Bücher mit dem Tag "wiener schmäh"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "wiener schmäh" gekennzeichnet haben.

13 Bücher

  1. Cover des Buches Tot bist du mir lieber (ISBN: 9783709972564)
    Edith Kneifl

    Tot bist du mir lieber

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Edith Kneifl stellt uns in ihrem neuen Krimi ein (Privat)Ermittlerteam mit drei höchst unterschiedliche Frauen vor. Doch eines haben sie gemeinsam: sie wollen sich nicht mehr von Männern unterkriegen lassen. Jede hat so ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Gute, wie schlechte.

    Magdalena, ihres Zeichens angehende Privatdetektivin, nimmt den lukrativen Auftrag von Britta, einen Betrüger und Herzensbrecher, ausfindig zu machen an. Ein leichtes Spiel für unsere Damen? Mitnichten! Obwohl sie sich in allerlei Datingplattformen einloggen, scheint der Betrüger immer einen Schritt voraus.

    Als dann zwei frühere Opfer des Mannes tot aufgefunden werden, ist Schluss mit lustig.

    Werden sie den Mann vor der Polizei finden und unschädlich machen können?

    Edith Kneifl lässt ihre Damen in unmittelbarer Nähe zum Wiener Nachmarkt wohnen und recherchieren. Viel Lokalkolorit und die Beschreibung des bunten Markttreibens ergänzen die humorvolle Tätersuche.  Schön beschrieben ist das "Majolika-Haus", das eine Zierde des Wiener Jugendstil ist.

    Die Damen dürfen gerne neue Fälle übernehmen. 4 Sterne.

      

  2. Cover des Buches Sechs Österreicher unter den ersten fünf (ISBN: 9783548283906)
    Dirk Stermann

    Sechs Österreicher unter den ersten fünf

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Vielleicht hatte ich zu überzogene Erwartungen, nachdem mir viele Menschen versicherten wie einzigartig und witzig dieses Buch wäre. Ich fand die Geschichten eher kurzweilig und stellenweise langweilig. Natürlich gab es Passagen an denen ich herzhaft gelacht habe, aber vielleicht hatte ich auch einfach gehofft mich mehr mit dem Autor und seinen Erlebnissen zu identifizieren. Meiner Meinung nach hat sich die Einstellung der Österreicher zu den Deutschen sehr zum Neutralen und Positiven verändert, obgleich sie mit den Jahren nichts von ihrem skurrilen Humor eingebüßt haben.

    Dieses Buch bietet ein Sammelsurium absurder Geschichte, wie sie nur in Wien passieren konnten. Alles in allem doch eine Leseempfehlung, wenn man Lust auf einen Windhauch des alten wiener Charmes hat!
  3. Cover des Buches Seelenschacher (ISBN: 9783839211335)
    Martin Mucha

    Seelenschacher

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Arnos Linders Situation gerät weiter aus dem Lot. Durch einen Wasserschaden ist seine Wohnung vorübergehend (wie lange das wohl sein wird?) nicht bewohnbar. Daher schläft er verbotener Weise in seinem Institut, wohl wissend, dass das die Missbilligung seiner Chefin finden wird. Doch was tun - sprach Zeus?


    Also nimmt er seinen „zweiten Fall“ an. Er ist mit einem recht kurios anmutenden Kriminalfall konfrontiert: es gäbe ein Kreditbüro, dass die Seelen der Kreditnehmer als Sicherstellung akzeptiere. So erzählt es zumindest Bruder Erich, der Sekretär und Vertraute von Kardinal Gutbrunn. Seit Goethes „Faust“ hat man solches nicht mehr gehört. Das, und seine chronische Geldnot lassen Arno Linder ermitteln.
    Selbstverständlich gerät Arno wieder in Schwierigkeiten, Mord an einer Journalistin inklusive. Blöd nur, dass er der letzte war, der die Frau lebend gesehen.

    Wird er den mysteriösen Kredithaien das Handwerk legen können? Wer oder was steckt wirklich dahinter?

    Diese Idee finde ich richtig entzückend. Seelen als Sicherstellung für einen Kredit? Normalerweise zahlt der Sünder für den Sündenerlass.
    Zusammen mit den bekannten und neuen Figuren aus Martin Muchas Feder (äh Tastatur) kann sich der Leser auf allerlei Verschwörungstheorien gefasst machen. So halten G’schichteln um Wunderwaffen der Nazis („Nurflügler“), ein pensionierter Einbrecherkönig und ein Spekulant, der Regierungsgelder veruntreut hat, unseren wackeren Helden auf Trab.

    Gemeinsam erkunden wir wieder bekannte und unbekannte Plätze der schönen Wiener Stadt.

    Ein ganz schön schräge Geschichte, die uns der Autor diesmal auftischt.


    Toll und stimmig wieder das Cover - einfach ein Rosenkranz
  4. Cover des Buches Philosophenpunsch (ISBN: 9783839211922)
    Hermann Bauer

    Philosophenpunsch

     (9)
    Aktuelle Rezension von: iamnomorningperson
    Also, DAS war ein wirklich gelungener Krimi! Gleich von der ersten Seite an hat mich die heimelige Kaffeehausatmosphäre in ihren Bann gezogen, weil sie total authentisch und echt beschrieben wurde, sodass ich gar die erste Schale Kaffee riechen konnte, die sich der Oberkellner Leopold aus der Maschine lässt, bevor er morgens das Café Heller aufsperrt und sich mit näselnder Stimme um die Kundschaft kümmert.

    "Philosophenpunsch" ist ja der vierte Band der Wiener Kaffeehauskrimis um den guten Leopold, aber es hat meinem Lesevergnügen keinerlei Abbruch getan, dass ich die Vorgänger noch nicht kannte. (Die Betonung liegt auf NOCH, weil ich sie nämlich schon nachbestellt habe *gg*) Man war sofort in der Geschichte und hatte einen guten Überblick.

    Der Autor schreibt flüssig, mit kleinen altmodischen, aber irgendwie typisch wienerischen Ausreißern. Sein Wiener Schmäh und Charme kommen gut durch und der bissige Humor lässt einen oft laut auflachen, selbst wenn grad eine Leich' im Schnee liegt.
    Die Dialoge und Gespräche, bei denen sich dann auch plötzlich Leute vom Nebentisch einmischen, sind unschlagbar gut geschrieben. Es ist, als wäre man mittendrin und würde lauschen, während man vorgibt, in der Zeitung zu blättern und seine Melange zu trinken.

    Der Fall, den Leopold zwischen dem Kampf um ein paar Netsch Trinkgeld und dem Kümmern um die liebe Tante, untersucht, war vielleicht ein wenig übertrieben dargestellt, aber das hat trotzdem super gepasst. Hermann Bauer hat da eine geniale Mischung von "Mundl" und "Sissi" geschrieben - halt bloß in Krimiform und im Kaffeehaus Heller statt beim Mundl daheim oder im Schloss Schönbrunn.

    Die Charaktere sind facettenreich und vielfältig. Ich denke da nur an den Inspektor Bollek, Leopolds besten Freund Thomas Korber oder das Muttersöhnchen Franz Jäger. Mein einziger Kritikpunkt sind die Frauen, die vielleicht etwas zu mannstoll sind *lach* Aber darüber kann man bei diesem Lesevergnügen getrost hinwegsehen. Ich will mehr von Leopold!


    Bewertung und mein Fazit

     

    Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus! "Philosophenpunsch" ist ein wirklich gelungener kleiner Krimi mit viel Kaffeehaus-Flair und witzigen Charakteren. Eine tolle Einstimmung auf den Advent, auch wenn meiner sicher etwas ruhiger verlaufen wird, als der vom Leopold.
  5. Cover des Buches Hausmaestro (ISBN: 9783839213926)
    Rupert Schöttle

    Hausmaestro

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Bei diesem, nunmehr dritten, Krimi mit Kajetan Vogel und Alfons Walz ist der Autor Rupert Schöttle in seinem Element: selbst Musiker eines renommierten Orchesters, kennt er die Grabenkämpfe im und abseits des Orchestergrabens.

    Magnus Maurer, der aufstrebende Star am Wiener Dirigentenhimmel wird ermordet aufgefunden. Doppelt ärgerlich für Alfons Walz: zum einem ist er um vier Uhr morgens aufgestanden, um Karten für die Vorstellung mit Maurer zu ergattern und zum zweiten müssen er und Kollege Vogel im LKA aushelfen, weil denen ob der Grippewelle und eines Staatsbesuches das Personal ausgeht. Nichts ist mehr mit gemütlichen Ermittlungen und gemeinsamen Gasthausbesuchen. Diesmal hat der Mord Vorrang. Doch als sich herausstellt, dass der Tote zwar ein begnadeter Musiker, aber sonst ein ziemlich mieses Subjekt war, erlahmt der Enthusiasmus ein wenig.

    Wir erhalten Einblicke in die Musikszene, lernen mittelmäßige Künstler kennen und solche, die echte Koryphäen sind.

    Wieder führt uns der Autor durch die Wiener Beisl-Szene, so dass der auswärtige Wienbesucher, diesen Krimi durchaus als kulinarischen Reiseführer benutzen kann.

    Humor und Satire begleiten den Leser bis zur letzten Seite.
  6. Cover des Buches Karl Farkas. Ins eigene Nest. Sketches, Bilanzen, Kaffeehaus- Szenen, Doppelconferencen (ISBN: 9783218005272)
  7. Cover des Buches Die Naschmarkt-Morde (ISBN: 9783839221815)
    Gerhard Loibelsberger

    Die Naschmarkt-Morde

     (25)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Der Erstlingsroman von Gerhard Loibelsberger wurde 2017 in einer sehr schön gestalteten Jugendstil-Sonderausgabe neu aufgelegt, und ich habe natürlich sehr erfreut zugegriffen. Diese historische Regionalkrimireihe spielt im Wien um die Jahrhundertwende und präsentiert neben viel Lokalkolorit auch noch ein wundervolles Abbild der Zeit des Fin de Siecle.  Ich persönlich wurde auf den Autor aufmerksam, als ich letztes Jahr  eine Graphic Novel basierend auf dieser Reihe hier in lovelybooks  rezensierte, die mir ausnehmend gut gefallen hat. Nun wollte ich natürlich auch noch die gesamte doch etwas tiefergehende Hintergrundgeschichte erforschen und erleben.

    Josef Maria Nechyba, ein K&K Polizeiinspector - in seiner Freizeit ein Gourmet vor dem Herrn - kann sehr ungewöhnlich für die Zeit, in der der Roman spielt auch noch recht ordentlich kochen. Er wird mit einer „schenen unbekannten Leich“ konfrontiert, von der sich nach einigen Ermittlungen herausstellt, dass es sich um eine Adelige respektive um eine Frau Baronin handelt, die sich nächtens in der Strizzi-Welt des Naschmarktes  (ein historischer Wiener Lebensmittelmarkt am Tage und ein Sündenpfuhl von Prostituierten und Kleinganoven bei Nacht) auf Grund eines „schlamperten Verhältnisses“ (eine amouröse unschickliche Affäre mit einem nicht standesgemäßen Mann) herumgetrieben hat.

    Wundervoll beschreibt Loibelsberger das historische Biotop der Gegend um den Naschmarkt. Die hochherrschaftlichen reichen Adels- und  Staatsbeamten-Haushalte mit ihren Bediensteten an der linken Wienzeile und der Bodensatz der Gesellschaft in der Mitte am Naschmarkt und auf der rechten Wienzeile. Weiters werden ziemlich grandios mehrere wichtige Hotspots, wie Kaffeehäuser in anderen Bezirken, Heurigenlokale, Ausflugsziele und viele andere Lokalitäten der Stadt Wien und der Umgebung sehr genau - fast schon plastisch - geschildert, sodass der Leser einen recht genauen Einblick ins Wien um die Jahrhundertwende bekommt.

    Wie Ihr seht, habe ich bereits im zweiten Absatz meiner Rezension mehrere österreichische Spezialausdrücke verwendet, die aus dem Tschechischen, Jiddischen etc. entstammen, dies ist auch dem Roman geschuldet, denn der geneigte deutschsprachige Leser muss sich auf eine andere Welt und eine andere Sprache einstellen, was der Autor aber ziemlich praktisch und großartig unterstützt, da auf jeder Seite in den Fußnoten die österreichischen Wörter, Speisen etc. genau und hinreichend erklärt werden. Dabei habe sogar ich noch einiges gelernt, denn die Speisen zu dieser Zeit, die in den hochherrschaftlichen Haushalten tagtäglich kreiert wurden, unterscheiden sich doch sehr von der modernen österreichischen Küche. Die Sprache - insbesondere der Wiener Dialekt - hat sich zumindest für meine Generation in den letzten 110 Jahren noch nicht wesentlich geändert. Auf jeden Fall kann auch der Leser aus Deutschland durch die guten Erklärungen sehr leicht der Geschichte folgen.

    Das restliche „Personal“ abseits des Herrn Inspectors wurde in diesem Krimi derart liebevoll konzipiert, dass es die reine Freude ist. Spannend war für mich die Figur des Pospischil, der Assistent von Nechyba, der das krasse Gegenteil des vor Kraft strotzenden etwas fülligen Polizeikommissars darstellt. Rachitisch, mit teigiger Gesichtsfarbe, duckmäuserisch nach oben und nach unten tretend bzw. zu Gewaltausbrüchen gegen Verdächtige neigend, poliert er einerseits im Polizeidienst sein Ego auf und versucht andererseits durch Anbiederung an Vorgesetzte und höhergestellte Persönlichkeiten seine Karriere nicht zu verderben.

    Auch die Köchin Aurelia, in die sich Nechyba ein bisschen verliebt hat, ist sehr gut gezeichnet. Zudem bereitet sie tagtäglich für die Familie des Herrn Hofrat ein köstliches Essen zu, das derart detailliert beschrieben wird, dass dem Leser das Wasser im Mund zusammenläuft. Ich empfehle, das Buch keinesfalls hungrig zu lesen, denn die Koch- und Essorgien sind mit leerem Magen kaum zu ertragen.

    Zudem existieren auch noch die typischen reichen nutzlosen Lebemann-Charaktere im Stile des Joseph Roth, wie zum Beispiel der spielsüchtige Baron, der in der ganzen Stadt Schulden gemacht hat, der wegen seiner Ehre schon überlegt, sich zu entleiben und dann dennoch zu seiner Mutter betteln geht, damit diese seine Ehrenschuld begleicht.

    Einer der größten Pluspunkte des Krimis ist der Umstand, dass auch historische Persönlichkeiten konsistent in die Handlung eingebaut auftreten. Da gibt es zum Beispiel einen köstlichen Dialog zwischen Gustav Klimt  himself und Baron Schönthal-Schrattenbach, in dem sich der Künstler aufpudelt (aufregt), dass die feinen Leut immer über seine Bilder reden wollen, anstatt die Augen aufzumachen und sie einfach anzuschauen. Auch Otto Weininger und ein paar andere Persönlichkeiten werden glaubwürdig mit ihrer Biografie in den Plot integriert.

    So könnte ich ewig weiter die Figurenentwicklung loben, aber ich möchte nun nicht mehr weiterspoilern, auf jeden Fall wird dem Leser ein genaues Bild der Bevölkerung sowohl aus der Unterschicht als auch von den oberen Zehntausend und auch von vielen irgendwo dazwischen, wie dem angestellten Hauspersonal, gegeben.

    Sprachlich ist der Krimi wundervoll und der etwas bodenständigere derbe Wiener-Schmäh (Humor) blitzt auch aus allen Kapiteln reichlich hervor. Ich habe mich köstlichst amüsiert. Die Szene mit dem Hund Seppi oder die Beschreibung des Katers (im Sinne von Hangover) vom Redakteur Goldblatt inklusive der morgendlichen Körperfunktionen, die in einem solchen Zustand zu tragen kommen, haben mich vor Lachen fast vom Sessel gerissen.

    „Eine Frauenstimme keifte: „Seppi! Hierher! Sapperlot! Seppi, du Rabenvieh, wirst herkommen? Seppi, hier! Wenn du jetzt nicht sofort parierst, kommst du ins Gulasch!“
    Diese Drohung machte Eindruck, denn knurrend und fletschend trollte sich der Seppi zurück in den Hof, aus dem er wie ein Deus ex Machina hervorgeschossen war.
    Nechyba versuchte, sich den Geschmack eines Hundegulaschs vorzustellen. Dabei kam ihm der pelzig ranzige Geruch, der den meisten Hunden im Sommer eigen ist, in den Sinn. Ob sich diese Ausdünstungen mit dem würzig-süßen Paprika-Zwiebel-Aroma eines ordentlichen Gulaschs vertragen würden? Ein Gedanke, bei dem der Inspector erschauerte.


    Bei all der wundervollen Übererfüllung von erzähltechnischen Anforderungen ist der Kriminalfall letztendlich zwar ordentlich ausgeführt, aber dient irgendwie nur als Nebenhandlung zur Beschreibung des historischen Wiens. Das fand ich dann schon ein bisschen schade, denn für mich war der Täter recht schnell erkennbar.

    Fazit: Ich serviere Euch ein echtes Wiener-Schmankerl mit wärmster Leseempfehlung von mir – ein wundervolles Sittenbild von Wien um die Jahrhundertwende quer durch alle Schichten inklusive kulinarischer Reise und mit ein bisschen Mord und Totschlag garniert.

     
    *Kren: = Meerrettich
  8. Cover des Buches Der Fall des Lemming (ISBN: 9783787697595)
    Stefan Slupetzky

    Der Fall des Lemming

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Lesebegeisterte
    Leopold Wallisch, Spitzname "Lemming" ist aus der Mordkommission entlassen worden, da er sturzbetrunken und nackt durch Wien gelaufen ist. Nun verdiehnt er sich sein Geld als Privatdetektiv. Als eine der von ihm überwachten Person ermordet wird, will er den Fall selber aufklären. Das gar nicht so einfach ist, da ihm sein Ex-Kollege immer wieder in die Quere kommt...
    Wirklich ein sehr gelungener Krimi, witzig und spannend!
  9. Cover des Buches Denk-an-Sätze (ISBN: 9783990934746)
    Andreas Engel

    Denk-an-Sätze

     (17)
    Aktuelle Rezension von: tardy

    Immer wenn ich in meiner Lieblingsstadt Wien bin, muss ich unbedingt mindestens einmal mit der Tram fahren. Am liebsten weit hinaus in die Vorstadt, denn dort trifft man sie ganz sicher. Leute wie die Frau Mariann und Leute wie den Havlitschek. Still, wie ein Mäuschen, lausche ich dann ihren Gesprächen, und auch, wenn ich den geliebten Wiener Dialekt nicht immer hundertprozentig verstehe, so ist es jedes Mal ein ganz großer Genuss.

    Das selbe Gefühl überkommt mich, wenn ich wieder einmal eines der Bücher von Andreas V. Engel in die Hand nehme. Ich lese und habe sofort diese wunderbare Sprachmelodie, dieses einzigartige Raunzen im Ohr. Sehe Wien vor meinem inneren Auge und bekomme wieder mal eine unbändige Sehnsucht nach dieser Stadt.

    Der Autor hat Wien und seinen Bewohnern ein ganz besonderes Denkmal gesetzt. Keines aus Stein und Bronze, aber eines aus wunderbaren Sätzen, die, egal ob in Reimform oder in Prosa, stets exakt den Nagel auf den Kopf treffen. Seine Gedichte und Texte sind witzig und, in einer angenehmen Art und Weise, auch spitz. Gerade so, dass es ein wenig weh tut, aber doch nicht zu sehr. Besser kann man die Wiener nicht kennenlernen, außer natürlich, man fährt direkt hin.

    Der Autor zeigt uns aber nicht nur die Seele der Wiener, sondern er spricht auch Dinge an, die jeden von uns betreffen können, die manch einer lieber nicht hören möchte. Er hält uns einen Spiegel vor, der manchmal noch etwas beschlagen ist und weichzeichnet, manchmal aber in der gnadenlosen Härte eines Bahnhofsneonröhrenlichts zuschlägt. Wenn man dann, wie ich, manches reflektiert und mal über sich selbst nachdenkt, hat der Schriftsteller schon sein Ziel erreicht.

    Ich wünsche uns Lesern, dass der Autor noch viele seiner zündenden Denk-an-Sätze mit uns teilt und, dass wir noch viel von ihm hören werden.

  10. Cover des Buches Der Komet (ISBN: 9783869710679)
    Hannes Stein

    Der Komet

     (34)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    In Sarajewo hat das Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand nicht stattgefunden, denn der zukünftige Monarch war schlau genug nach einem ersten gescheiterten Versuch, sich nicht noch einmal der Gefahr auszusetzen. Damit wurde nicht nur der erste sondern auch der zweite Weltkrieg verhindert und die Weltordnung wurde wie vor dem ersten Weltkrieg erhalten, dass heißt Europa wird hauptsächlich von Königen regiert. Im Wien der k. u. k. Monarchie lebt es sich gemütlich. Es ist eine Hochburg der Psychoanalyse. In den Salons finden elitäre Veranstaltungen statt und eben bei einer solchen Veranstaltung trifft der schüchterne Alexej von Repin auf die Gastgeberin Barbara Gottlieb.


    Was wäre wenn das Attentat von Sarajewo nicht stattgefunden hätte, welche eine Idee. Mit Wiener Kaffeehaus Atmosphäre erzählt der Autor von einer Welt, die der heutigen schon ähnlich ist, die sich aber doch ganz anders entwickelt hat. Auf Fernseher wollte der Autor in seiner Utopie nicht verzichten, die Entwicklung der mobilen Telefone und einiger anderer Modernitäten steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Die Menschen sind satt, in Europa gab es bis auf kleine Scharmützel seit hundert Jahren keinen Krieg mehr, die Kolonien wurden verteilt und die Menschen dort verhalten sich brav. Einzig Amerika steht für sich, allerdings mehr wie im wilden Westen als als Weltbeherrscher. So brav und bieder das Leben der Menschen verläuft, haben sie doch ihre Wünsche und Sehnsüchte. Da hinein platzt die Nachricht von einem Kometen, der die Erde zu zerstören droht.


    Eine witzige Idee, zu der es ein Drehbuch geben müsste. Gut kann man sich die Filmbilder vorstellen, die bei einer filmischen Umsetzung über den Bildschirm flimmern würden. In Worten dargestellt gerät die Handlung, obwohl sie weniger als 300 Seiten umfasst, manchmal etwas sehr in die Beschreibung der Umstände und der Geschichte, die so oder so ähnlich stattgefunden hat oder eben nicht. Trotzdem bangt und hofft man mit den Menschen der Katastrophe entgegen.


  11. Cover des Buches G'scheite und Blöde Doppelconferencen (ISBN: 9783218005715)
  12. Cover des Buches Todeswalzer (ISBN: 9783839214671)
    Gerhard Loibelsberger

    Todeswalzer

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Starbucks

    ‚Todeswalzer – ein Roman aus Wien im Jahr 1914‘ von Gerhard Loibelsberger hat voll und ganz meinen Geschmack getroffen. Auf den ersten Blick deuten Cover und das schöne passende Lesezeichen so gar nicht auf einen Kriminalroman hin. Auf jeden Fall ist das Cover sehr gut gelungen und wird im Buchladen auch auffallen.

    In Wien wird 1914 nicht nur der Thronfolger Franz Ferdinand ermordet und damit ‚Startschuss‘ für den Ersten Weltkrieg gesetzt, sondern es kommt auch zu einer Reihe von Mordfällen, deren sich Inspektor Nechyba annimmt. Er ist in Kur, muss aber seinen Dienst vorzeitig wieder antreten, denn der Fall ist brisant. Er führt ins Rotlichtmilieu und zu einem Zuhälter, dem sogenannten Guaden. Aber es bleibt nicht bei einem Mord, sondern es wird klar, dass hier ein Serienmörder am Werk ist.

    Loibelsberger hat hier einen sehr fein ausgearbeiteten Krimi geschrieben, der bis zum Ende spannend blieb. Ich liebe dieses Buch aber vor allem wegen der Hintergründe zum Ersten Weltkrieg, die mich einfach besonders interessieren. In der Schule erfährt man lediglich von der Ermordung des Thronfolgers, aber hier darf man mit vor Ort sein, darf die Menschen in 1914 und ihre Wünsche und Empfindungen kennen lernen und Hintergründe besser verstehen – für mich der größte Gewinn dieses Buches.

    Das Wien von 1914 und die Sprache (mit Übersetzung im Untertitel) machen Lust auf einen Besuch der schönen Stadt . Hier wird einem wirklich bewusst, dass es sich um eine ganz eigene Sprache handelt. Trotzdem toll, dass die ‚Fremdworte‘ nicht gehäuft, sondern wohldosiert auftauchen.

    Die Handlung selbst bleibt spannend bis zur letzten Seite und überrascht auch dann noch. So muss ein guter Krimi sein. ‚Todeswalzer‘ erinnert mich an die sanften Paris-Krimis des Autorenduos Claude Izner, die mich ähnlich begeistert haben. Ich habe einen tollen Autor kennen gelernt, von dem ich gern noch mehr lesen möchte und vergebe hier auch volle Sternzahl!
  13. Cover des Buches Philosophenpunsch (ISBN: 9783839221846)
    Hermann Bauer

    Philosophenpunsch

     (3)
    Aktuelle Rezension von: InaRom

    Ein Wiener Oberkellner glänzt mit detektivischem Gespür

    An den Tagen vor dem Heiligen Abend, hat Ober Leopold besonders viel im Cafe Heller zu tun. 

    Neben seinen Stammgästen muss er auch die Angestellten der Bekleidungsfirma Frick betreuen, die zur Weihnachtsfeier in das Kaffeehaus eingeladen wurden. Auch die Mitglieder des wöchentlichen „Philosophenzirkel“- Stammtisches haben sich wieder eingefunden, um über Gott und die Welt zu diskutieren. Ein weibliches Mitglied, Veronika Plank, glänzt mehr durch ihr verführerisches Aussehen und ihre offenherzige Art als durch ihre Intelligenz. Nach einigen Gläsern Punsch, die Aggression und Streit erzeugen, verlässt sie das Lokal. Kurze Zeit später wird ihre Leiche im frischen Schnee gefunden, offenbar erwürgt mit einem Schal. Als Leopold von diesem Mord erfährt, kann ihn niemand mehr davon abhalten in eigener Sache zu ermitteln. Auch nicht seine alte Tante Agnes Windbichler, die es sich in den Kopf gesetzt hat, Weihnachten mit ihrem Neffen in Wien und nicht allein in Weitra, im Waldviertel, zu verbringen.

    Auch dieses Buch von Hermann Bauer, in dem er den gewitzten Oberkellner Leopold ermitteln lässt, hat mich wieder vollends überzeugt. Der Roman liest sich flüssig und sehr unterhaltsam. Man kann sich so herrlich die verschiedenen Typen im Kaffeehaus vorstellen und in die Atmosphäre von weihnachtlichem Punsch, Weihnachtsvorfreude aber auch aufsteigender Aggression und Streitlust eintauchen. Ich sehe förmlich das hektische Herumwirbeln des Obers vor mir und schmunzle über seinen Wiener Schmäh und sein Herumgranteln. Die altbekannten Charaktere wie Leopolds Freund Thomas Korber und das Kaffeehausbesitzer-Ehepaar Heller erzeugen Wiedersehensfreude beim Lesen, aber hier schießt Leopolds Tante Agnes den Vogel ab. Sie nervt Leopold mit ihrer direkten und fordernden Art und schenkt dem Leser ein paar sehr humorvolle Momente. Dieser Roman gefällt bestimmt, wenn man gerne Cosy Crimes, hier mit Wiener Lokalkolorit, liest. 

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