Bücher mit dem Tag "wissenschaft"
668 Bücher
- Frank Schätzing
Der Schwarm
(5.454)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Vor Peru verschwindet ein Fischer. Spurlos. Norwegische Ölbohrexperten stoßen auf merkwürdige Organismen, die Hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu beunruhigenden Schlüssen: Eine Katastrophe kündigt sich an. Die Suche nach dem Urheber konfrontiert die Forscher mit ihren schlimmsten Albträumen. Frank Schätzing inszeniert den Feldzug der Natur gegen den Menschen als atemberaubendes Schreckensszenario mit Tempo und Tiefgang.
Meinung: „Der Schwarm“ war schon viele Jahre auf meiner Wunschliste. Bisher hatte ich noch kein Buch des Autors gelesen, obwohl sie mir immer wieder unterkamen. Mit „Der Schwarm“ hoffte ich auf einen spannenden Öko-Thriller, der mich noch lange nach dem Lesen beschäftigen würde.
Der Einstieg fiel mir leicht. Die Story über das Fischerboot fand ich spannend und ich fühlte mich direkt in die Situation hineinversetzt. Ginge es nach mir, hätte dieser Teil einen größeren Part im Buch einnehmen können.
Mit über 900 Seiten ist „Der Schwarm“ keine Lektüre für zwischendurch. Ich habe tatsächlich einige Wochen gebraucht, um es fertigzulesen, weil es mir manchmal zu trocken wurde.
Etwa bis zur Hälfte musste ich mich anstrengen, den Überblick über die Personen nicht zu verlieren, denn hier haben sehr viele Charaktere ihre Hände mit im Spiel. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen, denn obwohl sie gut ausgearbeitet sind, fiel es mir aufgrund der hohen Anzahl schwer, einen Draht zu ihnen aufzubauen.
Die Sympathieträger sind für mich eindeutig Sigur Johanson, Karen Weaver und Tina Lund.
Das Buch ist sehr komplex, auch vom Aufbau her. Es umfasst so viele Themen, dass auch hier weniger mehr gewesen wäre. Man hätte daraus locker zwei bis drei eigenständige Romane verfassen können. Was ich zum Beispiel überflüssig fand, war Anawaks Ausflug zu den Inuit und die Mythen rund um dieses Thema. Charaktere wie Greywolf haben zwar ihre Berechtigung im Buch, aber diese ganze Geschichte rund um Herkunft, etc. hätte besser in ein anderes Werk gepasst. Solche Kapitel nahmen oft das Tempo aus der Story.
Das erste Drittel empfand ich als spannend und ich fühlte mich nah am Geschehen. Nach dem Tsunami flaute es ein bisschen ab. Der Mittelteil zog sich für mich. Erstens kamen noch viel mehr Personen hinzu, zweitens empfand ich gewisse Themen als zu detailliert herausgearbeitet. Der Autor verdient jeden Respekt für die Recherchearbeiten, aber für mich glich der Roman teilweise schon einem Sachbuch. Ich fühlte mich nicht mehr gut unterhalten, sondern kam mir vor wie in einem Unterricht.
Das letzte Drittel gefiel mir wieder besser. Zwar ähnelten die Actionszenen teilweise einen Hollywood-Streifen, aber das störte mich nicht. Ich war gefesselt von den Yrr und der Macht der Natur.
Der Epilog konnte mich nicht überzeugen. Ich hätte gerne noch mehr aus anderen Sichtweisen erfahren.
Die Pros waren für mich eindeutig das Setting, das vor allem im ersten Drittel vorherrschte, sowie das Thema insgesamt. Besonders die Details zu den Kontinentalhängen und Tsunamis haben mir sehr gut gefallen. Landschaftsbeschreibungen fand ich ebenfalls als gelungen und mit Johanson und Lund kam zu Beginn auch ein bisschen Emotion mit ins Spiel.
Die Kontras sind meiner Meinung nach die Längen, diverse Hintergrundgeschichten, die nicht zur Handlung beigetragen haben, zu viele wissenschaftliche Details und der Epilog.
Ich vergebe gute 3 von 5 Sternen, weiß jedoch nicht, ob ich mich noch an andere Werke des Autors wagen soll, da es für mich manchmal einfach zu viel des Guten war.
- Jostein Gaarder
Sofies Welt
(4.497)Aktuelle Rezension von: Nini55Die Geschichte beginnt geheimnisvoll und weckte bei mir sofort Neugier. Wer sind die unbekannten Absender der rätselhaften Briefe? Und was hat es mit den philosophischen Fragen auf sich, die Sophie plötzlich beschäftigen?
Besonders am Anfang hat mich die Mischung aus Roman und Gedankenspiel sehr gefesselt. Die philosophischen Themen werden verständlich vermittelt und regen dazu an, über das Leben, die Welt und die eigene Wahrnehmung nachzudenken.
Im weiteren Verlauf wurde mir der Philosophieunterricht stellenweise etwas zu ausführlich. Manche Abschnitte wirkten auf mich eher wie ein Lehrbuch als wie ein Roman, wodurch sich die Geschichte für mich zwischendurch etwas zog.
Dennoch hat mich das Buch immer wieder überrascht. Vor allem die Handlung rund um Sophie, Alberto und Hilde entwickelte sich in eine Richtung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Dieser raffinierte und ungewöhnliche Handlungsbogen machte für mich einen großen Teil der Faszination aus und ließ viele vorherige Ereignisse in einem neuen Licht erscheinen.
Es ist kein Buch, das man einfach nebenbei liest. Es fordert Aufmerksamkeit und Interesse an philosophischen Fragen. Gleichzeitig bietet es eine originelle Geschichte, die zum Nachdenken anregt und lange im Gedächtnis bleibt.
Für mich war es nicht durchgehend fesselnd, aber insgesamt ein außergewöhnliches und lohnendes Leseerlebnis.
- Dan Brown
Inferno - Filmbuchausgabe
(1.532)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Mittelpunkt der Handlung steht erneut der Symbolologe Robert Langdon, der mit einer Schusswunde am Kopf in einem florenzer Krankenhaus aufwacht, ohne jede Erinnerung an die letzten 36 Stunden. Bei einer rasanten Hetzjagd versucht er zusammen mit Ärztin Dr. Sienna Brooks die Rätsel des genialen aber radikalen Wissenschaftlers Bertrand Zobrist zu entschlüsseln, die Langdon von Florenz über Venedig bis nach Istanbul führen. Die detailreiche Handlung ist sehr atmosphärisch und als Leser hat man das Gefühl als wäre man an den Orten live dabei.
Bei den Protagonisten steht der clevere und analytische Robert Langdron erneut im Mittelpunkt der Geschichte, der mit Ruhe, Logik und einem Faible für Symbolik die Handlung vorranging vorantreibt. Relevante Nebenprotagonisten, wie z.B. Sienna oder Betrand bereichern die Handlung und sorgen für ein ausgewogenes Facettenreichtum.
Wer temporeiche Thriller mit Fokus auf Kunstgeschichte, Symbolik und historische Geheimnisse mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist bildhaft, rasant und voller interessanter kunsthistorischer Detailinformationen.
Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen. Nach Illuminati ist dies mein Lieblingsband. - Yuval Noah Harari
SAPIENS - Eine kurze Geschichte der Menschheit
(411)Aktuelle Rezension von: Fulminus„Wir sind nicht die Krone der Schöpfung – wir sind eine Schafherde mit Atombomben.“
Stellen Sie sich vor, Sie könnten die gesamte Menschheitsgeschichte in einem einzigen Buch zusammenfassen – von den ersten aufrechten Affen in der Savanne bis zu den Cyborgs und KIs von morgen. Und stellen Sie sich vor, dieses Buch wäre nicht nur klug, sondern auch unterhaltsam, provokant und manchmal geradezu beunruhigend. Genau das gelingt Yuval Noah Harari in „Sapiens“. Der israelische Historiker nimmt uns mit auf eine atemberaubende Reise durch 70.000 Jahre Menschheitsgeschichte – und zeigt, dass fast alles, was wir über uns selbst zu wissen glauben, auf Mythen beruht.
Der Ersteindruck: Ein Historiker mit einer provokanten These
Harari beginnt nicht bei den Pyramiden oder den Römern, sondern bei der kognitiven Revolution. Seine Kernthese ist ebenso einfach wie revolutionär: Der Mensch verdankt seinen Aufstieg nicht etwa seiner Intelligenz oder seinen Werkzeugen – sondern seiner Fähigkeit, gemeinsame Mythen zu erfinden. Geld, Nationen, Religionen, Unternehmen: All das existiert nur in unserer kollektiven Fantasie. Und genau diese Fähigkeit, an Dinge zu glauben, die es gar nicht gibt, ermöglichte es uns, in großen Gruppen zusammenzuarbeiten und die Welt zu erobern. Diese These zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und macht es zu einem intellektuellen Abenteuer.
Inhaltliche Substanz: Fakten, die den Kopf verdrehen
Harari ist promovierter Historiker, aber er schreibt wie ein Geschichtenerzähler. Er verbindet Archäologie, Biologie, Ökonomie und Philosophie zu einem großen Ganzen. Besonders beeindruckt hat mich seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge in einfache, einprägsame Bilder zu fassen: Der Löwenmensch aus der Stadel-Höhle wird zum Symbol für die Geburt der Religion, der Peugeot-Löwe zur Ikone der erfundenen Wirklichkeit, und die Bäckerei von Frau Back zum Lehrstück für die Funktionsweise des Kreditsystems.
Die provokanteste These ist für mich die der „Luxusfalle“ der Landwirtschaft. Harari zeigt, dass die Menschen nicht etwa ein besseres Leben suchten, als sie sesshaft wurden – sie tappten in eine Falle. Jede Generation machte kleine Verbesserungen, doch die Summe führte zu harter Arbeit, schlechterer Ernährung und Abhängigkeit. Der Weizen domestizierte den Menschen, nicht umgekehrt. Dieses Muster wiederholt sich bis heute: Wir erfinden Technologien, die uns das Leben erleichtern sollen, und werden dann von ihnen abhängig.
Die Schlussfrage des Buches ist vielleicht die wichtigste, die ein Historiker je gestellt hat: „Was wollen wir werden?“ – denn zum ersten Mal in der Geschichte sind wir in der Lage, unsere eigene Spezies neu zu programmieren. Gentechnik, Cyborgs, künstliche Intelligenz: Wir stehen am Scheideweg. Früher waren es Weizenfelder, heute sind es Algorithmen – und morgen vielleicht unsere eigene DNA.
Schreibstil und Struktur: Ein Pageturner der besonderen Art
Was dieses Buch von anderen Sachbüchern unterscheidet, ist sein flüssiger, fast erzählerischer Stil. Harari schreibt nicht wie ein Professor vom Katheder herab, sondern wie ein Guide, der uns durch die Galerie der Menschheitsgeschichte führt. Die Kapitel sind klar strukturiert, die Argumentation ist logisch und nachvollziehbar. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen – jede Seite brachte neue überraschende Einsichten.
Meine Lieblingsszene ist die Schilderung des Atombombentests in Alamogordo im Jahr 1945. Harari verbindet hier wissenschaftliche Präzision mit einer fast apokalyptischen Poesie: „Jetzt bin ich der Tod geworden, der Zerstörer der Welten“, zitiert er Oppenheimer aus der Bhagavad Gita. Dieser Moment markiert den Punkt, an dem der Mensch nicht mehr nur Geschichte macht, sondern sie auch beenden könnte.
Nutzwert: Eine Reise, die den Blick für immer verändert
Was bleibt nach dem Lesen? Ein Gefühl der Demut – und eine gehörige Portion Unbehagen. Harari zeigt, dass alles, was wir für selbstverständlich halten (Gleichheit, Freiheit, Fortschritt), auf fragilen Mythen beruht. Aber er zeigt auch, dass wir diese Mythen verändern können – wenn wir nur die richtigen Fragen stellen.
Fazit: Ein Meisterwerk der populären Wissenschaft
Mit drei Adjektiven würde ich dieses Buch beschreiben: provokant, augenöffnend, beunruhigend.
Es ist ein Buch, das man verschenken, diskutieren und immer wieder zur Hand nehmen möchte. Es eignet sich hervorragend für Lesekreise, da es unzählige Gesprächsanlässe bietet. Als Nachschlagewerk taugt es weniger – dafür fehlt die systematische Tiefe.
Zur Verfilmung: Die epische Erzählung und die visuellen Möglichkeiten – von Höhlenmalereien über die Industrialisierung bis zu Cyborg-Welten – würden sich hervorragend für eine Dokumentar-Serie (real oder animiert) eignen. Ich könnte mir gut eine mehrteilige Netflix-Produktion vorstellen, die Hararis Thesen mit beeindruckenden Bildern untermalt.
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Was hat zum fünften Stern geführt? Die brillante Verbindung von Wissenschaft und Erzählkunst, die provokanten Thesen, die noch lange nachhallen, und die mutige Schlussfrage, die keine einfache Antwort zulässt. Ein Stern fehlt nicht – dieses Buch ist in seiner Kategorie nahezu perfekt.Meine Frage an den Autor wäre:
„Wenn wir kurz davor stehen, unsere eigene Spezies zu übertreffen – was raten Sie der aktuellen Generation, um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken?“ - Giulia Enders
Darm mit Charme
(879)Aktuelle Rezension von: Jana06Ich hatte dieses Buch schon eine ganze Weile in meinem Bücherregal zu stehen und ist mir vor kurzem wieder in die Hände gefallen.
Es war Zeit und ich habe es quasi verschlungen.
Die Erklärungen und die passenden Zeichnungen sind so schön und anschaulich. Es war für mich kein Problem in dieses Buch zu starten.
Man lernt ganz nebenbei essentielle Infos über deinen eigenen Körper, die einen staunen lassen.
Lest es unbedingt, es lohnt sich. 😉
- Marc Elsberg
BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
(1.620)Aktuelle Rezension von: H-LshIch lass das Buch, bevor die Handlung Realität wurde. Ich erinnere an den Black-out in Berlin im Frühjahr des Jahres 20,26. Ich empfand es beim Lesen als äußerst spannend und sehr gut beschrieben. Bis auf das Ende was etwas nach Hollywood klingt, ist es ein sehr gutes Buch. In der Retroperspektive ist es eine absolute aktuelle Empfehlung.
- Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt
(3.458)Aktuelle Rezension von: bibliofuechschenWährend Humboldt die Welt bereist und Nachforschungen zur Vermessung der Welt anstellt, ist Gauss der Formel zur Vermessung von zu Hause aus auf der Spur. Zwei brilliante Mänenr ihrer Zeit mit eigenen Methoden, aber ähnlichem Traum.
Mir wurde das Buch von Daniel Kehlmann schon vor einer Weile empfholen und endlich bin ich dazu gekommen es zu lesen. Doch leider konnte ich mich der Euphorie nicht anschließen. Ja, das Buch ist eine Reise in die Vergangenheit. Ja, die beiden Wissenschaftler sind brilliante Köpfe und der biografische Aspekt des Ganzen ist wirklich interessant. Ja, es gibt einige wirklich gute Zitate und unterhaltsame Episoden, aber alles in allem, haben mich weder Schreibstil noch die beiden Charaktere sehr überzeugen.
- Frank Schätzing
Limit
(601)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannFrank Schätzings Roman spielt in einer nahen Zukunft, in der Raumfahrt, Energiehunger und Überwachung ineinandergreifen. Ich begleite eine Reise zum Mond – Prestigeprojekt und Versuchslabor –, während auf der Erde Konzerne, Dienste und Hacker um die Vorherrschaft über Energien ringen. Helium-3 gilt als Heilsversprechen, doch je höher die Visionen steigen, desto sichtbarer werden Abhängigkeiten, Spannungen und Grenzen der Machbarkeit. (Mehr: https://love-books-review.com/de/limit-von-frank-schaetzing/ )
Mich reizt die Doppelstruktur: Lunar-Tour und ein bodennahes Ermittlungsnetz, das über globale Schauplätze führt. Die Kapitel wirken filmisch, mit Beschreibungen von Technik, Interfaces und Räumen; ich spüre die Kälte der Algorithmen und den dünnen Atem der Mondoberfläche. Während Drohnen, Daten und Deals den Takt bestimmen, geraten die Figuren in moralische Engpässe: Wie weit darf Fortschritt gehen, wenn seine Kosten Menschen verschleißen?
Schätzing verbindet Detail und Spannung zu einer Kritik am Glauben an grenzenloses Wachstum. Ich lese darin keine Flucht, sondern Erzählung über Verantwortung: Innovation braucht Regeln, sonst kippt sie in Raubtierlogik. Trotz des Tempos bleibt Raum für Staunen – über Ingenieurskunst und Sehnsucht, die Erde von außen zu sehen. Zugleich empfinde ich Beklemmung, weil Macht in Netzen zirkuliert, die niemand kontrolliert.
Limit hinterlässt mich elektrisiert und nachdenklich: ein Panorama aus Weltraumglanz und irdischer Schattenökonomie, das fragt, wo Fortschritt endet – und Menschlichkeit beginnen muss.
- Dan Brown
Illuminati
(5.139)Aktuelle Rezension von: BuecherphantasieEin wirklich spannendes Buch, welches die Konflikte zwischen Religion und Wissenschaft aufgreift.
Mich hat die Geschichte direkt in eine Bann gezogen und ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Der Schreibstift, die Charaktere und die Geschichte sind hervorragend. Den zweiten Teil der Reihe werde ich auch lesen! - Deborah Harkness
A Discovery of Witches - Die Seelen der Nacht
(1.270)Aktuelle Rezension von: jess_nixxUnd wieder ein Buch, dass es mir sehr schwer macht eine Bewertung abzugeben. Dabei wollte ich es wirklich mögen und es fing sehr vielversprechend an, baute aber massiv ab.
Hier treffen so einige Widersprüche aufeinander. Das fängt schon beim Schreibstil an. Einerseits total flüssig, locker und gut zu lesen. Andererseits gibt es immer wieder Passagen die sich unnötig ziehen, sich an ausschweifenden Beschreibungen aufhängen, die an anderer Stelle fehlen.
Zum Vampirdasein gibt es hier sehr ausführliche und auch plausible Erklärungen und Beschreibungen, die mir sowohl bei den Dämonen, als auch bei den Hexen etwas fehlen / zu kurz kommen.
Man merkt deutlich, dass hier seitens der Autorin eine Affinität zu Geschichtlichen Aspekten besteht, da es dahingehend viel input gibt. Manchmal etwas zu viel, was das Lesen gerne mal erschwert bzw. es mich schlichtweg gelangweilt hat.
Die beiden Protagonisten sind einerseits sympathisch, ganz gut ausgearbeitet, aber gleichzeitig auch unglaubwürdig und manchmal zum schütteln nervig bis anstrengend. Da entsteht eine Liebe, bei der ich mich frage woher sie denn bitteschön plötzlich kommt. Bei Matthews versuchen Diana Befehle zu erteilen, was sie zu tun und zu lassen hat, und die sie btw auch noch einfach hinnimmt, sträubt sich mir das Nackenfell. Eine angeblich so Wortgewannte, gebildete und taffe Frau, die auch noch voll die krassen Kräfte haben soll, lässt sich so dermaßen rumschubsen? Na klar... Und das soll dann die große Liebe sein? Ich weiß ja nicht. Matthew entwickelt sich also zu einer nervigen Red Flag, der erwartet, dass sein Frauchen seinen Befehlen gehorcht (angefangen damit, wann sie zu schlafen, zu essen, zu baden hat bis hin, wann sie sich wo aufhalten darf oder abzuhauen und sich zu verstecken hat) und sie entwickelt sich von einer starken unabhängigen Frau, zur braven Hausmutter, die all seinen Befehlen ohne nachzudenken sofort nachkommt.
Es war ein ständiges auf und ab beim Lesen. Von interessant, über spannend bis informativ, aber gleichzeitig auch Langeweile, über genervt sein bis hin zur Frage ob ich dieses Buch überhaupt zuende lesen will, ist hier für mich alles dabei gewesen. Wobei ich immer genervter wurde, je weiter ich gelesen habe. Es ging zwar zum Ende hin wieder leicht bergauf, aber da war ich innerlich schob durch mit dem Buch.
Dennoch ist es kein absoluter reinfall, denn trotz meines gemeckers war es insgesamt okay. Allerdings hatte ich mir deutlich mehr erhofft, mit einer Entwicklung zum positiven, statt zum negativen.
Nun ja, zumindest ist es nach vielen Jahren auf meinem SuB nun endlich gelesen :)
Die restlichen Bücher der Reihe werde ich mir vermutlich sparen, obwohl auch sie in den Gefilden meines SuBs schlummern.
Knappe 3,5 Sterne, die ich auf 3 Abrunden muss
- Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe)
(780)Aktuelle Rezension von: ElOlorDeUnLibroElizabeth Zott ist Chemikerin in den 60er Jahren - und dementsprechend täglichen frauenfeindlichen Anfeindungen ausgesetzt. "Frauen gehörten schließlich hinter den Herd und an die Kindererziehung" - doch nicht so Elizabeth. Sie weigert sich, sich den strikten "Konventionen" und der struktuellen Benachteiligung zu unterwerfen. Sie ist alles, was Frauen zu der Zeit nicht sein dürfen: laut, energisch, hochintelligent und nie verlegen ihre Meinung zu vertreten - und dabei der Männerwelt ordentlich auf den Schlips zu treten. Doch nicht einmal Elizabeth gelingt es, sich den Schicksalsschlägen und den Ungerechtigkeiten der USA der 60er Jahre zu erwehren und kämpft gegen alle Widrigkeiten für ihren großen Traum: die Chemie!
Meine Meinung:
Wow! Was für ein Buch!
Es ist ja tatsächlich weit weg von meinem "normalen" Lesebeuteschema, aber das Buch war ein Geschenk von Buchhändler meines Vertrauens - klar, dass das gelesen wird. Und es war so toll!
Elizabeth ist eine wahnsinns Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Man fiebert mit jedem ihrer Schachzüge mit und leidet bei jedem erneuten Rückschlag ebenso mit.
Das Buch kann ich absolut jedem empfehlen und vor allem im Hinblick darauf, dass veraltete Rollenbilder offenbar wieder en vogue sind (🤮), ist es ein unglaublich wichtiges Buch!!
Fazit:
Unbedingt lesen!
- Stephen Hawking
Eine kurze Geschichte der Zeit
(351)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerTypische Sach- und Fachbücher sind oft trocken und für Laien schwer zugänglich, doch hier wurde, meiner Meinung nach, wirklich gute Arbeit geleistet. Man kann sich förmlich in die Rolle eines forschenden und entdeckenden Wissenschaftlers hineinversetzen und mit Herrn Hawking mitfühlen. Trotz der Qualität des Buches habe ich jedoch Bedenken, ob es für die breite Allgemeinheit geeignet ist. Ein gewisses Maß an Vorwissen, Insiderkenntnissen und wissenschaftlichem Interesse ist notwendig, um die Lektüre wirklich genießen zu können.
- Graeme Simsion
Das Rosie Projekt
(1.478)Aktuelle Rezension von: Brina_10Don Tillmann weiß, das soziale Interaktion nicht sein Fachgebiet ist. Als Professor und Forscher, der Umgang mit Analysen und rationalen Gedanken hingegen schon. Was liegt also näher als einen Fragebogen zu erstellen? Einen Fragebogen, um die perfekte Ehefrau zu finden? Don ist begeistert von seiner Idee und weiß, das sie erfolgreich sein kann. Doch dann trifft er Rosie. Rosie, die alle Fragen sprengt und sich einfach nicht um den Fragebogen schert, weil sie ein ganz anderes Ziel hat: Ihren leiblichen Vater zu finden.
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Es war erfrischend und einfach mal etwas total anderes. Und auch, wenn Don stellenweise echt anstrengend war, war es genau diese überzogene Darstellung, die das Buch für mich so einzigartig gemacht hat.
Don und Rosie verfolgen ein gemeinsames geheimes Projekt. Und auch hier ist die Darstellung total überzogen und wahrscheinlich wenig realistisch. Aber genau das, macht es so einfach, sich auf das Buch einzulassen. Es besticht durch seinen trockenen Humor und einzigartige Charaktere.
Das Buch vereint sämtliche Klischees und regt genau deshalb dazu an, nachzudenken. Seine eigene Einstellung zu hinterfragen, andere Perspektiven einzunehmen und die Geschichte einfach auf sich wirken zu lassen. Irgendwie kann sich sicher jeder in diesem Buch ein stückweit wiederfinden und das macht es so einfach, das Buch zu mögen.
Ich habe den Schreibstil, den Humor, die Protagonisten und alles andere an dem Buch einfach sehr gemocht und freue mich schon total auf die anderen Bände.
- Dan Brown
The Secret of Secrets
(147)Aktuelle Rezension von: BealiestgernMit „The Secret of Secrets“ beweist Dan Brown einmal mehr, dass niemand sonst Fakten und Fiktion so genial miteinander verknüpfen kann. Wer dachte, Neurowissenschaft sei trockene Theorie, wird hier eines Besseren belehrt.
Der perfekte Mix aus Wissenschaft und Nervenkitzel
Das absolute Highlight dieses Buches ist der faszinierende Einblick in unser Gehirn – verpackt in eine Story, die einen von der ersten Seite an atemlos zurücklässt. Besonders der Exkurs zu den GABA-Werten (Gamma-Aminobuttersäure) war für mich ein echter Augenöffner. Brown schafft es, komplexe medizinische Zusammenhänge absolut verständlich und packend zu erklären wie z. B.
Der Mönchs-Effekt: Die Erkenntnis, dass die tiefe Meditation tibetischer Mönche zu einem massiven GABA-Überschuss führt, ist schlichtweg faszinierend.
Die Kehrseite: Der direkte Vergleich zum GABA-Defizit bei Epilepsie-Patienten zeigt, wie schmal der Grat in unserem Nervensystem ist.
Solche wissenschaftlichen Fakten so elegant in einen spannenden Plot einzubauen, ist echte Handwerkskunst.
Neben der Hard-Science liefert Brown auch wieder die typischen, genialen Symbol-Analysen. Mein persönlicher Aha-Moment abseits der Medizin ist die völlig neue Interpretation der Meerjungfrau (Sirene) auf dem Starbucks-Logo. Man lernt bei diesem Autor einfach nie aus!
Fazit:
Wer intelligente Thriller liebt, die das Gehirn sowohl fordern als auch perfekt unterhalten, muss dieses Buch einfach verschlingen! Große Leseempfehlung!
- Philip Pullman
Der Goldene Kompass
(1.599)Aktuelle Rezension von: Jule_OwlLyra lebt in einer Welt, die sich ganz nach unserer Welt anfühlt - und doch ganz anders ist. Und um ihren Onkel auf einer Mission zu retten, von der sie selbst noch nicht alles versteht, muss sie alles vergessen, was sie bis jetzt über ihre Welt gelernt hat und über sich hinauswachsen.
Ich habe das Buch mit 14 das erste Mal gelesen und war damals schon fasziniert von der komplexen Welt, von der mir so viel vertraut war und die doch auch so fantastisch war. Ich fand die verschiedenen fantastischen Völker wie die Panserbjørne oder die Hexen spannend und komplex beschrieben, aber auch die einzelnen Charaktere waren toll aufgebaut. Zwar sind mir 1,2 kleine Fehler aufgefallen, dass beispielsweise der Daemon eines Erwachsenen als anderes Tier beschrieben wurde, doch das hat mich nicht gestört, da es so viele andere Details gab, in die man versinken konnte.
Am Spannendsten war für mich jedoch das Konzept der Daemonen. Dass es einen großen Teil der eigenen Identitäts-Findung in so einem simplen und doch vielseitigem Konzept widerspiegelt, hat mich fast ein bisschen traurig werden lassen, dass ich in einer Welt lebe, in dem ich keinen eigenen Daemonen besitze.
Insgesamt habe ich festgestellt, dass das ganze Universum für mich nach wie vor seinen Reiz nicht verloren hat. Im Gegenteil - diese Geschichte mit Anfang 20 noch einmal zu lesen lässt einen das Erwachsen werden, das Finden der eigenen Identität und das kleine bisschen Kind bleiben, das wir uns alle vielleicht noch bewahren wollten, mit anderen Augen betrachten.
- Julia Dippel
Izara - Das ewige Feuer
(1.230)Aktuelle Rezension von: Leni_Melia_EbertDas Buch ist toll. Die Geschichte war am Anfang noch recht simpel doch dann wurde sie nach dem Treffen der beiden Hauptpersonen sehr spannend. An manche Stellen war es sehr herzzerreißend und gleichzeitig konnte man nicht genug bekommen. Am Ende war ich traurig das Aaron für ein paar Bücher nicht mehr dabei war trotzdem hätte ich nichts an dem Buch geändert.
- Josephine Angelini
Everflame 1. Feuerprobe
(1.150)Aktuelle Rezension von: BooksarepassionLeider bin ich etwas enttäuscht und habe mir so viel mehr erhofft. Da ich die Göttlich Trilogie verschlungen habe, bin ich freudig an dieses Buch herangetreten und musste dann feststellen das es mich einfach nicht packt. Ich habe Ewigkeiten gebraucht um es zu Ende zu lesen. Habe zwischendrin noch andere gelesen. Die Story ist okay. Das Highschool-Girl das ein nicht ganz normales Leben führt aber eigentlich ersehnt und dann taucht er auf und alles wird noch komplizierter wenn gleich auch schöner. Für mich persönlich war es das nicht was ich gesucht habe aber die Geschichte ist nicht schlecht. Vielleicht bin ich mit zu vielen Erwartungen in die Geschichte gestartet. Wenn ihr auf das Buch stößt wegen der Göttlich Reihe, dann wartet bis ihr diese wieder aus euren Gedanken raus habt und lest erst dann dieses Buch. Wahrscheinlich klappt das besser :)
- Andy Weir
Der Marsianer
(895)Aktuelle Rezension von: Mike_LeseratteWir begleiten Mark Watney, wie er durch einen Unfall allein aufm Mars zurück gelassen wird und sich jedwedem Hindernis stellt um zurück zur Erde zu kommen.
Es ist erstaunlich wie einfallsreich die Hindernisse angegangen werden, wie er trotz allem stets einen guten Spruch auf den Lippen behält und nicht mit Sarkasmus geizt aber stets nie den Mut aufgibt.
Aber das beste ist die Umsetzung der teilweise hochkomplexen Systeme. Das Buch schafft es das aufs einfachste und leichteste runterzubrechen bzw eicht verständlich zu erklären.
Es ist zu Recht verfilmt worden und zu Recht ein Bestseller. Einfach nur eine Empfehlung wert.
- Alan Bradley
Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet
(1.425)Aktuelle Rezension von: Moonchild7Ich habe nun zum zweiten Mal versucht, in diese Buchreihe hineinzufinden. Beim ersten Erscheinen des ersten Bandes war ich sofort interessiert, denn skurrile Figuren sprechen mich grundsätzlich an, auch wenn Krimis nicht zu meinen bevorzugten Genres gehören. Flavia als Protagonistin gefällt mir nach wie vor sehr gut. Ihr trockener Humor ist einer der stärksten Punkte des Buches und trifft genau die Art von Witz, die ich mag. Man muss diese Art Humor allerdings zu schätzen wissen, sonst verliert die Geschichte schnell ihren Reiz.
Lange Zeit dachte ich, mein anfänglicher Zugangsschwierigkeit läge an der umfangreichen Chemiethematik. Obwohl ich in der Schule selbst gut in dem Fach war, habe ich das Interesse später nicht weiterverfolgt. Inzwischen weiß ich jedoch, dass komplexe Themen mich in Romanen nicht grundsätzlich stören, sofern sie gut in die Handlung eingebettet werden. Andere Bücher haben mir gezeigt, dass ein guter Balanceakt möglich ist und man auch Fachliches leicht verständlich einfließen lassen kann. Ein Roman sollte das leisten können, da man ansonsten besser zu einem Fachbuch greifen könnte.
Dass ich der Reihe eine zweite Chance gegeben habe, liegt auch daran, dass sie häufig empfohlen wird, wenn man Wednesday oder die Addams Family mag. Die Parallelen liegen tatsächlich nahe. Flavia und ihre Familie erinnern in vielen Momenten an die exzentrischen Addams. Dennoch fehlt mir etwas Entscheidendes: die Leichtigkeit und das Fantasievolle, das ich an Wednesday so schätze. Der Schreibstil ist für meinen Geschmack überfrachtet. Es wird viel erklärt und wenig gezeigt, was den Lesefluss spürbar hemmt. Viele Sätze fließen nicht organisch ineinander, sodass ich häufig im Text hängen blieb und das Lesen nicht richtig genießen konnte. Action brauche ich nicht zwingend, aber ich wünsche mir einen natürlichen, atmosphärischen Handlungsfluss, der mich trägt.
Auch beim zweiten Versuch konnte mich dieser Band daher nicht vollständig überzeugen. Einige Elemente gefallen mir sehr gut, besonders die Figur Flavia und der Humor. Der Erzählstil verhindert für mich jedoch, dass ich wirklich in die Geschichte eintauche.
- Marc Elsberg
ZERO - Sie wissen, was du tust
(632)Aktuelle Rezension von: _jamii_London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones kann man sich nicht verstecken …
Der Schreibstil ist interessant und packend ab der ersten Seite. Im Verlauf der Geschichte werden mehrere Charaktere begleitet, man muss etwas bei der Sache sein, um jeweils die Hintergründe und Beziehungen untereinander präsent zu haben. Dafür erfährt man aber viel über die Motive der jeweiligen Personen.
Häppchenweise erfährt man mehr über die wahren Motive von Freemee, wenige Fragen werden beantwortet, viele neue tauchen auf. Die Spannung hält sich über das ganze Buch.
Das Thema ist hochaktuell und nicht weniger beängstigend. Dass Grosskonzerne unsere Daten munter sammeln, verwerten und verkaufen ist ja bekannt. Auch dass sie uns entsprechend manipulieren (können). Hier dann zu lesen, was alles daraus resultieren kann, ist erschreckend.
Zero agiert als Organisation im Hintergrund, welche die Menschen auf die Wichtigkeit ihrer Privatsphäre aufmerksam machen will.
Äusserst realitätsnah, erschreckend und spannend!
- Mai Thi Nguyen-Kim
Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit
(225)Aktuelle Rezension von: LidenBUCH
review
Autor
Mai Thi Nguyen - Kim
Genre des Buches:
Fachbuch Naturwissenschaft
Was ist das Hauptthema oder die Message des Buches ?
Aufklärung von Themen gesellschaftlicher Debatten
Würde ich es weiterempfehlen?
Bedingt
Datum
25.02.2026 (14)
Bewertung
Titel
Kleinste gemeinsame
Wirklichkeit
Zusammenfassung des Buches in meinen eigenen Worten:
Mai - Thi Nguyen Kim, Chemikerin mit Doktortitel, nimmt uns mit und wirtt einen Blick auf die Streitfragen des öffentlichen & gesellschaftlichen Diskurses (Zocken, Corona, Gender Pay
Gap usw.)
Mein Fazit zu diesem Buch:
Ich kenne nicht ihre Videos, finde sie aber als Person echt sympathisch und war umso enttäuschter über das Buch.
Ich lese einige Fach- und Sachbücher und viele davon sind zugänglicher geschrieben als dieses. Es wurde probiert, Humor reinzubringen und doch war die Lektüre zu langatmig und die Erläuterungen zu verschachtelt.
Schade !
- Caroline Criado-Perez
Unsichtbare Frauen
(126)Aktuelle Rezension von: Trishen77
Der Großteil der Menschheitsgeschichte ist eine einzige Datenlücke. Beginnend mit der Theorie vom Mann als Jäger räumten die Chronisten der Vergangenheit der Frau in der Entwicklung der Menschheit weder in kultureller noch in biologischer Hinsicht viel Platz ein. Stattdessen galten männliche Lebensläufe als repräsentativ für alle Menschen. […] Doch das Problem ist nicht nur, dass etwas verschwiegen wird. Die Leerstellen und das Schweigen haben ganz alltägliche Folgen für das Leben von Frauen. […] Die von Männern nicht berücksichtigten frauenspezifischen Faktoren betreffen die verschiedensten Bereiche. Dieses Buch wird jedoch zeigen, dass drei Themen wieder und wieder auftauchen: Der weibliche Körper, die von Frauen geleistete, unbezahlte Care-Arbeit und Gewalt von Männern gegen Frauen.
Wenn es um die Sicherheit bei Autounfällen geht, werden die dazugehörigen Vorrichtungen abgestimmt auf Körpertypen, die auf männlichen Modellen beruhen; ebenso ist es bei verschiedenen besonderen Kleidungsstücken wie etwa schusssicheren Westen. Regale werden so konstruiert, dass ein durchschnittlicher männlicher Körper das oberste Brett erreichen kann. Räumdienste in Städten räumen priorisiert die Straßen frei, statt die Fußgänger- und Fahrradwege, die sehr viel öfter von Frauen frequentiert werden.
Dies sind nur einige anschauliche Beispiele, fast noch harmlos. Zu ihnen gesellen sich die großen Ungleichheiten bei der Bezahlung, die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reaktionen auf männliche und weibliche Körper in der Öffentlichkeit und, auf einer abstrakten Ebene, das generelle Fehlen eines weiblichen Faktors in den Erhebungen von Daten zu jeglichem Thema. Dabei wird nicht nur die unbezahlte Care-Arbeit von Frauen systematisch unterschlagen, sondern elementare und nachweislich feststellbare Bedürfnisse von Frauen bleiben unberücksichtigt. So kommt es zu der Welt in der wir leben – einer Welt, die für Frauen ein wesentlich problematischerer und unzureichend eingerichteter Ort ist als für Männer. Und auch das allgemeine Narrative dieser Welt, mit allen darin zusammengeführten Geschichten von Erfolg, Glück, etc. ist meist männlich.
Die Folge dieser zutiefst männlich dominierten Kultur ist, dass männliche Erfahrungen und Perspektiven als universell angesehen werden, während weibliche Erfahrungen – also die Erfahrungen der Hälfte der Weltbevölkerung – als, nun ja, Randerscheinung wahrgenommen werden. […] Deshalb auch ergab 2015 eine Studie über Wikipedia-Einträge in mehreren Sprachen, dass Artikel über Frauen Wörter wie »Frau«, »weiblich« oder »Dame« enthalten, während Artikel über Männer nicht »Mann«, »männlich« oder »Herr« umfassen (weil das männliche Geschlecht stets unausgesprochen unterstellt wird).
Gerade was die Entwicklungsgeschichte der Menschheit betrifft, haben wir meist die männliche Geschichte und die Errungenschaften für die Männer vor Augen – Frauen haben von der Athener Demokratie ebenso wenig profitiert wie von Renaissance und Aufklärung, trotzdem werden sie als übergreifende Errungenschaften gefeiert (die emanzipatorischen Bewegungen gelten dagegen dezidiert als Errungenschaften nur für Frauen). Diese aufs Männliche fixierte Weltsicht wird, wie Criado-Perez sehr umfassend darlegt, für universell gehalten, während eine weibliche Perspektive meist als ideologisch (!) aufgeladen gilt und mit diesem Argumente auch oft beiseitegeschoben wird.
»Unsichtbare Frauen« erzählt, was geschieht, wenn wir die Hälfte der Menschheit einfach vergessen. Es zeigt, wie die geschlechtsbezogene Datenlücke Frauen im Lauf eines mehr oder weniger normalen Lebens schadet – hinsichtlich der Stadtplanung, der Politik oder der Arbeitsplätze.
Es ist in der Tat ein Mammutwerk, das die Autorin hier vorgelegt hat, und das mit jeder vorgebrachten Statistik, mit jedem neuen Themengebiet, auf das Criado-Perez zu sprechen kommt, fundamentaler wird. Man kann es, so behaupte ich, nicht ohne teilweises Entsetzen und Erschrecken lesen. Dass die Macht- und Bezahlstrukturen in unseren Gesellschaften ungerecht sind, ist bereits in einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Dieses Buch aber zeigt, wie tief die Wurzeln, Vorstellungen und Mechaniken, die diese Strukturen stützen und von ihnen hervorgebracht wurden, in alle Winkel des Alltags reichen. Von den einfachsten Wahrheiten bis zu den komplexesten Diskriminierungen ist dabei alles enthalten – viele Geschichten über die repräsentative Abwesenheit von Frauen in allen (für sie) wichtigen Bereichen.
Jede/r sollte zumindest einen Blick in dieses Buch werfen. Vor allem Männer und besonders die, die glauben, sie lebten nicht in einer sexistischen Welt und hätten einen objektiven Blick auf die Dinge (oder ein objektiver Blick würde ihnen täglich präsentiert).
Studien haben gezeigt, dass die Überzeugung, man selbst sei objektiv oder nicht sexistisch, zu weniger Objektivität und mehr sexistischem Verhalten führt.
- Dan Brown
Origin
(631)Aktuelle Rezension von: Mitterwallner
Das Thema der Geschichte, wo wir Menschen herkommen und wo wir hingehen ist hochaktuell. Ein bekannter Wissenschaftler wird kurz vor der Enthüllung seiner bahnbrechenden Erkenntnis zum Ursprung ermordet. Es deutet sich schon früh an, dass die katholische Kirche etwas gegen seine Pläne gehabt haben könnte. Der Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion ist auch in dieser Geschichte dominierend.
Wie vom Autor gewohnt, rasant spannend, ohne Unterbrechung. Den einzelnen Figuren wird gekonnt Leben eingehaucht, was sie gleich authentisch macht.
Ein klassischer Dan Brown – gerne das nächste Buch!
- Yuval Noah Harari
Homo Deus
(166)Aktuelle Rezension von: KlausvanBingenWar das Vorgängermodell noch in weiten Teilen spannend und informativ hat dieses Buch leider ans Ende vom ersten im negativen Sinne angeknüpft. Es gibt eigentlich kaum etwas richtig Fesselndes, sondern nur noch Phrasen, die sich unendlich oft wiederholen.
Zudem erschienen mir einige Behauptungen wissenschaftlich kaum haltbar und ich musste das Buch irgendwann genervt abbrechen. Leider sein Geld nicht wert...























