Bücher mit dem Tag "zwangsprostitution"

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54 Bücher

  1. Cover des Buches Ein wenig Leben (ISBN: 9783446282285)
    Hanya Yanagihara

    Ein wenig Leben

    (635)
    Aktuelle Rezension von: Ellekens

    Wie ist es möglich, so einen Roman zu schreiben? Auch gut eine Woche nach Beendigung des Buches frage ich mich, wie es möglich ist, eine Geschichte zu schreiben, die hauptsächlich aus Emotionen besteht? Nun gut, auf 960 Seiten ist viel Platz, aber was dieser Roman im Leser bewirkt, ist nicht von dieser Welt.

    In der Geschichte geht es um vier Männer, die seit dem College eng befreundet sind. Alle vier sind so unterschiedlich und doch halten sie zusammen.

    Da ist JB. Er ist Künstler, schwierig, exzentrisch (und mir zunächst am unsympathischsten). Dann ist da Malcom: Architekt, strebsam, will ohne den Namen seines reichen Vaters Erfolg haben. Der dritte ist Willem. Schauspieler, lebenswürdig, sehr verlässlich; ein Freund den man sich wünscht.

    Und dann ist da Jude. Jude ist ein erfolgreicher Anwalt, hilfsbereit, gut aussehender Mann. Dieser hat jedoch eine so traumatisierende Kindheit erlebt, die für uns Leser unvorstellbar ist und ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist: Ein gebrochener Mensch, der sich selbst als Monster sieht und nicht glauben und gar nicht annehmen kann, wenn Menschen ihm gut wollen. Er ist der Meinung, es nicht verdient zu haben.

    Jude zieht, ohne dass es das möchte, alle mit in sein tiefes Loch; auch den Leser. Ein Loch aus Traumata, Verlust, Selbsthass und Selbstverletzung.

    Die einzelnen Personen sind sehr fein herausgearbeitet, so dass man jedem sehr nahe kommt. Besonders Jude möchte man die Hand reichen, ihm helfen, ihn schütteln und ihm eine Schulte geben. Es zerreißt einem das Herz, dass er sein Leben, welches er sich aus eigenen Kräften erarbeitet hat, nicht annehmen und nicht lieben kann. Stattdessen ist es seine Burg mit dicken Mauern, die ihm nach außen „normal“ erscheinen lassen. Das ist sein Ziel. 

    Ich weiß nicht, wie ich meine Emotionen beim Lesen in Worte fassen kann. Es ist das außergewöhnlichste Buch, dass ich je gelesen habe. Es ist toll, aber kann oder darf man das toll nennen? Ich habe eine Überschrift einer Rezension gesehen, die ich recht passend fand: „Ergreifend, fesselnd, aufwühlend und doch so „schön“

  2. Cover des Buches Die Entscheidung (ISBN: 9783734105227)
    Charlotte Link

    Die Entscheidung

    (315)
    Aktuelle Rezension von: til_tomasko9

    Handlung: 

    Simon wollte eigentlich sein Weihnachtsfest mit seinen Kindern in dem Ferienhaus an der Französischen Küste verringen, doch diese sagen ihm kurzfristig ab. Als er am Strand spazieren geht trifft er auf eine verwirrte Frau namens Nathalie, dass sie alles radikal verändern wird hat er wohl nicht gedacht.... 

    Die Autorin: 

    Ich liebe liebe den Schreibstil von Charlotte Link. Sie schreibt aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven. Sie ist für mich die einzige Autorin, die schleichende Spannung aufbauen kann ohne es langweilig zu machen. 

    Meine Meinung: 

    Ich fand das Buch wirklich sehr sehr gut und hat sich definitiv sie 5 Sterne verdient! Es ist unglaublich Spannung und das Buch ist nicht wegzulegen. Trotzdem ist das Thema sehr schwer ernst, also wenn euch Menschenhandel, Häusliche Gewalt und Sexueller Missbrauch betreffen ist das eher nicht ein Buch für euch, denn diese Themen kommen während des Buches immer wieder vor.. Aber ich fand dieses Buch so so toll.

  3. Cover des Buches Tannenstein (ISBN: 9783423218245)
    Linus Geschke

    Tannenstein

    (118)
    Aktuelle Rezension von: Alain_Nicola

    Dieser Roman ist besonders gut. Eine klassische Geschichte von Rache mit russischer Mafia im Hintergrung. Ein Ex-Polizist, der sich am Mörder seiner Geliebte rächen will. 

    Der Plot ist nicht sehr originell aber der Roman ist gut geschrieben. Ich habe vor, noch ein paar schöne Lesestunden mit Born zu verbringen,  indem ich die weiteren Romane der Trilogie lesen werde. 

  4. Cover des Buches Waldmann (ISBN: 9783548069081)
    Thomas Ziebula

    Waldmann

    (12)
    Aktuelle Rezension von: liesmal50

    Es ist erschreckend, dass es Menschen gibt, die den ersten Satz unseres Grundgesetzes einfach nicht beachten: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Daran musste ich denken, als ich von Flüchtlingen aus der Ukraine und im selben Atemzug von Menschenhandel und Zwangsprostitution gelesen habe.

    Ein schweres, hochbrisantes und aktuelles Thema, das Thomas Ziebula in seinem Roman behandelt. Ein dreckiger Sumpf, in den sich Waldmann begeben muss, nachdem er in die Bonner Mordkommission Bonn zurückgekehrt ist. Dass seine Frau vor einigen Jahren auf einem Basar im nigerianischen Lagos plötzlich verschwunden war, ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.

    Die Journalistin Pia Luninger wendet sich an Waldmann. Sie arbeitet an einer Reportage über Menschenhandel und Zwangsprostitution mit dem Titel „Spurlos“. Dann ist da noch Susanne, eine angebliche Sozialarbeiterin, die versucht, von Zwangsprostitution betroffenen Frauen zu helfen.

    Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Ziebula erzählt aus mehreren Perspektiven. Mit den recht kurzen Kapiteln wechseln Orte, Zeit und Personen. Lange hatte ich Probleme damit, dass Protagonisten zu Beginn eines Kapitels nicht namentlich benannt, sondern nur mit "er" oder "sie" beschrieben wurden. Das hat mich in meinem Lesefluss behindert und auch keine echte Spannung aufkommen lassen.

    Nachdem ich allerdings etwa die Hälfte des Buches gelesen hatte, mochte ich es nicht mehr beiseitelegen. Zu groß waren die Angst und die Vorstellung, was geschehen sein könnte und doch hoffentlich nicht geschehen sein mag. Zu nah an der Wirklichkeit ist die Geschichte, als dass mich das Erzählte hätte kalt lassen können. Dass es über Länder und Grenzen hinweg so menschenverachtende Verbindungen gibt, ist einfach furchtbar und kaum zu begreifen.

  5. Cover des Buches Die andere Hälfte der Hoffnung (ISBN: 9783426304839)
    Mechtild Borrmann

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    (77)
    Aktuelle Rezension von: EngelAnni

    In "Die andere Hälfte der Hoffnung" werden eigentlich drei Geschichten parallel erzählt. Die eines Mädchens, welches aus den Fängen eines Menschenhändlers entkommt und bei einem Bauern Unterschlupf findet, die eines Polizisten, der zwei Mädchen sucht und sich auf die Spur der Menschenhändler begibt und die einer Mutter eines der verschwundenen Mädchen, die ihre Lebensgechichte in der Ukraine erzählt.

    Zwei der drei Geschichten gefallen mir richtig gut. Dem Polizisten konnte ich sehr gut folgen und ich fand es spannend, wie der Menschenhändlerring gejagt wurde und auch der Polizist kommt mir sehr sympatisch rüber.

    Auch die Geschichte der Mutter berührt mich, sie schreibt ihre Lebensgeschichte auf. Sie hat 1986 In der Nähe von Tschernobyl gelebt. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt.

    Leider gefällt mir die Geschichte von dem Mädchen, was fliehen kann nicht so gut.  Deswegen vergebe ich "nur" vier Sterne.

  6. Cover des Buches Die Jasminschwestern (ISBN: 9783548061429)
    Corina Bomann

    Die Jasminschwestern

    (201)
    Aktuelle Rezension von: Wortkosterin

    Gesamteindruck: Der Roman hat mich enttäuscht, angefangen mit dem irreführenden Titel, denn das Schicksal der "Jasminschwestern" wird in der Handlung nur gestreift. Bei mir wurden durch Klappentext, Buchcover und Werbung als Spiegel-Bestseller bestimmte Erwartungen an Inhalt und Qualität geweckt, die der Roman nicht erfüllen konnte.

    Handlung und Erzählweise: Die Erzählstruktur ist simpel gestrickt: Die vietnamesische Urgroßmutter Hanna erzählt der Protagonistin Melanie, die in gerade in einer Lebenskrise steckt (das ist die Rahmenhandlung, die in der Gegenwart in Berlin spielt) ihre dramatische Lebensgeschichte. Die anfängliche Rückblende nach Saigon zu Hannas jungen Jahren war für mich die stärkste Passage des Romans. Corina Bomann bringt Zeit- und Lokalkolorit ein – davon hatte ich mir noch mehr gewünscht, die Autorin verlässt diesen Schauplatz aber wieder zu schnell.

    Einige interessante Aspekte enthält die Episode über das Ballhaus im Berlin der 1920er Jahren. Hierzu hat die Autorin gut recherchiert. 

    Recht schwach und viel zu kurz fand ich hingegen die Episode in Paris (Beruf Hutmacherin). Bei den Schilderungen der Pariser Lebenswelt fehlte es mir an Details und Stimmung, ich konnte nicht richtig in das Lebensgefühl eintauchen. 

    Die Rahmenhandlung ist für mein Empfinden zu dürftig ausgearbeitet: Die Liebesgeschichte zwischen Melanie und ihrem erkrankten Partner sowie ihren Flirt mit dem Gärtner fand ich zu oberflächlich.

    Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin für diesen Roman aus ihrer Ideenkiste zu viele Einzelteile in den Roman gepackt hat, wobei die Rahmenhandlung von Melanie, die der Erzählung ihrer Urgroßmutter zuhört, das Ganze nur lose zusammenhält. Mir fehlte beim Lesen ein übergreifender dramatischer Spannungsbogen und eine "organische" Verbindung der Einzelteile, die episodenhaft aneinandergereiht sind. Ein Flickenteppich mit einigen interessanten Einzelteilen, aber irgendwie ohne Herz. Und es werden zu viele dramatische Ereignisse und schicksalhafte Fügungen in die Lebensgeschichte von einer Person (Hanna) gepackt, das ist nicht mehr glaubwürdig und wirkt überfrachtet.

    Figuren: Sämtliche Figuren wirkten auf mich schemenhaft und klischeebehaftet. Mir fehlte eine psychologische Komplexität, die aus Romanfiguren echte Menschen macht. Die Frauengestalten sind sich alle zum Verwechseln ähnlich. Für mich blieb beim Lesen durchweg eine emotionale Distanz zu den Figuren bestehen, das Innenleben der Figuren wurde nicht wirklich spürbar, sondern alle Emotionen und Gedankengänge wurden von der Autorin nur "von außen" benannt. Zumindest ist bei mir der Funke nicht übergesprungen, vielleicht geht es anderen Leserinnen anders.

    Stil: Die Autorin schreibt sprachlich auf einem recht simplen Niveau - finde ich als Leserin, die eine gewisse sprachliche Eleganz schätzt. Der Wortschatz des Romans ist solide (Mainstream), mir fehlt jedoch die sprachliche Varianz und das Besondere. Einige Wörter und Floskeln werden zu häufig wiederholt. Der Roman ist flüssig lesbar und leicht verständlich, aber manchmal werden die Dinge für meinen Geschmack zu platt "ausbuchstabiert". Ich bevorzuge eine subtilere Erzählweise, bei der es auch zwischen den Zeilen etwas zu entdecken gibt, in der Bildhaftes und das Unausgesprochene die Fantasie beflügeln.

    Fazit: Der Roman konnte bei mir weder Verstand noch Herz ansprechen. Vielleicht gebe ich der Autorin mit einem anderen Werk demnächst eine zweite Chance, denn Corina Bomann begeistert seit Jahren viele Leserinnen und ich würde diesen Zauber auch gerne entdecken.


    Tipp: Wer gerne Historienromane über Frauenschicksale in exotischen Gefilden liest, dem kann ich diese versierten Autorinnen empfehlen: 

    - Doris Cramer (meine Favoriten: Das Leuchten der Purpurinseln, Die Perlen der Wüste, Das Lied der Dünen)

    - Nicole C. Vosseler (meine Favoriten: Zeit der wilden Orchideen, Unter dem Safranmond, Der Himmel über Darjeeling)

    - Laila El Omari (meine Favoriten: Die Farbe der Pfefferblüte, Tages des Monsuns)


  7. Cover des Buches Vendetta (ISBN: 9783257231748)
    Donna Leon

    Vendetta

    (250)
    Aktuelle Rezension von: Gute_Nacht

    Inhalt

    In diesem Fall wird Commissario Brunetti tief in die Unterwelt Venedigs geführt.

    Acht rumänische Frauen sollen nach Italien geschmuggelt werden, verunglücken dabei jedoch. Doch ohne dieses Unglück hätte wohl niemand erfahren, warum jemand von einer venezianischen Bar aus in die ganze Welt telefoniert oder warum einige der angewählten Nummern in den Adreßbüchern zweier Männer stehen, die binnen einer Woche sterben.

    Fazit 

    Ein weiterer spannender und fesselnder Krimi aus der Brunetti Reihe, der sich zu lesen lohnt.

  8. Cover des Buches Kukolka (ISBN: 9783746635392)
    Lana Lux

    Kukolka

    (181)
    Aktuelle Rezension von: izzy_books

    „Kukolka“ fesselt von der ersten Seite an. Die Geschichte der jungen Samira, geprägt von Armut, Ausbeutung und dem Kampf ums Überleben, wird schonungslos erzählt. Intensiv, unbequem und emotional aufwühlend, vermittelt der Roman die Härten des Lebens auf eindrucksvolle Weise. Ein kraftvolles, unbedingt lesenswertes Werk.


  9. Cover des Buches Mädchenjäger (ISBN: 9783492304627)
    Paul Finch

    Mädchenjäger

    (117)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Detective Sergeant Mark Heck Heckenberg ermittelt schon sehr lange in scheinbar auswegslosen Fällen. Achtundreißig Frauen sind verschwunden und es gibt keinerlei Spuren von ihnen. Es muss eine Serie sein und es muss sich auch um die gleichen Täter handeln. Seine Theorie glaubt man ihm nicht und er wird quasi zwangsbeurlaubt. Als Lauren Wraxford vor ihm steht und ihn um Hilfe anfleht will er erstmal nicht, aber ihre Schwester ist verschwunden. Beide begeben sich in allerhöchste Gefahr, denn die Hintergründe sind viel grausamer als sie vermuten. Die Jagd beginnt. Ein Thriller der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Page Turner!

  10. Cover des Buches So wie die Hoffnung lebt (ISBN: 9783426519059)
    Susanna Ernst

    So wie die Hoffnung lebt

    (255)
    Aktuelle Rezension von: AlineCharly

    Nach einer schrecklichen Familientragödie hat Katie aufgehört zu sprechen und verschließt sich auch vor den anderen Kindern im Heim. Bis eines Tages Jonah einzieht. Er scheint der einzige zu sein der zu Katie durchdringen kann. Die beiden beginnen eine innige Freundschaft und bald schafft Katie es auch wieder mit anderen zu sprechen. Aus Freundschaft wird irgendwann Liebe und die beiden planen eine gemeinsame Zukunft. Doch dann schlägt das Schicksal wieder zu und die beiden werden sich eine lange Zeit nicht wiedersehen.

    Die Geschichte zwischen Katie und Jonah ist eine wirklich emotionale. Beide haben in ihrer Kindheit schreckliches erlebt und müssen lernen damit umzugehen. Die Entwicklung zwischen den beiden ist wirklich rührend und man kann total mit ihnen mitfühlen. Nachdem sie so viel zusammen erlebt haben, wundert es mich auch nicht, dass Jonah auch Jahre später die Suche nicht aufgegeben hat. Auch das Wiedersehen der beiden fand ich wunderschön und man konnte wirklich gut erkennen, dass auch jetzt die Gefühle füreinander noch vorhanden sind. Allerdings ist mir das ganze drum herum viel zu übertrieben und dadurch auch unglaubhaft. Statt der vielen unrealistischen Wendungen, hätte ich mir gewünscht, dass sich die Autorin mehr auf die Emotionen und das Wiedersehen der beiden konzentriert. Das hätte für mich auch besser zum ersten Teil der Geschichte gepasst.

    Vor allem der erste Teil hat mich emotional total berührt, aber danach wurde die Handlung leider etwas übertrieben. Von mir gibt es daher 3,5 Sterne und eine Empfehlung für alle, die sich nicht an unrealistischen Umständen stören.

  11. Cover des Buches Die andere Hälfte der Hoffnung (ISBN: 9783956390470)
    Mechtild Borrmann

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    (15)
    Aktuelle Rezension von: parden

    TSCHERNOBYL, KORRUPTION UND MENSCHENHANDEL...

    Valentina wartet auf die Rückkehr ihrer Tochter aus Deutschland. Seit Monaten hat sie nichts mehr von ihr gehört. Sie scheint spurlos verschwunden – wie viele andere Studentinnen, die angeblich ein Stipendium in Deutschland erhalten haben. Valentina lebt dagegen in der verbotenen Zone von Tschernobyl, ihrer alten Heimat. Um dem trostlosen Warten und dem bitterkalten Winter zu trotzen und die Hoffnung nicht zu verlieren, beginnt Valentina ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. In Deutschland versteckt währenddessen Martin Lessmann eine junge osteuropäische Frau vor ihren Verfolgern. Als sie sich kurz darauf die Pulsadern aufschneidet, rettet er sie ein zweites Mal – und erfährt Ungeheuerliches. (Klappentext)

    Drei Handlungsstränge verwebt Mechtild Borrmann in diesem bedrückenden Roman, die zu Beginn nur wenig miteinander zu tun zu haben scheinen. 

    Zum einen gibt es da den alten Schafbauern Lessmann, der allein mit seinem Hund auf seinem Hof in Zyfflich am Niederrhein lebt. Mitten im Winter flüchtet sich eine nur spärlich bekleidete junge Frau auf seinen Hof, auf der Suche nach Schutz vor ihren Verfolgern. Nach kurzem Zögern lässt Lessmann sie ein - und fortan steht sein Leben auf dem Kopf. 

    Dann gibt es in der Ukraine in der sog. Entfremdungszone bei Tschernobyl eine ältere Frau, die ihre Tochter seit einem Jahr vermisst. Gemeinsam mit ihrer Freundin ist Walentynas Tochter nach Deutschland gereist, weil ein Stipendium ihr dort ein Studium versprach. Die Polizei reagiert genervt, wenn Walentyna dort auftaucht, um zu erfahren, ob es in dieser Angelegenheit etwas Neues gibt. Walentyna hat begonnen, für ihre Tochter ihr Leben aufzuschreiben, in einer Art Tagebuch besondere Ereignisse ihrer Vergangenheit zu notieren. Das geht vom Schicksal von Walentynas Mutter während des Zweiten Weltkriegs über die Katastrophe in Tschernobyl, die alles zum Schlechten veränderte, bis hin zum heutigen Tag. Ein düsteres Vermächtnis.

    Als drittes spielt Leonid Witalijowytsch Kyjan eine Rolle, Oberleutnant der Kriminalmiliz, der sich um die Aufklärung zahlloser Fälle verschwundener ukrainischer Mädchen bemüht. Offensichtlich gibt es einen geschickt operierenden Menschenhändlerring mit Verbindungen bis in die oberste Spitze. Auch die Miliz scheint nicht gefeit zu sein vor Korruption und Vertuschung. Leonid kämpft gegen Windmühlen und wird schließlich suspendiert. Auf eigene Faust fährt er nach Deutschland, um nach den verschwundenen Mädchen zu suchen...

    Abwechselnd rückt einer der Handlungsstränge in den Fokus, und so entsteht schließlich ein düsteres Mosaik von menschengemachten Missständen, das einen den Glauben an die Menschheit verlieren lassen kann. Menschenhandel, Zwangsprostitution, Korruption, Behinderung der Ermittlungen, dazu noch die unfassbaren Geschehnisse rund um die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl mit all den Lügen, Verschweigungstaktiken und Dementieren von Seiten der Regierung - und den fatalen Folgen für die Bevölkerung, die bis heute andauern.

    Mechtild Borrmann verleiht diesen Missständen Gesichter, Einzelschicksale die bewegen, die aber auch wütend und ratlos machen. Dabei verwebt sie die Handlungsstränge zunehmend miteinander, bis deutlich wird, welche Zusammenhänge da bestehen. Doch auch wenn es zuletzt Antworten gibt - der Roman lässt einen bedrückt zurück. Die ungekürzte Hörbuchfassung (6 Stunden und 2 Minuten) wird ruhig aber eindringlich gelesen von Ulla Wagener und Axel Wostry.

    Die andere Hälfte der Hoffnung - ist Hoffnungslosigkeit. 


    © Parden

  12. Cover des Buches Duo mit Beretta (ISBN: 9783954751358)
    Ella Theiss

    Duo mit Beretta

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Witch-Journal

    Krimi pur. Was muss die arme Isabell mitmachen. Ich habe diese Roman in einem Stück gelesen. Er hat mich festgehalten und sofort in seinen Bann gezogen. Die Autorin - Ella Theiss - hat eine großartige Story, wunderbar umgesetzt. Es fehlt nichts zu einem guten Krimi. Das Spiel zwischen Isabell und Billie ist herrlich gelungen. Als Leser möchte man gern ins Geschehen eingreifen und hilfreich zur Seite stehen. Das gelingt auch vor dem geistigem Auge. Die Emotionen schlagen hoch. Gänsehautfeeling setzt ein und man kann kaum die nächste Seite erwarten. Die Handlung der Story shangheit jeden Leser. Die Autorin hat ein besonderen Schreibstil. Er ist ohne Ecken und Kanten, flüssig und sehr wortgewandt. Dies kommt beim Leser sehr gut an. Die brisante Themen, die angesprochen werden, sind durchaus realistisch. Der Gewissenskonflikt, den Isabell durchmachen muss, geht manchmal dem Leser sehr nah. Doch gerade das, macht es aus. Der Krimi beinhaltet, eine große Ernsthaftigkeit, die jedoch von einer Portion Humor im Zaum gehalten wird. Ella Theiss hat bewiesen, das sie weiß, wie guter Krimi geht und von welcher Klasse sie ist. Danke, liebe Ella.


  13. Cover des Buches Brennende Narben (ISBN: 9783404178728)
    Leo Born

    Brennende Narben

    (79)
    Aktuelle Rezension von: elenas_littlebookworld

    Im 3. Band der großartigen Mara Billinsky Reihe hat meine liebste weibliche Ermittlerin jede Menge um die Ohren. Bereits am Ende von "Lautlose Schreie" zeichnete sich ab, dass Mara alles daran setzen wird, den Mord an ihrer Mutter aufzuklären, der sie seit Jahren nicht los lässt. Neben ihren privaten Ermittlungen bekommen sie und ihre Kollegen es darüber hinaus mit dem brutalen Mord an einer Edelprostituierten sowie einer verheerenden Autobombe zu tun.

    Wie gewohnt hält Leo Born sich nicht mit langem Vorgeplänkel auf - als Leser*in wird man sofort mitten ins Geschehen katapultiert. Auch der Schreibstil ist wieder sehr bildhaft, ohne überladen zu wirken - einfach die perfekte Mischung. Ganz besonders gefällt mir bei diesem Band die Entwicklung der Charaktere. Mara oder "die Krähe", wie ihre Kollegen sie nennen, wird nach und nach etwas zugänglicher und lässt eine Person (den Namen nenne ich natürlich nicht) sogar ganz besonders nah an sich heran. Sie und ihr Partner Jan Rosen sind zudem mittlerweile fast so etwas wie ein eingespieltes Team. "Der Spatz" nimmt in diesem Band eine größere Rolle ein und überrascht mit seinem neu gefunden Mut - weiter so Rosen.

    Wieder einmal beeindruckte mich, wie der Autor es auch in diesem Band schafft, scheinbar lose Handlungsstränge zu einem einzigen grandiosen Plot zusammenzuführen. Dieser umfasst darüber hinaus so viele unvorhersehbare Wendungen, dass einem beim Lesen kaum Gelegenheit zum Luft holen bleibt. Das Tempo steigert sich mit jedem der kurzen Kapitel und behält dadurch einen konstant hohen Spannungsbogen bei. Das Ende ist absolut gelungen, wenngleich ich ab einem gewissen Punkt vermutet hatte, wer hinter Katharina Billinskys Ermordung steckte. Auch "Brennende Narben" war für mich ganz großes Kino und ich bin sehr gespannt, was Billinsky und Rosen in den nächsten Bänden erwartet.

  14. Cover des Buches Sie haben mich verkauft: Eine wahre Geschichte (ISBN: B004ROT9I4)
    Oxana Kalemi

    Sie haben mich verkauft: Eine wahre Geschichte

    (103)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Genre: Biografien

    Erwartung: Ein berührendes Buch erleben

    Meinung:

    Das Cover finde ich passend. Der Schreibstil ist ganz gut. 

    Mir hat es gefallen, dass man Oxana erst mal mit ihrem Aufwachsen kennen lernen durfte. Hier wurde das Leben in der Ukraine schon eindrücklich beschrieben. Sie hat ein schlimmes Schicksal getroffen, dass mich sehr berührt hat. Dabei hat sie aber nicht den Mut und den Glauben an sich selbst verloren. Es hat mich schockiert, wie mit Frauen umgegangen wird. Obwohl das Buch schon ein paar Jahre alt ist, erleben diese Tortour noch genug Frauen. Daher ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen.

    Fazit: 4 Sterne von mir. 

  15. Cover des Buches Die Macht der Clans (ISBN: 9783328108054)
    Thomas Heise

    Die Macht der Clans

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Kaffeekapitelchaos

    Das Buch ist detailreich, sehr informativ und aufschlussreich geschrieben. Zwei Spiegelreporter, sind auf den Spuren der türkisch-kurdischlibanesischen Clans und wir finden, daß es ein sehr interessantes und anspruchsvolles Thema in der Gesellschaft ist.

    Da hat sich jemand größte Mühe gegeben dieses Buch zu schreiben, der Schreibstil war immer flüssig, man kam gut in die Geschichte rein, vorallem ist dieses Buch gut recherchiert worden, die Thematik ist sehr gut ausgearbeitet und sehr gut vorstellbar geschrieben worden, denn in der heutigen Zeit ist dies wohl Gang und gebe und die bittere Realität.

    Es ist schon erschreckend, einfach machtlos zuzusehen, ohne etwas unternehmen zu können. Die Justiz fällt wohl manchmal fragwürdige Urteile. Aber es entspricht der Realität und man kann wenig dagegen unternehmen. Das ist das traurige an der Geschichte, es ist Real und die Menschen schauen nicht genau hin, oder ist es ihnen schlicht weg egal?

    Das Buch ist sehr gut geschrieben und
    wir können dieses Buch allen Empfehlen, die diese Themen interessieren und auch nachvollziehen können.

  16. Cover des Buches Die Fährte des Wolfes (ISBN: 9783608504187)
    Mons Kallentoft

    Die Fährte des Wolfes

    (126)
    Aktuelle Rezension von: derMichi

    Das große Vorbild ist erkennbar: Das Autorenduo Kallentoft und Lutteman will nicht irgendeinen Schwedenkrimi machen sondern Zack Herry als unbequemen Ermittler mit Ecken und Kanten mitten in einen genretypisch brutalen Mordfall werfen. Diese Konstellation gelingt handwerklich soweit ganz gut, zumal die Handlung beizeiten zügig vorangetrieben wird und die Kombination von Harry und seiner grundverschiedenen Kollegin Deniz reichlich Spannung birgt.

    Neben der Aufklärung der Morde braut sich mit Zacks Drogenkonsum eine weitere Gefahr über dem Kopf des motorradfahrenden Blondschopfs zusammen, denn mehrmals sabotiert er die Ermittlungen beinahe unabsichtlich selbst. So richtig sympathisch, dass man mit ihm mitfiebern würde, wird er allerdings nie, selbst wenn er sich noch so rührend um das von ihrer Mutter vernachlässigte Nachbarsmädchen Ester kümmert, das wohl seine eigene gestohlene Kindheit repräsentieren soll.

    Vielmehr ist es den schnellen Szenenwechseln und den abgründigen Methoden der an dem Verbrechen Beteiligten zu verdanken, dass so gut wie nie Langeweile aufkommt. Die Auflösung des Falls ist dann gar nicht mal so exotisch wie die Mordmethoden, ein wenig Business, Mafia und Menschenhandel geht immer, anhand der detaillierten Beschreibung der Szene von perversen Sexkäufern und ausgebeuteter illegaler Einwanderer kann man jedoch von einem realen Problem ausgehen, das die schwedische Gesellschaft umtreibt.

    Im Vergleich zu Stieg Larsson allerdings ein eher schnurgerader Thriller ohne großartige Glanzmomente, der gut unterhält, unter seinesgleichen jedoch nicht hervorsticht. Der nächste Kult-Cop in den Fußstapfen von Carl Mørck oder Lisbeth Salanader wird Zack Herry auch nicht, dafür ist das bewährte Konzept zu emotionslos umgesetzt. Apropos Salander: Die Autoren lassen sich eine sehr direkte Anspielung, ja einen Beinahe-Cameo der legendären Hackerin, gegen Ende des Buchs nicht nehmen, um der Millenium-Reihe und gerade ihrer filmischen Adaption zu huldigen.

    Originaltitel: "Zack"

  17. Cover des Buches Gebete für die Vermissten (ISBN: 9783518466407)
    Jennifer Clement

    Gebete für die Vermissten

    (83)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth
    Jetzt machen wir dich hässlich, sagte meine Mutter. Sie pfiff durch die Zähne ... Sie roch nach Bier.  Im Spiegel sah ich, wie sie mir mit dem Stück Kohle übers Gesicht fuhr. Das Leben ist böse, flüsterte sie …  Vielleicht muss ich dir die Zähne ausschlagen, sagte meine Mutter. Auszug Seite 9

    Guerrero ist eine von Gewalt gebeutelte Provinz im Südwesten von Mexico. Bekannt ist die Urlaubsmetropole Acapulco an der Pazifikküste liegend. In den dünn besiedelten Bergen, wo vor allem Indigene leben, lassen die Kartelle Mohn anbauen und durch diese Gebiete wird das Kokain dann aus Südamerika transportiert. 

    In den kleinen Bergdörfern besitzen Drogenhändler die Macht und terrorisieren diesen Landstrich. Ein Menschenleben ist hier nichts wert, besonders nicht das der Mädchen. Für die junge Ladydi Garcia Martinez ist das der bittere Alltag. Sie erzählt uns von ihrem Leben in dieser trostlosen Gegend, in dem mittlerweile fast nur noch Frauen leben. Die Männer, die nicht auf die Seite der Drogendealer wechseln, verlassen ihre Familien um in Acapulco Arbeit zu finden. Oder sie fliehen über die Grenze in die USA. Die es schaffen, schicken einen Teil ihres Lohnes zu ihren Frauen aber die meisten Männer kehren nicht zurück. So ist es die Aufgabe der Frauen, ihre Kinder zu beschützen. Und das Gefährlichste sind nicht die giftigen Skorpione, Klapperschlangen, Leguane oder Erdbeben, auch nicht die Militärs, die wahllos Gift aus Hubschraubern über das Gelände versprühen. Eigentlich um die Mohnfelder der Narcos zu zerstören, oft wurden die Piloten aber auch bestochen und sprühen ihre Pestizide über die Hütten der Bauern. Das Schlimmste sind die Entführungen durch die Menschenhändler. Die kleinen Mädchen werden von ihren Müttern in Jungensachen gekleidet und als Teenager absichtlich hässlich gemacht, die Haare kurz geschnitten, die Zähne mit Filzstift geschwärzt. Sobald am Horizont die schweren Escalades mit schwarz getönten Scheiben auftauchen, verstecken sich die Mädchen in selbstgegrabenen Erdlöchern. Doch meistens sind die Frauen der Willkür der Drogenmafia machtlos ausgeliefert, von den bisher verschleppten Mädchen fehlt jede Spur, nur eine taucht nach einem Jahr psychisch und physisch angeschlagen wieder auf.

    Eine vermisste Frau ist nur ein Blatt, das der Regen in die Gosse treibt. (Auszug Seite 68)

    Für Ladydi scheint sich ein Ausweg aus dem Elend zu eröffnen, als sie einen Job als Kindermädchen in Acapulco antritt. Ihr Cousin Mike hat ihr die Stelle vermittelt und bringt sie auf das luxuriöse Anwesen einer reichen Familie. Die Besitzer tauchen aber monatelang nicht auf. Ladydi hat eine gute Zeit und verliebt sich in den Gärtner. Bis zu dem Tag, als die Polizei die Villa stürmt und ein gewaltiges Waffenlager vorfindet. Für Ladydi beginnt ein Alptraum, denn aufgrund der Machenschaften ihres Cousins, der für die Zetas arbeitet, wird sie verhaftet und findet sich in Drogenschmuggel und einen üblen Doppelmord verwickelt. Obwohl noch minderjährig kommt sie ins Frauengefängnis in Mexiko-City. Auch hier gerät sie wieder in eine reine Frauenwelt, in der jede Inhaftierte grauenhafte Geschichten zum Besten geben kann.  

    Die Autorin, die in Mexiko-City aufwuchs hat für diesen Roman mehr als 10 Jahre lang in Guerrero recherchiert, Hunderte Interviews mit vom Drogenkrieg betroffenen Mädchen und Frauen geführt, um dann alles mit viel Herzblut in eine fiktive Story zu verpacken. Herausgekommen ist ein intimer Blick auf  den trostlosen Alltag der armen Bevölkerung inmitten der Mohnfelder. Ohne zu bewerten berichtet sie in neutraler Sprache hautnah  aus der Perspektive einer betroffenen Heranwachsenden. Ladydi lässt uns teilhaben an ihrer trostlosen Jugend und erzählt von ihrer Halbschwester Maria mit der Hasenscharte, von Paula, dem schönsten Mädchen von Mexiko, von Estefani, deren Mutter an Aids stirbt, von Ruth, dem Müllbaby, die einen Schönheitssalon betreibt und ihrer alkoholsüchtigen Mutter Rita. 

    Jennifer Clement findet eine feine Balance zwischen Sachlichkeit und Emotion, erzählt in einem unterkühlten, fast unpersönlichen Ton, völlig ungeschminkt mit vielen poetischen und bildreichen Metaphern und das komplette Fehlen der wörtlichen Rede. Trotz der Not und widriger Umstände gibt es auch immer wieder Zeichen der Wärme und der Freundschaft, auch blitzt immer wieder das grotesk-komische in dieser Welt der Armut und Gewalt auf und sorgt für hellere Momente. So heißt die Protagonistin tatsächlich nach Lady Di, aber nicht aufgrund deren Schönheit, sondern weil sie für ihre Mutter die Heilige der Betrogenen ist.  

    Der Stoff wird sehr knapp auf 200 Seiten gefasst, ist mehr Novelle als Roman. Das war auch so ein bisschen mein Problem. Es gibt so viele komplexe Nebenfiguren, aber keine der Charaktere ist tief oder mehrdimensional angelegt. Auch wenn jede ihre eigene Geschichte hat, die bestimmt oft ergreifend und berührend scheint, ist gar kein Platz für tiefgehende Charakterzeichnungen. Sie wirken mehr wie  standardisierte Stellvertreter und als wolle die Autorin alles unterbringen, was sie während ihrer Recherchen herausgefunden hat. Auch wenn dahinter viel Realität steckt und alles der traurigen Wahrheit entspricht, drohen bei der Vielzahl der alltäglichen Grausamkeiten diese zur Routine zu werden und die unerträglichen Ereignisse konnten mich gar nicht mehr erschüttern. Trotzdem zerbricht Ladydi nicht an ihrem Schicksal, sie kennt auch keine andere Welt und sie erfährt auch immer wieder die große Solidarität der Frauen. 

  18. Cover des Buches Das Haus der verlorenen Seelen (ISBN: 9783453422063)
    Britta Bolt

    Das Haus der verlorenen Seelen

    (37)
    Aktuelle Rezension von: WolfgangPhilipp

    Beinahe hätte mich der erste Absatz abgeschreckt - die schrecklich zugerichtete Leiche in einem See von Blut ist für mich durch die Massen an Skandinavienkrimis, die genau damit loslegen, so was von totgeritten... - aber hier hat es sich gelohnt, weiterzulesen.
    Die interessante Hauptfigur mit dem platten Namen "Peter Posthumus" kümmert sich für die Stadt Amsterdam um die Bestattung von anonymen Toten und das Auffinden eventueller Angehöriger. Bei diesem Fall rund um Imobilienmachenschaften und Morde im Rotlichtmilieu werden zwar viele Handlungsebenen aufgemacht, aber dankenswerterweise nicht zu verwirrend gestaltet und toterzählt. Szenen werden wohltuend abgekürzt, auf plumpe Wendungen und lose Fäden verzichtet. 

    Die Winterstimmung in Amsterdam, die familiäre Atmosphäre in der Stammkneipe, die schrullig sympathischen Akteure und die gut nachvollziehbaren Wege der Figuren durch die Stadt (wenn man je dort gewesen ist) lassen einen schnell ankommen in diesem locker zu lesenden Krimi.
    (Ja, auch hier hat mich das Cover zum Griff nach dem Buch animiert.)


  19. Cover des Buches Drei freundliche Tage und ein Todesfall (ISBN: 9783954751686)
    Roland Lange

    Drei freundliche Tage und ein Todesfall

    (11)
    Aktuelle Rezension von: borgi
    Von Anfang an ist es der Journalist Holger Diekmann der die Vorkommnisse rund um ein Rockkonzert in Osterode sonderbar findet und den Ungereimtheiten nachgeht. Zuerst verschwindet die junge Carina, die in dem Bassisten Torsten Dreyer ihren vermeintlichen Vater ausgemacht hat. Kurz darauf wird dieser Torsten Dreyer tot aufgefunden, es sieht nach Selbstmord aus.

    Anders als man erwarten würde, scheint Diekmann aber nicht auf die große Story oder Schlagzeile aus zu sein. Im Gegenteil, es ist immer eher persönliches Interesse, das ihn auf die Fährte des Verbrechens bringt. Durch seine Fragen und Gespräche bringt er die Sache immer wieder voran, während sein Freund Kommissar Ingo Behrends sich lieber dahinter verstecken würde, nicht zuständig zu sein. Und so ergibt sich dem Leser öfter das Bild, dass Holger Diekmann fast der bessere Polizist bzw. Ermittler wäre.

    Für mich fehlten dem eigentlichen Fall ein bißchen die überraschenden Wendungen. Aber insgesamt ist dieser Harz-Krimi flüssig und angenehm zu lesen. Man merkt, dass der Autor ein Herz für Rockmusik hat und gerne mal diese Geschichte rund um eine Band schreiben wollte.

  20. Cover des Buches Der Stoff, aus dem die Freiheit ist (ISBN: 9783863342913)
    Nathalie Schaller

    Der Stoff, aus dem die Freiheit ist

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Buchperlentaucher

    Tue das, was du willst für dein Leben. Beende ungesunde Beziehungen. Mach etwas, worauf du Bock hast, auch wenn es verrückt erscheint. Vertraue deinen Gefühlen, wage Beziehungen. Lasse dich von deinen eigenen Fähigkeiten überraschen. (Seite 37 + 38)

    Diese Tipps zum Glücklich sein stammen nicht aus einem der vielen Ratgeber-Bücher. Es ist das, was Nathalie Schaller immer gelebt hat. Mit gleicher Konsequenz hat sie ihr Ziel verfolgt, nicht dem Mainstream der Mode-Branche zu folgen. 

     
    Faire Mode ist deshalb teuer, weil beim Anbau von biologischer Baumwolle auf giftige Pestizide und chemischen Dünger verzichtet wird. Die Zulieferer garantieren existenzsichernde Löhne, eine feste Anstellung, Gesundheitsschutz, keine Kinder- und Zwangsarbeit und vernünftige Arbeitszeiten. (Seite 59)

    Wie man auch mit einem solchen Konzept erfolgreich arbeiten kann, zeigt Nathalie Schaller eindrücklich auf. 

  21. Cover des Buches Sterbende Seelen (ISBN: 9783404183258)
    Leo Born

    Sterbende Seelen

    (53)
    Aktuelle Rezension von: ginnykatze

    Zwangsprostitution und Drogenhandel sind in der Frankfurter Mainmetropole nichts Neues, aber gerade bricht die Hölle los. Eine blutige Mordserie bringt Kommissarin Mara Billinsky und ihr Team zum Einsatz. Eine Spur führt sie sogar nach Sizilien und dem dortigen grausigen Netz, das auch zu dem ihrigen zu passen scheint. Sie muss die Hintermänner dieser finsteren Organisation ermitteln, um Licht ins Dunkle zu bringen.

    Wieder kämpft Mara gegen Alle. Nicht nur gegen die Verbrecher, sondern auch gegen Bürokratie, Angst und neidische Kollegen. Können sie und ihr Kollege Rosen, trotz vieler falscher Hinweise, die Bande schnappen? Von Müdigkeit und Überarbeitung übermannt, sieht Mara nicht die Gefahr für ihr und Jans Leben. Kann das gutgehen? 

     Fazit: In „Sterbende Seelen“ dem sechsten Fall für seine Kommissarin Mara Billinsky, nimmt mit der Thrillerautor Leo Born mich wieder mit nach Frankfurt und jetzt ins Rotlichtmilleu. Das gelingt ihm sofort, denn ich folge ihm in Windeseile durch die Seiten und kann das Buch erst weglegen, als ich ausgelesen habe. Gleich von Anfang an reißt mich die Geschichte in seinen Bann, das liegt natürlich auch am flüssigen, emphatischen, spannenden und leicht lesbaren Schreibstil Borns. 

    Die Charaktere zeichnet der Autor sehr ausführlich und vor allem Jan Rosen gefällt mir hier besonders gut. Man kann mit ihm wirklich alles hautnah erleben, so unfassbar überzeugendt ist er beschrieben. Alle Figuren passen perfekt in ihre Rollen. Es gibt die Guten und die Bösen und allen dürfen wir bei ihrem Tun über die Schulter schauen. Nicht immer ist das meins, denn es wird manches sehr detailliert beschrieben. Gänsehaut ist da vorprogrammiert.

    Der Spannungsbogen ist gut gewählt. Der Autor versteht es bestens, Spannung und Story zu kombinieren. Das Ende ist perfekt ausgewogen und hat mich vollends überzeugt. Alle Fragen werden beantwortet und die Puzzleteile, die erst so gar nicht zusammenpassen wollen, fallen letztendlich an ihren vorgesehenen Platz. Alle haben ihr Bestes gegeben, die Figuren und vor allem Autor Leo Born,

    Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen und daher vergebe ich hier verdiente 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung. Leo Born gehört einfach zu den besten Thrillerautoren überhaupt.

    Aber lest selbst, denn dies hier ist ganz allein meine Meinung.

  22. Cover des Buches Tote ohne Namen (ISBN: 9783518472514)
    Louisa Luna

    Tote ohne Namen

    (28)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Kurz nacheinander werden in San Diego zwei tote Mädchen gefunden, die mit großer Wahrscheinlichkeit illegal im Land waren. Die Polizei bittet die Privatdetektivin Alice Vega, sich der Fälle anzunehmen. Wer waren die beiden ungefähr 14jährigen? Wo kamen sie her? Und vor allen Dingen, wieso hatte die eine Tote einen Zettel in der Hand, auf dem Vegas Name notiert war. Alice Vega und ihr Partner Max Caplan sind darauf spezialisiert, Vermisstenfälle aufzuklären. Seltsam ist es aber, dass sie durch die Polizei engagiert werden. Möglicherweise sind noch mehr Jugendliche in Gefahr. Vega sucht nach einem Ansatz.


    Dies ist eigentlich der zweite Band der Reihe um Alice Vega. Der erste Fall findet hin und wieder Erwähnung. Für das Verständnis ist eine Lektüre allerdings nicht notwendig. Man fragt sich allerdings, wieso man bei der Veröffentlichung von Übersetzungen nicht mit dem ersten Band angefangen hat. Alice Vega und Max Caplan funktionieren als Team, sie kennen und ergänzen sich. Den Auftrag finden sie zwar seltsam, aber wenn es um möglicherweise vermisste Jugendliche geht, machen sie sich an die Arbeit. Wer weiß, ob noch weitere Mädchen in Gefahr sind oder auch unter welchen Umständen sie leben. 


    Schon nach den ersten Seiten ist man gefesselt von diesem Roman. Schnelle Szenenwechsel, viel Action und eine verzwickt angelegtes Rätsel um die toten Mädchen. Zwar lassen sich einige Gedankengänge von Alice Vega nicht immer nachvollziehen und manchmal wird es so brutal, dass einem ein wenig der Spass vergeht und man vielleicht mal wieder mit dem amerikanischen System hadert, aber dennoch fesselt die Handlung immer wieder. Man möchte wissen, was das Team Vega und Caplan noch in petto hat und ob sie es schaffen hinter das Rätsel um die Toten zu kommen. Vielleicht ist noch etwas Luft nach oben, aber insgesamt ein sehr packender Thriller, der die Lesezeiit vergehen lässt wie im Flug.


    3,5 Sterne

  23. Cover des Buches Tod im Allgäu (ISBN: 9783740800635)
    Gunther Lennert

    Tod im Allgäu

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Ich habe dieses Buch beim Stöbern in der Bibliothek entdeckt und habe es nur mal aus Neugier mitgenommen, weil es im Allgäu spielt.

    Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Handlung drin und die 'sprechende' Katze Kassandra war für mich mal was anderes.  Der Kommissar Stocker hat eine telepathische Verbindung zu seiner Katze Kassandra, die ihn fleißig bei seinen Ermittlungen begleitet und unterstützt.  Hört sich zwar merkwürdig an,  ist aber wirklich nett zu lesen. 

    Die Handlung ist relativ breit angelegt  und neben dem Allgäu wird auch in Griechenland und im Kosovo ermittelt.  Da aber eher inoffiziell.   Der Jugendfreund von Kommissar Stocker ist in Griechenland zu Tode gekommen und sein engeres Umfeld glaubt nicht an einen Unfall.   Parallel gibt es im im Allgäu brutale Morde an jungen süd-osteuropäischen  Frauen, die  illegal als Prostituierte arbeiteten.   In beiden Fällen führen Spuren zu einer Allgäuer Getränkefabrik. 

    Mir hat dieser Krimi richtig gut gefallen, weil ich die Mischung aus sehr speziellem Humor und auch einer ernsten Thematik ( Kosovokonflikt, Menschenhandel, Waffen, Organisierte Kriminalität,..) gut gelungen fand. 

     Band 1 dieser Reihe ist unter zwei verschiedenen Titeln "Schneeblind"  und "Schnee im August" erschienen.  Ich werde mal die Augen offen halten, ob ich da noch ein Exemplar finde. 

    So wie es ausschaut, wurde die Reihe nicht fortgesetzt. Schade. 

  24. Cover des Buches Jenseits von tot (ISBN: 9783894255916)
    Lucie Flebbe

    Jenseits von tot

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Nadine21

    Im dritten Teil rund um Eddie und Zombie geht es um eine Tote, die in der Immobilienbranche gearbeitet und für ihre pflegebedürftige Mutter einen Heimplatz gesucht hat. In diesem Umfeld begibt sich Eddie auf die Suche nach dem Täter und wird dabei von Zombie unterstützt. Allerdings wird dieser (wieder einmal) mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

    Auch dieses Buch wird wieder abwechselnd aus der Perspektive von Eddie und von Zombie geschrieben. Beide zeigen deutlich, dass sie und ihre Beziehung sich in den letzten Bänden gefestigt haben. Zombie wird ruhiger und Eddie mutiger. Die beiden ergänzen sich und sie geben sich Kraft und Mut auch zu ihren Fehlern zu stehen und die Vergangenheit aufzuarbeiten. Es gibt wieder einige Höhen und Tiefen, in die auch die Nachbarn und Freunde der beiden immer wieder involviert sind. 

    Am Ende des Buches sind die meisten Fragen geklärt und doch bleibt Raum für jede Menge eigene Ideen, wie es weitergehen könnte. Schade, dass es keinen weiteren Band geben wird, aber die Geschichte der beiden ist wohl auserzählt.

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