Bücher mit dem Tag "wirtschaftswissenschaft"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "wirtschaftswissenschaft" gekennzeichnet haben.

20 Bücher

  1. Cover des Buches Die Schock-Strategie (ISBN: 9783455010770)
    Naomi Klein

    Die Schock-Strategie

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Naomi Klein legt mit diesem Werk wirklich eine eindrückliche Recherchearbeit vor. Eindrücklich beschreibt sie anhand internationaler Vorgänge, wie die Jünger Milton Friedmans, die sog. Chigago Boys, überall auf der Welt Katastrophen nutzen, um ihren Einfluss auszuweiten. Die Schock Strategie sieht vor, den Staatsführern nach Krisen die Privatisierung wichtiger öffentlicher Bereiche anzupreisen. Damit wächst die Macht der Unternehnehmer, während wir Menschen immer weniger von Bedeutung sind. Das Buch beweist auch, dass der Turbokapitalismus nicht ohne Folter auskommt und zeigt unmissverständlich, dass der Kapitalismus der Feind allen friedlichen Lebens ist.

    Der Mittelteil ist leider sehr lang geworden und wiederholt die immer selben Vorgänge in verschiedenen Ländern. Für die Vollständigkeit ist das sehr wichtig und es macht das Buch unanfechtbar. Für die Lesbarkeit gibt es dabei jedoch leider Abzüge, denn im Grunde liest man immer wieder die selbe Geschichte in anderen Ländern mit anderen Akteuren. Man kann ab etwa der Mitte getrost zum letzten Kapitel springen, möchte ich meinen, wenn man nicht jede Zahl ganz genau abspeichern möchte.

    Dieses Buch ist sehr wichtig! Es sollte viele LeserInnen finden und wir sollten nach der Lektüre mindestens eine Haltung entwickeln, wenn nicht gar aktiv werden.
  2. Cover des Buches Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung (ISBN: 9783492311595)
    Ulrike Herrmann

    Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung

    (5)
    Aktuelle Rezension von: naimalmao

    Buch eigentlich top , super informativ und verständlich erklärt 


    Ich muss den driss jetzt in die Länge ziehen weil ich erst ab 300 Buchstaben den spökes abschicken darf 

    Also wie steht ihr zur Silvesternacht 2015 und wir fandet ihr die letzten Jahre Merkel-Diktatur ? Vergisst nicht das männer ab 6h morgens Ausgangssperre haben. 

  3. Cover des Buches Ökonomie für den Menschen (ISBN: 9783446269071)
    Amartya Sen

    Ökonomie für den Menschen

    (6)
    Aktuelle Rezension von: gecko
    Zugegeben, für mich war das Buch anfangs etwas schwer zu lesen. Trotzdem ist leicht verständlich auch die breite Masse geschrieben. Das Buch regt zum Denken an und vermittelt einem Einblick in die Welt der Wirtschaft, des Kapitalismus aus einer interessanten Perspektive. Wer sich dafür interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
  4. Cover des Buches Freiheit gehört nicht nur den Reichen (ISBN: 9783406736308)
  5. Cover des Buches Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen (ISBN: 9783864892639)
    Ulrike Herrmann

    Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen

    (10)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Ich schätze Ulrike Herrmann sehr, sie hat Ahnung von Wirtschaft und sie kann schreiben. Oft gibt sie sich nonkonformistisch (in unserem Wirtschaftssystem wird viel mehr geplant, es gibt nur begrenzt freie Märkte), so auch hier. Zwei Figuren, die in Deutschland hohes Ansehen genießen - Ludwig Erhard und der Bundesbank - weist sie nach, dass sie große Fehler begangen haben und eine ist in ihren Augen sogar verächtlich.

    Das Buch ist im Grunde eine Aufsatzsammlung, alles in allem interessant, gut lesbar und zugespitzt. Andererseits ist es eigentlich nur eine kleine Einführung ins Thema, aber Dank des ausführlichen Literaturverzeichnesses kommt man leicht weiter.

  6. Cover des Buches Poor Economics (ISBN: 9783570555262)
    Abhijit V. Banerjee

    Poor Economics

    (5)
    Aktuelle Rezension von: belanahermine

    Inhalt

    Ganz neu ist das Buch nicht mehr. Die Originalausgabe stammt aus dem Jahr 2011. Diese zweite Ausgabe zeugt aber davon, dass das Interesse am Inhalt nach wie vor besteht.

    Wie funktioniert Armut? Gibt es die vielzitierte Armutsfalle? Regen Angebote zur Nutzung an oder sollte man nur auf bestehenden Bedarf reagieren? Wie funktionieren für Arme Sparen und Risikovorsorge? Welche Maßnahmen sind wirklich hilfreich?

    Diesen Fragen sind die Autoren in einer 18 Länder umfassenden Studie nachgegangen. Die Ergebnisse dieser Studie sowie entsprechende Interpretationen werden in diesem Buch vorgestellt, ergänzt durch weitere Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung.

    Die Erläuterungen sind unterteilt in das private Leben und das gesellschaftliche bzw. institutionelle Umfeld.

    Am Ende des Buches sind Anmerkungen zu finden, die auch auf weiterführende Literatur hinweisen.

    Subjektive Eindrücke

    Viele Projekte der Entwicklungshilfe scheitern. Oft scheint das Geld nicht dort anzukommen, wo es hin soll. Vielmals werden aber auch die Angebote, die geschaffen wurden, nicht genutzt. Woran das liegen kann, wird in diesem Buch anhand unterschiedlichster Aspekte des Lebens von armen Menschen dargestellt. Das war für mich sehr interessant. Man geht so oft von seinen eigenen Denkstrukturen aus, von den eigenen Erwartungen und Erfahrungen und geht dann davon aus, dass es den meisten anderen Menschen ebenso gehen müsste. Dieses Buch zeigt anhand vieler Facetten des Lebens der armen Menschen und gescheiterer aber auch erfolgreicher Entwicklungshilfeprogramme, warum was funktionieren kann bzw. eben nicht funktioniert. Oft sind es Kleinigkeiten, die sich unterscheiden, die aber große Unterschiede in der Wirkung von Angeboten ausmachen.

    Jedem, der sich für das Wohl seiner Mitmenschen einsetzen möchte - egal in welchem Land -, sei dieses Buch empfohlen. Es öffnet die Augen für die Notwendigkeit, die konkreten Lebensbedingungen dieser Menschen stärker in den Blick zu nehmen.

    Fazit

    Ich habe viel Neues und Interessantes über das Leben und die Lebenssituationen armer Menschen erfahren.

    Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

  7. Cover des Buches Ferne Verwandte (ISBN: 9783442743025)
    Gaetano Cappelli

    Ferne Verwandte

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Cappellis wunderbarer Roman über einen Schlawiner, der durchs Leben findet, Kiffer Säufer Frauenschwarm, und doch ist das einzige, was ihn wirklich umtreibt, die Sehnsucht nach den USA. Unter der tyrannischen Großmutter Nonnilde aufgewachsen, vom Tagedieb Pit in die Freuden des Müßiggangs und des Kiffens eingeweiht, sind ihm bald alle Frauen willig (eine Verfilmung bekäme nur eine "Ab 18"-Freigabe!), triebgesteurt taumelt er durchs leben und machte so alle Phasen neuerer italienischer Geschichte mit (als Beatnik, Hippie usw.). Herlich komisch, mir wie viel Selbstironie hier die Italiener durch das gelato gezogen werden, ein großartiges Buch!
  8. Cover des Buches Cheaponomics (ISBN: 9783865817341)
  9. Cover des Buches Wie kommt der Wert in die Welt? (ISBN: 9783593509983)
  10. Cover des Buches Zeitfresser (ISBN: 9783868815931)
  11. Cover des Buches Reich und Arm (ISBN: 9783570553480)
    Joseph Stiglitz

    Reich und Arm

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Unsere Welt hat ein ernstzunehmendes Problem. Und das nicht erst seit kurzem. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, auch wenn konservative Freier-Markt Apologeten nicht müde werden mit Zahlentricksereien das Gegenteil zu behaupten. Die Ausplünderung der Rohstoffe, die Vernichtung unwiederbringlicher Ressourcen, die Ausbeutung von Menschen, bis hin zur Versklavung folgt keinem Naturgesetz, sondern ist Menschengemacht und Menschengewollt. Ein stetiger Mahner und Warner, ob dieser Verhältnisse, ist Joseph Stiglitz. Der ehemalige Chefvolkswirt der Weltbank, US-Regierungsberater, Professor für Volkswirtschaft an mehreren Eliteuniversitäten und Bestsellerautor wird gerne auch als Wirtschaftsnobelpreisträger vorgestellt. Doch da befindet man sich bereits mitten in der Problematik: es gibt keinen Wirtschaftsnobelpreis. Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften wurde von der Schwedischen Reichsbank gestiftet und ist vor allem ein PR-Preis, um den Wirtschaftswissenschaften mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Stiglitz, der sich auf dem Parkett der Weltenlenker bewegt hat und auch deshalb die wirtschaftlichen Zusammenhänge durchschaut wie nur wenige andere, legt mit Reich und Arm – Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft eine Generalabrechnung mit der US-Wirtschaft und US-Politik vor, die paradigmatisch für Wirtschaft und Politik der meisten Länder dieser Welt steht.

    1 Prozent gegen 99 Prozent

    Reich und Arm ist eine Sammlung von 51 Artikeln, die Stiglitz in den Jahren 2012 bis 2014 in mehreren amerikanischen Zeitschriften veröffentlicht hat. Die acht Kapitel „Erste Risse“, „Stand der Dinge“, „Persönliche Betrachtungen“, „Dimensionen der Ungleichheit“, „Ursachen der zunehmenden Ungleichheit in den USA“, „Folgen der Ungleichheit“, „Politik“, „Regionale Perspektiven“ und „Die Arbeitslosigkeit in den USA bekämpfen“ leitet Stiglitz mit neuen Zusammenfassungen ein. Und allein diese Überblicke sind das Buch schon wert. Der Kern der Kritik aller Aufsätze ist das eine Prozent der Reichen und Mächtigen, das sowohl für die Wirtschaftskrise von 2008 verantwortlich ist, als auch als einzige von ihr profitiert, während die restlichen 99 Prozent der Bevölkerung „die Rechnung serviert bekamen“. So konzentrierte sich die Wirtschaftspolitik ausschließlich darauf die Aktienmärkte zu stützen.

    „Folglich diente sie vor allem der Vermögenssicherung der Reichen, während der Durchschnittsamerikaner nichts davon hatte, da keine neuen Arbeitsplätze geschaffen wurden. Deshalb flossen 95 Prozent der Einkommenszuwächse dem obersten 1 Prozent zu, was auch der Grund dafür ist, weshalb sechs Jahre nach Ausbruch der Krise das mittlere Vermögen 40 Prozent niedriger lag als vor der Krise.“

    Stiglitz nutzt solch erschreckende Zahlen aber nicht um zu imponieren oder zu blenden, sondern diese untermauern lediglich seine Argumente. Stiglitz ist Analyst. Ihn interessieren vor allem die zusammenhänge, wie es zu der Wirtschaftskrise kommen konnte. Wer ist wofür verantwortlich? Was müsste getan werden, um dies zu ändern? Warum wird es nicht getan? Die Artikelsammlung ist nicht nur eine herausragende Analyse, die allgemeinverständlich formuliert ist, es ist auch eine einzige Anklage!

    „Persönliche und politische Interessen stimmen heute vollkommen überein. Praktisch alle US-Senatoren und die meisten Abgeordneten des Repräsentantenhauses gehören schon dem obersten 1 Prozent an, wenn sie ihr Amt antreten. Geld des obersten 1 Prozents hält sie im Amt, und sie wissen, dass das oberste 1 Prozent sie nach dem Ausscheiden aus dem Amt belohnen wird, wenn sie ihm gute Dienste leisten.“

    »Für Studierende, Lehrende und Forschende der Wirtschaftswissenschaft, Politiker und auch Journalisten sollte der Sammelband Pflichtlektüre sein.«

    Süddeutsche Zeitung, Rudolf Hickel, 01.12.2015

    Vor allem die Trickle-Down-Theorie wonach der Wohlstand der Reichen auch zu den Ärmeren durchsickern würde, kritisiert Stiglitz vehement. Und damit erschüttert er das Fundament konservativer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker, die damit all ihre Reformen und Gesetze rechtfertigen. Und dabei letztlich nichts anderes machen, als den Status quo zu zementieren.

    Einziges Manko an dem 500 Seiten Werk sind die zahlreichen Redundanzen, die der Artikelsammlung geschuldet sind. Andererseits hat dies auch den Vorteil, dass man das Buch nicht von vorne bis hinten durchlesen muss, sondern sich je nach aktuellem Interesse, die entsprechenden Artikel heraussuchen kann. Letztlich ist es eine klare Empfehlung für alle, die sich mit sozialer Ungleichheit, Reichtum, Herrschaft oder schlichtweg politischer Ökonomie beschäftigen. Stiglitz bietet ein umfassendes gedankliches Instrumentarium, um sich gegen die ökonmische Verwahrlosung zur Wehr zu setzen.

  12. Cover des Buches Einführung in die Betriebswirtschaftslehre (ISBN: 9783791092423)
    Franz Eisenführ

    Einführung in die Betriebswirtschaftslehre

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Ein gelungenes Buch, das ich mir im Anschluß an meine JUra-Examina gekauft hab, weil man sich ja auch ein bißchen im Betriebswirtschaftlichen auskennen muß. Dem völlig unvorgebildeten Leser werden Grundbegriffe (zb "Entscheidungstheorie") und betriebswirtschaftliche Denkweisen beigebracht, so daß man mal versteht, wie eine betribewirtschaftliche Fragestellung aussieht. Die Ausführungen zu den rechtlichen Fragen fand ich (als Paragraphenonkel) natürlich nur oberflächlich befriedigend, aber zentrale Begriffe, die sonst nur für Verwirrung gesorgt haben, werden erklärt, so daß man zumindest mal "den Fuß in die Tür kriegt" und weiß, was das ganze Fachchinesisch heißt. Für Einsteiger jeder Fachrichtung geeignet.
  13. Cover des Buches Gehorsam macht frei (ISBN: 9783549100356)
  14. Cover des Buches Die Weltverbesserer (ISBN: 9783446443082)
    Lisa Nienhaus

    Die Weltverbesserer

    (3)
    Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-Pape
    Umfassende komprimierte Einführung

    Das „immer mehr immer weniger bringt“, das der „erste Schluck Wasser lebensnotwendig“, jeder weitere Schluck aber immer weniger wichtig wird, bis Wasser zum Waschen von Autos benutzt wird, weil es so wenig wert ist, das ist die Erkenntnis de Herrmann Heinrich Gossen, die gar nicht so weit entfernt ist von der Prognose, dass der Kapitalismus an sich selbst zugrunde gehen wird ob einer zunehmenden „Wertlosigkeit“ (Karl Marx).

    Dass dies Adam Smith anders sieht und John Maynard Keynes wiederum Adam Smith nicht für der Weisheit letzter Schluss hält, sondern es eben anders denkt, all das ist Teil dieser Zusammenstellung von sehr komprimierten und dennoch aussagekräftigen Portraits vieler, vieler „Denker der Wirtschaft“.

    Auch wenn die Tendenz des Werkes in all seinen einzelnen Würdigungen und Betrachtungen durchaus in Richtung einer Kritik an „entfesselten Kapitalmärkten“ zu verstehen ist (was bei der schieren Fülle der behandelten Denker der Ökonomie weniger an den Autoren, mehr aber an den Erkenntnissen der Ökonomen selbst liegen dürfte), die „Pole“ kommen durchaus zu Wort in diesem Buch.

    Von Ayn Rand und ihrem „ent-schränkten Egoismus“ der völligen Freiheit von Markt und Mensch zum konsequenten Liberalismus eines Milton Friedmann hin zu jenem „Geld allein macht auch nicht glücklich“ des Richard Easterlin oder gar der ökonomischen „Ehe-Theorie“ Gary Beckers, tatsächlich alle nur denkbaren Bereiche der ökonomischen Theorien, von Geldschwemme bis Globalisierung, von scharfer Kritik am „entfesselten Kapitalismus (Polany) bis hin zum uneingeschränkten „Lob des Egoismus“ (Alan Smith), der Leser findet im Buch einen reichhaltigen Überblick über die vielen verschiedenen grundlegenden Haltungen zur Ökonomie und deren Verständnis und Steuerung, als auch die wichtigsten Einzelthemen (in Teilen wieder hoch aktuell), wie „Geldschwemme“, „Der Markt braucht Moral“, die notwendige „starke Rolle des Staates“ oder „Der Abstieg der Nationen“.

    Jeweils geben die knappen Portraits die wichtigsten Informationen zu den grundlegenden biographischen Daten der einzelnen Ökonomen und richten dann ihr Augenmerk auf meist „den einen“ grundlegenden Gedanken, der das Werk und Denken der Portraitierten getragen hat (oder noch trägt).

    Im Gesamten bietet das Buch einen sehr breiten, flüssig verfassten und verständlichen Blick auf die verschiedenen Haltungen und Herangehensweisen der Ökonomen an die Frage des „guten Wirtschaftens“ vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart hinein.

    Die Motivation für Vertiefungen zu den einzelnen Themen und Grundrichtungen liegt dann allerdings beim Leser. Für ein genaueres Verständnis bestimmter Ansätze und Ansichten bedarf es einer weitergehenden, dann gezielt ausgewählten Lektüre.

    Aber für diesen angestrebten breiten Blick ist das Buch uneingeschränkt zu empfehlen.
  15. Cover des Buches Grundlagen gesellschaftlicher Entwicklungen im 21. Jahrhundert (ISBN: 9783948621162)
    Andreas Herteux

    Grundlagen gesellschaftlicher Entwicklungen im 21. Jahrhundert

    (56)
    Aktuelle Rezension von: MaurerHildegart


    Mir persönlich hat Andreas Herteux "Grundlagen gesellschaftlicher Entwicklungen im 21. Jahrhundert sehr gut gefallen", da es ein innovatives und visionäres Buch ist, dass die Welt aus einer ganz anderen Perspektive zeigt.

    Der Autor führt zahlreiche neue Begriffe wie "Homo Stimulus", "Verhaltenskapitalismus", "Milieukampf" oder "kollektiver Individualismus" ein und verbindet das zu einem Gesamtbild unseres Jahrhunderts. 

    Ja, so kann man die Welt betrachten. Ja, so könnte sie sein. Ja, so könnte sie werden.

    Herteux Buch ist eine Bestandsaufnahme, aber auch eine Warnung, dringend selbst tätig zu werden. Es ist damit ein Aufruf zur Diskussion der Inhalte. 

    Der Schreibstil ist angenehm und unterhaltsam. Der Autor hat ein gutes Gefühl dafür, wenn man komplizierte Inhalte durch Vereinfachungen und Beispiele klarer darstellen muss. Die Einleitungen, die kreuz- und quer Analogien in der Weltgeschichte suchen, finde ich spitze. Herteux kann unterhaltsam und informativ gleichzeitig schreiben. 

    Ich persönlich halte Bücher wie das von Herteux für unglaublich wertvoll, da sie einerseits nachdenklich machen, aber auch zur Diskussion anregen. Und das auch dann, wenn man sie inhaltlich ablehnt. Wenn ein Buch es schafft, dass ich mir Gedanken mache, dann taugt es etwas. Das hier taugt sehr viel und sei allen empfohlen, die mehr von der Wirklichkeit wissen wollen.
    Anmerkung: Meine Kritik bezieht sich auf die 4. Auflage der Druckausgabe, die offensichtlch einige Seiten mehr hat (302) als das Ebook (294). Was genau die Unterschiede sind, kann ich nicht sagen.



  16. Cover des Buches Makers and Takers (ISBN: 9783864704383)
    Rana Foroohar

    Makers and Takers

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M
    Fordern kann man sicher viel, schwerer wird es allerdings, wenn man solche gut und richtig klingenden Forderungen auch durchsetzen will. Wie das nämlich gehen soll, weiß auch die Autorin nicht, zumal sie das Wesen dieser über viele Jahre gewachsenen Macht der Finanzwelt über die Realwirtschaft nicht versteht. Im Buch geht es vor allem um die kränkelnde US-Wirtschaft, die nicht nur unter den Auswirkungen der Globalisierung leidet, sondern auch durch die Wall Street kaputtgespielt wurde. Besonders diesen Teil der Geschichte beleuchtet die Autorin sehr gut. Auch wenn Rana Foroohar die eigentliche Ursache der von ihr beklagten Zustände nicht begreift, so kann man aus ihren Beschreibungen eine Menge lernen, unter anderem, dass Trumps "America first" allein die Sache nicht lösen wird. 


    Allerdings muss man sich dafür durch eine Menge Seiten quälen. Wenn Journalisten Bücher schreiben, dann gehen sie dabei selten wissenschaftlich vor. Vielmehr wollen sie Geschichten erzählen und das ganze Material ihrer "Recherche" nutzen. Zahlreiche Wiederholungen, viel zu viele unnötige und in vielen Geschichten versteckte Details und zu wenig wirkliche tiefergehende Einsichten zeichnen das Resultat einer solchen Herangehensweise aus. 


    Im Jahre 1919 kam es in der US-Rechtssprechung zu einem Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen. Vor dem Obersten Gericht Michigans standen sich der Mehrheitsaktionär Henry Ford von der Ford Motor Company und die Brüder Dodge gegenüber, ebenfalls Aktionäre von Ford. Die Ford Company saß auf einem angehäuften Kapital von  52 Millionen US-Dollar (heute 1,1 Milliarden US-Dollar wert). Ford wollte dieses Kapital in neue Werke investieren. Dagegen hatten die Dodge-Brüder geklagt. Sie forderten eine erheblich höhere Dividende, also eine Gewinnausschüttung statt der geplanten Investitionen. Und sie erhielten Recht. Fortan war damit klar, dass der hauptsächliche Auftrag von börsennotierten US-Unternehmen darin besteht, die Renditen der Aktionäre zu maximieren und deren Interessen über die aller anderen Gruppen (darunter auch die der Kunden) zu stellen. Das Shareholder-Value-Prinzip war geboren worden - eine entsetzliche Missgeburt zum Schaden einer ganzen Volkswirtschaft. 


    Denn was bedeutet dieses Prinzip tatsächlich? Anteilseigner an Aktiengesellschaften sind in der Regel Banken und Fonds, also die Finanzwelt. Wenn deren Gewinne im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik stehen, dann regiert in der Regel nur noch kurzfristig orientiertes Denken. Es geht hauptsächlich darum, die Unternehmen auszupressen. Die Folgen dieser Herangehensweise waren und sind katastrophal. Die Autorin zeigt an vielen Beispielen, wie die Innovationskraft solcher Gesellschaften, die Qualität ihrer Produkte und das Betriebsklima systematisch zerstört wurden. Der Niedergang der US-Automobilindustrie, die Umformung von General Electric von einem kreativen Unternehmen in eine faktische Schattenbank, der Niedergang von Xerox oder Hewlett Packard und andere Katastrophen zeigen mit aller Deutlichkeit, wohin eine solche Reise führt. 


    Die Autorin nennt diese Entwicklung die "Finanzialisierung" der Industrie und beklagt den Niedergang der "Main Street" unter der Fuchtel der Wall Street. Noch 1970 erklärte der Star-Ökonom Milton Friedman, einer der strenggläubigen Vertreter der sogenannten Chicagoer Schule, die nicht nur diese Irrlehre in die Welt setzte: "Die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens ist es, seine Gewinne zu steigern." Eugene Hama, ein anderer Vertreter dieser Schule, wurde durch die offensichtlich falsche "Effizienzmarkthypothese" berühmt und mit einem Nobelpreis geehrt. Diese seltsame Theorie war übrigens unter anderen einer der Wegbereiter der Finanzkrise von 2008. Am Rande sei erwähnt, dass die Autorin auch die Niederlage der USA im Vietnamkrieg auf die "Erbsenzählermentalität" des damaligen Kriegsministers McNamara zurückführt, dessen Denkweise von dieser Schule geprägt war, die bis heute die US-Wirtschaft dominiert. 


    Um die US-Wirtschaft wieder fitzumachen, wird es nach diesen Erkenntnissen nicht ausreichen, sie einfach nur gegen die Billigkonkurrenz abzuschotten. Vielmehr muss es auch darum gehen, sie aus der festen Umklammerung der Finanzwirtschaft zu lösen. Wie das jedoch gehen soll, lernt man aus diesem Buch nicht. Und es gibt auch keinen wirklichen Anlass zu irgendeinem Optimismus, denn die Wucherungen scheinen aus vielen Gründen inoperabel zu sein. 


    Die Autorin versucht zu erklären, wie es zu einer solchen erdrückenden Abhängigkeit der Main Street von der US-Finanzwirtschaft überhaupt kommen konnte. Was sie dazu schreibt, mag im Detail ganz interessant sein, doch leider übersieht sie das Wesen der Geschichte. In den USA gab es mehrere Versuche, eine Zentralbank zu installieren. Selbst berühmte US-Präsidenten aus vergangenen Jahrhunderten bekämpften solche Vorhaben. Doch 1913 gelang es den Großbanken endlich die FED zu gründen. Verfolgt man deren Geschichte, dann sieht man klare Zusammenhänge zwischen ihrer sogenannten Geldpolitik und heftigen Wirtschaftskrisen. Eigentlich sollte die FED der letzte Rettungsanker in einer Bankenkrise sein, so jedenfalls lautete 1913 ein Argument. Stattdessen musste jedoch 2008 der Steuerzahler im Wesentlichen die Banken "retten". Im Buch kann man gut nachlesen, wie folgenlos diese Krise dann für die Banken blieb. Faktisch ist die Obama-Administration vor ihnen in die Knie gegangen. Was damals zu groß zum Sterben war, ist heute noch größer. 


    Wie konnte das geschehen? Alle jüngeren US-Administrationen waren vollständig von Vertretern der Finanzindustrie durchseucht. Nicht nur die Main Street liegt im Würgegriff des Finanzkapitals, sondern faktisch der gesamte Staat. Auch das konstatiert die Autorin, wenn auch weniger deutlich. Was sie jedoch nicht sieht, sind die Ursachen. Woher kommt wohl das Geld, das der völlig überschuldete Staat ständig benötigt? Und wohin fließt es anschließend? Darauf geht die Autorin überhaupt nicht ein. Die FED kommt bei ihr erst sehr spät vor und dann auch nur am Rande. Ohne das ständig in die Finanzwirtschaft gepumpte Kapital, das aus dem Nichts erschaffen wurde und das folglich auch kein ökonomisches Gegengewicht besitzt, wären all die Exzesse der jüngeren Vergangenheit gar nicht möglich gewesen. 


    Zwar stehen am Ende ihres dicken Buches einige Empfehlungen, wie dieses Machtungleichgewicht, das sie beklagt, verändert werden kann. Allerdings klingen diese Ratschläge nicht nur naiv, sie sind es auch. Selbstverständlich würde es sehr helfen, wenn Banken ein höheres Eigenkapital besitzen müssten, und selbstverständlich würde es erst recht helfen, wenn man sie bei einer Größe, bei der sie nicht sterben dürfen, zerschlagen müsste. Die Chance war 2008/2009 da, aber sie wurde nicht ohne Grund vertan. Ganz ähnlich verhält es sich beim US-Steuersystem, das bei der Autorin auch immer wieder  Anlass zur Kritik ist. Die meisten US-Großkonzerne zahlen trickreich keine oder nur minimale Steuern. Doch wer legt eigentlich die Regeln dafür fest? Noch nicht einmal an dieser Stelle kann sich der Staat durchsetzen, weil er es nämlich gar nicht will oder nicht darf. Auch hier dominieren die Gewinninteressen der Finanzwirtschaft. 


    Eine andere, aber damit eng verbundene Geschichte stellt das angebliche "Marktversagen" dar, auf dem die Autorin mehrfach beharrt. Dies ist ein tiefsitzendes Missverständnis, weil es Märkte irgendwie personifiziert, ihnen so etwas wie die Möglichkeit eines Versagens zuspricht. Märkte sind keine Menschen, sie können gar nicht versagen. Sie werden jedoch durch menschliches Handeln erst gemacht. Wenn also etwas schiefläuft, dann haben nicht die Märkte versagt, sondern die Spielregeln, nach denen sie funktionieren sollten. Und die wiederum werden allein durch die Politik bestimmt. Wenn also Märkte nicht oder falsch reguliert wurden, dann sollte man sich nicht über die Märkte aufregen, sondern einfach einmal die Regeln hinterfragen, nach denen sie funktionieren sollten. Leider tut das die Autorin nicht. 


    Was bleibt also von diesem Buch? Man kann sehr gut verstehen, warum die US-Wirtschaft in den beklagenswerten Zustand gekommen ist, in dem sie sich jetzt befindet. Die Ursachen dieser Fehlentwicklung liegen sehr tief und sind nicht oder nur sehr schwer zu beseitigen. Auch einige andere komplexe Erscheinungen in der US-Wirtschaft kann man durch diesen Text viel besser verstehen. Auf der anderen Seite versteht die Autorin jedoch nicht, dass das Geldsystem und die staatliche Überschuldung die eigentlichen Ursachen für die faktische Macht der Finanzwirtschaft sind. Immer neue von dieser Finanzwirtschaft erzeugte Krisen verschärfen die Abhängigkeit aller von diesem System immer mehr. Und damit beißt sich die Katze in den Schwanz, denn wie soll man sich von etwas befreien, das einem am Überleben hält? Deutlicher als das Versagen der Obama-Administration bei den Versuchen, das System nach der Finanzkrise von 2008 auch nur ansatzweise zu regulieren, kann man das kaum demonstrieren. 
  17. Cover des Buches Ungleichheit (ISBN: 9783608962543)
    Anthony B. Atkinson

    Ungleichheit

    (2)
    Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-Pape


    Es ist wohl „das Thema“ der Zeit. Weltweit. Die beobachtbare, durch Fakten gestützte „Schere zwischen Arm und Reich“, die sich in den letzten Jahren immer weiter geöffnet hat. Und eine Unruhe, die sich im Zuge dessen mehr und mehr an vielen Orten der Welt Bahn bricht.

    Wobei Atkinson mit seinem neuen Werk eine Lösung sucht und anbietet, nicht nur bei der Analyse und einem empörten Aufschrei stehen bleibt. Klar ist, dass zunächst dennoch im Buch eine sehr differenziert und fundierte Analyse (mit einigem eher trockenem statistischem Material) vorgelegt wird. Denn, wie Atkinson vorweg bemerkt, im Blick auf konkrete Vorschläge, wie sich die Ungleichheit verringern ließe, bedarf es einer Grundlage.

    „Daher müssen wir zunächst klären, was mit diesem Ziel gemeint ist und was nicht“.

    Das klärt Atkinson im Übrigen und sehr klarer Sprache und sehr eindeutig. Und stellt schon mit der Analyse ebenso klar und eindeutig das aktuelle ökonomische System tief in Frage. Und das zu Recht, folgt man seinen gewichtigen Argumenten.

    Und führt sich fort in den 15 messerscharf formulierten Vorschlägen für eine soziale Sicherung der Menschen in mittelfristiger Zukunft.

    Bereits diskutierte Möglichkeiten wie ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ (als „Partizipationseinkommen“ noch ein Stück anders gedacht als in der bisherigen Diskussion), finden sich dabei genauso, wie eher (noch) exotisch anmutende Vorschläge in Richtung einer „Grundausstattung durch eine (allgemein zu zahlende) Erbschaft“, die jedem Menschen beim Eintritt ins Erwachsenenalter „gutgeschrieben“ wird oder eine „Erneuerung einer Sozialversicherung“ statt der bisherigen Sozialhilfe.
    Dazu gehört ebenfalls ein starkes Plädoyer für ein hohes Kindergeld weltweit (deutlich höher als das, was bisher bekannt ist, da, wo überhaupt ein solches Kindergeld gewährt wird) und eine stark steigende „Lebensvermögenssteuer“ auf Einkünfte durch Erbschaften.

    15 konkrete Ideen und durchgerechnete Vorschläge, die absolut überzeugend präsentiert werden und logisch fast zwingend dem Leser vor Augen gestellt werden für die vier großen Ziele und Bereiche, die Atkinson als entscheidend für die nahe Zukunft setzt.

    Technischer Fortschritt und Gegenmacht, Lohn und Beschäftigung in der Zukunft (Industrie 4.0), Teilung des Kapitals und Soziale Sicherheit für alle.

    Dabei ist gerade das Kapitel „Können wir uns das leisten“ ein hervorragender Einstieg in die gesamte Lektüre und eine klare Berechnung dessen, was möglich wäre, wenn die Mächte in Politik und Wirtschaft tatsächlich willens wären, die Stellschrauben zu drehen.

    Ab Seite 304 findet sich im eine übersichtliche Zusammenfassung der 15 Anregungen / Forderungen Atkinsons, die allerdings ohne die genaue Lektüre des teils sehr trockenen Stoffs im Buch nicht einfach so zu verstehen sind, sondern eher als Anhaltspunkte für die Lektüre dienen.

    Nüchtern, sachlich, durchgerechnet, teils die aktuellen Verhältnisse auf den Kopf stellend und mit der Maßgabe, die vorhandenen wirtschaftlichen und finanziellen Ressourcen stark, wenn auch nicht vollständig, umzuverteilen, legt Atkinson ein wahrhaft monumentales Programm vor, dass aller Diskussion wert und würdig ist und in einzelnen Teilen umgehend umgesetzt werden könnte.

    Und das dringlich, denn in einem muss man Atkinson Recht geben, auch wenn man bei manchen seiner Vorschläge den Kopf schütteln mag: Soziale Ungleichheit ist das „Spaltmaterial“ der Gegenwart, welches immer mehr Druck erzeugt und irgendwann nicht mehr friedlich aufgefangen werden kann, wenn keine zukunftsfähige Alternative für en einzelnen geboten wird.

    Was Atkinson in diesem Buch nachvollziehbar gelingt.
  18. Cover des Buches Die ungleiche Welt (ISBN: 9783518470855)
  19. Cover des Buches Vermessung der Utopie (ISBN: 9783865057297)
  20. Cover des Buches Entwicklung des Rechts im organisierten Kapitalismus I. Von der Gründerzeit bis zur Weimarer Republik. Materialien zum Wirtschaftsrecht (ISBN: 9783810800220)
  21. Zeige:
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