Bücher mit dem Tag "ww2"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ww2" gekennzeichnet haben.

53 Bücher

  1. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

     (414)
    Aktuelle Rezension von: YvetteH

    Die Geschichte an sich ist gar nicht so schlecht. Eine Zeit, als die Nazis immer mehr in den Fokus geraten, eine interessante Bekanntschaft mit Freud, aber der Hauptprotagonist ist so farblos und naiv...

    Meine Schwester hat mir das Buch empfohlen, aber leider überhaupt nicht meinen Geschmack getroffen. Die Story zieht sich in die Länge und ich weiß echt nicht, was viele an Seethaler so toll finden. Sein Schreibstil ist eher mäßig.

    Mein Fazit:

    Keine schlechte Story, aber viel zu viele Längen, die das Lesen beschwerlich machen. Kann man lesen, ist aber definitiv kein Muss!

  2. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.227)
    Aktuelle Rezension von: Vanessa92

    Ich fand das Buch sehr schön, der Schreibstil war sehr angenehm und man konnte sich gut in die Geschichte versetzen.  Das Ende der Geschichte ist sehr dramatisch und ich dachte immer nur Nein Nein Nein :( 

    Auf jeden fall sollte jeder dieses Buch gelesen haben

  3. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.674)
    Aktuelle Rezension von: Lexitestet

    Das Werk "Der Vorleser" ist mal anders strukturiert, da es in drei Teile untergliedert ist, die alle einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt haben. Zudem bietet es zahlreiche Themen wie den Analphabetismus, Beziehungen mit großen Altersdifferenzen sowie die Verurteilung von NS-Verbrecher*innen. Die Themen sind immer noch aktuelle und durch den einfachen Schreibstil mehr als gut nachzuvollziehen. Jedoch enttäuschen die letzten beiden Teile, da die Emotionalität durch die distanzierte Beziehung ausbleibt.

    Empfehlenswert ist dieses Buch besonders für Menschen in juristischen wie auch sozialpädagogischen Berufen. Lernen aus Kasuistik.

  4. Cover des Buches Gesamtausgabe (ISBN: 9783596905911)
    Anne Frank

    Gesamtausgabe

     (2.388)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Der historischen Zusammenhänge und der immensen Bedeutung dieses Zeitdokumentes bewusst, trafen mich die Lebensfreude und die teils sehr unterhaltsamen Anekdoten der jungen Autorin doch unvorbereitet. So überrascht, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Tagebuch der Anne Frank gewährt ein fesselndes Eintauchen in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und lässt einem ganz beiläufig erfahren, wie es ist, von einem deutschen Unrechtsstaats das eigene Daseinsrecht abgesprochen zu bekommen. Es ist unfassbar, dass die Deutschen damals ihre ethnischen Säuberungen sogar im Radio angekündigt haben. Und alle haben gewusst, was mit jenen passiert, die weggeholt und abtransportiert wurden. Alle haben es gewusst!

  5. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (347)
    Aktuelle Rezension von: Archer

    April 1964: Das dritte Reich hat den Krieg vor zwanzig Jahren gewonnen. Die Nazis beherrschen Europa und Deutschland, insbesondere Berlin, bereitet sich auf den 75. Geburtstag des Führers vor. Ausgerechnet jetzt wird die Leiche eines hochrangigen SS-Offiziers gefunden. Xaver March, Ermittler der Mordkommission, wird auf den Fall angesetzt. Doch überall wird gemauert, er findet keinen Zugang zu dem Fall und plötzlich mischt sich auch noch der Sicherheitsdienst ein und entzieht ihm das Ganze. Doch Xaver hat Blut geleckt und je tiefer er gräbt, desto scheußlicher werden die Verbrechen und desto lauter schreit sein Gewissen.

    Ich mag ja diese Was-wäre-wenn-Szenarien sehr. Mit diesem Buch hat der Autor wohl vor 25 Jahren in Deutschland einen Skandal heraufbeschworen, hat er doch Ängste und Schuldbewusstsein ordentlich wieder aufgewühlt. Andererseits finde ich das Ganze gar nicht abwegig, schon gar nicht im Licht heutiger Ereignisse betrachtet. Es war eine beklemmende, spannende und durchaus authentische Lektüre, die zwischendrin manchmal ein bisschen langatmig daherkam, ganz besonders, wenn es um das amerikanische Loveinterest von Xaver ging. Dafür riss der Schluss vieles wieder heraus; er war unglaublich intensiv, hoffnungslos, realistisch und vor allem - offen. Nicht was das Schicksal einzelner Beteiligter angeht, aber dafür das Schicksal der ganzen Welt. Fast wie im echten Leben. 

  6. Cover des Buches Abbitte (ISBN: 9783257261189)
    Ian McEwan

    Abbitte

     (871)
    Aktuelle Rezension von: ECKIX

    Was ist Wahrheit? 

    In einem Roman sicherlich dasjenige, was der Autor seinen Lesern als Wahrheit weismachen will. Das weiß auch die 77-jährige Briony Tallis, die (erst) im letzten Kapitel dieses Buches zu Worte kommt. Die drei Teile zuvor spielen im London der 1930-er Jahre sowie in dem französischen Dünkirchen 1940. 

    Eine kurze kindliche Beobachtung der jungen Briony ist es, die das Leben ihrer Schwester Cecilia und deren Freund Robbie dramatisch verändert. Briony lebt in ihrer eigenen Welt, begann früh mit dem Schreiben von Theaterstücken. Und so kommt es dazu, dass sie einer Beobachtung Schlussfolgerungen andichtet, die sie gar nicht hätte ziehen können. Aufgrund von Brionys Aussage wird Robbie fälschlicherweise wegen Vergewaltigung verurteilt. Er sitzt im Gefängnis ein, bis er in den Krieg zieht. Sein dort erlittenes Schicksal und das tragische Ende der Liebe zwischen ihm und Cecilia werden erst gegen Ende des Buches klar. Briony hingegen lebt mit ihrer Schuld und kann diese nicht durch ein gänzlich anderes als zunächst geplantes Leben wieder gutmachen. 

    Ein interessantes Buch darüber, wie Autoren es gelingen kann, subjektive Empfindungen und Wahrnehmungen der Charaktere den Lesern als objektive Wahrheit darstellen zu können. Der erste Teil gefiel mir allerdings nicht so gut. Ich möchte ihn mit einem Zitat aus dem dritten Teil beschreiben: „Dutzende Seiten über Licht, Stein und Wasser, eine in drei Perspektiven aufgeteilte, in der Schwebe gehaltene Erzählung, in der so gut wie nichts passierte (...).“ Wie sich die einzelnen Teile des Buches jedoch letztlich zusammenfügen, ist beeindruckend und gefiel mir gut. Insgesamt 4 von 5 Sternen.

  7. Cover des Buches Uns gehört der Himmel. Die Flight Girls (ISBN: 9783442491469)
    Noelle Salazar

    Uns gehört der Himmel. Die Flight Girls

     (38)
    Aktuelle Rezension von: majaloewenzahn

    Die aus gutem Hause stammende Audrey Coltrane fliegt mit leidenschaftlicher Hingabe, seit sie groß genug ist, um in ein Flugzeug zu krabbeln. Sie weiß, was sie will (einen Flugplatz kaufen und leiten) und was sie nicht will (heiraten und Kinder bekommen). Um das nötige Kleingeld für „ihren“ Flugplatz zu beschaffen, arbeitet sie Anfang der 1940er auf einem Stützpunkt auf Hawaii als Fluglehrerin. Nicht einmal der charismatische Lieutenant James Hart kann sie ablenken – er ist ein echter Freund, aber nicht mehr – und Audrey ist glücklich. Bis der Angriff auf Pearl Harbor alles verändert. Der Krieg, der bislang so weit weg war, erreicht Amerika.

    Während James zum Kämpfen nach Europa geht, schließt Audrey sich wie viele andere Pilotinnen den „Women Airforce Service Pilots“ (WASP) an, um Flugzeuge zu überführen. Sie will ihren Beitrag für diesen Krieg leisten und sie will fliegen. In der eingeschworenen Gemeinschaft der Fliegerinnen findet sie tiefe Freundschaften und eine neue Bestimmung, aber auch Leid – denn nicht nur eine liebgewonnene Freundin verliert ihr Leben. Als James und sie sich endlich ihre Gefühle eingestehen, kehrt er von einem Einsatz nicht zurück. Audrey bricht auf, ihn zu suchen, doch in den französischen Militärkrankenhäusern ist er nicht.

    Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob ich in den mitunter nüchternen Erzählstil hineinkommen würde. Ich konnte Audrey Coltrane nicht „fassen“, sie war eine leere, aalglatte Hülle – im Gegensatz zu den anderen Figuren, die ich mir gut vorstellen konnte. Auch fühlte ich nicht die Leidenschaft für die Fliegerei, die die Hauptfigur haben sollte – die Autorin Noelle Salazar beschrieb sie zwar, aber dabei blieb es zunächst – vielleicht lag es daran, dass Salazar selbst nicht fliegt und sogar eher ein wenig Angst davor hat. Doch je mehr Einblicke die Hauptfigur Audrey in ihre Gefühlswelt zuließ – ihre Konflikte mit der Liebe und die Traurigkeit, die der Krieg und der Verlust naher Freunde mit sich brachte, die Anstrengungen des Pilotendaseins während der Einsätze – desto mehr fesselte und berührte mich die Geschichte. Und so konnte ich das Buch nicht mehr weglegen, ehe ich es fertig gelesen hatte.

    Noelle Salazar ist es gelungen, einen ungeahnten Einblick in das Innere der Women Airforce Service Pilots zu gewähren, auch wenn sie selbst schreibt, dass manche Fakten dichterischer Freiheit weichen mussten. Die harte Schule, der alle Frauen unterzogen wurden, die Missgunst mancher Soldaten – „die nehmen uns die Jobs weg“ –, Leid, aber auch die Passion der Frauen, all das beschreibt sie sehr eindrücklich. Die Frauen wollten fliegen und sie mussten fliegen: alles, was sie vor die Nase gesetzt bekamen. Sie bekamen eine militärische Ausbildung, flogen risikoreiche Strecken, doch die finanzielle Absicherung des Militärs für Soldaten blieb ihnen verwehrt.

    Mein Fazit: Für meinen Geschmack hat die Geschichte ein wenig zu viel Patriotismus, aber das gehört zu einem solchen Thema wahrscheinlich dazu. Alles in allem ist „Uns gehört der Himmel“ ein empfehlenswerter Roman zu einer wichtigen Ära der Luftfahrt, der seine Leser*innen tief berühren kann.

  8. Cover des Buches Enigma (ISBN: 9783453184831)
    Robert Harris

    Enigma

     (141)
    Aktuelle Rezension von: Luthien_Tinuviel
    Mit "Enigma" begibt sich der studierte Historiker und Bestsellerautor Robert Harris einmal mehr in die Zeit des Zweiten Weltkriegs.

    Inhalt:
    Ort der Handlung ist Bletchley Park im Jahr 1942: Die Briten arbeiten fieberhaft an der Entschlüsselung der Enigma-Codes, vor allem des U-Boot-Codes Shark. Einer der führenden Wissenschaftler, die mit Shark betraut ist, ist Tom Jericho. Ihm ist es bereits einmal gelungen, Shark zu knacken, kurz darauf hatte er einen Zusammenbruch und musste Bletchley Park aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Grund des Zusammenbruchs: Die Liebe zu einer Frau. Doch als er zurückkehrt verschwindet diese plötzlich vom Erdboden und bald stellt sich die Frage. Warum? Ist ihr etwas zugestoßen? Ist sie eine Spionin?
    Und neben all dem droht ein verheerend großer Angriff der deutschen U-Boot-Flotte, der nur verhindert werden kann, wenn es Toms Team rechtzeitig gelingt, Shark erneut zu knacken. Die Uhr tickt...

    Meine Meinung:
    Die Welt der Kryptographie ist komplex und ungemein kompliziert. Auch nachdem ich dieses Werk und einige Hintergrundinfos gelesen habe, kann ich nur ansatzweise behaupten, etwas von Toms Arbeit verstanden zu haben. Doch auch ohne dieses Verständnis ist der Roman spannend und überraschend bis zur letzten Seite. Harris' Erzählstil hat mich einmal mehr überzeugt, auch wenn ich den Einstieg wie hier in Retrospektive so von ihm nicht so kenne.

    Die Charaktere werden zwar nicht detailliert beschrieben (mit Ausnahme von Tom), dennoch kann  man sich ein gutes Bild von ihnen und ihren Charakterzügen machen. Das Genie Tom war mir zwar hin und wieder etwas zu schnell mit seinen Handlungen und Gedankengängen, aber doch auf seine verschrobene Art sehr sympathisch.

    Fazit:
    "Enigma" war ein spannendes Lesevergnügen. Auch wenn ich den fachlichen Themen teilweise nicht so ganz folgen konnte und auch Toms Handeln mir nicht immer ganz schlüssig war, hat mich das Werk dennoch durch seine Spannung und seine Charaktere überzeugt.

  9. Cover des Buches Eine Frau in Berlin (ISBN: 9783442737949)
    Anonyma

    Eine Frau in Berlin

     (133)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch

    Nach dem Krieg gab es Massenvergewaltigungen. 

    Der Verlag lobt die Autorin dafür, kein Sekbstmitleid zu zeigen.

    Ihr Freund trifft es eher. Als er zurück kommt, sagt er, sie sei wie eine Hündin geworden. Sie schreibt selber, sie will überleben wie ein Tier. Sie schreibt auch, es habe ihr körperlich nicht geschadet, sie sei gesund.

    Wenn man in Deutschland Hilfe gesucht hat, weil die Oma etc durch solche Erlebnisse traumatisiert war, wurde man ausgelacht. Deutsche sind stolz drauf, angeblich alles ohne Schaden wegzustecken, überlegen und unkaputtbar. In Wahrheit aber nur kalt und vertiert.

    Wie es in diesem Buch heisst: das gehört halt dazu.

    Wie Deutsche mit Katastrophen umgehen, ist einfach abscheulich.Hier werden die Deutschen auch ein Volk von Stummen  genannt.

    Ein sicher aufschlussreiches Buch. Man möchte schreien.




  10. Cover des Buches Dämon (ISBN: 9783838721316)
    Matthew Delaney

    Dämon

     (277)
    Aktuelle Rezension von: PeWa
    Als Meeresforscher ein im Zweiten Weltkrieg gesunkenes Schiff entdecken und bergen, können sie nicht ahnen, welche Gefahren sie damit heraufbeschwören. Denn in dem Wrack befindet sich ein Wesen, das nur ein Ziel kennt: zu töten. Mit der Überführung des Schiffes nach Boston beginnt für die Bewohner der Stadt eine Phase des Schreckens. Bizarre Morde, verstümmelte Leichen und kryptische Zeichen halten die Polizei in Atem, und alles scheint auf eine Verbindung zwischen den Gewalttaten und dem Wrack hinzudeuten. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Kriminalbeamten auf ein Geheimnis, das weit in die Vergangenheit zurückreicht.
    Soviel zum Backcover des Romans, über den ich eher durch Zufall gestolpert und der allgemein als "Thriller" bezeichnet wird. Erschienen unter dem Originalnamen "Jinn" läßt der Titel eigentlich viel Interpretationsspielraum zu, zumal Parallelen zu früheren Werken des Autors nicht gezogen werden können, da "Dämon" das Erstlingswerk von Matthew Delaney ist. Düstere Vorzeichen für den geneigten Leser? Wohl eher nicht, denn - um Teile meiner Beurteilung vorwegzunehmen - Delaney überrascht mit gut recherchiertem Hintergrundwissen, geschichtlichen Begebenheiten- und Zusammenhängen bis hin zu der lebhaft dargestellten Szenerie im heutigen Boston in New England, das einmal mehr für ein alptraumhaftes Szenario herhalten muß.
    Zurückgehend in die Wirren des zweiten Weltkrieges, in denen ein amerikanischer Platoon auf einer Insel im Südpazifik im Kampf gegen die Japaner einen viel schlimmeren Feind entdeckt, wird der Leser regelrecht in die Geschichte eingesogen - kaum glaubt man, diesen Teil "überstanden" und langsam Sympathie für den beschriebenen Protagonisten entwickelt zu haben, schlägt der Autor eine Brücke in die Neuzeit - eine Tiefsee-Expedition - und verknüpft so auf bizarre Art die Vergangenheit mit der unheilvollen Gegenwart, die Wegbereiter für eine Zukunft ist, die vor Blut, Gewalt und Grauen auf den 764 Seiten kaum in Worte zu fassen ist.
    Sicherlich könnte ich an dieser Stelle noch genauer auf die einzelnen Personen, um die sich diese Erzählung handelt, eingehen, doch dann würde ich sicherlich dem Erzählstrang des Autors vorgreifen und die Integrität, die sich von der ersten bis zur letzten Seite als roter Faden durch dieses Buch spinnt, zerstören! Es sei nur soviel gesagt : Wer dieses Buch, in dem sowohl amerikanische Kriegsgeschichte als auch orientalische Dämonologie als Paradethemen aufzuwarten haben, gelesen hat, wird in Zukunft dem Dunkeln andere Aspekte abgewinnen und vielleicht hier und dort erwarten, auf ein gelbes Augenpaar zu stoßen! Es ist schwer, dieses Werk inhaltlich in einer Kurzform darzulegen, da man erstens nicht vorgreifen möchte und zweitens in Gefahr gerät, auf jede Einzelheit, ja jedes sinnvolle Fragment von "Dämon" einzugehen, was den Rahmen einer Renzension um ein Vielfaches sprengen würde.
    Abschließend sei einfach nur gesagt, das dem Newcomer Matthew Delaney ein Meisterwerk gelungen ist, dessen Spannung und Atmosphäre ich in diesem Genre lange nicht mehr erlebt habe - auch in Bezug auf die Gefühle, die sich beim Leser nach Vollendung dieser Lektüre manifestieren! Einzig und allein das Cover, welches das berühmte "Biohazard"-Symbol zeigt, läßt eigentlich ein eher biologisch angehauchtes Thema vermuten, was letztendlich aber völlig irreleitend ist! Dennoch : Mr. Delaney, wir erwarten mehr von Ihnen - mehr Literatur im Stil von "Dämon" ... und wir hoffen, das Sie die Literaturszene in Zukunft weiterhin bereichern werden!
  11. Cover des Buches Der kretische Gast (ISBN: 9783462051056)
    Klaus Modick

    Der kretische Gast

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Siko71
    Kreta 1943. Der Archäologe Johann Martens soll im Auftrage der Wehrmacht Kunstschätze katalogisieren. Er bekommt Andreas zur Seite, einen Kreter, der ihn an die Fundorte fahren soll. Aber Andreas ist weitaus mehr als ein Fahrer. Er wird Johann immer mehr zum Freund und Johann gerät immer mehr zwischen die Fronten. Als es dann eines Tages Hart auf hart kommt, muss sich Johann entscheiden, auf welcher Seiter er steht.

    Der Roman ist sehr bildhaft und emotional geschrieben. Wer die Landschaft der Insel heute kennt, kann sich ugefär ein Bild machen wo die Orte des Geschehens liegen. Auch wird der Leser mit den Grausamkeiten im Krieg konfrontiert, welche die Deutschen dort veranstaltet und hinterlassen haben. Es gibt heute noch Orte, wo man sich als Deutscher nur mit schlechtem Gewissen hintraut. Obwohl unsere Generation schon lang nichts mehr mit den Geschehnissen zu tun hat.
    Mir als Kretafan ist dieser Roman eifach unter die Haut gegangen und verdient kompette 5 Sterne.
  12. Cover des Buches Das Bücherzimmer (ISBN: 9783423195287)
    Rosemarie Marschner

    Das Bücherzimmer

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee

    Marie Zweisam ist die Hauptperson in Rosemarie Marschners Buch: Das Bücherzimmer. Der Leser darf die Zeit mit ihr verbringen, als sie 14 ist, und in Linz als Dienstmädchen arbeitet, danach pflegt sie ihre kranke Mutter bis zu ihrem Tod und dann heiratet sie einen Bäcker, dank der vielen Arbeit und seiner Mutter kommt es zur Scheidung. Was davor und danach passiert, wird auch erzählt, das Ende eher kurz und knapp.



    Die Zeit als Dienstmädchen wird ziemlich ausführlich beschrieben. In dieser Zeit liest man auch, wie es ihr zuvor als „Bastard“ gegangen ist. Ihre Mutter hat ein Kind bekommen, obwohl sie nicht verheiratet war. Da sie „nur“ eine Bauerntochter war und ihr „Freund“ aus einem guten Linzer Hause, kam eine Hochzeit nicht in Frage. Marie wurde in ihrer Schulzeit immer gehänselt, aber sie war eine sehr gute Schülerin und ihr Lehrer hätte sie gerne studieren lassen. In dieser Zeit lernt man auch die Ohnesorgs kennen. Sehr sympathische Juden. Leider erfährt man nach ihrer „Flucht“ nichts mehr von ihnen. Ich hätte nun vermutet, dass Marie und der „Jude“ heiraten. Es wurde nur verraten, dass sie danach noch in Schanghai war, wohin die Ohnesorgs vermutlich flohen. Leider blieb dieser Teil der Geschichte dann völlig im Dunkeln, was ich sehr schade fand.



    Als Marie ihre Mutter pflegte hatte sie einen herzlichen und liebevollen Kontakt zu ihr. Vorher eher weniger, weil die Mutter wusste, dass Marie von zu Hause weggehen musste. Sie wollte nicht, dass Marie schlimmes Heimweh bekam.



    Der praktisch 3. Teil war, als sie den Bäckerjungen heiratete, den sie in Linz kennen gelernt hat. Sie musste sehr viel arbeiten, hatte kaum Freizeit, ihre Schwiegermama hat sie bis zum geht-nicht-mehr ausgenutzt. Und wenn man mich fragt, ihre Schwiegermutter hat sie von Anfang an gehasst. Erst wollte sie abkassieren (der Anbau und die Möbel), dann wurde Marie ausgenutzt (kaum Freizeit und ein viel zu großes Gebiet, wo sie die Waren ausfahren musste) und dann durfte Marie nicht kritisieren (Juden, Ohnesorgs) und als sie dann noch was gegen Hitlers Machenschaften sagte, dachte die Schwiegermutter voller Freude: Hah, jetzt werden wir sie los. Die Frau war in diesem Buch eindeutig der schwärzeste und böseste Part, fast schlimmer als Hitler, halt in „kleinem Rahmen“. Die Autorin hat zwar immer geschrieben, man wisse nicht, was genau die Schwiegerutter dachte und so. Aber ihr Handeln sagte doch alles.



    Es war eine „Schwarz-Weiß-Malerei“ in der Marie und ihre Mutter als „weiße Engel“ beschrieben wurden und nie böse waren und die perfekten Menschen. Dadurch kamen die „Bösen“ viel stärker heraus.



    Ich fand das Buch sehr authentisch und es deckte sich vieles mit meinem Schulwissen, vor allem die Geschichten aus der Hitler-Zeit, auch wenn alles mehr oder weniger „kurz angerissen“ war. Insgesamt fand ich den Werdegang oder besser gesagt die Art von „Biografie“ sehr unterhaltsam und insgesamt gefiel mir der Roman sehr gut. Schade fand ich nur, dass man als Leserin nicht noch ein Weilchen mit Marie verbringen durfte, als es das Leben wieder gut mit ihr meinte.



    Zwischendurch – während ihrer Bäckerinnenzeit – war das Buch dann zeitweise etwas langweilig, durch den Ausbruch von Marie und der „verleumderischen“ Schwiegermutter wurde es dann wieder spannender. Leider war dann das Buch auch schnell zu Ende, was ich sehr bedauert habe.



    Die Charaktere waren sehr gut beschrieben. Ich konnte mir die Figuren sehr gut vorstellen. Der Notar gefiel mir irgendwie sehr gut. Auch wenn er es nicht möchte, aber er fördert Marie und sie genießt die Zeit. Am Besten war dann die letzte – wirklich die allerletzte – Szene mit dem Notar. Und die Leseausweisszene fand ich auch wunderbar. Der Notar war teilweise unfreiwillig „komisch“ mit (wie hieß sie noch mal?) „Walburga“ oder so. Irgendwie fand ich die Szene witzig. Es passte wunderbar in das Buch.



    Der Schreibstil war auch sehr unterhaltsam und spannend. Insgesamt fand ich das Werk toll. Das Thema weniger und es gehört so überhaupt nicht in mein Beuteschema. Aber auch dieses Buch „sprach“ mich an und wollte unbedingt von mir gelesen werden und ich bereue dies keinesfalls.

    Das Cover gefiel mir sehr gut, genauso wie der Titel. Mein Cover ist die Frau von hinten, mit den hochgesteckten Haaren, als Dienstmädchen.



    Mein – Lesezeichenfees – Fazit:

    Diesem Buch würde ich 9 Sterne geben, wenn ich könnte. Einen Stern ziehe ich ab, weil es zwischendurch kurzzeitig ein bisschen langweilig wurde. Also bleibt es bei den 5 Sternen, die ich geben kann. Sonst war es sehr spannend und kurzweilig, die Charaktere waren so gut beschrieben, dass das Kopfkino ansprang. Ich finde das Buch – trotz des Themas und der Zeit in der es spielt – wunderbar und ich kann das Buch sehr empfehlen.


    • Cover des Buches Das kurze Leben der Sophie Scholl (ISBN: 9783473544431)
      Hermann Vinke

      Das kurze Leben der Sophie Scholl

       (103)
      Aktuelle Rezension von: Jossele

      Hermann Vinke ist ein preisgekrönter Sachbuchautor, der sich mit Büchern für die Jugend zum Thema Nationalsozialismus einen Namen gemacht hat. Diese Biographie von Sophie Scholl ist eines dieser Bücher und erstmals bereits 1980 erschienen. Wobei Biographie nicht ganz das richtige Wort ist, besser beschrieben ist das Buch mit dem Begriff biographische Collage.

      In einzelnen, sehr kurz gehaltenen Kapiteln beleuchtet Vinke einzelne Zeiträume oder Gegebenheiten sowie Haltungen und Ansichten von Sophie Scholl. Er tut dies immer mit einer Einführung und anschließend mit ausgewählten Beiträgen von Zeitzeugen, ganz of von Inge Aicher-Scholl, Sophies älterer Schwester.

      Das lässt viel Spielraum für eigene Gedanken und das ist möglicherweise auch die Absicht des Autors, aber es lässt auch die Linie etwas vermissen. Leider erliegt der Autor auch der Versuchung einer Heroisierung seines Subjekts. Das mag verständlich sein angesichts des Schicksals und der Tapferkeit Sophies, aber hatte sie wirklich so gar keine schlechte Eigenschaft, außer kurz mit der NS-Ideologie sympathisiert zu haben?

      Durch diese Heroisierung geht, so empfinde ich es, ein Stück Wirklichkeit verloren. Vinke ist sicher nicht der einzige Biograph, der diesen Fehler begeht, eher im Gegenteil.

       Bei aller Kritik ein gut lesbares, komprimiertes Buch über eine faszinierende Persönlichkeit. Drei Sterne.

    • Cover des Buches Der Tod ist mein Beruf (ISBN: 9783746627861)
      Robert Merle

      Der Tod ist mein Beruf

       (152)
      Aktuelle Rezension von: lotharbeutin

      Ein sehr beeindruckendes Buch, wie auf absoluten Gehorsam angepasste Menschen in der Lage sind, im Rahmen eines bürokratischen Apparates die größten Abscheulichkeiten zu begehen. Prinzipiell ist das heute noch möglich.

    • Cover des Buches Jakob der Lügner (ISBN: 9783518468098)
      Jurek Becker

      Jakob der Lügner

       (300)
      Aktuelle Rezension von: valyien

      Inhalt:

      Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, das hat Jakob Heym zufällig erfahren. Und er erzählt es den anderen, die mit ihm eingeschlossen sind im Ghetto einer polnischen Stadt und schon fast alle Hoffnung verloren haben. Und damit die anderen ihm auch glauben, behauptet Jakob, er habe ein Radio. Nun kommen alle zu ihm, um nach Neuigkeiten zu fragen, die Mut machen, weiter auszuhalten in einer Welt, in der die Deutschen die Vernichtung der Juden betreiben. So wird aus ihm Jakob der Lügner; er lügt, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben und damit die Kraft zu widerstehen.

      Meinung:

      Am Anfang ist das Buch ein bisschen verwirrend. Der Einstieg passt einfach irgendwie nicht zum Rest des Buches und ich hatte Mühe den Ich-Erzähler zu entziffern, sofern ich erst gegen Mitte gemerkt habe, dass es einen Ich-Erzähler gibt und es kein Auktorialer-Erzähler ist. Es gibt keine grosse Spannung, jedoch wird es gegen Ende richtig gut. Das Thema ob lügen okay ist und ob es gutes und schlechtes lügen gibt ist unglaublich interessant – Es bringt einem ein wenig ins grübeln. 

    • Cover des Buches Der Schlüssel zu Rebecca (ISBN: 9783785703045)
      Ken Follett

      Der Schlüssel zu Rebecca

       (156)
      Aktuelle Rezension von: Peter_Eckmann

      Zweiter Weltkrieg in Ägypten. Die deutsche Armee unter Rommel dringt auf Kairo vor, ein  genialer Spion hat einen Weg gefunden, Nachrichten der Engländer an die Deutschen weiterzuleiten.

      Ein britischer Geheimdienstoffizier stellt eine junge Jüdin ein, die ihm hilft, den Meisterspion der Deutschen zu fassen.

      Das Finale ist unglaublich spannend. Mir haben vor allem die beiden Charaktere gefallen, der hölzerne und konservative Ofiizier, der die Liebe zu dem leichtlebigen Mädchen entdeckt.

    • Cover des Buches Der Zweite Weltkrieg (ISBN: 9783596161133)
      Sir Winston Churchill

      Der Zweite Weltkrieg

       (16)
      Aktuelle Rezension von: Tobias_Damaschke
      Dieses Buch verbindet zwei meiner absoluten Lieblingshobbys: Lesen und Geschichte.
      Der Zweite Weltkrieg ist der Urknall der modernen Weltordnung, der folgenschwerste Konflikt des 20. Jahrhunderts, dessen Folgen bis heute überall zu spüren sind. Es gibt wohl kaum ein geschichtliches Thema, das so oft in Filmen, dem Fernsehen oder Büchern verwendet wird. Doch kaum ein Werk reicht an das von dem Mann heran, der 1940 durch seine unerschütterliche Unbeugsamkeit vielleicht das zivilisierte Europa vor den Nazis rettete.

      Winston Churchill ist eine absolut faszinierende Persönlichkeit. Sicherlich kann man ewige Diskussionen über ihn führen, viele sehen ihn kritisch und dieser Text hier soll jetzt bestimmt nicht ins geschichtswissenschafftliche abdriften. Hier gehts nämlich um eine Fähigkeit dieses Briten, die man ihm nicht absprechen kann: Er konnte verdammt gut schreiben.

      Dieses Buch ist mehr als eine bloße Zusammenfassung des Krieges aus britischer Sicht. Teilweise liest es sich wie eine Autobiographie oder Churchills Memoiren. Es gibt tiefe Einblicke in das britische Regierungs- und Parteiensystem, Einzelschicksale werden eörtert, große Borgen gespannt und Details ans Licht gebracht, die zumindest mich beim ersten Mal Lesen sehr überraschen konnten. Zudem, bedingt durch den Autoren und die Zeit, aus der das Buch stammt, ist dies hier auch ein Zeugnis des Denkens eines Menschen aus der Zeit des Imperialismus. Sobald Churchill von der "britischen Rasse" spricht, sollte man nicht den Fehler machen, aus rein modernen Augen auf das Buch zu schauen - wie jeder Mensch war Churchill ein Kind seiner Zeit und da damals andere Ansichten vorgeherrscht hatten, sollte dieser Sprachgebrauch niemanden verwundern.

      Am Ende ist dieses Buch einfach nur hochinteressant und - obwohl man ja natürlich weiß, wie alles ausgeht - stellenweise sehr spannend. Ich lege dieses Buch jedem ans Herzen, der sich für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs interessiert und auch mal einen Blick hinter die Kulissen der britischen/allierten Seite wagen will. es lohnt sich - den Nobelpreis für Literatur hat das Buch schließlich nicht aus purem Zufall gewonnen.
    • Cover des Buches Der totale Rausch: Drogen im Dritten Reich (ISBN: 9783462047332)
      Norman Ohler

      Der totale Rausch: Drogen im Dritten Reich

       (21)
      Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
      Mir war wohl bekannt, dass die deutsche Wehrmacht ihre Soldaten des Zweiten Weltkriegs mit Drogen ausgestattet hat. 
      Die Ausmaße des Drogenkonsums und der Produktion war mir allerdings nicht ganz so geläufig. Auch, dass Göring und Co. Morphinisten waren, ist mir vertraut.

      Die Ardennenoffensive ein Höllenritt auf Methamphetamin, damals besser bekannt unter „Pervitin“ (heute als „Crystal Meth“ gerne konsumiert) – hunderte Kilometer im Panzer, anhalten nur um zu tanken. Schlafen, Essen – unnötig. Die kleinen Muntermacher machen’s möglich. 

      „Der Erfolg liegt in der Schnelligkeit. Es kommt darauf an, die Verteidiger immer zu überraschen.“ (Angriffsbefehl Panzergruppe von Kleist, S.96).

      Dieser größte jemals eingesetzte motorisierte Verband von 41.140 Fahrzeugen produziert einen Megaustau von über 250 km. (Der längste Stau in Europa bis heute.)

      Allein das Abwehramt/Ausland (ver)brauchte im Jahr 1943 568 kg reines Kokain und 60 kg reines Heroin. Ein vielfaches, des medizinischen Jahresbedarfs im ganzen Reich. Haben das die Soldaten alles konsumiert oder wurde einiges zur Devisenbeschaffung „vercheckt“? Das Deutsche Reich als Großdealer?

      Die Eigentümer aller großen und kleinen Pharmafirmen (von Temmel bis Merck) profitierten in mehrfacher Hinsicht von der Gier. Einerseits wurden die Firmen, wenn sie im jüdischen Besitz waren, einfach arisiert. Die Umstellung auf staatlich geförderte Drogen brachte höchste Gewinne. 

      Hauptabnehmer ist die Wehrmacht. Die Luftwaffe kann ohne Pervitin gar nicht (mehr) fliegen und die Soldaten in den U-Booten erhielten die Drogen für ihre Himmelfahrtskommandos.

      Doch der Drogenmissbrauch im großen Stil macht auch vor Adolf Hitler nicht Halt. Sein Leibarzt Dr. Morell pumpt ihn mit allen möglichen Suchtgiften voll. Daneben experimentiert Morell mit allerlei Hormonen herum. So lässt er Tonnen von tierischen Innereien aus der Ukraine in seine Pharmafabriken liefern, um sie dort zu Aufputschmitteln zu verarbeiten. Diese Extrakte spritzt er auch Hitler, der recht bald nach diesem Zeug süchtig wird.

      Doch nicht nur die Soldaten (egal welchen Dienstgrades) schlucken die Tabletten (anfangs sogar ohne Gebrauchsanweisung und daher viel zu viel), nein auch die Hausfrauen erhalten ihren Teil: als „Hausfrauenschokolade“ (solange es noch Schokolade gab) oder als Konfekt. Diese Drogen sind ganz normal ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

      Erst als sich die ersten Nebenwirkungen (Todesfälle durch Herzstillstand, Bluthochdruck etc.) einstellen, wird die Rezeptpflicht eingeführt. Die jedoch von der Wehrmacht auf Grund der riesigen Mengen im Einkauf umgangen wird. Wenn von einer Lieferung von 2.000 Pervitin die Rede ist, so sind das 2.000 Röhrchen mit je 30 Tabletten.
      Weitere leistungssteigernde Medikamente werden KZs getestet. Man probiert es mit Kokainkaugummi und ähnlichem.

      Auch Heinrich Böll hat als junger Soldat mit Methamphetamin Bekanntschaft gemacht.

      Meine Meinung:

      Der Autor Norman Ohler ist Journalist und hat sich dieses Themas angenommen. Er stützt sich vor allem auf den Nachlass des Dr. Theo Morell, der ab 1936 Hitlers Leibarzt war. In seiner Kartei hat er die Behandlungen seines Patienten A akribisch, wenn auch verschlüsselt, vermerkt. Das Buch enthält neben einer Reihe von Fotos auch Faksimiles der Patientenakten.

      Hin und wieder erscheinen seine Überschriften ein wenig flapsig: „Sieg high“ oder „High Hitler“ oder „Last exit Führerbunker“. Ich vermute, dass ohne diesen Anflug von Galgenhumor die Unterlagen nicht zu sichten gewesen wären.

      Was mir persönlich fehlt ist, wie die überlebenden Soldaten ihre Drogensucht wieder losgeworden sind. Hat man ihnen weiterhin Tabletten (Psychopharmaka) verschrieben oder sind sie nahtlos auf Schnaps umgestiegen?

      Fazit:

      Ein Buch das gelesen werden sollte. Auch um die Auswirkung von „Crystal Meth“ vor Augen geführt zu bekommen.
    • Cover des Buches Tatiana und Alexander (ISBN: 9783453422339)
      Paullina Simons

      Tatiana und Alexander

       (128)
      Aktuelle Rezension von: aly53
      Band 1 der Tatiana und Alexander Trilogie hat mich komplett begeistert und mehr als alles andere musste ich wissen , wie es weitergeht.
      An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Dies beeinflusst meine Meinung jedoch in keinster Weise.

      Beim Einstieg war ich zunächst hin und wieder etwas verwirrt, was aber an der Übersetzung lag.
      Mit der Zeit gelang es mir besser dem Verlauf zu folgen und in das Geschehen einzutauchen.
      Band 1 befasste sich überwiegend mit Tatianas Geschichte.
      Eine Geschichte über eine mutige und tapfere junge Frau , die mir alles abverlangt hat.
      Bei diesem Band geht es vordergründig um Alexander. Endlich lernt man ihn näher kennen und erfährt sehr viel aus seiner Vergangenheit. Die Rückblenden die sich über einen weiten Zeitraum erstrecken , haben mir sehr gut gefallen.
      Ich kam Alexander näher und erkannte , wie klug und herzerwärmend er ist.
      Aber es gab auch Szenen, die haben mich sehr mitgenommen und im wahrsten Sinne des Wortes unter sich begraben.
      Schon im ersten Band mochte ich ihn sehr gern. Hier hab ich ihn noch mehr ins Herz geschlossen.
      Ich litt mit ihm , kämpfte und trauerte.
      Und auf der anderen Seite ist da Tatiana , die ein neues Leben beginnt.
      Doch tut sie das wirklich?
      Kann ein gebrochenes Herz heilen?
      Bei Tatiana merkt man die Entwicklung recht deutlich. Sie wächst , lebt und doch ist die Vergangenheit immer präsent.
      Ihre starke und kämpferische Persönlichkeit kommt auch hier sehr gut zum Ausdruck und das ist es letztendlich auch , was sie so außergewöhnlich macht.
      Man lernt hier auch weitere neue Charaktere kennen. Auch wenn der ein oder andere etwas blass wirkt, so sind sie doch sehr ausdrucksstark, lebendig und facettenreich.

      Die Autorin selbst bezaubert wieder mit ihrem stark einnehmenden, bildhaften und fließenden Schreibstil. Sie schreibt mit sehr viel Gefühl, sie geht sehr detailreich vor. Dadurch hat man mitunter etwas das Gefühl auf der Stelle zu treten. Was es mitunter etwas mühsam macht. Gerade im ersten Drittel ist das deutlich zu spüren.
      Nichtsdestotrotz ist es wichtig , um Alexanders Geschichte zu verstehen und zu verinnerlichen.
      Wie gewohnt erfährt man auch hier wieder beide Perspektiven.

      Mit der Zeit wird es spannender , auswegloser und man hat das Gefühl, nach jedem Strohhalm greifen zu müssen.
      Die Traurigkeit ist förmlich greifbar und man fiebert und zittert unglaublich mit.
      Auch die Fortsetzung hat mir einiges abverlangt.
      So viele Herausforderungen, so viele Gedanken die mir keine Ruhe ließen.
      Alexanders Geschichte ist voller Schmerz, Angst und Verzweiflung.
      Man spürt sein Leid und seine innere Zerrissenheit.
      Man kämpft und weint mit ihm.
      Er muss einiges meistern und doch gibt ihm das Leben auch Hoffnung.
      Man erfährt sehr viel über die Kriegszeit , was mir gut gefallen hat.
      Die Autorin hat hier auf sehr wundersame Art und Weise Wendungen eingewoben, bei denen mir schier der Mund offen stehen blieb.
      Es gab Szenen, die hatte ich einfach nicht erwartet.
      Auf der einen Seite erfährt man Hoffnung und Wärme und auf der anderen Seite hat man das Gefühl , all das Grauen und die Abgründigkeit nicht ertragen zu können.
      Besonders das letzte Drittel war an Spannung kaum noch zu überbieten. Meine Gefühle tanzten Achterbahn und ich lechzte nach jeder Zeile. Es war explosiv, hat mich nicht zu Atem kommen lassen und vollkommen gefesselt.
      Der Abschluss von diesem Bandes hat mir sehr gut gefallen und ich bin gespannt, was der letzte Band für uns bereithält.

      Schlussendlich ist auch Band 2 eine fesselnde und mitreißende Geschichte , die einiges abverlangt.
      Voller Sehnsucht, Wehmut und der Kraft der Liebe.
      Dennoch reicht sie nicht an den Vorgänger heran, da es leider auch einige Wiederholungen gab , die ich hin und wieder als störend empfand.

      Fazit:
      Mit Band 2 hat die Autorin eine fesselnde, mitreißende und traurige Fortsetzung der Tatiana und Alexander Trilogie geschaffen , die einiges abverlangt.
      Auch wenn mir diese wirklich gut gefallen hat , so reich sie für mich nicht an den Vorgänger heran. Dafür ist Tatianas Geschichte einfach zu besonders.
      Dennoch eine gelungene Fortsetzung, die einiges an Erkenntnissen und Wahrheiten mit sich bringt.
      Ich bin gespannt, was Band 3 für uns bereithalten wird.
    • Cover des Buches Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel (ISBN: 9783959671859)
      Bear Grylls

      Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel

       (32)
      Aktuelle Rezension von: Sjard_Seliger

      Erstaunt war ich, als ich ein Buch von TV-Survival-Experte Bear Grylls in den Händen hielt - und stellte mir natürlich sofort die Frage: Kann das gut gehen? Kann dieses Multitalent sogar Bücher schreiben? Der Klappentext zumindest versprach ein gutes Abenteuer, und die Kritiken waren auch wohlwollend und überwiegend positiv. 

      Ich muss sagen, Bear Grylls kann es. Sein Autoren-Debut "Ghost Flight" ist ein rundum gelungener Thriller mit tollen Charakteren, viel Transparenz, einer Menge geschichtlichen Hintergrundwissen, tollen Schauplätzen und einem Spannungsbogen, der sich kontinuierlich steigert.

      Der Schreibstil ist tatsächlich quasi so, wie Bear Grylls auch immer spricht. Er holt gerne weit aus und beschreibt zum Teil äußerst detailliert, jedoch ohne dabei die Grenzen zur Langatmigkeit zu überschreiten. Dieses ideale Maß an Input & Info auf der einen Seite und actiongeladener, rasanter Handlung auf der anderen Seite machen dieses Buch zu einem Genuss - Auch wenn man sich am Anfang als Leser erst einmal darauf einstellen und sich dran gewöhnen muss. Manch Leser könnte dies abschrecken, falls man lieber auf einen trockenen, schnörkellosen Schreibstil wie z.B. den von Arno Strobel steht.

      Die Charaktere sind ausgezeichnet und man erfährt recht viel über deren Hintergründe. Dadurch werden die handelnden Personen schön greifbar. Jeder ist auf seine eigene Weise interessant gestaltet (Beispiel Agentin Narov) und trägt seinen Teil zum Verlauf der Geschichte bei 

      Über die Authentizität des Erzählten lässt sich kaum streiten. Vieles ist im realen Leben so ähnlich passiert oder könnte zumindest zweifelsfrei aus Bear Grylls' bisherigen Leben stammen. Er st einer der Autoren, denen man eine solche Geschichte sofort abkaufen würde. 

      Weiterhin macht das mehr oder weniger offene Ende enorm Lust auf die Fortsetzung und den dritten Teil, der demnächst erscheinen soll.

    • Cover des Buches Der Junge, der Anne Frank liebte (ISBN: 9783423209861)
      Ellen Feldman

      Der Junge, der Anne Frank liebte

       (18)
      Aktuelle Rezension von: stern
      Ich bin eine miserable Schreiberin (ich tue es auch äußerst ungern), aber da noch keine Rezension für dieses Buch geschrieben wurde, und ich allerdings finde, dass es eine verdient hat, werde ich die erste schreiben müssen und nicht bloß auf die Buchpinnwand schreiben! Erzählt wird die fiktive Geschichte von Peter van Pels, Sohn der Familie, die mit den Franks in Amsterdam untergetaucht ist. Peter gilt zwar als offiziell während des Holocaust als verstorben, doch die Autorin ließ sich zu ihrem Roman von einer Führung durch das Hinterhaus inspirieren, in der gesagt wurde, dass zu allen Bewohnern Klarheit geschafft wurde, was mit ihnen nach dem Verrat geschah, außer über Peter. Ausgehend von Anne Franks Tagebucheintrag, Peter wolle seine Geschichte nach dem Krieg neu erfinden, erzählt Ellen Feldman diese aus der Ich-Perspektive Peters. Peter ist in die USA ausgewandert, heiratet, bekommt zwei Töchter und einen Sohn. Doch seine Vergangenheit und seine Herkunft verleugnet er. Seine Frau, eine Jüdin, weiß zwar, dass Peter in einem Konzentrationslager war, den Grund dafür kennt sie aber nicht. Sein Leben läuft "perfekt" bis zu dem Zeitpunkt, wo er auf dem Nachttisch seiner Frau "Das Tagebuch der Anne Frank" entdeckt und von seiner Vergangenheit heimgesucht wird. Es ist ein gelungenes Buch über die Verarbeitung eines Holocaust-Traumas voller Angst, Erinnerungen und vermeintlicher Verfolgung. Zu keinem Zeitpunkt wird es makaber, wie ich zu Anfang befürchtet hatte, da der Hauptakteur bekanntlich kurz vor der Berfreiung der Alliierten verstorben. Es ist lediglich eine fiktive Geschichte über einen Juden, die so auch einem anderen Überlebenden hätte passieren können.
    • Cover des Buches So weit die Füße tragen (ISBN: 9783785711491)
      Josef Martin Bauer

      So weit die Füße tragen

       (6)
      Noch keine Rezension vorhanden
    • Cover des Buches Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste (ISBN: 9783935453004)
      Henno Martin

      Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste

       (11)
      Aktuelle Rezension von: DocMarc
      Mit Ausbruch des 2. WK fliehen zwei deutsche Geologen in die Namib und verstecken sich in unerträglicher Hitze und unfruchtbarem Sand für mehrere Jahre.
      Fragen über den Sinn des Lebens und das nacktes Überleben kommen auf. Rückfall aus der industrialisierten Zivilisation zurück in die Epoche der Jäger und Sammler. Zehntausend Jahre kulturelle Evolution haben nicht ausgereicht, die Natur des Menschen auszumerzen.
    • Cover des Buches My Buddy. World War II Laid Bare (ISBN: 9783836547963)
      Dian Hanson

      My Buddy. World War II Laid Bare

       (0)
      Noch keine Rezension vorhanden

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