Bücher mit dem Tag "zeitgeist"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "zeitgeist" gekennzeichnet haben.

105 Bücher

  1. Cover des Buches Vierundzwanzig Stunden (ISBN: 9783866124011)
    Guillaume Musso

    Vierundzwanzig Stunden

     (324)
    Aktuelle Rezension von: nicekingandqueen

    Diesen Roman habe ich gelesen als ich noch ein bekennender Musso Fan war. Dieser war jedoch 2016 mein letzter Roman von ihm. 

    Es mag daran liegen, dass ich das Buch in meine New York Reise mitgenommen habe und dort dann kaum etwas lesen konnte, doch auch als ich wieder in Deutschland war und das Buch gelesen habe, war ich enttäuscht. Die Handlung war einfach nur platt. Ihc habe das Romantische vermisst. Letztlich schreibt er immer über eine seltsame, schicksalsbestimme Begegnung zweier Menschen, die eine Krise gemeinsam bewältigen müssen. Aber hier konnte er mich einfach gar nicht mitreißen. Und dass ich auch noch live vor Ort in New York war und theoretisch all die Wege mitverfolgen hätte können und es mich dennoch nicht gereizt hat, na ja. Das war mein persönlicher Todesschuss bisher für Musso. Die vorigen Romane jedoch hatten mir wirklich sehr gut gefallen.

  2. Cover des Buches Die Grimm-Chroniken - Die Apfelprinzessin (ISBN: 9783906829708)
    Maya Shepherd

    Die Grimm-Chroniken - Die Apfelprinzessin

     (414)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Laut Maya Shepherd umfassen diese "Grimm Chroniken" die wahre Geschichte der Brüder Grimm.  Und ich muss sagen der erste Band entführt den Leser in eine märchenhafte Welt,  wo die Grenzen zwischen Realität und Märchen fließend in einander übergehen. Nichts ist hier wie man es aus Kindertagen von den Märchen kennt. Durch den sehr angenehmen und leichten Schreib- und Erzählstil ist die spannende und faszinierende Geschichte leider viel zu schnell ausgelesen. Hier wäre es schöner, hätte das Büchlein noch einige Seiten mehr. Denn kaum hat man sich in die Story fallen lassen ist sie auch schon wieder zu ende.

  3. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.245)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

                


     Mannometer - Harry Haller ist ja so ein unsympathischer Miesepeter :-(

    Das ganze Buch triefte für mich nur so vor Unzufriedenheit und Bitterkeit, dass ich fast Lust hatte, es wie ein Baby im Arm zu wiegen und zu sagen: "Na na na, wer will denn da gleich weinen. Es wird doch alles wieder gut."

    Klassiker sind einfach nicht so meins, auch wenn die Worte noch so kunstvoll verwoben sind. Aber ich bleibe dran, irgendwann wird auch einer für mich dabei sein.

    Zwei schöne Zitate konnte ich dennoch finden:

    "Nun, jeder hat sein Los, und leicht ist keines."

    "Mochte das nun hohe Weisheit sein oder einfachste Naivität: wer so den Augenblick zu leben verstand, wer so gegenwärtig lebte und so freundlich-sorgsam jede kleine Blume am Weg, jeden kleinen spielerischen Augenblickswert zu schätzen wußte, dem konnte das Leben nichts anhaben."
  4. Cover des Buches Momo (ISBN: 9783522202558)
    Michael Ende

    Momo

     (2.235)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig." - Michael Ende, "Momo"


    Eines Tages taucht in den Ruinen eines alten Amphitheaters ein kleines Mädchen namens Momo auf. Schnell schließt sie Freundschaft mit den Menschen in ihrer Umgebung, sie suchen sie oft auf und bringen ihr Essen oder Alltagsgegenstände vorbei - und Momo hört ihnen zu. Doch nach einer Weile scheint sich etwas zu verändern. Die Menschen kommen immer seltener zu Momo, sie haben immer weniger Zeit und hetzen nur noch durch den Tag. Eine Begegnung mit unheimlichen grauen Herren liefert Momo die Lösung für das Rätsel der verlorenen Zeit - stellt sie aber gleichzeitig vor die knifflige Aufgabe, wie sie den Menschen die Zeit zurückbringen könnte...


    Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich als Kind abends die Serie "Momo" auf Kika geschaut habe. Ich mochte die Geschichte um dieses kleine Mädchen sehr - und weiß noch, dass ich die grauen Herren sehr zum Fürchten fand. Als Erwachsene habe ich nun endlich auch das Buch von Michael Ende gelesen und es hat mich sehr verzaubert 🐢


    "Momo" ist wohl eigentlich ein Buch für Kinder oder Jugendliche. Daher liest es sich auch sehr einfach und man fliegt nur so durch die Seiten. Zwischen den Zeilen verstecken sich aber immer wieder kleine Botschaften zum Leben, zur Zeit, zum Tod und zur Freundschaft, die für mein Empfinden gerade für erwachsene Menschen sehr bereichernd sind. Die Figuren im Buch - allen voran Momo, Kassiopeia und Beppo Straßenkehrer - haben sich in mein Herz geschlichen und ich habe es genossen, mit ihnen durch dieses schöne Märchen zu wandeln.


    Michael Endes Buch eigenet sich also wirklich für Menschen in jeden Alters - die Lesenden werden in eine fiktive Stadt entführt und in eine fantastische Erzählung hineingesogen, die voller Metaphern steckt und viel Spannendes und Überraschendes bereithält. Ein wirklich lesenswerter Klassiker!


    Anmerken möchte ich noch, dass in "Momo" Zeichnungen des Autors mit eingebunden sind, was das Leseerlebnis noch schöner macht. Achtet also unbedingt darauf, das Buch in einer Ausgabe mit den Zeichnungen zu lesen 📖

  5. Cover des Buches Hippie (ISBN: 9783257070491)
    Paulo Coelho

    Hippie

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Jenny_Fabienne

    Das Buch hat auf jeden Fall seine Längen und Passagen an denen man ein paar Seiten vorspulen möchte, jedoch lohnt es sich diese Passagen durchzuhalten. 

    Man findet viele Informationen darüber wie Hippies damals gelebt haben, wie die Zeit generell war. Es wird sich viel mit Spiritualität auseinander gesetzt und es ist wahnsinnig spannend von Paulo Coelhos persönlichen Erfahrungen zu hören.

  6. Cover des Buches Für immer die Deine (ISBN: 9783453423114)
    Jana Voosen

    Für immer die Deine

     (85)
    Aktuelle Rezension von: Monmay88

    Eine Liebesgeschichte ,die ihren Anfang im Jahr zu Beginn des 2.Weltkriegs findet und trotz einiger Vorkommnisse in den Kriegsjahren bis ans Lebensende hält!

    Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt und vermittelt einen Einblick ,wie Beziehungungen  in schwierigen Zeiten überleben kÄnnen und auch das Verzeihen eine Rolle spielt!

    Altes Land 1939 

    Klara die siebzehnjährige Tochter eines wohlhabenden ObstLandbesitzer beginnt eine Beziehung mit dem Sohn des Dorfpfarrers Fritz! Diese bleibt nicht ohne Folgen und die beiden müssen heiraten um den guten Ruf im Ort zu wahren!

    Sie ziehen nach Hamburg in eigne Wohnung und es bleiben ihnen nur eine kurze gemeinsame Zeit mit ihrem Sohn Paul! Als der Krieg ausbricht,muss Fritz an die Front !

    Klara bemerkt bald ,das der alte Mann aus der Dachgeschosswohnung ein anderer ist als er vorgibt und versucht dessen Geheimnis zu lüften!

    Hamburg 2019 

    Marie eine junge Journalistin soll für eine  Zeitungsausgabe einen Bericht über den 2.Weltkrieg schreiben und stößt genau auf diese Geschichte und langjährige Liebesgeschichte von Klara und Fritz ! 

    Da sie gerade selbst an ihrer Beziehung zweifelt ,ahnt sie noch nicht,wie diese Recherche ihr eigenes Leben beeinflussen wird !

    Mich hat das Buch und die Geschichte von Klara und Fritz sehr berührt ,auch die Erzählweise der Autorin war flüssig und gut zu lesen!

    ich habe es in an zwei Abende gelesen und gebe ihm 4/5 Sterne 🌟🌟🌟🌟

  7. Cover des Buches Neue Vahr Süd (ISBN: 9783442459919)
    Sven Regener

    Neue Vahr Süd

     (641)
    Aktuelle Rezension von: MelLila

    Auf dieses Buch kam ich rein zufällig, da es mir versehentlich anstelle eines anderen Buches geliefert wurde. Der Klappentext hat mich dann neugierig gemacht. Es liest sich leicht runter, ist ziemlich absurd an manchen Stellen, wobei sich manche Witze auch so durchziehen und Wiedererkennungswert haben. Das ist wohl der 2. Teil einer Trilogie, die aber in sich geschlossen zu sein scheinen. War ganz nett und unterhaltsam, aber die anderen Teile interessieren mich jetzt nicht so.

  8. Cover des Buches Mrs Fletcher (ISBN: 9783423281751)
    Tom Perrotta

    Mrs Fletcher

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin

    Jatzt muss ich gestehen, dass ich das Buch Mrs. Fletcher nicht bis ans bittere Ende gelesen habe. Ich quälte mich knapp bis zur Mitte durch, dann landete  es endgültig auf dem Stapel Bücher, die ich auf dem Campingplatz ins Regal stelle. Vielleicht gibt es andere Leser, die auf sowas stehen. Ich jedenfalls nicht. 

    Jetzt will ich aber auch begründen wieso: Da ist zuerst einmal diese entsetzliche Sprache. Vielleicht bin ich nicht mehr so ganz im Zeitgeschehen, aber die Menschen in meinem Umfeld gehen anders miteinander um. Na ja, es gibt ja alles und so las ich tapfer weiter. Doch auch der Inhalt ließ zu wünschen übrig. Das sich bei jungen Leuten in Gedanken und vielleicht auch beim Handeln alles um Sex dreht, mag ja angehen. Ich weiß es nicht, bin etliche Jahre darüber. Aber wenn eine erwachsene Frau mit ihrem Feierabend nichts anderes anzufangen weiß außer Pornos in allen Variationen zu schauen, ihr im Alter jenseits der 45 bei allen möglichen oder unmöglichen Gelegenheit nur Sex durch den Kopf schwirrt, dann frage ich mich doch, "hat die sich seit sie 20 war nicht mehr weiter entwickelt?" Ganz sicher gibt es noch ein paar andere Dinge auf der Welt, die von Interesse sind. 

    Jedenfalls, der Inhalt ist für mich nur dumm, nicht wert, dass ich weitere Zeit damit vergeude.

  9. Cover des Buches Macbeth (ISBN: 9783150098707)
    William Shakespeare

    Macbeth

     (342)
    Aktuelle Rezension von: VerenaWagenpfeil
    Wahnsinniger Schotte tötet, von noch wahnsinnigerer Ehefrau angestachelt, den König um selbst den Thron zu besteigen. Endet nicht gut für ihn und am Ende lachen nur die drei Hexen.
    Sicherlich besser im Theater anzusehen als als Buch zu lesen.
    Trotzdem beeindruckend, wie viel Kraft Shakespeare in jeden seiner Verse packt.
    Ich habe das Buch sowohl in Englisch als auch in der deutschen Übersetzung von Friedrich Schiller gelesen, wobei mir von allen Shakepeare-Übersetzungen diese von Schiller am besten gefallen hat.
    Hier kann man für einen bildungsbürgerlich, überheblichen Smalltalk einige Verse auswendig lernen, um sie gelegentlich fallen zu lassen.
  10. Cover des Buches Geh, wohin dein Herz dich trägt (ISBN: 9783257230307)
    M. Luisa Heinz-Mazzoni

    Geh, wohin dein Herz dich trägt

     (247)
    Aktuelle Rezension von: lyla_2912

    »Geh, wohin dein Herz dich trägt« von Susanna Tamaro hat mir als Taschenbuch gut gefallen. Es ist in Form von Tagebucheinträgen gestaltet und lässt sich wunderbar an einem Wochenende lesen. 

    Es sind Tagebucheinträge, die eine Oma an ihre Enkelin schreibt und ihr zu erklären versucht, aus was für Schicksalsschlägen sie gelernt hat. Sie versucht eine Brücke zu bauen zwischen ihr und der Person, für welche sie diese Zeilen schreibt. Schildert damit Lebensweisheiten und Fehler, die sie geprägt haben und rät: Geh, wohin dein Herz dich trägt. 

    Das Buch hat mir gut gefallen, es ist eher eine Weisheitenlektüre, als eine tatsächliche Geschichte, jedoch so wahr und authentisch, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. 

    Als Zufallsfund hat es mich intuitiv angesprochen und mir die Augen geöffnet auf neue Perspektiven und die Gewissheit, dass alles seine Zeit hat und Warten nicht unbedingt etwas Schlimmes ist, sondern notwendig und sinnvoll in gewissen Situationen. 

    Ein Buch für alle, die einen guten Rat brauchen in Sachen Leben, die ein Gleichgewicht suchen, dass nicht existiert und sich schlussendlich mit der Tatsache anfreunden, dass alles gut ist, wie es ist, solange du nur deinem Herzen folgst. 

    Das Buch habe ich gebraucht gekauft, ohne zu wissen was mich erwartet und wenn ihr mich fragt, ist das der magische Weg, wie Bücher uns finden :)



  11. Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)
    Michel Houellebecq

    Elementarteilchen

     (423)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Belka

    Michel Houellebecq: das "Enfant terrible" der französischen Literatur mit seinem besten Buch. Egal, wie man zu ihm steht: Schreiben kann der Mann!!!

    Ich war etwa 25, als ich dieses Buch las: Es war ein Schlag ins Gesicht! Das Buch hatte mich total umgehauen. Wie brutal in "Elementarteilchen" die Abschaffung der Spezies "Mensch" gefeiert wird. Schrecklich und grandios zugleich.

    Ich teile nicht die Ansichten des Autors, aber dieses Buch ist schlicht und einfach eine Meisterleistung!

  12. Cover des Buches Der Untertan (ISBN: 9783423002561)
    Heinrich Mann

    Der Untertan

     (372)
    Aktuelle Rezension von: dot
    Im Roman " Der Untertan" von Heinrich Mann geht es um Diederich Heßling, der zur Zeit des Kaiserreichs am Ende des 19. Jahrhundert lebt. Diederich wächst in einem strengen Elternhaus in Netzig auf, wodurch er früh einen Einblick in die Machtverhältnisse bekommt und sie zugleich zu bewundern beginnt. Durch seinen Werdegang  im Schul- und Militärdienst, sowie im Studium und der Übernahme der Papierfabrik seines Vaters, wird aus ihm ein sehr selbstbezogener Mensch, der seine Vorteile auf Kosten anderer ausspielt und nur jene respektiert, die ihm übergeordnet zu sein scheinen. [...]


    " Der Untertan" ist ein Klassiker, der sehr gut die politischen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts verdeutlicht, der aber teilweise wohl auch noch immer als zeitgemäß betrachtet werden kann.
  13. Cover des Buches Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt (ISBN: 9783462046892)
    Sven Regener

    Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Das Buch über Karl Schmidt, die tragische Nebenfigur in Sven Regeners "Herr Lehmann", die wohl am stärksten in Erinnerung blieb. Es sind fünf Jahre nach "Herr Lehmann", nach dem Mauerfall, nach Karls psychischem Zusammenbruch vergangen. Karl lebt jetzt in Hamburg und hat sich mit seinem Leben zwischen Drogen-WG und Hilfshausmeister- und Hilfstierpflegerjob in einem Kinderheim arrangiert. Aus dieser ruhigen Welt, in der es schon rebellisch ist heimlich einen Eisbecher zu essen und in der ihm niemand allzu viel zutraut, wird er von seinem alten Freunden aus Berliner Zeiten Ferdi und Raimund gerissen, die ihn als Fahrer für eine Tour durch Techno-Clubs engagieren. Karl wird (wieder) zu Charlie und zum Tourmanager. Ohne viel Aufhebens übernimmt die neue Rolle und managet souverän den Kindergarten bestehend aus neun DJs unter Drogeneinfluss und zwei Meerschweinchen, mit dem er quer durch Deutschland unterwegs ist. Statt dass jemand auf ihn, den Verrückten, den Ex-Multitoxer, aufpasst, passt er nun auf andere auf. Erinnerungen an alte Zeiten werden wach und im Hintergrund lauert immer die Angst vor einem Rückfall.
    Die Handlung ist überschaubar und ohne große Überraschungen, stattdessen viele absurde Gespräche und Einblicke in Karl Schmidts Gedanken. Das könnte öde sein, ist bei Sven Regener sehr kurzweilig und oft sehr witzig. Dabei trifft er genau das richtige Maß und den richtigen Ton zwischen dem (Wahn-)Witz dieser Tour und den persönlichen, nicht ganz einfachen Befindlichkeiten von Karl Schmidt.

  14. Cover des Buches Die Unsterblichen (ISBN: 9783442719853)
    Chloe Benjamin

    Die Unsterblichen

     (196)
    Aktuelle Rezension von: wortflimmern

    Es gibt Bücher über die man noch Tage später nachdenkt. "Die Unsterblichen" von Chloe Benjamin ist so ein Buch.

    Worum geht es?

    Vier Geschwister besuchen eine Wahrsagerin, die die Fähigkeit besitzt, jedem den Tag seines Todes vorherzusagen. Wie leben die vier Protagonisten mit dem Wissen? Jedem der Geschwister ist ein Kapitel im Buch gewidmet.

    Wie hat mir das Buch gefallen?

    "Die Unsterblichen" regt zum Nachdenken an. Im gesamten Buch herrscht solch eine bedrückende Stimmung, dass ich es teilweise auch zur Seite legen musste. Natürlich lässt sich das bei dem Thema nicht vermeiden. Ich hätte mir dennoch an manchen Stellen einfach etwas mehr Leichtigkeit gewünscht. Die Thematik an sich ist aber richtig interessant. Und als Leser bekommt man auch einen intensiven Einblick, wie das Wissen um den Todestag das Leben aller Protagonisten beeinflusst hat.

    Die dunkle Jahreszeit bietet sich hervorragend an, um "Die Unsterblichen" zu lesen. Für mich ist ein absolutes Herbstbuch, da darf es ruhig mal etwas düsterer sein. Das Thema „Tod“ ist bei solch einem Buch natürlich allgegenwärtig und das sollte einem vor der Lektüre des Buches bewusst sein.

  15. Cover des Buches Der dunkle Bote (ISBN: 9783734108976)
    Alex Beer

    Der dunkle Bote

     (44)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Der große Krieg war hungrig gewesen, und so gab es kaum eine Familie, die kein Grab zu besuchen hatte. Gebeugte Greisinnen gingen an ihm vorbei, Kinder, die ihre Väter kaum gekannt hatten, schluchzende Frauen, deren Hoffnung auf ein stilles Glück irgendwo im Feindesland verscharrt worden war.“

    Inhalt

    Beruflich läuft es mittlerweile für August Emmerich und seinen jungen Assistenten Ferdinand Winter etwas besser, immerhin haben sie sich mit der Aufklärung neuer Morde einen gewissen Rang bei der Mordkommission erarbeitet und treten nun in einen Wettstreit mit einem anderen Ermittlerteam, um den Bezug eines größeren Büros. Doch privat werden die Schatten wieder länger. Denn seine geliebte Luise befindet sich nach wie vor in den Fängen ihres gewalttätigen Ehemanns, dessen Aufenthaltsort nicht bekannt ist. Allerdings wird sich das bald ändern, denn Xaver Koch plant einen politischen Umsturz und aktiviert seine zwielichtigen Bekanntschaften aus der Unterwelt, um seinen Plan durchzusetzen. Doch auch Emmerich treibt sich in diesen Kreisen herum und ist eifrig bemüht, eine scheinbare Serie von Morden aufzuklären, die den Stempel des Teufels tragen. Als sich die Wege der beiden Männer kreuzen, steht für Emmerich fest, dass er den Nebenbuhler endgültig eliminieren muss, wenn er jemals wieder glücklich sein möchte. Doch die Zeiten des Umbruchs lassen nur wenig Raum für emotionale Befindlichkeiten, denn jeder muss schauen, wo er bleibt und welche Opfer er bringen kann, ohne selbst dabei unterzugehen …

    Meinung

    Da ich in kurzer Folge bereits die ersten beiden Bände der Reihe gelesen habe, und nun mit dem dritten Teil abermals einen spannenden, historischen Kriminalroman gelesen habe, wird auch die Fortsetzung nicht lange auf sich warten lassen. Alex Beer schafft Wiedererkennungswerte und pflegt einen unterhaltsamen, erzählerischen Stil, der nicht nur der Kriminalhandlung Leben einhaucht, sondern auch der Rahmenhandlung samt ihren Protagonisten und deren Befindlichkeiten. Mittlerweile fühlt man sich als Leser schon regelrecht involviert, wenn man mit den Schmugglern, Trinkern und Mördern in zwielichtigen Kneipen verweilt und der Spur der Verwüstung durch das kalte Wien des Jahres 1920 folgt. 

    Nach wie vor gefällt mir die politische Einbindung der Morde in diese dunkle Zeit voller Wut, Armut und Verdruss sehr gut. Dadurch bekommen sowohl die Morde als auch die Motive eine andere Aussage und längst geht es nicht nur um die Bekämpfung des Bösen durch die Polizei, sondern um die Sensibilisierung des Lesers für den herrschenden Zeitgeist, bei dem die Konturen zwischen Recht und Unrecht oftmals verschwimmen und nicht alle Bösen tatsächlich die Übeltäter sind. Gerade der tägliche Überlebenskampf mancher Bevölkerungsgruppe wird so dramatisch dargestellt, dass man anstatt Vorwürfen bald nur noch Mitleid empfindet und gewissermaßen die Selbstjustiz gutheißt oder ihr zumindest Verständnis entgegenbringen kann. 

    Fazit

    Auch hier werden es wieder 5 Lesesterne, gerade weil mir diese Reihe so ans Herz gewachsen ist und jeder neue Band eine mir mittlerweile bekannte Stimmung heraufbeschwört und mich in die damalige Zeit eintauchen lässt, die sich aus sicherer Distanz umso interessanter gestaltet. Obwohl man alle Bücher auch eigenständig lesen kann, da die Mordserien abgeschlossen sind, würde ich dennoch die Einhaltung der Chronologie empfehlen, vor allem, weil dadurch die Nähe zum Hauptprotagonisten entsteht, der mit seinem Wesen einen ganz entscheidenden Beitrag zu den jeweiligen Fällen liefert. Auch die Hintergründe, die ihn selbst antreiben, seine zahlreichen Verluste und die dennoch ungebrochene Entschlusskraft machen nicht nur ihn, sondern die ganze Reihe zu einem besonderen Lesevergnügen im Genre des historischen Kriminalromans. 

  16. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (402)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Es ist Jahre her, dass ich „American Psycho“ gelesen habe. Trotzdem ist mir der Roman noch ziemlich gut in Erinnerung geblieben – vielleicht mehr, als mir lieb ist. Normalerweise breche ich Bücher nicht ab, aber hier war ich mehrmals kurz davor gewesen.

    Und nach dem Lesen habe ich zumindest verstanden, warum das Buch auf dem Index landete. Normalerweise finde ich diese Form der Bevormundung blöd. Aber wenn’s denn sein muss – packt eine FSK-Zahl drauf und fertig. Warum das in Sonderfällen nicht auch bei Büchern machen? Aber ich schweife ab.

    Während des Lesens hatte ich extrem widersprüchliche Gefühle. Es gibt ellenlange Beschreibungen völlig nichtiger Dinge, zum Beispiel das Aussehen von Visitenkarten – ob deren Farbe Elfenbein oder Eierschale ist, welche Schriftart verwendet wurde und so weiter. Es wird debattiert, in welches angesagte Restaurant man essen gehen soll, Bateman spricht viel über seine Lieblingsmusik und bestimmte LPs. Man verfolgt seitenweise seine Körperpflege und die Wahl seiner Kleidung. Kapitalismus ist ein durchgängig wichtiges Thema des Romans.

    Die scheinbar beliebigen Belanglosigkeiten plätschern so vor sich hin – und wechseln sich dann mit Batemans sadistischen Neigungen, seinen Sexorgien und seinen immer brutaler ausfallenden bestialischen Morden ab. Ich glaube, als das Buch damals erschien, war es ziemlich schockierend zu lesen, aber ebenso glaube ich, dass es auch heute noch schockiert. Denn in jeder Zeile schwingt eine grauenhafte Gleichgültigkeit mit, die Bateman als Erzähler suggeriert.

    „American Psycho“ kennt kaum Tabus, um seinen Protagonisten in all seinen Facetten darzustellen. Seine Sexualität, seine egomanischen Züge, seine Langeweile vom Leben, seine Gewaltbereitschaft, sein Drang zu töten – schonungslos stürzt Ellis seine Leser von seitenlanger Monotonie in Gewaltexplosionen und umgekehrt.

    Dabei ist der Roman nicht im klassischen Sinne spannend. Hier und da musste ich mich regelrecht durchquälen, weil einfach nichts passiert ist – nur um einige Seiten später eine neue brutale Aktion zu lesen. Insofern hat „American Psycho“ viele unterschiedliche Empfindungen in mir ausgelöst, von gelangweilt über schockiert und angeekelt bis hin zu beeindruckt.

  17. Cover des Buches Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart (ISBN: 9783596175338)
    Sarah Kuttner

    Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart

     (136)
    Aktuelle Rezension von: Julita_Turek

    Der zweite Teil der Kolumnen aus der Süddeutschen Zeitung und dem Musikexpress macht ebenso viel Freude wie der erste Teil. Die aufgedrehte Frau Kuttner sorgt mit Ihren witzigen Kolumnen für gute Laune und bringt die Leser zum Lachen. Das Buch beinhaltet auch passend zu jedem besprochenen Themenabschnitt verschiedene Illustrationen aus kreativ zusammengebastelten Zeitungsschnipsel. Je nachdem wie viele Schnipsel auf einer Veranschaulichung zu sehen sind, kann man jedes Mal was Neues im Bild entdecken, was dem Leser ordentlich Interpretationsmaterial bietet. Sarah Kuttner nimmt kein Blatt vor den Mund und wer ihre ironische Art genauso wie ich mag, dem kann ich die Kolumnen sehr für zwischendurch empfehlen.

  18. Cover des Buches Wer bin ich - und wenn ja wie viele? (ISBN: 9783442313617)
    Richard David Precht

    Wer bin ich - und wenn ja wie viele?

     (646)
    Aktuelle Rezension von: Gellek

    Idtenität und Persönlichkeit im Fokus unserer Zeit. Lesenswert!

  19. Cover des Buches Die Glücklichen (ISBN: 9783442717101)
    Kristine Bilkau

    Die Glücklichen

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Das beruflich erfolgreiche Paar lebt den in unserer Gesellschaft vorgegebenen Weg der materiellen Selbstverwirklichung, der auch mit einem gewissen sozialen Aufstieg einhergeht. Als das nicht mehr klappt, weil der Broterwerb aus verschiedenen Gründen wegfällt, und da auf einmal noch ein Baby ist, das ganz eigene grundsätzliche Bedürfnisse an den Tag legt, hat das Paar das Gefühl, dass sie am gesellschaftlichen Abgrund stehen und völlig versagt haben. Mit dieser Situation sind sie komplett überfordert und schieben sich mit der Zeit auch gegenseitig die Schuld zu. 


    Nun gut, diese Geschichte ist nicht ganz neu. Aber es ist immer wieder gut, wenn sie neu erzählt wird. Im vorliegenden Fall besteht das Paar aus einer Cellistin und einem Journalisten, beides Berufe, mit denen sie sich identifizieren und über die sie sich auch definieren. Da ist ein Baby bereits eine große Herausforderung. Und in der Musikbranche ist der Konkurrenzkampf gnadenlos, gerade auch bei Festanstellungen in Orchestern. Und die Medienlandschaft ist wegen des Internets seit 25 Jahren einer brutalen Umwälzung unterworfen. Die Stellen für guten, unabhängigen Journalismus werden rar. Und das ist genau die Stärke dieses Buchs: Es sind zwei interessante, intelligente und aufgeschlossene Menschen,  die völlig unerwartet in eine Lebenskrise geraten. Und dabei geraten persönliche Seiten ans Tageslicht, mit denen sie für sich alleine, aber auch gemeinsam nicht klarkommen. Da treten oberflächliche, aber durch die Gesellschaft und durch die ständige Berieselung von Marketingbotschten Klischees in den Vordergrund, was nun ein glückliches Leben sein soll, an denen man ziemlich rasch zerbrechen muss. 

    Das ist die starke Seite dieses Buches. Dann gibt es aber leider noch eine andere Seite, die mich etwas ratlos macht: Das Buch hat bei mir keinen bleibenden Eindruck, keine spezifische Stimmung hinterlassen, an die ich mich zurückerinnern kann, um auf diese Art im Kopf noch einmal in das Buch einzutauchen. Obwohl, ich habe den Text gerne gelesen, und ich fand es während der Lektüre interessant, wie sich die Story entwickelt. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich „Die Glücklichen“ wieder vergessen werde. Ich kann nicht sagen, an was es liegt. Vielleicht einfach an mir. Vielleicht werde ich einfach langsam alt und vergesslich. Ist wohl die einfachste Antwort. Lassen wir es so stehen.


    Fazit: Irgendwie ein gutes Buch, aber es fehlt etwas. Nur weiß ich nicht, was da fehlt. Daher nur bedingte Leseempfehlung. Am besten selber lesen, vielleicht ist mein Eindruck etwas zu subjektiv.

  20. Cover des Buches Plattform (ISBN: 9783832161767)
    Michel Houellebecq

    Plattform

     (223)
    Aktuelle Rezension von: Forsoker

    Irgendwie musste ich bei diesem Roman an die James-Bond-Folge denken, in der 007 heiratet. Ich glaube, es ist die einzige Folge mit George Lazenby in der Hauptrolle und die Frau, die er heiratet, wird von Diana Rigg gespielt. Jedenfalls bricht diese James-Bond-Folge genauso aus den anderen aus wie dieser Houellebecq-Roman aus dem Gesamtwerk. Natürlich gibt es auch viele Gemeinsamkeiten: Die Tabulosigkeit bei Themen und Ton, der einsame männliche Franzose im Zentrum der Handlung, der übermäßige Konsum von Zigaretten, Alkohol, Schlaftabletten usw. 

    Aber es gibt eben auch den großen Unterschied, dass die männliche Hauptfigur dieses Romans - Michel - Glückseligkeit erleben darf. Er findet einen Ausweg aus seiner Einsamkeit, eine Frau, die er aufrichtig liebt, aber sie wird ihm von islamischen Terroristen wieder genommen. Genau wie in der James-Bond-Folge, in der Diana Rigg am Ende erschossen wird. Insofern ein typischer Houellebecq, aber doch irgendwie anders.

  21. Cover des Buches Bestseller (ISBN: 9783455503791)
    Jörg Magenau

    Bestseller

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Wieder mal ein Buch über Bücher und das Lesen. Der Autor spricht mir aus der Seele:

    'Für uns Leser gibt es nichts Schöneres, als vom Lesen zu lesen.' (213)

    Aber nicht nur dieses Zitat habe ich  mir markiert, sondern sehr viele Stellen, die mir etwas sagen und solche, die mir Anregungen für die weitere Lektüre geben. Also Achtung, wenn der SuB nicht mehr wachsen sol! ;-)

    Der Autor geht der Frage nach, was ein Bestseller ist, woran das gemessen wird (unterschiedlich, nicht eindeutig zu beantworten), warum bestimmte Bücher so erfolgreich sind und waren und was das über die Leser ihrer Zeit und die gesellschaftlichen Zustände aussagt. So erklärt er z.B. den bis heute ungebremsten Boom an Lebensratgebern – angefangen mit Dale Carnegies 'Sorge dich nicht, lebe' – mit der Orientierungslosigkeit des modernen Menschen, dem Verlust an Religiosität, Konventionen und Traditionen, die ursprünglich das Leben geregelt haben. Die 'große Freiheit' bringt Eigenverantwortung mit sich und die Qual der Wahl macht es nicht leichter. Jeder muss selbst seinen Weg finden, wie er sich verhalten will und wie er die Welt sieht, die so unübersichtlich geworden ist.

    Dies als ein Beispiel, das genauso einleuchtet wie viele andere Themen dieses Buches. Der Autor betont allerdings, dass seine Auswahl rein subjektiv ist, seine persönliche Meinung zu Büchern und ihren Autoren klingt durch und so ist man natürlich nicht durchweg seiner Meinung. Aber gerade das macht es spannend, das Abgleichen mit dem, was man selber denkt und meint.

    Der Autor geht dabei nicht chronologisch vor, sondern anhand von Themen. Mich hat das Buch mit vielen klugen Gedanken überzeugt, es hat mir viele Gedankenanstöße gegeben und auch wieder Anregungen, welche Bücher ich noch lesen möchte oder müsste. Kurz und gut: wieder ein Buch über Bücher, das man immer wieder zur Hand nehmen wird, um etwas nachzuschlagen oder Kapitel noch einmal zu lesen.

  22. Cover des Buches Die Dame in Blau (ISBN: 9783462036572)
    Noëlle Châtelet

    Die Dame in Blau

     (25)
    Aktuelle Rezension von: gst

    „Ernsthafte Dinge muss man manchmal mit Leichtigkeit behandeln“, sagt Noëlle Chȃtelet. Voller Esprit erzählt sie in diesem Büchlein von Mireille, die sich mit 52 Jahren plötzlich dem Diktat von Effizienz und Jugendlichkeit verwehrt. Nachdem sie im Stadtgewühl über eine ganz in Blau gekleidete alte Dame gestolpert war, veränderte sie sich völlig. Statt sich weiterhin dem Alltagsstress hinzugeben, näherte sie sich der Gemächlichkeit der Dame an und erschreckte damit ihre Freunde.

    Sätze wie „Wenn Mireille heute die alten Leute sieht, die Menschen, die viel Zeit haben, dann nur, weil sie deren Gang angenommen hat, einen Gang, dessen Rhythmus ihr bis in die Seele gedrungen ist“ oder „Der brave Soldat, der in ihr steckt und immer gesteckt hat, hat plötzlich Zeit zu desertieren“, haben mich als in die Jahre gekommene Leserin sehr angesprochen.

    Aber eigentlich fand ich Mireille viel zu jung, um sich ganz in die Langsamkeit zu verkriechen, sich die Haare zu einem Knoten zu binden und auch ihren Kleidungsstil drastisch zu verändern. Zudem fragte ich mich, wie sie als Alleinstehende ohne Arbeit ihren Lebensunterhalt finanzieren will.

    Aber wahrscheinlich war das ein falsches Herangehen an diesen ansprechenden Text, der die Vorteile des Nichtstuns hervorhebt und vor allem für diejenigen, die in der Hektik des Alltags verloren gehen, ein willkommenes Märchen ist. Die französische Autorin selbst war 53 und Präsidentin der Maison des écrivains in Paris, als diese Geschichte 1997 veröffentlicht wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie beim Schreiben ihre eigenen Träume nach Entschleunigung verwirklichte.


  23. Cover des Buches Genau mein Beutelschema (ISBN: 9783746629407)
    Sebastian Lehmann

    Genau mein Beutelschema

     (51)
    Aktuelle Rezension von: ioreth

    Mark lernt in einem hippen Neuköllner Club eine junge Frau kennen. Natürlich entwickelt sich eine Liebesgeschichte die ihn immer tiefer in das neuköllner Hipster-Millieu führt.

    Dort scheinen seltsame Dinge vorzugehen, immer wieder wachen Hipster vollkommen desorientiert in Tiergarten auf und torkeln dann über den Kurfürstendamm ohne zu wissen wie sie dort hin gekommen sind.

    Gleichzeitig verschwindet Marks Chef und er muss die Kleinanzeigenabteilung und die Praktikanten selber managen und soll nun auch seinen ersten echten Artikel schreiben, gerade über die Hipster die inzwischen immer wieder im Tiergarten auftauchen.

    Als dies auch einem seiner neuen Freunde passiert beginnt Mark sich ernsthaft Gedanken zu machen. Unterdessen erreicht er seine 15 Minutes of Fame mit einem Video seiner alten Band, die bei den jungen Hipstern besser ankommt als bei seinen damaligen Altersgenossen.

    Die Geschichte ist locker und angenehm geschrieben. Lehmann als meisterhafter Poetry-Slammer und Lesebühnenautor hat natürlich ein gutes Gefühl dafür was sprachlich ankommt. Die Kapitel sind gleichmäßig und kurz gehalten und ziehen einen geradezu durch das Buch. Für mich als gebürtige Neuköllnerin, die jetzt zwar nicht in Tiergarten wohnt (da wohnt ja keiner) aber nah dran, war der Wiedererkennungswert von Straßen, Clubs und Leuten natürlich sehr hoch und viele der witzigsten Stellen funktionieren möglicherweise schlechter wenn man Berlin nicht kennt. Aber das ist kein Grund dieses Buch nicht zu lesen, stattdessen ist es ein guter Anfang um diese Stadt kennenzulernen, denn über Berliner erfährt man von Lehmann mehr als aus allen Reiseführern zusammen.

  24. Cover des Buches Königskinder (ISBN: 9783426505434)
    Gernot Gricksch

    Königskinder

     (69)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin
    Das Buch erzählt die Lebensgeschichten von Mark und Simone, genannt Saraswati. Beide sind am selben Tag 1970 in Hamburg geboren und werden sich im Laufe ihres Lebens immer wieder flüchtig begegnen. Während Simone bei ihrer alleinerziehenden Hippie-Mutter aufwächst, die Inhaberin eines esoterischen Teegeschäftes ist, stammt Mark aus der Oberschicht und geht aufgrund seiner Hochbegabung auf eine elitäre Schule in Hamburg. Mark erlebt während seiner Kindheit und Jugend das ein oder andere Abenteuer durch seinen besten und einzigen Freund Hassan, während sich Simone als SDAJ-Anhängerin, militante Tierschützerin und Greenpeace-Aktivistin immer wieder selbst in Schwierigkeiten bringt. Ihre Wege kreuzen sich an den verschiedensten Orten in unterschiedlichen Situationen, aber zu einem Kennenlernen will es einfach nicht kommen. 

    Der Roman schildert immer abwechselnd Episoden aus den Leben von Mark und Simone, die zeitlich parallel verlaufen. Beide stammen sie aus unterschiedlichen Verhältnissen, haben keine Gemeinsamkeiten, weshalb es keine Berührungspunkte in ihrer beider Leben gibt. Nur durch Zufälle kommen sie sich immer mal näher, verpassen sich letztlich aber stets um Haaresbreite. Beide haben kein großes Glück in der Liebe oder finden eine Arbeit, die sie erfüllt und sind deshalb rastlos auf der Suche. Die Situationen, in die sie dabei geraten, sind manchmal abstrus, aber herrlich komisch, ohne dass der Autor albern oder unrealistisch wird. Mit großem Vergnügen verfolgt man deshalb, wie sich die beiden Charaktere von ihrer Kindheit bis zu ihrem Erwachsenenalter in unterschiedliche Richtungen entwickeln. 
    Das Buch ist gleichzeitig eine Zeitreise in die Hippie-Zeit der 70er, die politischen 80er bis über die 90er in das 21. Jahrhundert. Dabei werden historische Ereignisse geschickt mit den Biographien von Mark und Simone verwoben und der Zeitgeist durch Kleidungsstile, Fernsehen oder Musik nahe gebracht. 
    "Königskinder" ist ein wunderbar humorvoller, kurzweiliger Roman über zwei nicht ganz gewöhnliche Charaktere, deren Eigenschaften und ihre das Leben prägenden Erlebnisse mit Liebe zum Detail geschildert sind. Bis zum Ende im Jahr 2009 fiebert man mit, ob die zwei Seelenverwandten ihre Suche beenden können und sich doch noch begegnen und als diese erkennen. 

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