Bücher mit dem Tag "western"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "western" gekennzeichnet haben.

204 Bücher

  1. Cover des Buches Schwarz (ISBN: 9783453444607)
    Stephen King

    Schwarz

    (1.099)
    Aktuelle Rezension von: xeni_590

    Sie ist eine 4 von 5



    Also vorher sollte man sagen dieses Buch ist ihrgendwie anders als seine "normalen" Horror Bücher. Hier ist wirklich eher Fantasy, schreibt er aber auch noch explizit im Vorwort xD


    Es ist auf jeden Fall ein guter Einstieg in die Saga, man lernt die Protagonisten kennen, erlebt schon ein Paar Verluste uwu


    Die Handlung ist auch interessant und geht recht flot voran. Sie ist weder zäh noch wirkt sie ihrgendwie unnötig in die Länge gezogen mit Situationen.


    Bin auf jeden Fall gespannt was die Reihe noch bringt und was dieser 10 Jahre-Nacht-Sprung noch für Konsequenzen hat xD

  2. Cover des Buches The Bourbon Kid - Das Buch ohne Namen (ISBN: 9783751733151)
    Anonymus

    The Bourbon Kid - Das Buch ohne Namen

    (645)
    Aktuelle Rezension von: ImmersivBuchreihe

    Das Buch ohne Namen habe ich eher zufällig entdeckt, ohne wirklich zu wissen, worauf ich mich einlasse – und genau so fühlt sich auch der Einstieg an.

    Am Anfang war ich ehrlich gesagt etwas verwirrt, weil man direkt in eine Welt geworfen wird, die sich nicht sofort erklärt. Vieles wirkt erstmal chaotisch, fast schon überzogen, und ich musste mich erst orientieren.

    Aber genau das macht den Reiz aus. Je weiter man liest, desto mehr entfaltet sich diese völlig eigene Mischung aus düsterem Humor, Gewalt und einer fast schon absurden Dynamik zwischen den Figuren.

    Es ist schwer, das Buch klar einzuordnen, weil es sich bewusst nicht an typische Genregrenzen hält. Und gerade dadurch fühlt es sich erfrischend anders an als vieles, was man sonst liest.

    Für mich war es genau diese Kombination aus anfänglicher Verwirrung und wachsender Faszination, die das Buch besonders gemacht hat.

    Kein klassischer Einstieg, aber definitiv etwas, das im Kopf bleibt.

  3. Cover des Buches Drei (ISBN: 9783453444614)
    Stephen King

    Drei

    (863)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    Mit Der Dunkle Turm – Drei hebt Stephen King seine Saga auf ein völlig neues erzählerisches Niveau. Wo Schwarz noch bewusst spröde, archaisch und wie ein Mythos in Fragmenten wirkte, ist Drei ein Roman voller Dynamik – ohne dabei seine Tiefe oder Ruhe zu verlieren.


    Von Beginn an fällt auf, wie fließend King zwischen Welten, Zeiten und Perspektiven wechselt. Diese Übergänge wirken nie erklärend oder konstruiert, sondern organisch – als würde man einer Geschichte folgen, die sich ganz selbstverständlich entfaltet. Besonders beeindruckend ist dabei, wie mühelos King innere Monologe, Rückblenden und Gegenwartsszenen miteinander verwebt, ohne den Lesefluss auch nur einmal zu brechen.


    Inhaltlich gewinnt der Roman stark an Tempo, ohne zum reinen Actionbuch zu werden. Die Geschichte lebt von markanten Momenten, die sich unauslöschlich im Kopf festsetzen. King erzählt weiterhin mit erstaunlich wenigen, aber extrem wirkungsvollen Szenen – und genau darin liegt seine große Stärke: Jede Begegnung, jeder Ortswechsel fühlt sich bedeutsam an, nichts wirkt wie Füllmaterial.


    Besonders hervorzuheben ist die Figurenzeichnung. Roland bleibt getrieben vom Turm, wirkt jedoch spürbar menschlicher als im ersten Band. Seine Beziehung zu Eddie und Susannah ist von Nähe, Vertrauen und Wärme geprägt – und gleichzeitig immer überschattet von der Erkenntnis, dass für Roland letztlich alles dem Turm untergeordnet ist. Diese Ambivalenz verleiht dem Roman emotionale Tiefe, ohne sie auszuformulieren oder zu erklären.


    Typisch King ist auch hier seine Fähigkeit, Nebenfiguren mit wenigen Sätzen lebendig werden zu lassen. Sie werden nicht eingeführt oder beschrieben – sie sind einfach da. Dadurch entsteht eine Vertrautheit, die weit über das hinausgeht, was man auf der Seite liest.


    Fazit:

    Drei ist fesselnd, dynamisch und atmosphärisch dicht. Ein Roman, den man kaum aus der Hand legen kann, der Lust auf mehr macht und klar zeigt, dass diese Saga nicht nur erzählt, sondern erlebt werden will. Für mich ein durchgehend packender Band und ein großer Schritt nach vorne innerhalb der Dunkler-Turm-Reihe.


  4. Cover des Buches Wind (ISBN: 9783453410831)
    Stephen King

    Wind

    (198)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Eigentlich ist die Geschichte rund um den dunklen Turm nach Band 7 und dem großen Finale erzählt. Doch wie der Leser, so kann sich auch King offenbar nicht von seinen liebgewonnenen Figuren trennen und lässt uns noch einmal mit Roland, Eddie, Susannah, Jake und Oy zusammenkommen. Die Story ist angesiedelt zwischen dem 4. und 5. Band, kann aber auch unabhängig davon gelesen werden. Das Ka-Tet muss sich vor einem Stoßwind in Sicherheit bringen, der mit eisigen Winden alles zerstört was ihm unterkommt. Als die Gruppe einen sicheren Ort gefunden hat lässt sich Roland zu einer weiteren Geschichtenerzählung über seine Vergangenheit herab. Er berichtet dabei was nach der Zeit in Mejis, worüber man in Band 4 lesen kann, passierte.

    Roland wird mit seinem Freund Jamie in ein kleines Salzbergwerksdorf geschickt, um einen Fellmann zur Strecke zu bringen. Wie so oft enthält King dem Leser zu beginn vor, was genau der Fellmann sein soll. Dies holt er jedoch rasch nach und so stößt man zusammen mit Roland und Jamie schon bald auf die Leichen einer Rancherfamilie. 

    Im Gegensatz zu den bisherigen Bänden geht King diesmal sehr ins Detail, was herumliegende Körperteile und Blut anbelangt. Vergleicht man es mit den ersten 5 Bändern so sticht dieser Teil extrem hervor, was den Blutfluss betrifft. Und noch etwas ist diesmal anders. Roland erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern auch noch eine zweite, die er quasie in die erste Erzählung hineinflechtet. Darin geht es unter anderem um den Stoßwind und welche Auswirkungen ein solcher haben kann.

    Sehr gekonnt spielt King jedenfalls mit den einzelnen Abschnitten und lässt einen voll in diese kleine Zwischenstory eintauchen, die sich ideal in die gesamte Turmreihe einfügt.


    Fazit: Sowohl zwischen Band 4 und 5 gut lesbar, aber auch wenn man die Reihe durch gelesen hat und noch einmal auf Roland und sein Ka-Tet stoßen will. Dafür bietet sich der 8. Band hervorragend an, der zudem durch eine große Detailiertheit und auch ein gewisses Maß an Brutalität besticht.

  5. Cover des Buches Butcher's Crossing (ISBN: 9783423145183)
    John Williams

    Butcher's Crossing

    (122)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Butcher's Crossing ist ein Abenteuerroman über die Büffeljagd im Wilden Westen. Neben den durchaus ansprechenden Beschreibungen der wilden Natur wird auch die abstoßende Jagd auf die letzten Büffelherden und das unsägliche Gemetzel in allen Einzelheiten beschrieben. Letztendlich war die Reise nach Colorado und zurück das Interessanteste an dem Roman.

  6. Cover des Buches Duell (ISBN: 9783404172207)
    Arnaldur Indriðason

    Duell

    (54)
    Aktuelle Rezension von: Chiarra

    Nachdem ich die komplette Krimiserie um Erlendur gelesen habe, war ich neugierig auf deren „Vorgeschichten“. Dieser erste Teil der Vorgeschichten hat mir leider nicht gefallen. Es kam nicht so viel Interessantes über das "Vorleben" der Protagonisten der Erlendur-Serie heraus wie ich es mir erhofft hatte. Der Kriminalfall selber wird um ein historisch stattgefundenes Ereignis herum aufgebaut: das „Match des Jahrhunderts“ im Schachspiel zwischen dem amerikanischen Herausforderer Bobby Fischer gegen den Russen und Weltmeister Boris Spasski. Dieses Ereignis wird für den Hintergrund der Geschichte verwendet, aber ist wohl leider teilweise auch dafür verbogen worden. Aus meiner Sicht war die Idee für die Geschichte zwar gut, aber zu konstruiert und ein wenig als Revolver-Pistole umgesetzt. Selten, dass ich die Zeit lieber für das Lesen eines anderen Buches verwendet hätte. Hier ist es der leider der Fall gewesen.

    Gelesen und bewertet 01.05.2023 

  7. Cover des Buches Das finstere Tal (ISBN: 9783548286402)
    Thomas Willmann

    Das finstere Tal

    (178)
    Aktuelle Rezension von: FranGoldsmith

    Die Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts, kurz vor Winterbeginn. Ein Fremder kommt in ein einsam gelegenes Hochtal. Er sei Maler und suche Quartier. Die Bewohner sind misstrauisch, lassen sich aber von seinem Gold überzeugen. Der erste Schnee schneidet das Tal von der Außenwelt ab. Das Leben im Dorf kommt zur Ruhe, man hat sich an den Fremden gewöhnt. Doch dann gibt es den ersten Toten, bald darauf einen zweiten. Eine dramatische Geschichte von Liebe und Hass, Schuld und Vergeltung nimmt ihren Lauf.

    Ich liebe den Film dazu, und habe mich nun an das Buch gewagt. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich darauf einlässt wird man mit einem spannenden düsteren Western belohnt. Natürlich bleiben die Personen etwas blass, Hintergründe verborgen und das Ende ist auch nicht wirklich befriedigend aber ich habe das Buch trotzdem verschlungen und geliebt. 

    Vielleicht eher etwas für Liebhaber, aber von mir 5/5 Sterne. 

  8. Cover des Buches Die Rückkehr (ISBN: 9783832162955)
    Carsten Stroud

    Die Rückkehr

    (30)
    Aktuelle Rezension von: NiWa
    Schwarze Krähen schießen einen Jet voll chinesischer Unternehmer ab, im Wagen eines Polizisten wird die Beute eines Bankraubs entdeckt, und ein Gefangenentransport geht gehörig schief. Diese Ereignisse geschehen in kürzester Zeit. An und für sich ist es ungewöhnlich, wenn es nicht in Niceville wäre, wo das dunkle Nichts nach den Bewohnern greift ...

    "Die Rückkehr" ist der zweite Teil von Carsten Strouds Niceville-Trilogie. Schon wie beim ersten Band kann ich nur von einem genialen Genre-Mix sprechen, der sich im Lauf der Handlung sogar noch gesteigert hat.

    Mittelpunkt der Ereignisse ist das amerikanische Südstaaten-Städtchen Niceville, indem das Grauen aus allen Ecken und Enden schielt. In Niceville geschieht Merkwürdiges, und es sieht danach aus, dass die Geschichte nicht gut ausgeht.

    „ ‚Kannst du dich noch an die Zeiten erinnern, als in Niceville nichts los war?‘
    ‚Nein‘, sagte Nick (…) ‚Ich auch nicht‘ “
    (S. 448)

    Dieser zweite Teil schließt nahtlos an den Vorgängerband an. Auch diesmal ist es für mich schwierig, meine Eindrücke zu dem Buch festzuhalten, weil es gar so packend und einzigartig ist.

    Als Leser ist man erneut mitten im Geschehen drin. Dennoch gibt Carsten Stroud Raum, um die Figuren wieder zu erkennen und sich zu orientieren. Anfangs geht es ruhiger als im ersten Band zu, dennoch landet man rasch in einer Verfolgungsjagd, bei der ordentlich die Fetzen fliegen.

    Der Autor hält sich nicht zurück. Es gibt kein Zögern oder Zaudern, er geht knallhart mit seinen Figuren um. Dabei spritzt das Blut, das Grauen steht ihnen ins Gesicht geschrieben, und es wird über Leichen gegangen, weil das Leben aus Grauschattierungen besteht.

    Die facettenreichen Charaktere haben mich von Beginn an gefesselt und gebannt. Ich liebe es, wenn die Bösen vorbildlich handeln, und die Guten schlechte Entscheidungen treffen. Das ist für mich menschlich, authentisch und wirkt real.

    Besonders gut gefällt mir der Cop Nick, weil er nicht aus Niceville stammt und somit einen etwas frischeren Blick auf das Kleinstadtleben hat. Er ist der federführende Charakter der Handlung, und hat sich mit seiner Frau Kate als Mittelpunkt der Story entpuppt.

    Bemerkenswert gruselig ist die Figur des Jungen Rainey Teague. Hier spielen dezente Horror-Elemente rein, wobei man niemals weiß, woran man bei ihm ist. Manches Mal hat es mir die Gänsehaut aufgestellt, weil er ein richtig intriganter kleiner Scheißer ist. Dennoch stellt sich die Frage, inwiefern sein Verhalten vom Grauen in Niceville abhängt.

    Es gibt etliche Handlungsstränge, die blutig-brutal in der Gegenwart verlaufen, gleichzeitig aber auf der furchteinflößenden Vergangenheit von Niceville beruhen. Hierzu wird man von Carsten Stroud ab und an in die Geschichte der idyllischen Kleinstadt entführt, was für mich faszinierend gewesen ist.

    Mir gefallen übersinnliche Elemente immer gut, die hat Stroud gekonnt eingesetzt, ohne dabei an brutal-realistischer Action zu sparen.

    Für mich ist "Die Rückkehr" eine großartige Fortsetzung, meisterlich erzählt und wunderbar umgesetzt. Wer sich auf Western-Style, Mystery, ein bisschen Horror und Intrigen einlassen will, sollte unbedingt zu dieser Trilogie greifen, da ich sie wärmstens empfehlen kann.

    Die Niceville-Trilogie:
    1) Niceville
    2) Die Rückkehr
    3) Der Aufbruch
  9. Cover des Buches Winnetou 1 - Der rote Gentleman, Winnetou 2 - Der rote Gentleman, Winnetou 3 - Der rote Gentleman und Der Schatz im Silbersee (ISBN: 9783861509844)
    Karl May

    Winnetou 1 - Der rote Gentleman, Winnetou 2 - Der rote Gentleman, Winnetou 3 - Der rote Gentleman und Der Schatz im Silbersee

    (209)
    Aktuelle Rezension von: BuddyTV

    Im Buch „Winnetou“ beschreibt Karl May sich selbst als deutschen Auswanderer, der in den wilden Westen nach Amerika kommt. Anfangs als Hauslehrer tätig, ändert sich sein Leben schlagartig, als ihn ein finanziell lukratives Angebot in die Prärie lockt. Im Zuge dessen findet er in Sam Hawkens, Dick Stone und Will Parker Freunde, die ihm den Aufenthalt deutlich angenehmer machen. Es gibt aber auch Personen, die ihm weniger wohl gesonnen sind, sowohl im, als auch außerhalb des Lagers. So ist auch Winnetou vorerst auf der feindlich gesinnten Seite und erst durch einige Listen und glückliche Zufälle ändert sich das Verhältnis zu dem, was heute sicherlich den meisten bekannt ist. Mehr möchte ich aus Spoiler-Gründen zur Handlung nicht sagen 😄

    Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, weshalb ich eine Leseempfehlung aussprechen würde. Allerdings muss ich zugeben, dass die ersten 50-100 Seiten, sowohl vom Schreibstil, als auch von der Handlung gewöhnungsbedürftig sind. Hat man aber einmal reingefunden, so kann das Buch einen durchaus fesseln. Gerade als Karl May Neuling, sollte man aber etwas Geduld mitbringen, um auch die vermeintlich „langweiligen“ Stücke des Buches zu überwinden, denn das ist es auf jeden Fall Wert 📚

  10. Cover des Buches Anton Serkalows Nighthunter 2: Die Zombies von Pine Hill (ISBN: B07PSPQ4YG)
    Anton Serkalow

    Anton Serkalows Nighthunter 2: Die Zombies von Pine Hill

    (12)
    Aktuelle Rezension von: LukeDanes

    Ein Vampir und ein Skinwalker kommen in eine Bar…

    Ok, diesmal stimmt es sogar, wobei es eigentlich ein Saloon ist, obwohl der Betreiber des Etablissements seinen Laden nicht als solchen betrachtet.

    Louis und Geistwolf kommen auf ihrer Suche nach dem Amulett, welches Louis durch einen Pinkerton „gestohlen“ wurde, in einem kleinen verschlafenen Städtchen an. Hinter den weiß getünchten Fassaden scheinen sich nur gottesfürchtige Menschen aufzuhalten, dennoch spuckt die Hölle gerade an diesem Ort ein Horde von Untoten aus, welche sich hungrig auf den Marsch in Richtung Frischfleisch machen. Der Bürgermeister bittet Louis um Hilfe, doch ist nicht alles so, wie man es den beiden Nighthuntern weiß machen will.

    Auch wenn die Zombies titelgebend für den zweiten Ausflug in die Geschichte der ungewöhnlichen Buddys sind, so spielen sie dennoch nur eine relativ untergeordnete Rolle. „Die Zombies von Pine Hill“ versteht sich eher als ein Sittengemälde der damaligen Zeit und die Charakterisierung der einzelnen Protagonisten geht Autor Anton Serkalow leichter und glaubwürdiger von der Hand, als es noch im Vorgänger der Fall gewesen ist.

    Die Schlüsselszene des Romans wirkt mit ihren gekonnten Erzählebenenwechseln wie die schnelle Schnittfolge einer Filmsequenz. Serkalow ermöglicht dadurch nicht nur einen sehr guten Zugang zu seinen beiden Haupthelden, sondern bringt auch viel Menschlichkeit in die Handlungsweisen der Auslöser der Zombieepedemie.

    Die spürbare Entwicklung des Autors, im Vergleich zu Band 1, ist im Schreibstil, dem Storyfluss, sowie der Charakterisierung zu finden. Ebenfalls erwartet den Leser ein eher unerwartetes Ende, welches mir sehr gut gefiel.

    Wem der erste Band noch ein paar Probleme bereitet hat, der sollte – meiner Meinung nach – trotzdem am Ball bleiben, denn qualitativ liegen zwischen Band 1 und Band 2 Welten.

    Fans von Splatter und Gore kommen hier ebenso auf ihre Kosten, wie jemand der eher Wert auf eine gut durchdachte Story legt und lieber mit den Protagonisten gemeinsam durch die Story marschiert.

    Horrorwestern at it´s best – möchte ich einfach einmal subjektiv behaupten.

  11. Cover des Buches Rebel of the Sands (ISBN: 9780451477538)
    Alwyn Hamilton

    Rebel of the Sands

    (60)
    Aktuelle Rezension von: MiracleYoungster

    Tolle Ideen und Charaktere in einer interessanten Welt. Es ist toll, wie man sich nach und nach einfindet. Allerdings ist die Storyline um die "Waffe" meiner Meinung nach etwas mühselig.

  12. Cover des Buches Revolver Tarot (ISBN: 9783944544304)
    R.S. Belcher

    Revolver Tarot

    (21)
    Aktuelle Rezension von: LadySunny
    Dieses Buch hat mich zuerst durch sein Cover angesprochen und so habe ich eigentlich mit dem Lesen angefangen, ohne mich allzu sehr mit dem Klappentext zu beschäftigen. So war die Mischung verschiedener Genres in diesen Buch überraschend - aber auf eine gute Art und Weise. Das Cover und der Titel lassen zudem erahnen, dass wir uns im Wilden Western befinden, was wir tun. Revolver, Indianer, Pferde, Gauner, Silberminenarbeiter - all diesen typischen Figuren begegnet man auch hier.
    In den ersten Kapiteln folgen wir Jim, einem Jungen, der von Zuhause flieht und schließlich in einer Stadt namens Golgotha, am Rand der Vierzigmeilenwüste landet. Eigentlich nur als Zwischenhalt gedacht, wird die Stadt schnell zu etwas, das seinen ganz eigenen Charme - und Schrecken - verbreitet. Im Laufe der Handlung lernt man verschiedene Charaktere von Golgotha kennen, die nicht zuletzt mit kirchlichen / religiösen Hintergründen konfrontiert und hintermalt werden - die Geschichte befasst sich letzten Endes mit dem nahenden Weltuntergang, etwas, das ich so nicht erwartet hätte, aber auch etwas, das mich zunehmenden mehr in Beschlag nahm, sodass ich das Ende des Buches kaum abwarten könnte, um herauszufinden, ob die Guten oder doch die Bösen siegen.
    Das Buch ist spannend und gut geschrieben - einige wenige Rechtschreib-, Grammatik und / oder Flüchtigkeitsfehler sind den Editoren zwar durchgerutscht, was meinen Lesefluss manchmal beeinträchtigte, aber es waren keineswegs so viele, dass es mich wahnsinnig gestört hätte.
    Besonders gefallen haben mir tatsächlich die vielfältigen Charaktere, die man nach und nach besser kennenlernt, obgleich damit teilweise ein mächtiges Head-Hopping entstanden ist. Auch bei all der Hektik zum Schluss hätte ich einen strikteren PoV besser gefunden. Einige Figuren sind mir außerdem Figuren etwas zu kurz gekommen. Zum Beispiel Biqa.  Dessen Wandlung bzw. Beweggründe zu dem zu werden, der er am Ende ist, kann ich nicht ganz verstehen / nachvollziehen…. Einiges wird aufgeklärt, aber grundsätzlich hätte ich mir mehr von seiner Zerrissenheit gewünscht. Er macht Dinge aus einem Grund heraus, auch weil er sich in der neuen Welt verliert, aber das erklärt, meiner Meinung nach, nicht alles, was er getan oder nicht getan hat.
    Auch hätte ich gerne erfahren, ob Jim jemals erfährt, was mit seiner Familie ist.
    Ab und an bin ich zudem über ein paar Formulierungen gestolpert, bei denen ich mich gefragt habe, ob man diese damals (im 19. Jahrhundert) bereits verwendet hätte …. so etwas wie "klinisch rein". Ist das nicht eher ein Begriff aus der Neuzeit?
    Teilweise hatte ich also das Gefühl, dass Fäden aufgenommen, versponnen und dann wieder von der Nadel gerutscht sind und dass es zu oft ein zu großes Head-Hopping gab, das es schwerer machte mit den einzelnen Figuren mitzufühlen. Aber grundlegend hat mir die Lektüre von "Revolver Tarot" sehr viel Spaß gemacht, ich habe mich gerne auf all die Facetten eingelassen, hätte mir aber an der ein oder anderen Stelle doch mehr Tiefgang gewünscht. In diesem Sinne gibt es von mir 4 von 5 Sternen.
  13. Cover des Buches Starbuck: Der Rebell (ISBN: 9783499259142)
    Bernard Cornwell

    Starbuck: Der Rebell

    (39)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Nathaniel Starbuck ist der Sohn eines Predigers aus Neuengland, der den Süden und dessen Lebensstil aus Blut verabscheut. Doch der SOhn hat mit der puritanischen Strenge der Familie gebrochen. Nach einem skandalösen Eklat verschlägt es ihn nach Virginia, in die Heimat seines Jugendfreundes Adam. Dessen Vater nimmt in mit Freuden auf. Und in den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen zum Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges wird der junge Mann aus dem Norden auf der Seite des Südens in den Konflikt mit hineingezogen. 

    Bernard Cornwell vermag es sowieso, die für mich spannendsten historischen Epochen in seinen Romanen aufzurollen und gerade eine Abenteuerroman im Sezessionskrieg hat das Potential, mich an das Buch zu fesseln. Und so geht die Geschichte auch schon sehr rasant los. Wie schon typisch für Cornwell haben wir eine lange Vorlaufzeit, die sich immer weiter zu einem Sturm hin aufrollt, sodass wir uns unversehens mitten in einer blutigen Schlacht wiederfinden. Zwar dauert dieser Anlauf bei diesem Roman recht lange, das Finale gestaltet sich dann aber überraschend blutrünstig und spannend, sodass die Seiten nur so geflogen sind. Der Recht ruhige Teil davor ist meiner Meinung nach auch notwendig, ob die verschiedenen Protagonist:innen erst einmal so richtig kennenzulernen. Und so haben wir mit Nathaniel einen etwas schwierigen, moralisch stabilen Charakter, der mir so manches Fragezeichen ins Gesichte gezaubert hat, der jedoch innerhalb dieses ersten Bandes schon eine beachtliche charakterliche Veränderung durchlauft. Doch umso interessanter sind für mich Washington Faulconer oder aber auch dessen Schwager "Pecker". Auf jeden Fall vermag es Cornwell die Figuren vielschichtig und mit einzigartigen charakterlichen Zügen zu versehen, sodass diese für mich besonders authentisch herüberkommen. Und so bestehen die ersten Beiden Drittel überwiegend daraus, die Leserschaft in Figuren und Setting einzuführen, einen Überblick über die politische Lage im Land zu geben - ohne dabei zu stark auszuschwefen - viele historische Fakten in wenig Raum zu packen. Man mag dafür zwar einen langen Atem brauchen, doch die Entlohnung erfolgt reichlich. Und außerdem erfolgt diese Einführungsveranstaltung für alle vier Bücher der Reihe, wodurch die restlichen drei nur noch rasanter zu lesen sein werden. 

    Wie dem auch sei: Blutrünstigkeit, Setting und Figuren haben meinen Geschmack getroffen. Bitte mehr davon!

  14. Cover des Buches Kein Land für alte Männer (ISBN: 9783644050617)
    Cormac McCarthy

    Kein Land für alte Männer

    (141)
    Aktuelle Rezension von: S_Malt

    Ein düsterer, sprachlich reduzierter Thriller über Gewalt, Moral und den Verlust alter Werte. Die Geschichte um einen gefundenen Geldkoffer eskaliert schnell zur erbarmungslosen Jagd.

    Tiefgründig, brutal und verstörend – McCarthy in Bestform.

    Cormac McCarthy präsentiert hier erneut seine Stärken: düstere Prosa, knappe Dialoge und eine unerbittlich realistische Darstellung menschlicher Abgründe. “No Country for Old Men” ist ein Roman, der gleichzeitig Thriller, existenzielle Meditation und Abgesang auf eine vergangene Zeit ist.


    Die Geschichte beginnt mit einem verhängnisvollen Fund: Llewelyn Moss entdeckt im texanischen Grenzland die Überreste eines Drogendeals – und eine Aktentasche voller Geld. Was wie ein klassisches Krimi-Motiv beginnt, entwickelt sich rasch zu einer brutalen Hetzjagd, in der Gewalt unausweichlich erscheint.


    Im Zentrum stehen dabei Moss sowie auch der gealterte Sheriff Bell, dessen Reflexionen über Schuld, Gerechtigkeit und die verrohte Welt von heute dem Roman eine tiefergehende, philosophische Ebene verleihen. Und dann ist da noch die Figur des Anton Chigurh; ein Auftragskiller mit eiskalter Logik und erschreckender Unberechenbarkeit. Er verkörpert eine neue Weltordnung, in der Moral keinen Platz mehr hat.


    Besonders beeindruckend ist McCarthys Sprache: karg, präzise, ohne Zierrat und konsequent ohne Anführungszeichen (daran musste ich mich erstmal gewöhnen). Gerade dadurch umso eindringlicher. Gewalt wird nicht stilisiert, sondern als das dargestellt, was sie ist: roh, sinnlos und endgültig.


    No Country for Old Men” ist kein einfacher Roman, weder inhaltlich noch sprachlich. Dennoch ist er kraftvoll, verstörend und tiefgründig. McCarthy konfrontiert seine Leser mit der Frage, was es bedeutet, in einer Welt zu leben, in der das Böse nicht mehr zu fassen ist. Der Roman dreht sich um das Thema des Alterns, das Ende von Gewissheiten und die Erkenntnis, dass es manchmal tatsächlich kein Land mehr gibt für alte Männer.


    Fazit: Ein literarisch brillanter Thriller mit philosophischem Tiefgang – kompromisslos, düster und nachhallend. Ein Muss für jeden Leser, der zeitgenössische amerikanische Erzähler schätzt. Wer Burke, Lehane, Chandler, MacDonald oder Dexter mag, der ist hier gut bedient. Zwischen Thriller und Western - eben eine gute Wahl.

  15. Cover des Buches Der letzte Mohikaner (ISBN: 9783423143349)
    James Fenimore Cooper

    Der letzte Mohikaner

    (55)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Im Nordamerika des 18. Jahrhundert kämpfen Briten und Franzosen um die Vorherrschaft und versuchen die Indianerstämme auf ihre jeweilige Seite zu ziehen. Folglich ist es ein überaus gefährliches Unterfangen als die beiden Schwestern Cora und Alice Munro versuchen die Garnison Fort William Henry zu erreichen, die mehrere Tagesreisen entfernt inmitten eines weitläufigen Waldgebiets liegt. Begleitet werden Cora und Alice von Major Duncan Heyward, dem Prediger David Gamut, zwei Indianern vom Stamme der Mohikaner und dem Waldläufer, Kundschafter und Pfadfinder „Falkenauge“. Die Lage gerät schon bald außer Kontrolle als die Gruppe in einen Hinterhalt der Huronen gerät und diese Alice und Cora verschleppen…

    „Dort kommt ein Nebel, der den Tag zur Nacht machen muss, in der ein Indianerpfeil gefährlicher als eine Kanone wird.“ […] „Wir sind bereit“, antwortete Cora mutig, „ein solches Ziel vor Augen trotzen wir jeglicher Gefahr!“ Der Kundschafter wandte sich mit einem Lächeln aufrichtigen und herzlichen Beifalls zu ihr um und antwortete: „Ich wollte, ich hätte tausend Mann mit sehnigen Armen und scharfen Augen, die den Tod so wenig fürchten, wie Ihr!“ (S. 185)

    Meine Meinung:

    Da ich den großartigen Film von Michael Mann aus dem 1992 so sehr mag wollte ich unbedingt auch das Buch lesen auf dem der Film beruht. Mir war schon vor dem Lesen klar, dass es gegenüber dem Film einige Abweichungen und Unterschiede geben dürfte, weil das Buch ja immerhin schon ziemlich alt ist (Erscheinungsjahr: 1826). Außerdem habe ich mal irgendwo gelesen, dass Michael Mann, der den Film gedreht hat wohl tatsächlich gar nie das Buch gelesen hat und sich stattdessen an früheren (Film-)Adaptionen des Stoffes orientiert hat.

    Rückblickend betrachtet war es tatsächlich sogar sehr gut, dass ich vorher schon den Film gesehen hatte. Das hat nämlich dafür gesorgt, dass ich von Beginn an ein Herz für diese Geschichte hatte und wusste, dass es sich lohnen wird dranzubleiben. Ansonsten wäre es mir wahrscheinlich schwerer gefallen in das Buch hineinzufinden. Es ist eines von den Büchern bei denen man am Anfang etwas Geduld mitbringen muss, weil es ein wenig zu ausschweifenden Beschreibungen neigt und es gleichzeitig einige Zeit braucht bis die Handlung richtig Fahrt aufnimmt. Obwohl ich öfters mal ältere Bücher lese musste ich mich erst an den Schreibstil gewöhnen. Die Übersetzung in der ich das Buch gelesen hatte war auch schon etwas älter (1920er-Jahre). Als ich dann aber richtig im Buch drin war hat sich ein spannendes und mitreißendes Abenteuer entfaltet und ich bin froh, dass ich nicht vorschnell aufgegeben habe.

    Die weitgehend unerschlossenen Wälder Nordamerikas geben einen interessanten Schauplatz ab und werden sehr atmosphärisch beschrieben. Der historische Hintergrund wird gelungen in die Geschichte eingewoben und es wird ein lebendiges Bild von dem Leben der Indianer und den Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Indianerstämmen, Briten und Franzosen entworfen.

    Es hat mir gefallen, dass die Gruppe, die sich gemeinsam durch die Wälder schlägt und diversen Gefahren trotzen muss aus völlig unterschiedlichen Charakteren zusammengesetzt ist. Da ist zum einen Cora Munro, die eine überraschend tapfere Protagonistin ist. Mehrmals beweist sie in bedrohlichen Situationen viel Mut und Besonnenheit. In einem Buch von 1826 hätte ich nicht mit so einer starken Frauenfigur gerechnet und das hat mich positiv überrascht. Dann gibt es noch Coras Schwester Alice, die das genau Gegenteil von dieser ist. Alice ist sehr zerbrechlich, hilflos und verhält sich überwiegend passiv. Alice zählt zu den Frauen, die schnell in Ohnmacht fallen und die stets einen Retter brauchen, der für sie die Welt wieder in Ordnung bringt. Dieser Retter ist für sie Major Duncan Heyward. Er ist einem im Buch weitaus sympathischer als in der Verfilmung. Duncan ist ein Musterbeispiel an Loyalität, Tapferkeit, Mut, Verlässlichkeit, Ehrgefühl und Anständigkeit. Im Laufe der Geschichte entwickelte er Gefühle für Alice und diese wäre ohne ihn und die anderen wahrlich aufgeschmissen gewesen. Eine weitere wichtige Person ist der Waldläufer und Pfadfinder „Falkenauge“. Er ist ein Draufgänger und Überlebenskünstler, der sich sowohl in der Welt der Europäer als auch in der Welt der Indianer auskennt und der die Wälder wie seine Westentasche kennt. Darüber hinaus machen ihn seine außergewöhnlichen Fähigkeiten im Spurenlesen und seine herausragende Treffsicherheit mit dem Gewehr zu einem unverzichtbaren Mitglied der Gruppe. Ein weiteres Mitglied der Gruppe ist der Prediger David Gamut. Er ist anfangs eher der sprichwörtliche „Klotz am Bein“ als dass er der Gruppe richtig von Nutzen ist. Er mausert sich dann aber im Laufe der Geschichte, denn als es wirklich darauf ankommt beweist er Mut und die anderen können sich auf ihn verlassen.

    Eine besondere Erwähnung verdienen zudem selbstverständlich die Mohikaner, die dem Buch ihren Namen geben und die ebenfalls Teil der Gruppe sind, die sich den in den Wäldern lauernden Gefahren stellt. Da ist zum einen der schon etwas ältere Chingachgook und zum anderen der junge Krieger Uncas. Ich finde es toll, dass James Fenimore Cooper mit diesen beiden auch zwei Indianer als Sympathieträger in den Kreis der Hauptpersonen aufgenommen hat. Das ist keineswegs selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass er sein Buch schon 1826 geschrieben hat. Es gibt genügend ältere Bücher und auch deutlich später erschienene Filme in den Indianer klischeehaft ausschließlich als „die bösen Wilden“ präsentiert werden. Man schließt Chingachgook und Uncas ins Herz, weil man sie als ehrliche, tapfere und freundliche Menschen kennenlernt, die sich für das Gute einsetzten. Wegen dieser positiven Darstellung finde ich es nicht schlimm, dass es mit Magua noch einen richtig skrupellosen, hinterhältigen und bösartigen Indianer als Antagonisten gibt.

    Eine besonders spannende, dramatische und bewegende Szene, die mir in Erinnerung bleibt ist die Schilderung eines schrecklichen Blutbads, das es leider wirklich gegeben hat (Stichwort: Massaker bei Fort William Henry, 1757). Aus einer weitgehend friedlich und entspannt wirkenden Situation entwickelte sich innerhalb von Sekunden ein Massaker in dem Hunderte ihr Leben verlieren. Diese Geschehnisse werden in all ihre Dramatik und Grausamkeit sehr eindrücklich und bewegend beschrieben: 

    Überall war der Tod, und zwar in seinen schrecklichsten, abscheulichsten Gestalten. Widerstand dienste nur dazu, die Wut der Mörder noch mehr zu entflammen. Sie führten noch ihre rasenden Streiche, wenn sie ihre Opfer schon lange nicht mehr fühlen konnten. Die Ströme von Blut glichen den Wogen eines Gießbachs, und sein Anblick machte die Eingeborenen so hitzig und wütend, dass manche unter ihnen niederknieten, um unter höllischem Jauchzen die dunkelrote Flut aufzutrinken. (S. 230)
    In solchen Momenten bemisst kein Mensch die Zeit. Zehn Minuten, für sie ebenso viele Stunden, mochten die Schwestern erstarrt vor Entsetzen und beinahe rettungslos gestanden sein. (S. 231)

    Den im Buch geschilderten Krieg zwischen Briten und Franzosen hat es wirklich gegeben (Stichwort: Siebenjähriger Krieg). Da beide Kriegsparteien sich jeweils indianische Verbündete suchten war es zudem auch ein Kampf in dem Indianer gegen Indianer gekämpft haben. Es stimmt einem schon nachdenklich wieviel Elend und Tod die Europäer damals nicht nur übereinander, sondern auch über die Indianer gebracht haben.

    Großen Eindruck hinterlässt zudem die Szene in der Cora große Tapferkeit und Opferbereitschaft beweist indem sie die Männer davon überzeugt sie und Alice zurückzulassen. Cora ist nämlich klar, dass das die beste Überlebenschance für alle darstellt und die Männer stimmen ihr schweren Herzens zu. Diese bewegende Szene ist auch eines der Herzstücke des Films und es hat mich daher sehr gefreut, dass sich diese auch im Buch wiederfindet. 

    Das Ende des Buches ist sehr episch, bewegend und herzzerreißend. Es lässt einem sowohl mit Wehmut als auch mit Hoffnung zurück. Es gibt dabei einige gravierende Abweichungen gegenüber dem Buch, die für mich absolut unerwartet kamen und mich dadurch umso mehr berührt haben (mehr dazu unten im Abschnitt „Vergleich mit dem Film“).

    Warum vergebe ich trotzdem nur 4 statt 5 Bewertungssterne?

    Das Erzähltempo finde ich stellenweise etwas zu langsam, weil sich der Autor manchmal schon ein wenig in ausschweifenden Beschreibungen verliert. Zudem hätte ich mir an einigen Stellen mehr bzw. tiefere Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonisten gewünscht. Insbesondere am Anfang der Geschichte fühlte ich deswegen noch eine gewisse Distanz zu den Protagonisten. Das hat sich dann aber im weiteren Verlauf der Geschichte gebessert. Etwas altmodisch wirken die mitunter etwas zu ausführlich geratenen Ausführungen über den Glauben. Das ist aber andererseits auch verständlich, denn bei Erscheinen des Buches und vor allem auch zu der Zeit zu der die Geschichte spielt (Mitte 18. Jahrhundert) hatte Religion eben einen viel höheren Stellenwert und eine weitaus größere Bedeutung im Leben der Menschen als es heute der Fall ist.

    Vergleich mit der Verfilmung „Der letzte Mohikaner“ (1992):

    Ich finde, dass Michael Mann die Seele des Buches in wunderbarer und großartiger Weise auf die große Leinwand gebracht hat. Die Abweichungen gegenüber der Buchvorlage stören mich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Die Abweichungen haben ihren Teil dazu beigetragen, dass es für mich einer der ganz seltenen Fälle ist in denen ich eine Literaturverfilmung sogar noch mitreißender und überzeugender finde als die Buchvorlage.

    Der Film ist ein Meisterwerk und hat wirklich das Beste aus der Buchvorlage herausgeholt. Es ist toll, dass dieses epische Abenteuer auf diese Weise auch diejenigen Menschen erreicht, die vor älteren Büchern zurückschrecken und die den „letzten Mohikaner“ anderenfalls nie kennengelernt hätten. 

    Für die die es genauer wissen wollen hier die gravierendsten Unterschiede zwischen Buch und Film (Achtung Spoiler!): Am Ende des Buches sterben Cora und Uncas, die Gefühle füreinander entwickelt haben. Im Film überlebt Cora hingegen und es gibt stattdessen eine bewegende Liebesgeschichte zwischen ihr und Falkenauge, die das Herzstück des Films bildet. Auch Alice hat im Film ein anderes Schicksal als im Buch: Im Buch überlebt Alice und sie und Duncan verlieben sich ineinander und sehen einer glücklichen Zukunft entgegen. Duncan kommt übrigens im Buch sympathischer weg als im Film. Außerdem ist noch zu erwähnen, dass er Prediger David im Film überhaupt nicht vorkommt.

    Fazit:

    Für mich ist es einer der ganz seltenen Fälle in denen mir eine Verfilmung noch besser gefallen hat als die Buchvorlage. Das soll aber keineswegs heißen, dass ich das Buch nicht mochte! Das Buch hat mir gefallen und ich bin froh, dass ich es gelesen habe. Es hätte mir aber noch besser gefallen, wenn es ein paar Ausschweifungen weniger gehabt hätte und einem die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonisten noch stärker nähergebracht worden wäre.

    Wer Interesse an dem Buch hat sollte sich vor Augen halten, dass das Buch schon 1826 erschienen ist. Man braucht vor allem am Anfang ein wenig Geduld und ein Herz für alte Bücher, wenn man an diesem Buch seine Freude haben will.

  16. Cover des Buches Deadwood (ISBN: 1400079713)
    Pete Dexter

    Deadwood

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Handlungsort dieses bereits 1986 im Original erschienenen Romans ist Deadwood, eine Goldgräberstadt in den Black Hills, South Dakota. Wer aber nun glaubt, dieses Buch sei "nur" ein Western, täuscht sich gründlich. Auf den ersten Blick lässt sich "Deadwood" natürlich dieser Gattung zuordnen, aber wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass Dexter, ausgehend von historischen Fakten und Figuren, einen Genre-Mix geschrieben hat, der eine kurze Zeitspanne der amerikanischen Geschichte beleuchtet, nämlich die des Goldrauschs in Dakota. Aber Deadwood ist kein idyllisches, properes Westernstädtchen, sondern schmutzig, gefährlich und verdorben, bevölkert von allerlei zwielichtigen Figuren: der an Syphilis erkrankte und allmählich erblindende Revolverheld James Butler "Wild Bill" Hickok, sein Freund, der Geschäftemacher Charley Utter, dessen Schwager Malcolm Nash, der Bordellbesitzer Al Swearingen und, last but not least, die legendäre Calamity Jane Cannary. Dexter beschönigt nichts, er orientiert sich an den historischen Überlieferungen. Die Welt, die er beschreibt, ist gewalttätig und brutal – es gilt das Recht des Stärkeren. Er schildert das Leben und Sterben in Deadwood, mit eindringlichen Bildern und wortgewaltig, teils lakonisch, aber auch mit rabenschwarzem Humor. Zum Schluss noch ein großes Lob an Kathrin Bielfeldt und Jürgen Bürger, die diesen Roman ins Deutsche übersetzt haben. Very good job! Ganz, ganz großes Kino! Deshalb auch 6 von 5*
  17. Cover des Buches Troubleshooter: Das Aufgebot (ISBN: 9783959620314)
    Felix A. Münter

    Troubleshooter: Das Aufgebot

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Line1984
    "Das Aufgebot" ist der erste Teil der Troubleshooter Reihe. Das Cover sprach mich sofort an und auch der Klappentext machte mich mehr als neugierig. Ich freute mich riesig aufs lesen und war gespannt was mich hier erwarten würde.



    Der Schreibstil des Autoren ist locker und flüssig zugleich zudem ist sein Stil sehr einnehmend und fesselnd. Ich habe dieses Buch in Rekordzeit verschlungen, ich habe es inhaliert und ich bekam doch nicht genug. Diese neue Reihe macht ganz klar süchtig.



    Ich hatte ja keinerlei Ahnung was genau mich hier erwarten würde, deshalb ging ich relativ neutral an das Buch ran. Doch bereits nach wenigen Seiten war ich vollkommen geflasht! Was der Autor hier geschafft hat ist mehr als einmalig. Ich war sprachlos und absolut begeistert.



    Die Handlung ist unglaublich spannend und rasant, es wird gruselig und nervenaufreibend. Eine, wie ich finde, perfekte Mischung. Durch die geschickten Wendungen hatte ich zudem keine Ahnung wie das ganze ausgehen würde. Tja, und das Ende hat mich quasi umgehauen. Dieses Buch ist ein absolut genialer Reihenauftakt der mich mehr als begeistert hat!



    Ich freue mich nun natürlich riesig auf die anderen Bände der Reihe und kann es kaum erwarten auch diese zu lesen.
    Klare Empfehlung!


    Fazit:



    Mit "Das Aufgebot - Troubleshooter 1" ist dem Autoren ein Reihenauftakt der besonderen Art gelungen. Eine packende, spannende und nervenaufreibende Handlung fesselten mich bis zur letzten Seite.

    Natürlich bekommt dieses Meisterwerk von mir die volle Punktzahl.
  18. Cover des Buches Deadlands - Ghostwalkers (ISBN: 9783959620000)
    Jonathan Maberry

    Deadlands - Ghostwalkers

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Elohym78
    Nach dem alles zerstörenden Erdbeben 1868 ist so gut wie nichts mehr von Kalifornien übrig. Das Land liegt nicht nur in Schutt und Asche, sondern es wurde regelrecht entzwei gerissen. Tiefe Spalten ohne erkennbaren Grund, zerteilen das Land, aus dem merkwürdige Kreaturen empor kommen. Von alldem hat der Auftragskiller Grey Torrance zwar gehört, aber es mit eignen Augen zu sehen und am eigenen Leib zu erleben, sind völlig verschiedene Dinge. Durch einen Zufall verschlägt es ihn nach Paradise Falls. Es scheint, dass nur Grey zusammen mit seinem neuen Freund, dem Sioux Thomas Schaut-Weg, die Bevölkerung vor habgierigen Großgrundbesitzern, Geistern, Untoten und den schier unendlichen Möglichkeiten von Geisterstein retten können...
    Besonders gereizt hat mich an Jonathan Maberrys Buch die Mischung aus romantischer Wild West Cowboy Atmosphäre und Untoten. Horror trifft auf den Pistolenschuss-Romantik. Und ich muss gestehen, enttäuscht hat mich der Autor nicht!
    Auf der einen Seite ist der knallharte Auftragskiller Grey Torrance. Doch noch nur auf den ersten Blick wirkt er so hart, denn tief in seinem Inneren wird er von den Geistern seiner Vergangenheit gejagt. Umso mehr erschreckt es ihn, dass seine Geister plötzlich Gestalt anzunehmen scheinen und ihn als Untote verfolgen. Durch das zerstörende Erdbeben entließ das Land nicht nur Kreaturen der Hölle, sondern auch Geistersteine. Von den einen als Heilsbringer verehrt, die die Moderne voranbringen und eine technische Zukunft ohne Grenzen verspricht, werden sie von den anderen als Waffe verehrt. Gerade diesen Gegensatz von ich spannend und ließ mich gerne von Maberry in diese gegensätzliche Welt ziehen.
    Vor meinen Augen ließ der Autor ein zerstörtes Land entstehen, dass unter Hitze, Dürre und Armut leidet. Doch nicht nur dass, denn die Natur ist aus den Angeln gerissen und jagt mit zerstörerischen Unwettern über das gepeinigte Land. Ätzender Regen, schreiende Winde und Tiere, die nie an die Oberfläche gelangen hätten dürfen, um nur ein paar Dinge zu nennen. Dazu kommen die Schrecken, welche die Menschheit Dank gnadenloser Gier heraufbeschwor. Spannend geschrieben, keine Frage, aber auf mich wirkte alles zusammen genommen überladen. Egal an welcher Ecke ich mit den Helden der Geschichte auftauchte, ein nie geahntes Grauen war garantiert schon dort. Was anfangs spannend und fesselnd war, kippe leider zu nervig. Zumindest in meinen Augen. Ich wurde den Schrecken bald müde, denen sich meine Helden stellen mussten.
    Im Mittelpunkt der Geschehnisse ist der Auftragskiller Grey Torrance. Als gefragter Killer, gibt es kaum einen zweiten, der so präzise töten kann wie er: Ein Schuss, ein Treffer. Und dieses Können ist auch dringend erforderlich, als er in Paradise Falls eintrifft, denn die zerstörte Stadt benötigt dringend einen Revolverhelden. Schien Grey anfangs kalt und unnahbar, wurde er schnell zu meinem Helden mit dem weichen Kern. Es scheint fast, dass er unabsichtlich in die Rolle des Killers gedrängt wurde, durch persönliche Verluste und Schläge des Schicksals. Ich beobachtete ihn gerne und folgte den Wendungen, die er nahm.
    An Greys Seite, der Sioux Thomas Schaut-Weg. Auch er widerwillig in die Rolle des Helden gedrückt, wollte er eigentlich Forscher sein und damit der Welt helfen.
    Beide zusammen geben ein interessantes Paar ab, denen ich gerne folgte und ihre Abenteuer beobachtete.
    Mein Fazit
    Ein spannender Helden-Horror-Cowboy-Roman, der hier und da überfrachtet wirkte. Trotzdem lesenswert.
  19. Cover des Buches Die Border-Trilogie (ISBN: 9783499271922)
    Cormac McCarthy

    Die Border-Trilogie

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Texaner John Grady Cole und sein Freund Lacey Rawlins brechen auf ihren Pferden Richtung Mexiko auf. Wie vielen jungen Männern geht es auch den beiden darum, sich zu beweisen und die eingetretenen Pfade der heimischen Umgebung zu verlassen. John Grady musste zudem nach dem Tod seines Großvaters und der Scheidung seiner Eltern den Schmerz um den Verlust der Familienranch ertragen. Aber nun soll alles anders werden und besser könnte es nicht kommen, als mit dem besten Freund ins Unbekannte loszureiten.
    Unterwegs kreuzt ihren Weg der Junge Jimmy Blevins auf einem wundervollen Pferd, das ihm nicht zu gehören scheint. Auch der exklusiv gefertigte Sattel und eine Pistole deuten darauf hin, dass Jimmy Unheil mit sich bringt.

    Ich rezensiere den ersten Teil "All die schönen Pferde" der Border-Trilogie, um diese beeindruckenden Eindrücke nicht zu verlieren, die Cormac McCarthy bei mir hinterlassen konnte. Meine Lektüre begann zögerlich und schleppte sich die ersten 50 Seiten so dahin. Als John Grady und Lacey dann auf ihre Reise aufbrachen, kam ich viel schneller voran und die letzten 250 Seiten habe ich auf einen Rutsch verschlungen. McCarthy beschreibt in seinem Epos die Grandiosität wahrer Freundschaft und einen Traum von Freiheit im Einklang zwischen Mensch und Kreatur. Aber er kann auch tief empfundene Liebe erzählen und seine Protagonisten durch die Hölle der mexikanischen „Justiz“ schicken.

    Besonders herauszukehren sind seine Protagonisten und da im Speziellen John Grady. Vor der Lektüre glaubt man auf Draufgängertypen zu treffen, ist es doch eine Art Modern-Western. Man erwartet ungehobelte Cowboymanieren und entsprechend seichte Dialoge. Aber weit, weit gefehlt. Lacey ist ein treuer Freund an der Seite von John Grady, ein gutmütiger und loyaler Charakter. Die Freundschaft ist geprägt von blindem Vertrauen und tief empfundener Verbundenheit. John Grady toppt das Ganze um Längen. Denn er ist der Fels in der Brandung. Ein in sich ruhender junger Mann, freundlich und schlicht, intelligent und offenherzig, feinsinnig und sensibel ohne ein Softi zu sein. Ein Mann der für die absolute Gerechtigkeit einsteht und alles, wirklich alles gibt, ein Kämpfer durch und durch.

    Kraftvoll, beeindruckend, packend, Literatur erster Güte!

    Ich setze die Lektüre direkt mit "Grenzgänger" fort.

    The Wolf,
    who lives under the rock
    has invited me
    to drink of his cool
    Water.
    Not to splash or bathe
    But leave the sun
    & know the dead desert
    night
    & the cold men
    who play there.
    -Jim Morrison-

    ***

    Der sechzehnjährige Billy Parham und sein drei Jahre jüngerer Bruder Boyd leben mit ihren Eltern auf einer Farm in Cloverdale, New Mexico. Eines Tages berichtet Billys Vater beim Abendessen davon, dass in der Gegend eine Wölfin gesichtet wurde. Kurzerhand besorgen sie sich einige Fallen, um die Wölfin einzufangen und größeren Schaden abzuwenden bzw. einer direkten Konfrontation zu entgehen. Aber die Wölfin scheint clever zu sein, denn die Fallen werden regelmäßig ausgelöst, aber nie treffen sie die darin gefangene Wölfin an. Bis Billy eines Morgens alleine los zieht. In einer Falle findet er an diesem Tag tatsächlich die verletzte Wölfin vor. Aber Billy reitet nicht, wie mit dem Vater vereinbart nach Hause, um ihn zu holen, sondern macht sich selbst daran die Wölfin mit einer Maulsperre zu bändigen und anzuleinen. Dieses Kräftemessen, die Konfrontation und der direkte Kontakt mit der wilden Kreatur wecken in Billy den Wunsch die Wölfin über die Grenze zurück nach Mexico in ihr Heimatrevier zu bringen. Im Grunde ein unmögliches Unterfangen, aber für Billy ist das die einzige Option. Die Reise ist von Anbeginn eine Herausforderung, denn die Wölfin ist verletzt, zudem trächtig und Billys Pferd muss ebenfalls erst einmal davon überzeugt werden, dass sie fortan zu dritt unterwegs sein werden.

    Wie bereits John Grady in „All die schönen Pferde“ ist Billy Parham ein ruhiger, besonnener junger Mann mit einem immensen Gerechtigkeitssinn und einer Lebensphilosophie, der man mit großer Aufmerksamkeit folgt. Cormac McCarthy verleiht seinen Helden keinerlei Haudrauf-Gehabe, sondern wahre innere Größe. Aber weit gefehlt, wer nun Softi-Western-Harmonie-Romantik vermutet, die Schicksalsschläge gehen nicht aus, es mangelt nicht an brisanten Begegnungen und lebensgefährlichen Entscheidungen. Happy Endings sind ausverkauft. Diese Geschichten strotzen vor wunderbarer Ausdrucksstärke, weiser Philosophie und sanfter Melancholie.

    To be continued…mit "Land der Freien"

    …Now we need something
    & someone new
    when all else fails
    we can whip the horse’s eyes
    & make them cry
    & sleep
    -Jim Morrison-

    ***

    John Grady und Billy Parham arbeiten mittlerweile auf der Cross Fours Ranch von Mac McGovern in New Mexico. Zusammen mit den anderen Zureitern genießen Sie die familiäre Atmophäre unter Mac Governs Regie und die fürsorgliche Versorgung durch die Haushälterin Soccoro. John und Billy gelten als zuverlässig und jeder auf seine Art versiert und doch ist dieses Leben von einer traurigen Einsamkeit geprägt. Die wenigen sozialen Kontakte zur Außenwelt finden auf Viehbörsen oder bei den Besuchen in Bars und Hurenhäusern in Mexico statt. Dort lernt John auch das Mädchen Magdalena kennen, die unter den anderen Huren nicht nur durch ihre unschuldige, makellose Art hervorsticht, sondern auch weil sie unter dem besonderen Augenmerk des Zuhälters Eduardo steht. Ob es an ihrer Epilepsie liegt oder weil Eduardo sie einfach als seinen Besitz ansieht, Magdalena genießt eine Sonderstellung unter den Huren. Aber auch ihr ist John nicht nur als Kunde aufgefallen.

    Auch im dritten Teil der Border Trilogie „Land der Freien“ setzt Cormac McCarthy seine feinsinnige und melancholische Erzählweise fort. Noch stärker als in „All die schönen Pferde“ und „Grenzgänger“ forciert er die Sehnsucht der Protagonisten. Lässt John Grady ein altes verfallenes Haus als zukünftiges Heim für seine Liebe renovieren und keiner der Zureiter oder Chefs stempelt John ab. In allen schwingt die Sehnsucht wie ein Uhrpendel, alle haben einen Traum vor Augen oder einen verlorenen Traum als Erinnerung an vergangene Zeiten parat. Selbstverständlich kann diese Geschichte nicht in einem happy Ending vergehen, jedem Leser wird schnell bewusst, dass Magdalena noch schwieriger aus ihrer Gefangenschaft zu befreien sein wird, als irgendwelche Pferde oder Wölfinnen. Aber genau dieser Kampf, dieser unsagbare Wille Johns‘ seine Sehnsucht in Magdalenas Liebe zu stillen, macht die Faszination aus. Glanzvoll, würdig, fundamental.

  20. Cover des Buches Wer braucht schon einen Mann? (ISBN: 9783865918826)
    Mona Hodgson

    Wer braucht schon einen Mann?

    (7)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir

    Buchinhalt: 

    Colorado gegen Ende des 19. Jahrhunderts:  Ida Sinclaire hat ehrgeizige Pläne – sie möchte Karriere machen, ihr eigenes Geld verdienen und in der Geschäftswelt ihren Mann stehen. Doch die se ist leider den Männern vorbehalten und so stößt Ida immer wieder auf Unverständnis. Als sie bei Mollie O`Bryan einsteigt, die selbst als Karrierefrau verschrienen ist, scheinen sich alle ihre Träume zu verwirklichen: mit Insiderhandel macht Mollie ihr Vermögen und auch Ida wagt sich aufs Börsenparkett. Zu allem Überfluss wird Ida schließlich von zwei Männern umworben: dem charismatischen Anwalt Colin und dem bodenständigen Prediger Tucker. Allerdings lautete Idas bisheriges Credo: Wer braucht schon einen Mann?.... 


    Persönlicher Eindruck: 

    Der Roman ist der zweite in der Dilogie der Sinclair-Schwestern, kann aber inhaltlich gut auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, denn die Handlung ist in sich abgeschlossen. Hauptfigur ist Ida, die älteste Sinclair-Schwester, die Karriere in der männerdominierten Wirtschaft machen möchte und dabei jeden Halm ergreift, dem man ihr hinstreckt. 

    Im Stenografenbüro von Mollie O`Bryan, einer erfolgreichen Geschäftsfrau in Colorado, scheinen sich Idas Träume zu erfüllen. Doch Ida ist reichlich naiv und merkt nicht, dass sie im Autrag ihrer Chefin die Minenbesitzer der Gegend aushorchen soll. Mithilfe von Insiderhandel machen Mollie und schließlich auch Ida viel Geld, doch das hat einen hohen Preis....

    Ida Sinclair findet sich alsbald in einem Liebesdreieck wieder, zwischen dem attraktiven und weltgewandten Anwalt Colin und dem arbeitsamen Wanderprediger Tucker, der die Geschäfte seines kranken Vaters im Eisauslieferungsgeschäft übernommen hat. Erst spät merkt Ida, dass sie das Geld an erste Stelle in ihrem Leben gestellt hat und dadurch alles zu verlieren droht. 

    Ich gebe offen zu: ich brauchte sehr lange, um mit der Geschichte warm zu werden. Das heimelige und mitreißende Element, das mich zum Beispiel bei Karen Witemeyer oder Jody Hedlund aus dem christlichen Romangenre immer fesselt, hat mir hier leider gefehlt. Auch waren die Figuren lange blass und ohne viel Identifikationspotential. Man braucht Geduld, wenn man sich auf den Roman einlassen will – wird aber in der zweiten Hälfte mit einer spannenden Geschichte belohnt, wenn schließlich die ganzen Fragen, die der Roman aufwirft, beantwortet werden. 

    Wo ich mich etwas schwer getan habe, ist die Botschaft, dass man als erfolgreiche Geschäftsfrau, die verdientermaßen auch zu Geld kommt durch ihre Arbeit kein wirklich glückliches und gottgefälliges Leben führen kann. Ich denke, hier macht es sich die Autorin zu einfach. Ida lässt andere an ihrem Wohlstand teilhaben, spendet für Witwen und Waisen und kauft liebevolle Geschenke für ihre Angehörigen. Warum soll sie dies nicht tun dürfen? Es kommt an einigen Stellen rüber, dass nur ein Leben in Armut wirklich bereichert. Ich fand das seltsam, denn ich sehe nichts Verwerfliches dabei, selbst für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Aber nun gut – es ist die Meinung der Autorin, die habe ich nicht zu bewerten. 

    Der christliche Aspekt ist mittelstark ausgeprägt und befasst sich im Grunde mit dem Thema, Jesus die erste Stelle im Leben einzuräumen. 

    Der Schluss ist harmonisch und rund, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: es gibt ein Happy End. Insgesamt ein netter Roman, aber kein Pageturner. Ein angenehmer Zeitvertreib, aber nichts, was längerfristig im Gedächtnis nachhallt. 

    Insgesaamt 3,5 Sterne, ganz okay.

  21. Cover des Buches Ein feiner Typ (ISBN: 9783827013781)
    Willy Vlautin

    Ein feiner Typ

    (19)
    Aktuelle Rezension von: Johann_Baier

    Man kann den Roman als Sozialstudie betrachten – Menschen am Rande der amerikanischen Gesellschaft, genauer am unteren Rande. Ein alter Farmer, der keinen Nachfolger für seine Schaffarm in der Halbwüste Nevadas findet, ein Halbindianer ohne Eltern, der erst auf der Farm arbeitet und später in Arizona versucht, Profiboxer zu werden. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive dieser beiden Personen erzählt.

    Der Roman lebt davon, dass der Leser den Hauptpersonen bei ihren Bemühungen zusieht, ihre Ziele zu erreichen. Angenehm ist, dass nicht die Klischees bedient werden, die der Mittelschichtsleser mit der Unterschicht verbindet: Drogen, Alkohol, Kriminalität, Aggressivität, raues, asoziales Verhalten. Alle Figuren sind sanfte, solidarische, friedfertige, arbeitsame Charaktere. Sie befinden sich meist in einer melancholischen Grundstimmung. Sie sind einsame Menschen, die hoffen, einfach irgendwie in der Gesellschaft, in denen es den meisten viel besser geht als ihnen, zu überleben. Menschen, auf die sie sich verlassen können, haben sie nicht. Einen Sozialstaat, der sie notfalls auffängt, gibt es nicht.

    Es gibt keine dramatischen Ereignisse, keine durch und durch bösartigen Antagonisten, die bekämpft werden müssen. Es ist ein ruhiger Roman, der Bilder schafft, die im Gedächtnis bleiben.

  22. Cover des Buches Cinema Speculation (ISBN: 9783462005394)
    Quentin Tarantino

    Cinema Speculation

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Rettuf

    Hier wird über einem  70er Film nach einem anderen abgeschwärmt. Für mich leider langweilig und uninteressant. Entweder ich kenne die Filme nicht oder fande Sie schlecht. Habe das Buch dann irgendwo abgebrochen 4/10. 

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  23. Cover des Buches SKULL MOON (ISBN: 9783958351394)
    Tim Curran

    SKULL MOON

    (9)
    Aktuelle Rezension von: B.tina_chaosqueen
    Zum inhalt :"Der wilde Westen, eine Kleinstadt mit einem fürchterlichen Geheimnis, und ein uraltes Monster auf der Jagd nach Menschenfleisch. 

    Montana 1878: Das Böse terrorisiert das kleine Städtchen Wolf Creek. Eine hungrige Kreatur schleicht durch die Nacht und hinterlässt eine Spur angefressener Leichenteile. Niemand kennt es, niemand hat es gesehen und niemand kann es stoppen. Deshalb wird Deputy U.S. Marshal Joseph Longtree nach Wolf Creek geschickt. Er weiß, dass hinter den Morden Sinn und Methode stehen – doch um die Wahrheit herauszufinden, muss er sich der Korruption und Verderbtheit vor Ort stellen und tief in den örtlichen Aberglauben eintauchen, bis er sich schließlich mit einem Monster aus der indianischen Mythologie konfrontiert sieht"


    Der Genre-Mix zwischen Western, Mystery und Horror ist wieder voll & perfekt gelungen. 

    Da mir "Skin Medicine" schon sehr gut gefallen hat, habe ich auf "Skull Moon" schon mit Vorfreude gewartet.Der Horror kam wie erwartet dann furchterregend, grausam und detailgetreu mit viel Blut daher.

    Sehr starke Geschichte! Ließt sich sehr flüssig und geht ab bis zum Schluss!
  24. Cover des Buches MATTHEW CORBETT und die Jagd nach Mister Slaughter (ISBN: 9783958354043)
    Robert R. McCammon

    MATTHEW CORBETT und die Jagd nach Mister Slaughter

    (19)
    Aktuelle Rezension von: Simone_081

    "Robert McCammon has done it again!" - "Matthew Corbett und die Jagd nach Mister Slaughter" ist wieder ein packender historischer Krimi-/Abenteuerroman.
    Diesmal geht es weniger um eine Ermittlung, sondern darum, dass Matthew und Greathouse einen sehr gefährlichen Gefangenen nach New York bringen müssen. Natürlich geht das schief und Mister Slaughter entkommt. Was folgt ist eine Jagd, die es in sich hat. Unterwegs begegnet Matthew Corbett einigen Gefährten, die ihn begleiten und dabei helfen, Mister Slaughter dingfest zu machen.

    Wie immer bei den Matthew Corbett-Romanen lässt sich Robert McCammon Zeit, seine Geschichte zu enthalten. Der Leser ist nicht nach den ersten zehn Seiten in der Handlung, wie das bei anderen Romanen der Fall ist; die Exposition ist recht lang, und es dauert eine Weile, bis die Haupthandlung beginnt. Man braucht also durchaus einen etwas längeren Atem, aber es lohnt sich, denn die Geschichte ist spannend, komplex und sehr gut ausgedacht.

    Nur ist der Fall diesmal leider sehr brutal ausgefallen. Man muss sich mit gequälten Tieren, brutal abgeschlachteten Familien und alten, ermordeten Leuten auseinandersetzen. Dieses Buch ist definitiv nichts für schwache Gemüter. Ich hätte mir zwar ein wenig mehr Zurückhaltung gewünscht, kann die Gewalt aber auch nachvollziehen, denn sie passt irgendwie zur Geschichte.

    Ein absolut lohnendes Buch und für Fans sowieso ein Muss, für das man aber auch manchmal Durchhaltevermögen und einen starken Magen braucht.

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