Bücher mit dem Tag "werk"
17 Bücher
- Stephen King
Es
(2.388)Aktuelle Rezension von: RadagastEin Klassiker der bis heute nicht an Glanz verloren hat.
Der Horror beginnt damit das Gegenden von Maine berüchtigt sind "unheimlich" zu sein. Das ein Clown sein Unwesen treibt, ohne diesen je gefasst zu haben. Doch nicht nur als Clown kommt er in Erscheinung, sondern auch in anderer Gestallt. Beim Lesen entwickelt sich zeitweise eine angenehme Gänsehaut. Man möchte weiter lesen, die Neugier weiß das es zu Situationen kommt die einen in Mark und Bein erschüttern wird. Ja, man weiß das einen die Angst packt.
Mit knapp über 1500 Seiten rauschte ich nicht über diesen Roman hinweg, wobei die Geschichte es erlaubt hätte diese zügig durch zu lesen. Es waren die Storys dazwischen die in mich zum inne halten brachten. Es waren genau diese psychologischen Grausamkeiten die mich zum Nachdenken anregten. Ja, zeitweise war es etwas langatmig. Wo ich mir dachte: "Junge, bring es auf den Punkt." Und geschickt spießt Stephen die Handlung der Geschichte wieder auf die Nadel und ich dachte mir beim lesen: "Verdammt. Er hat es wieder getan." Er hat es abermals geschafft mich zu faszinieren und zu schockieren.Was soll ich sagen? Wenn es einen Autor gibt der mich nach 34 Jahren Hobby - Lesen immer noch so grausam abholen kann, dann ist es Stephen.
- Hannah Arendt
Vita activa oder Vom tätigen Leben
(19)Aktuelle Rezension von: WolframArendts Hauptanliegen ist es, die Entfremdung des modernen Menschen von seiner Fähigkeit zum politischen Handeln zu erörtern. Sie sieht eine Welt, in der Arbeit und Konsum die menschliche Existenz zunehmend vereinnahmen und in der das Denken und Handeln – zentrale Aspekte des menschlichen Wesens – vernachlässigt werden. Diese Entfremdung stellt sie besonders heraus, indem sie die Dynamiken der Moderne mit jenen der Antike vergleicht, wo das Handeln als höchste Form der „vita activa“ betrachtet wurde. In einer Gesellschaft, die das Handeln kaum noch als bedeutsam ansieht, sieht Arendt die Gefahr einer Vereinzelung des Individuums und eines Verlusts der gemeinschaftlichen, politischen Freiheit.
- Andreas Gruber
Todesurteil
(84)Aktuelle Rezension von: lesen_hoeren_rezensierenBand 2 der Reihe ist spannend, mit vielen überraschenden Wendungen und insgesamt großartig aufgebaut. Ich werde immer mehr und mehr Fan von Gruber und der Reihe.
Sneijder & Nemez treffen in Wiesbaden beim BKA aufeinander, wo Nemez überraschend zum Lehrgang zugelassen wurde, so richtig erklären kann sie sich das nicht. Dann stellt sie fest, dass sie im Kurs von Sneijder ist, der insgesamt nur aus 5 Teilnehmern besteht.Gruber erzählt die Story in zwei Strängen, Kapitelweise wird jede Handlung erzählt und gewechselt. Diesmal spielt der Thriller in Wien und Umgebung und Wiesbaden.
Wow, kann ich nur sagen, temporeich, verwirrend, überraschend, aber auch brutal und blutig. Wer da empfindlich ist, sollte das Buch besser nicht lesen. Die Story ist perfekt durchdacht, spannend bis zum Ende und wird belebt durch die beiden Protagonisten Sneijder & Nemez. Eckig, kantig, eigen und eigensinnig, mir würde bestimmt noch mehr einfallen.
Der Sprecher, Achim Buch, macht einen großartigen Job, mit dem niederländischen Akzent und stimmlicher Vielfalt, lässt er die Figuren und deren Charakter zum Leben erwecken.
Fazit:
Zehn Jahre alt und kein bisschen eingestaubt. Alles was ein Thriller braucht und mehr wird hier geboten. Ich in begeistert von der Reihe und kann sie Fans des Genres nur empfehlen!Triggerwarnung: Gewalt, Kannibalismus, Folter, Gewalt an Kindern und Tieren..
Todesurteil: Sneijder & Nemez 2 – Andreas Gruber
Der Hörverlag, 15:16 Stunden, gelesen von Achim Buch
Ungekürzte Lesung, ET: 16.2.2015 - Christian Grawe
Jane Austens Romane: Ein literarischer Führer (Reclam Taschenbuch)
(2)Aktuelle Rezension von: BelladonnaMeine Meinung
"Zweihundert Jahre nach ihrem Tod ist sie eine internationale »Kultfigur« und wird auf erstaunliche Weise verehrt und…vermarktet: Jane-Austen-Handtücher, -Trinkbecher, -Einkaufstaschen, -Puppen sind nur einige der Devontionalien, die zum Kauf angeboten werden." (Seite 17)
Zuerst betrachtet Christian Grawe in seinem Sachbuch „Jane Austens Romane. Ein literarischer Führer“ das Œuvre der Autorin, welches Jugendwerke, die Romane und ihre unvollendeten Romanfragmente, einschließt. Nach einer kurzen Einführung lernt man Austens Epoche und ihre Welt im beschaulichen Süden Englands mit Hilfe von „kurz & knackig“ gehaltenen Artikeln kennen.
"Das Buch folgt keiner bestimmten interpretatorischen Richtung oder Schule. Es ist elektisch und nimmt auf, was immer die Lektüre von Austens Romanen bereichern könnte und zum Verständnis ihrer Kunst beiträgt." (Seite 19)
In den informativen Abschnitten geht es z. B. um die Dienerschaft, Alte Jungfern, Ehen, Erziehung, Umgangsformen, Tagesrythmus, Schauerromane, und vieles mehr das für den Austen-Leser von Interesse ist. Zuerst hatte ich meine Bedenken bei dieser Darstellungsform, doch je mehr ich gelesen habe, desto größer wurde meine Begeisterung. Christian Grawe hat es mit diesem Buch geschafft, die wichtigsten Fakten zusammen zu tragen und sie in einer angenehmen Kompaktheit zu präsentieren. Außerdem eignet es sich super als Nachschlagewerk, dass man beim Lesen eines Austen Romans zu Rate ziehen kann.
Die umfrangreichen Informationen bereiten vor allem Austen-Neuleser hervorragend auf die Lektüre von Austens Romanen vor, so dass Pointen und parodiestische Anspielungen sofort ins Auge fallen.
"Gerade in der Darstellung des Alltäglichen erreichte sie eine schwer zu überbietende Vollkommenheit, die schon ihr berühmtester früher Kritiker, Sir Walter Scott, erkannte: »Diese junge Dame hatte eine Begabung, die Probleme und Gefühle alltäglicher Charaktere zu schildern, wie ich es so ausgeprägt noch nie erlebt habe.«" (Seite 214)
Fazit
Die perfekte Vorbereitung und Ergänzung zu Austens Klassikern!
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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 01.08.2017 - Andreas Urs Sommer
Nietzsche und die Folgen
(2)Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-PapeDifferenzierte und vielseitige Darstellung
„Nitzsches Welt“. „Nitzsches Nachwelt“. „Nitzsches Zukunft“.
Das sind die drei Hauptteile der sehr flüssig zu lesenden, fundierten und überaus differenzierten Darstellung, mittels derer sich Andreas Urs Sommer diesem streitbaren, wuchtigen Philosophen mit der, letztendlich, dramatischen Lebensgeschichte und der breiten Wirkung seiner Gedanken und Erkenntnisse zuwendet.
Und ohne Einleitung oder andere, hinführende Worte wendet sich Sommer umgehend der Person zu und verweist ebenso umgehend zu Beginn auf die fast erstarrten Bilder, die von Nietzsche „geistern“ und, nicht selten, den konkreten Blick auf die konkrete Person und deren Werk versperren.
„Der, hinter dessen Schnauzbart das halbe Gesicht verschwindet? Es scheint jedenfalls, als sein in der Wahrnehmung seiner Nachwelt dieser Schnauzbart immer weiter gewachsen, so dass am Ende der Schnauzbart alleine übrig blieb: das markante Schnauzbartgesicht reduziert auf markante, markige Worte, wie das vom Weibe und der Peitsche oder das vom Willen zur Macht und das vom Übermenschen“.
Dieser Einseitigkeit der Betrachtung mitsamt der damit einhergehenden Reduzierung von Person und Werk auf Schlagworte setzt Sommer eine differenzierte und sorgfältige Spurensuche entgegen, innerhalb derer Begriffe wieder geschäft, Die Prägungen der Person erkennbar und Mann und Werk sichtbar werden.
„Er scheint ein Denker zu sein, der dazu einlädt, dass man ihn vereinseitigt“.
Wohl auch mit Absicht, denn Sommer legt ebenfalls im Werk dar, dass und wie Nitzsche selbst ein „Meister des sich Entziehens“ war. Einer, der schon in der von ihm gewählten Sprache immer neu ansetzte, sich bekannten Formen entzog. Und das als System, denn wie ein pädagogisches Ziel war Nitzsche auch davon motiviert, „frische Luft“ in die Denkapparate seiner Leser durch besonders gewählte Formen des Ausdrucks hinein zu „pusten“.
Auch so ist sein „neuer Anfang in „historischen Philosophiren““ zu lesen und zu verstehen. Mitsamt dem Kernanliegen Nitzsches, dem „Experiment zur Umwertung“. Das Sommer verständlich darstellt und in dessen Kontext die „Ermordung Gottes“ und „Zarathustra“ gut zu verstehen sind.
Und bei all dem vergisst Sommer nie den Blick auf das „menschlich-allzu menschliche“, auf eine gewisse „Leichtigkeit des Seins“ bei Nitzsche, dass er interessant gegenspiegelt in der „Nachwelt“ mit ihrem vielleicht „zu ernsten“ politischen, künstlerischem, philosophischen „Nachbetrachten“ mitsamt des „Wort- und Ernstzerfalls“, der ebenso zur Rezeption des Werkes dann gehört. Ironie und Heiterkeit, das legt Sommer überzeugend vor Augen, gehörten ebenso zur Person wie Wucht und Lust an der (zumindest gedanklichen) Zerstörung althergebrachter Überzeugungen und Traditionen.
Durchaus in Nitzsches Sinne, wenn dieser schon 1848 betonte, ihm mache „der Gedanke Schrecken, was für Unberechtigte und gänzlich Ungeeignete sich einmal auf meine Autorität berufen werden“.
Eine Gruppe, zu der Andreas Urs Sommer nicht gehört, das ist am Ende der Lektüre klar und deutlich.
Ein Werk, dass seine selbst auferlegte Aufgabe erfüllt. Im Blick auf Nitzsche ein intuitives „Reit-Reaktions-Schema“ zu vermeiden, einen Schritt je zurückzutreten und sich damit blinder „Hauptlehren-Reaktionsmuster“ zu entziehen. - Maya Banks
Slow Burn - Gefährliche Lust
(12)Aktuelle Rezension von: Blubb0butterflyEckdaten
Band 3
LXY Verlag
Roman
9,99 €
ISBN: 978-3-7363-0079-8
412 Seiten + 3 Seiten Buchvorstellungen der Autorin
Cover
Das Cover ist braungelborange und passt sich somit seinen Vorgängern an.
Inhalt (Klappentext)
Seit zwölf Jahren ist Zack Covington auf der Suche nach seiner Jugendliebe Gracie. Einst waren die beiden unzertrennlich, bis eine verhängnisvolle Nacht alles veränderte und Gracie spurlos verschwand. All seine Bemühungen, sie aufzuspüren, liefen ins Leere. Als Zack bei einem Auftrag für die Sicherheitsfirma Devereaux ein Gemälde entdeckt, das einen Ort zeigt, der für ihn und Gracie damals eine tiefe Bedeutung besaß, ist er sich sicher: Gracie ist am Leben und will ihm etwas mitteilen. Doch als er ihr endlich gegenübersteht, erlebt er einen Schock. Das lebensfrohe, junge Mädchen, das er kannte, ist verschwunden, und vor ihm steht eine verängstigte junge Frau, die glaubt, er habe sie vor all diesen Jahren verraten und sei verantwortlich für das Martyrium, das sie durchleben musste. Zack ist entschlossen, ihr Vertrauen und ihre Liebe zurückzugewinnen, doch Gracies seelische Wunden sitzen tief. Und als Zacks Feinde von ihrer Existenz erfahren, wird sie zur Zielscheibe für ihre Rache…
Autorin (Klappentext)
Maya Banks lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Texas. Wenn sie nicht schreibt, unternimmt sie gern Reisen mit ihrer Familie.
Meinung
Dieser Band war etwas enttäuschend, da das Übersinnliche nicht wirklich im Vordergrund stand. Für mich war das eher eine dramatische Liebesgeschichte und nicht wirklich Erotik oder Romance Fantasy. Echt schade.
Zack wurde schon im zweiten Band eingeführt und da hat mich seine Lebensgeschichte wirklich sehr interessiert, aber sie jetzt so zu lesen, war irgendwie doch nicht so befriedigend, wie ich gedacht habe. Klar, seine Geschichte geht einem schon nahe, aber irgendwie fand ich den Band hier auch unnötig. Aber ich finde es trotzdem toll, dass den beiden ein glückliches Ende gegönnt wurde. - Georg-Michael Schulz
Literatur Kompakt: Christa Wolf
(4)Aktuelle Rezension von: PostboteChrista Wolf war für mich eine unbekannte Schriftstellerin, sie lebte und wirkte in der DDR. Vom Tectum Verlag gibt es eine Reihe: Literatur Kompakt, zu verschiedenen Autoren. Ich wurde Neugierig auf diese Autorin, die trotz DDR, auf Leserreisen gehen konnte. Gelesen habe ich von der Autorin bisher noch nichts. Das werde ich in geraumer Zeit nachholen.
Christa Wolf, eine Autorin aus der DDR, die viele ihrer Lebensstationen zu Romanen verarbeitet hat. Sie lebte sehr Charakterstark zu dem Regime, der DDR. Erst später, als sie ein Ende des Systems sah wurde ihre Meinung kritischer. Das Widerum zu absoluter Zensur führte.
Trotz der Kontrolle, verlor sie nicht ihre Schreibkraft. Sie selbst sagte einmal, in ihrem tiefsten Tief hat ihr die Schreiberei aus der Misere geholfen.
Ihre Erfolge im Schriftstellerleben konnte sie auf Leserreisen präsentieren, selbst im Ausland.
Eine besondere Station in ihrem Leben, gab es, als sie einige Zeit gar in der USA lebte und dort schriftstellerisch tätig war. Aus dieser Zeit stammt der Roman "Stadt der Engel", der mich persöhnlich interessiert. Zu der Zeit, zwei Grundverschiedene Mentalitäten, die da auf einander prallten.
Der Literaturführer informiert in kleinen übersichtlichen Kapiteln über den Schriftstellerischen Werdegang der Autorin. Eine Zeittafel von Geburt bis Tot, gibt am Anfang Auskunft, die Neugierig auf mehr machen.
Beschrieben sind ihre Buchtitel und warum sie entstanden sind. Oft sind es selbst erlebte Ereignisse oder von engen Freunden, dessen Leben sie auch zu Romanen verarbeitete.
In ihrer politische Einstellung war sie immer wieder zerissen.Faschismuss, Neonazismus und DDR prägten sie. In der Frauenbewegeung spielte sie gerne eine Rolle mit. Ihr Mann hat sie in viellerlei Dingen stark unterstützt.
Vom Regime wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das sich der Bitterfelder Weg, bezeichnet. Auch hier hat Wolf mitgestaltet.
Trotz des Erziehenden Schreibstils, waren ihre Bücher in der BRD genauso beliebt wie in der DDR.
Zudem hatte Christa eine Selbsterforschende Ader an sich, das mir symphatisch war. Daraus entstanden auch die "Kindheitsmuster".
Das war nur ein kleiner Ausschnitt zum Inhalt des Buches. Viel mehr kann man hier erfahren. Das einen bestimmt animiert, Bücher von C.Wolf zu lesen. Während des Lesens, sind sehr großzügig, in Klammern, Quellenangaben dabei. Sicher für Studierende und Schüler sehr hilfreich.
Die Literaturangaben sind sehr umfangreich angegeben. Mir persöhnlich hätte mehr Autobiographie gefallen. Die Klammern mit den Quellenangaben, haben etwas meinen Lesefluss beinträchtigt, allerdings ist das widerum Geschmackssache.
Ein Literatur Kompakt gelungener Band zu der Autorin Christa Wolf, die mein Interesse an ihr geweckt haben.
Ein kleines Geheimnis zu Christa Wolf kann man 2021 dazu erfahren.
4 Punkte
- Sybille Ebert-Schifferer
Caravaggio
(4)Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-PapeOpulente „Bild-Biographie“ Entspannt und elegant, so kann es nennen, legt Sybille Ebert-Schifferer, Direktorin der Bibliotheca Hertziana in Rom, eine sachgerechte, persönliche und reich bebilderte Biographie und Darstellung des Werkes des Michelangelo Merisi aus Caravaggio in diesem großformatigem Bildband vor. Eine reichhaltige und bestens abgelichtete „Ausstellung“ der aussagekräftigen und intensiven Bilder Caravaggios bilden hierbei in gleicher Weiser einen Sinnesgenuss, wie es die vielfachen und stets fundierten Textbeiträge vermögen. Durchaus kommt man als Leser der Rezeption und Bewertung Caravaggios „vom malenden Engel zum Verderber der Malerei“ auf die Spur. Eine Rezeption, die Ebert-Schifferer ebenso sachkundig und unaufgeregt reflektiert, wie sie den Lebens- Und Schaffensweg Caravaggios umfassend zu Gehör bringt. Ein Maler, der von Beginn seiner öffentlichen Wirksamkeit her „für Aufregung“, zunächst in Rom, gesorgt hat. Wie auch im weiteren Verlauf der Rezeptionen und Interpretationen über die Jahrhunderte hinweg die „Interpretationsoffenheit“ seines Werkes immer wieder breite Gelegenheiten ergeben hat, sich aus neuen, anderen, individuellen Standorten her dem Werk zu nähern. Christologe oder Bohemien? Rebell mit sozialem Widerstand oder Protege der Reformtheologie? In dieser Meinungsvielfalt stellt sich die Autorin umgehend selbst als „Restriktionistin“ dar und vollzieht dies im vorliegenden Werk einerseits durch die Beschränkung auf jene Werke, die als weitgehend gesichert „eigenhändig“ gelte und geht zum anderen in die Richtung, alle Behauptungen über Werke und Biographie nicht aus „Zirkelschlüssen“ her herzuleiten, sondern jeweils kritisch an der Quellenlage zu prüfen. Zwei Ansinnen, denen die Autorin im Werk spürbar nachkommt und somit eine, soweit das im Blick auf Caravaggio möglich ist, durchaus objektive Grundlage für den Leser in Betrachtung des Werkes und der Biographie des Malers schafft. In all diesen Möglichkeiten, sich dem Werk zu nähern, den vielfältigen Interpretationsansätzen, wundert es nicht, dass Caravaggios Bilder zunächst vielfach Reaktion in den damaligen intellektuellen Kreisen fand, bevor er vom „Volk“ ebenfalls breit wahrgenommen wurde. Wobei umgehend (bereits 1642 in der Biographie durch Baglione) gleichsam auch die Kennzeichnung als „Nichtskönner“ vorgetragen wurde, mitsamt einer Steigerung des (schon älteren) Versuches, die Bewunderer Caravaggios sozial zu deklassieren. Von Beginn an also spalteten sich die Betrachter des Werkes in Bewunderer und Feinde. Eine Spannung, die Ebert-Schifferer, dankenswerterweise sehr flüssig und eingängig im Stil, von Beginn an darlegt und damit den „roten Faden“ für die Darstellung der vielfach divergierenden Bewertungen in den Raum des Buches legt. Wichtig vor allem im Blick darauf, dass kaum einer (gerade der frühen) Autoren „interessenlos“ sich Maler und Werk genähert hat, sondern vielfache Schriften und Aussagen aus je subjektiven Interessen geleitet waren. In den Lebensstationen Lombardei (Kindheit, Jugend und Ausbildung), Rom ( Aufgehender Stern und Rivalitäten, Gönner und Kritiker) und Exil (Neapel, Malta, Sizilien) einerseits äußerlich und im abschließenden Kapitel „Kunstqualitäten“ (Innovation, Selbststilisierung, heilig und profan, die Herstellung der Bilder, Affekte und Sinnlichkeit) von der „Innenseite“ des Malers her betrachtet zeigt Ebert-Schifferer die Verbindung von Mann, Leben und Werk auf, legt Entwicklungslinien in Biographie und malerischem Ausdruck vor und bleibt jederzeit differenziert in ihrer Darstellung auch der verschiedenen historischen und divergierenden Stränge der Rezeption Caravaggios. Alles in allem ein umfassendes, bestens zu lesendes und zu schauendes „Kunst-Werk“ der Darstellung Caravaggios. - Arno Geiger
Das glückliche Geheimnis
(3)Aktuelle Rezension von: WortklauberEin Sachbuch ist ein Sachbuch, eine Autobiografie ist eine Autobiografie, ein Roman ist ein Roman: Das gilt, wenn es überhaupt je allgemeingültig war, schon lange nicht mehr. Sachbücher werden mitunter so mitreißend erzählt, dass man sich teils in einem Roman wähnen kann. Manchmal (nicht hier) steht „Roman“ auf einem Cover, und man fragt sich, warum. Autobiografien sind ohnehin nie 1 : 1 Abbild von dem, was tatsächlich war, sondern gefärbt durch den Blick des Verfassers. Sie werden erzählerischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen, es wird gestrafft, gerafft, umgestellt, maskiert, geschönt, weggelassen, übertrieben. In Romanen hat der Protagonist mitunter den Namen des Verfassers. Es ist daher nicht immer ganz einfach einzuordnen, womit ein Leser es eigentlich zu tun bekommt.
Arno Geigers - in Ermangelung eines anderen Wortes - Buch „Das glückliche Geheimnis“ fällt wahrscheinlich in diese Kategorie des schwer Bestimmbaren. Es erzählt von Geigers Leben und seinem Werk, seinen Beziehungen zu Frauen und zu den Eltern, dem Altern und dem Sterben, seinen Romanen (!), dem Literaturbetrieb; wie es ist, von einem Niemand durch den ihm zuerkannten Deutschen Buchpreis zu plötzlicher Bekanntheit zu gelangen - und von seinen „Fangzügen“ zu Altpapiertonnen, immer auf der Suche nach (für ihn) Werthaltigem. Bücher, die er auf Flohmärkten verkaufte, meist Massentaugliches, aber ab und an waren auch Kostbarkeiten dabei, die sich als Antiquitäten erwiesen, gerade noch vor dem Zugriff durch die Müllabfuhr bewahrt. Und er findet persönliche Dokumente: Briefe und Tagebücher. Die Altpapiertonne ist „Filiale des Friedhofs“, enthält von jenen Weggeworfenes, die die Wohnung, das Haus leer räumen, nachdem jemand gestorben ist. Wer sich im Leben von alten Liebesbriefen trennt, hat zumindest die Beziehung zu Grabe getragen. Geiger begann damit als Unbekannter und führte es - in einer Art Doppelleben: Literat und Müllsammler - fort. Einmal fand er einen Roman von sich, ein schiefgelesenes Taschenbuch. (Immerhin schiefgelesen! Ungelesen weggeworfen wäre wahrscheinlich schlimmer gewesen, vermute ich.)
Einer, der schlecht Dinge wegwerfen kann, ist Geiger dafür nicht: Im Gegenteil, hebt er hervor, wie wichtig es ist, sich auch von Dingen zu trennen.
Geiger schreibt über Dinge, über die die Zeit hinweggeht, und er schreibt über Alter und Krankheit - weil es nicht nur Dinge sind, über die die Zeit hinweggeht. Er schreibt übers Schlittenfahren, während der Vater dement im Pflegeheim und die Mutter nach einem Schlaganfall im Krankenhaus in ihren Rollstühlen sitzen. Über Vergänglichkeit von anderen und der eigenen. Wenn er einen Bogen von den Buchstaben zieht, die seine Mutter mit Kreide auf die Tafel schrieb, um ihn das Lesen zu lehren, hin zu ihm, dem Sohn, der die Wörter, die seine altgewordene Mutter unvollständig schreibt, vervollständigt, dann sind das zwei alltägliche Dinge, aber in der Verbindung von beidem wird es zu in Form und Sprache gegossener Literatur.
Geiger schreibt auch und gerade über das Leben als Schriftsteller. Seines und das anderer. Über Philip Roth. Über die Notwendigkeit, etwas sagen zu wollen. Darüber, was passiert, wenn Handwerk überhandnimmt. Über Schreibtische, die (meine unzureichende Wendung) zur Falle werden können. Über das Umgehen von Trampelpfaden. Über das Gift der Manier. Die Vergänglichkeit von Gedrucktem.
Ich habe einige negative Stimmen zu dem Buch gelesen, wahrscheinlich mehr negative als positive: langweilig sei es, selbstverliebt - und dann diese Weibergeschichten! Tatsächlich hätte man da auch für mich etwas kürzen können, bloß: Mag da manchen Leserinnen nicht auch eigenes Unbehagen mit hineinspielen? Wenn es für Geiger ins Buch gehört, dann gehört es hinein. Geiger betont, dass das Leben vorm Werk komme. Und: dass seine Romane aus seinem Leben entstanden sind, auch die fiktiven. Dass seine Berührung mit Lebenszeugnissen von Nicht-Schriftstellern sein Schreiben auch beeinflusst habe, dass er es mitunter sogar dem perfekt Konstruierten der Literatur vorziehe. Was einem ungeschliffenen, weil nicht für die Öffentlichkeit vorgesehenen Brief oder Tagebuch fehle, mache das mitunter mit Authentizität wett.
Ich habe „Das glückliche Geheimnis“ gerne gelesen, verstehe aber, wenn es bei manchen, gerade auch denen, die der schriftstellerische Aspekt nichts gibt, weil sie lieber das Resultat lesen, nicht über den Weg dahin, wie eine Art Nabelschau ankommt.
Über das Schreiben geschrieben, jenseits von Regeln, die für Leute bestimmt sind, die selbst gern schreiben wollen, aber nicht wissen wie, haben viele: Ortheil, Herrndorf … Ortheil als Vielschreiber, als Verfechter des Alltäglichen. Und ja, wenn einem das zu viel ist, kann es einem vorkommen, wie etwas, wie einer, das/der sich selbst zu wichtig nimmt. Ich sehe das nicht so. Und auch die Uneindeutigkeit treibt mich nicht um.
Man muss nicht mit allem, was Geiger schreibt, übereinstimmen - oder überhaupt. Man kann dem - natürlich - auch widersprechen. Das muss den Wert, den man aus einer Lektüre zieht, nicht schmälern.
Es hilft vielleicht, sich zu fragen, ob man auch mal gerne ein Tagebuch oder ein Konvolut Briefe aus einem Altpapiercontainer ziehen würde. (Ich absolut.) Wenn nein, dann wird man mit „Das glückliche Geheimnis“ höchstwahrscheinlich auch nicht warm.
Vielleicht ist das Buch ja das: Lebensnahes, literarisch bearbeitet, und demzufolge ein Zwischending, nicht nur, was die Buchgattung betrifft, sondern auch als Verschmelzung von Alltäglichem, das immer auch ein bisschen banal ist, und Literatur, die (im besten Fall) nicht nur Kunst ist, sondern der auch immer etwas Künstliches anhaftet. Das ist weit mehr als bloß über das Sammeln von Alltagszeugnissen zu schreiben.
- Rebecca Ehrenwirth
By a Lady
(14)Aktuelle Rezension von: LuiseLotteRechtzeitig zu ihrem Todestag liegt mit "By a Lady" eine neue Biographie über die früh verstorbene, aber unsterbliche Jane Austen vor, deren sechs Romane in den letzten dreißig Jahren eine ungeahnte Renaissance erlebt haben. Und genau letzterem tragen die beiden Autorinnen in besonderem Maße Rechnung - wodurch vorliegende Biographie hervorsticht aus all den Werken, die sich mit Leben und Werk der englischen Schriftstellerin mit der unbestechlichen Beobachtungsgabe und dem scharfen, kritischen Witz beschäftigen, die längst ihren festen Platz unter den Großen ihres Landes hat und vielfach gleichgesetzt wird mit dem Größten der Großen, dem Barden - William Shakespeare.Auf auch dem Nicht-Fachmann und demjenigen, der mit "England's Jane" wenig vertraut ist leicht verständliche Art und Weise bietet "By a Lady" einen informativen Einstieg in die Welt der Jane Austen, die das England des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts ist. Sie wurde in eine Welt hineingeboren, die Frauen in der Regel nur wenig Freiheiten gewährte und fast kaum die Möglichkeit zur freien Entfaltung ihrer Talente, sofern diese im Widerspruch standen zu den frauenspezifischen Aufgaben jener Zeit. Umso bemerkenswerter ist in der Tat Janes Entwicklung, wie die beiden Autorinnen immer wieder durchscheinen lassen.Nicht viel weiß man freilich über die Pfarrerstochter aus Steventon, nicht weit von London! Außer ihren großartigen sechs Romanen, wenigen Jugendromanen und Romanfragmenten hat sie der Nachwelt kaum etwas hinterlassen. Gewiss, da gibt es eine Reihe von Briefen, die sie an ihre Schwester Cassandra, ihre engste Vertraute, schrieb! Doch deren Antworten darauf, die ein Gesamtbild ergeben könnten, existieren nicht mehr. Über die Gründe kann man nur Vermutungen anstellen...Die Quellen jedoch, die uns zugänglich geblieben sind, haben Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke gründlich studiert und analysiert und daraus eine wunderbare und anschauliche Biographie in kurzen, bebilderten Kapiteln zu den Lebensstationen der berühmten, frühvollendeten Schriftstellerin verfasst, deren Grab man in der Winchester Cathedral besuchen kann, und zu dem ihre zahllosen Anhänger in Scharen pilgern.Immer wieder ist die Biographie mit Zitaten aus Miss Austens Romanen unterlegt, aus denen die Autorinnen Parallelen zu ihrem Leben und ihrer Lebenseinstellung ableiten und daraus ihre Schlussfolgerungen ziehen. Auch lassen sie berühmte Zeitgenossen Jane Austens zu Wort kommen, deren Urteil über die Kollegin durchaus kritisch ausfällt. Doch vieles kann eben doch nur Spekulation bleiben, viele Fragen sind und bleiben offen. Vielleicht aber macht genau das auch einen Teil der Faszination aus, die Jane Austen mit ihren "altmodischen" Romanen aus einer längst vergangenen Epoche auf den heutigen Leser ausübt...Lebendiger Beweis der ungebrochenen, ja sogar wachsenden Anziehungskraft ihrer Werke sind ihre unzähligen Adaptionen in Film- und Buchform, sind die Weiterführungen von "Stolz und Vorurteil" & Co von mehr oder weniger bekannten oder gar begabten Autoren, sind die Parodien und Nacherzählungen und die allenthalben stattfindenden Austen-Festivals, Fanseiten im Internet und vieles mehr.Diesem Phänomen haben die beiden Autorinnen denn auch ein eigenes, sehr informatives und viele Leser verblüffendes Kapitel gewidmet.So ist ein umfassendes Bild einer ungewöhnlichen Schriftstellerin und Frau entstanden, die, ganz Kind ihrer Zeit und doch ihrer Zeit weit voraus, in ihrem nur 42 Jahre währenden Leben ihren eigenen Weg gefunden hat, um sich gegen die männliche Vorherrschaft zu behaupten und sechs der großen Romane der Weltliteratur zu verfassen, mit denen sie sich für immer in die Herzen ihrer zahllosen Bewunderer geschrieben hat. - Claire Dederer
Genie oder Monster
(2)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisClaire Dederer, die US-amerikanische Kulturkritikerin, setzt sich in diesem Buch mit ihrem sehr persönlichen Dilemma auseinander: Sollen Werke (Filme, Bücher, Theaterstücke, Songs oder Bilder) von Künstlern, die des Missbrauchs verdächtigt bzw. überführt sind, abgelehnt werden? Oder darf man sie als „künstlerische Freiheit“ unter Alkohol oder Drogeneinfluss akzeptieren? Muss man Werk und Schöpfer trennen? Wenn ja, wie soll das gelingen?
Obwohl die Autorin zahlreiche Beispiele bringt, kreisen ihre Gedanken immer wieder um Roman Polanski und Woody Allen.
Das Thema ist äußerst komplex und das Buch kann keine allgemeingültigen Regeln vermitteln. Die Autorin versucht in ihrem Essay vorrangig Antworten auf ihre eigenen Fragen zu finden. Dazu analysiert sie Künstler sowie Werk und das manchmal, trotz des Ernstes und der Schwere des Themas, in einer erstaunlich unterhaltsamen Weise.
Um es gleich vorwegzunehmen: Lösung biete Claire Dederer keine an, weder für sich selbst noch für ihre Leser. Manchmal habe ich das Gefühl, sie bedauert sich selbst, dass sie Polanskis oder Allens Filme nun mit einem schlechten Gewissen ansieht.
Fazit:
Diesem Buch, das sich einem letztlich unlösbaren Problem widmet, gebe ich 4 Sterne.
- Martha Sophie Marcus
Die Blüte der Novemberrosen
(9)Aktuelle Rezension von: lesesagaᴮᵘᶜʰ ² Es ist mir eine Freude über dieses Buch zu berichten! Die Geschichte ist mitreißend und hat mich nicht mehr losgelassen, es hat mich in seine Bahn gezogen. Sophie vertraute sich ihrer Großmutter, die ihr ins Gewissen geredet hatte, wegen der Ehe mit Ernst. Er hatte ihr, dem Kindermädchen und ihrem Sohn verboten in den Balkon mitzufliegen. Sophie vertraut sich ihr an, dass sie Geld verdienen will und ihren Mann Ernst nicht alles bitten zu müssen. Sie möchte für sich selber sorgen können und es machte ihre Großmutter nachdenklich und sie hatte eine blendende Idee, was Sophie sehr gefreut hatte. Dann hatte ihre Großmutter Karl kennengelernt, er hatte sich erkundigt wie es Sophie geht. Wegen der Großzügigkeit ihrer Großmutter, durfte er mit Sophie mit dem Balkon fliegen. In der Zeit haben sich die beiden unterhaken, er war für sie da. Sophie und Karl führen eine Affäre, die mit schweren Folgen auffliegt. Ihr Ehemann hat es rausgefunden, dass sie fremd gegangen ist. Er macht ihr das Leben schwer. was ihr zu schaffen machte, es hat schwere Folgen für Sophie. Ich habe sie und Karl ins Herz geschlossen, bin so froh gewesen, dass die beiden zueinander gefunden haben. Was mich so was von umgehauen hat, das Sophie mutig war, sie hat selber gearbeitet. Das besondere so hat sie selber Geld verdient und war nicht abhängig. 😽 Das Buch ist sehr gut recherchiert und die Charaktere sind sehr gut ausgebaut. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht zu verstehen. 😽 Das Cover ist ein Traum, was ich so sehr Liebe und es passt perfekt zur Story. 🥰 Die Geschichte hat mir sehr gefallen, empfehle das Buch weiter, ihr werdet die Reihe lieben. 🥰
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