Bücher mit dem Tag "zivilcourage"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "zivilcourage" gekennzeichnet haben.

39 Bücher

  1. Cover des Buches Flawed – Wie perfekt willst du sein? (ISBN: 9783596033836)
    Cecelia Ahern

    Flawed – Wie perfekt willst du sein?

    (1.198)
    Aktuelle Rezension von: Buchspinat

    Zum Inhalt:

    Celestine führt ein gutes Leben. Ihre Familie gilt als perfekt. Sie gilt als perfekt. Niemand hat etwas auszustehen. Nicht wie die Menschen, die von der Gilde als „fehlerhaft“ beurteilt und ebenso gebrandmarkt und aus der Gesellschaft ausgestoßen werden. Celestine hat eine große Zukunft vor sich und ist glücklich verliebt in Art – den Sohn des obersten Richters der Gilde. Doch dann passiert eines Morgens im Bus etwas, dass Celestines Leben vollkommen aus der Bahn wirft und plötzlich gilt sie selbst als „fehlerhaft“.

    Meine Meinung:

    Eine Dystopie, die so absurd erscheinen mag beim Lesen und dennoch – wenn man die täglichen Nachrichten liest und hört – in vielen Dingen eine erschreckende Parallele zur gesellschaftlichen und politischen Entwicklung – nicht nur in unserem Land – geworden ist.

    Menschen, die nicht den Grundsätzen der Gilde entsprechen und moralisch einwandfreie Menschen sind – wobei die moralischen und ethischen Grundsätze praktischerweise direkt von der Gilde definiert werden – werden als fehlerhafte Menschen gebrandmarkt. An der Schläfe, der rechten Hand, am Brustkorb oder auf der Zunge. Je nach ihrem Vergehen.

    Da ist z.B. die junge Frau, die ihre schwerkranke Mutter zum geplanten Suizid ins Ausland begleitet hat und dadurch „fehlerhaft“ wurde.

    Das Leben als „fehlerhafter Mensch“ ist schlimm. Nur Grundnahrungsmittel, Ausgangssperre, schlechte Arbeitsbedingungen, ständige Überwachung und viele Repressalien mehr bestimmen den Alltag einer fehlerhaften Person.

    Das Celestine eine fehlerhafte Person werden könnte, erscheint ihr vollkommen absurd, doch dann – eines morgens auf dem Weg zu Schule – droht ein fehlerhafter älterer Herr im Bus zu kollabieren. Niemand hilft ihm. Nicht fehlerhaften Menschen ist nämlich das Helfen von fehlerhaften Menschen untersagt. Sonst werden sie selbst zu fehlerhaften Menschen verurteilt.

    Celestine kann nicht einfach zusehen, wie der Mann vor ihren Augen stirbt. Egal, ob das erlaubt ist oder nicht. Also greift sie ein. Als Einzige. Alle schauen zu und nehmen in Kauf, dass der Mann vor ihren Augen sterben könnte.

    Sie wird verhaftet. Richter Crevan bietet ihr einen Ausweg an. Das Einzige, was sie dafür tun muss, ist zu behaupten, dass sie nicht geholfen hat, sondern nur ihre Mitmenschen vor dem fehlerhaften Mann beschützen wollte und der fehlerhafte Mann selbst an der Situation schuld ist. Dann würde alles wieder gut werden.

    Doch das wäre gelogen. Das wird ihr sehr schnell klar. Und Celestine – trotz großer Angst vor dem Leben als Fehlerhafte – stellt plötzlich das gesamte Regime in Frage und kann es nicht mit ihren eigenen ethischen Grundsätzen vereinbaren, zu lügen.

    Was dann geschieht? Das verrate ich Euch nicht. Nur so viel: Celestine wird zum Aushängeschild einer Revolution, die längst überfällig ist. Eine Revolution, in der die Menschen, die unterdrückt werden, die nicht dem gesellschaftlichen Standard entsprechen, aufbegehren. Einer Revolution gegen eine Gesellschaft, in der die Menschen mit Angst und Drohungen stillgehalten werden, damit die Machthaber ihre Macht behalten und ausbauen können.

    Menschen, die Sachverhalte und Situationen hinterfragen, sind für Diktatoren und ähnliche Konstrukte sehr gefährlich. Also müssen sie klein gehalten werden. Das geschieht am besten, in dem man Angst schürt. Immer wieder. In dem man Exempel statuiert.

    Doch Celestine ist nicht allein. Das wird ihr allmählich bewusst – als sie sich auf die Suche nach Informationen begibt. Ihr Tun ist gefährlich, doch sie kann nicht mehr zurück.  Fehlerhaft ist sie sowieso. Dann kann sie auch dafür kämpfen, dass sich etwas ändert. Denn viel schlimmer kann es nicht mehr werden…

    Die Geschichte geht unter die Haut und oftmals bin ich beim Lesen unfassbar wütend geworden. Auf Menschen, die ein System ungefragt kaufen. Die sich einreden lassen, dass ethische Grundsätze „fehlerhaft“ sind. Die Menschen vorverurteilen und sie auf unaussprechliche Art und Weise aus der Gesellschaft ausschließen. Weil sie nicht ins Bild passen. Weil sie anders sind. Sich anders entschieden haben.

    Schon immer werden Menschen, die nicht „perfekt“ in unsere Gesellschaft passen, diskriminiert und ausgegrenzt. Ob damals zu Zeiten der Sklaverei, der Apartheit, des zweiten Weltkriegs. Sei es bei Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit LGBTQ-Hintergrund. Menschen, die Bürgergeld beziehen oder aus anderen Gründen nicht in die Gesellschaft passen. Die Liste ist noch lange nicht am Ende.

    Das bringt mich zu folgender Frage: wer definiert denn, wer in einer Gesellschaft überhaupt perfekt ist und dazugehören darf? Und wer nicht? Wer entscheidet das?

    Das muss aufhören. Jeder Mensch ist wertvoll. Einzigartig. Und auf seine Weise perfekt.

    Denn – um Margot Friedländer zu zitieren: „Es gibt kein jüdisches, kein muslemisches und kein christliches Blut. Es gibt nur menschliches Blut. Drum sei Mensch!“

    Meine Rezension findet Ijr auch auf www.buchspinat.de

  2. Cover des Buches Die Nachtigall (ISBN: 9783352010323)
    Kristin Hannah

    Die Nachtigall

    (651)
    Aktuelle Rezension von: CoffeeToGo

    Inhalt 

    Vianne und Isabel, zwei Schwestern die im zweiten Weltkrieg getrennte Wege gehen und großes leisten.

    Viannes Mann zieht in den Krieg und sie muss mit ihrer Tochter ums Überleben in einem besetzten Land kämpfen.

    Isabel verliebt sich, schließt sich der Résistance an und rettet Menschen über eine geheime Fluchtroute aus Frankreich.


    Eigene Meinung 

    Ein großartiges und schreckliches Buch.

    Ich habe es geliebt, dem Leben der beiden Schwestern über viele Jahre zu folgen. Es war spannend zu sehen, wie jede ihren ganz eigenen Weg geht, wie sie sich trennen, streiten und zwischendurch auch wieder finden.


    Eine spannungsgeladene Geschichte, die unter die Haut geht. Alleine schon aus dem Grund, da es so wirklich geschehen ist. Zwar nicht in Form von Vianne und Isabel, aber sie stehen stellvertretend für viele Frauen in der Nazizeit.


    Die Geschichte hat mich zu tiefst erschüttert und vor allem ab der Mitte war ich einfach fassungslos, wie grausam Menschen waren und sind. Ab der zweiten Hälfte habe ich fast nur noch durch geweint, so tief hat es mich getroffen.


    Fazit

    Eine unglaublich tragische Geschichte über Familie, Zusammenhalt, Mut und vor allem Vertrauen in einer schrecklichen Zeit.

  3. Cover des Buches Die Wolke (ISBN: 9783473544011)
    Gudrun Pausewang

    Die Wolke

    (954)
    Aktuelle Rezension von: Perse
    • Details:

    Ausgabe: Taschenbuch 

    Erscheinungsjahr: 1987

    Altersempfehlung: ab 12 Jahren

    Verlag: Ravensburger 

    Genre: Jugendliteratur

    Seitenanzahl: 223

    • Inhalt:

    Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14 Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.

    • Wie das Buch zu mir gefunden hat:

    Das Buch hat mich über ein Verschenke - Regal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...

    • Meinung:

    Das Thema dieses Buches ist nicht ohne. Gudrun Pausewang erzählt klar, hart und authentisch. Ich finde, dass einen beim Lesen der harte Realismus dieser Welt trifft. Es ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" in der Welt, in dieser Gesellschaft und Politik.

    • Fazit:

    Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!

    • Empfehlung:

    Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.

    Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!

    • Tipp:

    Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.

    • Lieblingszitate:

    "Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."

    Prolog - Seite 7

    "Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''

    Prolog - Seite 9

    "»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"

    Kapitel 1 - Seite 23

    "»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"

    Kapitel 2 - Seite 33

    "Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."

    Kapitel 8 - Seite 127

    "»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."

    Kapitel 10 - Seite 153

    "»Menschen sind zu allem fähig«,..."

    Kapitel 10 - Seite 154

  4. Cover des Buches Samariter (ISBN: 9783499253997)
    Jilliane Hoffman

    Samariter

    (267)
    Aktuelle Rezension von: shinyJulie

    Als Faith nachts nach Hause fährt, läuft ihr eine junge Frau vors Auto, aber sie hilft ihr nicht. Dann taucht die junge Frau als Mordopfer in den Nachrichten wieder auf und Faiths Leben steht auf dem Kopf.

    .

    Das Buch ist aus mehreren Perspektiven geschrieben, die von Faith, ihrem Ehemann, dem Detective und noch ein paar kürzerer PoVs. Die unterschiedlichen Charaktere und auch ihre Persönlichkeiten und Probleme sind sehr realistisch dargestellt. Am Anfang habe ich noch versucht, Verständnis mit Faith zu haben, aber das wurde immer schwieriger, je stärker ihr Alkoholproblem wurde. Gerade dieser Aspekt wurde sehr drastisch, aber realistisch, dargestellt, wie es immer schlimmer wird und Faiths Leben weiter einnimmt. Die Handlung ist wirklich spannend aufgebaut, man erfährt so gut wie nichts von den Tätern, aber trotzdem wird Faiths Paranoia verständlicherweise immer stärker. Das Ende hat mich überrascht, aber es hat gut gepasst. Der Schreibstil war ganz nett zu lesen.

  5. Cover des Buches Die Leopardin (ISBN: 9783404173402)
    Tina Dreher

    Die Leopardin

    (357)
    Aktuelle Rezension von: Mike_Leseratte

    Es geht um die Britische Agentin Flick, die unter widrigen Umständen mit ihrem Team eine entscheidende deutsche Fernmeldezentrale in Frankreich zerstören soll. Doch dabei ist ihr der deutsche Dieter Franck immer scharf auf der Spur.


    Es ist super spannend geschrieben und auch einfallsreich, über welche verschiedenen Methoden Verfolger abgehängt, Dinge verborgen und Ziele erreicht wurden. Natürlich wirkt es besonders an einigen Stellen unrealistisch, wie viel Glück im Spiel ist, doch das fällt nicht wirklich auf. Es ist vor allem aber auch interessant, wie viel Recherche dahinter steckt. Über die Technik die verbaut ist, die Waffen, die Flugzeuge und den ganzen Ablauf von solchen Missionen und alles. Es wirkt dadurch sehr realistisch und könnte genau so in der Realität passiert sein. Für mich sollte ein Buch über eine Spionin genau so sein.

  6. Cover des Buches Gegen den Hass (ISBN: 9783596522217)
    Carolin Emcke

    Gegen den Hass

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Wer sich auch nur ein wenig im Internet bewegt, weiß es schon lange: die Menschenfeinde versuchen lautstark, organisiert und hemmungslos ihren Hass als die wahre Meinung des Volkes, die aufrichtige Mehrheitsmeinung zu verkaufen. Dass es diesen rechten bis rechtsextremen Rand in jeder Gesellschaft gibt, ist nichts Neues. Dass diese fanatische Minderheit bis zu 20 Prozent der deutschen Gesellschaft ausmacht, könnte man auch seit Jahren wissen, wenn man die entsprechenden Studien verfolgt hätte. Hier haben die bürgerliche Mitte und die Verteidiger der offenen Gesellschaft schlichtweg zu lange weggeguckt. Die autoritären Charaktere mit ihrer Radfahrermentalität (Erich Fromm), nach oben buckeln und nach unten treten, die preußischen Untertanen, versuchen den Diskurs zu okkupieren und ihre Meinung als mehrheitsfähig in die Mitte der Gesellschaft zu transportieren.

    „Die Sorge erlebt zur Zeit eine erstaunliche Aufwertung. In der Sorge, so die rhetorische Suggestion, artikuliere sich ein berechtigtes Unbehagen, ein Affekt, der politisch ernst genommen und keinesfalls kritisiert werden sollte. Als seien ungefilterte Gefühle per se berechtigt. Als käme unreflektierten Gefühlen eine ganz eigene Legitimität zu.“

    Obsessiver Hass

    Erst mit dem Erstarken von Pegida und AfD wacht die im Konsum erstarrte offene Gesellschaft langsam auf. Erst mit dem Rückfall zahlreicher Deutscher in den völkischen Hass-Habitus schrecken Intellektuelle wie Carolin Emcke oder Harald Welzer auf. Es ist dringend an der Zeit die offene Gesellschaft zu verteidigen und sich klar und deutlich als Mehrheitsgesellschaft gegen den Hass zu positionieren. Emckes Plädoyer trifft den Kern der Debatte, was die Reaktionen der besorgten Bürger (u.a. in Amazon Rezensionen und Kommentaren) eindringlich bestätigen. Der Hass ist obsessiv geworden. Und seit geraumer Zeit werden aus den Worten auch Taten. Was Sarrazin, Pirinçci, Don Alphonso (Rainer Meyer), Höcke und sonstige Protagonisten der Neurechten sprachlich und gedanklich vorbereiten, führen die Hohlköpfe der neuen SA, die Hooligans, Kameradschaften, Freundeskreise und wie sich die rechtsextremen Gewaltaffinen auch nennen mögen, auf den Straßen aus.

    „Den Hass und die Angst schüren nicht zuletzt die, die sich von ihm Gewinn versprechen. Ob die Profiteure der Angst in der Währung der Einschaltquoten denken oder in Wählerstimmen, ob sie mit einschlägigen Titeln Bestseller produzieren oder sich mit griffigen Schlagzeilen Aufmerksamkeit verschaffen – sie alle mögen sich distanzieren von dem sogenannten »Mob« auf der Straße, aber sie wissen ihn ökonomisch für sich zu nutzen.“

    Mehr noch, muss man hinzufügen, sie sind sich in der Sache einig, lediglich die Methoden halten sie für falsch. Es ist diese Allianz der Hetzer mit dem Mob, die das gesellschaftliche Gefüge gefährden und der Menschenfeindlichkeit den Nährboden bieten. Carolin Emcke beginnt „Gegen den Hass“ mit genau solch einer Melange aus Worten und Taten. Clausnitz, wiedermal ein deutscher Ort, nach den überwunden geglaubten 90er Jahren, der zu einem Symbol des Hasses geworden ist.

    „Clausnitz ist nur ein Beispiel für den Hass und die Raster der Wahrnehmung, die ihn vorbereiten und formen, die Menschen unsichtbar und monströs zugleich machen. In Clausnitz traf es einen Bus mit Geflüchteten. In anderen Städten, in anderen Regionen trifft es Menschen mit einer anderen Hautfarbe, einer anderen Sexualität, einem anderen Glauben, einem uneindeutigen Körper, es trifft junge oder alte Frauen, Menschen mit einer Kippa oder einem Kopftuch, Menschen ohne Obdach oder ohne Pass, was immer gerade als Objekt des Hasses zugerichtet wird. Sie werden eingeschüchtert, wie in diesem Fall, oder kriminalisiert, sie werden pathologisiert oder ausgewiesen, angegriffen oder verletzt.“

    Als zweites Beispiel für „Hass und Missachtung“ führt Emcke den institutionellen Rassismus in den USA an. Es ist ein Beispiel, exemplarisch und nicht der Fingerzeig auf andere. Der institutionelle Rassismus ist kein Problem der USA, dort hat er lediglich eine spezifische Geschichte mit einer spezifischen und nicht einfach übertragbaren Ausprägung. Aber die Strukturen des Rassismus, die Missachtung des Lebens, die Menschenfeindlichkeit sind sehr wohl auch bei uns auszumachen.

    Der Mord an Eric Garner und sein Ausruf „This stops today“ ist Warnung, Mahnung und Aufforderung an alle Demokraten sich den Hass entgegenzustellen. Wie Harald Welzer es in „Wir sind die Mehrheit“ schrieb: Die Weimarer Republik scheiterte nicht, weil sie zu viele Feinde hatte, sie scheiterte, weil sie zu wenig Freunde hatte. Ebenso wie Welzer ruft Emcke dem Leser zu: Werdet Freunde der offenen Gesellschaft! Stellt euch gegen den Hass! Wir sind die Mehrheit!

    Der zweite Teil des Buches ist der Versuch den Kern der völkischen Ideologie, wie sie im Rassismus, bei Pegida, AfD und Neurechten gepflegt wird, aufzudecken: Homogen, Natürlich, Rein. Die Dreifaltigkeit der Einfältigkeit. Die Nähe von Neurechten, besorgten Bürgern und Islamisten wird hier besonders deutlich. Die Fundamentalisten sind immer gegen das vermeintlich Unnatürliche, das Unreine, die Biologisierung der eigenen Ideologie, der eigenen Ressentiments. Menschenfeinde sind Menschenfeinde – auch wenn sie es, geblendet von ihrem Hass, nicht erkennen werden.

    Emcke schließt das Buch mit dem dritten Teil, einem Plädoyer für den Pluralismus, die offene Gesellschaft. Hinter allem steht die Mahnung Eric Garners: Es muss heute aufhören! Der Hass muss aufhören.

    Während der erste Teil des Buches im journalistischen Stil geschrieben ist, dominiert im zweiten und dritten Teil ein philosophisch-akademischer Ton. Hierdurch wird meines Erachtens Potenzial verschenkt. Solche Bücher bedürfen einer großen Reichweite. Dass die besorgten Bürger das Buch nicht lesen werden, versteht sich von selbst. Aber die Mehrheitsgesellschaft besteht nicht nur aus Akademikern und Intellektuellen. Das ändert aber natürlich nichts an der Wichtigkeit des Buches und der trefflichen Analyse und Argumentation.

  7. Cover des Buches Wolf (ISBN: 9783551322494)
    Saša Stanišić

    Wolf

    (96)
    Aktuelle Rezension von: SusanneEichholz

    Obwohl Mobbing sicher kein amüsantes Thema ist, beschreibt Stanišić die Woche im Wald so witzig und originell, dass ich beim Lesen aus dem Lachen nicht herausgekommen bin. Auch nachts passiert einiges im Lager, zumindest in Kemis und Jörgs Unterkunft. Und hier kommt der Titel ins Spiel. Aber ich will nicht zu viel verraten, sondern kann diesen von Regina Kehn phantasievoll illustrierten Roman über Andersartigkeit und Isolation, aber auch über Verständnis und Freundschaft Jugendlichen wie Erwachsenen nur wärmstens empfehlen.

  8. Cover des Buches Vor hundert Sommern (ISBN: 9783426561294)
    Katharina Fuchs

    Vor hundert Sommern

    (168)
    Aktuelle Rezension von: kerstin_liest

    Insgesamt fand ich die erzählte Familiengeschichte sehr schön, besonders durch die Rückblicke in die Vergangenheit und die sympathischen Charaktere. Allerdings war mir die Geschichte an manchen Stellen zu langatmig und sie verlor an Spannung. Ich hatte wirklich Mühe das Buch bis zum Schluss zu lesen. 

  9. Cover des Buches Nennt mich nicht Ismael! (ISBN: 9783446269675)
    Michael Gerard Bauer

    Nennt mich nicht Ismael!

    (128)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Ismael Leseur hat es nicht leicht als 14-jähriger Nicht-Sportler an der Highschool. Der Klassenrowdy hat ihn als Opfer auserkoren und die neue Lehrerin erfreut sich an seinem ungewöhnlichen Vornamen. Als aber ein neuer Mitschüler, James Scobie, in die Klasse kommt und einen Debattierclub gründet, ändert sich sein Leben radikal, allerdings nicht zum Besseren... anfangs.

    Für mich war dieses Buch ein Highlight: mit reichlich Selbstironie (oder Selbstmitleid?) erzählt Ismael von seinem Leid, seinen Problemen, aber auch den kleinen Freuden. James Scobie ist der heimliche Held der Geschichte, den ich für seinen Lebensmut (aus Gründen) feiere. Auch die Lehrerin ist eine großartige Person mit hervorragender Menschenkenntnis und sensiblen Vorgehensweisen in der Erziehung bzw. dem Lehren.

    Diese Buch zeigt, wie stark Worte sein können, ganz besonders am Schluss. Gibt es Fortsetzungen davon? Das wäre großartig!

  10. Cover des Buches Liliane Susewind – Mit Elefanten spricht man nicht! (ISBN: 9783737344012)
    Tanya Stewner

    Liliane Susewind – Mit Elefanten spricht man nicht!

    (127)
    Aktuelle Rezension von: Julinaht

    Wir waren auf der Suche nach einer neuen Reihe für meine Tochter, die ich ihr abends vorlesen kann! Also machte ich mich in der Buchhandlung auf die Suche nach einer buchreihe mit  mehr Text als Bildern und die die . Was aber auch nicht so gruselig war da ist es zum einschlafen geeignet sein sollte. So wurde ich auf Liliane Susewind  aufmerksam! 

  11. Cover des Buches Männer mit Erfahrung (ISBN: 9783423146227)
    Castle Freeman

    Männer mit Erfahrung

    (57)
    Aktuelle Rezension von: ManfredLiest

    Castle Freemans Männer mit Erfahrung ist ein ungewöhnliches Leseerlebnis: teils Western, teils Roadmovie, teils skurriles Kammerspiel. Die Handlung wirkt manchmal konfus, doch gerade das macht den Reiz aus. Besonders bemerkenswert ist die Form – fast ausschließlich in Dialogen erzählt. Diese Gespräche sind mal tiefgründig, mal urkomisch, oft überraschend erhellend. Das Buch lebt von seiner sprachlichen Leichtigkeit und der Mischung aus Ernst und Humor. Wer Lust auf etwas völlig anderes hat, findet hier eine erfrischende Abwechslung.

  12. Cover des Buches Das siebte Kreuz (ISBN: 9783862315888)
    Anna Seghers

    Das siebte Kreuz

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Shannon

    „Das siebte Kreuz“ ist ein Baum, der auf dem Gelände eines Konzentrationslagers inmitten Deutschlands steht. Genau wie seine sechs Brüder wartet er auf einen entflohenen Gefangenen, bei dessen Wiederkehr unaussprechlich Grausames auf ihn wartet.

    Und diese Männer sind einiges gewöhnt. Wir stehen kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und die gesammelte politische Opposition hat schon jahrelange Folter, Quälerei und Verfolgung hinter sich. Die, die draußen überlebt haben, sind furchtsam geworden und die alten Strukturen großteils zerbrochen. Wir finden uns in einem Deutschland wieder, dass nach einem verlorenen Weltkrieg durch Hunger und Arbeitslosigkeit ein leichter Fang ist für Menschen, die vorgeben allmächtig zu sein. Und Arbeit ist ja auch wieder da. Die Rüstungsindustrie baut auf, was später durch das Kriegsgeschehen zerstört wird.

    Durch diese Welt taumelt Georg, unser siebter Entflohener, auf der Suche nach Hilfe und Sicherheit. Und wir erleben all das mit ihm – den zuvor eilenden Gehorsam, den unbrechbaren Widerstand, Feigheit, Anständigkeit, Wegsehen, … alles Mögliche, was die Menschheit in solchen Situation hervorzubringen im Stande ist. Gelingt ihm die Flucht in die noch sicheren Niederlande?

    Anna Seghers hat all meine Bewunderung für dieses Buch. Ihr ist damit ein unglaublich vielfältiges Psychogramm von Tätern und Opfern gelungen mit allen Schattierungen, die ich bislang an solchen Büchern immer vermisst habe. Es beginnt schon damit, dass einem klar wird – schon lange vor dem Krieg waren die Mutigen, die Andersdenkenden, die, die das Unheil kommen sahen, aus dem Weg geräumt. Und wie vielfältig waren die Leute, die dabei zusahen. Da gibt es den, der nicht verwinden konnte, dass der Krieg ebenso wie der kärgliche Bauernhof verloren waren und der dies kompensieren musste um wieder an den alten Selbstwert anzuknüpfen. Es gibt den Jungen, der erst im Laufe von Georgs Flucht erkennt, dass Gut und Böse nicht so klar auf der Hand liegen, wie er zunächst meinte. Es gibt Ehefrauen, die viel stärker sind als sie glauben möchten. Und Ehepaare, die plötzlich Wesenszüge aneinander kennen lernen, die sie für unmöglich gehalten hatten. Es wird daher auch klar sichtbar, was das Regime erst ermöglichte – die Fähigkeit, die Menschen ihre Allmacht glauben zu machen.

    Die Sprache des Romans ist ein teilweise antiquiertes, ländliches und regionales Deutsch, das durch seine Feinheit und Eigentümlichkeit bezaubert. Es liest sich anfangs befremdlich, entfaltet dann aber seinen hausbackenen Charme.

    Der Aufbau des Romans ist hervorragend durchdacht und alle Kreise schließen sich. Auch dafür hat die Autorin meine volle Bewunderung.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann eine klare Leseempfehlung aussprechen. Teilweise blieb mir die Spucke weg, weil das alles natürlich harter Tobak ist, aber es war eine lohnenswerte Lektüre. Sie deckt da Motive und Hintergründe auf, die mir so nicht klar waren und die für mich vieles erklären und verständlicher machen und vor allem anderen, ist sie eine schlaue, wirklich gewiefte Menschenkennerin.

  13. Cover des Buches Die Wälder am Fluss (ISBN: 9783832161521)
    Joe R. Lansdale

    Die Wälder am Fluss

    (57)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Aber wollen Sie denn nicht, dass der Mörder geschnappt wird?«
    »Das wird nicht passieren, Junge. Verlass dich drauf. Meine Leute sind wie Spreu, weißt du – sie werden einfach weggeweht, und keinen kümmert’s. Da musst du schon ’nen Weißen um die Ecke bringen, damit du bestraft wirst.«

     

    Marvel Creek, eine winzige Ortschaft in Texas im Jahr 1933. Der elfjährige Harry und seine kleine Schwester Tom entdecken im Wald zufällig die grausam zugerichtete Leiche einer schwarzen Frau. Harrys Vater, der neben seiner Arbeit als Farmer auch als Friseur und Constable arbeitet (die Zeiten sind schlecht und die Familie braucht das Geld), ist sich sicher, dass hier kein wildes Tier verantwortlich ist, sondern dass die junge Frau das Opfer eines überaus brutalen Mörders wurde.

     

    In der weißen Bevölkerung macht er sich mit seinen Nachforschungen nicht beliebt. Der Mörder muss ein Schwarzer sein, da ist man sich sicher. Kein Grund also, sich einzumischen, das werden die Schwarzen schon untereinander regeln. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Opfer. Und während um ihn herum die gesamte Situation eskaliert, versucht Harry weiter, den Mörder zu finden…

     

    Dieses Buch hat mich gleich von der ersten Seite an gepackt. Ich hatte schon zuvor Bücher des Autors gelesen und mag seinen Stil sehr. Immer spannend, immer nah dran und mit Worten, die eine überaus stimmige und dichte Atmosphäre schaffen.

    Hier wird alles aus der Perspektive von Harry erzählt. Die kindliche Sicht sorgt für zusätzliche Dramatik, denn als Erwachsener, zumal rückblickend, weiß man natürlich um den weit verbreiteten Rassismus, doch Harry und Tom führten trotz der ärmlichen Verhältnisse, in denen sie aufwuchsen, ein schönes Leben. Jedenfalls bis zu dem Tag, an dem sie den grausigen Fund machten. Mit viel kindlicher Fantasie, Entdeckungs- und Abenteuerlust spielten sie täglich in den Wäldern, doch das Verbrechen raubt ihnen diesen sicheren Ort und in der Folge auch den Glauben an das Gute in ihren Mitmenschen. Es ist eine noch heile Welt, die da zerstört wird.

     

    An zahlreichen Stellen wurde ich so wütend und merkte, dass ich mich glatt mehr über die „braven“ weißen Bürger aufregte als über den Serienmörder. Das Buch lässt einen nicht kalt und fesselt bis zum Schluss.

     

    Fazit: Sehr spannend und berührend mit toller Atmosphäre. Ein großartiges Buch!

  14. Cover des Buches Roter April (ISBN: 9783518419649)
    Santiago Roncagliolo

    Roter April

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Toller Ansazt, tolles Thema, guter Start und an den meisten Stellen sehr gute Sprache. Aber...... Irgendwann verliert der Autor den Faden und der Krimiplot verliert seinen Pfad und die Geschichte gerät ins stocken. Nichts spannendes bleibt hier mehr übrig, leider. Schade um diesen sympathischen Autor.

  15. Cover des Buches Tu was! (ISBN: 9783738092592)
  16. Cover des Buches Das Haus der Bücher (ISBN: 9783947081004)
    Michael Paul

    Das Haus der Bücher

    (14)
    Aktuelle Rezension von: LBS1987

    Basierend auf realen Ereignissen hat der Autor eine sehr spannende Geschichte über ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte geschrieben. Rund um das 'Haus der Bücher' in Königsberg (die Anfänge des heutigen Verlags Gräfe und Unzer) spielt die dramatische, spannende Handlung um einen Buchhändler und Verleger, der im Angesicht des Nationalsozialismus versucht, Literatur zu retten und sich treu zu bleiben. Das Klischee des gewalttätigen, bösen Nazis wird hier ordentlich bedient, auch die des armen Würstchen, dass unter der neuen Herrschaft Chancen sieht. Das ist aber in meinen Augen kein Manko, da der Rahmen stimmt und das ganze wunderbar unterhält und die Spannung gerade zum Ende hin kaum auszuhalten ist. Auch das fundierte Vor- und Nachwort tragen dazu bei, zeugen sie doch von der gründlichen Recherche und Auseinandersetzung des Autors mit dem Thema.

  17. Cover des Buches Zivilcourage 2.0: Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft (ISBN: 9783473553488)
    Kira Vinke

    Zivilcourage 2.0: Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft

    (23)
    Aktuelle Rezension von: Weltensucher
    Hermann und Kira Vinke stellen in ihrem gemeinsamen Buch "Zivilcourage 2.0 - Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" eine Vielzahl von Menschen aus aller Welt vor, die allesamt eines verbindet: der friedliche Kampf, der Wille zur Veränderung und das Sähen der Hoffnung. Von Menschenrechtsaktivisten über Tier- und Umweltschützern bis hin zu Regimekritikern und Künstlern sind alle dabei, darunter sowohl weltweit berühmte als auch weniger bekannte, aber nicht unbedeutendere Persönlichkeiten aus allen Teilen der Erde. Gerade ihren Mut, ihr Durchhaltevermögen und ihre Unnachgiebigkeit beleuchten Hermann und Kira Vinke vor dem Hintergrund der globalen, stetig zunehmenderen Probleme. "Zivilcourage 2.0" berichtet somit von Weltverbesserern, die auch nur Menschen sind, und doch einen unglaublichen Kapmf mit großer Wirkung und Bedeutsamkeit führen.

    Ich habe mir für dieses Jahr, quasi als Lese-Neujahresvorsatz, vorgenommen, insgesamt mehr Sachbücher über politische, globale und gesellschaftliche Themen zu lesen. Mein erster Griff dieses Jahr, "Zivilcourage 2.0" war hierfür der perfekte Einstieg in ein Genre, das mich jetzt umso mehr anzieht. Hermann und Kira Vinke stellen in ihrem Buch ein breites Spektrum an Theman dar, darunter Armut, Hunger, Krieg, Klimawandel, aber auch Big Data und Korruption im Finanzgeschäft. Es sind keine neuen Themen, sondern Probleme, die im Allgemeinen bekannt und doch immer wieder bei der Rückkehr in den Alltag vergessen werden. Deshalb lohnt sich auch die Erinnerung, wie sie Hermann und Kira Vinke betreiben, allemal - vor allem, wenn sie von den Portraits von Menschen begleitet werden, die tatsächlich gegen diese Probleme vorgehen und kämpfen.

    Mir hat besonders der Aufbau des Buches gefallen. Jedem der sieben Kapitel ist ein umfassender Informationstext und Situationsüberblick zum jeweiligen Thema vorangestellt. Anschließend folgen Darstellungen zu bestimmten Persönlichkeiten, die in diesem Feld aktiv handeln. Dabei werden bekannte Namen wie Edward Snowden oder Malala Yousafzai ebenso wie - zumindest mir - vorher eher unbekannte Persönlichkeiten vorgestellt. Zahlreiche Bilder, kurze Lebensläufe, berühmte Zitate, Interviews, Fakten oder Zusatzinformationen am Rand ziehen sich durch das gesamte Buch und bereichern die behandelten Themen. Ingesamt eine äußerst gelungene Aufmachung!

    Auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Manches war natürlich schon bekannt, und doch der Wiederholung wert, vieles war mir aber auch neu oder nur öberflächlich bewusst, sodass ich auch einiges dazulernen konnte. Dabei ist der Text nicht allzu schwierig formuliert und eignet sich für Jugendliche (ab ca. 13 Jahren) und Erwachsene gleichermaßen. Und natürlich sind auch die unterschiedlichen Lebensläufe und Tätigkeiten der vorgestellten "Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" äußerst interessant, inspirierend und aussagekräftig. Ich bin ständig zwischen Erschütterung und Zuversicht, zwischen Pessimismus und Optimismus, zwischen Skepsis und Tatendrang geschwankt - auf der einen Seite das riesige Ausmaß der Probleme, auf der anderen Seite all die tatkräftigen und erfolgreichen Weltverbesserer vor Augen.

    Zweifellos regt das Buch zu einem intensiven Nachdenken an. Es bietet Zugang zu vielen hochaktuellen Themen und eignet sich in dieser Funktion auch wunderbar für Jugendliche. Das sehr breit gefasste Spektrum regt dazu an, sich mit dieser oder jener Frage näher auseinanderzusetzen und möglicherweise selbst aktiv zu werden. Ein Buch mit vielen, bedeutsamen und nicht zu vernachlässigenden Botschaften!

  18. Cover des Buches Balduin wird´s zu bunt (ISBN: 9783946981077)
    Fritzi Bender

    Balduin wird´s zu bunt

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Alfeme1989

    Ich habe das Buch mit meinen 3 Kinder angeschaut und vorgelesen. Die Gestaltung und auch das Thema sind gut angekommen. Ich finde es wichtig die kleinen über solche Geschichten aufzuklären und zu zeigen was das Handeln von Menschen alles bewirken kann. Das Buch ließ sich gut vorlesen und auch gut verstehen. 

  19. Cover des Buches Broken Glass and other stories (ISBN: 9783125363106)
    Patricia Highsmith

    Broken Glass and other stories

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Drei englische Kurzgeschichten, für mittlere Leser geeignet, spannend und mit psychologischer Tiefe: In der ersten Geschichte geht es um eine Frau, die zwar einen Einbrecher zur Strecke bringen kann, aber im neuen Haus nicht mehr so recht glücklich wird (trotz Psychopillen und Behandlung beim Psychodok), und die letzte ist eine traurige Gran Torino- Harry Brown-Variante, die einen sprachlos zurückläßt, mit Sympathie für die Opfer geschrieben und auf wenigen Seiten und in vereinfachtem Englisch absolut fesselnd.
  20. Cover des Buches Auch Entführen will gelernt sein (ISBN: 9783746018317)
    Harald Schmidt

    Auch Entführen will gelernt sein

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Obst4

    Im Fitnesstudio und den gewünschten Entführen - doch alles läuft komplett anders als geplant. Klingt erst mal richtig lustig wenn es denn lustig geschrieben wäre. Stattdessen wird das, eigentlich ernste Thema Geiselnahme, ernsthaft beschrieben. Nun gut, dann ist es eben kein Humorvolles Buch - ist ja auch okay - doch dann werden, zwanghaft künstlich „lustige“ Szenen eingebaut die ich irgendwie überhaupt gar nicht lustig fand bzw. in der Szenerie total unpassend sind.
    ich hatte mir etwas wie Friedrich Kalpenstein oder Tommy Jaud erhofft - die wirklich absolut meinen Humor treffen, dieses leider gar nicht.
    Hat mir leider nicht gefallen. Wer auf bizarren Humor steht der kann es ja mal versuchen.

  21. Cover des Buches In ohnmächtiger Wut (ISBN: 9783741272875)
    KJ Weiss

    In ohnmächtiger Wut

    (24)
    Aktuelle Rezension von: Sonne63
    Inhalt (lovelybooks):
    Ein ausländischer Schüler wird brutal zusammengeschlagen. Der engagierte Lehrer Jens Baumgard kann nicht länger tatenlos zusehen und bewegt die einzige Zeugin zur Aussage. Dadurch rückt er selbst in den Fokus einer rechtsradikalen Gruppierung, die nun alles daransetzt, sein Leben und das seiner Familie zu zerstören.

    Meinung:
    In diesem Buch hat die Autorin ein Thema aufgegriffen, das topaktuell ist. Auf irgendeine Weise ist jeder von uns schon einmal damit konfrontiert worden, sei es in persönlichen Erlebnissen oder durch die Berichterstattung in den Medien. Rechtsextremismus ist eine zunehmend bedrohlicher werdende Erscheinung in unserer Gesellschaft, geschürt durch Ängste und teilweise einseitige Berichterstattung. Soziale Brennpunkte, Personalmangel, Gesetzeslücken, all dies trägt noch zur Verstärkung der Situation bei. Dort, wo Menschen sich von der Politik im Stich gelassen fühlen und Rechtsextreme scheinbar für ‚Ordnung‘ sorgen, ist dieser Gesinnungsrichtung Tür und Tor geöffnet. Dabei spielt die Gewaltbereitschaft dieser Menschen eine sehr große Rolle. Sie verbreiten Angst und Schrecken. Das führt sogar soweit, dass diese Gewalt gegenüber jedem angewandt wird, der anders denkt oder sich nicht dem Stärkeren unterordnet. Das hat nichts mehr mit Politik zu tun.

    Unsere Politik tut sich schwer, diesem Thema Paroli zu bieten. Sie ist nicht bzw. nur bedingt in der Lage, Bürgern Schutz vor Angriffen gegen rechts zu bieten. Vielleicht ein Nachteil der Demokratie, doch dafür leben wir in einer Gesellschaft, in der es so viele Freiheiten gibt, wie niemals zuvor.

    Das alles ist natürlich ein sehr komplexes Thema, über das sich stundenlang diskutieren und streiten lässt. K.J. Weiss behandelt genau diese Punkte in ihrem Buch, wie immer eingebettet in eine spannende Handlung. Sachlich präzise ausgearbeitet und erschreckend ehrlich, authentisch und glaubwürdig. Trotzdem geht sie auch sehr sensibel mit dem Thema um, zeigt Situationen und Gefühle der beteiligten Personen auf. Sie beleuchtet die Lebenssituationen und Gründe des Handelns von Tätern und Opfern. Sie scheut nicht einmal davor zurück, Lösungsansätze zu präsentieren.

    Fazit:
    Dieses Buch ist mehr als nur spannende Unterhaltung. Hier wurde authentisches Zeitgeschehen verarbeitet, über ein Thema, das jeden von uns angeht. Wegschauen ist jedenfalls keine Lösung. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

  22. Cover des Buches Atlas der Zivilgesellschaft 2020 (ISBN: 9783962381714)

    Atlas der Zivilgesellschaft 2020

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Highlander

    Gemeinsam mit CIVICUS veröffentlicht Brot für die Welt seit 2018 einen Report zur weltweiten Lage in puncto Zivilgesellschaft herausgegeben - 2020 erstmals zusammen mit dem oekom-Verlag. Dafür wurden massenweise Daten ausgewertet, um unter anderem herauszufinden, wo wer was darf und wie er/sie dabei geschützt wird.

    Das Heft ist ansprechend aufgemacht und die Statistiken werden nicht trocken abgebildet, sondern mit Interviews, Berichten und Analysen zum Leben erweckt. Eine Übersichtskarte (siehe Bild) zeigt auf, wo auf der Welt die Zivilgesellschaft wie eingeschränkt ist. Heißt im Klartext, wo Menschen beispielsweise ihre Meinung frei äußern dürfen, Frauen und Kinder wenig Leid erfahren oder inwiefern die Politik von wenigen Mächtigen bestimmt wird. Eine eindrückliche Karte, die noch eindrücklicher wird, wenn man sich die konkreten Zahlen vor Augen führt. So leben zwei Drittel der Menschheit in geschlossenen und unterdrückten Zivilgesellschaften. Nur drei Prozent (darunter Deutschland) leben in einer offenen Zivilgesellschaft. Diese Erkenntnis geht im Alltag zu oft verloren und erscheint nun in der Corona-Krise endlich wieder als das, was es ist - ein großes Privileg!

    Der Fokus wird insgesamt sehr auf die Rolle der Frau weltweit gelegt - zu Recht, denn selbst in den offenen Zivilgesellschaften bestehen nach wie vor Diskrepanzen bei Bezahlung und Ansehen! Beispiel Großbritannien, wo 30 Parlamentarierinnen schon jetzt eine erneute Kandidatur aufgrund sexistischer Anfeindungen ausschließen.

    In Zeiten von Corona brauchen wir eine solidarische und tolerante Zivilgesellschaft mehr denn je, da ist es eine gute Idee sich zu informieren, wo wir aktuell stehen. Der Atlas der Zivilgesellschaft hilft dabei und die umfangreiche Auswertung, Analyse und Recherche rechtfertigt meiner Meinung nach auch den Preis in Höhe von 18 Euro.

  23. Cover des Buches Die Spionin der Charité (ISBN: 9783958904491)
    Christian Hardinghaus

    Die Spionin der Charité

    (47)
    Aktuelle Rezension von: sarah83sbookshelf

    Die Zeiten im Widerstand sind hart. Laufend werden Verletzte hereingebracht und nur in Sekunden muss entschieden werden, ob ihnen noch zu helfen ist. Doch das ist nicht die einzige Sorge von Professor Sauerbruch und seinen Mitarbeitern. Denn es gilt den Wunsch an ein freies Deutschland hochzuhalten und sich nicht unterkriegen zu lassen. Sauerbruch und einige seiner Mitarbeiter, u.a. Lily, gelten als Spione oder Gegner des derzeitigen Regimes. Als um 1944 die ersten Versuche eines Wechsels scheitern, fühlen auch sie sich immer weiter an die Wand gedrängt und der Alltag besteht aus Hoffen und Bangen.

    Lily erzählt ihre Geschichte und die von Fritz Kolbe Jahre später einem amerikanischen Journalisten in einem Interview. Doch je länger er bei ihr ist, desto mehr wird ihr siebter Sinn aktiv. Irgendetwas stimmt mit diesem Mann nicht, doch was?

    In zwei ineinander verschachtelten Geschichten führt uns der Autor zwei sehr verschiedene historische Ereignisse vor Augen, die er ein wenig an seine Erzählung angepasst hat. Die Rückblicke in den Zweiten Weltkrieg sind den Lesern vielleicht vertrauter als die Geschichte rund um das Interview, doch beide Texte haben ihren Reiz und auch ihre Überraschungen.
    Ein Blick in die Vergangenheit, der noch nicht so oft in Büchern thematisiert wurde und daher sehr spannend zu lesen war.

    Der Autor schafft es, die Menschen zu beschreiben, ohne sie per se zu verurteilen und gibt der Erzählung somit einen sehr gelungenen Rahmen.
    Wer sich für diese Zeit der Weltgeschichte interessiert, dem sei das Buch sehr ans Herz gelegt.


    4,5 von 5 Operationen

  24. Cover des Buches Marvel Universe FILM COMIC-Sonderheft 1, ARNOLD SCHWARZENEGGER - TERIMNATOR 2 - Tag der Abrechnung, DDIN A4 Comic, Condor (ISBN: B00APGGOAY)
    diverse

    Marvel Universe FILM COMIC-Sonderheft 1, ARNOLD SCHWARZENEGGER - TERIMNATOR 2 - Tag der Abrechnung, DDIN A4 Comic, Condor

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der Comic zu "T2", die Handlung kann ich vermutlich als bekannt voraussetzen. Die Story wird in schön minimalistischen Bildern umgesetzt, das Tempo des Films wird durch "schnelle" Panels, die den Bewegungen nachempfunden sind, schön wiedergegeben. Nicht nur für Fans von Interesse.

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