirrungen um den ehemaligen Schulfreund des Vaters auf. Da dieser Teil der Geschichte viel Raum benötigt, fällt leider der zweite historische Punkt des Romans etwas klein aus. Der Fall der Berliner Mauer wird immer mal wieder nur kurz thematisiert. Evtl. hätte der Autor sich nur auf ein historisches Ereignis konzentrieren sollen, denn Erikas Geschichte hätte auch gut zu einer anderen Zeit spielen können. Zum Ende hin, wird es dann nochmals spannend. Schade fand ich, dass es der Autor nicht geschafft hat, diese Spannung konstant zu halten. Es war immer ein auf und ab und so hatte dieser Roman auch einige Längen.

    Fazit: Eine Familiengeschichte, die von den Tagebucheinträgen der Mutter getragen wird.

  16. Cover des Buches 89/90 (ISBN: 9783442714650)
    Peter Richter

    89/90

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Wonni1986
    Titel: "89/90"
    Autor: Peter Richter
    Verlag: btb
    Seitenzahl: 411

    Cover:
    Unscheinbar in sommerlichen Farben gehalten und es ist ein Softcover. 

    Schreibstil:
    Es liest sich sehr flüssig und alles was unverständlich geschrieben wurde, wurde mit Fußnoten erklärt. Man merkt richtig, dass es dem Auto wichtig ist, dass zu erzählen was ihm wichtig ist. Es ist ihm gelungen. Handlungen, Personen und Gegenständen wurden so beschrieben und erzählt das man es sich sehr gut vorstellen kann. Er schreit aus der ich und allgemeinen Perspektive.

    Inhalt:
    Das Lebensgefühl einer rebellischen Generation am Ende der DDR Sie sind der letzte Jahrgang, der noch alles mitmachen darf – damals in Dresden vom Sommer vor der Wende bis zur Wiedervereinigung: die lauen Freibadnächte und die Ausweiskontrollen durch die »Flics« auf der »Rue«, die Konzerte im FDJ-Jugendklub »X. Weltfestspiele« oder in der Kirche vom Plattenbaugebiet, wo ein Hippie, den sie »Kiste« nennen, weil er so dick ist, mit wachsamem Blick Suppe kocht für die Punks und ihre Pfarrerstöchter. Sie sind die Letzten, die noch »vormilitärischen Unterricht« haben. Und sie sind die Ersten, die das dort Erlernte dann im Herbst 89 erst gegen die Staatsmacht anwenden. Und schließlich gegeneinander. Denn was bleibt dir denn, wenn du zum Fall der Mauer beiträgst, aber am nächsten Tag trotzdem eine Mathe-Arbeit schreiben musst, wenn deine Freundin eine gläubige Kommunistin ist und die Kumpels aus dem Freibad zu Neonazis werden? Von der Unschuld des letzten Sommers im »Tal der Ahnungslosen« bis zu den Straßenschlachten rund um die deutsche Einheit: Peter Richter beschreibt in seinem autobiografischen Roman das chaotische Ende der DDR aus der Sicht eines damals Sechzehnjährigen – pointiert, authentisch und sprachlich brillant. Coming of Age im Schatten von Weltgeschichte.

    Meinung
    Ich bin ein kleiner DDR Fan, ja richtig gelesen. Ich mag diese Zeitepoche, warum? Alles hatte seinen Platz, es gab alles was man benötigte und keine wirklich keiner wurde zurückgelassen. Sicherlich musste man Abstriche machen, aber das müssen wir heute auch, oder? Ich mag dieses wir Gefühl. Und dieses Buch beschreibt es einfach auf den Punkt! Wenn man es liest, und diese Zeit auch noch erlebt hatte, wird man sich definitiv wieder finden…und auch AHA-Momente haben…oder auch die Flashbacks. Ich hatte es so schnell durchgelesen, dass ich total überrascht war. Ich könnte jetzt stundenlang weiterschwärmen und euch erzählen, dass zu dieser Lektüre Hallorenkugeln oder Knusperflocken hervorragend passen und auch noch viele andere (auch inhaltliche Dinge), aber lest es selber und ihr landest mit 100% Wahrscheinlichkeit zurück im Sommer 89/90….
    Nur möchte ich gerne wissen wer dieser S. ist…hm…
  17. Cover des Buches Geteilte Geschichte: Ost- und Westdeutschland 1970-2000 (ISBN: 9783525300831)
  18. Cover des Buches Wir sehen uns zu Hause (ISBN: 9783810530868)
    Christiane Wünsche

    Wir sehen uns zu Hause

    (89)
    Aktuelle Rezension von: Lo_Roja

    Wir sehen uns zu Hause hat mich mit seiner vielversprechenden Familiengeschichte und der Thematik rund um Geheimnisse der Vergangenheit zunächst sehr angesprochen. Christiane Wünsche schreibt gefühlvoll, und die Atmosphäre des Romans ist gut eingefangen. Die Idee, dass alte Briefe die Geschwister auf eine Spurensuche schicken, versprach Spannung und emotionale Tiefe. Vor allem das Einweben des Themas um mentale Gesundheit und der Umgang mit Angstzuständen trifft nicht nur den Zeitgeist, sondern leistet auch großartige Aufklärungsarbeit, da es mit gesellschaftlichen Tabus bricht.

    Leider konnte mich die Umsetzung des Romans nicht vollends überzeugen. Die Handlung entwickelt sich recht vorhersehbar, und der Plot bleibt über weite Strecken sehr einseitig. Es gibt kaum überraschende Wendungen, und viele Entwicklungen sind früh abzusehen. Ich hätte mir mehr Vielschichtigkeit und tiefere Konflikte gewünscht. Vor allem Peters Figur wird nicht ausreichend Charakterisiert. Anne wirkt oft zu passiv und das in einer Zeit, in der Frauen eigentlich in den Vordergrund des Plots gestellt werden. Sogar nach dem Tod ihres Ehemanns läuft sie auf ausgetretenen Pfaden und wird selten eigeninitiativ aktiv. Dasselbe Muster finden wir bei Annes Tochter, die nach Bestätigung ihrer Schwangerschaft auf Hilfe von außen hofft, anstatt ihr Leben in die Hand zu nehmen.

    Besonders enttäuschend war für mich das abrupte Ende. Nach all den Enthüllungen hätte die Geschichte mehr Raum für eine ausführliche Auflösung verdient. Stattdessen fühlt es sich an, als würde die Erzählung plötzlich abgeschnitten, ohne dass alle Fäden zufriedenstellend zusammengeführt werden.

    Insgesamt ein solider Familienroman mit einer interessanten Grundidee, aber leider fehlt es an erzählerischer Raffinesse und einem runden Abschluss.

  19. Cover des Buches Am Rand der Dächer (ISBN: 9783832181116)
    Lorenz Just

    Am Rand der Dächer

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Estrelas

    Zwei Jungen, die im Berlin der Nachwendezeit aufwachsen, erkunden die Stadt, lassen sich treiben, werden pubertär. „In der Deckung der Kindheit, im Schatten der Welt, im trüben Meer des Alltags spazierten wir unerkannt die Große Hamburger hinauf.“

    Der aus kindlicher Sicht erzählte Roman lockt mit der Sorglosigkeit und Begeisterungsfähigkeit seiner Protagonisten für Kleinigkeiten. Doch darauf folgt mit dem Älterwerden die Desillusion und das Zerstörerische von Heranwachsenden.

    Für mich ging mit dem Verlust ihrer Unschuld und Unbefangenheit etwas der Reiz der Geschichte verloren. Die Handlung verpufft hinter ein paar schönen Worten. So richtig packen und begeistern konnte mich das nicht.

  20. Cover des Buches Altenstein (ISBN: 9783499272516)
    Julie von Kessel

    Altenstein

    (48)
    Aktuelle Rezension von: LuiseLotte
    Julie von Kessel skizziert in ihrem Roman die Geschichte einer adligen Familie, die ihre Heimat Ostpreußen in den letzten Kriegswochen verlassen muss und über einen weiteren Familiebesitz, Altenstein in Brandenburg, schließlich in den Westen gelangt und im Rheinland ansässig wird. Der Erzählbogen spannt sich vom Jahr 1943 bis 2005, doch geschieht dies nicht chronologisch, sondern findet auf mehreren unterschiedlichen Zeitebenen in ungeordneter Reihenfolge statt. So ungewöhnlich der Aufbau des Romans ist, was den Lesefluss erheblich behindert und dem Leser ein gewisses Maß an geistiger Flexibilität abverlangt und durchaus zu manchen Verwirrungen und Unklarheiten führt, so klar und gewählt ist jedoch die Sprache der Autorin, die sich auf hohem Niveau bewegt. Nie auch verliert sie sich im Dramatischen, nie in dessen Gegenteil. Daduch wird es dem Leser nicht leicht gemacht, sich den Charakteren des Buches zu nähern. Diese bleiben seltsam blaß, was sich auch bis zum Ende der Geschichte nicht ändert. Und sie sind überdies von komplizierter, sperriger Natur, allen voran Agnes, das Oberhaupt der Familie von Kolberg, die die Flucht tatkräftig und effizient organisiert wie auch den folgenden Neubeginn im Westen. Sie nötigt dem Leser zwar Respekt ab, gewinnt aber kaum seine Zuneigung, da sie von rigoroser Natur ist und trotz aller Bemühungen für ihre Kinder sich selbst immer am nächsten ist. Die Kinder selbst sind natürlich durch diese dominante Mutter und all die Erlebnisse auf der Flucht geprägt und ihr Leben als Erwachsene nimmt Verläufe, die von unheilbarer Zerrissenheit sprechen. Julie von Kessel konzentriert sich hauptsächlich auf die beiden jüngsten Sprösslinge der Kolbergs, längst nicht auf alle, was auch in Ordnung ist, denn deren Lebensläufe bewegen sich eher unauffällig und in weniger dramatischen Bahnen.
    Viel Schweres und Trauriges kommt zur Sprache, das manchmal beinahe unerträglich wird. So geschieht es, dass Konrad, das jüngste Kind der Familie, der eigentlich nie richtig ins Leben gefunden hat, der vieles ausprobiert, aber im Grunde untüchtig ist, beschließt, nach der Wende den Besitz in Brandenburg, Altenstein, zurückzuerhalten. Dabei schätzt er nicht nur die Gesetzeslage zur Rückgabe konfiszierter Ländereien und Besitze falsch ein, sondern auch die Bereitschaft seiner Geschwister, seine Bemühungen mitzutragen oder zu unterstützen. Und so kommt es, wie es kommen muss - und der Leser muss mitansehen, wie eine Familie, die so viel Schweres miteinander durchgestanden hat in den schlimmen Zeiten, in den guten langsam auseinanderfällt....
    Nein, ein leichtes und gefälliges Buch ist "Altenstein" gewiss nicht! Kein am Ende versöhnliches und auch keines, das man nach dem Lesen befriedigt beiseite legt. Unbeantwortete Fragen schweben im Raum, unwillkürlich auch stellt man Vergleiche an zu anderen Romanen, die man zu dem Thema Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gelesen hat. Eindringlichere Romane, solche, die nicht so spröde daherkommen, bei deren Lektüre man nicht der stille Beobachter ist, der sich an die Geschichte und ihre Handlungsträger nicht annähern möchte, auch nicht kann, sondern die den Leser sofort in ihren Bann ziehen. Dies vor allem vermisse ich bei Julie von Kessels Werk - es berührt mich nur oberflächlich, geht nicht tiefer, wird ständig überlagert von eben jenen zitierten Büchern anderer Autoren zum selben Thema. Und daran kann auch die geschliffene Sprache zu meinem Bedauern nichts ändern!
  21. Cover des Buches Heavy Metal (ISBN: 9783748541950)
    Nick Lubens

    Heavy Metal

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Melanie-Schultz

    Heavy Metal von Nick Lubens 

    Inhalt: (übernommen)

    Weit weg von Mauer, Stacheldraht, der Politprominenz in Berlin und den politischen Aktionen der anwachsenden Opposition in der Hauptstadt der DDR und in Leipzig gründen vier Zehntklässler in der Provinz eine Heavy Metal-Band. Was als Akt jugendlicher Experimentierfreude und pubertärer Rebellion gegen die starren Regeln der Gesellschaft beginnt, wächst den vier jungen Männern schon bald über den Kopf. Unversehens geraten sie in das Visier der Staatsorgane und setzen ihre Zukunftsaussichten im sozialistischen Arbeiter- und Bauernparadies aufs Spiel. Und zu allem Überfluss gibt es da noch die Verlockungen dieses faszinierenden anderen Geschlechts... 

    Man kommt wirklich sehr gut in die Geschichte rein. Der lockere und flüssige Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen.

    Die Protagonisten werden super gut beschrieben. Man konnte wirklich mit ihnen fühlen, sich in sie hineinversetzen. Die Ich-Erzählung rundet das ganze noch ab.

    Man bekommt viele Infos zum letzten Jahr in der DDR, vor allem als Westdeutscher.

    Der Humor kommt auch nicht zu kurz. Ich musste wirklich über einige Kommentare der Protagonisten lachen.

    Ich kann das Buch nur wirklich jedem uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich vergebe super gerne 5 STERNE dafür und werde es bestimmt noch einmal lesen.

  22. Cover des Buches Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten (ISBN: 9783837140293)
    Anne Jacobs

    Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Claudia107

    Inhaltsangabe: "Seit Jahrhunderten in Familienhand, verloren und wiedergefunden – ein Gutshaus, eine Familie und ein dramatisches Schicksal …
    Franziska kann es nicht glauben: Endlich ist sie wieder in ihrer Heimat auf Gut Dranitz. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs musste sie das herrschaftliche Anwesen im Osten verlassen. Lange gab es keinen Weg zurück. Trotzdem ließ sie die Sehnsucht nicht mehr los. Nie konnte sie die glanzvollen Zeiten vor dem Krieg vergessen, ihre Träume und Wünsche von einem Leben an der Seite ihrer großen Liebe Walter Iversen. Alles schien möglich. Doch der Krieg trennte die Liebenden und machte ihre Träume zunichte. Aber Franziska gab die Hoffnung nie auf ..."

    Dieses Hörbuch besteht aus 2 MP3-CD`s, hat eine Laufzeit von 14 Stunden, 23 Minuten und wird von Daniela Hoffmann sehr gut vorgelesen.

    Auch wenn ich anfangs nicht ganz so begeistert war, vermutlich lag es daran, dass die Geschichte ständig in der Zeit vor und zurück sprang, konnte sie mich doch irgendwann absolut fesseln. Am Anfang war das ganze auch etwas überspitzt erzählt, teilweise kamen die Protagonisten sogar etwas hochnäsig rüber, aber je weiter ich lauschte konnte mich die Story mit ihren spannenden Wendungen packen. 

    Fazit: Tolles historisches Hörbuch, das über 4 Generationen geht und mit einem wirklich überraschenden Verlauf punktete und das mich dann in seinen Bann zog.



  23. Cover des Buches Chris. Immer weiter. (ISBN: 9781541035553)
    Rainer Schneider

    Chris. Immer weiter.

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Gelincik

    In dem Buch „Chris. Immer weiter.“ von Rainer Schneider geht es um die Achtzigerjahre, als Chris noch 12 Jahre alt ist. Sie wird bei einer Talentshow entdeckt und glaubt daran endlich Sängerin werden zu können, da ihn der Künstler Rolf unterstützen will. Jedoch kommt alles anders als geplant…

    Dies ist das 5. Buch dieser Reihe. Auch wenn die Bücher in sich geschlossen sind, finde ich es trotzdem schöner diese der Reihe nach zu lesen.

    Wieder einmal konnte mich der Autor überzeugen. Die Geschichte zeigt und wie die wohlhabenden Menschen untereinander sind und was sie alles dafür tun, nur um sich einen guten Namen machen und diesen behalten zu können. Dabei sind andere Menschen egal…

    Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

  24. Cover des Buches Der stumme Bruder (ISBN: 9783499275050)
    Claudia Rikl

    Der stumme Bruder

    (5)
    Aktuelle Rezension von: schillerbuch

    Kommissar Herzberg aus Mecklenburg – Vorpommern ist wieder da. Dieses Mal allerdings nicht bei der Aufklärung eines Mordfalls, sondern er muss, nachdem er bei seinen Ermittlungen in „Das Ende des Schweigens“ dafür gesorgt hat, daß ein Kollege suspendiert wurde, in einer anderen Abteilung arbeiten.  Nachdem mir der erste Fall für Kommissar Herzberg gut gefallen hatte, war ich gespannt, wie es mit dem Kommissar weitergeht.

    Der Inhalt

    Kommissar Herzberg ist ins Fachkommissariat 4 des Staatsschutzes versetzt, angeblich wegen dort herrschenden Personalmangels, in Wirklichkeit jedoch handelt es sich um eine Strafversetzung. Einen Kollegen verpfeift man nicht, genau das hatte Herzberg  durch seine Ermittlungen im Mordfall Konrad jedoch getan. Und der Korpsgeist in der Mecklenburgischen Polizei ist stark.

    Ermittlungen führen ihn in den kleinen Ort Lichtenfels, in dem das Gemeindeamt zerstört wurde, das Flüchtlinge aufnehmen sollte. Er soll, gemeinsam mit seinem Kollegen herausfinden, wer dafür verantwortlich ist und einen Zeugen vernehmen. Aber als er in dem Dorf ankommt, platzt er in eine Beerdigung – die Beerdigung des Zeugen Rudolf Schröter. Herzberg erkennt sofort, daß Schröter keines natürlichen Todes gestorben ist. Mit den Ermittlungen jedoch wird seine Kollegin Desieree Weigand beauftragt, die liebend gerne mit Herzberg gemeinsam ermitteln würde, was jedoch ihr Chef rundweg ablehnt.

    Während also Herzberg weiter nach denen sucht, die die Flüchtlingswohung zerstört haben, sucht Desiree nach einem Mörder, der einen mächtigen Agrarunternehmer der Gegend umgebracht hat. Die beiden Fälle berühren sich und es bleibt nicht aus, daß Herzberg letztendlich doch bei den Ermittlungen dabei ist, deren Spuren nicht nur in die rechte Szene, sondern auch in die Vergangenheit des Dorfes führen.

    Meine Meinung

    Wieder entführt uns Claudia Rikl tief in die ostdeutsche Vergangenheit. Schon im ersten Kapitel wird klar, daß eine Spur des Falles in die Zeit der letzten Kriegswochen zurückführen könnte. Herzberg und Desiree lernen bei ihren Ermittlungen Magda kennen, eine alte Frau, die scheinbar in eine Demenz steuert. Aber wir als Leser*innen merken schnell, daß Magda in ihrer Jugend etwas schreckliches erlebt hat und daß das Verhältnis zum Mordopfer ein kompliziertes gewesen sein muss.

    Der Ermordete, der auf den ersten Blick ein angesehener Mann im Dorf gewesen zu sein, der nach der Wende dafür sorgte, daß die LPG viele Arbeitsplätze erhalten konnte. Aber nach und nach stellt sich heraus, daß die Methoden, mit denen Rudolf Schöter das erreichte, sehr fragwürdig waren und daß mancher im Dorf noch eine offene Rechnung mit ihm zu begleichen hat.

    Auch in diesem Roman geht es um die Zeit nach der Wende, um biographische Brüche und darum daß viele Menschen, wie Caudia Rikl in einem Interview einmal sagte, „die Entwertung gelebten Lebens hinnehmen mussten“. Wie schon in ihrem ersten Kriminalroman spielt das Schweigen darüber eine große Rolle – nicht umsonst heißt der Krimi „Der stumme Bruder“.  Geschwiegen wird auch über die Zeit der letzten Kriegswochen, in denen viele Frauen beim Einmarsch der Russen ein schreckliches Schicksal erlitten, das manche bis in die Gegenwart verfolgt.

    Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen, er ist komplex und legt eine Menge Spuren aus, anhand derer ich tief in die Mecklenburgische Gegenwart eintauchen konnte. Es empfiehlt sich jedoch durchaus, vorher den ersten Band zu lesen, denn das erleichtert es einem schon, die Beziehungen und Handlungsweisen der handelnden Personen besser zu verstehen.

    Fazit: Ein komplexer, thematisch wirklich interessanter Kriminalroman mit psychologisch gut gezeichnetem Handlungspersonal. Leseempfehlung!

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