Bücher mit dem Tag "wien-krimi"

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148 Bücher

  1. Cover des Buches Tannenglühen (ISBN: 9783839221228)
    Petra K. Gungl

    Tannenglühen

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Seehase1977
    Franziska Ferstl will endlich ihren Job als Strafverteidigerin an den Nagel hängen und nach schwerer Krankheit endlich ihr Leben genießen. Doch dann wird einer ihrer Kanzlei-Partner tot aufgefunden, erdrosselt mit einer Lichterkette. Für Franziska völlig unerwartet, sieht die Polizei in ihrem Partner und besten Freund den Hauptverdächtigen. Die taffe Strafverteidigerin gibt noch einmal alles und begibt sich auf Mörderjagd, um die Unschuld ihres Freundes zu beweisen. Dabei stößt sie auf dubiose Geschäfte und Liebesaffären und hat zudem eine unliebsame Begegnung mit der Russen-Mafia. Viele haben einen Grund, doch wer hat Siegfried Fürstenstein wirklich ermordet? Franziska hat eine heiße Spur und ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich begibt…

    Meine Meinung:

    Der Kriminalroman „Tannenglühen“ von der promovierten Juristin und gebürtigen Wienerin Petra K. Gungl war mein erstes Buch der Autorin. Gerade zur Weihnachtszeit lese ich gerne Bücher mit Bezug zu Weihnachten. Allerdings hätte es vom Setting her gerne etwas weihnachtlicher sein dürfen. Trotzdem bietet der Krimi kurzweiliges Lesevergnügen.

    Gleich zu Beginn wird nicht nur der Leser, sondern auch die Strafverteidigerin Franziska Gerstl mit einem Mord konfrontiert. Einer ihrer Partner aus der Kanzlei wurde mit einer Lichterkette erdrosselt. Franziska begibt sich auf Mörderjagd und hat nicht nur hier mit Stolpersteinen zu kämpfen, auch in ihrem Privatleben gibt es Probleme, die die Juristin aus der Bahn zu werfen drohen.

    Petra Gungl hält den Leser mit ihrem Erzählstil bei Laune, dennoch ist der Spannungslevel eher mittelmäßig und von Hochspannung kann keine Rede sein. Dennoch hat die Autorin einen ansprechenden und unterhaltsamen Plot kreiert, in dem sie ein atmosphärisches, vorweihnachtliches Wien vor dem geistigen Auge des Lesers projiziert. Die Kriminalgeschichte, in der nicht nur Mord sondern auch Schwarzgeld, Liebesaffären und die Russen-Mafia eine Rolle spielen, ist abwechslungsreich und immer wieder mit einer Prise Humor unterlegt.

    Besonders besticht hier die Charakterzeichnung der Hauptprotagonistin Franziska Ferstl. Die 60-jährige Juristin ist leidenschaftliche Harley-Fahrerin, weiß sich zu behaupten, wirkt kauzig und manchmal arrogant, hat aber ein weiches Herz und liebt ihre Familie über alles.

    Mein Fazit:

    „Tannenglühen“ von Petra K. Gungl ist ein spannender Kriminalroman, in dem der Nervenkitzel allerdings ausbleibt und das Thema „Weihnachten“ ein kleines bisschen zu kurz kommt. Dennoch hat man es hier mit einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Krimi zu tun, der durch atmosphärisches Lokalkolorit und einer starken Protagonistin besticht. Von mir gibt es durchaus eine Leseempfehlung.
  2. Cover des Buches Bilder des Bösen (ISBN: 9783958249912)
    Britta Hasler

    Bilder des Bösen

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Angeliques_Leseecke
    *Inhalt*
    Wien 1906, ein Serienmörder treibt in der Stadt sein Unwesen. Er tötet Prostituierte und hackt anschließend eine Hand ab. Leutnant Tscherba bittet die beiden Privatdetektive Rudolph Lischka und Julius Pawalet um Mithilfe. Kurze Zeit später wird Julius Pawalet dabei beobachtet, wie er einen neuen Tatort verlässt, er wird zum Hauptverdächtigen.
    Parallel ermittelt die beiden in einem Fall von Erpressung. Eine Dame der Gesellschaft wird mit pikanten Bildern ihres Ehemanns erpresst.
    Nach und nach decken die beide die dunklen Machenschaften der sogenannten gehobenen Gesellschaft auf. Dabei kommen sie dem Mörder gefährlich nahe…

    *Meine Meinung*

    "Bilder des Bösen" von Britta Hasler ist der Nachfolgeband zu "Das Sterben der Bilder". Die Kriminalfälle sind spannend und sehr interessant.
    Mit ihren bildhaften und fesselnden Schreibstil schafft es die Autorin mich in die Geschichte hineinzuziehen. Und auch wenn mich die erotischen Szenen etwas stören, möchte ich wissen, wer der Mörder ist.
    Nach und nach offenbart sich dem Leser die Moral und die Abgründe dieser Zeit. Die Polizei schaut bei der Prostitution und bei dem Mädchenhandel weg, hält vielleicht sogar die Hand auf. Der Blick in die menschlichen Abgründe ist der Autorin gut gelungen.

    Die Charaktere sind facettenreich und entwickeln sich im Laufe des Buches.

    *Fazit*

    Ein gut recherchierter Krimi aus vergangener Zeit, spannend und mit einigen erotischen Szenen. Von mir gibt es 4 Sterne.
  3. Cover des Buches Die Hinrichtung des Martin P. (ISBN: 9783218011808)
    Klaus Oppitz

    Die Hinrichtung des Martin P.

     (17)
    Aktuelle Rezension von: BabsyZ

    Dieses kleine, gerade mal 149 Seiten starke Buch hat mich zutiefst bewegt. Was passiert, wenn ein achtlos hingeworfener Facebook-Kommentar für bare Münze genommen wird? Wenn man beweisen muss, dass man es ernst gemeint hat.

    Ein kleines Mädchen wird ermordet, der Täter schnell gefasst. Die Öffentlichkeit ist entsetzt. Und Martin Pietsch, arbeitslos, enttäuscht vom Leben und sich selbst, trinkt zu viel Wein und kommentiert: „Gebt mir sein Messer und ich schlachte ihn genauso ab wie er das kleine Mädchen“. Ein Satz, der sein ganzes Leben verändern wird.

    Klaus Oppitz zeigt in seinem Roman auf, was mit Menschen geschieht, die aus Kriegsgebieten fliehen, ihr schwieriges Leben in einem fremden Land, ihre Traumata. Und er konfrontiert uns mit den Folgen, die unsere Social-Media-Posts haben können.

    Mein Fazit: ein Buch, das nachdenklich und betroffen macht. Absolut lesenswert!

  4. Cover des Buches Verkauft (ISBN: 9783800080014)
    Constanze Dennig

    Verkauft

     (43)
    Aktuelle Rezension von: MissRose1989

    Das Cover des Buches passt sehr gut zum Inhalt, die erste Beobachtung zu dem Fall macht Alma Liebekind auch in einer Klink und auch die Stimmung des Bildes passt sehr gut zu der Handlung, die dann folgt. 

    Als Alma Liebekind eine seltsame Beobachtung in einem Wiener Sanatorium macht, in dem sie wegen einer Fehlgeburt behandelt wird, fragt sie sich, ob man hier ein Verbrechen verschleiern möchte und beginnt sich zusammen mit ihre Mutter auf eine nicht ganz ungefährliche Spurensuche...

    Constanze Dennig streift im Buch das sehr aktuelle Thema der Flüchtlingspolitik, aber das auch nur am Rande und das ist etwas schade, weil das hätte man etwas mehr einbinden können. Es fehlt hier einfach etwas der Fokus auf die Herkunft der Frau, die nachts ins Sanatorium eingeliefert wird. 

    Alma ist als Hauptprotagonistin etwas schwierig, sie ist irgendwie keine Figur, die man ins Herz schliesst, aber so ergeht es dem Leser mit allen Figuren, sie bleiben etwas blass, man kann sie nicht wirklich greifen. 

    Constanze Dennig beginnt nicht gleich mit dem wirklichen Fall, sie legt die Geschichte so an, dass man erstmal etwas die Charaktere und deren Einbettung in ihr Leben, so das es zu Beginn nicht wirklich wie ein Krimi anmutet, leider wird das auch im Verlauf des Buches nicht besser, weil der Spannungsbogen nicht wirklich vorhanden ist. 

    Constanze Dennig hat einen sehr interessanten Schreibstil, man kommt sehr gut in die Geschichte rein und durch ein paar kleine wienerische Feinheit kommt auch etwas der österreichische Charme des Buches durch. Sie hat eine sehr auffallende Sprachwahl, so dass man immer wieder Begriffe aus dem lateinischen oder dem Dialekt als Fussnote erklärt werden muss. Gewollt spannend legt sie kleine Spuren, die sie dann später im Buch wieder aufnimmt und deren Bedeutung erst dann klar wird, aber die auch nicht wirklich zur Spannung beitragen. 

    Dieser Band ist bereits der 4. Band der Reihe, an sich ist der Fall abgeschlossen, wer sich aber für die Figuren an sich interessiert und gerne mehr als den Steckbrief zu Beginn des Buches haben möchte, sollte mit Band 1 der Reihe starten. Wenn man erst mit Band 4 einsteigt, ist es etwas schwierig, die Personen immer klar zuzuordnen und sich die Beziehungen der Charaktere zu erschliessen. 


    Fazit: 

    Die Idee des Krimis ist wirklich gut, aber in der Umsetzung ist es eher ein spannender Roman als ein Krimi. Irgendwie steht der Fall eher so neben den Beziehungen zwischen den Charakteren und gewinnt nicht wirklich die Oberhand. 

    Constanze Dennig hat einen etwas spezielle Art zu schreiben, an die man sich gewöhnen muss und die sicher nicht jeder so gut findet, weil man manchmal eben erstmal die Fussnoten lesen muss und das schon im Lesefluss etwas stört. 

    Alles im allem kann man sagen, der Plot ist gut, das Cover auch, aber der Schreibstil, die Charaktere und auch der Fortgang der Handlung überzeugt nicht. Man muss sich sehr auf das Buch einstellen, weil der Humor und auch das Ermittlerduo aus Mutter und Tochter nicht wirklich zu der Krimiidee passen wollen. 

  5. Cover des Buches Todesreigen in der Hofreitschule (ISBN: 9783709979112)
    Edith Kneifl

    Todesreigen in der Hofreitschule

     (17)
    Aktuelle Rezension von: EmiliAna
    Der Titel des Romans führt ein wenig in die Irre, und diejenigen, die als Schauplatz des historischen Wien-Krimis die berühmte Hofreitschule mit ihren eleganten und akrobatischen Lipizzanern erwartet haben, mögen enttäuscht sein, denn erst ganz zum Schluss, zum großen Finale, finden sich die Protagonisten tatsächlich in der Hofreitschule ein, ohne jedoch die weißen Hengste bei ihren Kunststücken bewundern zu können...

    Enttäuscht werden auch die Leser, die einen spannenden und mitreißenden Krimi erwartet haben. Vielmehr schleicht die Handlung über weite Strecken dahin - obwohl alles mit einem Knalleffekt begann: einem Sprengstoffattentat auf eine Kutsche, bei dem die beiden Insassen und die Pferde getötet wurden und das alsbald Anarchisten in die Schuhe geschoben wird.
    Sofort auch ist der Held des Romans, der Privatdetektiv Gustav von Karoly, zur Stelle, der hier in seinem fünften Fall ermittelt und den einige Leser daher bereits kennen dürften. Und die sind klar im Vorteil, möchte ich hinzufügen, denn Gustav hat natürlich eine Vorgeschichte, die sich denjenigen, denen er hier zum ersten Mal begegnet, erst nach und nach erschließt.

    Man braucht Zeit, um sich mit Herrn von Karoly anzufreunden, lernt man ihn doch als Müßiggänger kennen, der seine Tage vorzugsweise in Kaffeehäusern und flanierend verbringt, auf neue Fälle wartet, über den Sprengstoffanschlag grübelt und ansonstem seinem unglückseligen Faible für hübsche junge Frauen frönt, das ihm in dieser Geschichte gleich zweimal beinahe zum Verhängnis wird.

    Da ist zum einen die leider verheiratete und nicht mit erwähnenswerten Geistesgaben gesegnete, aber bildschöne Ada, deren Mann der Affäre mit Gustav auf die Schliche gekommen ist und den Privatdetektiv ohne Arbeit wutentbrannt zur Rede stellt und kurz danach tot aufgefunden wird - ermordet! Und natürlich ist der Charmeur Gustav einer der Hauptverdächtigen...

    Während er gemeinsam mit seinem Freund, dem Polizisten Rudi, versucht - auf recht betuliche und nicht eben effektive Art, so scheint es dem Leser -, die Hintergründe des Attentats zu ergründen, verstrickt sich Karoly bereits in ein neues Techtelmechtel - mit Emma, einer unbekannten Schönen, die ihm Rätsel aufgibt und von der allmählich klar wird, dass sie in die inzwischen schon zwei Anschläge verwickelt ist. Dass die Dame eher unkonventionell mit der Wahrheit umgeht, ist ihm dabei durchaus bewusst, doch kann er sich ihren Reizen nicht entziehen - ein eindeutiger Schwachpunkt des adligen Genießers, der nebenbei weiterhin in die Pathologin Dorothea verliebt ist, die mit Gustav und dessen Tante eine Hausgemeinschaft teilt.

    Ja, über das Liebesleben des jungen Herrn von Karoly erfährt man allerlei - und zum Glück auch über das Wien des Jahres 1900!
    Da ist die Autorin sehr akribisch. Sie kennt ihr Wien, sie kennt seine Geschichte bis ins kleinste Detail, und sie weiß sie ihren Lesern auf angenehm-unaufdringliche Weise nicht nur nahezubringen, sondern es gelingt ihr auch, eine Atmosphäre zu schaffen, die sich überträgt und die das Gefühl vermittelt, dabeizusein.
    Egal, ob es um geschichtliche, politische, gesellschaftliche oder soziale Hintergründe geht - die Autorin kennt sich aus und setzt langsam ein Gesamtbild zusammen, das weit spannender und authentischer ist als der doch sehr verworrene Fall, der nicht zu fesseln vermag und dessen Auflösung mich mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen hat.

    Ist mir die Hauptperson Gustav von Karoly nähergekommen im Laufe der Lektüre? Ich hätte es mir gewünscht, und das eine oder andere Mal bekam ich durchaus den Hauch eines Gespürs für ihn - das sich im nächsten Moment aber wieder in Rauch auflöste.
    Er ist mir nicht fassbar, entzieht sich buchstäblich immer wieder aus Neue meinem Zugriff - und so bleibt am Ende des Romans, den ich nur zögernd als Krimi bezeichnen kann, eher eine gewisse Enttäuschung als Befriedigung zurück.
  6. Cover des Buches Häusermord (ISBN: 9783743165151)
    Anni Bürkl

    Häusermord

     (10)
    Aktuelle Rezension von: ChrischiD
    Revierinspektor Nowak führt sein aktueller Fall nicht nur in die Gegend seiner Jugend, die er in weiten Teilen lieber vergessen würde, sondern auch zu seiner ehemals großen Liebe Antonia. Bevor er sich jedoch mit ihr und seiner Vergangenheit auseinandersetzen kann, muss er das Rätsel um die abgetrennten Körperteile, die nach und nach auftauchen, lösen. Allem voran: Zu wem gehören die Gliedmaßen? Ein Fall, der mehr Fragen aufwirft, als dass er sie beantwortet und eine immer bedrückendere Wendung nimmt...

    Die Autorin schickt mit Revierinspektor Nowak einen Ermittler ins Rennen, der mit einigen seiner Dämonen der Vergangenheit noch nicht abgeschlossen hat. Aber vielleicht erhält er nun, zumindest teilweise, die Möglichkeit dazu. Die Gegend, in der seine Nachforschungen hauptsächlich angesiedelt sind, ist Nowak wohlbekannt, und doch entdeckt er Aspekte, die auch an ihm nicht spurlos vorbei gehen.

    Ein abgetrenntes Körperteil, ohne den geringsten Hinweis, von wem es stammt, und eine mehr als grobe Richtung, mehr steht Nowak für seine Ermittlungen nicht zur Verfügung. Kein Wunder, dass er sich an jeden Strohhalm klammert, Befragungen durchführt und doch kaum Hinweise zutage fördern kann. So authentisch das Szenario auch ist, wirkt der Beginn somit dennoch etwas zäh, auch wenn natürlich durchaus etwas geschieht. Der Fortgang der Kriminalhandlung erscheint allerdings zu holprig, zeitweise sogar unmotiviert, was auf Grund der Spurenlage wiederum absolut nachvollziehbar ist.

    Nach dem ersten Drittel kippt die Stimmung, die Atmosphäre verdüstert sich und die Spannung nimmt zu. Nowak hat eine Fährte aufgenommen, von der er nicht bereit ist abzuweichen, wenn ihm hin und wieder auch Steine in den Weg gelegt werden. Er lässt sich selten beirren und macht sich dabei nicht nur Freunde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist auch der Leser glücklicherweise in der Geschichte angekommen, die unterschwellig viel mehr birgt als es zunächst den Anschein macht. Dann kann nämlich auch der Leser nicht mehr an sich halten, um eigene Nachforschungen anzustellen, nicht nur was den aktuellen Fall angeht, sondern auch zu Nowaks Vergangenheit. Durch Antonias Einschübe, die man zusätzlich zu Nowaks Beobachtungen erhält, ergibt sich ein recht gutes Bild des Revierinspektors und seiner Umgebung.

    „Häusermord“ beginnt zu zaghaft, mausert sich aber nach und nach zu einem waschechten Kriminalroman, der neugierig auf mehr von Revierinspektor Nowak macht.
  7. Cover des Buches Abgetaucht (ISBN: 9783850028905)
    Constanze Dennig

    Abgetaucht

     (7)
    Aktuelle Rezension von: HansPeterVertacnik
    Eine Psychiaterin mit einem Liebhaber namens Michael, den sie "Michelangelo" nennt und mit einer Mutter, von der sie auf die köstlichste Art und Weise unterdrückt wird, gerät in einen Mordfall, den sie schlussendlich löst. Ein Lesevergnügen.
  8. Cover des Buches Schön tot (ISBN: 9783852189321)
    Edith Kneifl

    Schön tot

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Christin87

    Katharina Kafka, Enddreißigerin, Kellnerin mit fast abgeschlossenem Geschichtsstudium und Dauersingle mit Roma-Wurzeln, wird Zeugin einer Hausexplosion, bei der eine junge Frau stirbt. Im selben Stadtteil Wiens geschehen drei weitere Morde. Kafkas Hobby-Detektiv-Ader ist geweckt und so geht sie mit Ihrem Mitbewohner Orlando auf Mördersuche.

    "Schön tot" war mein drittes Buch von Edith Kneifl und es war für mich das Schwächste. Ich fand die gesamte Handlung sprunghaft und, obwohl, wie ich dank Google herausgefunden habe, die gesamten Schauplätze tatsächlich existieren, die Abläufe absolut unrealistisch. Ich bekam die Handlung einfach nicht zu greifen. Warum?

    1.) Ich hatte ein Problem mit dem sprunghaften Geschehen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Orlando ist erst nur ein Bekannter, von dem Sie im Grunde nichts weiß, noch nicht mal von seinem Transvestie-Ich, und wird dann von jetzt auf gleich zum Dauer-Mitbewohner, dem Sie extra eine neue Schlafcouch spendiert, obwohl er gern zeitnah wieder in seine eigenen vier Wände ziehen soll. Dann trifft sie bei einem Einkauf einen dubiosen Typen, der kurze Zeit später seine Finger schon überall an ihr als auch in ihr hat und obwohl er zwischenzeitlich ins Feld der Verdächtigen gerät, lässt sie ihn weiter in Ihrem Leben ein und ausgehen. 

    In welchem Zeitrahmen wir uns hier überhaupt bewegen, in denen sich die Beziehungen entwickeln konnten, hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen.

    2.) Folgendes Geschehen fand ich außerdem komplett an der Realität vorbei. Frau Kafka erörtert mit einem ihr bis dato unbekannten Psychhiater, bei dem sie von jetzt auf gleich einen Termin erhält, die Psyche des potentiellen Serienmörders. Zum einen fand ich es verwunderlich, dass ein Mann dieser Berufsgruppe, von der es immer heißt sie seien auf Monate ausgebucht, spontan Zeit für neue Patienten hat. Zum anderen machen die geführten Gespräche für mich teils garkeinen Sinn, da Katharina keinerlei Position inne hat, die diese rechtfertigen, denn zur Klärung der Taten kann sie in ihrer rein privaten Position mit nichten beitragen.

    3.) Mir stand die Figur Kafka zu viel im Fokus, sodass die eigentliche „Kriminalhandlung“ auf mich eigentlich nur wie ein um sie herum gestrickter Nebenschauplatz wirkte.

    Der Schreibstil ließ sich wieder flüssig lesen, aber Spannung ist hier nicht aufgekommen.

    Für Wien-Kenner sind sicher die Beschreibungen der Schauplätze reizvoll, ich war leider noch nie da.

    Kurz um, bin ich mit den Protagonisten und der Handlung nicht warm geworden und kann deshalb nur 2 Sterne vergeben.


    Wegen unschlagbarer Kindle-Angebote habe ich auch die drei Folge-Bände noch auf dem Kindle-Reader. Vielleicht entwickelt sich das Ganze im nächsten Teil ja weiter, sodass der Funke noch überspringt.

     

     

  9. Cover des Buches Tacheles (ISBN: 9783901761874)
    Andreas P Pittler

    Tacheles

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Wien, im Frühsommer 1934: In seinem Wohnhaus am Judenplatz wird ein jüdischer Fabrikant erschlagen aufgefunden. Oberstleutnant Bronstein wird mit der Aufklärung betraut. Der Verdächtigen gibt es viele: Die Roten, weil der Tote ein Fabrikant war? Die Braunen, weil er aus einer jüdischen Familie stammte? Die frühere oder die neue Ehefrau - oder gar beide zusammen?

    Die Ermittlungen gestalten sich vor dem Hintergrund des aufkeimenden Nationalsozialismus als schwierig. In einem Geflecht politischer Zusammenhänge und persönlicher Verstrickungen muss Bronstein erkennen, dass der jüdischen Bevölkerung zunehmend Misstrauen und Missgunst entgegenschlagen. Sogar jenen, die sich - so wie der Oberstleutnant - selbst nicht für Juden halten („Ich bin Protestant.“).

    Andreas Pittler, gelernter Historiker, weiß worüber er schreibt. Er gelingt ihm die Stimmung im Wien des Ständestaates einzufangen. Wir Leser sind mittendrin: Zwischen Heimwehraufmarsch und illegalen Nazis; zwischen Vaterländischer Front und verbotenen Gewerkschaften. 

    Pittler hat dem Volk aus Maul geschaut und schreibt fesselnde Dialoge im Wiener Dialekt, die mit tschechischen und jiddischen Ausdrücken durchsetzt sind. Das Glossar im Anhang bietet Aufklärung. 

    Fazit:

    Eine packende Geschichte, spannend erzählt, hervorragend recherchiert. Gerne vergebe ich 5 Sterne.

  10. Cover des Buches Ich muss töten (ISBN: B06ZZMVN14)
    Renate Lehnort

    Ich muss töten

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Da mich der Schreibstil von Renate Lehnort schon bei anderen Büchern sehr fesseln konnte, war ich auch auf *Ich muss töten: Horst Rabe ermittelt* sehr gespannt.
    Erneut wurde ich nicht enttäuscht, denn von Anfang bis zum Ende war ich an das Buch gefesselt.
    Egal ob es sich um die Ermittlungen, Privatleben der Ermittler und Täter oder das Auffinden der Opfer handelte, empfand ich alles sehr gut abgestimmt.

    Sympathische Charaktere, Einblick in die Psyche von Tätern, österreichischer Handlungsort und interessante Themen wurden mir geboten.

    Von mir gibt es 🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne für fesselnde Lesestunden. Absolut lesenswert

  11. Cover des Buches Wiener Herzblut (ISBN: 9783839212639)
    Ulrike Ladnar

    Wiener Herzblut

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Grandville

    Ich bin zufällig auf diesen Roman in einem Verlagsprospekt gestoßen. Da ich gerade die Nechyba-Bücher von Gerhard Loibelsberger gelesen hatte, habe ich hier gleich weitergelesen. Denn dieser Roman spielt ebenso in Wien und auch kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges.

    "Wiener Herzblut" ist der erste Roman von Ulrike Ladnar und für einen Erstling hat er mich sehr überrascht, da er so gut war. Zu Anfang hatte ich ein wenig Probleme in das Buch hereinzukommen, da es auf zwei Ebenen spielt. Mir persönlich hat die "Gegenwarts-Ebene" besser gefallen, als die Rückblicke von Sophia. Die Figuren sind sympathisch und gut gezeichnet. Sophie scheint mir aber ein klein wenig zu perfekt geraten zu sein. Ihr gelingt alles und hat sozusagen immer Glück. Der Fall ist gut konstruiert, obwohl es nicht wirklich überraschend ist, wer der Täter ist. Was allerdings von der Autorin wohl so gewollt ist. Man soll wissen, wer es war und wie es dazu gekommen ist. Aber es macht trotzdem sehr viel Spaß der Auflösung näher zu kommen. Das Buch lies sich sehr flüssig und gut runter lesen, ein schöner Schmöker. Man kann in das alte Wien eintauchen und ist bei den Ermittlungen dabei. Das Buch hat definitiv Lust auf den zweiten Roman  "Wiener Vorfrühling" gemacht. Ich bin neugierig wie es Sophie, ihrem Vater und Sachtl ergehen wird.

    Mir hat dieser Roman im alten Wien sehr gut gefallen. Es war ein toller, gut zu lesender Schmöker. Man konnte in die Stadt eintauchen, ein wenig vom Lebensgefühl mitnehmen und hat einen interessanten Krimi.
  12. Cover des Buches Fernwehträume (ISBN: 9783899777505)
    Hermann Bauer

    Fernwehträume

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Oberkellner Leopold W. Hofer, die gute Seele des Kaffeehauses „Heller“ in Wien Floridsdorf, kennt seine Gäste sowie deren Geheimnisse wie kein Zweiter. Auch entgehen ihm, dem aufmerksamen Beobachter, G’spusis seiner Kundschaft kaum. 

    Die Vorstadtidylle wird dann jäh gestört als Susanne Niedermayer, eine allein stehende, attraktive Frau Anfang 60, nach dem Besuch des Hellers ermordet wird. Täter soll ausgerechnet ein Stammgast sein, der aufgrund übermäßigen Alkoholgenusses sich an diese Nacht nicht erinnern kann. 

    Leopold beginnt sofort zu „ermitteln“, was der echten Polizei so gar nicht in den Kram passt. Aber, Leopold hat Glück, denn sein Freund und Oberinspektor Richard Juricek ist der Leiter der Ermittlungen und lässt den Oberkellner die eine oder andere Recherche anstellen, nachdem er weiß, dass Leopold sich nicht abschütteln lässt.

    Gemeinsam mit einem zweiten Freund, dem Gymnasialprofessor Thomas Korber, stochert der Oberkellner in Susis Leben, bis sich eine überraschende Wendung ergibt. 

    Meine Meinung: 

    "Fernwehträume" ist ein flott geschriebener Krimi mit viel Wiener Lokalkolorit. Besonders gut kommt dies bei den Szenen, die im fiktiven Kaffeehaus "Heller" spielen, zum Vorschein. Das „Heller“ hat ein echtes Vorbild, in dem der Herr Autor (lt. eigener Aussage) viele Stunden verbracht hat. Leider ist dieses Kaffeehaus seit Längerem Geschichte. 

    Gut gefällt mir die gar nicht so leise Kritik an Mauscheleien in der Bezirkspolitik.  

    Fazit: 

    Ein vergnügliches Krimidebüt, dem ich gerne 4 Sterne gebe!

  13. Cover des Buches Melange ohne (ISBN: 9783839223208)
    Ursula Heinrich

    Melange ohne

     (6)
    Aktuelle Rezension von: tinstamp

    Ein historischer Roman mit Krimielementen,  der am Ende des großen Krieges und in Wien spielt. Einfach perfekt, denn ich liebe die Reihe um August Emmerich von Alex Beer, die zur selben Zeit und am selben Ort spielen.
    Ursula Heinrich ist hingegen eine neue Autorin für mich und ich war sehr gespannt auf diese Geschichte.

    Max Freiherr von Riedenfels befindet sich nach einer Schussverletzung im Militärspital Bozen. Das Ende der Großmacht Österreich-Ungarn ist nicht mehr abzuwenden und eigentlich warten alle nur mehr darauf, dass sie endlich nach Hause dürfen und der Krieg endet. Max und sein Freund, der Miliärarzt Stefan von Brühl, sollen beide in den kommenden Tagen Urlaub bekommen. Doch Stefan möchte ein paar Tage früher nach Hause, denn seine Schwester feiert demnächst Hochzeit. Er überredet Max die Urlaubsscheine zu tauschen. Ein sehr riskantes Unternehmen! Doch Max stimmt zu und es gelingt auch beiden Männern mit den getauschten Urlaubsscheinen Max möchte Stefan im Urlaubsdomizil der von Brühls im niederösterreichischen Eichgraben besuchen, doch bei seiner Ankunft wartet auf ihm eine Schreckensmeldung. Stefan wurde wegen Mordes am Bräutigam seiner Schwester festgenommen. Das macht den Tausch des Urlaubsscheines zu einem großen Problem, denn damit hat er seinen Freund ein Alibi verschafft und gerät selbst in Verdacht. Die Polizei schie0t sich richtiggehend auf Stefan von Brühl ein. Max versucht während seines Genesungsurlaubes zuhause in Wien selbst Nachforschungen anzustellen, denn er ist von Stefans Unschuld überzeugt.
    Zusätzlich soll er noch in Wien der Verlobten von Militärarzt Dr. Wegscheid einen Brief überbringen, der sozialistisches Gedankengut beinhaltet. Bei der Übergabe verliebt er sich Hals über Kopf in die Empfängerin, Eveline Kratky, Medizinstudentin und engagierte Sozialistin.
    Gemeinsam mit seinem Freund Emil versucht er mehr über Edgar Maienbach, den toten Fast-Schwager von Stefan, herauszufinden. Der reiche Fabrikantensohn war kein unbeschriebenes Blatt. Er konnte die Finger nicht von den Fabriksarbeiterinnen und Haushaltshilfen lassen. Max findet heraus, dass eine dieser jungen Frauen durch einer Abtreibung gestorben ist. Steckt möglicher Weise hier der Grund des Mordes dahinter? Wer zieht Vorteile aus dem Tod des Fabrikssohnes? Max hat 14 Tage Zeit seinem Freund zu helfen, bevor er wieder zurück an die Front muss....

    Max ist außerhalb seiner Kriegserlebnisse ein junger und noch unbedarfter Mann, der Krimis liebt und sich mit Feuereifer in die Nachforschungen stürzt. Er will die Unschuld seines Freundes Stefan bezeugen können und den wahren Täter überführen. Freundschaft und Loyalität wird in diesem Roman großgeschrieben.

    "Melange ohne" ist jedoch kein wirklicher Krimi, sondern ein historischer Roman mit politischen Hintergrund zum Ende der Monarchie und Krimielementen. Zusätzlich zum Zeitgeist, dem Ende der Kaiserzeit und dem spürbaren Umschwang lebt der Roman vom Wiener Lokalkolorit. Eveline öffnet Max die Augen und zeigt ihm die Armenviertel von Wien. Kriegswitwen, Kriegszitterer und Waisen prägen das Straßenbild. Max und Eveline sind mitten drinnen, als die neue Republik ausgerufen wird. Die Mischung macht diesen Roman von Ursula Heinrich zu einem tollen Zeitzeugnis, den sie mit dem Kriminalfall, den Max zu lösen versucht, verbindet.

    Der Schreibstil ist angenehm und liest sich sehr gut. Das eingefärbte Wienerische zu dieser Zeit bringt viel Lokalkolorit mit sich, ist aber nicht beherrschend. Die Charaktere sind bis hin zu den Nebenfiguren facettenreich und authentisch.

    Mich hat die erste Hälfte der Geschichte richtiggehend an die Seiten gefesselt. Danach hatte ich einen kleinen Hänger und fand erst am Ende wieder so richtig ins Buch. Ich vergebe sehr gerne gute vier Sterne für diesen historischen Roman mit Krimitouch.

    Fazit:
    Ursula Heinrich erzählt mit "Melange ohne" eine faszinierende Zeitgeschichte, die den spürbaren Zerfall der Monarchie auferstehen lässt. Verwoben mit einer Kriminalgeschichte bekommt der Leser wunderbare Unterhaltung mit Lokalkolorit.

  14. Cover des Buches Tot bist du mir lieber (ISBN: 9783709972564)
    Edith Kneifl

    Tot bist du mir lieber

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Edith Kneifl stellt uns in ihrem neuen Krimi ein (Privat)Ermittlerteam mit drei höchst unterschiedliche Frauen vor. Doch eines haben sie gemeinsam: sie wollen sich nicht mehr von Männern unterkriegen lassen. Jede hat so ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Gute, wie schlechte.

    Magdalena, ihres Zeichens angehende Privatdetektivin, nimmt den lukrativen Auftrag von Britta, einen Betrüger und Herzensbrecher, ausfindig zu machen an. Ein leichtes Spiel für unsere Damen? Mitnichten! Obwohl sie sich in allerlei Datingplattformen einloggen, scheint der Betrüger immer einen Schritt voraus.

    Als dann zwei frühere Opfer des Mannes tot aufgefunden werden, ist Schluss mit lustig.

    Werden sie den Mann vor der Polizei finden und unschädlich machen können?

    Edith Kneifl lässt ihre Damen in unmittelbarer Nähe zum Wiener Nachmarkt wohnen und recherchieren. Viel Lokalkolorit und die Beschreibung des bunten Markttreibens ergänzen die humorvolle Tätersuche.  Schön beschrieben ist das "Majolika-Haus", das eine Zierde des Wiener Jugendstil ist.

    Die Damen dürfen gerne neue Fälle übernehmen. 4 Sterne.

      

  15. Cover des Buches Hausmaestro (ISBN: 9783839213926)
    Rupert Schöttle

    Hausmaestro

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Bei diesem, nunmehr dritten, Krimi mit Kajetan Vogel und Alfons Walz ist der Autor Rupert Schöttle in seinem Element: selbst Musiker eines renommierten Orchesters, kennt er die Grabenkämpfe im und abseits des Orchestergrabens.

    Magnus Maurer, der aufstrebende Star am Wiener Dirigentenhimmel wird ermordet aufgefunden. Doppelt ärgerlich für Alfons Walz: zum einem ist er um vier Uhr morgens aufgestanden, um Karten für die Vorstellung mit Maurer zu ergattern und zum zweiten müssen er und Kollege Vogel im LKA aushelfen, weil denen ob der Grippewelle und eines Staatsbesuches das Personal ausgeht. Nichts ist mehr mit gemütlichen Ermittlungen und gemeinsamen Gasthausbesuchen. Diesmal hat der Mord Vorrang. Doch als sich herausstellt, dass der Tote zwar ein begnadeter Musiker, aber sonst ein ziemlich mieses Subjekt war, erlahmt der Enthusiasmus ein wenig.

    Wir erhalten Einblicke in die Musikszene, lernen mittelmäßige Künstler kennen und solche, die echte Koryphäen sind.

    Wieder führt uns der Autor durch die Wiener Beisl-Szene, so dass der auswärtige Wienbesucher, diesen Krimi durchaus als kulinarischen Reiseführer benutzen kann.

    Humor und Satire begleiten den Leser bis zur letzten Seite.
  16. Cover des Buches Eine Melange für den Schah (ISBN: 9783740805227)
    Sabina Naber

    Eine Melange für den Schah

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Der Kriminalbeamte Wilhelm Fodor und seine Kollegen Fischer und Lukaschek müssen sich mit einer Serie von Morden im studentischen Umfeld herumplagen. 5 Tote in nur 4 Tagen? Sind die Morde politisch motiviert oder doch eine private Fehde? Und wie passt dann der Mann mit dem grünen Schal, den einige Zeugen beschrieben haben ins Bild? Die Geheimdienste sind nervös, wir sind ja mitten im Kalten Krieg, in dem Wien so etwas wie die Informationsdrehscheibe ist. Immerhin steht der Besuch von Schah Reza Pahlavi  und seiner Gemahlin Farah Diba ins Haus. Es gehen Gerüchte um Attentatspläne auf den Schah herum.  

    Schritt für Schritt, befragen die Beamten frierend (es ist ein saukalter Februar) Zeugen und treffen mehr als einmal auf eine Mauer des Schweigens. Und die, die reden, geben braunes Gewäsch à la „wir holen uns die Macht und das Öl“ von sich .... 

    Meine Meinung: 

    Dieser Krimi von Sabina Naber katapultiert mich in meine Kindheit von 1965 in Wien. Es ist fast unglaublich, dass die knapp 4,5km lange Prater-Hauptallee von Privatautos, von denen es allerdings recht wenig gab, befahren werden durfte. Kaum jemand hatte einen Fernseher, wenn ja, so konnte nur in schwarz/weiß empfangen werden und man teilte sich zu viert eine Telefonleitung. Das heißt, wenn ein Teilnehmer telefoniert, konnten es die drei anderen nicht. Daran, dass die Ermittler mit einem Puch 500 unterwegs gewesen sein sollen, kann ich mich nicht erinnern, an den legendären dunkelgrünen VW Käfer schon.  

    Bunte Kleidung sah man auf den Straßen wenig. Vieles war grau und braun - womit wir nun schon wieder fast mitten im Krimi wären. Nach wie vor ist nationalsozialistisches Gedankengut tief in den Köpfen der Menschen eingebrannt. Davon sind weder Polizisten noch Hochschulprofessoren oder altjüngferliche Damen ausgenommen. Es ist die Zeit eines Taras Borodajkewycz, der als Professor der Hochschule für Welthandel (heute WU Wien) antisemitische Tiraden von sich gibt, die dummerweise vom jungen Studenten Ferdinand Lacina, dem späteren Finanzminister, mitprotokolliert werden. Auch Heinz Fischer, der zweimalige Bundespräsident, kennt diese Hetzreden aus erster Hand.  

    Die Mörderjagd ist spannend und mühsam zugleich. Mehrfach werden die Leser an der Nase herumgeführt. Es dauert einige Zeit, bis ich den roten Faden zu fassen bekommen habe, um die geschickt eingefädelte Story zu entwirren.  

    Als Wienerin habe ich mich sofort heimisch gefühlt. Ich bin mit Fodor & Co. durch Wien gerast (Wobei, wie rast man mit einem Puch 500? Der hatte gerade einmal 15 PS.) und habe Kaffeehäuser wie das Prückl besucht. 

    Die Figuren sind allesamt sehr gut gezeichnet, sei es die Guten oder die Bösen. Auch Fodor & Co. haben alle so ihre Stärken und Schwächen. Der Ewiggestrige Fischer, der mit seiner Meinung nicht hinter den Berg halten kann, ist manchmal schwer auszuhalten, verkörpert aber einen bestimmt Typus. Herrlich sind auch die Dialoge, die im breiten Wiener Dialekt abgefasst, für manche Leser exotisch klingen.   

    Fazit: 

    Dieser Krimi mit Tiefgang hat mich bestens amüsiert. Die historischen Detail sind penibel recherchiert. Gerne gebe ich für diesen fesselnden Krimi 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

     

  17. Cover des Buches Ezzes (ISBN: 9783902672087)
    Andreas P. Pittler

    Ezzes

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Wien im Jahre 1927, die politischen Spannungen nehmen zu. Dazu trägt auch der Prozess um die Geschehnisse in Schattendorf (Burgenland) bei. Im Streit zwischen Heimwehr und Schutzbund sterben zwei völlig unbeteiligte Menschen.

    Oberstleutnant David Bronstein muss sich mit dem Mord an einem Gemischtwarenhändler herumschlagen. Das Opfer wird mit heruntergelassener Hose und sexuell erregt aufgefunden. Bronstein und sein Mitarbeiter Pokorny machen sich auf die Tätersuche. Der Tote hat einen denkbar schlechten Ruf. Er gilt als Miethai und Frauen sind für ihn Freiwild.
    Recht bald hat Bronstein eine Spur, die ihn nach Wels führt und ihn kurz vom Tagesgeschehen in Wien ablenkt.

    Er kommt mit mehreren Verdächtigen zurück, die er im Justizpalast einsperrt. Die Stimmung in der Stadt ist aufgeheizt. Das ungerechte Urteil im Prozess von Schattendorf (die Täter erhalten nur geringe Strafen) lässt die Massen vor dem Justizpalast aufmarschieren. Als Polizeipräsident Schober Schießbefehl auf die Demonstranten erteilt, brennt nicht nur der Justizpalast. Es gibt Tote auf beiden Seiten und Bronstein verliert den Glauben an die Gerechtigkeit. Als Ausgleich dafür nimmt er die Justiz in seine eigenen Hände und lässt die Verdächtigen im Mordfall des Gemischtwarenhändlers mit Hilfe seiner kommunistischen Freundin über die Grenze bringen.

    Als einer der wenigen im Justizpalast verbliebenen Polizisten wird er von den eindringenden Demonstranten schwer verletzt. An seiner Seite, der Justizwachebeamte Andreas Cerny, der dem in Pension gehenden Pokorny, nachfolgen wird.

    Noch am Krankenbett wird Bronstein vom Polizeipräsidenten Schober für seinen Einsatz öffentlich ausgezeichnet. Für David ist dieses Verhalten Schobers befremdlich, da der Präsident für gewöhnlich über Bronsteins jüdische Herkunft lästert.


    Meine Meinung:

    Andreas Pittler ist ein genialer Erzähler. Er vermittelt Geschichtsunterricht, ohne dass die Leser dies merken. Seine „Unterrichtseinheiten“ sind in den fesselnden Krimi eingebettet. Er bringt uns die explosive Stimmung in Wien näher, ohne zu werten.
    Wir erleben die antisemitischen Andeutungen von Polizeipräsident Schober. Geschickt verknüpft der Autor Historie mit Fiktion. Große Teile des Buches sind im Wiener Dialekt geschrieben. Doch keine Angst, es gibt am Ende ein ausführliches Glossar.
    Mit dem ersten Auftritt von Andreas Cerny führt Pittler eine neue Figur ein, die auf der Wellenlänge von David Bronstein liegt.


    Ein Wort noch zum Titel: "Ezzes" ist jiddisch und beutet soviel wie "Rat", "Hinweis" oder "Tipp". Alles ganz brauchbar für einen Kriminalbeamten.

    Fazit:

    Ein genialer Krimi vor dem explosiven Hintergrund der sozialen Unruhen in Wien, die 1934 in den Bürgerkrieg münden werden. Fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
  18. Cover des Buches Emma Roth & die schöne Leich (ISBN: 9783740800840)
    Erika Urban

    Emma Roth & die schöne Leich

     (3)
    Aktuelle Rezension von: twentytwo
    Eine Frauenleiche mit falscher Brust und ein Serienmörder, der seinen Opfern die Hände abtrennt. Emma Roth brummt der Schädel. Als ob sie mit den beiden Fällen nicht schon genug zu tun hätte, läuft es in ihrer Abteilung alles andere als rund, ihr Privatleben ist in absoluter Schieflage und verkatert ist sie sowieso. Als sich bei der Obduktion der Frauenleiche eine erste Spur, die zu einer Schönheitsklinik führt, ergibt, scheint sich der Fall schneller zu lösen als es zunächst ausgesehen hat. Das ist auch gut so, denn nach einem Jahr Pause entschließt sich der ominöse Handkiller sein Machwerk fortzusetzen. Erschwert, durch die im Team beinahe schon kindisch wirkenden Rangeleien, setzt Emma sich kurzerhand über die ohnehin unmöglichen Anweisungen ihres Chefs hinweg und es gelingt ihr tatsächlich beide Fälle erfolgreich abzuschließen.

    Fazit
    Zwischen spannendem Kriminalfall und Krimikomödie – eine unterhaltsame Lektüre mit Wiener Flair, die man schnell gelesen hat.
  19. Cover des Buches Die Frau im roten Mantel (ISBN: 9783839221457)
    Günter Neuwirth

    Die Frau im roten Mantel

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    In diesem vierten Krimi rund um den Wiener Polizisten bekommen wir es mit einem sehr komplexen Kriminalfall zu tun. Mehrere Erzählstränge werden zu einem dicken Zopf verknüpft. 

    Da haben wir einmal Wolfgang Hoffmann, der nach Krebsoperation und Chemo noch nicht wieder im Dienst ist. Doch die Weisheit „einmal Kieberer immer Kieberer“ ist ihm auf den Leib geschrieben. So fällt ihm bei einer abendlichen Straßenbahnfahrt eine Frau im roten Mantel mit Sonnenbrille auf, die augenscheinlich von einem Jugendlichen verfolgt wird. Er heftet sich auf die Spuren der beiden und flugs befinden sie sich am Ufer der Donaukanals. Plötzlich hält die Frau eine Waffe in der Hand. Noch bevor sie schießen oder die Waffe ins Wasser werfen kann, entwindet ihr Hoffmann die Pistole. Der Junge verschwindet und auf Grund ihres psychisch labilen Zustandes, liefert Hoffmann die Frau in der psychiatrischen Abteilung des Wilhelminenspitals ab.

    Diese geheimnisvolle Frau ist Alice Berg und wenig später steht sie mit einem Koffer vor Hoffmanns Türe und bittet um Hilfe, denn ihr Ehemann Jürgen sowie die Kinder Corinne und Oscar seien spurlos verschwunden. Hoffmann ist von der seltsamen Frau fasziniert und beginnt auf eigene Faust Erkundigungen einzuziehen. 

    Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit Lukas, dem Jugendlichen aus der Straßenbahn, der sich Sorgen um die verschwundene Corinne Berg macht.  

    Als dann eine Leiche mit Kopfschuss und abgetrennten Händen aufgefunden wird, schwenkt die Handlung zu Hoffmanns ehemaligen Kollegen und mühsame Polizei.  

    Noch laufen die Handlungsstränge teilweise parallel, doch nähern sie sich asymptotisch aneinander. Den Durchbruch gibt es, als die Leiche als ehemaliger Mitarbeiter von Jürgen Berg und Geliebter von Alice identifiziert wird. Das ist auch der Moment, in der Hoffmann wieder in den Kriminaldienst zurückkehrt.

    Er will wissen, welches Geheimnis die Familie Berg verbirgt.  

    Meine Meinung: 

    Hier haben wir es mit einem eher unkonventionellen Krimi zu tun. Kaum hat der Leser (und Wolfgang Hoffmann) eine Idee, was hinter dem seltsamen Verhalten von Alice stecken könnte, ist die auch schon wieder abgetaucht. Nicht verschwunden hingegen ist ihre bettlägerige Schwiegermutter, die Hoffmann dehydriert und verwahrlost in ihrer Villa findet. Doch auch die überrascht den Polizisten als sie nach kurzer Zeit forschen Schrittes aus dem Krankenhaus verschwindet.  

    Günter Neuwirth führt, neben den bislang bekannten Charakteren ein neue Figur ein: Lukas, jenen Jugendlichen, der auf der Straße bzw. in der Autonomen Szene lebt, durchaus „lebensklug“ erscheint und nach anfänglichem Misstrauen, dem Kieberer sein Herz ausschüttet. Ich hoffe, der Autor findet ein Plätzchen in einem der nächsten Krimis für diesen emphatischen Burschen, dem das Leben bisher nur übel mitgespielt hat. 

    Erst als Hoffmann mit seinen quasi privaten Ermittlungen nicht mehr weiterkommt, es fehlt ihm natürlich der Polizei-Apparat, sucht er seine ehemaligen Kollegen auf und - ist gleich wieder mitten drin. 

    Die Auflösung schockiert, denn damit war nicht wirklich zu rechnen. Trotzdem ist sie schlüssig. Man muss beinahe den Atem anhalten, so fesselnd sind die letzten Seiten. Auch gutbürgerliche Kreise haben ihre bröckelnden Fassaden. 

    Fazit: 

    Günter Neuwirth ist hier ein Krimi der Spitzenklasse gelungen. Vielschichtig und hintergründig stellt er die sogenannte „bessere Gesellschaft“ Außenseitern gegenüber. Dabei haben eher die Erstgenannten die Leichen im sprichwörtlichen Keller. Gerne gebe ich hier wohlverdiente 5 Sterne.

  20. Cover des Buches Ein Rindvieh für Gaddafi (ISBN: 9783839200230)
    Günther Thömmes

    Ein Rindvieh für Gaddafi

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Der Autor Günther Thönnes lässt uns um Jahrzehnte zurückschauen in die Zeit der 70er Jahre als die Ölpreiskrise kreative Ideen förderte. In diesem Fall werden Rinder und Whisky unter dem österreichischen Bundeskanzler Kreisky gegen Öl getauscht, welches im Gegengeschäft vom Muammar al-Gaddafi zugesichert wurde. Ein heikler Deal mit etlichen unsicheren Faktoren. Als eine Leiche mit abgehackten Händen und ohne Zunge gefunden wird, scheint dieser Fall direkt mit diesem Tauschhandel in Verbindung zu stehen.

     

    Ein eifriges Ermittlerduo wird vorgestellt und so treffen wir einerseits auf Chefinspektor Erwin Wimmer, genannt Sterz und die Reporterin Elisabeth Körner, genannt Stummel. Die beiden dürfen nicht nur recherchieren und sich auf glattes politisches Parkett begeben, sondern zu so manchem Walzerklang einige Runden drehen.

     

    Der Autor lässt uns in diese gelungene Satire eintauchen und auf Fortsetzung hoffen. Denn nur zu gerne würde ich einen neuen Fall mit diesem Duo verfolgen. Umrahmt von Wiener Lokalkolorit, einigem an Hin und Her zwischen den beiden Staaten und deren Vermittlern sowie so mancher Amtsschimmel bietet Lesegenuss.

     

    Auf jeden Fall 5 Sterne und die Hoffnung auf eine Fortsetzung.

  21. Cover des Buches Im Netz des Lemming (ISBN: 9783709979426)
    Stefan Slupetzky

    Im Netz des Lemming

     (122)
    Aktuelle Rezension von: buecherhaii

    Was für mich erstmal eigen von der Sprache her wirkte wurde dann doch sehr schnell zu einer guten Lesezeit. Es war äußerst erschreckend was Mobbing mit einem machen kann und das wurde in diesem Buch bearbeitet. Das Buch zeigt was mit Kindern passieren kann wenn sie den Mobbing und den Druck und Hass der Außenwelt nicht mehr standhalten können. Das Buch vermittelt einem das man mehr aufpassen muss im Internet. Der Krimi endet anders als ich dachte, auch wer für dieses Drama zuständig war fand ich überwältigend. Ich finde diesen Krimi echt gut. 


    Es müsste einfach mehr Aufklärungsarbeit geliefert werden wegen Mobbing und diese Menschen die gemobbt werden sollten mehr unterstützt werden. 


    Es ist ein Buch welches ich vom Herzen empfehlen kann. So traurig wie es auch ist.. 


    Ich muss ehrlich sagen, der einzige Punkt der mich gestört hat waren manchmal die Aussprachen und so manch Satz, aber der Inhalt war echt gut. 

  22. Cover des Buches Kostümball (ISBN: 9783839219614)
    Hermann Bauer

    Kostümball

     (4)
    Aktuelle Rezension von: InaRom

    Klappentext:

    Im Floridsdorfer Café Heller findet zu Jahresbeginn ein Kostümball statt. Den Höhepunkt sollen um Mitternacht eine Zaubervorführung und das „Brüderlein fein“ aus Ferdinand Raimunds „Bauer als Millionär“ bilden. Doch alles läuft schief. Einige Gäste bekommen ein Abführmittel in ihr Begrüßungsgetränk, Geld und Schmuck werden gestohlen und nach der Mitternachtseinlage liegt der Parfümerzeuger Rainer Kerschbaumer erdrosselt in seinem Auto am nahen Parkplatz. Der Kreis der Verdächtigen ist groß. Kein leichter Fall für Oberkellner Leopold ..

    Das ist nun der dritte Band einer Buchreihe, den ich mit Vergnügen gelesen habe, indem wieder der Oberkellner Leopold der ortsansässigen Polizei als Amateurdetektiv unter die Arme greift. Der Schreibstil des Autors Hermann Bauer ist ungebrochen flüssig und manche Dialoge werden in einem herrlichen Wiener Dialekt geführt. „Oiso so wos! Des gibt’s jo ned! San denn scho olle teppert wurd’n? (Seite: 266), seufzte zB eine Dame mit Hund während sie in einem kleinen Zeitungsformat blätterte und ein großes Glas Fruchtsaft trank.

    Die einzelnen Charaktere wurden sehr gut vorstellbar herausgearbeitet und es ist immer eine Freude altbekannten Gesichtern wie Leopolds bestem Freund Thomas Korber zu begegnen. Man kann sehr leicht und beschwingt in die Atmosphäre eines Wiener Kaffeehauses eintauchen. Ich empfehle diese Bücher mit einem Augenzwinkern gerne Lesern, die Krimis mit einer Portion Humor bevorzugen. 

  23. Cover des Buches Drum morde, wer sich ewig bindet (ISBN: 9783709978771)
    Peter Wehle

    Drum morde, wer sich ewig bindet

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Der vierte Fall rund um Hofrat Ludwig Halb und sein Team beginnt mit einem interessanten Todesfall: ein Mann fällt (oder wird gefallen) vom Turm des Stephansdoms. Unfall, Selbstmord oder Mord? Halb und seine Teamlinge (wie er seine Mitarbeiter nennt) nehmen das Umfeld des Toten unter die Lupe und entdecken eine seltsame Gesellschaft, die Leichen betuchter Mitbürger einfrieren und später wieder auftauen will. Diese „Tiefkühlgesellschaft“ soll ausgerechnet in den Katakomben unter dem Stephansplatz ihren Platz finden. Gleichzeitig treibt ein seltsames Monster auf dem Zentralfriedhof sein Unwesen und die nächsten Toten fordern Halb und sein Team.

    Wer steckt hinter diesen Mordfällen?


    Meine Meinung:

    Diesen Krimi finde ich nicht ganz so spritzig wie die drei Vorgänger. Er zeigt die für Wien so typische Vorliebe für Makabres rund um den Tod.

    Sprachlich wieder toll, ein bisschen mehr Humor hätte dem Krimi nicht geschadet. Aber, vielleicht bin ich auch nur zu sehr von Autor Peter Wehle verwöhnt.

    Fazit:

    Ein schöner Krimi aus Wien, der mit skurrilen Details aus Österreichs Hauptstadt aufwarten kann.
  24. Cover des Buches Leopoldstadt (ISBN: 9783740811365)
    Sabina Naber

    Leopoldstadt

     (10)
    Aktuelle Rezension von: odenwaldcollies

    Wien im Sommer 1966: während die Menschen unter der Hitze leiden, wird ein ehemaliger Besatzungssoldat aufgefunden. Seltsamerweise will die US-Botschaft ihn aber nicht kennen – warum? Wurde er wegen seiner Hautfarbe umgebracht oder wegen der Recherchen, die er in Wien betrieben hat? Oder sind Liebe und Eifersucht das Motiv?


    Nach „Eine Melange für den Schah“ habe ich mich auf das Wiedersehen mit Wilhelm Fodor und die 60er Jahre sehr gefreut. Diesmal bekommt er es mit einem besonders delikaten und kniffligen Fall zu tun, der auch seine Abteilung zu spalten droht, da das Mordopfer ein US-Afroamerikaner ist, was Fodors Kollegen Fischer immer wieder zu rassistischen Kommentaren verleitet, die zunehmend für Unfrieden unter den Kollegen sorgen. 


    Fischer ist einer der widersprüchlichsten Figuren in dieser Reihe, da er einerseits keinen Hehl aus seinem Rassismus macht, andererseits aber einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat, der wiederum keinen Rassismus kennt. Dazu kommt, dass er ein ausgezeichneter Ermittler ist.


    Die Ermittlungen zu dem Mordfall kommen nur schleppend voran, da anfangs noch nicht mal die Identität des Opfers bekannt ist. Allerdings bekommen nicht nur Fodor und seine Kollegen immer mehr das Gefühl, dass diejenigen, die sie zu dem Fall befragen, mehr wissen, als sie aussagen. 

    Aber allmählich kristallisieren sich mehrere Spuren heraus, die zum Spanischen Bürgerkrieg, deutschen Nazis und Südtirol-Aktivisten sowie vergangene Liebesbeziehungen führen. 


    An den Büchern von Sabina Naber gefallen mir immer besonders gut die lebendigen Beschreibungen der Charaktere mit ihren Gesten und Schrullen, die mich mühelos in die damalige Zeit und Handlung versetzen. Aber auch die interessanten Hintergrundinformationen zur gesellschaftlichen und politischen Lage Wiens zu der Zeit, die für mich absolutes Neuland sind. Schockiert war ich über den Einfluss und die Bedeutung der Neo-Nazis auch in Verbindung mit der Südtirol-Frage, die mir so gar nicht bekannt war. 


    Und dann haben wir noch eine raffiniert aufgebaute Handlung, die mich auf verschiedene falsche Fährten geführt hat und ich bis zum Schluss keine Ahnung hatte, wo denn nun das Motiv konkret liegt. Die Auflösung und das Buchende waren daher ziemlich überraschend für mich. Ich hoffe sehr, bald wieder in das Wien der 60er Jahre reisen zu dürfen, um Fodor und Kollegen bei ihren Ermittlungen begleiten zu dürfen. 






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