Bücher mit dem Tag "zeitgenössische belletristik"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "zeitgenössische belletristik" gekennzeichnet haben.

70 Bücher

  1. Cover des Buches Mein Herz in zwei Welten (ISBN: 9783499012877)
    Jojo Moyes

    Mein Herz in zwei Welten

    (678)
    Aktuelle Rezension von: BeautyBooks


    Nach dem Tod von Will Traynor versucht Louisa Clark ihr Leben neu zu ordnen. Sie verlässt ihre englische Heimat und zieht nach New York, um dort als persönliche Assistentin der wohlhabenden und exzentrischen Agnès Gopnik zu arbeiten. Lou lebt nun zwischen zwei Welten: dem glamourösen, schnellen Leben in Manhattan und ihrer bodenständigen Familie sowie ihrem Freund Sam in England, mit dem sie eine Fernbeziehung führt.
    In New York lernt Lou neue Menschen kennen, entdeckt ungeahnte Seiten an sich selbst und wird zunehmend selbstständiger. Gleichzeitig gerät sie in innere Konflikte: Sie muss entscheiden, wer sie sein möchte, wo sie wirklich hingehört und wie viel Mut es braucht, das eigene Leben selbstbestimmt zu leben. Die Erinnerung an Will und sein Vermächtnis begleiten sie dabei weiterhin und beeinflussen ihre Entscheidungen.
    .
    Der Roman handelt von Selbstfindung, Neuanfang, Liebe, Loslassen und persönlichem Wachstum. Jojo Moyes erzählt die Geschichte mit viel Gefühl, Humor und lebensnahen Figuren und zeigt, wie schwierig – aber auch befreiend – es sein kann, alte Sicherheiten hinter sich zu lassen. Hier handelt es sich um die Fortsetzung von den Büchern "Ein ganzes halbes Jahr" & "Ein ganz neues Leben". Fast sieben Jahre stand nun der dritte Band ungelesen in meinem Regal. Ich weiß gar nicht, warum ich ihn damals nie gelesen habe, aber auch jetzt konnte er mich mehr als nur überzeugen und ich habe mich sehr gefreut, Lou nochmals nach so vielen Jahren begleiten zu dürfen. Ein Roman, der sich ruhig und so schön lesen lässt. Nun weiß ich wieder, warum ich die Bücher von Jojo Moyes so liebe!

  2. Cover des Buches NSA - Nationales Sicherheits-Amt (ISBN: 9783404179008)
    Andreas Eschbach

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt

    (366)
    Aktuelle Rezension von: Hanns_Steffen_Rentschler

    Andreas Eschbach hatte eine geniale Idee.

    Also wirklich.

    Was wäre, wenn die Nazis schon Computer gehabt hätten?

    Eine dieser Fragen, bei denen man als Leser das Popcorn fallen lässt und denkt:

    „Holy shit – das wird böse.“

    Aber was kommt?

    Ein Roman wie ein eingeschlafener Systemadministrator.

    Eschbach öffnet die Hölle – und macht dann erstmal ein Backup.

    Er ersetzt Goebbels durch Google, Himmler durch Hashwerte und den totalen Krieg durch eine sehr gründliche Datenbankpflege.

    Widerstand? Fehlanzeige.

    Konsequenz? Abgemildert.

    Technologischer Impact?

    So revolutionär wie eine Fritzbox im Reichstagsbunker.

    Denn wer glaubt, man könne dem Dritten Reich digitale Macht geben, ohne die Welt gleich mit in den Abgrund zu ziehen, der schreibt nicht spekulativ – der schreibt feige.

    Statt einer rasenden Neuinterpretation der Geschichte gibt’s kleinteiliges Hackerpathos, moralisches Rumschleichen und ein bisschen Metaethik auf Unterhaltungsniveau.

    Eschbach will warnen – aber bitte so, dass es niemandem den Schlaf raubt.

    Die Vision bleibt brav. Die Dystopie harmlos.

    Die Pointe?

    Technik ist gefährlich.

    Danke. Das wussten wir schon.

    Eschbach zeigt mal wieder wie ungefährlich Literatur bleibt –

    wenn sie ihre eigenen Ideen nicht zu Ende denkt.


    Stell dir vor, Hitler hat Zugriff auf Big Data – und Eschbach macht daraus einen Roman über Datensparsamkeit.



  3. Cover des Buches Tyll (ISBN: 9783499268083)
    Daniel Kehlmann

    Tyll

    (319)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Wer bei dem furiosen Auftakt noch gedacht hatte, dass ein solches Niveau wohl nicht durchzuhalten sei, reibt sich am Ende der Lektüre verwundert die Augen: Ist das möglich? Welches vertiefende Lesen, welches Nachdenken über eine längst vergangene Zeit (30-jähriger Krieg) ist erforderlich, um so stilsicher, auf schwierigem Parkett, eine solche Geschichte zu erzählen, die so abstrus wie unterhaltsam, so voller Klamauk, bei immer auch vorhandenem Ernst (wenn auch meist mit einem Augenzwinkern), daherkommt? Wo Tod und Leben so nahe beieinander wohnen, dass sie nur durch eine solche Erzählweise einigermaßen zu ertragen sind. Es wird viel gelitten und viel gestorben in diesem aktuellen Roman von Daniel Kehlmann. Die Liebe wird in dieser Zeit noch etwas anders definiert, sie ist allerdings spürbar – trotz aller Wirrnisse. 

    Es ist dieser Schreibstiel voller Brillanz, makellos und hinterhältig zugleich, der diesen Roman auszeichnet. Mit dem allerdings Inhalte transportiert werden, die alles andere als elegant zu bezeichnen sind, eher abscheulich bis grotesk, teilweise oberhalb der Schmerzgrenze. Auch wenn damit zum Teil Nachdenkliches mitgeliefert wird und sogar neuere Erkenntnisse der Hirnforschung auftauchen: „Stattdessen [um vor lauter Hunger nicht immer nur an essbare Dinge zu denken] kann man ans Jonglieren denken, das sich nämlich auch in Gedanken üben lässt – man wird dadurch besser.“

    Man könnte den Inhalt dieses Buches allerdings auch anders sehen, beispielsweise so. Was passiert mit den historischen Ereignissen, wenn man die Handelnden zu tumben Hampelmännern degradiert, wenn die historischen Ereignisse verballhornt werden, nur um auf Seiten des Lesers Lacher (und damit Anhänger) zu generieren? Der größte Erfolg für denjenigen, der den Zeitgeist unterhaltsam trifft, wenn auch mit tiefsinnigem Nonsens? Zum Glück steht auf dem Buchdeckel „Roman“ und nicht Geschichtsbuch.

    (3.4.2018)

  4. Cover des Buches Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen (ISBN: 9783423086561)
    André Aciman

    Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen

    (272)
    Aktuelle Rezension von: Gingerteabooks

    Elios Eltern haben Oliver eingeladen in ihrem Haus in Italien den Sommer zu verbringen, während er sein Manuskript übersetzt. Zwischen den beiden entsteht eine verbotene Anziehung. Also der Schreibstil war mal was ganz anderes, als ich sonst lese. Er besteht fast nur aus Monologen von Elio, die schon beinahe poetisch aber auch verworren sind, und indirekter Rede. Elio philosophiert und interpretiert sehr viel in einzelne Sätze von Oliver und verbringt teilweise ganze Seiten damit, die genaue Bedeutung der gesprochenen Worte zu erkunden. Das war nicht so richtig meins. Außerdem fand ich jetzt nicht, dass es eine Liebesgeschichte war. Es ging mehr um Lust als Liebe. Außerdem ist Elio sieben Jahre jünger als Oliver und noch minderjährig. Schwierig. Für mich hat es sich mehr gelesen, wie die freie Entfaltung und Auslegung von Elios Bisexualität und den Eindruck, den Oliver auf ihm hinterlassen hat, anstatt der Liebe zwischen den beiden.

  5. Cover des Buches Die Einsamkeit der Primzahlen (ISBN: 9783499291289)
    Paolo Giordano

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    (820)
    Aktuelle Rezension von: Caroffl

    Die Protagonist:innen sind in ruhiger, nuancierter Weise beschrieben. Allerdings habe ich 100% stimmiges Bild von den Protagonist:innen bekommen und noch weniger zu ihrer Beziehung. Verbringen sie gerne Zeit miteinander? Was teilen sie? Was mögen sie aneinander? Was nicht?
    Ich habe mit beiden mitgelitten, wenn Kränkungen der Mitschüler:innen, Familienmitgliedern etc beschrieben wurden. Dass Selbstverletzung und Selbstabwertung thematisiert wird, finde ich mehr als angemessen. Das sind schließlich weit verbreitete Phänomene. 

    Die Schreibweise würde ich als eher distanziert beschreiben. Der Vorteil dessen ist, dass viel Raum für die eigene Vorstellung gelassen wird. Der Stil ist angenehm unprätentiös und reduziert.

  6. Cover des Buches Strafe (ISBN: 9783442770526)
    Ferdinand von von Schirach

    Strafe

    (236)
    Aktuelle Rezension von: jacky_liest

    Strafe ist weit mehr als ein Werk über Straftaten, sondern eröffnet für alle ein Fenster zum Gerichtshof, das für die Mehrheit verschlossen bleibt. Schirach erzählt auf wenigen Seiten und mit juristisch-narrativer Distanz zwölf Geschichten über Menschen, Erfahrungen, Gefühle und Abgründe. Die Erzählungen sind kurz, aber keineswegs kurzweilig. Der literarische Kniff von Schirach ist hierbei, dass er auf wenigen Seiten existentielle Fragen sowie Emotionen anhand der Einzelschicksale aufwirft und erzählt. Im Vordergrund steht hier nicht das Fragen nach der Schuld oder die Suche nach schuldigen Personen, sondern der Blick auf Lebensrealitäten und menschliche Vorgänge, die alle von uns (mehr oder minder) betreffen oder betreffen werden. 

    Mittels seiner gewohnt ruhigen und distanzierten Erzählweise kann auch dieses Werk wieder glänzen und führt die Rezipient:innen (scheinbar) neutral in die menschliche Erfahrungswelt ein. Die Schilderungen mögen zwar neutral sein, aber die Subjektivität der Erfahrungen und Emotionen führen ständig zu einem selbst zurück. 

    Schirach erzählt hier mehr als Einzelschicksale und öffnet in seinem Werk wieder den kritischen Diskurs des Justizsystems. Angeklagte sind hier nicht die Menschen, sondern das System in dem sie leben und selbst aufrechterhalten - nach der Manier: das Gesetz ist hart, aber es ist das Gesetz. Besonders das juristische Setting und der juristische Blick eröffnen ein Fenster für alle, die nicht hinter die Fassade blicken können. 

    Fazit: Strafe ist ein weiteres gelungenes Werk von Schirach, das tiefer reicht als der Umfang vermuten lässt. Hier werden Blickwinkel und Diskurse auf nur wenigen Seiten eröffnet, die aber lange nachwirken werden.

  7. Cover des Buches Die Geschichte des Wassers (ISBN: 9783442718313)
    Maja Lunde

    Die Geschichte des Wassers

    (400)
    Aktuelle Rezension von: luckytimmi

    Die Geschichte spielt in 2 versch. Zeiten und Ländern: 2017 in Norwegen und 2041 in Frankreich.

    2017 versucht die fast 70 jährige Umweltaktivistin Signe , den Gletscher zu retten bzw klaut und vernichtet das abgebaute Eis, das im Süden verkauft werden soll. Sie ist unterwegs mit ihrem Boot und ein paar Kisten Eis zu ihrem damaligen Freund…

    2041 flieht David mit seiner kleinen Tochter Lou vor dem Feuer und landet in einem Flüchtlingslager, wo er auf seine Frau und seinen 1jährigen Sohn treffen soll. Das Wasser ist sehr knapp und rationiert, und eines Tages findet David ein Boot und wartet nach 5 Jahren Dürre auf den Regen, damit er mit dem Boot die Meere erreichen kann…

    Wow, was für ein Buch! Es lässt einen nachdenken und erinnert daran, wie kostbar (und wie selbstverständlich für uns) Wasser ist und wir die Natur schützen sollen.

    Der Schreibstil ist manchmal etwas schwierig, aber die Geschichte ist so packend, dass ich das Buch verschlungen habe. Da ich den VorgängerBand, der angeblich besser ist, nicht kenne, hat mich das Buch absolut überzeugt.

  8. Cover des Buches Wie man die Zeit anhält (ISBN: 9783423218108)
    Matt Haig

    Wie man die Zeit anhält

    (419)
    Aktuelle Rezension von: Lenny

    Ein gutes Buch, aber nur eine kurze spannende Stelle. Die ganze Zeit warte ich auf die Message....und natürlich kamen viele Hinweise zu den wichtigen Punkten im Leben. Ich habe das Buch als gut empfunden, aber richtig gepackt hat es mich nicht. 

    Das Cover finde ich sehr gut! Die Zeit möchte man sehr gerne anhalten, wenn man gerade mega glücklich ist und auch wenn man Angst hat, jemanden zu verlieren. Wenn man soooo viel Lebenszeit bekommt möchte man natürlich, dass alle, die man um sich hat ebenfalls soooo viel Zeit haben. 

  9. Cover des Buches Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie (ISBN: 9783596522507)
    Rachel Joyce

    Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

    (163)
    Aktuelle Rezension von: Mongeri

    Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Die Verbindung zwischen Gefühlen und Musik und was Musik uns sagen kann, hat mich dazu bewegt die Titel, die in dem Buch genannt werden, zu suchen und sie mir anzuhören.

    Die Geschichte ist recht seicht und vorhersehbar, aber ich mochte die Charaktere und ihre Verbindungen ausgesprochen gerne.

    Ich würde das Buch jedem weiter empfehlen, der Sommerlektüre sucht. 

  10. Cover des Buches Kleine Feuer überall (ISBN: 9783423148115)
    Celeste Ng

    Kleine Feuer überall

    (334)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Der Anfang: «In jenem Sommer redeten alle in Shaker Heights darüber, wie Isabelle, das jüngste Kind der Richardsons, endgültig durchdrehte und das Haus abfackelte. Während das ganze Frühjahr über die kleine Mirabelle McCullough Gesprächsthema gewesen war – beziehungsweise, je nachdem, auf welcher Seite man stand, May Ling Chow –, gab es endlich neuen aufregenden Gesprächsstoff.»


    Es brennt! Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihre jüngste Tochter hat in jedem Schlafzimmer Feuer gelegt. Shaker Heights, der wohlhabende Vorort von Cleveland, Ohio, hier ist es sauber, ruhig und völlig ungefährlich, Golf-, Reit-, Tennis-, Segelclub. Ein strukturiertes Straßennetz, beste Schulen; vom Außenanstrich der Häuser bis zur Höhe des Rasens ist alles vorgeschrieben, eine Scheinidylle. Rasen! Gemüse im Garten ist nicht erlaubt. Ordnungsfanatismus, Ordnung ist das ganze Leben! Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? Gehen wir zurück zu dem Tag als das unkonventionelle Mutter-Tochter-Paar Mia und Pearl Warren zur Miete in eine der Wohnungen der Richardsons einzieht … 


    «‹Izzy nimmt alles ernst. Zu ernst. Das ist ihr Problem.›

    ‹Der Witz daran ist›, sagte Lexi eines Nachmittags, ‹dass Izzy in zehn Jahren bei Springer auftreten wird.»

    ‹In sieben›, widersprch Trip. ‹Höchstens acht. Jerry hol mich aus dem Knast.›

    ‹oder Hilfe meine Familie will mich einweisen›, sagte Lexi.


    Elena ist Journalistin, die für das heimische Provinzblatt zu schreibt, was eigentlich nicht ihr Lebensziel gewesen ist. Aber das wundervolle Shaker Heights ist ihre Geburtsstadt und ihr Mann ist ihr gefolgt, ein gut verdienender Anwalt im Ort geworden. Sie haben vier Kinder zur Welt gebracht, Lexie (17), Trip (16), Moody (15) und Isabelle (Izzy, 14), ein ansehnliches Haus gebaut – der amerikanische Traum ist perfekt. Natürlich haben alle Kinder völlig verschiedene Charaktere, doch Izzy, die Jüngste bereitet Sorgen. Rebellisch, gesellschaftskritisch, sie lässt Äußerungen fallen, die ihre Umgebung zu Schnappatmung bringt; sie lässt sich zu Aktionen hinreißen, die ihr mächtigen Ärger einbringen. Moody ist von der gleichaltrigen Pearl fasziniert, von ihrem Lebensstil, dem Vagabundenleben. Denn Pearls Mutter Mia ist Künstlerin. Sie fotografiert, zerlegt die Fotos, bearbeitet sie und gestaltet etwas Neues daraus. Sie leben von der Hand in den Mund; besorgen sich Möbel vom Sperrmüll, Bekleidung aus Secondhandläden, und wenn ihnen eine Stadt nicht mehr gefällt, ziehen sie weiter. Pearl wiederum, die sich nun täglich bei den Richardsons aufhält, beneidet Moody um diese Familie, die ein gemütliches Leben ohne Sorgen führt. Ein festes Heim, eine Heimat. Das hatte ihre Mutter ihr versprochen: Wir suchen einen Ort, an dem wir bleiben! Pearl soll in Ruhe ihre Schule abschließen können. Und Shaker Heights ist der perfekte Ort, um für immer zu bleiben.


    «Während der Nachmittage mit Pearl begriff er allmählich, wie ihr unstetes Leben ausgesehen hatte. Sie reisten mit leichtem Gepäck: zwei Teller, zwei Tassen, eine Handvoll bunt zusammengewürfeltes Besteck, jeder einen Seesack mit Kleidern und natürlich Mias Kameras. Im Sommer fuhren sie mit offenen Fenstern, weil der Golf keine Klimaanlage hatte; im Winter fuhren sie nachts bei aufgedrehter Heizung.  … Um die Privatsphäre zu wahren, hängten sie ein Laken von der Hecktür über die Kopfstützen der Vordersitze wie ein Zelt. Zum Essen hielten sie am Straßenrand und aßen, was sie hatten, aus der Papiertüte: Brot und Erdnussbutter, Obst, manchmal Salami oder ein Peperoniwürstchen, wenn es gerade im Angebot war. Manchmal waren sie nur ein paar Tage unterwegs, dann wieder eine Woche, bis Mia einen passenden Ort fand, an dem sie eine Weile blieben.»


    Pearl, die mit allen Kindern der Richardsons befreundet ist, mit jedem auf eine andere Weise, gehört bald zur Familie. Und dann macht Elena Mia das Angebot, bei ihr im Haushalt stundenweise zu arbeiten. Izzy ist fasziniert von Mia und sie will fotografieren lernen, Kunst schaffen; und Mia zeigt ihr, worauf es ankommt. Die beiden Familien sind eng miteinander verfochten. Wie es so ist im Leben, es passieren Dinge, die nicht geplant sind – Geheimnisse, Missverstandenes, schwelende Eifersucht … Bereits im zweiten Satz in diesem Roman begegnen wir Mirabelle McCullough – die am Ende das Fass zum überlaufen bringt … 


    «eine Utopie zu schaffen. Ordnen – und Verordnen, für Ordnung unerlässlich – galt den Shakern als Schlüssel zu Harmonie. Sie hatten alles verordnet: die angemessene Zeit, um morgens aufzustehen, die angemessene Farbe der Vorhänge, die angemessene Haarlänge für Männer, die angemessene Art, wie man die Hände zum Gebet faltet (den rechten Daumen über den linken). Die Shaker waren fest überzeugt, wenn sie jede Kleinigkeit planten, könnten sie ein Stück Himmel auf Erden schaffen, einen kleinen Zufluchtsort, und die Gründer von Shaker Heights hatten genauso gedacht. In Werbeannoncen zeigten sie Shaker Heights hoch oben auf einem Berggipfel am Ende eines Regenbogens, mit Blick auf das schmutzige Cleveland. Perfektion war das Ziel.»


    Ein vielschichtiges Familien-Psychogramm von zwei Familien, dazu ein Kleinstadt-Psychogramm. Eine erstickende Kleinstadtidylle, in der der ein freundlicher, freiheitsliebender Paradiesvogel auftaucht. Eine alleinerziehende Mutter, die dem Bürgertum ganz ohne Absicht ihr Spießertum offenbart, aufdeckt, dass dieser ganze Luxus nur verdeckt, was darunter brodelt, dass er letztendlich nichts wert ist. Diese Stadt hat viele Pläne, Regeln, Gesetze. Mia zu ihrer Kunst gefragt, antwortet: «Ich fürchte, ich habe keinen Plan. Aber den hat eigentlich niemand, auch wenn alle das Gegenteil behaupten.» Der Stich ins Wespennest. Izzy sprengt ihre Ketten: «Sie sann nach Möglichkeiten, um sich zu rächen. Und sie suchte sich die Beste aus.» Zu viel Neugier, Kontrollsucht, Geheimnisse, Intrigen, Rache und ein paralleles Drama in der Stadt machen die Geschichte zu einem spannenden Roman, den man nicht aus der Hand legen mag. Ein Drama, das ist auf der ersten Seite klar. Aber was brachte Izzy dazu? «und Izzy ließ das Streichholz auf das Bett ihrer Schwester fallen und rannte zur Tür hinaus.» Mit feiner Beobachtungsgabe nähert sich Celeste Ng empathisch ihren Protagonist:innen, den Müttern und den Kindern. Die auktoriale Perspektive erlaubt dem Leser den Einblick. Wir kennen die Geheimnisse aller Beteiligten. Und das macht es spannend. Wann fliegt wer auf und was mag das auslösen? Bitterböse und gesellschaftskritisch. Es gibt hier keine fiesen Charaktere – im Gegenteil, letztendlich hat man Verständnis für jeden Einzelnen – und was sich hier entblättert ist großes Kino! Empfehlung!


    «Seit ihrer Jugend hatte sie einen Plan gehabt und ihn minutiös eingehalten … Sie hatte, kurz gefasst, alles richtig gemacht und sich ein gutes Leben aufgebaut, ein Leben wie sie es sich wünschte, wie alle es sich wünschten. Und jetzt kam diese Mia, eine vollkommen andere Frau mit einem vollkommen anderen Lebensstil, die sich ohne Entschuldigungen ihre eigenen Regeln setzte.»



    Celeste Ng, geboren 1980, wuchs in Pittsburgh, Pennsylvania, und in Shaker Heights, Ohio, auf. Sie studierte Englisch in Harvard und Kreatives Schreiben an der University of Michigan. ›Was ich euch nicht erzählte‹ stand genauso auf der Bestsellerliste wie ›Kleine Feuer überall‹, das auch als Miniserie verfilmt wurde. Celeste Ng lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Cambridge, Massachusetts.


  11. Cover des Buches Das Mädchen, das in der Metro las (ISBN: 9783832165000)
    Christine Féret-Fleury

    Das Mädchen, das in der Metro las

    (273)
    Aktuelle Rezension von: herr_hygge

    Sobald Juliette auf dem Weg zu ihrem langweiligen Makler-Job in die Metro steigt flüchtet sie sich in die bunte Welt der Bücher, oder beobachtet die Menschen um Sie herum. Da ist die Dame mit dem Kochbuch oder der Mann mit dem grünen Hut, der immer in eine Insektenfibel vertieft ist.
    Eines Tages, als sie beschließt zwei Stationen vor ihrem eigentlichen Ziel auszusteigen, begegnet Sie Soliman und seiner Tochter Zaïde, die zwischen unzähligen Bücherstapeln in einem Lagerhaus wohnen. Soliman ist fest davon überzeugt, dass jedes Buch die Kraft hat ein Leben für immer zu verändern, wenn es nur an die richtige Person vermittelt wird. Dafür beauftrag er spezielle Kuriere, welche die kostbaren Güter unter die Leute bringen, die es tätig haben. Juliette wird zu einer solchen Botin und erlebt am eigenen Leib wie Bücher ein Leben verändern können.

    Eine nette kleine Geschichte die Christine Furet-Fleury in ihrem Roman „Das Mädchen, das in der Metro las“ niedergeschrieben hat. Allerdings wird dieses Buch mein Leben nicht verändern, denn mehr als die Eigenschaft „nett“ kann ich der Handlung nicht zugestehen.
    Eigentlich mag ich Geschichten, die leise vor sich hin plätschern sehr gerne, aber diese war mir dann doch etwas zu leisen. Ich kam nicht richtig rein und es fiel mir schwer zu verstehen was die Figuren in ihrem Handeln antreibt. Alles wirkte etwas farblos und wie eine ausführliche Lektüren-Liste um die eine Geschichte gewoben wurde. Es gab wirklich gut geschriebene Szenen, allerdings befürchte ich, dass diese nicht ausreichen werden, damit mir dieses Buch in Erinnerung bleibt.

  12. Cover des Buches Wie die Stille unter Wasser (ISBN: 9783736324619)
    Brittainy C. Cherry

    Wie die Stille unter Wasser

    (659)
    Aktuelle Rezension von: Zeilenprisma

    Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat mich sehr berührt. Brittainy C. Cherry schafft es jedes Mal, mich mit ihrem emotional packenden Schreibstil einzufangen, und so war es auch hier. Während des Lesens sind mir Maggie und Brooks sehr ans Herz gewachsen und gerade die Kleinigkeiten haben mich bewegt. Tatsächlich waren es die kleinen Momente, die mir nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. Die Geschichte selbst war nicht immer leicht zu ertragen, da ich emotional so stark involviert war. Das Ende kam für mich vielleicht etwas schnell, aber ansonsten hatte ich eine tolle und gefühlvolle Lesezeit und freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin.
    Abschließend möchte ich noch die wunderschöne Gestaltung erwähnen, die mir sehr gut gefällt und ein Highlight für sich ist.

  13. Cover des Buches Miss Gladys und ihr Universum (ISBN: 9783548061047)
    David M. Barnett

    Miss Gladys und ihr Universum

    (218)
    Aktuelle Rezension von: Phija

    Von "Miss Gladys und ihr Astronaut" hatte ich zugegeben keine großen Erwartungen. Ich dachte, es wäre einfach eine nette Geschichte, die einen ein bisschen vom Alltag ablenkt. Ich dachte, sie wäre irgendwie ein bisschen lustig und würde einen am Ende mit einem warmen Gefühl im Herzen zurücklassen. Das hat das Buch leider so gar nicht geschafft - aus zwei Gründen.

    Zum einen (und das ist natürlich sehr subjektiv) wurde ich irgendwie einfach nicht so richtig von der Geschichte abgeholt. Irgendwie waren gerade in der ersten Hälfte mir die Charaktere nicht wirklich nahbar und ihr Schicksal dadurch auch echt etwas egal. Das hat sich jedoch zum Glück im Laufe des Buches etwas gebessert. Würde der zweite Kritikpunkt gleich nicht noch folgen, hätte ich dem Buch vermutlich 2,5 von 5 Sternen gegeben.

    Aber ein Buch, welches für einen unnötigen Witz einfach das N-Wort nutzt, nein, sorry, das war auch 2018 nicht ok. Mich hat es tatsächlich massiv aus der eher entspannten Atmosphäre rausgerissen und mich einfach nur geärgert. Eine andere Stelle würde ich einfach einmal zitieren:
    Claudia zuckt mit den Schultern: "Ich mach nur meinen Job." Thomas (einer der Protagonisten) unterdrückt den Impuls, den rechten Arm zum H*****gruß (eigene Zensur) zu heben. (S. 273f.)
    Auch dort saß ich einfach nur da und dachte mir: "Was soll das?" Solche absolut unpassenden "Witze" haben mir wirklich irgendwie das Leseerlebnis vermiest, denn beides fand ich absolut unangemessen.

    Wenn ich also in die Vergangenheit reisen könnte und mich davon abhalten könnte, das Buch zu kaufen, ich würde es tun. Denn das Buch hat leider nicht wirklich einen Mehrwert. Die Geschichte war nur mittelmäßig und solch einen "Humor" will ich mit meinem Kauf wirklich nicht unterstützen.

  14. Cover des Buches Von dieser Welt (ISBN: 9783423147255)
    James Baldwin

    Von dieser Welt

    (69)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Als junger Schwarzer Mensch Anfang des 20. Jahrhunderts wurde man in den USA genau mit diesen drei Dogmen konfrontiert. Fanatische Bestrebungen stellten für die meisten die Normalität dar. Ein Ausbrechen war kaum möglich. Umso schwieriger war die Situation noch für die Frauen. Wurden sie dazu noch ungewollt schwanger, schlug die Brutalität des Lebens mit voller Breitseite zu.

    Ich finde es bezeichnend, dass im Roman der scheinbaren Befreiung durch den Glauben die Machtstrukturen dieser von Männern dominierten Basis gegenübergestellt werden. Der Vater von John

    redet sich sein Leben und sein Verhalten schön und legitimiert es sich selber und anderen gegenüber mit der „Berufung“ durch eine höhere Macht. Diesen Weg hat er auch für John vorgesehen, nämlich dass er in seine Fußstapfen als Verkündiger des Wort Gottes tritt. Doch John möchte über sein Schicksal aber selbst entscheiden ..

    Der Roman springt auf verschiedenen Zeitebenen hin und her. Außerdem fokussiert er unterschiedliche Lebensgeschichten: die Tante, den vermeintlichen Vater und die Mutter. So bietet er insgesamt einen tiefen Einblick in das Leben der religiösen schwarzen Gemeinschaft vor dem 2. Weltkrieg, in die Zeit, in der der Autor selbst in New York aufgewachsen ist. Ich gehe mal davon aus, dass das Buch autobiografische Züge aufweist.

    Selbst fundamentalistisch religiös erzogen konnte ich vielleicht die christlichen Verflechtungen bzw. die Bezugnahme auf die Heilige Schrift nochmals besser nachvollziehen, diese Prägung für junge Menschen, mit der sie unter Umständen ihr ganzes restliches Leben zu kämpfen haben.

    Für mich hat der Roman einen Sog entwickelt, dem ich mich kaum entziehen konnte. Auch die „visionären“ Abschnitte und die metaphysischen konnten mich packen. Hat mich mehr überzeugt als „Giovannis Zimmer“.


    Fazit: Eindrucksvoller Blick in die Zeit von vor 100 Jahren


  15. Cover des Buches Die Herrenausstatterin (ISBN: 9783832165178)
    Mariana Leky

    Die Herrenausstatterin

    (153)
    Aktuelle Rezension von: Veezi

    Keine Ahnung wer das Buch bei der TAZ gelesen hat, dass er so eine Bewertung abgeben konnte. Das Buch startet echt traurig und dann wird es komisch. Die Protagonistin ist nett, aber ist in ihrem Leben absolut passiv. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig. Das Ende hat mich wieder bisschen mehr abgeholt, aber alles in allem kein besonders romantisches oder lustiges Buch. 

  16. Cover des Buches Uns gehört die Nacht (ISBN: 9783257245387)
    Jardine Libaire

    Uns gehört die Nacht

    (124)
    Aktuelle Rezension von: herr_hygge

    1986: Mit Anfang 20 verlässt Elise den Sozialbau, in dem sie aufgewachsen ist, und strandet in New Haven. Dort begegnet sie dem Yale-Studenten Jamey Hyde, der aus einem wohlhabenden Elternhaus stammt und sich um Geld nie Gedanken machen musste. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre, und mit der Zeit wird aus dieser Obsession Liebe – eine Liebe, die sich mit gravierenden Klassenunterschieden konfrontiert sieht.


    Trotz der zahlreichen Novitäten auf meinem SuB war es mal wieder an der Zeit, einen der ebenso zahlreichen Backlist-Titel vom Stapel zu lesen. Ein passendes Buch war schnell gefunden: „Uns gehört die Nacht“ von Jardine Libaire, erschienen 2018 im Diogenes Verlag. Die Geschichte klang zunächst vielversprechend: Eine Frau aus prekären sozialen Verhältnissen beginnt eine Liaison mit einem Elite-Uni-Studenten aus reichem Haus, und mit der Zeit entwickelt sich mehr als nur das Körperliche. Doch so ganz konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen.


    Ich glaube, es lag daran, dass mir von allem ein bisschen zu wenig geboten wurde – und die Geschichte dennoch an manchen Stellen einige Längen hatte. Die Leidenschaft zwischen Elise und Jamey wirkte etwas gezwungen, manchmal sogar unterkühlt, und die Thematik des Klassenunterschieds wurde mir zu oberflächlich angerissen. Da wäre durchaus Raum für mehr etwas Tiefe gewesen.


    Dennoch war der Roman recht unterhaltsam und hat mir auch sprachlich gut gefallen. Vor allem bei den spicy Szenen beweist Libaire ein gutes Händchen – sie sind prickelnd und sexy, aber in keiner Weise billig oder obszön, was ich sehr schätze. Auch die Art, wie beschrieben wurde, mit welcher Abneigung und welchen Vorurteilen Jameys Familie Elise begegnete, war glaubhaft dargestellt, hätte aber noch etwas mehr Drama vertragen können.


    „Uns gehört die Nacht“ war für mich nice to read: solide Unterhaltung, die hier und da etwas tiefer hätte gehen können, aber dennoch eine interessante und turbulente Romanze erzählt.

  17. Cover des Buches Kain und Abel (ISBN: 9783453422032)
    Jeffrey Archer

    Kain und Abel

    (114)
    Aktuelle Rezension von: Isar-12


    "Kain und Abel" ist der erste Band einer Trilogie von Jeffrey Archer. Erstmalig erschien er 1979 im Original, 1981 dann in deutscher Übersetzung. Dies ist die überarbeitete Version von Archer aus dem Jahr 2018, die im Heyne-Verlag auf deutsch erschien. Über den Zeitraum 1906 bis 1967 erzählt der Autor dabei den Werdegang von William Lowell Kane, einem Millionärssohn aus Bosten, und dem polnischen Auswanderer Abel Rosnovski. Zwei Männer, geboren am selben Tag, aber unterschiedlicher nicht aufgewachsen in getrennten Welten. Das Schicksal führt sie zusammen in ihrem Streben um Macht, Einfluss und Geld. Doch eine lebenslange und erbitterte Feindschaft entsteht und begleitet sie ihr ganzes Leben. Eingebettet in die zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise und die Nachkriegszeit der 50er und 60er Jahre ist dieser Roman, der sich auszeichnet durch spannende Wege der beiden Kontrahenten und deren Streben nach Perfektion in ihrem jeweiligen Handeln. Dabei wird geschickt durch den Autor aufgezeigt, wie sie durch ihr Vorgehen immer mehr die Kontrolle über ihr zwischenmenschliches Agieren verlieren, Menschen die ihnen wichtig sind vor den Kopf stoßen. Dieser Roman hat mich von Anfang bis Ende mitgenommen und ich flog nur so durch die Seiten. Lebendig, spannend, teilweise nachdenklich. Kurz und gut, für mich ein weiteres hervorragendes Buch von Jeffrey Archer, bei dem ich definitiv die anderen zwei Bände der Trilogie auch noch lesen werde.

  18. Cover des Buches Neujahr (ISBN: 9783442770540)
    Juli Zeh

    Neujahr

    (402)
    Aktuelle Rezension von: Kaaathi

    In 𝗡𝗲𝘂𝗷𝗮𝗵𝗿 von 𝗝𝘂𝗹𝗶 𝗭𝗲𝗵 geht es um Henning, einen Familienvater, der seit Geburt seiner Kinder unter Angstzuständen und Panikattacken leidet. Im Familienurlaub auf Lanzarote kommt er dem Ursprung seiner Dämonen auf die Spur und erinnert sich plötzlich an die schrecklichen Ereignisse, die er als Kind auf der Insel erlebt hat.

    Was als seichter Familienroman beginnt, endet als Thriller mit Gänsehaut-Garantie! Die Geschichte hatte so eine Sogwirkung auf mich, dass ich mit den knapp 200 Seiten schnell durch war ☺️

    Juli Zeh beschreibt in grandioser Sprache ein Kindheitstrauma und seine Auswirkungen im Erwachsenenalter. Und ich hab einfach nur mitgelitten. Wollte irgendwie dass es aufhört und hab deswegen weitergelesen. Teilweise saß ich mit offenem Mund da und war schockiert über die Ereignisse. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, obwohl das Cover so unscheinbar ist…ich verrate natürlich nicht warum ☺️ Das Buch ist heftig, aber einfach meisterhaft erzählt und hat mich tief berührt und ab der ersten Seite gepackt!

    Wer ein intensives Leseerlebnis mit nachhaltiger Wirkung sucht, ist hier gut aufgehoben👌

  19. Cover des Buches Die Maske (ISBN: 9783257244816)
    Fuminori Nakamura

    Die Maske

    (54)
    Aktuelle Rezension von: Gallert-Oktaeder

    Fuminori Nakamura entwickelt sich immer mehr zu einem meiner Lieblingsschriftsteller. Vom ersten Satz seiner Erzählung an, hat mich diese Geschichte in ihren Bann gerissen.


    „Was ich dir zu sagen habe, wird für dein Leben von großer Bedeutung sein.“


    Der elfährige Fumihori, das jüngste Kind der mächtigen Kuki-Familie wird von seinem alten Vater zu sich gerufen. Dieser eröffnet ihm, was er für das Leben seines Sohnes vorgesehen hat.


    „Ich will ein Geschwür in die Welt setzen. Unter meiner Obhut wirst du zu diesem Geschwür heranwachsen. Ein Stachel des Bösen, sozusagen.“


    Fuminori Nakamura offenbart in Die Maske sein ganzes schriftstellerisches Können. Über 350 Seiten fühlte ich mich so, als steckte ich in der Haut des Hauptprotagonisten und fieberte mit ihm mit, ob er seinem scheinbar in Stein gemeißelten Schicksal zu entrinnen vermag oder nicht. Eines Tages soll er mit seinen Taten die ganze Welt ins Verderben stürzen. Und der Schlüssel dazu wird ihm von seinem Vater, dessen übermächtige, drohende Präsenz die Buchseiten förmlich durchdringt gleich mitgegeben. Das Waisenmädchen Kaori, in das sich der junge Fumihiro verliebt.

    Die Maske ist ein beeindruckendes erzählerisches Meisterstück, indem das Wesen des Bösen unter einer neuen Perspektive betrachtet wird und beleuchtet wird in wieweit Mord die Natur des Menschen auf ewig verändert.

  20. Cover des Buches Olga (ISBN: 9783257244991)
    Bernhard Schlink

    Olga

    (222)
    Aktuelle Rezension von: Buecherkopfkino

    Durch dieses Buch bin ich für meine Verhältnisse wirklich sehr schnell durch gekommen. Der Schreibstil und die kurzen Kapitel haben mir sehr gut gefallen.

    Anfangs dachte ich, es sei nicht viel spektakuläres passiert; 100 Seiten vor dem Ende dachte ich, dass es eigentlich auch hier zu Ende sein könnte und dann kamen Olgas Briefe an Herbert, die Lücken füllten, neue Erkenntnisse brachten und das Drama um Olga aufzeigt. 

    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. 

    Es zeigt wie stark eine Liebe sein kann, auch wenn man sie nie wirklich ausleben konnte. Beeindruckende Geschichte um Olga, mit vielen Verlusten aber auch viel Nähe. Ihre große Liebe Herbert erschien meistens unerreichbar, obwohl sie auf Gegenseitigkeit beruht hat. Olga findet aber auch mehrfach Familie in Freundschaften. 

    Ich fand dieses Buch ganz wunderbar und der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Eine Geschichte über eine wunderbar starke Frau namens Olga. 

  21. Cover des Buches Hain (ISBN: 9783518469514)
    Esther Kinsky

    Hain

    (17)
    Aktuelle Rezension von: KasiaJaeckel
    Angekündigt werden drei Reisen der Ich-Erzählerin in ein untouristisches, ungewohntes Italien. In diesem Beitrag möchte ich meine Eindrücke zu der ersten Reise kundtun, um Euch gerne in einem Folgebeitrag auch auf die weiteren Expeditionen mitzunehmen.

    Geländeroman schimpft sich das Werk. Das macht schon mal neugierig. Was soll das sein? Ein Reisebericht? Eine Novelle?
    Bereits nach wenigen Kapiteln eröffnet der Stil der Autorin die Lösung zur Frage. Es hat etwas Berührendes und greifbares Echtes, wie Esther Kinsky Ihre Ankunft und Ihren Alltag in dem kleinen unscheinbaren Dorf in den Ausläufern rund um Rom beschreibt.

    Es wird schnell klar, dass es sich um keine Urlaubstrip handelt. Esther (bzw. die Ich-Erzählerin) ist in Trauer. Sie wählt eine Reise an einen Ort, der ihr den verlorenen Partner – man kann eher auf die Rolle des Verstorbenen schliessen, es wird nicht ganz ausgesprochen – einerseits nahe, den Schmerz aber erträglich hält. So ist es kein romantisches verträumtes Urlaubsörtchen. Eher ein pragmatisches latent graues Winterstädtchen. Das verweilen in dieser Winterlandschaft und der subtilen Ziel- und Hoffnungslosigkeit der Ortes passt zu der Stimmung der Reisenden. Sie beobachtet und beschreibt den Alltag anonymer Akteure, wie der Verkäufer im Dorflädchen, dem in müder Regelmässigkeit wiederkehrendem Klempner und natürlich wirft sie einen intensiven Blick auf den Friedhof. Direkt von den Fenstern beobachtbar wird er zum weiteren Symbol, um was es sich in dieser ersten Reise wirklich dreht. Den Tod, den Verlust und den Umgang damit. Das Gelände – wie die Buchbeschreibung lautet – wird Zentrum, Brücke zum Innersten, stetiges Abbild ebendessen.

    Esther schafft es die Bilder auf so einfache und doch prägnante Weise zu zeichnen, dass es mir nicht schwer fiel in ihre Haut zu schlüpfen. Ich spazierte mit ihr über den Friedhof und lauschte einer geheimnisvollen Schreierin in der Nacht. Unternahm einen ersten Ausbruchsversuch nach Rom, um mich dort wieder in ein eher unscheinbares Setting in einem Wohnsilo für Berufstätige zu setzen.

    Ihr merkt vielleicht an den zahlreichen Beispielen, dass mich das Buch tatsächlich mitgerissen hat und in seiner Zartheit bewegt.

    Daher empfehle ich es gern an dieser Stelle und bin selbst gespannt auf die weiteren Reisen, von denen ich berichten möchte. 
  22. Cover des Buches Leinsee (ISBN: 9783257245172)
    Anne Reinecke

    Leinsee

    (111)
    Aktuelle Rezension von: Maseli

    Karl ist auf der Zugfahrt nach Leinsee. Sein Vater hat sich das Leben genommen und seine Mutter liegt mit einem Hirntumor in der Klinik. Zuhause angekommen, muss er sich mit der neuen Situation zurechtfinden und lässt dabei seine Kindheit und das Leben seiner Eltern Ada und August Stiegenhauer, dem Glamourpaar der deutschen Kunstszene, in Zeitfenstern Revue passieren Und während er sich wieder einlebt und seine Mutter betreut, taucht Tanja im Kirschbaum auf.

    Es ist beileibe kein Liebesroman und doch sind es zwei besondere Liebesgeschichten, die Anne Reinecke mit frischem, flüssigem, modernen und zeitgemäßen Schreibstil erzählt. Die Geschichte bedeutet mir etwas, seit ich sie gelesen habe und ich habe deshalb das Buch gekauft, für meine persönliche Bibliothek.

  23. Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Island (ISBN: 9783492277792)
    Kristof Magnusson

    Gebrauchsanweisung für Island

    (49)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Island ist also ein Land, das es eigentlich nicht geben dürfte, besiedelt von einem Volk, das längst hätte evakuiert werden sollen. Und ein Land der gelebten Unmöglichkeiten ist Island auch bis heute geblieben. Die Natur greift so unmittelbar in das Alltagsleben ein, wie wir Mitteleuropäer es nur selten erleben.‘ (Seite 11)

    Kristof Magnusson erzählt in seiner ‚Gebrauchsanweisung für Island‘ von Geologie und Besiedelung, heißen Quellen und Edda, Regeln und Freiheit, Blauer Lagune und Icelandair, Vulkanen und Aschewolken, Erdbeben und Katastrophenalarm, Wandern und Hubschrauberflügen, Reichtum und Finanzkrise, Politik und Geschichte, Natur und Gefahr, Wetter und Verkehrsmitteln, Whale Watching und Walfang, Industrialisierung und Natur, Tourismus und Klimawandel, Literatur und Sprache, Þingvellir und Þingvallavatn, Halldór Laxness und Einar Kárason, Reykjavík und dem ‚echten‘ Island, Namensgebung und Internet, Fußball und Islandpferden, Hammelhoden und Gammelhai, Wasabi und Alkohol.

    Ich habe schon sehr viele Gebrauchsanweisungen gelesen und möchte schon eine halbe Ewigkeit nach Island reisen. Diese Gebrauchsanweisung gehört zu meinen Lieblingsgebrauchsanweisungen, macht schon auf den ersten Seiten Lust auf Island, ließ mich mit etwas anderen Augen auf den Inselstaat blicken und hat mir große Island-Sehnsucht beschert.

    Magnusson ist ein toller Erzähler, das Buch macht durchweg Spaß und vermittelt viele Informationen über Island. Dabei ist es ebenso stimmungsvoll wie amüsant, bringt einem dieses spektakuläre Land und seine Bewohner näher.

  24. Cover des Buches Gebrauchsanweisung für New York (ISBN: 9783492277372)
    Verena Lueken

    Gebrauchsanweisung für New York

    (38)
    Aktuelle Rezension von: Rallewu

    New York ist eine faszinierende Stadt - selbst, wenn man die Stadt nicht mag, so macht sie doch etwas mit jedem, der sie besucht.
    Die Autorin Verena Lueken stellt den Lesern diese Metropole in ihrer "Gebrauchsanweisung für New York" auf eine etwas andere Art und Weise vor, als das "normale" Touristenführer machen.
    Lueken erzählt viel von der Stadtgeschichte, von der Entwicklung hin zu einer Metropole, über das gefährliche, hochkriminelle Moloch der 1970er/80er Jahre, als in der Stadt niemand irgendwo wirklich sicher war, bis hin zu den verhältnismäßig sicheren Zuständen, die in der Stadt mittlerweile herrschen.
    Die Auorin weiß viel zu berichten von den Entwicklungen der einzelnen Viertel und geht dabei manchmal vielleicht zu sehr ins Detail. Für den Touristen, der in New York nur einkaufen und die Sightseeing-Highlights besuchen will, ist diese Gebrauchsanweisung kaum geeignet, aber für Leser, die sich mit der Stadt wirklich tiefer auseinandersetzen wollen bietet sie einen guten Einstieg.

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