Bücher mit dem Tag "wiener kongress"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "wiener kongress" gekennzeichnet haben.

37 Bücher

  1. Cover des Buches Für König und Vaterland (ISBN: 9783959910514)
    Susanne Gerdom

    Für König und Vaterland

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Jenny_Colditz

    London im Jahr 1815, alleine mit diesem kurzen Satz hatte das Buch mein Herz bereits erobert gehabt.
    Ich erhoffte mir ein schönes viktorianisches Setting mit viel Eleganz und Spannung. Und dies und noch viel mehr, erhielt ich auch.

    Mit Sir Auden, einem wahren englischen Gentleman, erhalten wir einen tollen Hauptcharakter. Welcher viel und doch nichts über sich Pries gibt. Idris ist ein Mitglied der höchsten englischen Gesellschaft, überall präsent auch wenn nicht immer gerne gesehen. Denn ihn umgibt ein Geheimnis welches es zu lösen gilt. Auf dem Weg dahin wird er von 3 weiteren Freunden begleitet, welche das "Liderliche Quartett" bilden. Jeder Charakter ist gut beschrieben, auch wenn einiges im dunkeln bleibt. Aber das macht es meiner Meinung nach noch spannender. Einige der Geheimisse lösen sich mit der Zeit auf, anderes wiederum bleibt der eigenen Fantasie überlassen. Aber jeder für sich ist einzigartig, inklusiver einiger sehr interessanter und lustiger Macken. Besonders gefallen hat mir Lord Lucien Cavanaugh. Unglaublich interessante Darstellung.
    Allgemein hat mir der Schreibstil unglaublich gut gefallen, er passt perfekt in die damalige Zeit. Man fühlte sich zurückversetzt um 200 Jahre. Einige der Wörter waren mir zwar unbekannt, allerdings war dies nicht weiter schlimm, denn es klang dadurch irgendwie echter und passender. Die ganze dadurch geschaffene Atmosphäre war unglaublich passend. Die Entscheidungen waren für mich immer nachvollziehbar, nichts wirkte unlogisch. Auch der Kriminalfall, welcher im Klappentext erwähnt wurde, passt sich hier gut ein und spiegelt die damalige Zeit wieder. Und dann ist da noch der Aspekt des Wechselbalgs und weitere Wesen, welche in London heutzutage eher untypisch sind. Aber so hat es sich beim lesen nicht angefühlt. Okay ja, da wohnt dann eben die Vampirlady in einer Villa. Es war alles sehr stimmig und bis zum Schluss sehr spannend.

    Bisher ist noch nicht bekannt ob die Reihe weitergeführt wird, da die Autorin gerade eine Schreibpause einlegt. Ich hoffe es allerdings sehr, denn ich war restlos begeistert und würde mir eine Fortsetzung sehr wünschen. Klasse Geschichte, Klasse Charaktere, mega Schreibstil.

  2. Cover des Buches Vom Anfang bis heute (ISBN: 9783328100065)
    Loel Zwecker

    Vom Anfang bis heute

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Loel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten. 

    Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen. 

    Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.

    Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten. 

    Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.

    Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat

  3. Cover des Buches Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (ISBN: 9783103479058)
    Golo Mann

    Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Auf den ersten Blick schreckt das Buch zum Lesen sicher so manchen ab, was nicht nur am Umfang, sondern auch am etwas sperrigen Titel liegt. Heute ist es ja geradezu modern nur wenige Jahre der Geschichte herauszugreifen oder ein einzelnes Thema. An eine solche, über Jahrzehnte reichende Darstellung wagt sich kaum mehr ein Historiker.

    Das Buch überzeugt durch seinen ungewöhnlichen Stil und die fulminante Sprache. Breit gefächert werden viele Hintergründe beleuchtet und dargestellt, die zum Verständnis der Geschichte und der Entscheidungen der Akteure wichtig sind und in anderen Geschichtswerken, die sich auf das bloße Vermitteln von Fakten beschränken fehlen. Entsprechend setzt das Buch geschichtliches Grundwissen unbedingt voraus und ist für jeden, der einmal schnell einen Einstieg erhalten möchte nicht geeignet.

    Für den Leser, der bereits ein gutes Wissensfundament hat, ist dieses Buch aber immer noch eine absolute Empfehlung.

  4. Cover des Buches Debütantenball (ISBN: 9783839228074)
    Michaela Baumgartner

    Debütantenball

     (5)
    Aktuelle Rezension von: ManuelaBe

    Debütantenball ist ein historischer Roman der Autorin Michaela Baumgartner. In Anlehnung an englische Regency-Romane verlegt die Autorin die Geschichte ins alte Wien zur Zeit des Wiener Kongresses. Die fiktive Familie des Grafen Friedrich von Wohlleben fiebert dem Debütantenball der jüngsten Tochter Fanny entgegen. Verwoben werden dabei die gesellschaftlichen Umstände der damaligen Zeit und das bunte Treiben der jeweiligen Gesellschaftsschichten. Fanny erlebt dabei eine ganz eigene Geschichte, die sie auf sehr dünnes Eis führt. Die ältere Schwester Sophie erlebt ebenso wie der Bruder Georg ihr eigenen Liebesdebakel bzw. -glück.


    Der Roman lässt sich leicht und flüssig lesen, wobei mir die Akteure recht blass bleiben und ich ihnen nicht nahe komme. Einige der Züge finde ich sogar unangenehm. Gerade Fanny ist eher wie eine ungezogene Göre unterwegs und Georg lässt sich nur von seinem eigenen Vergnügen leiten. Sophie und ihre intellektuelle Art ist auch nicht so mein Fall, so das mir das Schicksal der Geschwister zu keiner Zeit wichtig war. Wer Regency Romane mag wird dieses Geschichte gerne lesen, für mich war sie nichts sonderlich Neues und einige der Themen gab es in meinen Augen schon zu oft.

  5. Cover des Buches Küsse am Wiener Kongress (Die Lancroft Abbey Reihe) (ISBN: 9783955307769)
    Sophia Farago

    Küsse am Wiener Kongress (Die Lancroft Abbey Reihe)

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Buechermama85

    Ich bin ja eigentlich eher skeptisch an den 4 Teil der Reihe gegangen. Habe ich doch die Barnett Geschwister so lieb gewonnen, da hat mich die Cousine Agatha nicht wirklich interessiert. Im Gegenteil, sie war mir sogar irgendwie unsympathisch. 

    Doch mit dem 4 Teil lernt man sie und Ihre Geschichte kennen und ich bin froh das Buch gelesen zu haben. Aber auch die Geschichte um den lieben Bertram kommt nicht zu kurz und zeigt doch wieder, nichts ist wie es scheint ...

  6. Cover des Buches Metternich (ISBN: 9783406683862)
    Wolfram Siemann

    Metternich

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Das lange 19. Jahrhundert (ISBN: 9783801204686)
    Matthias von Hellfeld

    Das lange 19. Jahrhundert

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Viv29

    Auf etwa 250 Seiten gibt Matthias von Hellfeld einen ganz ausgezeichneten Überblick über die Jahre zwischen 1776 und 1914, die vorwiegend mit Blick auf das heutige Deutschland, aber auch mit Informationen über andere europäische Länder. Das Buch ist schon haptisch ein Vergnügen, hier wurde angenehmes hochwertiges Papier gewählt. Auch die Gestaltung ist übersicht und ansprechend: es finden sich qualitativ ausgezeichnete Abbildungen, farbig unterlegte Zitatfelder, sowie Karten, Tabellen und Übersichten. Auch der Text kann mit der Gestaltung mithalten. Hellfeld schreibt angenehm, gut verständlich, konzentriert sich meistens auf das Wesentliche. Er verweist auf umfangreiche Geschichtswerke namhafter Autoren wie Nipperdey oder Münkler, und gerade wer Nipperdey kennt, weiß, wie ausgezeichnet, aber auch detailliert seine dreibändige "Deutsche Geschichte" ist. Hellfeld zieht aus diesen Bücheren die wichtigen Themen komprimiert heraus und das gelingt gut.

    So sind auf diesen 250 Seiten erstaunlich viele Informationen vorhanden. Wer einen gelungenen Überblick über jenes "lange Jahrhundert" bekommen und Zusammenhänge verstehen möchte, ohne sich durch umfangreiche Geschichtswerke zu wühlen, für den ist dieses Buch genau das Richtige. Gerade die Zusammenhänge werden ganz ausgezeichnet erklärt, dies auch wesentlich klarer als in vielen anderen Bücheren. Hier sieht man, wie die Geschehnisse ineinandergreifen, welche zu jener Zeit kaum absehbare Konsequenzen manche Handlugnen und Entscheidungen Jahrzehnte später haben können. Gut erklärt wird auch, wie übertriebener Nationalismus entstehen konnte, was die Bismarck'sche Politik eigentlich bedeutete und wie schnell sie sich unter Wilhelm II umkehrte und in die Katastrophe führte. Selten habe ich geschichtliche Zusammenhänge so gut erklärt gefunden. Hier und da kommt es zu einigen kleineren Wiederholungen, ein wenig irritiert war ich, auf Seite 245 einen Satz zu lesen, der fast wortgleich schon auf Seite 226 steht. Das sind aber nur Kleinigkeiten.

    Während die Politik im Vordergrund steht, findet auch die Entwicklung von Kunst, Familienleben, Arbeitsbedingungen und anderen Alltagsthemen Platz, wenn auch vorwiegend zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

    Insgesamt bin ich beeindruckt, wie viel hier in einem recht dünnen Buch Platz gefunden hat, wie mit wenigen Worten so gründlich Zusammenhänge, Hintergründe und Entwicklungen dargelegt wurden. Absolut empfehlenswert.

  8. Cover des Buches Narr (ISBN: 9783453436022)
    David G. L. Weiss

    Narr

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein Thriller der in Österreich spielt und echt sehr spannend ist! Fand dieses Buch auch recht gut recherchiert! Man könnte sagen „Sakrileg“ auf Österreichisch!
  9. Cover des Buches Die Erfindung der Deutschen (ISBN: 9783442129881)
    Klaus Wiegrefe

    Die Erfindung der Deutschen

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser (ISBN: 9783832196530)
    Ernst H. Gombrich

    Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser

     (16)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Ein wirklich schneller Durchgang durch die Weltgeschichte. Gombrich trifft dabei den Ton "Kinder, ich erzähl euch was!" und wählt aus der Masse des Stoffes nicht nur die Haupt- und Staatsaktionen aus, sondern berichtet gern über Philosophen und Religionsstifter.

    Dabei bemüht sich Gombrich auch um eine faire Beurteilungen, was im meist gut, aber in der Zeitgeschichte eher weniger gelingt.



  11. Cover des Buches Der nackte Engel (ISBN: 9783548225319)
    Stella Hershan

    Der nackte Engel

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches 1815 (ISBN: 9783423348911)
    Adam Zamoyski

    1815

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Derzeit erscheinen viele neue Bücher über den Wiener Kongress, dessen Beginn sich in diesem Herbst zum zweihundertsten Mal jährt. Ein etwas älteres Buch, das auf Englisch schon 2007 erschienen ist, liegt jetzt auch auf Deutsch vor. Mit "1815" knüpft der polnisch-amerikanische Historiker Adam Zamoyski unmittelbar an sein Werk über Napoleons gescheiterten Russlandfeldzug von 1812 an. Die Fortsetzung beginnt mit der hastigen Rückkehr des Kaisers nach Paris und schlägt dann einen Bogen von den militärischen Auseinandersetzungen des Jahres 1813 über die Völkerschlacht bei Leipzig, den alliierten Einmarsch nach Frankreich und Napoleons Abdankung bis hin zu den mehrmonatigen Verhandlungen in Wien. Die Aufgabe des Wiener Kongresses bestand darin, Europa nach 25 Jahren Revolution und Krieg eine stabile Friedensordnung zu geben. Seine Endphase wurde überschattet von Napoleons Rückkehr und den Hundert Tagen. Mit Napoleons Sturz und dem Wiener Kongress hat Zamoyski abermals ein Thema gewählt, das sich hervorragend für eine episch breite Darstellung eignet, bietet es doch sowohl eine Fülle dramatischer Ereignisse als auch ein Ensemble von faszinierenden Persönlichkeiten. Zamoyski kann in diesem Buch erneut alle seine Stärken als Historiker und Erzähler zur Geltung bringen, vor allem seine bewundernswerte Quellenkenntnis und sein Vermögen, sich in die historischen Akteure hineinzuversetzen und ihr Denken und Handeln zu erklären.

    Meisterhaft stellt Zamyoski die mal harmonischen, mal angespannten persönlichen Beziehungen zwischen den Herrschern und Staatsmännern dar, die sich gegen Napoleon verbündeten und später in Wien versammelten, um über Europas Zukunft zu verhandeln. Allein schon deshalb ist die Lektüre ein Genuss und unbedingt lohnenswert. Die Charakterbilder Zar Alexanders I. und des österreichischen Außenministers Metternich sind brillant. Zugespitzt könnte man sagen, dass der Kongress ein Zweikampf zwischen diesen beiden Männern war. Der Zar, der zunehmend in religiöse Schwärmereien abdriftete, sah sich als Wohltäter und Beschützer Europas, während Metternich zu verhindern suchte, dass an die Stelle der französischen Hegemonie eine neue russische Hegemonie trat. Aber auch andere Persönlichkeiten - die Außenminister Großbritanniens und Frankreichs, Castlereagh und Talleyrand, das preußische Duo Hardenberg und Humboldt, Metternichs unverzichtbarer Mitstreiter Friedrich von Gentz - werden als Menschen aus Fleisch und Blut greifbar, die die Revolutionszeit und Napoleons Griff nach der Vormacht auf dem Kontinent als Erschütterung der Zivilisation erlebt hatten und ihre konservativen Wertvorstellungen zur Grundlage der neuen europäischen Ordnung machten. Von Zamoyskis Kunst, historische Figuren lebendig werden zu lassen, können gerade deutsche Historiker und Geschichtsprofessoren einiges lernen (wenn sie es denn wollten).

    Die detaillierte - mitunter etwas zu detaillierte - Schilderung des Wiener Kongresses beginnt erst in Kapitel 16. Zuvor behandelt Zamoyski das ereignisreiche anderthalbe Jahr zwischen Napoleons Rückkehr aus Russland und seiner Abdankung im April 1814. Mit dem Scheitern des Russlandfeldzuges war Napoleons Schicksal keineswegs besiegelt, wie Zamoyski betont. Es bedurfte erst der Niederlage von Leipzig, um die Herrschaft des Korsen über Europa ins Wanken zu bringen. Napoleons Gegner bildeten lange Zeit keine geschlossene Front. Zu unterschiedlich waren ihre Vorstellungen, wie mit Napoleon umzugehen sei und wie die Neuordnung Europas erfolgte sollte. Es war Castlereaghs hartnäckigen Bemühungen zu verdanken, dass überhaupt eine formelle Allianz zustande kam, die sich dem Ziel verpflichtete, Napoleon unschädlich zu machen. Die unterschiedlichen, zum Teil gänzlich unvereinbaren Vorstellungen der Verbündeten überschatteten den Wiener Kongress, der viel länger dauerte als ursprünglich geplant. Die in Wien versammelten Staatsmänner standen vor der schwierigen Aufgabe, einen Ausgleich zwischen den Interessen der einzelnen Großmächte einerseits und dem gesamteuropäischen Interesse an einer belastbaren Friedensordnung andererseits zu erzielen. Die "egoistischen" Interessen einzelner Staaten mussten gegen das Bedürfnis des Kontinents nach Frieden und Stabilität abgewogen werden. Eine Rückkehr zum Status quo von 1789 war ausgeschlossen, und deshalb waren Enttäuschungen vorprogrammiert. Viele Anspruchsteller, die auf eine Restitution ihres Besitzes und ihrer Rechte gehofft hatten, verließen Wien mit leeren Händen. Zar Alexanders Ansprüche auf Polen und Preußens Wunsch, sich ganz Sachsen einzuverleiben, führten zu Zwietracht und Streit, ja beinahe zu einem neuen Krieg. Anschaulich schildert Zamoyski diese Auseinandersetzungen und die Frustration der vielen Verlierer des Kongresses, die sich dem Diktat der fünf Mächte unterwerfen mussten.

    Neben der umfangreichen Sacharbeit des Kongresses - Klärung von Grenzverläufen und Gebietsansprüchen; Wiedereinsetzung der von Napoleon gestürzten Herrscherhäuser; Neuordnung Deutschlands auf föderativer Grundlage (Deutscher Bund); Klärung der Polnischen und Italienischen Frage - nimmt Zamoyski auch das turbulente gesellschaftliche Leben in den Blick. Dazu gehören nicht nur die Festlichkeiten und Vergnügungen, die den Kongressteilnehmern geboten wurden, sondern auch die vielen Liebesaffären, die in einer "Atmosphäre der Promiskuität" angeknüpft wurden. Politik und amouröse Eskapaden gingen unterschiedslos ineinander über. Die Monarchen und Staatsmänner pendelten ständig zwischen den Konferenzräumen und den Boudoirs ihrer Mätressen. Das lockere und genussfrohe Treiben in Wien war ein letzter Nachhall des Ancien Régime, bevor das Jahrhundert der bürgerlichen Sittenstrenge und Prüderie begann. Alle diese Aspekte bündelt Zamoyski mit der sicheren Hand des erfahrenen Autors zu einer figuren- und anekdotenreichen Geschichte, deren Farbigkeit und Schwung die meisten anderen Bücher über den Wiener Kongress nicht einmal annähernd erreichen. Ob Zamoyskis Buch Fachhistoriker zufriedenzustellen vermag, sei hier dahingestellt. Das Kartenmaterial, die Quellennachweise und die stattliche Bibliographie genügen sehr wohl wissenschaftlichen Ansprüchen. Zamoyski schreibt nicht für einen kleinen Kreis von Fachleuten, sondern für ein breites Lesepublikum. Wer eine spannende und unterhaltsame Geschichtsdarstellung auf solider Quellengrundlage lesen möchte, der wird bei Zamoyski - wieder einmal - voll auf seine Kosten kommen. Dass Zamoyski keineswegs nur ein Erzähler ist, zeigt sich am Ende des Buches. Im letzten Kapitel unterzieht er die "Wiener Ordnung" und ihre Folgen für die weitere europäische Geschichte einer kritischen Würdigung, deren Schärfe und Vehemenz sicher manche Leser überraschen und vielleicht zu Widerspruch herausfordern wird (Genaueres sei hier nicht verraten). Das Buch bietet somit auch Anstöße für eine Diskussion über die Rolle des Wiener Kongresses als Quell neuer Konflikte, sowohl innerhalb einzelner Staaten als auch auf der Ebene des europäischen Staatensystems. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im November 2014 bei Amazon gepostet)

  13. Cover des Buches Kurze Geschichte Europas (ISBN: 9783941087378)
    Edmund Jacoby

    Kurze Geschichte Europas

     (0)
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  14. Cover des Buches Die Territorialgeschichte des preußischen Staates im Anschluß an zwölf historische Karten (ISBN: B004MBZRFG)
  15. Cover des Buches Deutsche Geschichte für Dummies (ISBN: 9783527715879)
  16. Cover des Buches Wien 1814 (ISBN: 9783492308342)
    David King

    Wien 1814

     (1)
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  17. Cover des Buches Deutsche Geschichte (ISBN: 9783785555798)
    Reinhard Barth

    Deutsche Geschichte

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Bildatlas der Deutschen Geschichte (ISBN: 9783572012954)

    Bildatlas der Deutschen Geschichte

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    sehr informatives Buch,unkompliziert und interessant geschrieben, darin zu lesen bereitet großes Vergnügen,sehr schön auch die vielen Abbildungen.
  19. Cover des Buches Deutsche Geschichte für Besserwisser (ISBN: 9783811226364)
    Christa Pöppelmann

    Deutsche Geschichte für Besserwisser

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Meines Erachtens macht das Buch Menschen, die das Ganze ohnehin nicht interessiert, nicht zum Geschichtsfanatiker. Und Geschichtsinteressierte bevorzugen sicher ausführlicherer Abhandlungen. Aber um sich das ein oder andere Thema (wann war doch gleich der 30 jährige Krieg? Was waren denn gleich Teutonen?) ins Gedächtnis zu rufen, ist es meiner Meinung nach gut geeignet.
  20. Cover des Buches Der Wiener Kongress (ISBN: 9783850028653)
    Anna Ehrlich

    Der Wiener Kongress

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Trügerischer Glanz: Der Wiener Kongress (ISBN: 9783709970645)
  22. Cover des Buches Wo die Würfel fallen (ISBN: 9783423400862)
    Wolfgang Seidel

    Wo die Würfel fallen

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Preußen (ISBN: 9783442129898)
    Stephan Burgdorff

    Preußen

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Fürstenstaat oder Bürgernation (ISBN: 9783886800544)
    Horst Möller

    Fürstenstaat oder Bürgernation

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Deutschland 1763 - 1815: »Die Deutschen und ihre Nation«, was konnte das Mitte des 18. Jhs bedeuten? Wohl kaum mehr als eine Idee. 1813 aber zogen die Deutschen mit dem gleichen nationalen Elan in die Völkerschlacht bei Leipzig, um Napoleon zu besiegen, mit dem die französichen Revolutionsheere das alte Europa überzogen. Dieser Band beschreibt das Entstehen des deutschen Nationalgefühls und bietet für die Zeit zw. Siebenjährigem Krieg und Wiener Kongress eine moderne Synthese, die Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur gleichermaßen berücksichtigt.

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