Bücher mit dem Tag "ww2"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ww2" gekennzeichnet haben.

54 Bücher

  1. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

     (461)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Franz der 17 jährige junge Mann aus dem Salzkammergut wird von seiner Mutter fortgeschickt, ins grosse Wien. Die harten Zeiten lassen es nicht zu ihn noch länger 'durchzufüttern' und so kommt Franz zu einem Onkel. In Wahrheit ist der 'Onkel' aber eine verflossene Liebe der Mutter. Franz soll bei Otto Trsnjek - so sein Name - zur Hand gehen, sprich in seiner kleinen Trafik behilflich sein.

    Es ist das Jahr 1937, in Wien keimt der Nationalsozialismus. Doch Franz bekommt vorerst nichts davon mit, er lernt Menschen kennen, die Liebe blendet ihn, die grosse Stadt ist eine andere Welt. Und er begegnet Sigmund Freud welcher ein Kunde von Otto Trsnjek ist.

    Sie werden Freunde denn Freud der grosse Psychoanalytiker findet grosse Freude an dem jungen Franz.


    "[.. ].. der Bursche blühte.. [..] in diesem jungen Mann pulsierte das frische prachtvolle und obendrein noch ziemlich unbedarfte Leben."


    Gleichzeitig durchtränkt die Hetze gegen alles jüdische immer mehr das Leben in Wien bis eines Tages Otto von den Nazis verhaftet wird.

    Zurück bleibt Franz der die Trafik mehr schlecht als recht weiterführt. Denn in seinem Kopf und Herzen ist die Anezka, eine böhmische Tänzerin in die er sich unsterblich verliebt hat.


    [..].. ich weiss gar nichts mehr. Ich komme mir vor wie ein Boot dass im Gewitter seine Ruder verloren hat und jetzt ganz blöd von da nach dort treibt"


    Endlich gelesen. Leseempfehlung!

  2. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (356)
    Aktuelle Rezension von: Walther

    Ich habe diesen Roman geschenkt bekommen und seitdem mehrfach gelesen. Die Mischung aus historischer Dystopie und Thriller zieht mich jedes Mal wieder in ihren Bann. 

    So hätte es vielleicht ausgesehen, wenn Herr H. seinen Krieg gewonnen hätte. Harris schreibt ja nicht viel über die Situation im eroberten Osten, aber das reicht auch schon, um das Gruseln zu bekommen.

    Was ich mich immer wieder frage: Wäre die Judenvernichtung tatsächlich vergessen worden? Das ist ein erschreckender Gedanke. Aber gut: Der Sieger schreibt die Geschichte.

    Wirklich toll ist die Verflechtung mit einem sehr spannenden Thriller.  

  3. Cover des Buches Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel (ISBN: 9783959671859)
    Bear Grylls

    Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Sjard_Seliger

    Erstaunt war ich, als ich ein Buch von TV-Survival-Experte Bear Grylls in den Händen hielt - und stellte mir natürlich sofort die Frage: Kann das gut gehen? Kann dieses Multitalent sogar Bücher schreiben? Der Klappentext zumindest versprach ein gutes Abenteuer, und die Kritiken waren auch wohlwollend und überwiegend positiv. 

    Ich muss sagen, Bear Grylls kann es. Sein Autoren-Debut "Ghost Flight" ist ein rundum gelungener Thriller mit tollen Charakteren, viel Transparenz, einer Menge geschichtlichen Hintergrundwissen, tollen Schauplätzen und einem Spannungsbogen, der sich kontinuierlich steigert.

    Der Schreibstil ist tatsächlich quasi so, wie Bear Grylls auch immer spricht. Er holt gerne weit aus und beschreibt zum Teil äußerst detailliert, jedoch ohne dabei die Grenzen zur Langatmigkeit zu überschreiten. Dieses ideale Maß an Input & Info auf der einen Seite und actiongeladener, rasanter Handlung auf der anderen Seite machen dieses Buch zu einem Genuss - Auch wenn man sich am Anfang als Leser erst einmal darauf einstellen und sich dran gewöhnen muss. Manch Leser könnte dies abschrecken, falls man lieber auf einen trockenen, schnörkellosen Schreibstil wie z.B. den von Arno Strobel steht.

    Die Charaktere sind ausgezeichnet und man erfährt recht viel über deren Hintergründe. Dadurch werden die handelnden Personen schön greifbar. Jeder ist auf seine eigene Weise interessant gestaltet (Beispiel Agentin Narov) und trägt seinen Teil zum Verlauf der Geschichte bei 

    Über die Authentizität des Erzählten lässt sich kaum streiten. Vieles ist im realen Leben so ähnlich passiert oder könnte zumindest zweifelsfrei aus Bear Grylls' bisherigen Leben stammen. Er st einer der Autoren, denen man eine solche Geschichte sofort abkaufen würde. 

    Weiterhin macht das mehr oder weniger offene Ende enorm Lust auf die Fortsetzung und den dritten Teil, der demnächst erscheinen soll.

  4. Cover des Buches Uns gehört der Himmel. Die Flight Girls (ISBN: 9783442491469)
    Noelle Salazar

    Uns gehört der Himmel. Die Flight Girls

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Sementhen

    Viele Romane die in der Zeit des 2. Weltkrieges spielen haben als Handlungsort Europa, so war es spannend auch mal eine andere Perspektive gezeigt zu bekommen, zusätzlich noch aus den Augen einer Frau die zwar für das Militär arbeitet, dort aber nie als Millitärangehörige behandelt wird.
    Der Roman zeigt eindringlich die gerne übersehenen Beiträge der Frauen an der "Heimatfront".
    Dieses Buch ist nichts für zartbesaitete.

    Mir hat der Schreibstil gut gefallen, das Buch ließ sich flüssig lesen, aber mir als Leser war lange Zeit noch unklar, wohin die Geschichte möchte, es dauerte etwas bis es Fahrt aufnahm. Aber durch den eher langsamen Stil war viel Zeit die zwischenmenschlichen Gefilde und Verflechtungen zu beleuchten. Leider sind viele Figuren recht Klischeehaft gehalten und wirken zum Teil unglaubwürdig.
    Auch der zweite Love Interest war meiner Meinung nach sehr unnötig und plötzlich und zudem unmotivert.

    Vorsicht Spoiler: Das Ende war mir persönlich etwas zu sehr happy end und kitschig, vorallem in Anbetracht der Tatsache dass Krieg herschte....

    Alles in allem gebe ich dem Buch 3,5 / 5 Punkten. Ein Buch das mich gut beschäftigen konnte und zum Nachdenken angeregt hat, vorallem über die Geschichte der Frauen. Was haben unsere Vorfahrinnen noch alles gemacht das unter den Teppich gekehrt wurde? Ich freue mich es zu erfahren!

  5. Cover des Buches Eine Frau in Berlin (ISBN: 9783442737949)
    Anonyma

    Eine Frau in Berlin

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch

    Nach dem Krieg gab es Massenvergewaltigungen. 

    Der Verlag lobt die Autorin dafür, kein Sekbstmitleid zu zeigen.

    Ihr Freund trifft es eher. Als er zurück kommt, sagt er, sie sei wie eine Hündin geworden. Sie schreibt selber, sie will überleben wie ein Tier. Sie schreibt auch, es habe ihr körperlich nicht geschadet, sie sei gesund.

    Wenn man in Deutschland Hilfe gesucht hat, weil die Oma etc durch solche Erlebnisse traumatisiert war, wurde man ausgelacht. Deutsche sind stolz drauf, angeblich alles ohne Schaden wegzustecken, überlegen und unkaputtbar. In Wahrheit aber nur kalt und vertiert.

    Wie es in diesem Buch heisst: das gehört halt dazu.

    Wie Deutsche mit Katastrophen umgehen, ist einfach abscheulich.Hier werden die Deutschen auch ein Volk von Stummen  genannt.

    Ein sicher aufschlussreiches Buch. Man möchte schreien.




  6. Cover des Buches Dämon (ISBN: 9783838721316)
    Matthew Delaney

    Dämon

     (280)
    Aktuelle Rezension von: Kardinalrot

    Dieser Roman besteht hauptsächlich aus Einleitungen. Der Autor beginnt mehrfach die Story ohne dann die Story zu erzählen bzw. bis es los geht hat man schon keinen Nerv mehr das Buch zu Ende zu bringen.

    Obwohl ... es gute Ansätze gibt. Typisches Problem aus einer Skizze ein Gemälde zu fertigen. Meiner Meinung nach hat der Autor zu früh abgeliefert.

  7. Cover des Buches Der kretische Gast (ISBN: 9783462051056)
    Klaus Modick

    Der kretische Gast

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Das Buch zwei Erzählstränge, die ineinander verwoben sind. Einerseits ist es die Geschichte des leipziger Ärcheologen Johann Martens, der 1943 in das vom Deutschland besetzte Kreta zwangsversetzt wird und so der Front im Osten entkommt und den kretischen Widerstand kennenlernt. Anderseits des Studenten Lukas Hollbach der 1975 einen Trip nach Kreta macht, um etwas herauszufinden, von dem er selbst nicht genau weiß, um was es sich handelt. Er hat in Hamburg auf dem Flohmarkt ein Foto erstanden, auf dem ein Mann abgebildet ist, den ihn irgendwie an seine Kindheit erinnert. Natürlich gibt es auch noch eine tragische Liebesgeschichte.

    Das Hauptthema des Buches ist heikel, handelt es doch von der Besetzung Kretas durch die Nazis und die damit verbundenen Greueltaten. Kombiniert wird dieses Thema mit zwei Liebesgeschichten und der gastfreundlichen Urlaubsinsel Kreta in den 1970iger Jahren. Geht das gut? Das Buch ist gut geschrieben, schildert die Abgründe des Krieges ohne groß etwas zu beschönigen und bringt einem Land und Leute aus der Aussensicht näher. Ehrlich gesagt habe ich mit der Story etwas Mühe und die Liebesgeschichten sind zu kitschig als dass sie mit dem Abschlachten der Bevölkerung durch die Nazischergen kombiniert werden können. Das meine persönliche Meinung, aber vielleicht habe ich das Buch einfach falsch verstanden.

    Fazit: Aus meiner Sicht interessant, was man über Kreta im zweiten Weltkrieg erfährt, aber der Rest passt nicht wirklich dazu. Sehr bedingte Leseempfehlung.

  8. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.298)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Ich hatte bereits den Film "Der Junge im gestreiften Pyjama" gesehen. Die dort dargestellte Freundschaft zwischen einem jüdischen Jungen, der im Konzentrationslager lebt und einem deutschen, der der Sohn des Lagerkommandanten ist, ließ mich nicht mehr los. Deshalb las ich auch das Buch von John Boyn.

     

    Er heißt Bruno, was ich mit der Braune übersetzen möchte, obwohl er noch nicht zu den Braunen gehört, sondern sein Vater, der SS-Obersturmbannführer Ralf.
    Letzterer wird vom "Furor" persönlich zum Kommandanten befördert, was bedeutet, dass er mit seiner Familie von Berlin wegziehen muss.

    Dem neunjährigen Bruno gefällt sein neues Heim in "Aus-Wisch" nicht. Vor allem vermisst er seine Freunde.
    Von seinem Zimmer aus entdeckt er einen Bauernhof, auf dem die Menschen gestreifte Pyjamas tragen. Dort gibt es auch Kinder.

     

    Die Einsamkeit und sein Forscherdrang führen ihn zum hohen Stacheldrahtzaun, von dem der vermeintliche Bauernhof umgeben ist. Dort lernt Bruno Schmuel kennen, der am selben Tag wie er Geburtstag hat.
    Den Namen Schmuel hat Bruno noch nie gehört. "Klingt schön, wenn man ihn ausspricht. Wie wenn der Wind weht", sagt der deutsche Junge zu dem im gestreiften Pyjama.


    Die kleinen Hände Schmuels eigenen sich hervorragend zum Polieren der Gläser. Deshalb wird er zum Dienst ins Haus des Lagerkommandanten geholt, wo die beiden neuen Freunde zusammentreffen. Bruno bietet dem hungrigen Jungen vom Hühnerbraten an. Gierig schlingt Schmuel ihn hinunter, wird aber von Obersturmführer Kurt Kotler erwischt.
    Des Diebstahls bezichtigt verteidigt sich Schmuel mit dem Hinweis auf seinen Freund Bruno.

    Der aber sagt: "Ich habe ihn noch nie im Leben gesehen. Ich kenne ihn nicht."
    Wie der biblische Petrus hat auch Bruno ganz offensichtlich Angst vor den möglichen Folgen eines Bekenntnisses. Deshalb verleugnet er seine Freundschaft zu dem jüdischen Jungen.

    Als Bruno Schmuel nach Tagen wieder am Lagerzaun trifft, hat der viele blaue Blutergüsse im Gesicht, ist aber bereit, Bruno zu vergeben. "Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen sie wissen nicht, was sie tun!" Lucas 23,34

    Bruno dagegen erkennt das zerschundene Gesicht nicht als Folge seines "Fehlers", sondern denkt an einen Fahrradunfall als mögliche Ursache.

     

    Wieder ist es Brunos Forscherdrang, der ihn dazu bewegt, seine Kleider gegen die eines Pyjamas zu tauschen und unter dem Zaun hindurch ins Lager zu kriechen.

    Als er schnell bemerkt, dass das Leben dort nicht seinen Vorstellungen entspricht, gibt es kein Zurück mehr. Beide Kinder enden Hand in Hand in der Gaskammer.

     

    Das Buch bleibt konsequent bei der naiven Sichtweise Brunos, der trotz Erdkundeunterricht und den Landkarten in Gretels Zimmer nicht einmal weiß, dass er sich in Polen befindet. Der Film rückt der Realität etwas näher. Zum Beispiel hat der Pyjama dort eine Nummer und muss vor dem Betreten der Gaskammer ausgezogen werden.

     

    Ich stimme Rabbiner Benjamin Blech zu, wenn er in Buch und Film eine Profanierung sieht. Neunjährige Kinder konnten in Auschwitz nicht überleben, weil sie nicht ausreichend arbeitsfähig waren. Wenn sie es trotzdem geschafft hätten, meine ich, hätten sie gewusst wohin ihre Familienangehörigen verschwanden. Als Folge des Überlebenskampfes wären sie vorgealtert und hätten nicht überwiegend schweigend am Boden gehockt.

     

    Wie kam der irische Schriftsteller dazu, ein solches Buch zu schreiben, frage ich mich. Er springt auf den deutschen Zug auf und schreit mit seinen Insassen im Chor: "Wir haben davon nichts gewusst!"

     

    Er selbst sagte zu seinem Roman: "Wenn du dieses Buch zu lesen beginnst, wirst du früher oder später an einem Zaun ankommen. Zäune wie diese existieren überall. Wir hoffen, dass du niemals einem solchen Zaun begegnest."

     

    Es gibt einen Fortsetzungsroman mit dem Titel "Als die Welt zerbrach". Dort beschäftigt sich der Autor mit den Schuldgefühlen von Gretel, Brunos älterer Schwester. 

     

    Ob er auch ein Buch aus der Sichtweise Schmuels schreiben wird, etwa mit dem Titel "Der Sohn des Lagerkommandanten" oder "Der Junge mit den kurzen Hosen und dem vielen Essen"?

     

    Ich danke John Boyne herzlich für seine Denkanregungen.

     

    Vera Seidl

     

     



     

  9. Cover des Buches Das kurze Leben der Sophie Scholl (ISBN: 9783473544431)
    Hermann Vinke

    Das kurze Leben der Sophie Scholl

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Hermann Vinke ist ein preisgekrönter Sachbuchautor, der sich mit Büchern für die Jugend zum Thema Nationalsozialismus einen Namen gemacht hat. Diese Biographie von Sophie Scholl ist eines dieser Bücher und erstmals bereits 1980 erschienen. Wobei Biographie nicht ganz das richtige Wort ist, besser beschrieben ist das Buch mit dem Begriff biographische Collage.

    In einzelnen, sehr kurz gehaltenen Kapiteln beleuchtet Vinke einzelne Zeiträume oder Gegebenheiten sowie Haltungen und Ansichten von Sophie Scholl. Er tut dies immer mit einer Einführung und anschließend mit ausgewählten Beiträgen von Zeitzeugen, ganz of von Inge Aicher-Scholl, Sophies älterer Schwester.

    Das lässt viel Spielraum für eigene Gedanken und das ist möglicherweise auch die Absicht des Autors, aber es lässt auch die Linie etwas vermissen. Leider erliegt der Autor auch der Versuchung einer Heroisierung seines Subjekts. Das mag verständlich sein angesichts des Schicksals und der Tapferkeit Sophies, aber hatte sie wirklich so gar keine schlechte Eigenschaft, außer kurz mit der NS-Ideologie sympathisiert zu haben?

    Durch diese Heroisierung geht, so empfinde ich es, ein Stück Wirklichkeit verloren. Vinke ist sicher nicht der einzige Biograph, der diesen Fehler begeht, eher im Gegenteil.

     Bei aller Kritik ein gut lesbares, komprimiertes Buch über eine faszinierende Persönlichkeit. Drei Sterne.

  10. Cover des Buches Ich war Hitlerjunge Salomon (ISBN: 9783453606012)
    Sally Perel

    Ich war Hitlerjunge Salomon

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Diese Autobiografie ist die schier unglaubliche Geschichte des Salomon Perel, einem jüdische Jungen, der durch ein gehöriges Maß an Chuzpe sich als Hitlerjunge ausgegeben hat und dadurch der Shoa entgangen ist.  

    Das Buch liest sich wie „eine irrwitzige Komödie des Schreckens“.  

    Klappentext: 

    „Sally Perel ist sechzehn, als er 1941 von den Nazis gefangengenommen wird. Er ist Jude und schon seit Jahren auf der Flucht. Er weiß, dass er nur eine Chance hat: seine Papiere entsorgen und eine andere Identität annehmen. Der Mut der Verzweiflung macht aus ihm Jupp Perjell, das jüngste Mitglied der deutschen Wehrmacht. Ein Jahr lang lebt er mit den Soldaten an der Ostfront und unterstützt sie als Dolmetscher. Danach schickt man ihn nach Braunschweig, wo er bis Kriegsende inkognito in einem Internat der Hitlerjugend bleibt...“

    Mehrmals ist Sally kurz davor aufzufliegen, doch jedes Mal hat er Glück. Immer wieder denke er an die Worte seiner Mutter „Du sollst leben!“, die ihm Kraft zum Überleben geben. 

    "Ich habe nur vier Wochen gebraucht, um ein ordentlicher Hitlerjunge zu werden, aber ein ganzes Leben, um wieder ein achtbarer Jude zu sein.“

     Er beschreibt wie es ihm gelingt, im engen Zusammenleben der Soldaten seinen beschnittenen Penis zu verbergen. Der einzige, der das entdeckt, hat selbst ein Geheimnis, das ihn ins KZ bringen kann und hält dicht.  

    Was aber schier unglaublich scheint, ist die fixe Idee von Hauptmann von Münchow, ihn adoptieren zu wollen, ihn einen Juden.  

    „Die Tatsache, dass man sich an das Grauen gewöhnt, erscheint mir noch heute als die erschreckendste Reaktion, deren die Menschheit fähig ist.“ 

    Meine Meinung: 

    Spannend zu lesen ist, wie aus Sally Perel Jupp Perjell wird. Ein Jude, der sich der Indoktrination durch die Nazis kaum entziehen kann, der manchmal ihr Gedankengut einfach übernimmt (übernehmen muss). In ein und demselben Körper existieren zwei Seelen: der Hitlerjunge Jupp, und der Jude Salomon. Hier muss ich an Johann Wolfgang von Goethe und seinen Faust denken, der in einem Monolog sagt: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“. 

    Das Buch, das erstmals 1992 erschienen ist, wurde auch verfilmt. 

    Fazit: 

    Welche psychologischen Schäden diese Dualität, neben den Kriegsgräueln, denen Sally Perel ausgesetzt war, in seiner Seele angerichtet haben, mag ich mir gar nicht ausmalen. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

     

  11. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257070668)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.738)
    Aktuelle Rezension von: bingereading

    Der gut 200-seitige Roman „Der Vorleser“, der von Bernard Schlink verfasst und erstmals 1997 im Diogenes Verlag veröffentlicht wurde, behandelt eine der großen Fragen der Menschheit: Es geht um Schuld und Vergebung. Kann Liebe alles verzeihen? Oder gibt es Dinge, „auf die man sich einfach nicht einlassen darf“ und die unentschuldbar sind?

    In dem Buch geht es um ein ungleiches Paar, das sich zugleich unbeschreiblich nah, doch auch sehr fremd ist. Der fünfzehnjährige Michael verliebt sich, ohne es zu wollen, in Hanna, eine Frau Mitte 30, der er durch Zufall auf dem Schulweg begegnet. Schnell zieht sie ihn in ihren Bann und wird Michaels erste große Liebe. Fast jeden Tag treffen sie sich und Hanna bittet Michael, ihr vorzulesen. Dieser sonderbaren Bitte kommt der junge Mann, der sowieso alles für Hanna tun würde, nur allzu gern nach. Doch eines Tages ist Hanna plötzlich fort, ohne Michael Bescheid zu sagen. Erst viel später sehen sie sich wieder: Er als Jurastudent, sie als Angeklagte bei einem Gerichtsprozess…

    Michael, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist eine sehr greifbare und auf seine eigene Weise auch sympathische Hauptfigur, auch, wenn er alles andere als fehlerfrei ist. Der scharfsinnige, kluge und auch sehr selbstreflektierte Junge, der im Lauf der Geschichte erwachsen wird, hat durchgehend mit Schuldgefühlen und der Angst, versagt zu haben, zu kämpfen. Teilweise hatte ich deshalb großes Mitleid mit ihm, auch wenn ich ihn in anderen Momenten, wenn er sich allzu sehr in Selbstvorwürfen verliert, am liebsten bei den Schultern gepackt und geschüttelt hätte. Auf jeden Fall ist Michael eine jener fiktionalen Figuren, deren Schicksal die Leser alles andere als kalt lässt. Man fühlt, freut sich und leidet mit ihm.

    Auch Hanna ist eine äußerst komplexe Figur. Manchmal ist sie herrisch, grob und reizbar, wenig später aber wieder liebevoll und fürsorglich. Sie hat eine Art Verantwortungsgefühl für ihren Freund Michael, der so viel jünger als sie ist, was sie jedoch nicht daran hindert, zugleich über ihn zu bestimmen und dafür zu sorgen, dass er stets die Schuld auf sich nimmt, wenn in ihrer Beziehung mal etwas nicht so funktioniert, wie sie es sich vorgestellt hat. Einige Facetten ihres Charakters bleiben bis zum Ende des Buches ein Rätsel. Warum Hanna eine verzeihliche Schwäche verschweigt, sondern stattdessen lieber in ernsthafte Schwierigkeiten gerät, ist nicht nur Michael, sondern auch mir unbegreiflich. Hanna ist keine Figur, in die man sich gut hineinversetzen kann. Ihre Geheimnisse und ihre dunkle Vergangenheit, die sich Stück für Stück enthüllt, machen das -zumindest für mich- unmöglich. Dennoch ist sie eine spannender Charakter, über den ich auch über die eigentlich Lektüre des Buches hinaus viel nachgedacht habe.

    Die Handlung im ersten Teil des Buches besteht hauptsächlich aus sich immer wiederholenden Besuchen Michaels bei Hanna. Als jemand, der aber auch an Jane Austens bekanntermaßen eher handlungsarmen Romanen Gefallen findet, hat mich das jedoch wenig gestört. Ähnlich wie Austen hat Schlink die Handlung hier nämlich zugunsten einer genauen Durchleuchtung seiner Charaktere und ihrer Beziehungen in den Hintergrund treten lassen. Langsam enthüllt er die vielen Facetten der Liebesbeziehung zwischen Hanna und Michael, die zu Beginn noch sehr zärtlich und gefühlvoll wirkt, sich aber immer mehr als ein toxisches Abhängigkeitsverhältnis entpuppt. Im zweiten und dritten Teil des Romans nimmt die Handlung dann jedoch an Fahrt auf: Wir begleiten den jungen Jurastudenten Michael in den Gerichtssaal, wo er plötzlich Hanna auf der Anklagebank wiedersehen muss. Während Michael um Hanna bangt und sich zugleich in Selbstvorwürfen ergeht, wie er denn jemals eine Verbrecherin lieben konnte, waren meine Nerven zum Zerreißen gespannt. Wird Michael in den Prozess eingreifen, den Richtern Hannas Geheimnis verraten und so ihr Strafmaß mildern können? Oder wird er es nicht tun?

    Die realistische Schilderung des Gerichtsprozesses trägt ebenfalls dazu bei, dass das Buch im zweiten Teil dann doch noch sehr spannend wird. Man merkt, das der Autor selbst Jurist ist und weiß, worüber er schreibt. Doch auch die gefühlvollen Szenen im ersten Teil sind sehr glaubhaft und lassen nichts an Tiefe vermissen. Ich weiß nicht, inwieweit der Autor hier auf seine persönlichen Erfahrung zurückgreifen konnte, doch falls sie alle seiner Fantasie entsprungen sein sollten, dann ist er in der Lage, seine Vorstellungen sehr lebendig zu schildern.

    Der Schreibstil ist eine angenehm lesbare Mischung aus Alltagssprache und gehobenem Wortschatz, weder zu flach, noch zu hochgestochen und macht es möglich, das Buch in kurzer Zeit durchzulesen. An einigen Stellen merkt man an Wortwahl und Satzbau jedoch, dass der Autor sein Buch als literarisches Kunstwerk sieht und die Leser nicht nur, wie andere Autoren, unterhalten und ihnen dabei vielleicht auch noch eine Botschaft mitgeben möchte. Dieser sprachliche Kunstgriff wäre meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig gewesen. Durch die Tiefe der Handlung merkt man auch so, dass „Der Vorleser“ alles andere als reine Unterhaltungslektüre ist.

    Als Schullektüre ist „Der Vorleser“ durch seinen zugänglichen Schreibstil, die genaue Zeichnung der Hauptfiguren und durch das greifbare, wenn auch zugleich sehr komplexe Thema, meiner Ansicht nach bestens geeignet. An diesem Buch kann man bestens heruminterpretieren und -analysieren. Doch auch in seiner Freizeit kann man getrost zu „Der Vorleser“ greifen, da das Buch zugleich gefühlvoll und spannend ist, ohne dabei je kitschig oder reißerisch zu werden und auch Leser, die sonst vielleicht eher keine modernen Klassiker lesen, hier wirklich etwas für das eigene Leben mitnehmen können.

  12. Cover des Buches Abbitte (ISBN: 9783257261189)
    Ian McEwan

    Abbitte

     (884)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    [..Schlägt man nur lang genug Brennesseln nieder, stellt sich wie von selbst eine Geschichte ein, wesshalb Briony schon bald völlig in ihrem Tun aufging und auf grimmige Weise zufrieden war, obwohl jedermann bei ihrem Anblick geglaubt hätte, ein fürchterlich schlecht gelauntes Mädchen vor sich zu haben. Sie hatte von einer schlanken Haselnussrute die kleineren Äste abgestreift, und da es allerhand zu tun gab, machte sie sich unverzüglich ans Werk. Eine grosse Brennessel mit arrogantem Blick, den Kopf scheu gesenkt, die mittleren Blätter wie auf Unschuld plädierende Hände nach aussen gewandt - das war Lola, und obwohl sie um Gnade winselte, mähte die fast ein Meter lange Rute sie mit sirrendem Hieb in Kniehöhe ab und schleuderte den wertlosen Torso durch die Luft. Das war zu schön, um damit gleich wieder aufzuhören, und so waren die nächsten Brennesseln alle Lola; die da, die sich vorbeugte, um ihrer Nachbarin etwas ins Ohr flüsterte, wurde mit einer abscheulichen Lüge auf den Lippen dahingerafft...]

     Die Geschichte beginnt in England kurz vor dem Krieg, 1935, darin eingebetet die Liebesgeschichte von Cecilia und Robbie.

    Die blühende Fantasie von Briony der kleinen Schwester von Cecilia, und das prüde England dazumal,  wird den beiden liebenden zum Verhängnis.

    grosses Lesevergnügen.

  13. Cover des Buches Der Zweite Weltkrieg (ISBN: 9783596161133)
    Sir Winston Churchill

    Der Zweite Weltkrieg

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Tobias_Damaschke
    Dieses Buch verbindet zwei meiner absoluten Lieblingshobbys: Lesen und Geschichte.
    Der Zweite Weltkrieg ist der Urknall der modernen Weltordnung, der folgenschwerste Konflikt des 20. Jahrhunderts, dessen Folgen bis heute überall zu spüren sind. Es gibt wohl kaum ein geschichtliches Thema, das so oft in Filmen, dem Fernsehen oder Büchern verwendet wird. Doch kaum ein Werk reicht an das von dem Mann heran, der 1940 durch seine unerschütterliche Unbeugsamkeit vielleicht das zivilisierte Europa vor den Nazis rettete.

    Winston Churchill ist eine absolut faszinierende Persönlichkeit. Sicherlich kann man ewige Diskussionen über ihn führen, viele sehen ihn kritisch und dieser Text hier soll jetzt bestimmt nicht ins geschichtswissenschafftliche abdriften. Hier gehts nämlich um eine Fähigkeit dieses Briten, die man ihm nicht absprechen kann: Er konnte verdammt gut schreiben.

    Dieses Buch ist mehr als eine bloße Zusammenfassung des Krieges aus britischer Sicht. Teilweise liest es sich wie eine Autobiographie oder Churchills Memoiren. Es gibt tiefe Einblicke in das britische Regierungs- und Parteiensystem, Einzelschicksale werden eörtert, große Borgen gespannt und Details ans Licht gebracht, die zumindest mich beim ersten Mal Lesen sehr überraschen konnten. Zudem, bedingt durch den Autoren und die Zeit, aus der das Buch stammt, ist dies hier auch ein Zeugnis des Denkens eines Menschen aus der Zeit des Imperialismus. Sobald Churchill von der "britischen Rasse" spricht, sollte man nicht den Fehler machen, aus rein modernen Augen auf das Buch zu schauen - wie jeder Mensch war Churchill ein Kind seiner Zeit und da damals andere Ansichten vorgeherrscht hatten, sollte dieser Sprachgebrauch niemanden verwundern.

    Am Ende ist dieses Buch einfach nur hochinteressant und - obwohl man ja natürlich weiß, wie alles ausgeht - stellenweise sehr spannend. Ich lege dieses Buch jedem ans Herzen, der sich für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs interessiert und auch mal einen Blick hinter die Kulissen der britischen/allierten Seite wagen will. es lohnt sich - den Nobelpreis für Literatur hat das Buch schließlich nicht aus purem Zufall gewonnen.
  14. Cover des Buches Jakob der Lügner (ISBN: 9783518468098)
    Jurek Becker

    Jakob der Lügner

     (303)
    Aktuelle Rezension von: BM2TE22a

    "Jakob der Lügner" ist ein sehr bewegendes Buch, das den Leser tief in die Welt des Holocausts eintauchen lässt. Die Geschichte erzählt von Jakob Heym, einem jüdischen Ghettobewohner, der sich auf ein gefährliches Spiel einlässt, indem er behauptet, Nachrichten der Roten Armee zu haben, die im Begriff ist, das Ghetto zu befreien. Der Roman zeigt auf eindringliche Weise, wie die Verzweiflung der Ghettobewohner Jakob dazu bringt, diese Lügen zu erzählen und wie sie die Hoffnung und den Willen zum Überleben der anderen Ghettobewohner stärkt.

    Der Schreibstil von Becker ist einfach und direkt, was die Intensität der Geschichte noch verstärkt. Die Charaktere sind gut entwickelt und authentisch dargestellt. Insbesondere Jakobs innere Konflikte und Zweifel werden auf eindrucksvolle Weise beschrieben.

    Alles in allem ist "Jakob der Lügner" ein beeindruckendes und wichtiges Buch, das den Leser dazu anregt, über die Auswirkungen von Lügen und die Macht der Hoffnung nachzudenken.

    R.E.

  15. Cover des Buches Der Junge, der Anne Frank liebte (ISBN: 9783423209861)
    Ellen Feldman

    Der Junge, der Anne Frank liebte

     (18)
    Aktuelle Rezension von: stern
    Ich bin eine miserable Schreiberin (ich tue es auch äußerst ungern), aber da noch keine Rezension für dieses Buch geschrieben wurde, und ich allerdings finde, dass es eine verdient hat, werde ich die erste schreiben müssen und nicht bloß auf die Buchpinnwand schreiben! Erzählt wird die fiktive Geschichte von Peter van Pels, Sohn der Familie, die mit den Franks in Amsterdam untergetaucht ist. Peter gilt zwar als offiziell während des Holocaust als verstorben, doch die Autorin ließ sich zu ihrem Roman von einer Führung durch das Hinterhaus inspirieren, in der gesagt wurde, dass zu allen Bewohnern Klarheit geschafft wurde, was mit ihnen nach dem Verrat geschah, außer über Peter. Ausgehend von Anne Franks Tagebucheintrag, Peter wolle seine Geschichte nach dem Krieg neu erfinden, erzählt Ellen Feldman diese aus der Ich-Perspektive Peters. Peter ist in die USA ausgewandert, heiratet, bekommt zwei Töchter und einen Sohn. Doch seine Vergangenheit und seine Herkunft verleugnet er. Seine Frau, eine Jüdin, weiß zwar, dass Peter in einem Konzentrationslager war, den Grund dafür kennt sie aber nicht. Sein Leben läuft "perfekt" bis zu dem Zeitpunkt, wo er auf dem Nachttisch seiner Frau "Das Tagebuch der Anne Frank" entdeckt und von seiner Vergangenheit heimgesucht wird. Es ist ein gelungenes Buch über die Verarbeitung eines Holocaust-Traumas voller Angst, Erinnerungen und vermeintlicher Verfolgung. Zu keinem Zeitpunkt wird es makaber, wie ich zu Anfang befürchtet hatte, da der Hauptakteur bekanntlich kurz vor der Berfreiung der Alliierten verstorben. Es ist lediglich eine fiktive Geschichte über einen Juden, die so auch einem anderen Überlebenden hätte passieren können.
  16. Cover des Buches Tatiana und Alexander (ISBN: 9783453422339)
    Paullina Simons

    Tatiana und Alexander

     (131)
    Aktuelle Rezension von: aly53
    Band 1 der Tatiana und Alexander Trilogie hat mich komplett begeistert und mehr als alles andere musste ich wissen , wie es weitergeht.
    An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Dies beeinflusst meine Meinung jedoch in keinster Weise.

    Beim Einstieg war ich zunächst hin und wieder etwas verwirrt, was aber an der Übersetzung lag.
    Mit der Zeit gelang es mir besser dem Verlauf zu folgen und in das Geschehen einzutauchen.
    Band 1 befasste sich überwiegend mit Tatianas Geschichte.
    Eine Geschichte über eine mutige und tapfere junge Frau , die mir alles abverlangt hat.
    Bei diesem Band geht es vordergründig um Alexander. Endlich lernt man ihn näher kennen und erfährt sehr viel aus seiner Vergangenheit. Die Rückblenden die sich über einen weiten Zeitraum erstrecken , haben mir sehr gut gefallen.
    Ich kam Alexander näher und erkannte , wie klug und herzerwärmend er ist.
    Aber es gab auch Szenen, die haben mich sehr mitgenommen und im wahrsten Sinne des Wortes unter sich begraben.
    Schon im ersten Band mochte ich ihn sehr gern. Hier hab ich ihn noch mehr ins Herz geschlossen.
    Ich litt mit ihm , kämpfte und trauerte.
    Und auf der anderen Seite ist da Tatiana , die ein neues Leben beginnt.
    Doch tut sie das wirklich?
    Kann ein gebrochenes Herz heilen?
    Bei Tatiana merkt man die Entwicklung recht deutlich. Sie wächst , lebt und doch ist die Vergangenheit immer präsent.
    Ihre starke und kämpferische Persönlichkeit kommt auch hier sehr gut zum Ausdruck und das ist es letztendlich auch , was sie so außergewöhnlich macht.
    Man lernt hier auch weitere neue Charaktere kennen. Auch wenn der ein oder andere etwas blass wirkt, so sind sie doch sehr ausdrucksstark, lebendig und facettenreich.

    Die Autorin selbst bezaubert wieder mit ihrem stark einnehmenden, bildhaften und fließenden Schreibstil. Sie schreibt mit sehr viel Gefühl, sie geht sehr detailreich vor. Dadurch hat man mitunter etwas das Gefühl auf der Stelle zu treten. Was es mitunter etwas mühsam macht. Gerade im ersten Drittel ist das deutlich zu spüren.
    Nichtsdestotrotz ist es wichtig , um Alexanders Geschichte zu verstehen und zu verinnerlichen.
    Wie gewohnt erfährt man auch hier wieder beide Perspektiven.

    Mit der Zeit wird es spannender , auswegloser und man hat das Gefühl, nach jedem Strohhalm greifen zu müssen.
    Die Traurigkeit ist förmlich greifbar und man fiebert und zittert unglaublich mit.
    Auch die Fortsetzung hat mir einiges abverlangt.
    So viele Herausforderungen, so viele Gedanken die mir keine Ruhe ließen.
    Alexanders Geschichte ist voller Schmerz, Angst und Verzweiflung.
    Man spürt sein Leid und seine innere Zerrissenheit.
    Man kämpft und weint mit ihm.
    Er muss einiges meistern und doch gibt ihm das Leben auch Hoffnung.
    Man erfährt sehr viel über die Kriegszeit , was mir gut gefallen hat.
    Die Autorin hat hier auf sehr wundersame Art und Weise Wendungen eingewoben, bei denen mir schier der Mund offen stehen blieb.
    Es gab Szenen, die hatte ich einfach nicht erwartet.
    Auf der einen Seite erfährt man Hoffnung und Wärme und auf der anderen Seite hat man das Gefühl , all das Grauen und die Abgründigkeit nicht ertragen zu können.
    Besonders das letzte Drittel war an Spannung kaum noch zu überbieten. Meine Gefühle tanzten Achterbahn und ich lechzte nach jeder Zeile. Es war explosiv, hat mich nicht zu Atem kommen lassen und vollkommen gefesselt.
    Der Abschluss von diesem Bandes hat mir sehr gut gefallen und ich bin gespannt, was der letzte Band für uns bereithält.

    Schlussendlich ist auch Band 2 eine fesselnde und mitreißende Geschichte , die einiges abverlangt.
    Voller Sehnsucht, Wehmut und der Kraft der Liebe.
    Dennoch reicht sie nicht an den Vorgänger heran, da es leider auch einige Wiederholungen gab , die ich hin und wieder als störend empfand.

    Fazit:
    Mit Band 2 hat die Autorin eine fesselnde, mitreißende und traurige Fortsetzung der Tatiana und Alexander Trilogie geschaffen , die einiges abverlangt.
    Auch wenn mir diese wirklich gut gefallen hat , so reich sie für mich nicht an den Vorgänger heran. Dafür ist Tatianas Geschichte einfach zu besonders.
    Dennoch eine gelungene Fortsetzung, die einiges an Erkenntnissen und Wahrheiten mit sich bringt.
    Ich bin gespannt, was Band 3 für uns bereithalten wird.
  17. Cover des Buches Fünf Viertel einer Orange (ISBN: 9783548255323)
    Joanne Harris

    Fünf Viertel einer Orange

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Framboise hat eine kleine Creperie und ist überall beliebt. Ihre Kreationen sind einfach köstlich und etwas ganz besonderes. Die Rezepte hat sie aus einem alten Tagebuch ihrer Mutter und darin steht noch viel mehr. Nicht nur die köstlichsten Gerichte die man sich denken kann, sondern auch Geschichten aus dem Krieg, aus Framboises Kindheit und dem oft traurigen Leben ihrer Mutter. Als der Neffe von Framboise ihr die Rezepte abkaufen will um sein Restaurant in Schwung zu bringen, fängt Framboise an sich mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen. Das Verhältnis zu ihrer Mutter war nie das Beste und in ihrem Tagebuch geht sie auf Spurensuche. Sie taucht ab in eine vergangene Zeit und fördert längst vergessenes und auch nie geahntes zu Tage. Joanne Harris hat wieder einmal einen köstlichen, tiefen Familienroman geschrieben, der das Schicksal einer ganzen Familie aufzeigt, aber auch die liebe zum Essen huldigt.

  18. Cover des Buches Das Bücherzimmer (ISBN: 9783423254229)
    Rosemarie Marschner

    Das Bücherzimmer

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Ein sehr unterhaltsamer Roman von einer starken junge Frau in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus. Gut zu lesen, sehr bewegend. Es zeigt die Menschen mit ihren Fehler, schwächen und auch guten Eigenschaften. 


  19. Cover des Buches Die Abenteuer des Werner Holt (ISBN: 9783746628714)
    Dieter Noll

    Die Abenteuer des Werner Holt

     (67)
    Aktuelle Rezension von: FreydisNeheleniaRainersdottir
    Ich bekam "Die Abenteuer des Werner Holt" zu einer Zeit in die Hände,in der es mir richtig schlecht ging. Gerade hatte mein blöder Exfreund mit mir Schluss gemacht und Nichts und Niemand schien mich aufmuntern zu können. Zu der Zeit gab mir meine Mom das Buch zum Lesen, wohlwissend, dass ich mich für Geschichten und/oder Zeitzeugenberichte des II. Weltkriegs interessierte. Und ich begann zu lesen und las es an nur einem Wochenende durch. Am Anfang halten Holt und seine Freunde den Krieg noch für ein großes Abenteuer, aber im Laufe der Geschichte wird Werner immer mehr bewusst, dass das furchtbarer Ernst ist und er fragt sich des Öfteren, ob er auch das Richtige tut. Die Geschichte von Holt und seinen Freunden, ihren Streichen, wie sie schließlich zur Flak in den Kriegsdienst eingezogen wurden, Holts Liebeleien mit älteren Frauen,die Schrecken des Krieges und das Massaker in der Sägemühle, schließlich das Ende Wolzows am Galgen und wie Werner heimkam, nahm mich mit und mir wurde dadurch klar,dass Liebeskummer zwar schlimm sein kann, dass Krieg aber sehr viel schlimmer ist. Nach dem Wochenende mit "Die Abenteuer des Werner Holt" war jedenfalls sämtlicher Liebeskummer und blöde Kerl vergessen.
  20. Cover des Buches Enigma (ISBN: 9783641108304)
    Robert Harris

    Enigma

     (145)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    und die U-Boot-Flotte der Deutschen, der ist mit diesem Buch gut bedient. Bisweilen ein bisschen düster anmutend. Die Ereignisse sind schon sehr dunkel. Aber interessant geschrieben.

  21. Cover des Buches Der totale Rausch (ISBN: 9783462050356)
    Norman Ohler

    Der totale Rausch

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Mir war wohl bekannt, dass die deutsche Wehrmacht ihre Soldaten des Zweiten Weltkriegs mit Drogen ausgestattet hat. 
    Die Ausmaße des Drogenkonsums und der Produktion war mir allerdings nicht ganz so geläufig. Auch, dass Göring und Co. Morphinisten waren, ist mir vertraut.

    Die Ardennenoffensive ein Höllenritt auf Methamphetamin, damals besser bekannt unter „Pervitin“ (heute als „Crystal Meth“ gerne konsumiert) – hunderte Kilometer im Panzer, anhalten nur um zu tanken. Schlafen, Essen – unnötig. Die kleinen Muntermacher machen’s möglich. 

    „Der Erfolg liegt in der Schnelligkeit. Es kommt darauf an, die Verteidiger immer zu überraschen.“ (Angriffsbefehl Panzergruppe von Kleist, S.96).

    Dieser größte jemals eingesetzte motorisierte Verband von 41.140 Fahrzeugen produziert einen Megaustau von über 250 km. (Der längste Stau in Europa bis heute.)

    Allein das Abwehramt/Ausland (ver)brauchte im Jahr 1943 568 kg reines Kokain und 60 kg reines Heroin. Ein vielfaches, des medizinischen Jahresbedarfs im ganzen Reich. Haben das die Soldaten alles konsumiert oder wurde einiges zur Devisenbeschaffung „vercheckt“? Das Deutsche Reich als Großdealer?

    Die Eigentümer aller großen und kleinen Pharmafirmen (von Temmel bis Merck) profitierten in mehrfacher Hinsicht von der Gier. Einerseits wurden die Firmen, wenn sie im jüdischen Besitz waren, einfach arisiert. Die Umstellung auf staatlich geförderte Drogen brachte höchste Gewinne. 

    Hauptabnehmer ist die Wehrmacht. Die Luftwaffe kann ohne Pervitin gar nicht (mehr) fliegen und die Soldaten in den U-Booten erhielten die Drogen für ihre Himmelfahrtskommandos.

    Doch der Drogenmissbrauch im großen Stil macht auch vor Adolf Hitler nicht Halt. Sein Leibarzt Dr. Morell pumpt ihn mit allen möglichen Suchtgiften voll. Daneben experimentiert Morell mit allerlei Hormonen herum. So lässt er Tonnen von tierischen Innereien aus der Ukraine in seine Pharmafabriken liefern, um sie dort zu Aufputschmitteln zu verarbeiten. Diese Extrakte spritzt er auch Hitler, der recht bald nach diesem Zeug süchtig wird.

    Doch nicht nur die Soldaten (egal welchen Dienstgrades) schlucken die Tabletten (anfangs sogar ohne Gebrauchsanweisung und daher viel zu viel), nein auch die Hausfrauen erhalten ihren Teil: als „Hausfrauenschokolade“ (solange es noch Schokolade gab) oder als Konfekt. Diese Drogen sind ganz normal ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

    Erst als sich die ersten Nebenwirkungen (Todesfälle durch Herzstillstand, Bluthochdruck etc.) einstellen, wird die Rezeptpflicht eingeführt. Die jedoch von der Wehrmacht auf Grund der riesigen Mengen im Einkauf umgangen wird. Wenn von einer Lieferung von 2.000 Pervitin die Rede ist, so sind das 2.000 Röhrchen mit je 30 Tabletten.
    Weitere leistungssteigernde Medikamente werden KZs getestet. Man probiert es mit Kokainkaugummi und ähnlichem.

    Auch Heinrich Böll hat als junger Soldat mit Methamphetamin Bekanntschaft gemacht.

    Meine Meinung:

    Der Autor Norman Ohler ist Journalist und hat sich dieses Themas angenommen. Er stützt sich vor allem auf den Nachlass des Dr. Theo Morell, der ab 1936 Hitlers Leibarzt war. In seiner Kartei hat er die Behandlungen seines Patienten A akribisch, wenn auch verschlüsselt, vermerkt. Das Buch enthält neben einer Reihe von Fotos auch Faksimiles der Patientenakten.

    Hin und wieder erscheinen seine Überschriften ein wenig flapsig: „Sieg high“ oder „High Hitler“ oder „Last exit Führerbunker“. Ich vermute, dass ohne diesen Anflug von Galgenhumor die Unterlagen nicht zu sichten gewesen wären.

    Was mir persönlich fehlt ist, wie die überlebenden Soldaten ihre Drogensucht wieder losgeworden sind. Hat man ihnen weiterhin Tabletten (Psychopharmaka) verschrieben oder sind sie nahtlos auf Schnaps umgestiegen?

    Fazit:

    Ein Buch das gelesen werden sollte. Auch um die Auswirkung von „Crystal Meth“ vor Augen geführt zu bekommen.
  22. Cover des Buches April in Paris (ISBN: 9783641147044)
    Michael Wallner

    April in Paris

     (67)
    Aktuelle Rezension von: WildRose
    Ich lese gerne sehr umfangreiche Bücher über den Zweiten Weltkrieg und die Nazizeit. "April in Paris" behandelt sozusagen einen winzig kleinen "Ausschnitt" aus dieser Zeit. Auch eine Liebesgeschichte enthält das dünne Buch, natürlich ist die Liebe eine eher zum Scheitern verurteilte.
    Das Buch liest sich recht schnell und flüssig, allerdings hat mir der Stil nicht immer so gut gefallen. Dazu war mir das Buch fast schon zu einfach geschrieben. Es fällt zudem schwer, sich in die Charaktere hineinzuversetzen; da das Buch so kurz ist, fehlen auch - meiner Meinung nach - wichtige politische Daten und Fakten. Der Roman enthält recht wenig Information. Das finde ich etwas bedauernswert, da man in den meisten Büchern über jene Zeit auch recht viel Allgemeines erfährt.
    Dennoch ist das Buch nicht schlecht und für alle, die gerne kurze Romane lesen, die von verschiedenen Themen handeln, und die zumindest ein wenig geschichtlich interessiert sind, ist dieses Buch durchaus eine gute Wahl.
  23. Cover des Buches Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste (ISBN: 9783935453028)
    Henno Martin

    Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste

     (11)
    Aktuelle Rezension von: DocMarc
    Mit Ausbruch des 2. WK fliehen zwei deutsche Geologen in die Namib und verstecken sich in unerträglicher Hitze und unfruchtbarem Sand für mehrere Jahre.
    Fragen über den Sinn des Lebens und das nacktes Überleben kommen auf. Rückfall aus der industrialisierten Zivilisation zurück in die Epoche der Jäger und Sammler. Zehntausend Jahre kulturelle Evolution haben nicht ausgereicht, die Natur des Menschen auszumerzen.
  24. Cover des Buches So weit die Füße tragen (ISBN: 9783785711491)
    Josef Martin Bauer

    So weit die Füße tragen

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden

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