Bücher mit dem Tag "werte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "werte" gekennzeichnet haben.

88 Bücher

  1. Cover des Buches Die Mitternachtsbibliothek (ISBN: 9783426562307)
    Matt Haig

    Die Mitternachtsbibliothek

    (1.700)
    Aktuelle Rezension von: Anastasiia_Shapovalova

    Für mich ist „Die Mitternachtsbibliothek“ das schlechteste Buch, das ich im Jahr 2026 gelesen habe. Statt einer tiefgründigen philosophischen Erzählung bekam ich eine Geschichte über eine Protagonistin, deren ständiges Jammern und ihre Weigerung, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen, bei mir vor allem Frustration ausgelöst haben.

    Das größte Problem von Nora Seed ist ihre ständige Suche nach Schuldigen. Ihr ganzes Leben lang schiebt sie die Verantwortung für ihr Unglück auf andere Menschen. Zuerst sind es ihre Eltern, die sie angeblich aus purem Egoismus zum Schwimmen gezwungen haben. Danach richtet sich ihr unerklärlicher Groll gegen ihren Bruder Joe, dessen Leben sie angeblich zerstört haben soll, weil sie die Band verlassen hat. Dabei scheint der eigentliche Grund eher ihre Angst vor Verantwortung und davor zu sein, auf einer Bühne zu stehen. Selbst ihr „Buch der Reue“ ist letztendlich nur ein riesiger Band voller Selbstvorwürfe, der eher wie ein Versuch wirkt, ihre eigene Untätigkeit durch äußere Umstände zu rechtfertigen.

    In der Mitternachtsbibliothek setzt Nora dieses Muster fort: Sie sucht nach dem perfekten Leben, das scheinbar von anderen Menschen für sie erschaffen werden soll. Sie „probiert“ verschiedene Rollen aus - die einer Olympiasiegerin, eines Rockstars oder einer Wissenschaftlerin - wie Kleidung in einem Geschäft. Der gesamte Prozess erinnert an die Nutzung einer verbesserten Suchmaschine, bei der die Bibliothekare nur dabei helfen, die richtige Anfrage einzugeben. Über 300 Seiten hinweg sehen wir eine Figur, die kaum echte Anstrengungen unternimmt, ihre Realität zu verändern, sondern lediglich Bücher aus den Regalen zieht und darauf hofft, dass irgendwo ein Leben existiert, das einfach von selbst zu ihr passt.

    Die zentrale Idee des Romans - "Was wäre, wenn ich anders gehandelt hätte?" - bleibt für mich eine oberflächliche Spielerei. Wie einige Kritiker bereits bemerkt haben, ist die Handlung sehr geradlinig, und Nora kommt viel zu schnell zu einfachen Erkenntnissen. Eine perfekte Welt existiert nicht, und Noras Versuch, sie durch „magische Türen“ zu finden, wirkt eher wie die Flucht eines Menschen, der Angst davor hat, wirklich zu leben.

    Ein vollständiges Bild einer Persönlichkeit entsteht nicht dadurch, dass man alternative Realitäten betrachtet, sondern durch die täglichen Herausforderungen und Anstrengungen im echten Leben. Erst ganz am Ende, als die Bibliothek buchstäblich zusammenbricht, versteht Nora, dass sie ihre eigene Geschichte selbst schreiben muss. Bis dahin muss sich der Leser jedoch durch endlose Beschwerden einer Figur kämpfen, die sogar auf ihre tote Katze neidisch ist, weil diese keinen Schmerz mehr empfinden kann.

    Fazit: Für mich ist dieses Buch deutlich überbewertet. Es ist eine manipulative Geschichte, in der intellektuelle Elemente - etwa Zitate von Thoreau oder Camus - eher als Dekoration dienen, um den Egoismus und die Passivität der Hauptfigur zu rechtfertigen. Das wahre Leben lernt man nicht kennen, indem man Seiten nach der bequemsten Version seiner Zukunft durchsucht, sondern indem man sich Herausforderungen stellt und Verantwortung übernimmt.

  2. Cover des Buches Scythe – Die Hüter des Todes (ISBN: 9783733503642)
    Neal Shusterman

    Scythe – Die Hüter des Todes

    (1.244)
    Aktuelle Rezension von: sozicu

    “Scythe” stellt einen wirklich vor ein moralisches Dilemma. Die Menschheit hat die Unsterblichkeit erreicht, dich der Planet und seine Ressourcen sind endlich. Um gegen Überbevölkerung anzukommen gibt es die Scythe, die Menschen nachlesen (also töten).

    In dem Buch lernen wir die Welt kennen und das Wesen der Scythe. Es werden direkt und indirekt moralische Fragen gestellt.

    Mir hat das Buch gefallen, die Idee um diese Welt und wie sie funktioniert ist echt gruselig und doch spannend.

    Der Plot wurde im Mittelteil etwas zäh, doch nahm am Ende richtig Fahrt auf.

    Politik kommt ebenfalls nicht zu kurz.

    Ich kann “Scythe” allen Dystopie-Fans nur empfehlen.

  3. Cover des Buches Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie (ISBN: 9783551315854)
    Lauren Oliver

    Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

    (1.425)
    Aktuelle Rezension von: knuddelbacke

    Ich muss zugeben, eins der Bücher die mich seit langem wirklich überrascht haben. Ich fand den Klappentext eigentlich nicht sehr verlockend, da aber krank und Mangels anderer Beschäftigungsmöglichkeiten, gab ich dem Buch eine Chance. Gott sei Dank. Binnen 24 Stunden hatte ich es durchgelesen.


     Zu Beginn habe ich ein bisschen gebraucht  um mit den jugendlichen Figuren, dem Schauplatz Highschool und der ungewohnten Atmosphäre klar zukommen. Man selber ist nicht mehr die jüngste und hat eigentlich einen ganz anderen Alltag. Doch als Mutter einer Tochter erkennt man dann das ein oder andere wieder. Spätestens mit Lesen des Dritten Tages hatte mich das Buch erwischt. Ich  fieberte mit Sam, der Hauptfigurschon sehr schnell und sehr intensiv  mit. Ich  frage mich, genau wie sie selbst,  ob sie wieder am 12. Februar aufwachen wird? Wird Sam wieder sterben? Welche menschlichen Tragödien warten diesmal auf sie? Was wird anders laufen und natürlich die finale Frage, wie geht das Buch aus? Wird sie sterben , oder wird sie dem Tod entgehen können ? 

    Sam macht eine unglaubliche Entwicklung durch. Dadurch, dass sie den Tag immer wieder durchlebt ,beginnt sie sich selbst und ihre Verhaltensweisen zu reflektieren. Ein Charakterzug, der bei Jugendlichen Ihren Alters eher selten vorkommt. Das Buch präsentiert die üblichen Charaktere in der Schule , so dass die Wahrscheinlichkeit der Identifikation sehr hoch ist, auch oder gerade bei den jüngeren Lesern. Die Autorin hat denke ich ein ganz gutes Bild einer amerikanischen GegenwartsHighschool geschaffen . Ihr ist eine gute sozialkritische  Analyse der aktuellen Generation mit all Ihren Facetten gelungen. Implementiert in einen spannenden Plot. Sams Vermögen zur Selbstreflektion und die damit verbundene Fähigkeit ihr eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen, Handlungen in der Vergangenheit zu bewerten und daraus zu lernen, das hat mich wirklich berührt

  4. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442776368)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

    (708)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive

    Wie befinden uns in Jackson, Mississippi im Jahr 1962 und werden mit hineingenommen in die Atmosphäre und die Stimmung, die dieses Land zu dieser Zeit geprägt hat. Da ist zum einen die junge Skeeter, eine schlacksige junge Frau, die sich nicht so ganz dem herrschenden Zeitgeist der damaligen Zeit unterordnen möchte, der besagt, dass junge Frauen doch nach dem College möglichst schnell heiraten und Kinder bekommen sollen. Skeeter träumt davon zu schreiben, sie möchte Autorin werden und nachdem sie unter Mühen ein Volontariat bei einer regionalen Zeitung ergattert hat und einen Buchvertrag mit einem Verlag in New York in Aussicht hat, beginnt sie heimlich eine Geschichte zu schreiben, die das Potential hat in der damaligen Zeit für ziemlich viel Unruhe zu sorgen. 

    Doch diese Geschichte kann Skeeter nicht alleine schreiben, es ist nämlich kein erfundener Roman, sondern eine teils bittere und traurige und auf der anderen Seite humorvolle Geschichte. Die wirklichen Autoren dieser Geschichte sind Aibileen und Minny und viele andere Frauen. Ihnen ist es nicht erlaubt ihre Geschichten zu veröffentlichen, denn das würde sie in wirkliche Lebensgefahr bringen, sie und ihre Familien, denn Aibileen und Minny sind farbige Frauen, die als Dienstmädchen für weiße Familien arbeiten, den Haushalt machen, jeden Tag kochen und putzen und ihre Kinder hüten. Jedes weiße Kind des gehobenen Mittelstandes ist zu dieser Zeit mit einer farbigen Nanny aufgewachsen. Die weißen Familien vertrauen den fleißigen farbigen Frauen ihre Kinder an, lassen sie von ihnen herzen und liebkosen, verbieten ihnen jedoch die gleiche Toilette wie sie selbst zu benutzen, das könnte ja gesundheitsschädlich sein. Das ist eine Episode von vielen, die einen mehr als den Kopf schütteln lässt während des Lesens. 

    Es entsteht zwischen diesen so unterschiedlichen Frauen erstmal eine Zweckgemeinschaft, Skeeter möchte eine wahre Geschichte über die Dienstmädchen schreiben, die in fast jedem Haus im Süden der USA arbeiten, sie sehnt sich nach ihrer alten Nanny Constantine, die einfach verschwunden ist und von deren Verbleib ihre Mutter nichts sagen möchte. Sie lernt das private Leben von Aibileen und Minny kennen und sie erkennt, dass es in ihrem Land zwei verschiedene Welten gibt, etwas mit dem sie aufgewachsen ist, dass sie jedoch mehr und mehr nicht mehr gutheißen kann. Aibileen hat ihr ganzes Leben die Kinder weißer Leute aufgezogen und denkt noch oft mit inneren Schmerzen und Traurigkeit an ihren Son Treelore und das Versprechen, dass sie ihm gegeben hat. Sie wird nicht müde den Kindern drei wichtige Sätze für ihr Leben mitzugeben, du bist lieb, du bist gescheit, du bist wichtig und vielleicht sagt sie es auch zu sich selbst. Minny hingegen gleicht einem rollenden Vulkan mit dem Herzen auf dem rechten Fleck und einer sehr großen Mundwerk, welches bei den weißen Damen, für die sie arbeitet nicht wirklich gut ankommt und so sieht sich Minny immer wieder herausgefordert eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Auf dieser Suche begegnet sie Miss Celia, einer sehr jungen und blonden Lady, die irgendwie auch das Herz auf dem rechten Fleck hat, doch wird der Leser und die männlichen und weiblichen Protagonisten doch sehr von ihrem offenherzigen Anblick abgelenkt. Zwischen diesen beiden so verschiedenen Frauen, die nicht nur in der Hautfarbe begründet sind, entwickelt sich eine wirklich herzliche Beziehung, wie sie sich halt entwickelt, wenn ein Vulkan auf Naivität trifft und wenn eine Frau der anderen versucht das Kochen beizubringen. Somit nimmt die Geschichte ihren Lauf und das Buch wird veröffentlicht. Skeeter freut sich, Aibileen, Minny und die anderen Frauen sind in Angst, denn sie wissen, was auf sie zukommen könnte, doch Minny hat eine listige Rückversicherung in ihre Geschichte mit eingebaut und nun darf der Leser mehr als gespannt sein, wie es weitergeht....

    Ich habe diese Geschichte geliebt zu lesen. Kathryn Stockett nimmt den Leser in verschiedenen Erzählperspektiven mit hinein in diese für farbige Menschen so gefährliche Zeit der Rassentrennung in der USA und wir erleben welche Revolution diese Geschichte verursacht hat. Mit teilweise lachendem, ich kann keine Schokolandentarte mehr anschauen ohne an Minny zu denken, und einem weinenden Auge, wenn diese vielen fürchterlichen Ungerechtigkeiten dieser Zeit erzählt werden. Auch für weiße Menschen, die nicht dem damaligen Narrativ entsprachen, war diese Zeit nicht einfach. Die persönliche Entwicklung der Protagonistinnen und auch die Flair dieser 60er Jahre sind einfach wunderbar beschrieben und ich bin auch von der Verfilmung sehr begeistert. 

    Absolut lesenswert!


  5. Cover des Buches Der erste letzte Tag (ISBN: 9783426527955)
    Sebastian Fitzek

    Der erste letzte Tag

    (639)
    Aktuelle Rezension von: die_pingus_

    Mein erstes Buch, dass ich von Fitzek gelesen habe. Die Thriller haben mich bis jetzt irgendwie nie wirklich gereizt. 

    Meiner Meinung nach ein "typisches" Buch, über einen Roadtrip. Sympathische Hauptcharaktere und die richtige Mischung zwischen Humor und Ernsten Szenen....ich gebe es zu, 1...2 Handlungsstränge haben mich dann doch überrascht.

    Die Kernbotschaft des Buches gefällt mir auch.

    Das richtige Buch für zwischendurch.




    Rezensiert von Frau J.

  6. Cover des Buches Der Zopf (ISBN: 9783103973518)
    Laetitia Colombani

    Der Zopf

    (903)
    Aktuelle Rezension von: Avenza

    Ein wunderschönes und außergewöhnliches Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Laetitia Colombani verbindet drei unterschiedliche Lebensgeschichten auf eine unglaublich berührende Art und zeigt dabei, wie stark Frauen sein können und wie Schicksale miteinander verbunden sind. Jede einzelne Geschichte hat mich auf ihre eigene Weise bewegt. Dieses Buch erzählt nicht nur eine Geschihte, sondern vermittelt auch wichtige Gedanken über Mut, Hoffnung, Freiheit und den eigenen Weg im Leben. Es regt zum Nachdenken an und bleibt auch nach dem Lesen im Kopf und im Herzen. Der Schreibstil der Autorin ist wunderschön - emotional, klar und voller Gefühle. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen. der tiefgründige Geschichten liebt. Laetitia Colombani gehört für mich zu meinen Lieblingsautorinnen und ich freue mich auf jedes weitere Buch von ihr.

  7. Cover des Buches Dreamland Billionaires - The Fine Print (ISBN: 9783453427396)
    Lauren Asher

    Dreamland Billionaires - The Fine Print

    (264)
    Aktuelle Rezension von: Feelblack

    Ach das war doch auch mal eine nette Story für zwischendurch. Ich mochte es tatsächlich, dass es relativ unaufgeregt war. Die Idee mit dem Park ist natürlich mal was ganz anderes aber absolut großartig. So etwas gibt es ja tatsächlich und sollte viel mehr bedacht werden. Damit alle Menschen diesen Spaß haben können. Das Buch war wie gesagt wirklich gut und die Charaktere haben mir echt gefallen. Am Ende ist es mir dann immer etwas kitschig weil es bei den meisten Büchern so endet. Aber gut dafür gibt's sie ja.

  8. Cover des Buches Die Mitternachtsreise (ISBN: 9783426562499)
    Matt Haig

    Die Mitternachtsreise

    (239)
    Aktuelle Rezension von: Lesesucht

    Wilbur stirbt im Alter von 81 Jahren alleine. Ein rätselhafter Zug wartet auf ihn und er begibt sich auf eine Zeitreise durch sein Leben um erneut bedeutsame Momente zu erleben.
    Nun im Rückblick und mit seinem Wissen erkennt er, was er nun anders machen würde, was ihm wirklich wichtig im Leben hätte sein müssen anstelle immer erfolgreicher zu werden. Und so versucht er die Regeln des Zuges zu umgehen und seinem jüngeren Ich Tipps zu geben, damit dieser nicht wieder dieselben Fehler begeht und so seine große Liebe verliert.

     

    Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen.
    Mich hat neben der Handlung die Erzählweise und die tolle Sprache begeistert.
    Es gibt sehr viele Zitate, die mir unglaublich gut gefallen haben wie zum Beispiel: „Der einzige Weg zu lernen ist zu leben. „ Bücher sind wie Spiegel für die Seele. Wenn man also ein Blick in die Seele eines Menschen erhascht, weiß man, welche Spiegel er braucht.“
    Das hat den Roman für mich zu so einem wunderschönen Leseerlebnis gemacht.

    Mir hat gefallen Wilbur hier durch sein Leben zu begleiten. Wir starten mit seinem Tod, als er recht einsam ist und starten dann mit dem Baby und erleben sein ganzes Leben mit.
    Wir bekommen mit, wie sich sein Fokus im Leben ändert und welche Auswirkungen das auf seine Familie, Freunde und seine Frau hat.
    Für mich ein guter Roman um auch selbst zu reflektieren, ob das, was man priorisiert, wirklich das wichtigste für einen sein sollte. Es zeigt, wie wertvoll kleine Momente sind und das manchmal einfach keine Zeit mehr ist Fehler zu erkennen und zu beheben.
    Ein Roman über Verlust, Freundschaft, Liebe, Vergebung und was am Ende wirklich wichtig im Leben ist.

  9. Cover des Buches 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen (ISBN: 9783442157525)
    Bronnie Ware

    5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

    (99)
    Aktuelle Rezension von: Vreni_liest

    Meine Rezension: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen von Bronnie Ware

    Die Grundidee dieses Buches ist berührend und vielversprechend: die Erkenntnisse sterbender Menschen am Ende ihres Lebens. Genau diese Passagen sind auch die stärksten des Buches. Wenn Bronnie Ware die Gespräche mit ihren Patientinnen und Patienten schildert, sind diese Momente ehrlich, bewegend und gehen unter die Haut. Hier habe ich mitgefühlt, manches hat mich tief berührt, stellenweise hatte ich sogar Tränen in den Augen.

    Leider nehmen diese Kernaussagen nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Buches ein. Der größte Teil drehen sich um die Lebensgeschichte der Autorin selbst und darum, was die Arbeit mit Sterbenden mit ihr als Palliativpflegerin macht. Über weite Strecken entfernt sich das Buch dabei deutlich vom eigentlichen Thema. Die Biografie der Autorin habe ich größtenteils nur überflogen, da sie für mich wenig bot.

    Problematisch empfand ich zudem die lebensberatenden und esoterischen Passagen. Bronnie Ware beschreibt einerseits, wie glücklich und erfüllt sie ist und taucht dabei sehr tief in esoterische Gedankengänge ein. Andererseits spricht sie plötzlich und ohne klaren Zusammenhang, über Suizidgedanken und vermittelt stellenweise den Eindruck, Krankheiten und Alltagsprobleme ließen sich mit ein paar Atemübungen heilen.

    Nicht falsch verstehen: Ich praktiziere selbst Yoga und kenne die wohltuende Wirkung von Meditation und Atemarbeit. Doch die hier dargestellten, teils sehr vereinfachten Lösungsansätze wirken wenig reflektiert und nicht wirklich tiefgründig.

    Das Buch ist sicher nicht schlecht gemeint und enthält wertvolle, emotionale Momente. Leider ist es in meinen Augen falsch aufgebaut. Hätte der Fokus konsequent auf den sterbenden Menschen und ihren Erkenntnissen gelegen, wäre es ein starkes, nachhaltiges Buch geworden. So bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück.

  10. Cover des Buches Wirf einen Schatten (ISBN: 9783257073904)
    Elena Fischer

    Wirf einen Schatten

    (100)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Nichts hält Joseph mehr, als er das Gewehr am Weihnachtstag bereitlegt, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Am Morgen hat er sich von seinem Vieh verabschiedet. Hat ihnen mehr Futter in die Traufen geschüttet, da er den Einödhof alleine bewirtschaftet, seit ihn seine Frau Lis und der kleine Sohn Samuel im Sommer verließen. Auf einmal klopft es an der Türe. Die junge Frau schafft es kaum über seine Schwelle, als sie zusammenbricht. Er holt die Hebamme, da sie nicht aufhört zu bluten und das Fieber hoch ist. So bessert sich langsam ihr Zustand und allmählich gewinnt er ihr Vertrauen. Birdie erzählt über die Flucht vor ihrer Familie und der ungewollten Schwangerschaft. Auch seine Schwägerin Ada, die eines Tages zu Besuch kommt, unterstützt sie. Allmählich findet die junge Frau wieder Freude am Leben. Doch sie wird von der Polizei gesucht, da sie im Jahr 1963 als 20jährige noch minderjährig ist. Im Dorf wird getratscht und es würde nicht lange dauern, bis ihr Aufenthalt entdeckt würde. So nimmt Ada Birdie mit nach Hause in die Stadt. Joseph ist wieder alleine und immer wieder versinkt er in Einsamkeit und Apathie.
    Wer den Vergleich mit „Paradise Garden“ sucht, wird enttäuscht sein. Denn dieser Roman kommt eher auf leisen Sohlen daher und die junge Birdie ist kein rotzfrecher Teenager, sondern eine junge Frau, die in den biederen 60er-Jahren nach Selbstbestimmung sucht. Während das Buch weitgehend ruhig dahinfließt, hat mich das Ende mit seiner feinfühligen Kraft dennoch einnehmen können.

  11. Cover des Buches Skogen Dynasty (Crumbling Hearts, Band 1) (ISBN: 9783743215719)
    Carolin Wahl

    Skogen Dynasty (Crumbling Hearts, Band 1)

    (470)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte22


    x Forced Proximity

    x poor x rich 

    x Grumpy x Sunshine


    Aleksander, der Erbe des bekannten Keksunternehmen muss nach einem skandalösen Video untertauchen. Deshalb findet er sich kurz darauf auf einer Trekkingtour in den norwegischen Bergen wieder. Geführt wird diese Tour von Norah, die so ziemlich das Gegenteil von Aleksander ist. Doch wie war das nochmal? Ziehen sich Gegensätze nicht an?


    Allgemein hat mir die Geschichte wirklich sehr gut gefallen. Das Setting war super schön und es hat sich fast so angefühlt als wäre ich gerade selbst in der atemberaubenden Natur Norwegens unterwegs. 🇧🇻🏔🌲 Die Liebesgeschichte zwischen Norah und Sander war wirklich sehr süß und auch die Nebencharaktere haben mir größtenteils sehr gut gefallen. 🤗


    Zu den Hauptcharakteren:

    Aleksander mochte ich einfach von Anfang an. Er ist wirklich eine 10/10. 🥰

    Norah fand ich zum Ende hin leider etwas nervig mit ihrem ewigen davonlaufen. Deshalb gibt es von mir leider auch einen Stern ⭐️ Abzug.


    Trotzdem bekommt das Buch eine große Leseempfehlung von mir, an alle die für ein paar Stunden mir Norah und Aleksander die wunderschöne Natur Norwegens erleben möchten. 🇧🇻🤎🌲

  12. Cover des Buches Rockleben (ISBN: 9783959913751)
    Alexandra Fischer

    Rockleben

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Sesshiki

    Normalerweise bin ich kein allzu großer Fan von Geschichten, die sich mit Stars und Sternchen beschäftigen, Rockleben konnte mich jedoch aufgrund seiner bodenständigen Art richtig überzeugen!
    Wir begleiten Almond auf ihrem Weg, eine Balance zwischen Verpflichtung und eigenen Wünschen im stressigen Rockbusiness zu finden. Im Zwiespalt zwischen Frustration und Hoffnung steht dabei weniger die Spannung als vielmehr das Gefühl im Vordergrund.

    Statt einer verklärt-träumerischen Perspektive erhalten wir ein realitätsnahes, schonungsloses Bild der Branche, der atmosphärische Schreibstil lässt aber auch die tiefe Verbundenheit zur Musik deutlich hervortreten. Die eng verwobenen Handlungsstränge lassen die dichte Handlung allmählich vorankommen und immer verzwickter werden, bis die Figuren vor schwierigen Entscheidungen stehen.
    Die tollen Freundschaften zwischen den einzelnen Charakteren vermitteln eine zauberhafte Wohlfühlatmosphäre, selbst dann, wenn es an jeder anderen Ecke in Als Leben eher so mittelmäßig läuft. Auch die Liebe ist gefühlvoll und romantisch, ohne dabei in Kitsch abzudriften. Der Humor kommt definitiv auch nicht zu kurz, und das ein oder andere Spruchduell kann so manches Schmunzeln hervorrufen.
    Einzig und allein bei ihren Gegenspielern und einigen Nebencharakteren wäre ein bisschen mehr Tiefe wünschenswert gewesen.

    Besonders die Protagonistin, Al, hat sich aber definitiv in mein Herz geschlichen! Sie ist bodenständig und dabei trotzdem emotionsgeleitet, und man fühlt mit ihr von der ersten Seite an mit! Ihre sture Art, mit der sie ihre eigenen Ansichten vertritt – bleib dir treu und verkauf dich nicht für Ruhm und Ehre, sondern mach dein eigenes Ding – bringt sie zwar immer wieder in Schwierigkeiten, hinterlässt aber einen tiefer gehenden Eindruck. Natürlich läuft auch bei ihr vieles nicht perfekt, das macht sie aber nur sympathischer und menschlicher.

    Die Kapitel beginnen mit passenden, stimmungsvollen Liedzeilen, die jeweils einer der Bands zugeordnet werden, und auch im Text mehrfach aufgegriffen werden. Dies trägt noch ein wenig mehr zur besonderen Stimmung bei und war für mich persönlich eines der Highlights des Buches!

    Insgesamt kann ich das Buch für Fans von ruhigen Liebesgeschichten, aber auch für Fans der Musik nur empfehlen! Die Geschichte lädt zum Träumen ein, stellt dabei aber auch klar, dass nicht immer alles Friede-Freude sein kann, und dass es trotzdem weitergeht im Leben.

    Fans des ersten Bands, Rockherz, sollten daher unbedingt weiterlesen. Rockleben kann aber ohne Probleme auch unabhängig davon gelesen werden.

  13. Cover des Buches Geschichten aus Nian - Landwandlerin (ISBN: 9783947086542)
    Paul M. Belt

    Geschichten aus Nian - Landwandlerin

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Fantasy Girl

    mein Fazit:

     

    habe nun etwas länger nicht mehr in Nian verbracht, aber es war für mich sofort wieder wie nach Hause zu kommen. Der Autor Paul M. Belt hat eine wunderbare Art seine Geschichten durch seinen Schreibstil und seiner eigenen Niansprache, seine kleinen oder auch großen Leser, auf jeder Seite tiefer in die Story zu ziehen. Man gewöhnt sich schnell an die Protagonisten und den einzelnen Orten und Baumnamen.

    Wir begleiten nun "Dila" auf ihrer Reise durchs Land. Sie ist eine begeisterte Wanderin und hat mit dem Clan ihres Vater nichts am Hut. Sie hat in ihrer Nähe die Stimme eines Baumes wahr genommen, der sie eine Wandlerin nannte. Sie möchte auf gar keinen Fall keinem Blatt reisen, wie ihr Vater und der Bruder. Da sie schlau ist, und auch belesen, möchte sie auf eine Klärungswanderung gehen, die darf ihr auch keiner verwehren. Dort erlebt sie in verschiedenen Orten unterschiedliche Begegnungen die sie sehr reifen lassen und auch einiges neues aus ihrem Land erfahren. Möchte auch diesmal nicht zu viel verraten da es sich zu 100% lohnt nach Nian zu reisen. Findet heraus welche Begabung Dila inne hat, was das ganze Volk beschäftigt, und warum manche Angst haben sich Bäumen zu nähern. Obwohl sie einfach nur zuhören sollten.

    Man kann es wunderbar vorlesen für die Kids die es noch nicht selbst können, oder man lässt sich auch als Erwachsenen auf eine tolle Reise ein.

    Meinerseits gibt es auf jeden eine klare Kauf sowie Leseempfehlung!

    und wohl verdiente 5 Sterne

     

  14. Cover des Buches Das Nest (ISBN: 9783442486168)
    Cynthia D'Aprix Sweeney

    Das Nest

    (201)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    "Das Nest" ist ein Treuhandfonds, den der bereits verstorbene Familienvater Leonard Plumb für seine vier Kinder angelegt hat. Dieser sollte am 40. Geburtstag der jüngsten Tochter Melody ausgezahlt werden. Wenige Monate zuvor verursacht der älteste Sohn Leo jedoch einen Unfall, weshalb Mutter Francie den Fonds als Schweigegeld für das Unfallopfer verwendet, um einen Skandal zu verhindern. Dummerweise hatten die Kinder jedoch mit der Auszahlung eines millionenschweren Erbes gerechnet, so dass sie sich nicht aus ihren bestehenden Finanzkrisen heraushelfen können. Leo vertröstet seine Geschwister zunächst und verspricht, sich um einen Ausgleich zu kümmern, aber dann verschwindet der Lebemann klammheimlich. 

    Der Roman ist aus der Perspektive zahlreicher Charaktere geschrieben, dass es zunächst schwerfällt, einen Überblick über alle Figuren zu erhalten und die Zusammenhänge zu erkennen. Es werden nicht nur Szenen aus dem Leben der vier Geschwister Plumb geschildert, sondern auch aus denen von Nebencharakteren, die für die Handlung keine wesentliche Rolle spielen. Auf diese Weise kommt man keinem Charakter wirklich nah, sie blieben distanziert und undurchsichtig. Auch stört die am Anfang sprunghafte Erzählweise den Lesefluss. Die einzelnen Episoden und Rückblenden wirken zusammenhanglos und es fehlt an einer aktiven Handlung, da sich der Roman mehr mit den Gedanken und Sorgen der Protagonisten beschäftigt. 

    Erst als der Fokus stärker auf Leo rückt und sein Charakter, der sich als eine arrogante, überhebliche und egoistische Persönlichkeit entpuppt, die keinerlei Unrechtsbewusstsein zu haben scheint, sich seine Schuld nicht eingesteht und für sich selbst einen Neuanfang möchte, wird das Buch interessanter und spannender. Leider verliert sich die Handlung dann erneut in Nebenschauplätzen, so dass sie am Ende nicht spannender sondern ermüdender wird. 

    "Das Nest" ist für mich kein klassischer Familienroman, denn dafür fehlte mir eine durchgehende Interaktion der Geschwister. Es bleibt vage, wie die Geschwister gemeinsam aufgewachsen sind und in welchen Verhältnissen sie zueinander stehen. Verbindendes Element scheint einzig der Treuhandfonds zu sein, weshalb sie sich überhaupt um Treffen bemühen. Details aus den Leben der jeweils anderen kennen sie nicht. Die Rolle von Mutter Francie ist nebulös und warum sie das Erbe eingesetzt hat, um negative Schlagzeilen zu vermeiden, wird nicht klar. 
    Auch wenn der rote Faden die ausstehende Wiedergutmachung Leos ist, auf die sich die Geschwister verlassen, um ihre finanziellen Probleme zu lösen, verliert sich der Roman in diversen Nebenhandlungen, die völlig beliebig und für den Fortgang der Handlung unerheblich sind, so dass er etwas langatmig und unfokussiert erscheint. Auch die fehlende Nähe zu den Charakteren erschwert es, an ihren Schicksalen teilzuhaben, so dass die Handlung weder sonderlich fesselt noch emotional berührt.
  15. Cover des Buches Geschichten aus Nian - Lindenreiter (ISBN: 9783947086511)
    Paul M. Belt

    Geschichten aus Nian - Lindenreiter

    (52)
    Aktuelle Rezension von: admit

    Im Lande Nian können Bäume und das Gras sprechen. Dort lebt auch ein liebenswertes Volk, lauter winzige Leute mit großem Herz. Ihre besonderen Talente nutzen sie, um ihre Welt vor den Riesen zu retten. Man fiebert mit ihnen mit, wenn es doch einmal gefährlich wird. Die flüssige Schreibweise von Autor Paul wird immer wieder von wunderschönen Illustrationen zu einem wahren Feuerwerk für die eigene Fantasie gesteigert. Absolut empfehlenswert zum Ausstieg aus unserer derzeit so unerfreulichen Realität!

  16. Cover des Buches Nein aus Liebe (ISBN: 9783407229403)
    Jesper Juul

    Nein aus Liebe

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Annette126

    ❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤


    Rezension zu "Nein aus Liebe" Klare Eltern - starke Kinder


    Erfahrensgut


    Jonas, der kleine Pinguin mag gerne verschiedene Eissorten. Er fragt seine Eltern, ob sie ihm 5 Eiskugeln geben können. Beide überlegen ernsthaft, ob sie dies tun wollen....


    Wie wird die Antwort seiner Eltern darauf sein?🤔


    In meinen Augen ist es ein pädagogisch sinnvolles Buch, was die Erziehung der Kinder angeht.


     Ich finde es durchaus sinnvoll, wenn Eltern zu ihrem Kind auch mal zwischendurch NEIN sagen, wenn Kinder eine Frage an sie haben.


    Das prägt sich dabei auch gut im Bewusstsein der Kinder ein. Und auch dem Verständnis der Kinder gegenüber ist es gut. Damit sie für die Entwicklung lernen.


    Mein Herz hat es auf jeden Fall gewonnen und es bekommt heute die süssen 5 Sterne von mir.


    ❤pädagogisch empfehlen kann ich es Jedem von Euch❤


    💗💗💗💗💗💗💗💗💗💗💗💗💗💗💗💗💗

  17. Cover des Buches Ein Cottage für deinen Sommer (ISBN: 9783596704507)
    Viola Shipman

    Ein Cottage für deinen Sommer

    (116)
    Aktuelle Rezension von: Troubline

    Adie Lou zieht von der Großstadt ins Dorf, um ein altes Ferienhaus zu renovieren. Dabei erlebt sie einige Hoppalas und schöne Überraschungen.

    Vom Setting her ist es perfekt für Frauen, die sich Stärke wünschen, die einen Traum vom Yoga-Domizil mit B&B haben, Unterstützung annehmen lernen wollen und sich einen schönen Sommerroman wünschen. Der Roman ist einfach geschrieben, sehr herzlich und warm. Perfekt für zwischendurch.

  18. Cover des Buches Die Herzen der Männer (ISBN: 9783453423015)
    Nickolas Butler

    Die Herzen der Männer

    (157)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Nelson wird diesen Sommer wieder mit seinem Vater zwei Wochen im Pfadfindercamp verbringen. Während der Junge die Hoffnung auf Freundschaft und Abzeichen noch nicht aufgegeben hat, sieht sein Vater darin einen Ausweg, um vor seiner Frau zu fliehen und sich gänzlich dem Alkohol hinzugeben.

     

    Einzig vom Campleiter Wilbur wird Nelson unterstützt. Er nimmt ihn auch zu sich auf, als der Vater die Familie verlässt. Aus dem traurigen und einsamen Jungen wird ein Kriegsheld. Doch mit Freundschaften hat er es nach wie vor schwer.

     

    Jonathan hingegen hatte schon als Kind ein Auge auf Nelson geworfen. Nicht das er Freunde brauchte. Er brauchte schlichtweg ein Opfer. Jahr um Jahr im Camp täuschte Jonathan Herzlichkeit und Freundschaft bei Nelson vor und auch nach dessen Rückkehr aus dem Vietnamkrieg blieben die beiden in Kontakt.

     

    Nelson wird für Trevor, dem Sohn von Jonathan ein Ersatzvater. Während Jonathan seine zahlreichen Liebschaften bedienen muss, rebelliert Trevor. Mit Nelson als Vorbild zieht er ebenfalls in den Krieg.

     

    Jahre später fährt Thomas mit seiner Mutter Rachel ins Camp, das mittlerweile von Nelson geleitet wird. Rachel kann mit dem frühen Tod von Trevor nicht abschließen und braucht Nelson um ihr Leben mit Thomas zu bewältigen.

     

    Doch die Zeiten sind für jede Generation für sich hart und umkämpft. Freundschaften zu pflegen und nicht die Schwächen und Geheimnisse anderer auszunutzen, lernen die Kinder nicht mehr. Ausgerechnet das Camp, dessen Ziel es war, dies aufzuzeigen, zerbricht nach und nach an deren Besuchern.

     

    Nickolas Butler hinterlässt damit einen faden Beigeschmack. Nelson, Jonathan und Trevor sind ein Sinnbild von amerikanischen weißen Männern. Wettkampf und Auszeichnungen prägen deren Laufbahn und für die wahre Liebe sowie Beziehungen untereinander bleibt da kaum Spielraum. Mit dem Camp kratzen Wilbur wie auch Nelson zumindest an der Oberfläche. Aber die Zeiten ändern sich und die Kinder sind kaum mehr zu begeistern und die Väter sehen darin nur noch eine Flucht.

     

    Butler macht es einem nicht leicht, die Protagonisten zu mögen. Nach jeder vermeintlich guten Tat kommt ein Tiefschlag und man ist wirklich bemüht, Jonathan und sogar Nelson dies immer wieder zu verzeihen.

     

    Nach Shotgun Lovesongs lässt Butler uns erneut tief in die menschliche Seele blicken.

  19. Cover des Buches Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen (ISBN: 9783442159642)
    Axel Hacke

    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Alira

    Der Text des Buches handelt vom Zusammenleben der Menschen und der immer wieder auftretenden Frage „Wie wollen wir miteinander umgehen?“ Gerade in Zeiten, die immer rauer werden, sollte sich jeder mit dem Begriff „Anstand“ auseinandersetzen. Und weil es für „Anstand“ viele Definitionen gibt, ein paar Zitate aus diesem absolut lesenswerten Buch:

    Es geht, wenn es um Anstand geht, um eine grundsätzliche Solidarität mit anderen Menschen, ein Empfinden dafür, dass wir alle das Leben teilen, ein Gefühl, das für die großen und grundsätzlichen Fragen ganz genauso gilt wie für die kleinen, alltäglichen Situationen.

    Alle populistischen Führer unserer Zeit finden ihren Anhang nicht nur unter denen, die den Anschluss an ein wirtschaftlich auskömmliches Leben schon verloren haben, sondern es gibt auch halbwegs gut Situierte, die Angst haben, dass sie schon bald nicht mehr so gut situiert sein könnten. Es geht um die Angst vor dem Absturz und das Gefühl, dass diese Angst nicht wahrgenommen wird.

    2017 hat man untersucht, wie zu diesem Zeitpunkt die AfD ihre Anhänger rekrutierten: Die AfD fand Unterstützer aus der Mitte der Gesellschaft. Sie sei „die Partei der sich ausgeliefert fühlenden Durchschnittsverdiener“. Der Menschen, die große Angst vor Katastrophen und vor dem Gefühl, auf die gegenwärtige Politik einen Einfluss nehmen zu können. Und diese Zukunftsangst konzentriert sich auf einen Punkt: die Zuwanderer aus anderen Ländern.

    Wenn man Angst hat, ist es sehr nützlich, sich diese Angst einzugestehen. Weil sie durch Unterdrücken nämlich noch viel größer wird. Das heißt auch, sie nicht für sich behalten, sondern sie mit anderen zu teilen. Zu erfahren, dass man damit nicht alleine ist. Zweitens hilft es, den Verstand einzuschalten, soferne das möglich ist. Das bedeutet, Realität ins Spiel zu bringen und vernünftig mit dieser Angst umzugehen, damit diese Angst nicht zu Hass wird.

    Wir leben in Frieden, in Freiheit und zu einem großen Teil auch in Wohlstand. Wenn es um unser Zusammenleben geht, kann ein wenig Interesse für die, mit denen man zusammenleben muss oder sogar will, nicht schaden.

    Wem die allgemeine Wirklichkeit zu unüberschaubar und unkontrollierbar ist, wer das Gefühl hat, in dieser Wirklichkeit ein Niemand zu sein, einer, der nicht gefragt wird und der nichts zu sagen hat und ohne Zugriff ist auf die Entwicklung des Lebens im Großen und im Kleinen, der baut sich seine eigene Wirklichkeit. Weil der Mensch sich selbst nicht aushält, wenn er sich als komplett bedeutungslos empfindet.

    Die Selbstradikalisierung vieler Menschen: ihre Flucht in einen Hass auf alles Fremde und Ungewohnte; in Ernährungsweisen, von denen man sich am Ende nichts anderes als die Rettung der Welt erhofft; in einen Fitnesswahn, der in die komplette Ich-Fixierung führt; in den Wahn einer politischen Korrektheit, in der jeder umstellt ist von Sprachgesetzen, die es um jeden Preis einzuhalten gilt; das alles ist Ausdruck jener großen Suche nach Sicherheit und Selbstwertgefühl in einer zutiefst verunsichernden Zeit. Am Ende führt es (und hat natürlich schon geführt) zu Fanatismus, zur Verschließung gegenüber dem anderen und Neuen, zur Unfähigkeit, was die Auseinandersetzung mit anderen angeht.

    Es geht darum: Was will ich eigentlich selbst? Man muss eine Haltung haben, man muss sie sich erarbeiten. Und es hilft reden. Es hilft der Versuch, zu überzeugen. Das hört nie auf. Und vielleicht heißt, seinen Verstand zu gebrauchen: zu verstehen, dass der andere seine Gründe hat, warum er sich verhält, wie er sich verhält, und versuchen, diese Gründe zu verstehen. Reden hilft immer.

    Wir müssen gewisse Kompliziertheiten in unserer Welt aushalten und verstehen, dass sie nicht lösbar sind, obwohl man versuchen muss, sie zu lösen. Und dass man sich die Flucht ins Simple verbietet.

    Die Dummheit als Gefühlsfehler, die ihren Ursprung in Furcht vor dem Leben, in Angst vor der Zukunft, ja in Panik hat. Und in der Unfähigkeit, damit auf andere Art als hassend umzugehen.

    Bestimmten Leuten bringt man natürlich nie Anstand bei. Man muss nur zusehen, dass sie nirgendwo Oberhand gewinnen und den Ton bestimmen dürfen.

    Menschen, die gar nicht unanständig sind, werden manchmal von den Unanständigen einfach mitgezogen.

    Der Mensch ist ein Herdentier. Er passt sich dem an, was in seiner Herde gilt, an Normen und Standards des Verhaltens, ob man das gut findet oder nicht – und deswegen muss man aufpassen auf das, was gilt.

    Zu den wirklichen Fähigkeiten des Menschen gehört: hinter sich zu lassen, was in anderen Jahrtausenden wichtig war für sein Überleben, jetzt aber nicht mehr wichtig ist. Hinauszuwachsen über seine Instinkte, seine unmittelbaren Gefühle, seine Bequemlichkeit und Faulheit und Neigung zur Seelendummheit, über seine Standardeinstellungen und default settings. Zu dem zu finden, was ihm auch gegeben ist, was er aber bisweilen erst einmal in sich suchen muss: das Verstehen und den Verstand, alles, was er an Größe in sich trägt.

    Und dabei ist nicht nur von denen die Rede, die wir verstehen, die uns ähnlich sind, die wir mögen, mit denen wir sympathisieren, die unsere Ziele teilen, die ein Leben führen, das aussieht wie unseres. Sondern auch von den Feigen, den Verängstigten, den Unverschämten, den Dummen, den Lauten, den Leisen, den Störrischen, den Fremden, denen wir etwas schulden. Was schulden wir ihnen? Jedenfalls Respekt und den Versuch, zu verstehen. Anerkennung, Rücksicht, Wohlwollen, Freundlichkeit und jene Solidarität, die Grundlage dessen ist, was wir den menschlichen Anstand nennen könnten.

    Der eine Sache jedes Einzelnen ist und damit eine Sache von uns allen.

  20. Cover des Buches Überleben unter Kollegen (ISBN: 9783492313254)
    Mathias Fischedick

    Überleben unter Kollegen

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Photon
    „Überleben unter Kollegen“ von Mathias Fischdick aus dem PIPER Verlag 10/2018 ist ein Ratgeber, um im Berufsalltag mit den unterschiedlichen Charakteren der Kollegen zu Recht zu kommen. In der Einführung werden auf sehr lustige und überzeichnete Weise die verschiedenen Charaktere von Kollegen dargestellt. Im zweiten Teil des Buches wird die These erhoben „Die wollen doch alle nur Spielen“, hier geht es darum, welche Regeln wir verinnerlicht haben und unbewusst anwenden.
    Im dritten Kapitel wird zur Entscheidung gestellt, wie der Leser sich verhalten will, nach dem AUA-Prinzip (Aggression, Unterdrückung und Arroganz) oder das WOW-Prinzip. (Wahrnehmung, Offenheit und Wertschätzung). Wie entscheide ich mich, alle ignorieren und mit der Brechstange durch den Berufsalltag? Oder meine Kollegen wahrnehmen, ihnen mit Offenheit und Wertschätzung begegnen. Hierbei wird der Leser, nach einer Erklärung der einzelnen Prinzipien, zu Übungen aufgefordert, die dabei helfen, sich selbst einzuordnen und zu erkennen, welche inneren Beweggründe seine Arbeitshaltung bestimmen. Zum Schluss gibt es noch Ratschläge für aussichtslose Fälle.
    Beim Durcharbeiten des Buches merkt man, dass der Autor aus der Praxis kommt, wenn man sich auf die Fragen und Ideen einlassen kann, wird es im eigenen Arbeitsalltag manchen Aha Effekt geben und manche Situation verstehbar.
    Ich habe das Buch mit viel Spaß gelesen, manchmal über die Übungen gestöhnt, wurde aber immer mit wichtigen Erkenntnissen belohnt.
    Ich kann es sowohl Arbeitnehmern als auch Managern nur empfehlen.
    Fünf Sterne
  21. Cover des Buches Was nie geschehen ist (ISBN: 9783746636214)
    Nadja Spiegelman

    Was nie geschehen ist

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Mütter und Töchter: Auf den ersten Blick so gleich und beim näheren Betrachten dann doch, wie Orangen und Mandarinen, mit feinen, aber entscheidenden Unterschieden. 🍊🍊 Mit ihrem ersten Roman "Was nie geschehen ist" geht Nadja Spiegelman (Tochter von Art Spiegelman 🐁) auf Identitätssuche und taucht tief in ihre Familiengeschichte ein. 👧👩👵 Durch das Befragen ihrer aus Frankreich stammenden Mutter und ihrer dort gebliebenen Großmutter treten einige Geheimnisse und Widersprüche zu Tage und Nadja hinterfragt, was denn nun wirklich geschehen ist. 💭 "Jetzt, also jetzt, da ich ihre Vergangenheit kannte, sah ich beides. Ich sah, was meine Mutter alles getan hatte, um sich von ihrer eigenen Mutter zu unterscheiden. Und ich sah auch, wie die so lang verschwiegene Vergangenheit uns lenkte. Sie glich einer unsichtbaren Strömung im Ozean, sie definierte unseren Abstand, unsere Nähe zueinander, und sie verlief in einer solchen Tiefe, wir merkten kaum, dass nicht wir selbst den Kurs bestimmten." 💭 "Meine Mutter war nicht perfekt. Meine Mutter war heftig. Dinge geschahen nicht, weil sie möglich waren, sie geschahen, weil sie entschieden hatte, dass sie geschehen würden."

  22. Cover des Buches Zauberschön (ISBN: 9783869178004)
    Irene Matt

    Zauberschön

    (63)
    Aktuelle Rezension von: Buecher_drache

    Das Königreich Florapis ist ein ganz zauberhaftes Fleckchen Erde. Überall blühen Blumen und die Bewohner verarbeiten den Honig der fleißigen Bienen und König Florobert regiert mit Weitsicht und Güte.

    Jedoch wird der Prinz als Baby von einer Biene gestochen und seither hat er vor allem und jedem Angst.

    Als der betagte König versucht, seinen Sohn in die Amtsgeschäfte einzuführen, beschließt dieser aus Angst eine Mauer um Florapis errichten zu lassen.

    Dies führt jedoch zu jeder Menge Problemen und gefährdet das sorglose Leben in dem Königreich enorm.

    Zudem wird von dem Baulärm der junge, hungrige Tatzelwurm (nicht zu verwechseln mit einem Drachen, auch wenn sie ähnlich aussehen) Pankratz angelockt, der sich am liebsten von Ideen ernährt. Zurück bleiben Zweifel und Mutlosigkeit.

    Bislang weiß nur Ava von seiner Existenz und durchschaut die Zusammenhänge - und sie setzt alles daran, das Leben für die Bewohner von Florapis wieder zauberschön zu machen.


    Ein ganz wunderbares Märchen über Freundschaft, Angst bzw Mut. Die Sprache ist bildreich und dazu gibt es auch noch hübsche Illustrationen.

    Ich mochte Ava und Pankratz sehr gerne und hab es genossen, in die Welt von Florapis einzutauchen.

    So einen Tatzelwurm würde ich auch gern mal kennenlernen - warum, das könnt ihr in dem Buch erfahren.

  23. Cover des Buches 7 Tage mit Gott (ISBN: 9783946446637)
    Ralph LLewellyn

    7 Tage mit Gott

    (14)
    Aktuelle Rezension von: badische_lesenaerrin
    Diese Buch habe ich hier bei einer Verlosung  gewonnen.
    Dem Autor Ralph Llewellyn ein großes Dankeschön,dass ich das Buch lesen durfte!

    Ich habe diese Buch gerne gelesen. Es war ein Lesegenuß mit winzigen Minuspunkten.

    In dieser Geschichte geht es um einen typischen Bankangestellten,wie man ihm sich vorstellt. Er bekommt viele Besuch und Begegnungen mit Gott persönlich und seinen Engeln. Gottes Mission: Er will Frank,den Bankangestellten in 7 Tagen zu einen besseren Menschen machen mit Hilfe seiner Engel.

    Ich liebe Bücher,die den Leser zum Nachdenken anregen. Diese Buch ist eines davon.

    Aber keine Angst,dieses Buch kommt wirklich ohne typischen religiösen Dogmen aus und der Autor schafft es sogar Humor in die Geschichte hinein zu bringen.

    Mein Punktabzug ist davon,dass ich mich persönlich ein wenig schwer getan hab mit Gott in seiner Rolle in dem Buch. Das liegt einfach an meiner Skepsis. Für mich kam er in wenig menschlich rüber.

    Das Ende von der Story war auch nicht so meins,auch wenn ich es einerseits rührend fand.

    Wenn ich diese Buch nicht gewonnen hätte,weiß ich nicht ,ob ich es mir kauft hätte,da mich das Cover alleine schon skeptisch gemacht hätte.

    Trotzdem: Eine klare Leseempfehlung! Gut geeignet, für die,die sozusagen über Gott und die Welt gerne nachdenken.
  24. Cover des Buches Königsfreunde - Band 2 (ISBN: B01M143SAF)
    Isabell Schmitt-Egner

    Königsfreunde - Band 2

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Schoensittich

    Der Roman „Königsfreunde – Band 2“ der Autorin Isabell Schmitt-Egner erschien im September 2016. Es handelt sich um ein Taschenbuch mit 555 Seiten. Dies ist die Fortsetzung des Buches „Königsfreunde“.



    Inhalt:

    Seit einem halben Jahr leben Clara und Robin nun zusammen, aber bis heute hat er ihr keinen Heiratsantrag gemacht. Und leider ist Robin als junger König nicht nur sehr beschäftigt, sondern auch begehrt - als Heiratskandidat für Prinzessinnen aus den Nachbarreichen. 


    Schon bald läuft Besuch auf im Palast, und die Königinnen sind nicht zimperlich, wenn es darum geht, Clara als unerwünschte Nebenbuhlerin loszuwerden …



    Cover:

    Das Cover zeigt eine bewaldete Landschaft. Im Hintergrund liegt ein Schloss im Halbdunkel vor einem schönen blauroten Himmel. Vorn ist ein Pferd zu sehen, auf dem eine in weiß gekleidete Frau liegt. Während Sie zu schlafen scheint oder anderweitig ausgeknockt ist, hat das Pferd einen glasklaren Blick und scheint genau zu wissen, wo es hin will. Im oberen Viertel findet sich der Name der Autorin. Der Titel des Buches ist mittig auf dem Cover.



    Stil und Story:

    Das Buch macht vom Stil da weiter, wo der erste Teil aufhört und „Adam – Eine Königsfreunde-Geschichte“ als Zwischenstück das Grundthema mit aufgegriffen hat. Die Geschichte setzt ein paar Monate nach dem ersten Band ein. Wie auch in den anderen Bänden ist der Stil sehr bildlich. Man kann perfekt in die Welt von Robin und Clara sowie dem Sklaven Adam abtauchen und sich beim Lesen fallen lassen. Trotz der beachtlichen Zahl an Seiten gibt es zu keiner Zeit irgendwelchen Leerlauf in der Geschichte, da in diesem Königreich immer was los ist. Die Freundschaften werden in einem Mix aus Liebe, Sklavenhandel, Eifersüchteleien und Ränkespielen auf eine Probe gestellt. Besonders Adam erweist sich als große Hilfe für die Anderen. Insgesamt haben sich die Figuren sehr gut weiterentwickelt. Man hat sie im zweiten Teil nun endgültig ins Herz geschlossen. Wie auch in den anderen Bänden sind die Orte der Handlung schön beschrieben und ausgeschmückt. Die insgesamt 31 Kapitel sind jeweils noch in zahlreiche Absätze unterteilt, so dass man das Lesevergnügen einteilen kann und das Buch auch mal ein paar Minuten aus der Hand legen kann, sofern man das überhaupt möchte.



    Fazit:

    Eine Fortsetzung, die nicht nur alles vom ersten Band perfekt weiterführt, sondern sich auch noch steigern kann. Was will man mehr.  

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