Bücher mit dem Tag "zwanziger jahre"
105 Bücher
- Harper Lee
Wer die Nachtigall stört ...
(1.042)Aktuelle Rezension von: Christian_FisIch habe den Roman in der von Niklaus Stingl überarbeiteten Übersetzung von Claire Malignon gelesen.
Harper Lees Roman "Wer die Nachtigall stört" erzählt von Scout und Jem Finch, die in den 1930er-Jahren in Maycomb, Alabama, aufwachsen.
Die Geschichte wird aus Scouts Perspektive geschildert, einem achtjährigen Mädchen aus einer angesehenen, alteingesessenen weissen Familie. Scout beobachtet die Welt mit wacher Neugier, direkter Art und vorlauter Altersklugheit, erfasst aber vieles noch nicht vollständig. Alles, was ausserhalb ihres Blickfelds liegt – das Leben armer weisser Familien, gesellschaftlich abgewerteter „White-Trash“-Figuren oder Schwarzer Menschen – bleibt im Hintergrund, was die Perspektive konsequent und glaubwürdig macht.
Thematisch verbindet der Roman Fragen von Gerechtigkeit, Erwachsenwerden und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Atticus Finch steht für Integrität und den Mut, für Recht und Moral einzutreten. Scout und Jem erkennen Ungerechtigkeit, entwickeln Empathie und lernen, die Komplexität menschlicher Beziehungen zu verstehen. Vorurteile, soziale Unterschiede und die Ausgrenzung von Aussenseitern werden sichtbar, ohne dass die kindliche Perspektive sie explizit kommentiert.
Die Stärke des Romans liegt in der Mischung aus Wärme, Humor und Ernsthaftigkeit sowie in der konsequent kindlichen Perspektive. Ein ausgesprochen lesenswertes Werk. Die Debatte in den USA betrifft weniger den Roman als vielmehr seinen Einsatz im Schulunterricht.
- Volker Kutscher
Der nasse Fisch (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2023)
(452)Aktuelle Rezension von: Renate1964Das Cover passt gut und die Reihe mit Kommissar Gereon Rath von Volker kKuscher geht auch sehr fundiert auf die Zwischenkriegszeit ein. Die Kämpfe zwischen den politischen Parteien sowie alte Seilschaften werden sehr spannend beschrieben Gereon und Charlie verbinden gekonnt Berufliches und Privates
- Charlotte Link
Sturmzeit
(430)Aktuelle Rezension von: Gute_NachtInhalt
Sommer 1914: Während es in Europa gärt, scheint auf dem Familiengut der Degnellys in Ostpreußen noch Zeit zu sein für Idylle und den Traum von der großen Liebe. Ein Traum, der die 18-jährige Felicia durch eine harte Zeit begleiten wird. Eine Zeit, in der alte Traditionen und Beziehungen untergehen und einer gar nicht mehr vornehmen Realität weichen …
Fazit
Großartiger Auftakt einer Trilogie, die für mich zu einer der besten seit langem gehört. Ich lese sie immer wieder gerne.
- Ernest Hemingway
Fiesta
(164)Aktuelle Rezension von: Mira123Wenn ihr schon länger Leser meines Blogs seid, dann kennt ihr den Namen Hemingway sicher schon. Der hat "The Old Man and the Sea" geschrieben, eine Kurzgeschichte, die ich ja im Juni rezensiert habe. Um ganz ehrlich zu sein: Würde da nicht bei beiden Büchern der Autorenname drauf stehen, dann hätte ich nie gedacht, dass beide Werke aus der Feder des gleichen Mannes stammen. Während "The Old Man and the Sea" sehr düster war, sehr melancholisch und fast schon deprimierend, ist "The Sun Also Rises" sehr positiv und unterhaltsam geschrieben. Die Figuren reagieren erstaunlich nachvollziehbar und halt wirklich so, wie man das als junger Mensch tun würde. Besonders deutlich zeigt sich das meiner Meinung nach in den Gesprächen.
In diesem Buch geht es um eine Gruppe junger Menschen, die nach Spanien fahren, um sich dort die Fiesta anzusehen. Ihr wisst schon, dieses Riesenevent, wo die Stiere mit roten Tüchern geärgert und durch die Straßen gescheucht werden. Dahin fahren die also, zwei der Figuren sind Brett und Jake. Sie feiern, diskutieren über die Zukunft, den Sinn des Lebens, über die Liebe und eigentlich alles. Es hat mir Spaß gemacht, die Freunde zu begleiten und mit ihnen durch Spanien und zu Beginn des Buchs auch durch Paris der 1920er zu flanieren.
Was mich gestört hat (und was natürlich wieder nicht in meiner Vorlesung angesprochen wurde!) ist der Antisemitismus und der Sexismus, wobei ich an letzteres in Klassikern eigentlich schon fast gewohnt bin. So offener Antisemitismus ist mir persönlich aber neu und ich fand das wirklich erschreckend. "Sei nicht so ein Jude!", heißt es da zum Beispiel und die einzige jüdische Figur ist ein doch eher unangenehmer Zeitgenosse, was nicht mit irgendwelchen interessanten Motiven erklärt wird, sondern eigentlich nur mit der Tatsache, dass er halt Jude ist. Uff! Muss das sein? Gott sei Dank war das "nur" im Hintergrund der Geschichte, sonst müsste ich diese Rezension als totalen Verriss gestalten. Am schlimmsten finde ich einfach wirklich, dass das in meiner Lehrveranstaltung nicht aufgegriffen wird. Soll uns LiteraturstudentInnen nicht beigebracht werden, wie wir Texte kritisch lesen und hinterfragen? Das hat man uns zumindest im ersten Semester gesagt. Warum wird dann in dieser Lehrveranstaltung jeder Klassiker hochgefeiert und problematische Aspekte werden ignoriert? Das finde ich einfach nur schrecklich!
Mein Fazit? Das Buch hat mir prinzipiell eigentlich ziemlich gut gefallen. Allerdings hat mich dieser beiläufige Antisemitismus gestört.
- Anne Stern
Fräulein Gold: Schatten und Licht
(238)Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland[𝕦𝕟𝕓𝕖𝕫𝕒𝕙𝕝𝕥𝕖 𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘]
𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Fräulein Gold - Schatten und Licht (Die Hebamme von Berlin 1)
𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Anne Stern
𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Rowohlt // Argon Verlag (Hörbuch)
𝔾𝕖𝕤𝕡𝕣𝕠𝕔𝕙𝕖𝕟 𝕧𝕠𝕟: Anna Thalbach
𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟/𝔾𝕖𝕙𝕠𝕖𝕣𝕥 𝕒𝕦𝕗: Deutsch
𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Magst du Bücher die in Deutschland spielen?
𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
Spannend - Gut - Kurzweilig
𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥:
1922: Hulda Gold hat schon das ein oder andere Kind auf die Welt gebracht und unzählige Schwangere betreut. Da kommt es schonmal vor, dass man in die Angelegenheiten anderer hineingezogen wird. Diesmal hat es die Hebamme jedoch in einen Mordfall verwickelt, der sie nicht los lässt. Und während sie Ermittlungen anstellt, gerät die unerschrockene Frau in Gefahr...
𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
Die Geschichte rund um Hulda Gold ist spannend und kurzweilig. 😊
Während man am Fall miträtselt, lernt man die Hebamme und die Menschen in ihrer Umgebung immer besser kennen - und will unbedingt auch mehr wissen.
Egal ob man sich in die düsteren Ecken Berlins verirrt oder mit Hulda entspannt in einem Kaffee sitzt, es wird nicht langweilig. 😁
Dabei bleibt der Stil immer locker und leicht zu lesen und man fliegt durch die Seiten.
Auch in das Hörbuch habe ich reingehört. Denn dieses wird von Anna Thalbach gelesen - eine der wenigen weiblichen Sprecher die ich gerne höre.
𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘?
Von mir gibt's eine Leseempfehlung für Leute, die eine gute Geschichte über eine starke Frau suchen.
𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️
- Florian Illies
Liebe in Zeiten des Hasses
(93)Aktuelle Rezension von: bookswithjackiIn diesem Werk zeigt uns Florian Illies, was bekannte Persönlichkeiten zu Zeiten der "Golden 20s", der Weltwirtschaftskrise und der Machtübernahme der Nationalsozialisten gemacht haben. Im Fokus stehen ihre Beziehungen - häufig mit viel Drama, viel Hin und Her. U.a. geht es um Schauspieler wie Marlene Dietrich, Künstler wie Picasso, Philosophen wie Simone de Beauvoir und Schriftsteller wie Remarque und Kästner. Wir reisen quer durch Europa, bis hin nach New York und Hollywood. In den richtigen Momenten ist das Buch gefüllt mit Humor, und dann, wenn es notwendig ist, wird es wieder etwas ernster. Es war sehr interessant zu sehen, was all die Persönlichkeiten damals gemacht und erlebt haben. Ab und an verliert man den Überblick, da so viele Namen erwähnt werden, aber es gibt ein Register mit allen Namen, so dass man auch mal etwas nachschlagen kann. Ich hoffe, Illies bringt ein weiteres Buch heraus, wo es darum geht, was mit den genannten Personen nach 1939 passiert ist.
- Maria Nikolai
Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre
(164)Aktuelle Rezension von: KiraNearTitel: Die Schokoladenvilla - Goldene Jahre
Autor*in: Maria Nikolai
Erschienen in Deutschland: 2019
Originaltitel: -
Erschienen in -: -
Übersetzer*in: -
Weitere Informationen:
Genre: Historisch, Hetero, Drama, Slice of Life
Preis: € 10,00 [D] | € 10,30 [A]
Seiten: 718
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-328-10406-3
Verlag: Penguin Verlag
Rezensionsexemplar: Nein
Inhalt:
Stuttgart, 1926: Die junge, abenteuerlustige Serafina zieht zu ihrem Halbbruder Victor in dessen prächtiges Familienanwesen, das alle nur "Die Schokoladenvilla" nennen. Denn die Rothmanns sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für ihre feinen Schokoladenkreationen, von denen sich auch Serafina nur zu gern verführen lässt. Mit ganzen Herzen stürzt sie sich in die Verlockungen der aufregenden neuen Zeit, und als sie den attraktiven Anton kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch Anton ist im Begriff, sich mit einer anderen zu verloben. Derweil wird das Schokoladenimperium der Rothmanns durch heimtückische Sabotageakte bedroht - und Serafina von einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit eingeholt ...
Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Das hier ist der einzige Band der Reihe, das ich selbst besitze, sowohl Band 1 als auch 3 habe ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen. Genau kann ich es nicht mehr sagen, aber ich glaube, das Buch hier war bei den vielen Büchern dabei, die ich im Herbst 2023 geschenkt bekommen habe. Zumindest ist es meine größte Vermutung, auch, ich hab es mal irgendwo günstig kaufen können, da es sich um ein preisreduziertes Mängelexemplar handelt.
Mal unabhängig davon habe ich ja vor kurzem den ersten Band gelesen und da er mir doch recht gut gefallen hat, wollte ich natürlich dann auch den zweiten Band lesen. Ganz ehrlich, ich bin froh, dass ich den Aufwand betrieben und mir die beiden anderen Bände aus der Bibliothek geholt habe. Klar, der Fokus liegt in diesem Buch auf Serafina, und nicht mehr wie im ersten Band auf Judith, dennoch gab es sehr viele Ereignisse, die im ersten Band passieren und auf diese baut der zweite Band auf, sprich, ich hätte sehr viele Wissenslücken gehabt. All das zu kennen, besonders die Geheimnisse, die auch noch im zweiten Band existieren, war dagegen erfrischend und hilfreich. Wie oft hatte ich beim Lesen das Gefühl, als hätte ich was verpasst, bis ich dann enttäuscht herausfand, dass es noch Bücher davor gibt? Zu oft, ganz ehrlich.
Hier war wenigstens auf der Innenseite des Einbands gekennzeichnet, dass es sich hierbei um den zweiten Band handelt, ich wäre sonst echt böse auf die Nase gefallen.
Btw, böse auf die Nase fallen, irgendwie bin ich das dann doch, was einfach daran liegt, dass hier viel zu viele Personen eine wichtige Rolle spielen, es damit viel zu viele POVs gibt und auch viel zu viele Handlungsstränge. Da gibt es Serafina, die neben ihrem finsteren Geheimnis auch mit Problemen in der Liebe zu kämpfen hat. Dazu sieht man auch die Perspektive einer Helferin von ihr. Außerdem auch von Anton und Karl, Viktoria und Hélène. Und natürlich ihre entsprechenden Subplots. So wird es besonders beim Liebeschaos ziemlich schnell unübersichtlich und ich wusste für eine kurze Zeit lang nicht mehr, wer jetzt nun auf wen steht oder nicht. Erst später wird mal Klartext gesprochen und es wird eine Lösung für alle Beteiligten gefunden. Es ist zwar ein bisschen zu glatt, zu schnell abgehandelt worden, aber ich bin recht froh, dass es bei dieser Sache keinen Verlierer gibt.
Was mir auch ein bisschen zu schnell ging, war die Auflösung der beiden wichtigsten Storyteile. Beide Teile werden über den Verlauf der Geschichte langsam und geduldig aufgebaut, spielen natürlich die größten Rollen und nehmen dementsprechend viel Platz im Text ein. Wie das Ganze dann aber jeweils aufgelöst wird, ist dagegen irgendwie ungeduldig schnell, so abrupt. Als hätte die Autorin beim Schreiben gemerkt, dass es zu viele Seiten werden und ist dann in die Eisen gestiegen, um noch unter 800 Buchseiten zu bleiben. Ist jetzt natürlich nur eine haltlose Vermutung, aber so kommt es mir halt vor. Und das ist schade. Den einen oder anderen Showdown hätte dem Buch echt gut getan. So gibt es statt drei spannenden Stellen nur eine.
Fazit:
Ja, das Buch ist ein bisschen chaotisch und ich bin ehrlich, der eine oder andere Nebenstrang (oder der eine oder andere Charakter) weniger hätte dem Buch vielleicht gut getan. So musste ich mich oft geistig umorientieren, und überlegen, wer nochmal die Person war, das war nicht immer spaßig. Klar, ich hatte Spaß beim Lesen, aber nicht so sehr wie beim ersten Band. Trotzdem bin ich neugierig, wie der letzte Band der Reihe sein wird.
Von mir bekommt das Buch drei Sterne, sorry, es hat mir leider nicht so gut gefallen wie der Vorgänger :/
- Jessica Fellowes
Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht
(210)Aktuelle Rezension von: Carry1980Lange schon wollte ich den 1. Band der Mitford Schwestern lesen. Das Buchcover hat mich sehr angesprochen und ist die Autorin doch eine Nichte des berühmten Autors von Downton Abbey. Der Einstieg ins Buch gelang leicht und wie man sich einen Roman um die Jahrhundertwende vorstellt. Es treffen zwei Welten aufeinander - Louisa ein Arbeiterkind und Halbwaise und Nancy die älteste Tochter aus vornehmen Hause. Louisa wird Kindermädchen und Gesellschaftsdame und trotz aller Klassenunterschiede freunden sich beide Mädchen an. Als dann noch ein mysteriöser Mord passiert, fangen beide Mädchen mit den Ermittlungen an.
Hier war dann ein leichter Spannungsfaktor, ansonsten plätscherte das Buch etwas vor sich hin. Es las sich gut, keine Frage, aber einige Figuren waren doch - meiner Meinung nach - nicht gut ausgearbeitet. Z. b. die Ladyschaft kam immer angenervt rüber und Lord Mitford wie ein dumme Tölpel. Irgendwie etwas platt. Auch Guy, der junge Polizist der ebenfalls ermittelt und ein Auge auf Louisa geworfen hatte kam mir ständig nervös vor und nicht wie ein Held, so wie er am Ende des Romanes dann beschrieben wird.
An für sich ein gutes Buch für zwischendurch, es ist Band 1 der Reihe. In jedem Buch wird ein weiteres Kind der Mitford Geschwister beschrieben. Ich selbst werde kein weiteres Buch dieser Reihe lesen, dafür war mir das 1. Band jetzt einfach zu seicht.
- Christian Berkel
Der Apfelbaum
(182)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Als bei seiner Mutter eine Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert wird und ihre Erinnerungen und Gedanken immer verworrener werden, beschließt der Autor, seine Familiengeschichte zu rekonstruieren – im Grunde geht es um seine Eltern Sala und Otto, die in den 1920er Jahren aufeinandertreffen. Durch Salas jüdische Herkunft werden Holocaust und Internierung ein Thema, Otto als Arbeiterjunge gerät zunächst ins kriminelle Milieu, studiert später Medizin und gerät letztendlich in Kriegsgefangenschaft, vergisst Sala aber nie....
Persönlicher Einrduck:
Ich schätze Christian Berkel als guten Schauspieler, der mir aus der Krimiserie „Der Kriminalist“ bestens bekannt ist, daher war ich gespannt, inwieweit er sich inzwischen einen Namen als Autor gemacht hat. In seinen familienbiografisch inspirierten Roman „Der Apfelbaum“ breitet er die Geschichte seiner Familie während der Zeit des Zweiten Weltkriegs aus und legt den Fokus auf seine Eltern Sala und Otto.
Basis für diese Suche nach den Wurzeln ist die Alzheimer-Erkrankung der inzwischen betagten Mutter, so dass alte Fotoalben und mannigfaltige Erinnerungen Grundlage für seine schriftstellerische Arbeit liefern.
Sala entstammt einer intellektuellen Familie des Großbürgertums, die Mutter Jüdin, der Vater Lebensreformer und homosexuell. Otto hingegen ist ein Berliner Arbeiterkind, kommt aus einer ganz anderen sozialen Schicht und lernt durch einen Zufall Sala kennen und lieben. Als die Machtergreifung der Nationalsozialisten und der Zweite Weltkrieg ein Thema wird, geraten beide in den Strudel der politischen Ereignisse und während Sala sich nicht als Halbjüdin fühlt, die Tatsache aber nicht leugnen kann, wird Otto, der irgendwann Medizin studiert, als Arzt in den Krieg eingezogen.
Das klingt alles erst mal vielversprechend – wären nicht die konfusen und optisch nicht offensichtlichem Sprünge in der Erzählung. Mal ist die Handlung von früher, mal in der Gegenwart – man kommt irgendwann gar nicht mehr mit und das Lesen gestaltet sich mühselig und ermüdend.
Otto war die einzige Figur, die meines Erachtens interessant war. Leider spielte er auf weiten Strecken der Geschichte überhaupt keine Rolle. Sala hingegen war mir nicht wirklich sympathisch.
Wie Otto, der nie Geld hatte, sich plötzlich ein Medizinstudium leisten konnte, wird auch nie erklärt. Fragen über Fragen, Wirrnis am laufenden Meter.
Ich habe das Buch nach ca. einem Drittel abgebrochen, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass die Handlung irgendwann noch auf einen grünen Zweig kommt. Besagter Apfelbaum aus der Kindheit des Autors findet auch zwei Mal Erwähnung, hatte aber irgendwie keinen Sinnzusammenhang mit dem Erzählten, so dass ich mir letztendlich dachte: was soll das Ganze? Es war im Grunde eine Abrechnung mit den Erlebnissen seiner Vorfahren, die Berkel am besten für sich selbst gemacht hätte aber nicht unbedingt als Buch herausbringen hätte müssen. Mich hat die Geschichte jedenfalls nicht gefesselt, die Figuren waren unnahbar und die Lesezeit für dieses Werk sicherlich anderweitig besser investiert.
Da ich das Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank gefischt habe, habe ich auch keinerlei Hemmungen, es nicht zu Ende gelesen zu haben. Eine Empfehlung gibt’s von mir keine, tut mir leid.
- Christof Weigold
Der Mann, der nicht mitspielt
(96)Aktuelle Rezension von: Katl2Ein erfolgloser Schauspieler ist in Hollywood keine Seltenheit. Hardy Engel ist nur einer von vielen. Sein Versuch, als Privatdetektiv über die Runden zu kommen, ist ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Bis eines Tages eine attraktive, rothaarige Frau um eine Audienz bei ihm bittet. Und mit einem Schlag ändert sich im Leben von Hardy Engel alles. Seine Ermittlungen führen ihn hinter die Bühnen und Scheinwerferlichter von Hollywood zu den dunklen und verdorbenen Geheimnissen der Filmwelt. Schnell wird ihm klar, dass hier nichts so ist, wie es scheint und dass es manche Vorfälle gibt, die nie in das Licht der Öffentlichkeit geraten sollen.
Der Detektiv
Hardys Wunsch, ein Komiker zu werden, ist nicht sonderlich von Erfolg gekrönt und so beschießt er, sich seine Erfahrungen als Polizist zunutze zu machen und beschließt, Privatdetektiv zu werden, anfangs mit einer niedrigen Beschäftigungsrate. Ein unscheinbarer Auftrag ändert dann alles. Seine Hartnäckigkeit und sein Talent, stehts zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, stoßen den zynischen und sturköpfigen Hardy mitten hinein in die Welt des Filmes, wo es von Geheimnissen und Unwahrheiten nur so wimmelt. Doch für Hardy Engel ist klar, dass er letztendlich nur der Wahrheit dient. Und die will er finden, koste es was es wolle.
Ein Platz, an dem Träume zur Wirklichkeit werden
Hollywood – ein Platz voller Träume, berühmter Persönlichkeiten und ein Himmel auf Erden. Zumindest scheint es so. Christof Weigold malt ein anderes Bild von Hollywood. Drogen, Alkoholismus und sexuelle Vergnügungen stehen an der Tagesordnung der großen Stars. Die vermittelte Illusion existiert nicht, und doch kämpft die Filmbranche darum, eben jene Illusion aufrecht zu erhalten. Doch der Skandal, der durch den Tod von Virginia Rappe ausgelöst wird, lässt die Fassade bröckeln und ermöglicht den Medien einen Blick hinter die sorgsam verborgenen Kulissen. Die Aufregung ist groß. Zeitungen erkennen ihre Chance zu Massenabnahmen ihrer Schlagzeilen, die Filmproduzenten fürchten um ihren Ruf, Schauspieler und Produzenten haben Angst um ihre Karriere. Am Ende ist sich jeder selbst der nächste. Und, wie Hardy später klarstellt: Im Krieg und im Film ist die Wahrheit das erste Opfer.
Fazit
Ein spannungsgeladener, actionreicher Kriminalroman der 1920er Jahre. Unerwartete Richtungsänderungen und Entwicklungen machen die Handlung unberechenbar und sorgen für eine fesselndes Leseereignis. Hardy Engel ist ein symphytischer Ermittler, der sich seiner eigenen Schwächen und Fehler durchaus bewusst ist und mit seinem zynisch-ironischen Blick auf die übertriebene Welt um ihn herum, einen angenehmen Gegenpol zu den undurchsichtigen Persönlichkeiten des Buches bildet. Ich habe diesen Ausflug in die Goldenen Zwanziger genossen, jede einzelne Seite davon. Für Menschen, die verwickelte Handlungsstränge lieben, ein absolutes Muss.
- Ray Celestin
Todesblues in Chicago
(22)Aktuelle Rezension von: kleine_welleMichael Talbot und Ida Davies ermitteln jetzt schon seit ein paar Jahren für die Detektei Pinkerton in Chicago. Im Sommer 1928 verschwindet eine reiche Erbin und die beiden werden von ihrer Mutter beauftragt sie zu finden. Doch das ist nicht das einzige Verbrechen, das in diesem Sommer in Al Capones Chicago passiert.
Das Cover ist wieder gelungen und hat schon einen Wiedererkennungswert für die Reihe.
Und auch mit seinem Stil konnte mich der Autor direkt wieder packen und ich wurde in diesen heißen Sommer in Chicago versetzt. Von Vorteil war vielleicht auch das es bei uns auch so heiß war. ;)
Was ich einfach an Ray Celestin mag sind diese detailreichen Beschreibungen, die einem alles nur noch deutlicher vor Augen führen. Man ist dort, in Chicago und spürt nicht nur alles hautnah mit, man hört die Musik, den Lärm der Straßen und sieht einfach ein reales Chicago der 20er Jahre vor seinem inneren Auge entstehen.
Dazu kommt, dass die Charaktere auch bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und beschrieben sind. Man fühlt mit den Protagonisten mit und kann sie sich auch sehr lebhaft vorstellen.
Vor allem Ida hat es mir angetan. Sie hat eine echt tolle Entwicklung durchgemacht und mausert sich zu einer selbstbewussten Frau, die weiß was sie will und das auch versucht durchzusetzen. Was natürlich als Frau und vor allem als schwarze Frau nicht immer so leicht ist. Aber sie geht ihren Weg und kann sogar die bösen Jungs damit beeindrucken.
Aber auch die neuen Charaktere, wie zum Beispiel Jacob konnten mich für sich einnehmen. Hier ist dem Autor auch wie gut gelungen, einem die Menschen näher zu bringen. Einfach klasse!
Am Anfang werden einem dann zunächst die verschiedenen Charaktere und (Mord)Fälle erläutert und man ist gespannt, wie sich diese Teile am Ende zu einem Bild zusammenfügen lassen. Denn das es eine Geschichte ist, daran besteht kein Zweifel. Konnte Ray Celestin das auch schon im ersten Teil Höllenjazz in New Orleans wunderbar, so hat er das auch hier sehr gut hinbekommen. Am Ende löst sich alles sehr gut auf.
Was mir auch sehr gut gefällt ist, wenn sich Fiction mit Fakten mischen. Man wird unterhalten und lernt auch so einiges, bzw. man wird dazu angeregt darüber weiter zu recherchieren. Zumindest ist es bei mir immer so. Sehr interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch die Erklärungen am Ende des Buches vom Autor. Hier geht er nochmal auf die geschichtlichen und zeitlichen Unterschiede zu seinem Roman ein und das war sehr aufschlussreich.
Gegen Ende war mir vielleicht ein klein wenig zu viel Gangsterkram mit Verfolgung und Schießerei, aber es passte doch in die Zeit und die Geschichte. Und danach konnte mich der Autor auf den letzten Seiten dann nochmal zum Lächeln bringen.
Mein Fazit: Mit Todesblues in Chicago ist dem Autor wieder ein Meisterstück gelungen. Nahtlos knüpft er an den ersten Teil an und überzeugt mich mit seinen detailreichen Beschreibungen, sodass man sich an Ort und Stelle versetzt fühlt. Außerdem sind die Charaktere einfach toll beschrieben und ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen, der einen sehr guten Krimi zu schätzen weiß. Ich warte jetzt sehnsüchtig auf Teil 3 und hätte am liebsten direkt mehr davon gelesen. - Tania Schlie
Die Spur des Medaillons
(36)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneDie Autorin beschreibt in diesem historischen Roman den Werdegang von Natascha, Herausforderungen der sie sich ihrer Zeit stellen musste. Eine schwierige Zeitepoche für eine Frau, in der Natascha aufgewachsen ist. Parallel wird von Ninas Leben erzählt, dass auch etwas mit Nataschas Vergangenheit zu tun hat. Doch für ihren Traum gibt sie alles und lässt sich durch niemandem aufhalten. Ihre Geschichte hat mich total gefesselt und mir gezeigt, dass es sich definitiv immer lohnt an seinem Vorhaben festzuhalten und dennoch auch etwas Neues auszuprobieren. Ein anschaulicher Schreibstil ließ mich eintauchen in die Welt von damals und heute. Entstanden ist hier ein beeindruckendes Porträt mit allen Höhen und Tiefen, den solch ein innovativer Weg mit sich bringt. Das Buch ist ein interessanter und unterhaltsamer Roman. Es war was anderes, es war zeitweise auch schockierend und beängstigend, aber auch fesselnd und tiefgründig zugleich. Klare Weiterempfehlung.
- Corina Bomann
Die Jasminschwestern
(201)Aktuelle Rezension von: WortkosterinGesamteindruck: Der Roman hat mich enttäuscht, angefangen mit dem irreführenden Titel, denn das Schicksal der "Jasminschwestern" wird in der Handlung nur gestreift. Bei mir wurden durch Klappentext, Buchcover und Werbung als Spiegel-Bestseller bestimmte Erwartungen an Inhalt und Qualität geweckt, die der Roman nicht erfüllen konnte.
Handlung und Erzählweise: Die Erzählstruktur ist simpel gestrickt: Die vietnamesische Urgroßmutter Hanna erzählt der Protagonistin Melanie, die in gerade in einer Lebenskrise steckt (das ist die Rahmenhandlung, die in der Gegenwart in Berlin spielt) ihre dramatische Lebensgeschichte. Die anfängliche Rückblende nach Saigon zu Hannas jungen Jahren war für mich die stärkste Passage des Romans. Corina Bomann bringt Zeit- und Lokalkolorit ein – davon hatte ich mir noch mehr gewünscht, die Autorin verlässt diesen Schauplatz aber wieder zu schnell.
Einige interessante Aspekte enthält die Episode über das Ballhaus im Berlin der 1920er Jahren. Hierzu hat die Autorin gut recherchiert.
Recht schwach und viel zu kurz fand ich hingegen die Episode in Paris (Beruf Hutmacherin). Bei den Schilderungen der Pariser Lebenswelt fehlte es mir an Details und Stimmung, ich konnte nicht richtig in das Lebensgefühl eintauchen.
Die Rahmenhandlung ist für mein Empfinden zu dürftig ausgearbeitet: Die Liebesgeschichte zwischen Melanie und ihrem erkrankten Partner sowie ihren Flirt mit dem Gärtner fand ich zu oberflächlich.
Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin für diesen Roman aus ihrer Ideenkiste zu viele Einzelteile in den Roman gepackt hat, wobei die Rahmenhandlung von Melanie, die der Erzählung ihrer Urgroßmutter zuhört, das Ganze nur lose zusammenhält. Mir fehlte beim Lesen ein übergreifender dramatischer Spannungsbogen und eine "organische" Verbindung der Einzelteile, die episodenhaft aneinandergereiht sind. Ein Flickenteppich mit einigen interessanten Einzelteilen, aber irgendwie ohne Herz. Und es werden zu viele dramatische Ereignisse und schicksalhafte Fügungen in die Lebensgeschichte von einer Person (Hanna) gepackt, das ist nicht mehr glaubwürdig und wirkt überfrachtet.
Figuren: Sämtliche Figuren wirkten auf mich schemenhaft und klischeebehaftet. Mir fehlte eine psychologische Komplexität, die aus Romanfiguren echte Menschen macht. Die Frauengestalten sind sich alle zum Verwechseln ähnlich. Für mich blieb beim Lesen durchweg eine emotionale Distanz zu den Figuren bestehen, das Innenleben der Figuren wurde nicht wirklich spürbar, sondern alle Emotionen und Gedankengänge wurden von der Autorin nur "von außen" benannt. Zumindest ist bei mir der Funke nicht übergesprungen, vielleicht geht es anderen Leserinnen anders.
Stil: Die Autorin schreibt sprachlich auf einem recht simplen Niveau - finde ich als Leserin, die eine gewisse sprachliche Eleganz schätzt. Der Wortschatz des Romans ist solide (Mainstream), mir fehlt jedoch die sprachliche Varianz und das Besondere. Einige Wörter und Floskeln werden zu häufig wiederholt. Der Roman ist flüssig lesbar und leicht verständlich, aber manchmal werden die Dinge für meinen Geschmack zu platt "ausbuchstabiert". Ich bevorzuge eine subtilere Erzählweise, bei der es auch zwischen den Zeilen etwas zu entdecken gibt, in der Bildhaftes und das Unausgesprochene die Fantasie beflügeln.
Fazit: Der Roman konnte bei mir weder Verstand noch Herz ansprechen. Vielleicht gebe ich der Autorin mit einem anderen Werk demnächst eine zweite Chance, denn Corina Bomann begeistert seit Jahren viele Leserinnen und ich würde diesen Zauber auch gerne entdecken.
Tipp: Wer gerne Historienromane über Frauenschicksale in exotischen Gefilden liest, dem kann ich diese versierten Autorinnen empfehlen:
- Doris Cramer (meine Favoriten: Das Leuchten der Purpurinseln, Die Perlen der Wüste, Das Lied der Dünen)
- Nicole C. Vosseler (meine Favoriten: Zeit der wilden Orchideen, Unter dem Safranmond, Der Himmel über Darjeeling)
- Laila El Omari (meine Favoriten: Die Farbe der Pfefferblüte, Tages des Monsuns)
- Carola Dunn
Miss Daisy und die tote Sopranistin
(24)Aktuelle Rezension von: MissWatson76Ich kann nur sagen, dass ich Miss Daisy einfach total gerne mag. Es ist schön, ihrer Geschichte zu folgen und den Fällen, in denen sie ermittelt.
Das hier ist der dritte Fall von Miss Daisy und Inspector Alec Fletcher in dem sie zusammen ermitteln. Ich muss sagen, dass für beide einfach alles fast viel zu glatt läuft und es kaum Komplikationen gibt, aber dafür ist es eben ein Cosy Krimi und das muss dann eben so sein.
Aber dafür sind alle andere Personen um sie herum schon ziemlich verrückt und fast jeder von ihnen hat ein Motiv für einen Mord. Und da ist es nicht so einfach, den richtigen zu finden. Aber es macht Spaß, den Ermittlungen zu folgen.
Hier geht es um einen total Sopranistin, die vergiftet wurde und viele Hauptverdächtige.
Einfach cosy, aber fast perfekt.
- Peter Prange
Der Traumpalast
(121)Aktuelle Rezension von: P_GandalfGut recherchierter Wälzer über die Gründung der UFA und die Firmenentwicklung vor dem Hintergrund der Geschichte.
Peter Prange schildert wie die UFA als Propagandaschmiede des kaiserlichen Militärs 1917 gegründet und wie sie durch die ersten Jahre bis zum Tode von Reichspräsident Ebert gesteuert wird. Und trotzdem bildet dies nur die Rahmenhandlung für zum einen eine Liebesgeschichte zwischen Konstantin und Rahel, die meiner Meinung nach nicht überzeugt und zum anderen die Verstrickungen in die Finanzierung und Unterstützung nationaler Kräfte um die Weimarer Republik zu erledigen.
Fazit:
Mit Sicherheit nicht das beste Werk von Peter Prange. Manche Personen, Handlungsstränge erscheinen klischeehaft und sind tw. nicht wirklich notwendig. Der Schreibstil Pranges gleicht allerdings vieles wieder aus.
Meiner Meinung nach ein durchaus lesenswerter Roman über eine turbulente, chaotische Zeit.
- JP O'Connell
Hotel Portofino
(21)Aktuelle Rezension von: BiblionatioDas Buchcover:
Das Cover zeigt das Hotel Portofino an der grünen Bucht von Italien. Auf dem Wasser ist ein Segelschiff zu erkennen. Der Himmel ist wolkenlos. Insgesamt gefällt mir das Buchcover sehr, da es den Schauplatz der Geschichte darstellt.
Meine Meinung:
Ich war schon sehr gespannt auf dieses Buch, da es mit der Serie ‚Downtown Abbey‘ verglichen wurde. Es hat auf jeden Fall Charakterzüge dieser Serie. Eine Familie eröffnet in Italien mitten der 1920er ein Hotel. Während des Sommers sind einige Besucher zu Gast im Hotel, welche verschiedene Gründe haben vor Ort zu sein. Nicht zu vergessen, dass auch die Liebe und das Drama mit im Spiel sind. Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen.
Am Anfang lernte ich die Familie und die Angestellten des Hotels kennen. Nach kurzer Zeit trafen dann die unterschiedlichsten Gäste ein. Dadurch verlor ich leider den Überblick der Charaktere und es war sehr anstrengend der Handlung zu folgen. Nach und nach konnte ich die Personen wieder auseinander halten. Dennoch gefiel mir, dass alle Anwesenden unterschiedliche Eigenschaften und Charakter hatten.
Der Schreibstil war flüssig, spannend und humorvoll. Durch die vielen Personen hatte ich manchmal das Gefühl, dass auch der Stil eine gewisse Schwere hatte und ich dann nicht mehr ganz so leicht durch die Story kam.
Das Fazit:
Insgesamt hat mir die Geschichte mit den Charakteren gut gefallen. Ich würde mir für die nächste Auflage eine Übersicht aller Personen wünschen, damit Lesende direkt kurz nachschauen können wer wer ist. Dieses Buch kann ich Personen empfehlen, die gerne historische Romane lesen oder eine schöne Sommerlektüre suchen.
- Arne Jysch
Der nasse Fisch
(22)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerKommissar Gereon Rath wurde gerade frisch von Köln nach Berlin versetzt. Auf die Schnelle gab es nur die Möglichkeit bei der Sittenpolizei unterzukommen, doch der ehrgeizige junge Mann gibt alles, um bald bei den Großen mitspielen zu dürfen. Bis dahin allerdings ist es ein langer, steiniger Weg. Er muss lernen wem er vertrauen kann und wem nicht, außerdem gibt es diverse äußere Einflüsse, die nicht nur ihm das Leben schwer machen, privat wie beruflich.
Ganz gleich, ob man den gleichnamigen Kriminalroman aus der Feder Volker Kutschers bereits kennt oder nicht, man wird beim Lesen und Betrachten der graphischen Adaption in Begeisterungsstürme ausbrechen. Allein inhaltlich zeichnet sich ein konkretes Bild Berlins in den 20er Jahren ab, bei dem natürlich auch die detaillierte Darstellung der Kriminalpolizei nicht fehlen darf. Gereon ist ehrgeizig, besitzt aber dennoch Ecken und Kanten, lässt sich weder unterbuttern noch ins Boxhorn jagen. Gerade deswegen muss er auf der Hut sein. Auch wenn er nicht zu jeder Zeit der größte Sympathieträger ist, so ist man als Leser dennoch auf seiner Seite, irgendwie erscheint sämtliches Handeln einen Sinn zu ergeben, selbst wenn sich mal mehr mal weniger am Rande der Legalität bewegt wird.
Durch Arne Jyschs Zeichnungen wird das Geschriebene lebendig, die Figuren bekommen mehr als nur ein Gesicht, beinahe wird man sogar eingesogen in die damalige Zeit. Die Atmosphäre strömt aus jedem Bild, es scheint fast als würde es sich um bewegte Illustrationen handeln. Die Stimmung der Vergangenheit wird gekonnt eingefangen, es gab wenige Lichtblicke, dennoch wirkt das Geschehen nicht durchweg bedrückend. Denn es wird auch unter die Oberfläche geschaut, recherchetechnisch hätte man es besser wohl nicht machen können.
Wer bereits die Möglichkeit hatte in „Babylon Berlin“, beruhend auf dem Roman von Volker Kutscher, reinzuschauen, wird bemerken, dass Graphic Novel und TV-Serie sich in weiten Teilen ähneln, man durchaus ganze Szenen wiedererkennt, nur dass sie im Fernsehen koloriert sind. Der schwarz-weiß-Effekt des Comics ist natürlich nicht zu überbieten, hier passt einfach alles.
Bleibt abzuwarten oder vielmehr zu hoffen, dass auch weitere Teile der Krimireihe rund um Gereon Rath in ähnlicher Form adaptiert werden. - Andreas Izquierdo
Labyrinth der Freiheit
(125)Aktuelle Rezension von: biancaschAls ich das Buch bekam, musste ich feststellen, dass es sich um den dritten Band handelt. Blöd, aber eigentlich egal. Also, die ersten beiden Bände bestellt. Ich habe alle drei Bände gesuchtet. Ich habe geweint, war erschüttert und habe gelacht. Eine wunderschöne Geschichte über drei Freunde, die nicht unterschiedlicher sein könnten.
Der dritte Teil spielt in Berlin während der Weimarer Republik. Karl, Isi und Arthur haben sich ein Leben aufgebaut. Aber die drohende Inflation, die Traumata des ersten Weltkrieges, alte Feinde und der aufkommende Nationalsozialismus bedrohen ihre Welt.
Der dritte Teil dieser Geschichte, steht den ersten beiden Büchern in nichts nach.
Die Sprache lässt einen direkt in die Geschichte eintauchen.
Mit gefällt auch das Cover. Es ist stimmig und passt zu den ersten beiden Bänden.
Klare Kaufempfehlung :) - Carola Dunn
Miss Daisy und der Tod im Wintergarten
(34)Aktuelle Rezension von: MissWatson76Ich rezensiere hier das Hörbuch, leider ist es hier nicht zu finden. darum nehme ich das Buch als Vorlage.
Das Hörbuch - der zweite Band aus der Reihe von Miss Daisy - wird gelesen von Julia Tettenborn, die ihre Sache hier auch sehr gut macht. Julia Tettenborn liest Miss Daisy in einem guten nicht zu schnellen Tempo, das sehr gut passt zu einem Cosy Krimi.
Hier geht alles in einem angepassten Tempo mit guter Spannung und auch einer guten Portion Romantik.
Miss Daisy ist für einen Auftrag auf dem imposanten Anwesen Occles Hall. Ihre gute Freundin Bobby und ihr Bruder freuen sich sehr über den Besuch der jungen Adligen. Nur ihre Mutter lässt sich anmerken, dass sie sich über gar nichts freut, weder über Besuch, noch wenn ihre Kinder anfangen, sich ihren eigenen Kopf über ihr Leben zu machen.
Daher ist es nicht schwer zu erraten, dass wieder einmal jeder ein Motiv hat, als die Leiche des jungen Dienstmädchens Grace gefunden wird.
Daisy ist mit der Arbeit des bisher ermittelnden Polizisten gar nicht zufrieden und fühlt sich wieder einmal als Frau nicht ernst genommen. Also ruft sie Inspector Alec Fletcher an, der sich für Daisy sofort auf den Weg macht.
Daisy hat einiges gelernt aus ihrer ersten Ermittlung mit dem Inspector und vor allem freuen sich beide sehr, einander wiederzusehen.
Ein Cosy Krimi wie er im Buche steht, könnte man sagen. Einfach, aber spannend und mit sehr guten Dialogen und einer guten Portion Romantik.
Mir hat es sehr gut gefallen. - Kerstin Ehmer
Der weiße Affe
(40)Aktuelle Rezension von: sunny-girlDas Buch spielt in Berlin der zwanziger Jahre. Ariel Spiro ist gerade aus Wittenberg in Berlin eingetroffen. Als erstes soll er die Ermittlungen zu den Mord an einen Bankdirektor übernehmen. Spiro wird von seinen Kollegen misstrauisch beäugt. Er hat unkonventionelle Methoden. Gleichsam verliert er sich in der Berliner Halbwelt und treibt sich in Spelunken und halbseidenen Lokalitäten rum. Parallel wird die Geschichte eines verwirrten Jungen erzählt, die anfangs nicht mit der Haupthandlung zu tun hat.
Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig. Kurz, abgehackt, aber gleichzeitig blumig, ausschweifend. Am Anfang ist es besonders schlimm. Vor allem die Absätze mit dem Jungen habe weitestgehend überflogen.
Obwohl zu dem Mord ermittelt wird, ist das Buch eher eine Milieustudie als ein Krimi. Die Berliner Halbwelt fasziniert irgendwie. Der Kriminalfall wird auch aufgeklärt.
Am Anfang hätte ich das Buch am liebsten beiseite gelegt. Da es so dünn war, ist es schnell gelesen. Den zweiten Band werde ich mir nicht antun. - Beate Maly
Mord auf dem Eis
(32)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeWas mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat, ist natürlich die Autorin (ich habe schon andere Bücher von ihr gelesen und mochte sie), aber auch das Setting. Die Geschichte spielt im Wien der 1920er Jahre. Eine interessante Stadt und eine faszinierende Zeit.
Es ist ein eher ruhiger Krimi, würde ich sagen, aber kein cosy crime. Der Fall an sich ist schon recht erschütternd, wird aber nicht zu dramatisch dargestellt. Ein Fokus liegt auch klar auf den Charakteren. Ernestine, eine pensionierte Lehrerin, und ihr guter Freund Anton forschen ein bisschen nach und kommen so der Lösung des Mordfalls immer näher.
Es ist der sechste Band einer Reihe, aber man kann das Buch auch gut ohne Vorwissen lesen.
Mir hat es sehr gut gefallen!
02.02.2024
- Joan Weng
Die Frauen vom Savignyplatz
(64)Aktuelle Rezension von: anke3006Vicky benimmt sich nicht wie ein Mädchen ihrer Zeit. Sie ist Verlobt, verliebt sich in einen anderen, wird schwanger, geschieden und dann? Sie macht sich selbstständig und das als Frau. Skandal!
Joan Weng hat die Zeit, die Lebensumstände und die Denkweise sehr gut eingefangen.
Ihre Art zu schreiben gefällt mir gut.
- Beate Maly
Mord im Auwald
(22)Aktuelle Rezension von: HelefloAnton und Ernstine beschließen den heißen Sommer im Strombad Kritzendorf ausklingen zu lassen. Zusammen mit Rosa und dem neuen Familienmitglied Cockerspanieldame Minna, ziehen sie dort in eine Badehütte, die Anton von einem Freund zur Verfügung gestellt bekommt.
Aber wie es natürlich der Zufall so will, wird nix mit geruhsamen Ferien. Der Künstler Emil Kopf mit zweiter Frau und Stieftochter ist auch da, genauso wie Familie Hummel die von Kopf unbedingt eine Skulptur erwerben wollen. Ausserdem gibt es da noch Kopfs leibliche Tochter die mir ehemaligem Kindermädchen und ihrer Tante ebenfalls dort Quartier nimmt. Und so weiter. Nach und nach findet sich eine Gesellschaft ein, die alle wohl noch eine Rechnung mit Kopf offen haben. Bald schon wird der Unsympath ermordet und Ernstine ist zum Leidwesen von Anton wieder voll in ihrem Element.
Diesmal gibt es sehr viel "Personal" was es anfänglich etwas unübersichtlich macht, der Lese-und Ratefreude aber keinen Abbruch. Diesmal lernen wir Antons Enkelin Rosa besser kennen, und wie nach dem letzten Teil gibt es nun einen Hund. Dieser bewahrt Anton vor so manchem kulturellen Zwangserlebnis, dafür beweist er aber auch eine gute Schnüffelnase.
Auch dieser Teil hat mir wieder sehr gut gefallen, auch das Setting in Kritzendorf fand ich toll und mal was ganz anderes.
- Robert Baur
Mord in Metropolis
(9)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisMit diesem Krimi beginnt die Reihe rund um den ehemaligen Kriminalkommissar Robert Grenfeld, der im Berlin von 1925 spielt. Quasi als Kulisse dienen die Dreharbeiten zu dem Monumentalfilm der UfA „Metropolis“ unter der Regie von Fritz Lang.
Grenfeld wird von seinem ehemaligen Chef, Ernst Gennat, beauftragt, den Morddrohungen gegen die Hauptdarstellerin Brigitte Helm diskret nachzugehen.
Wenig später wird eine Komparsin, die ihr täuschend ähnlich sieht, auch tatsächlich ermordet. Es scheint, als ob jemand der UfA schaden will, denn durch zahlreiche, durch Unfälle herbeigeführte, Verzögerungen bei den Dreharbeiten steigen die Kosten ins Unermessliche.
Der in seinem Privatleben gescheiterte Robert Grenfeld sieht sich plötzlich selbst in diverse Intrigen hineingezogen, die sogar Gennat an seiner, Grenfelds, Reputation zweifeln lassen. Bis Grenfeld das miese Spiel durchschaut, ist es beinahe zu spät.
Meine Meinung:
Wer, so wie ich, gerne Krimis aus der Weimarer Republik liest, wird diese Reihe mögen. Hier in Berlin, genauer gesagt in der Filmstadt Babelsberg, gibt sich das who-is-who der deutschen Filmprominenz ein Stelldichein.
Gut gefallen haben mir die detaillierten Beschreibungen von den Dreharbeiten. Man kann sich das kaum vorstellen, wie einzelne Szenen durch manuelles Abfotografieren entstanden sind. Daher ist das Buch auch für Nicht-Krimi-Leser empfehlenswert.
Zwei Jahre nach dem Mord an Walter Rathenau bekommen die nationalen Rechten immer mehr Aufwind. Einige dieser Drahtzieher erkennen, dass das Medium Film sich - wie schon im Ersten Weltkrieg - bestens zur Verbreitung von Botschaften eignet, daher versucht man, den drohenden Ausverkauf an ausländische Geldgeber zu verhindern, gleichzeitig aber einen Konkurs herbeizuführen, um dann die UfA unter einem rein deutschen Konsortium wie den Phönix aus der Asche wieder auferstehen zu lassen.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Robert Grenfeld ist mit Leib und Seele Polizist, merkt aber erst spät, dass er wie der sprichwörtliche Bauer am Schachbrett der Macht herumgeschoben und auch geopfert wird.
Die Geschichte der Zwischenkriegszeit bietet Stoff für zahlreiche Bücher, seien es Krimis oder historische Romane.
Band zwei und drei dieses gelungenen Reihenauftakts liegen schon bereit.
Fazit:
Diesem Reihenauftakt, der vermutlich auch das Herz von Cineasten höher schlagen lässt, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.























