Bücher mit dem Tag "werkausgabe"

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14 Bücher

  1. Cover des Buches Sämtliche Werke und Briefe (ISBN: 9783446170674)
  2. Cover des Buches Schillers Werke - Band I, II, III, IV, V, VI - Illustrierte Ausgabe - komplett ((erster, zweiter, dritter, vierter, fünfter, sechster, 1, 2, 3, 4, 5, 6, eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs)) (ISBN: B0027I3KZU)
    Friedrich Schiller

    Schillers Werke - Band I, II, III, IV, V, VI - Illustrierte Ausgabe - komplett ((erster, zweiter, dritter, vierter, fünfter, sechster, 1, 2, 3, 4, 5, 6, eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs))

     (1)
    Aktuelle Rezension von: El_Mariachi
    Eine alte illustrierte Ausgabe der Werke Friedrich Schillers in 6 Bänden. In Grün, nicht wie auf dem Bild in Rot.
  3. Cover des Buches Der Untergeher (ISBN: 9783518784600)
    Thomas Bernhard

    Der Untergeher

     (139)
    Aktuelle Rezension von: Leah_Hasjak
    Ein im desillusionierten Stil der deutschsprachigen Nachkriegsgeneration geschriebener Roman. Er liest sich, als wäre der Autor und die Protagonisten bereits entzaubert auf die Welt gekommen und hätten sogleich feststellten, dass es nichts mehr gäbe, über was man staunen könnte.

    Der Stil gewöhnungsbedürftig, mit vielen Wiederholung und Gedankenkarussellen, die sich ständig um das gleiche drehen. Der namenlose Erzähler ist, wie seine Freunde, verstümmelt und von den eigenen Erwartungen geplagt, unfähig mit dem Scheitern umzugehen, unfähig Glück im Dasein zu empfinden. 

    Ihr Leben erfahren sie, wie ihre Umgebung, als eine beständige Zumutung.
    Das Versagen des einen Freundes (Wertheimer) ist, wie der Triumph des anderen Freundes (Glenn), der Auslöser einer Sinnkrise für den Protagonisten. Während Glenn zur puren Kunst wurde und am Höhepunkt seines Dasein eines natürlichen Todes starb, richtete sich Wertheimer zu Grunde. Er wurde zu dem, was man von ihm sagte, zu einem Untergeher und krönte sein trauriges Dasein mit seinem Freitod. 

    Der eine löst sich in der Kunst auf, der andere im tragischen Sein. Er selbst, der Erzähler, bleibt seiner eigenen Zumutung treu, führt ein Zwischenleben, weder erfolgreich, noch gescheitert, wird weder unsterbliche Kunst, noch löst er sich in der Lebensquall auf. 

    Besprochen werden zwei extreme Tendenzen der Auflösung. Entweder man gibt sich der Natur hin, bis zur völligen Auslöschung seiner selbst, bis zum Tod, denn alles Lebendige strebt danach zu vergehen, oder man löst sich in Kunst auf, wird zum Klavier, künstlich, Hauptsache kein Mensch mehr, sondern gänzlich entmenschlicht. Beide Richtungen ertragen das Dasein des Menschen, als vernünftiges, sterbliches Wesen nicht.  Ein Zwischenzustand, die Vermittlung zwischen Natur und Kunst(lichkeit), zwischen Sterben und Unsterblichkeit, zwischen Sein und Nichtsein dessen, ist ihnen zu unbefriedigend. 

    Das Menschsein ist den drei Männern verhasst, weil es so gänzlich fehlerhaft und unvollständig, enttäuschend und leidvoll  ist. Denn einfach nur Menschsein, bedeutet weder Natur, noch Kunst sein. Es bedeutet, dass man nur von allem erahnt und nichts wahrhaftig zu begreift.

    Die wahre Tragik liegt darin, dass selbst grandioses Scheitern gelernt sein muss und dass die, die die zwischen triumphreichen Genies und den tragischen Versagern leben, die Figuren sind, die womöglich das Leben am wenigsten ausgekostet haben. Denn sie leben weder glorreich, noch tragisch. 

    Sie existieren nur.
  4. Cover des Buches Gestern war Heute (ISBN: 9783123537004)
    Ingeborg Drewitz

    Gestern war Heute

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Jazzman
    Würde ich niemals weiter empfehlen.
  5. Cover des Buches Sieben fielen vom Himmel (ISBN: 9783945713310)
    Alexander Kröger

    Sieben fielen vom Himmel

     (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer

    „Gegen zwanzig Uhr fünfzig Ortszeit Richtung Ost, nicht ganz gewöhnlicher Meteorfall.“ (S.278)

    Zum Inhalt:

    Sie sind zu siebt, die Reisenden deren Mutterschiff, die Galax 2, verschollen ist. Anfangs karge Aussicht auf Rettung bietet ein „bläulich leuchtender Planet“ (S.14), der dritte, der um ein Zentralgestirn kreist. So gut es geht bereiten sie sich auf die Notlandung vor, die ihnen auch erstaunlich unbeschadet gelingt, mit der einen Ausnahme, dass ein Mitglied ihrer Gruppe in der Atmosphäre abtreibt.
    Fasziniert von dem Überfluss an Wasser und Leben, den sie feststellen – zumal sie in einem Dschungelgebiet niedergehen – versuchen sich die Kosmonauten zu orientieren, ihren Kameraden zu finden und einen Erstkontakt mit der einheimischen intelligenzbegabten Spezies vorerst zu vermeiden, um Mißverständnissen entgegenzusteueren.
    Diese Spezies ist jedoch ihrerseits nicht untätig. Der „nicht ganz gewöhnliche Meteorfall.“ (S.278) erregt ursprünglich wenig, jedoch in Folge immer mehr Aufsehen. Die Situation eskaliert, als ruchbar wird, dass unlautere Kräfte sich der Besucher und somit auch deren Wissens bemächtigt haben könnten, um v.a. wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen.
    Um eben diesem ersten falschen Eindruck auf die Kosmonauten entgegenzuwirken, ihnen einen würdigen Empfang zu bereiten, sowie eine solide Basis des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung zwischen entwickelten Spezies aufzubauen, setzt sich eine Schar integrer Persönlichkeiten ein, deren Ziel das Gelingen einer wertschätzenden Verständigung ist, ebenso wie der Hilfestellung für die Gestrandeten, ihre Heimatwelt wieder zu sehen.

    Fazit:

    Alexander Kröger entwirft in diesem Text eine Vision ganz entgegengesetzt zu den oft bemühten Invasionsszenarien aus z.B. dem Filmgenre á la „Independence-Day“„Falling Skies“ oder „World Invasion: Battle Los Angeles“. Die Aliens sind dem krögerschen Idealbild des Menschen entsprechend primär wohlüberlegte, ausgewogen Handelnde Forscher, deren oberste Prämisse das Wohlergehen der Gruppe ist. Dies wird keineswegs als Schwarmkollektiv auf Kosten des Einzelnen erreicht, sondern vielmehr durch einen Einbringen der Stärken des Einzelnen, über deren Wichtigkeit sich jeder bewusst ist. Demgegenüber steht nun aber auch wieder nicht eine durch und durch perfide menschliche Gesellschaft, die in ihrer Gier nur nach Ausbeutung trachtet. Es gibt auch hier einen differenzierteren Ansatz des sowohl als auch. Genau dieses changieren zwischen den Polen zeichnet den Roman aus, wobei die Sympathie des Autors für eine wissenschaftlich-technische, humanistisch fundierte Weltsicht mehr als nur am Rande ersichtlich ist. Wer Alexander Kröger und seinen schriftstellerischen Werdegang  etwas kennt, den wird dies keinesfalls überraschen und schon gar nicht stören.
    Etwas irritierend wirken inhaltlich nur die teils etwas inkohärente Verwendungen der Zeiteinheiten („Viertelstunde“ S.36 – Chalo, „Noch zehn Sekunden…“ (S.37) – Chalo, „…dass, sie erst 15 Zeiteinheiten unterwegs waren“ ), die gut angedacht, aber zu wenig konsequent durchgezogen wurden. Im Rahmen der AKW ist auch dieser Band ein feines Stück wissenschaftlicher Phantastik die Lust auf mehr macht.

    Zum Buch:

    Nachdem es sich bei Band 1 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

  6. Cover des Buches Werke in sechs Bänden VI. Der Streit der Fakultäten und kleinere Abhandlungen (ISBN: 9783895080753)
  7. Cover des Buches Sämtliche Werke und Briefe, 2 Bde. (ISBN: 9783423059251)
  8. Cover des Buches Mondmysterien (ISBN: 9783926126245)
    Erik Simon

    Mondmysterien

     (1)
    Aktuelle Rezension von: tirolgewimmer
    Dies ist der zweite Band der Werkausgabe von Erik Simons Gesamtschaffen. Wer ihn hat, braucht das noch zu DDR-Zeiten veröffentlichte Büchlein "Mondphantome, Erdbesucher" nicht mehr: Es ist hier in erweiterter Form komplett enthalten.

    Hinzu treten der ironie-triefende Modellbaukasten des Dr. Schlangweiser sowie drei neue "Mysteria Fantastica". Um alle Anspielungen zu verstehen, muß man schon gut aufpassen. Erik Simon verfeuert oft auf wenigen Seiten mehr Ideen, als aus dem Amerikanischen übersetzte 600-Seiten-Romane nur andeuten.

    Literarischer Höhepunkt des Bandes ist "Der Omm" (gemeint ist "Homme", französisch "Mensch") - eine umgestülpte Neufassung von Guy de Maupassants berühmter Erzählung "Der Horla". Wo bei Maupassant ein Mensch an dem unheimlichen Geistwesen in seinem Haus schier verzweifelt, wird hier rein aus der Perspektive ebenjenes Wesens erzählt. Und das verweifelt genauso dabei, diesen seltsamen Omm verstehen zu wollen. Freundlicherweise hat der Verlag den Text von Maupassant gleich mit abgedruckt. So kann man hin- und herblättern und sich amüsieren, wie genau Simon die andere Geschichte spiegelt.

    Die Werkausgabe Erik Simon umfaßt heute - 2013 - vier Bände und soll fortgesetzt werden.
  9. Cover des Buches Das Mal an der Wand (ISBN: 9783104904917)
    Virginia Woolf

    Das Mal an der Wand

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Das Mal an der Wand enthält als Band 1 der Gesammelten Werke von Virginia Woolf sämtliche Kurzprosa, die die Autorin je geschrieben hat. So finden sich Erzählungen, die noch zu Lebzeiten der Autorin von ihr zur Publikation vorgesehen und veröffentlicht waren sowie solche Erzählungen, die erst postum publiziert wurden. Insgesamt gliedert sich der Band in drei Abschnitte, die auch vom Titel und der Anordnung der Erzählungen weitgehend den Taschenbuchausgaben aus dem Fischer TB Verlag folgen. . Phyllis und Rosamond enthält die frühen Erzählungen Virginia Woolfs. So sind beispielsweise Der mysteriöse Fall von Miss V., Das Tagebuch der Mistress Joan Martyn oder Memoiren einer Romanautorin enthalten. Hinzu kommen drei Essays. Woolfs Erzählungen sind Kleinode der Sprache, blumig, reich an Metaphern, tiefgründig, sprachgewaltig, zweideutig. Von diesem Geschick im Umgang mit der Vieldeutigkeit der Wörter künden bereits die frühen Erzählungen, wenn ihnen auch noch – logischerweise – die Perfektion der späteren Erzählungen fehlt. Der Band ist schmal und eignet sich daher als kurze Lektüre für Zwischendurch. . Blau und Grün enthält als Sammelband von Erzählungen Virginia Woolf eine Reihe kürzerer und längerer Kurzgeschichten, so bspw. Ein Verein, Ein Frauencollege von außen, Mrs Dalloway in der Bond Street, Glück, Vorfahren, Die Faszination des Teichs, Drei Bilder oder Der Badeort. Der Band enthält einen Querschnitt all desjenigen Schaffens, dass Virginia Woolf nach 1918 schuf. Vermischt mit Tragik, Komik, Ironie, sind die Kurzgeschichten eine gelungene Unterhaltung für Zwischendurch; wehmütig, märchenhaft, glücklich, traurig, tiefgründig. . Der Band umfasst der frühen, zuerst veröffentlichten Kurzgeschichten Virginia Woolfs, die sie - meist zwischen ihren Romane - als kurzfristige Eingebung zu Papier brachte. So muss uns auch nicht wundern, wenn bspw. Figuren wie Clarissa Dalloway auftauchen. Der Band umfasst so bekannte Kurzgeschichten wie "Das Mal an der Wand" oder "Kew Gardens", mit einmaligen Beschreibungen des Kriechens von Schnecken oder des unentschlossenen Vor-und-Zurück grüner Krabbeltiere. Herrlich kurzweilig, wunderbare Literatur für Träumer, Fans des Kleinteiligen, des Beobachtens von Feinheiten!
  10. Cover des Buches Energie für Centaur (ISBN: 9783945713334)
    Alexander Kröger

    Energie für Centaur

     (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „Im Kontakt mit einer anderen Zivilisation ist nichts ungeschehen zu machen. Jeder Schritt ist nicht lange genug zu überdenken…“ (S.178)

    Zum Inhalt:

    Eine bahnbrechende Idee der Ingenieure auf der Erde und dem Mars birgt das Potential auf Centaur der bereits Äonen anhaltenden Energieknappheit wirksam entgegenzuwirken. Das Magnetfeld des Heimatplaneten der außerirdischen Besucher, die mit der Marskolonie zu Nachbarn wurden, bietet sich förmlich an diese Idee in die Tat umzusetzen. Die Erde beschließt, der Bitte der Führung auf Centaur nachzukommen und einen Stab an Technikern, Ingenieuren und Wissenschaftlern auf die lange Reise zu schicken, das Vorhaben auf Centaur in die Tat umzusetzen.

    Anfangs noch als Pioniervorhaben mit Enthusiasmus, Mut und freundschatlicher Zusammenarbeit beginnend, gerät das ambitionierte Projekt zusehens ins Stocken. Dabei läge es nicht am Tatendrang der Menschen oder der offiziellen centaurischen Auftraggeber. Das Problem liegt weitaus tiefer in der undurchsichtigen Geschichte des centaurischen Volkes, wie auch in der ungeahnten Inhomogenität der Gesellschaft auf dem Centaur. Präsentierte sich letztere bis dato stets als fast unheimlich einheitliches Gebilde –  einem Bienenstock nicht unähnlich  – so entpuppt sich diese Annahme der Terraner immer mehr als Trugschluss. Einem Trugschluss mit fatalen Folgen, dessen Konsequenz ein unrühmlicher Rückzug seitens der Menschen oder ein Weg beharrlicher Konsensfindung mit ungewissem Ausgang zu stehen scheint…

    Fazit:

    „In der DDR-SF werden die Fähigkeiten der Menschheit, ihre Probleme zu lösen, vorwiegend überaus optimistisch dargestellt.“, so schreibt es Hartmut Mechtel in seinem Essay „Die phantastische Methode“ („Lichtjahr 4 -Ein Phantastik-Almanach“, S.111 ). Alexander Kröger bleibt diesem Credo in seiner Centaure-Trilogie bis zum Schluss treu und unabhängig davon, wie man dazu stehen mag, entwirft er basierend darauf ein durchwachsenes, interessantes Stück SF-Literatur, welches immer wieder die nie enden wollende Problematik von Verständigung, Toleranz, Kulturunterschied und einer divergierenden Welt(all)-Sicht zum Thema macht. Und dabei bleibt die Verständigungsproblematik beileibe nicht nur bei den intergalaktischen Kommunikationsproblemen bestehen, sind es doch auch die Menschen, die trotz Lichtjahre währender Reisen stets sich und ihre Handicaps im Gepäck mitnehmen – kulturelle Evolution hin oder her.

    Das Problem solcher Verständigungsunwägbarkeiten und die resultierende Einstellung der Menschen bringt Wolfgang Kellner in seiner SF-Kurzgeschichte „Tödlicher Irrtum“ auf den Punkt: „Entweder ist unsere Arbeit Quatsch oder das bestechendste Beispiel für den unendlichen Optimismus der Menschheit.“ („Lichtjahr 4 -Ein Phantastik-Almanach“, S.137). Die Trilogie rund um den Erstkontakt mit den Centauren („Sieben fielen vom Himmel“), deren Kolonisationspläne für den Mars („Das Kosmodrom im Krater Bond“) und dem Versuch einer intergalaktischen Zuasmmenarbeit, ist Kröger aus meiner Sicht durchgängig und in sich stimmig gelungen.

    Zum Buch:

    Nachdem es sich bei Band 3 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

  11. Cover des Buches Die Marsfrau (ISBN: 9783945713297)
    Alexander Kröger

    Die Marsfrau

     (3)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „»Das Leben ist im Letzten unerforschlich.«“ (S.51)

    Zum Inhalt:

    Mac O’Man und Alexej Bolscha sind ein eingespieltes Team. Als Terraformer auf dem Mars leisten sie zusammen mit ihren zahlreichen Kollegen Pionierarbeit in der Begrünung des Planeten und damit der Schaffung einer dem Menschen zuträglichen Atmosphäre. Ein Tag vergeht wie jeder andere. Routine par excellence sozusagen bis zu dem Tag an dem Mac jenes verstörende und verstörte Wesen in den von ihm und Alexej betreuten Anpflanzungen ausmacht, das alles auf den Kopf stellen soll.
    Zur selben Zeit auf der Erde bemühen sich Wissenschaftler eine Synthese von tierischen und pflanzlichen Eigenschaften auf Zellniveau zu erreichen, um somit in kargen Umgebungen – also nicht zuletzt auch auf dem roten Planeten – die solide Grundlage einer Nahrungsversorgung für die menschliche Zukunft zu erarbeiten. Allan Nagy ist dabei einer der zentralen Motoren, den jedoch die Geister seiner Vergangenheit ebenso verfolgen, wie ethische und moralische Grundfragen zur Richtigkeit der Eingriffe, die mit Hilfe der Gentechnik zur bewerkstelligen sind. Es bleibt nicht aus, dass der nächste Schritt nach den Test mit „niederen“ Organismen gewagt wird und Nutztiere für den Mars mit assilimilatorischen Fähigkeiten kreiert werden. Allan wird, als in sein Kollege Sylvester immer wieder durch sein Interesse an den vergangenen Forschungen damit konfrontiert, mehr und mehr bewusst, dass seine früheren wissenschaftlichen Beiträge, ebenso wie die fatalen Fehlentscheidungen, auf der Erde ihren Schatten bis auf den Mars werfen. Und dabei hält dieser Planet eine Überraschung für ihn bereit, die – wenn auch erahnt – so doch von ungeheurlicher wissenschaftlicher, moralischer, ethischer und nicht zuletzt menschlicher Tragweite ist…

    Fazit:

    Die Erzählung, welche Alexander Kröger vor dem Leser ausbreitet könnte angesichts der stets wieder aktuellen Patentrechtstreitigkeiten großer Pharma- und Landwirtschaftsriesen um Genmanipulationen nicht brisanter sein. Er wirft Fragen auf, ohne dabei für eine bestimmte Seite polemisch zu vereinnahmen. Es sind die unterschiedlichen Charaktere, welche Kröger geschickt verschiedene Aspekte des Themas artikulieren lässt. Wo die Grenzen, aber auch die Möglichkeiten genetischer Manipulation liegen (können), darum drehen sich als eine der zentralen Fragen die erzählerischen Wendungen. Zum einen spürt man dabei eine gewisse Hin-und-Her-Gerissenheit zwischen Pessimismus („Gesetze wurden schon immer den Erfordernissen angepasst, erst recht ethisch-moralische.“ (S.234))  und Fortschittsglauben („Sobald man vom Nutzen, nein vom Funktionieren überzeugt war, hat man die Gentechnik angewendet. Krebs ist Geschichte, fast alle Erbkrankheiten sind ausgerottet, der verbleibende kleine Rest wird in den nächsten Jahren auch verschwinden. Wir werden bald den intakten Menschen haben, den Menschen ohne körperlichen Defekt, ohne geistigen, zumindest was die Anlagen betrifft…“ (S.189)).
    Kröger will mit dem Text keinesfalls endgültige Antworten oder gar simplifizierende Richtlinien geben, sondern vielmehr Denkanstöße für ein komplexes Thema liefern, dem mit monokausalistischen Stammtischargumentationen nie und nimmer genüge getan werden könnte. Er überlässt es dem Leser (s)einen Standpunkt zu suchen und vielleicht zu finden. Die Protagonisten seiner Geschichte sind allesamt stimmig, von solidem Entwurf und durchgehend nachvollziehbar in Handlung, sowie Entwicklung, gekennzeichnet durch eine – wie mir scheint – positive Haltung Krögers zur Grundfähigkeit des Menschen aus Fehlern zu lernen.

    Zum Buch:

    Nachdem es sich bei Band 19 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

  12. Cover des Buches Sämtliche Werke (Über 250 Titel in einem Band): Romane, Novellen, Reiseberichte, Gedichte & Memoiren: Grete Minde, Unterm Birnbaum, Wanderungen durch die ... Briest, Der Stechlin, Schach von Wuthenow (ISBN: 9788026878339)
  13. Cover des Buches Werke, Kommentierte Ausgabe, 4 Bde. u. Supplementbd. (ISBN: 9783458066972)
  14. Cover des Buches Der Geist des Nasreddin (ISBN: 9783945713365)
    Alexander Kröger

    Der Geist des Nasreddin

     (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „Prinzipien übertünchen Schwächen und Nöte, sind ein anderes Wort für Hader mit der Umwelt.“ (S.122)

    Zum Inhalt:

    Eben noch sah Nasreddin seinen Kopf auf dem Block des Scharfrichters. Der Grund: seine Liebe zu einer Frau, die gesellschaftlich weit über seinem Stand als Chodscha, als Lehrer rangierte und – was noch wesentlich mehr wog – von einem Herrschenden für sich beansprucht wurde.

    Und plötzlich sieht er sich auf einem Markt wieder, umgeben von Wundern, die Tag für Tag mehr werden und scheinbar kein Ende nehmen wollen. Er schwankt zwischen der Überzeugung Allah hätte ihn ins Leben nach dem Tod berufen oder gar der Scheitan spiele ihm perfide mit. Nasreddin wäre jedoch nicht jener legendär gewiefte Schelm, als der er in die Geschichte einging, besäße er nicht den Geist, die Phantasie und v.a. den Willen sich diese neue Welt zu erschließen, in ihr einen Platz zu finden. Stets nach der Methode, „Sehen, hören,begreifen.“ (S.134)

    Das Wie seiner „Zeitreise“ über 500 Jahre hinweg in die Jetztzeit vermag ihm nur jene Wissenschaftlerin näherzubringen, die das gewagte Experiment in Eigenregie inszenierte, welches (s)einen brillianten Geist für die Nachwelt erneut zum Leben erweckte. Doch immer mehr tut sich für sie ein Abgrund auf zwischen wissenschaftlicher Anerkennung und moralischer Verpflichtung gegenüber einem wachen Geist, der nicht darum gebeten hatte eine zweite Chance zu bekommen.

    Fazit:

    Nach der Lektüre der ersten Bände aus der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW)  ist man als Leser schon beinahe etwas fixiert auf die klassischen Science-Fiction Themen. Mit dieser Erwartungshaltung bricht der aktuelle Band „Der Geist des Nasreddin“ auf irritierend angenehme Art und Weise. In seiner liebenswerten Auseinandersetzung geht Kröger auf die Frage ein, wie ein Geist / Mensch mit dem Hineinkatapultiertwerden in eine völlig andere Zeit zurande käme. Wie würde die Kollision von religiösen, politischen und moralischen Ansichten einen regen Verstand beanspruchen? Wäre das Resultat Verzweiflung oder das Erkennen und Wahrnehmen von Chancen? Das Anlegen der Geschichte in einem islamischen Umfeld macht die Findung einer Quintessenz zum einen spannender, tendenziell aktueller, zum anderen durchaus aus lehrreich, ist man bereit auch abstrahierend statt religiösem Glauben auch jenen an Wissenschaft, Technik etc. mitzudenken.

    Spannend ist auch hier wieder – wie in den allermeisten Texten Krögers – sein Optimismus, dass sich die Gesellschaft zum Bessern, d.h. zu einem bunten Miteinander entwickeln kann. So schreibt er bezüglich der Arbeit im Ort Chiwa den Eindruck der Wissenschaftlerin Anora: „Die Atmosphäre beeindruckte sie immer wieder. Trotz allen Ehrgeizes jedes Einzelnen arbeiteten die Leute nicht gegeneinander.“ (S.155) Auf der anderen Seite gibt es auch durchaus kritischere Sichtweisen, v.a. den politisch sozialen Idealismus von Anoras Vater betreffend: „Wenn schon Vaters Menschenfreundlichkeit nicht im Großen Früchte getragen hatte, so doch für dieses benachteiligte Wesen.“ (S.185)

    Aus meiner Sicht ein interessanter, lesenswerter Entwurf zu einem Aspekt des Zeitreisethemas, wenn auch nicht der Weisheit letzter Schluss :-) .




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