Bücher mit dem Tag "zynisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "zynisch" gekennzeichnet haben.

97 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.531)
    Aktuelle Rezension von: Ellaa_

    Meine Meinung:
    •Achtung! Enthält Spuren von Spoilern.• Ein absolut berührendes und emotionales Buch welches einen den Alltag der Deutschen in der Zeit des zweiten Weltkrieges aufzeigt.
    Eine einzigartige Erzählweise, schreckliches, aber auch schrecklich schönes gepaart mit Freundschaft und Aufklärung. Ein Buch welches man gelesen haben sollte! Gänsehaut vorprogrammiert.

    Cover: Das Cover des Buches ist vom ersten Eindruck her sehr schlicht gehalten worden, aber dabei absolut aussagekräftig und auf seine ganz eigene Weise wunderschön.
    Der Hintergrund ist in einer tollen Farbe gehalten worden, die an altes Pergamentpapier erinnert, dadurch passt es natürlich wie die Faust auf's Auge zu dem Inhalt des Buches. :)
    Der Eyecatcher des Buches befindet sich jedoch in der Mitte- man erkennt ein kleines Mädchen, die rechts von dem Sinnbild des Todes an der Hand gehalten wird. Der Tod besteht aus einem Skelett und trägt einen schwarzen, dicken zerfranzten Umhang mit einer Kapuze. Das Mädchen hat zwei typische geflochtene Zöpfe und trägt ein gepunktetes Kleid. Sie ist barfuß.

    Schreibstil: Der Schreibstil des Autors war wirklich erfrischend anders.
    Insgesamt kann man ihn als sehr poetisch und philosophisch, mit Liebe zum Detail beschreiben. Das Buch war voller Metaphern und anderen sprachlichen Mitteln, so dass man wirklich mit klaren Kopf lesen muss. Ich würde sagen, dass es kein Buch ist, welches man eben mal Zwischendurch lesen kann.
    Nichts desto trotz, ließ es sich sehr angenehm lesen und es herrschte eine schöne, wenn auch beklemmende Leseatmosphäre. Anders kann man dieses Gefühl, welches einen ständig zwischen erwartungsvoller Spannung und beklemmender Hoffnung zurücklässt, nicht beschreiben.
    Ein wundervolles, besonderes Werk!

    Idee: Einfach Wow!
    Natürlich gibt es unzählige Bücher über den zweiten Weltkrieg. Aber dieses Buch ist für mich persönlich nochmal etwas ganz besonderes.
    Der Sprecher, der die ergreifende und tragische Geschichte über Liesel und ihre Liebsten erzählt, ist kein geringender als der Tod selbst.
    Liesel lernen wir schon als kleines Mädchen kennen und irgendetwas in ihr- vielleicht die Reinheit ihrer Seele, lässt den Tod neugierig werden. Ab sofort ist er ihr ständiger Begleiter. Kein Wunder also, dass er jeden ihrer Schritte mitverfolgt und uns berichten kann.
    Aber der Tod ist zunächst ganz anders als erwartet- er hat stellenweise soetwas wie Mitgefühl, ist oft zynischer als man denkt.. und er spoilert im Vorfeld soviele Tode, dass man ständig wenn etwas schlimmes passiert, unweigerlich die Luft anhält. Man fiebert mit Liesels Schicksal mit, denn in ihrem jungen Alter muss sich Liesel schon schrecklichen Schicksalsschlägen stellen. Aber man schließt auch dutzende andere Menschen, abgesehen von Liesel, ins Herz, die auch für sie eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielen.
    Dieses Buch erzählt den Alltag der ganz normalen Leute- deren Problematiken, der Hunger.. Der ständige Kampf von moralischen Konflikten.. Judenverfolgungen.. aber auch die Wichtigkeit von Familie und Freundschaften.
    Berührend.. tränenreich.. besonders!

    Kapitel: Von Kapitel zu Kapitel erfahren wir mehr über die Situation im zweiten Weltkrieg. Die Spannung steigt. Der Krieg scheint schließlich sogar Molching entgültig erreicht zu haben.. Wir erleben mit wie Liesel ihr erstes Buch stiehlt. Dann das zweite und schließlich das Letzte.
    Die Bücherdiebin zeigt uns eine ganz andere Welt- eine hoffnungslose, graue.. Fast schon grausame, aber greifbare Welt.
    Das Einzige was mich tatsächlich störte, waren einige sehr langatmige Stellen. Oftmals hatte ich das Gefühl, dass die Story etwas auf der Stelle festhängen blieb. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Und der einzige Grund, warum ich leichten Punktabzug gebe.
    Das Ende hat mich komplett zerstört. Ich habe tatsächlich weinen müssen- obwohl uns der Tod, den ein oder anderen voraussagt, war es doch sehr schmerzhaft es schließlich doch erleben zu müssen.

    Charaktere: Die Charaktere haben mir alle sehr gut gefallen. Sie wurden wundervoll mit Liebe zum Detail beschrieben.
    Unser Hauptcharakter ist natürlich Liesel- sie hat ein riesiges Herz, ist neugierig, mutig und leidenschaftlich. Ihre Freundschaft zu dem wildfang Rudi rein und echt. Man kann die beiden nur mögen- sie sind einfach naiv für ihr Alter, eben Kinder. Aber gleichzeitig müssen sie schon so erwachsen sein. Ihre Eltern Hans und Rosa Hubermann haben mich jedoch wohl mit am meisten berührt.
    Hans Hubermann ist ein ganz besonderer Mensch und ein wundervoller, einfühlsamer Vater. In jeder Sekunde wusste er wie er mit Liesel umgehen muss, was er sagen muss.. und war immer für sie da. Ein Mann der zu seinem Wort steht.
    Rosa Hubermann scheint eine etwas füllige, sehr imposante und auch schnell reizbare Person zu sein.. Sie meckert viel, ist laut und energisch. Aber hinter jedem "Saumensch", "Saukerl" oder was man auch sonst mit Sau verfeinern kann, steckt sehr viel liebe. Sie ist immer da, zwar im Hintergrund, aber allgegenwärtig.
    Und dann noch Max- voller unterdrückter Wut, aber auch Dankbarkeit und voller Freundschaft für Liesel, dass es weh tat.

    Mein Fazit: Ich vergebe absolut herzliche 4 Sternchen. Der Inhalt ist nicht nur wichtig, sondern auch lehrreich und emotional wachrüttelnt. Kann ich einfach nur wärmstens empfehlen.
    Eine Geschichte, die Bombennächte, Bücherverbrennungsabende und Judenmärsche beinhaltet, aber auch Freundschaft, Liebe und Hoffnung.

  2. Cover des Buches Alle sieben Wellen (ISBN: 9783442472444)
    Daniel Glattauer

    Alle sieben Wellen

     (2.181)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Alle Sieben Wellen ist die Fortsetzung des Erfolgsromans Gut gegen Nordwind. Wir begegnen Emmi Rothner und Leo Leike wieder, erfahren einiges über ihr Leben, wie es nach Gut gegen Nordwind weitergeht und wie sich die Beziehungen der beiden zu ihren Partnern und ihre Beziehung zueinander verändert hat. Haben sie im ersten Roman den Versuch gewagt sich zu treffen kommt es im zweiten Teil zu einem tatsächlichen Treffen und das ist etwas das die Handlung interessant macht. Der erste Roman hatte ja ein offenesEnde und in Alle sieben Wellen knüpft Glattauer an die Geschichte der beiden an, er lässt sie sich wieder stundenlange Mails schreiben und es werden einige Dinge die im ersten Teil offengeblieben sind wieder aufgegriffen und teilweise aufgelöst. Glattauers Sprache finde ich wie immer sehr toll und das Buch ist schon geschrieben. Es ist ein gutes Buch, jedoch meiner Meinung nach nicht so grandios und wundervoll geschrieben wie der erste Teil. 

            

  3. Cover des Buches Schändung (ISBN: 9783423214278)
    Jussi Adler-Olsen

    Schändung

     (1.510)
    Aktuelle Rezension von: full-bookshelves

    Meinung: Der zweite Teil rund um das Sonderdezernat Q mit Carl, Assad und Rose, die neu ins Team dazu kommt. Es geht um eine Leiche, die vor zwanzig Jahren gefunden wurde. Der Mörder sitzt im Gefängnis. Aber es tauchen neue Hinweise auf, dass der falsche gefasst wurde oder noch mehr Menschen daran beteiligt waren. Mit der Zeit vermutet Carl, dass eine Gruppe von Teenagern damals etwas damit zu tun hatte. Doch heute sind diese Leute sehr reiche und angesehene Persönlichkeiten, was die Ermittlungen nicht gerade einfach macht.
    Die Charaktere sind toll ausgearbeitet, jeder von ihnen hat so seine Macken. Assad hat sich allerdings im Gegensatz zum ersten Teil sehr verändert, was ich etwas störend fand. Rose ist allgemein relativ nervig, man gewöhnt sich aber mit der Zeit daran. Insgesamt ergeben sie ein etwas chaotisches, aber sehr passendes Team. Die Dialoge zwischen den dreien lockern die bedrückenden Themen des Thrillers auf und bringen sogar einige Lacher in die Geschichte.
    Die Handlung geht schnell los, die Spannung war vor allem am Anfang und am Ende sehr weit oben. In der Mitte vom Buch flacht sie etwas ab und man liest eher so vor sich hin. Ich fand es faszinierend zu lesen wie beschrieben wird, dass Menschen einfach aus Spaß töten. Der Autor hat das wahnsinnig spannend verpackt.
    Die Themen hätten auf alle Fälle eine Triggerwarnung verdient, es werden viele Szenen sehr brutal und genau beschrieben.
     Das Ende fand ich leider sehr unbefriedigend, es bleiben viele Fragen offen und Hintergründe werden kaum erklärt.

    Fazit: Ein spannender Thriller, der sich gut lesen lässt, aber sicher nicht der beste Teil der Reihe.


  4. Cover des Buches American Gods (ISBN: 9783847905875)
    Neil Gaiman

    American Gods

     (365)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam


    Heftige Bilder, schnelle Szenenwechsel, Mythen zum Leben erweckt wie Blitzeinschläge …
    Aber welche Substanz bleibt, wenn man hinter die äußerst effektvolle Inszenierung schaut?

    Sucht und Frust …

    Tatsächlich habe ich viel Zeit für American Gods aufgewendet: das Buch gelesen (671 eng bedruckte Seiten), das Hörbuch gehört (24 Stunden!) und alle 26 Folgen der Serie angeschaut (noch mal 25 Stunden) … Warum bin ich nur so zwänglerisch gewissenhaft? – Das ist ja schlimm!
    Es hat mich einfach nicht losgelassen, dass American Gods bei einem anspruchsvollen Publikum, das sonst kaum Fantasy lesen dürfte, so gut angekommen ist. Drei renommierte (Fantasy-)Preise für dieses eine Buch – das müsste ein untrügliches Zeugnis für literarische Qualität sein. Und: Ja, es hat etwas … Deshalb blieb die Hoffnung bis zum Schluss, dass die Begeisterung plötzlich doch noch zuschlägt.
    Hat sie aber nicht. Ich war zwischendrin berauscht, wie im Taumel, gebannt wie das berühmte Kaninchen und danach verkatert und angeätzt.
     Was ist das für ein hartes Zeug, das einen fast süchtig macht, aber komplett ausgelaugt und total unzufrieden zurücklässt?

    Der Stoff

    Wie der Stoff selbst aussieht, ist schnell beschrieben: milchig-grau.
     Natürlich nicht, aber ähnlich hirn-vernebelnd schon und leider nicht so einfach auf einer geraden Erzähl-Linie abzubilden:

    Shadow, groß und beeindruckend, gehört scheinbar zu den Loosern. Frisch aus dem Knast entlassen, verunglückt seine Frau tödlich. Zudem war sie ihm nicht treu. Da kommt das Jobangebot des mysteriösen Mr. Wednesday gerade recht. Als Bodyguard begleitet Shadow seinen neuen Arbeitgeber auf dessen Reise – der Roadtrip beginnt. 

    Wednesday handelt wie ein heruntergekommener Trickbetrüger, und besitzt zugleich etwas von der Würde eines Gottes. Im House on the Rock (gibt es wirklich!) beruft er eine Versammlung ein: ein Thing der Götter. Wednesday offenbart sich als der Allvater Odin und fordert zum Kampf gegen die neuen Götter wie Kreditkarten, Schnellstraßen, Internet und Fernsehn, die nach seinen Worten die alten Götter töten wollen.

    Shadow wird in diesen Kampf hineingezogen, entführt, von seiner untoten Zombie-Frau gerettet und muss in einem idyllischen Dörfchen Unterschlupf suchen. Doch dann ermorden die neuen Götter Mr. Wednesday. Als er die Totenwache übernimmt, reist er selbst ins Reich der Toten und begreift, dass alles nur ein großer Trickbetrug war, der Odin wieder in Macht und Ehre bringen sollte. Doch er wird von den Toten zurückgeholt und beendet den Kampf der Götter. 

    Die ganzen Nebenhandlungen zu dieser Story wuchern übrigens wie Gestrüpp auf dem Weg und machen das Vorankommen unglaublich erlebnisreich, aber ebenso mühsam. Eingestreut werden Einwanderungsgeschichten (Sklaven aus Afrika, Begnadigte aus Irland, Wikinger, Südamerikaner, vorgeschichtliche Stämme aus Asien, etc.), Träume (von Büffelmenschen, Donnervögel u.a.) und Zwischensequenzen, die irgendwo in Amerika spielen und das Schicksal eines Gottes, einer Göttin aufgreifen (Ifrit aus der islamischen Mythologie, Wiskey Jack aus der indianischen Überlieferung, Bilquis/Königin von Saba als Sukubus, etc.).

    Niemand ist Amerikaner. (…) Nicht ursprünglich jedenfalls. (133)
    Als die Menschen nach Amerika kamen, haben sie uns hierher mitgenommen. Mich und Loki und Thor, Anansi und den Löwengott, die Leprechauns und Curicauns und Banshees, Kubera und Frau Holle und Astraroth … und euch alle. (…) Unsere wahren Gläubigen verstarben und hörten auf zu glauben, und uns blieb nichts anders übrig, als uns – besitzlos und verängstigt – mit dem wenigen durchzuschlagen, was wir an Verehrung und Glauben noch finden konnten.“ (166)
    Würdest du glauben, dass alle Götter, die sich die Menschen je ausgedacht haben, immer noch bei uns sind. (445)
    Götter sind groß (…) Aber das Herz ist größer. Denn aus unseren Herzen kommen sie, und dorthin werden sie wieder zurückehren …“ (470)

     

    Göttermigration nach USA wird zum Fantasy

    Die Grundidee ist so faszinierend wie aktuell. Was passiert mit den traditionellen Mythen und Göttern, deren Vorstellungen in den Köpfen von Einwanderer weiterleben, wenn sie im Schmelztiegel der Vielvölkernation USA zusammentreffen. Bleiben sie, verändern sie sich, verlieren sie an Bedeutung und Kraft? Afrika, Südamerika, Asien, Europa  … Protestanten, Katholiken, Muslime, Natur- und Geist-Religionen …  Was bedeutet dieser ethnische und religiöse Multilateralismus für das Land und sein Selbstverständnis. Über zwei Jahrhunderte hinweg bis heute waren immer rund ein Fünftel der im Lande lebenden Menschen dort nicht geboren – ein Dauereinwanderungsland. Das ist einmalig und faszinierend.

    In American Gods sind die Götter lebendig, nähren sich aus Verehrung und Opfer ihrer Gläubigen, sind unter uns, wie sie es schon immer waren.  Doch in dem Schmelztiegel der Kulturen geraten die alten Götter der Einwanderer nach Amerika schnell in Vergessenheit, verlieren ihren Glanz und müssen ein bescheidenes Dasein fristen, während neue Götter der „Kreditkarten“, des „Internets“ und des „Fernsehens“ (167) an Macht gewonnen haben und sich in dem dicken Jungen und Mister World materialisieren. Weil die alten Götter aufbegehren, sollen sie endgültig abgeschafft und umgebracht werden. Eine große Schlacht auf dem Götterhügel steht bevor und droht, sich wie ein katastrophales Unwetter in einem blutigen Gemetzel zu entladen.

    Dieses Setting stellt den Roman in die Genre-Ecke Mystery oder Fantasy

    Aber genau die Inkarnation von Göttern in realen Figuren wirkt in dieser Art auf mich fast plump allegorisierend und aufgesetzt. Sollen sie für das Denken und den Glauben der jeweiligen Einwanderer bzw. für die moderne Verwandlung stehen?
    Dass Internet und Fernsehen uns vereinnahmen und unendlich viel Zeit auf ihren Altären geopfert wird, ist eine banale Tatsache, für die man kein Buch lesen muss. Und warum sind die Hauptakteure für die alten Götter Odin und Loki, obwohl die Wikinger nun gerade nicht zu den Stämmen gehören, die Amerika besiedelt haben (auch wenn sich die Angelsachsen das gerne so vorstellen)?
    Tatsächlich ist Neil Gaiman in Südengland geboren und erst 1992, also grob 10 Jahre vor seinem Roman in die Staaten gezogen. Es ist also so etwas wie eine „Ich bin selbst Migrant und entdecke dieses neue Land“-Geschichte …

    Nordische Mythologie als Interpretationsraster

    „Mr. Englishman Gaiman, warum schreiben Sie einen US-Roadmovie? Fehlen Ihnen nicht die eigenen, tiefen Wurzeln für ein fundiertes Gefühl, was den amerikanischen Flickenteppich des Selbstverständisses ausmacht?“, frage ich.
    „(…) viele der Schlüssel, die ich verwendet habe, um Amerika aufzuschließen, sind germanischen Ursprungs“ (8), erklärt Gaiman.
    Das ist ja nicht zu übersehen. Nur: Warum sollte gerade dieser Blickpunkt etwas von der amerikanischen Gesellschaft verraten? – Weil die Götter wie „Ideen sind“ (83), die nicht sterben können und in anderen „Gestalten“ für immer bestehen bleiben (vgl. S. 83)?
    Es wirkt sehr rechtfertigend, wenn der Autor seinen Schlüssel erklären muss. Künstlerische Freiheit bleibt immer unbenommen. Nur aufgeschlossen hat dieser Schlüssel für mein Amerikabild relativ wenig, meinen Einblick in die Seele der USA kaum vertieft. Und das ist schade, denn gerade die kurzen Zwischengeschichten über Einzelschicksale von Einwandern waren ergreifend und enthüllend – Neil Gaiman ist ja ein Meister -, aber eben nur Beiwerk zu den großen Göttergeschichten. Und die handelten von ägyptischer und nordischer Mythologie, ein wenig von Vodoo aus Afrika wie auch Mystik des Islams und nur in Miniauftritten von den Ureinwohnern Amerikas. Das ist seltsam eklektizistisch und nicht im Geringsten repräsentativ für die große Zahl an Einwanderern aus Europa, Asien und Südamerika. Und deshalb kann es m.E. auch gar nicht in den Kern dessen vorstoßen, was Amerika in seinem Selbstverständnis ausmacht.

    Exzentrik-Effekt

    „Ich wollte ein dickes, merkwürdiges, ausschweifendes Buch schreiben, und das tat ich auch. Ich wollte ein Buch schreiben, das jene Seite von Amerika zeigte, die mich begeisterte und von denen ich besessen war (…)“, schreibt Neil Gaiman selbst in der Einleitung. Wenn das sein Ziel war, hat er es in dieser subjektiven Perspektive sicher erreicht und das Anliegen an sich gereicht einem Schriftsteller zur Ehre. Gefallen muss das Ergebnis deshalb noch lange nicht jedem.

    War es vielleicht nicht nur leidenschaftliche Exzentrik, sondern auch ein bisschen Effekthascherei, die den Autor antrieb? Denn der permanente Tabubruch ist nicht zu übersehen. Leichensezierungen, tödlich endender Sex, brutale Gewalt und Erniedrigung, derbste Gossensprache u.v.m. – keine Ahnung, was diese Elemente zum Gesamten beigetragen, außer dass sie das Adrenalin aufpeitschen. Manches ist noch nicht einmal originär, wie etwa das Penisstück im Mund der toten Frau von Shadow – das kennen wir aus John Irvings Garp.

    Sucht man nach der tieferen Ebene oder gar einer zweiten Interpretationsschicht – dann erschließt sich mir eine solche nur ziemlich schwer. Angebote gibt es wie Billigware aus dem Supermarktregal in jedem Abschnitt: Absurde, groteske und sinnige Sätze finden sich im Übermaß. Man sucht wie im Taumel nach mehr und ich bin mir sicher, dass man etwas finden wird. Intentional – also raffiniert aufgebaut und verschachtelt – wirkt es nicht. Dagegen bietet es effektvolle „Leerstellen“ (wie man es in der Literaturwissenschaft nennt), in die man etwas und vieles hineininterpretieren kann. Natürlich lässt sich das poetisch werten, ist es aber nicht für jeden.

    Der Schatten-Gott aus dem Comic-Universum

    Shadow, die Hauptperson, spielt in der Romanhandlung seinen Charakter wie eine Nebenrolle, ist treu und ehrlich, trotz krimineller Vergangenheit, aber auch ein wenig einfältig. Er ist ein Hüne und verkehrt wie selbstverständlich mit Göttern, obwohl ihm von allen ständig sein einfacher Geist vorgehalten wird. Und dennoch gelingt es gerade ihm und nur ihm, den Krieg der Götter Amerikas zu verhindern. Er ist der eigentliche amerikanische Held. Hätte in der Verfilmung der Schauspieler von Captain America diese Rolle eingenommen, so wäre das mehr als passend gewesen.
    Und so schließt sich der Kreis. Neil Gaimans erste Karriere als Comic-Autor (für den Text) findet in American Gods eine literarische Fortsetzung.
     Comics mag ich zwar sehr, aber eben nur gezeichnet. In literarischen Werken muss der geistige Pinselstrich schon etwas mehr bieten. Geschriebene Comic-Strips schätze ich nicht.

    Fazit

    Ein solch reiches Werk wie American Gods muss man erst mal erschaffen können und ich zolle an dieser Stelle ausdrücklich meinen höchsten Respekt. Und trotzdem hat es mich persönlich nicht bereichert, sondern zur heftigen Kritik gereizt. Aber auch diese ausführliche Auseinandersetzung ist eine Form der höchsten Würdigung, selbst wenn es ganz anders klingt.

    Vielleicht macht es die eigene Lesebiographie als Fantasy-Vielleser aus, dass mir und vielleicht auch anderen mit diesem Hintergrund ein vergleichbares Setting grundsätzlich vertraut ist und die manchmal absurd wirkenden Götter nicht zu faszinieren verstanden. Dagegen sind die plakativen, derben und effekthascherischen Elemente für mich stärker als solche spürbar. Für Freaks und Splatter-Freunde mag es ein ausgemachter Spaß sein. Für etwas mehr literarisch Interessierte wie mich wirkte es wie ein Cocktail mit hartem Stoff, der nur zu genießen ist, wenn man das Zeug gewohnt ist und dem hemmungslosen Rausch der Gedanken in Gestalt zügelloser Phantasie nicht abgeneigt ist. Eine Droge für buchlesende Adrenalin-Junkies, aufgeladen mit heftiger Bedeutung, ohne dies ein- oder aufzulösen. 

    Jede Menge Mythen werden aufgegriffen wie zufällige Begegnungen auf einem Road-Trip, aber sie wirken ohne eine spürbare Verbindung zum heutigen Amerika. Eine philosophische oder gar psychologische Dimensionen kann ich nur in sehr kleinen Ansätzen entdecken. Ehrlich gesagt halte ich das ganz für eine stimulierende Inszenierung, die natürlich ähnlich wie bei der Serie großartig umgesetzt ist, einen aber, inhaltsleer wie sie ist, total unbefriedigt zurücklässt. Ein cooler Trickbetrug – Odins Spiel.

    Meine Neil Gaimann Lese-Ära ist nach American Gods und Der Ocean am Ende der Straße für längere Zeit beendet. Ich wollte ihn gelesen haben und das ist nun geschehen.

    Und Du? Hat es dich eher angeregt oder abschreckt?

  5. Cover des Buches Sternschnuppenstunden (ISBN: 9783734850073)
    Rachel McIntyre

    Sternschnuppenstunden

     (144)
    Aktuelle Rezension von: UnendlicheGeschichte

    Meine Meinung 

    Bereits vor einigen Jahren hatte ich „Sternschnuppenstunden“ aus der Stadtbibliothek ausgeliehen, aber ungelesen zurückgegeben. Einige Zeit später habe ich es dann gebraucht bei einer größeren Bestellung mitbestellt und nun endlich gelesen.

    Das Cover hat mich schon damals sehr angesprochen. Es hat die Optik eines leicht abgegriffenen Tagebuchs, was sehr passend ist, da die Geschichte durch die Tagebucheinträge der Protagonistin Lara erzählt wird.

    Die Erzählform hat mir sehr gut gefallen, da es mir auf diese Weise leicht gefallen ist, eine intensive Beziehung zu Lara aufzubauen.

    Die 15-jährige Schülerin ist ein eher untypischer Teenager. Sie ist ausgesprochen klug und hat die Gabe, ihre Mitmenschen und Umgebung zu beobachten und auf ungewollt humorvolle Weise zu beschreiben. Ihr zerrüttetes Familienleben und ihr schwerer Stand in der Schule geben ihr leider viel Gelegenheit dazu.

    Anhand von Laras Geschichte bekommt man einen ziemlich schonungslosen Einblick in das Thema Mobbing. Von Seite zu Seite hat es mich mehr schockiert, einerseits, zu welchen Grausamkeiten Menschen in der Lage sind und anderseits, was ein Mensch alles aushalten kann.

    Lara gerät immer tiefer in einen Strudel aus Ängsten, Selbsthass und Verdrängung. Leider ist die einzige Person, die sie aus diesem Strudel herausholen kann und ihr wieder einen Grund gibt, um morgens aufzustehen, die Person, zu der sie keine Beziehung aufbauen darf.

    Um niemanden zu spoilern, gehe ich auf diesen Teil der Handlung hier nicht näher ein. Ich kann jedoch sagen, dass mich das Buch am Ende mit einer Vielzahl unterschiedlichster Gedanken und Gefühle zurückgelassen hat. So gut ich Laras Gefühle auch nachvollziehen konnte, so sehr hat die Vernunft an mich appelliert, dass sich etwas mächtig in die falsche Richtung entwickelt.

    Es war mir unmöglich herauszufinden, was ich mir für Lara und ihre Zukunft gewünscht hätte. Aber vielleicht liegt gerade darin das Besondere der Geschichte.

    Letztlich ist wahrscheinlich einfach nur wichtig, dass Lara an all dem Chaos gewachsen ist. Gerade dieses gnadenlos realistische Ende unterstreicht wohl die wichtige Botschaft.

    Über die Bedeutung des Titels habe ich lange gerätselt, die Auflösung hat mir sehr gut gefallen.

    Mein Fazit

    Insgesamt hat mir „Sternschnuppenstunden“ wirklich gut gefallen. Ich habe die Geschichte in wenigen Stunden durchgelesen und noch Tage später viel darüber nachgedacht! Ein lesenswertes Jugendbuch der anderen Art!

  6. Cover des Buches Die Canterbury Schwestern (ISBN: 9783548287867)
    Kim Wright

    Die Canterbury Schwestern

     (106)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    Diana, die Mutter von Che, ist nach langer Krankheit verstorben. Ihr Wunsch war es gemeinsam mit ihrer Tochter nach Canterbury zu pilgern. Ihr Traum konnte nicht mehr in Erfüllung gehen, deshalb bat sie Che ihre Asche nach dem Wallfahrtsort Canterbury zu bringen und dort zu verstreuen. Che ist noch unschlüssig, ob sie diese Reise antreten soll, doch dann erreicht sie ein Brief ihres langjährigen Lebenspartners Ned, der mit ihr Schluss macht. Sie entschließt  sich den Pilgerweg von London nach Canterbury zu gehen gemeinsam mit einer Reisegruppe von acht allein reisenden Frauen. Die Reiseleiterin Tess bittet alle Frauen gemäß der Tradition eine Geschichte zum Thema Liebe während der Wanderung zu erzählen.

    Die Pilgergruppe setzt sich aus sehr unterschiedlichen Frauen zusammen und dies nicht nur vom Alter. Durch die einzelnen Erzählungen werden sie der Leserin näher gebracht und jede Person wird für kurze Zeit zur Hauptprotagonistin. Die Geschichten sind sehr verschieden, manche haben einen persönlichen Bezug, andere weisen mythische Züge auf. Im Laufe der Pilgerwanderung und durch den Austausch über die gehörten Geschichten verändern sich die Frauen. Vorurteile lösen sich auf, sie kommen sich näher, lassen ein Teil von sich zurück und finden neue Wege. 

    Die Landschaftsbeschreibungen und historischen Hintergründe runden diesen Roman ab. Obwohl die Geschichte zu Beginn etwas traurig ist, hat Kim Wright einen ganz besonderen Erzählstil, der mit einer angenehmen Prise Humor durchsetzt ist. Man bekommt Lust sich auf den Weg nach Canterbury zu machen.

  7. Cover des Buches Die souveräne Leserin (ISBN: 9783803112545)
    Alan Bennett

    Die souveräne Leserin

     (521)
    Aktuelle Rezension von: schokobook

    Dieses Buch hab ich in der Jugend schon einmal versucht und bin gescheitert. Jetzt im reiferen Alter nochmals versucht und ich mag es. Manche Bücher brauchen ihre Zeit. Die Queen findet bei ihren Spaziergängen heraus, dass es einen Bücherbus im Schlosshof gibt und nimmt sich direkt Lektüre mit. Damit beginnt eine Leseleidenschaft die vor nichts mehr halt macht. Bei Empfängen fragt sie ihre Gäste nach ihrem Lieblingsbuch, welches diese pikiert oder gar entsetzt nicht benennen können. Können es einige wenige, haben sie zusammen mit der Queen mehr Gesprächsstoff als je zuvor. Die Höflinge werden ganz nervös, denn statt aus der Kutsche zu winken, liest Majestät Bücher während der Fahrt. Der Versuch die Bücher vor Majestät zu verstecken misslingt und die Queen scheut sich nicht zu tadeln. Wöchentlich findet sie neue Titel im Bücherbus und der junge Koch, der sich dort ebenfalls Bücher ausleiht lerrnt eine Queen kennen wie sonst kein anderer. Ich fand das so schön. Das Buch wirklich lesenswert. Wenn man The Chrown gesehen hat und sich mit dem Windsors befasst hast, sieht man die kaum mal lesen. Auch Elisabeth hatte nicht gerade eine Ausbildung die das Lesen umfasst. Man sieht sie aber mal in einer Szene wo sie sich verzweifelt bemüht sich was an Literatur anzueignen. Wenn man diese Szene kennt, versteht man dieses Buch hier besser und war sicher auch ein Grund, weshalb ich das Buch in jungen Jahren noch nicht richtig verstanden hatte. Gelesen Juni 2021



  8. Cover des Buches Die Glasglocke (ISBN: 9783518423653)
    Sylvia Plath

    Die Glasglocke

     (357)
    Aktuelle Rezension von: Sophihanna

    Dieses Buch war für mich eine meiner intensivsten Leseerfahrungen der letzten Jahre. Es ist definitiv keine leichte Lektüre, aber trotzdem und gerade deshalb sehr lesenswert.

    Die Protagonistin heißt Esther, ist eine junge College-Studentin und macht gerade ein prestigetrchtiges Praktikum bei einer Modezeitschrift in New York. Eigentlich ist sie ziemlich erfolgreich, erhält Stipendien, gewinnt Preise und verkehrt dank guter Kontakte in den höheren Kreisen New Yorks. Eine aufstrebende junge Frau also, wenn da nicht die Glasglocke wäre.

    Denn die Glasglocke schwebt über Esther, sinkt immer tiefer und schneidet sie schließlich von der Welt ab. Das bemerken wir als LeserInnen aber erst, als auch Esther immer tiefer in ihre Innenwelt abruchtscht. Ihr innerer Zustand ist dabei nie explizit Thema, wird aber auf grausam eindrückliche Weise zwischen den Zeilen offengelegt. Esthers Verfall ist erschütternd, empörend deprimierend und zugleich faszinierend zu verfolgen. Man kann nicht aufhören zu lesen und wünscht sich gleichzeitig, es wäre vorbei.

    Dass dieses Buch inzwischen fast 60 Jahre alt ist merkt man nur an einigen aus der Zeit gefallenen rassistischen Bemerkungen. In seiner Gänze ist es unfassbar aktuell und spielt trotz einiger zeitgeschichtlicher Bezüge in einem zeitlosen Raum.

    Sollte man dieses Buch lesen, wenn man selbst Depressionen hat? Ich weiß es nicht. Ich denke dass sich viele mit Esther identifizieren können und sich durch dieses Buch vielleicht gesehen fühlen. Bevor man es liest, sollte man aber wissen, dass es sehr graphische Beschreibungen von Suizidgedanken und -versuchen enthält.

    Ich würde dieses Buch meinen Freundinnen und Freunden weiterempfehlen. Es hat mich tief berührt und mein Verständnis für die Krankheit Depression verstärkt. Ich bin froh in einer Zeit zu leben, in der Elektroschock-Therapien nicht mehr zum State-of-the-Art gehören und auch froh über das Gute in meinem Leben. In diesem Sinne werde ich das Buch noch eine Weile in meinem Kopf wohnen lassen. Passt auf euch auf!

    Ich gebe diesem Buch 4,5/5 Sternen. Das heißt, es hat mir sehr gefallen und war eines meiner Lieblingsbücher.

  9. Cover des Buches Gefangene des Blutes (ISBN: 9783802581311)
    Lara Adrian

    Gefangene des Blutes

     (991)
    Aktuelle Rezension von: JennyWa

    Klappentext:

    Bei der Tierärztin Tess Culver taucht ein Mann auf, der aus mehreren Schusswunden blutet. Verzweifelt kämpft sie um sein Leben, ohne zu ahnen, dass es sich bei dem gutaussehenden Fremden um einen Vampir handelt. Da schmiedet ein verhängnisvoller Kuss das Schicksal der beiden auf ewig aneinander und macht sie zu Verbündeten im Kampf gegen die Mächte der Finsternis. 

    Meinung:

    Der zweite Teil dieser Vampir-Story war um einiges besser als der Start. Die Geschichte von Dante und Tess ist spannend und mitreißend. Mir gefiel besonders, dass es nicht nur um die Liebesgeschichte der zwei Hauptcharaktere ging, sondern auch um die Gefühle und Probleme anderer Personen. 

    Der Schreibstil gefiel mir nicht ganz so gut, da immer wieder von der ICH-Perspektive in den Schreibstil der 3ten Person gewechselt wird. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es ein Problem der Übersetzung ist.

  10. Cover des Buches Wie ich dich sehe (ISBN: 9783551583475)
    Eric Lindstrom

    Wie ich dich sehe

     (85)
    Aktuelle Rezension von: Kleinbrina

    „Wie ich dich sehe“ von Eric Lindstrom befand sich fast fünf Jahre lang ungelesen in meinem Regal, weil ich einige Bedenken hatte, ob mir die Geschichte tatsächlich gefallen könnte. Die Kurzbeschreibung klang zwar ganz nett, allerdings blieb immer ein Restzweifel, sodass ich skeptisch war. Nun habe ich mir endlich einen Ruck gegeben und ich muss sagen, dass ich zwar nicht enttäuscht, aber auch nicht restlos begeistert bin.

    Die Geschichte ist an sich ganz süß und vom Autor toll und flüssig geschrieben, sodass man nur so durch die Seiten fliegt und die Figuren und deren Gefühle und Gedanken gut kennen lernt. Leider sind es doch auch genau die Figuren, die dafür gesorgt haben, dass ich von der Geschichte nicht gänzlich überzeugt bin und das Buch deswegen letztendlich nur ganz in Ordnung fand.

    Parker hat es nicht leicht: Seit einem Unfall ist sie blind, ihre Eltern sind in Abständen zueinander gestorben. Um sie nicht aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen, zieht ihre Tante mit ihrer Familie zu Parker, um sich um sie zu kümmern. Was hier eine nette Geste ist, wird von Parker allerdings als vollkommen selbstverständlich angesehen. Sie weicht ihrer Familie aus und lässt auch in der Schule nur wenige Freundschaften zu, was vor allem an ihren strengen Regeln liegt, denn wer sich an diese nicht hält, hat keinen Platz in ihrem Leben. Parker empfand ich leider sehr oft als unsympathisch und egoistisch. Ihre Freunde sind nur ein nettes Beiwerk, die sich ihre Probleme anhören, aber sobald es anderen schlecht geht, wird es von Parker häufig verdrängt oder sie zieht sich von den Menschen zurück, sodass sie sehr häufig dabei ihre eigenen Regeln bricht, ohne es selbst zu merken.

    Dazu ist sie, obwohl sie blind ist, sehr oberflächlich. Sie datet kurzzeitig einen Jungen und fragt ihre Freunde dabei ständig, ob er gut aussehen und welche Schuhe er sogar tragen würde. Gleichzeitig lacht sie ihre beste Freundin öffentlich aus, weil diese gerne Jogginghosen trägt. Über ihre neue Mitschülerin, die sich aufopfernd um sie kümmert, zeigt sie sich verwundert, als sie erfährt, dass sie ein wenig mehr auf die Waage bringt. Für jemanden, der darauf besteht, so akzeptiert zu werden, wie man ist, ist dies meiner Meinung nach harter Tobak und alles andere als sympathisch.

    Trotz dieser Kritik ist die Geschichte aber dennoch nicht gänzlich schlecht, denn es ist eigentlich eine ganz süße High School Geschichte, bei der die Themen Liebe, Freundschaft, Ausgrenzung und die Suche nach sich selbst im Vordergrund stehen. Wären die Figuren sympathischer und weniger oberflächlich gewesen, hätte ich sicherlich mehr Spaß an der Geschichte gehabt.

  11. Cover des Buches Zorn - Vom Lieben und Sterben (ISBN: 9783596195077)
    Stephan Ludwig

    Zorn - Vom Lieben und Sterben

     (259)
    Aktuelle Rezension von: Hortensia13

    Hauptkommissar Claudius Zorn kann es nicht fassen. Jetzt muss er sich mit einer Einbruchserie in einer Kleingartenanlage herumschlagen. Als ob er nicht besseres zu tun hätten. Zum Glück ist sein Untergebener Schröder wieder im Einsatz. Die Spuren führen sie zu einer Clique Jugendlicher. Doch bevor etwas Handfestes feststeht, wird einer dieser Jugendlichen brutal umgebracht. Claudius Zorn kann nur aufstöhnen, jetzt haben sie noch einen Mord an der Backe. Und schnell stellt sich heraus, der Mörder ist noch lange nicht fertig.

    Der zweite Fall von Zorn und Schröder bringt wieder diesen bissigen, sarkastischen Humor mit, den man schon im ersten Band kennengelernt hatte. Ich fand es super, dass besonders Schröder sich weiterentwickelt und mehr Gewicht in der Erzählung bekommt. Zorn hingegen wird sich wahrscheinlich nie ändern. Was aber auch seinen Charme ausmacht.

    Mein Fazit: Die Fortsetzung ist durch die Weiterentwicklung der Protagonisten, aber das Beibehalten ihrer Besonderheiten gelungen. Ich freue mich auf den dritten Fall, um zu sehen, wohin der Weg weiterführen wird. 5 Sterne.

  12. Cover des Buches Die verlorene Ehre der Katharina Blum (ISBN: 9783462031454)
    Heinrich Böll

    Die verlorene Ehre der Katharina Blum

     (831)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Ich schreibe wahrscheinlich nichts neues, wenn ich über die verlorene Ehre der Katharina Blum berichte, es ist schließlich Heinrich Bölls bekanntestes Werk.

    Der Einstieg in die Lektüre fiel mir nicht leicht. Man wird direkt mit reichlich Namen bombardiert in einem literarischen Szenario, das an Prozessakten erinnert. Abschnittweise wird die Vernehmung der Katharina Blum nacherzählt, die einem flüchtigen Verbrecher Hilfe geleistet hat dem Zugriff der Polizei zu entkommen. Den Mann lernte sie auf einer Feier kennen, nahm ihn mit nach Hause und verliebte sich Hals über Kopf nach einer gemeinsamen Nacht in ihn. Die Loyalität zu ihm zu halten ungeachtet des Verbrechens, das er begangen haben mag, wird ihr zum Verhängnis, als ein sensationsheischendes Tageblatt (im Buch nur die „ZEITUNG“ genannt) ihren Anteil an der Flucht nicht nur veröffentlicht, sondern ihr Privatleben auf eine pervers tatsachenverdrehende Weise ausschlachtet. Aus einer unbescholtenen, unscheinbaren Bürgerin wird dann eine Täterin, als ihr Hass auf den Verantwortlichen der verdrehten Berichterstattung sie dazu treibt den Journalisten der ZEITUNG zu töten.

    Interessant ist wie wenig sich an manchen Methoden seit 1974 geändert hat, als Böll das Buch veröffentlichte. Sein in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ verarbeitetes Thema ist in einer Zeit, in welcher der Begriff „Fake News“ entstanden ist, aktueller denn je.
    Ein wirklich gutes Buch trotz des gewöhnungsbedürftigen Anfangs!

  13. Cover des Buches Bartimäus - Der Ring des Salomo (ISBN: 9783570223048)
    Jonathan Stroud

    Bartimäus - Der Ring des Salomo

     (655)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

    Verlag : cbj (9. Oktober 2010)

    ISBN-13: 978-3570139677

    Originaltitel: Bartimaeus - The Ring of Solomo

    Übersetzung: Katharina Orgaß und Gerald Jung

    empfohlenes Alter: ab 10 Jahren

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Bartimäus’ spannende Vorgeschichte


    Inhalt:

    Jerusalem, 959 v.Chr.

    Der Dschinn Bartimäus dient am Hofe des berühmten Königs Salomo - wenn auch nicht ganz freiwillig. Salomo gilt bei den einen als weiser und gütiger König, bei den anderen aber auch als grausam. Mit Hilfe eines magischen Rings hält er seine untergebenen Zauberer und Feinde in Schach. Als ein Mordanschlag auf ihn verübt werden soll, läuft Bartimäus zur Höchstform auf.


    Meine Meinung:

    „Der Ring des Salomo“ ist eine sehr nette Ergänzung zur Trilogie um Bartimäus und Nathaniel, kann aber auch vollkommen unabhängig davon gelesen werden. Nathaniel und die Ereignisse in London werden hier mit keinem Wort erwähnt. 


    Wir erfahren etwas über Bartimäus’ Vorgeschichte, vor allem über sein Leben am Hof und im Dienst von König Salomo. Seine „Gegenspielerin“ ist eine junge Wächterin aus Saba, die es mit dem frechen Dschinn nicht leicht hat, sich aber trotzdem durchzusetzen weiß. Mir gefiel die Figur der Asmira sehr gut, da sie recht tiefgründig angelegt ist.


    Bartimäus glänzt in diesem Band mal wieder durch vorlaute, sarkastische Sprüche, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachten. Er ist diesbezüglich so richtig auf der Höhe und dermaßen von sich eingenommen und eingebildet, wie man es aus „Das Amulett von Samarkand“ kennt.


    Wer die Trilogie gelesen und immer noch nicht genug von Bartimäus hat, kann dieses Buch noch hinterherschieben. Es ist allerdings nicht notwendig, da es außer den dämonischen Figuren keinen Zusammenhang gibt. Wer noch keines der Bartimäus-Bücher kennt, kann gerne auch mit diesem hier anfangen, um zu sehen, ob der Humor gefällt.


    ★★★★☆



  14. Cover des Buches Ein gutes Omen (ISBN: 9783492281669)
    Terry Pratchett

    Ein gutes Omen

     (261)
    Aktuelle Rezension von: NarratorCat

    Ich weiss gar nicht mehr, was an diesem Buch mich angesprochen hat, was mir mit leiser Stimme ins Ohr flüsterte "Nimm mich mit", als ich in der kleinen Buchhandlung an ihm vorbeistreifte. Doch was auch immer es war, ich danke ihm, denn ich hätte es bereut, hätte ich dieses Buch nie gelesen.

    "Ein gutes Omen" hat alles, was ein gutes Buch braucht; Spannung, Humor, Charm und noch so vieles mehr.
    Die Geschichte ist einfach wunderbar und perfekt für jeden, der etwas zum Lachen und Wundern braucht. Mit Crowley, Aziraphale, den jungen Helden rund um Adam und allen anderen haben Pratchett und Gaiman ganz individuelle Charaktere erschaffen, und ich liebe jeden einzelnen von ihnen. 

    Nicht zu vergessen ist die besondere Freundschaft zwischen einem Dämon und einem Engel, welche auf der Erde ein neues zuhause für sich finden (mein Lieblingsaspekt aus all den tollen Punkten dieses Buches).

    In meinen Augen ist dieses Buch einfach ein Muss für jede Leseratte :)
    Ich meine, wo sonst findet man zwei übernatürliche Wesen, die für eine gute dramatische Minute ernsthaft annehmen, sie wären einfach erschossen worden?

  15. Cover des Buches Barbara stirbt nicht (ISBN: 9783462000726)
    Alina Bronsky

    Barbara stirbt nicht

     (188)
    Aktuelle Rezension von: ReadingFoxy

    Zwiegespalten


    Die Idee an sich ist sicher nicht neu. Ein Mensch muss aufgrund gewisser Umstände plötzlich Dinge machen, die er vorher nicht machen musste und in ein völlig neues Leben wachsen. In diesem Fall eher in einen normalen Alltag. Denn Barbara wird krank und kann ihren Mann Walter nicht mehr von vorn bis hinten bedienen.


    Dieses Rollenbild ist heutzutage sicher nicht mehr gegeben und dennoch war es viele Jahre/Jahrzehnte völlig normal. Auch möchte ich dazu gar nicht viel diskutieren, dennoch fand ich die Art wie Walter über seine Frau gedacht und gesprochen hat sehr fragwürdig. Auch erfährt man kaum etwas über die Frau die ihn jahrelang alles abgenommen hat. Der arme Mann der nun ein selbstständiges Leben erlernen muss steht im Vordergrund und die Frau ist irgendwie vergessen.


    Warum dennoch 3 Sterne? Weil unabhängig davon der Schreibstil gut und kurzweilig zu lesen war.

  16. Cover des Buches Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär (ISBN: 9783328107682)
    Walter Moers

    Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

     (2.152)
    Aktuelle Rezension von: eva_maria_hofer

    In diesem Buch erzählt Käpt'n Blaubär über seine ersten 13 1/2 Leben und garantiert, dass sich dabei auch alles genau so zugetragen hat. Jedes dieser Leben hat eine Station von Käpt'n Blaubär in Zamonien zum Inhalt (Mein Leben als Zwergpirat, Mein Leben bei den Klabautergeistern, Mein Leben auf der Flucht, Mein Leben auf der Feinschmeckerinsel, Mein Leben als Navigator, Mein Leben in den Finsterbergen, Mein Leben im Großen Wald, Mein Leben im Dimensionsloch, Mein Leben in der Süßen Wüste, Mein Leben in der Tornadostadt, Mein Leben im Großen Kopf, Mein Leben in Atlantis, Mein Leben auf der Moloch, Mein halbes Leben in Ruhe).

    Ergänzt wird die Erzählung von lexikonartigen Erklärungen zu zamonischen Erscheinungen ("Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung" von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller).

    In gewohnt humorvoller und fantasievoller Art lässt uns Walter Moers am frühen Leben von Käpt'n Blaubär teilhaben. Es ist ein Vergnügen, in diese Welt einzutauchen!

  17. Cover des Buches Im Bann des Drachen (ISBN: 9783802586255)
    Thea Harrison

    Im Bann des Drachen

     (274)
    Aktuelle Rezension von: Lisa_Papyrus

    Ähnlich wie der zweite Teil, den ich lustigerweise vor diesem Teil gelesen habe, ist „Im Bann des Drachen“ pures Guilty Pleasure. Nur kurz zur Info, meiner Meinung nach, kann man die Bände auch einfach so lesen, ohne mit den Vorgängern vertraut zu sein. Da es sich hier um GP für mich handelt, mache ich mir nicht so viele Gedanken über die Handlung oder die Charakteren, wie bei anderen Büchern. Ich nehme vieles einfach so hin und genieße den Schmalz (übertriebene romantische Aussagen) und akzeptiere einfach Dinge. Natürlich kann man sich darüber beschweren, dass vieles extrem schnell passiert und vielleicht in der Realität anders laufen würde. Aber es ist ja Fantasy, da ist alles möglich. Mir machen solche kitsichigen Geschichten Spaß, für einen verregneten Nachmittag oder wenn ich abends mal nicht schlafen kann, dann ist diese leichte Unterhaltung genau das Richtige. Wer ähnlich wie ich empfindet, wird mit diesem Buch Spaß haben. Wer allerdings nicht viel mit Romance anfangen kann, dem würde ich das Buch nicht empfehlen. 4 von 5 Sterne

  18. Cover des Buches Jesus liebt mich (ISBN: 9783499268281)
    David Safier

    Jesus liebt mich

     (1.341)
    Aktuelle Rezension von: LilyWinter

    Im Leben von Marie überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Sie lässt ihren Verlobten stehen, ihr Vater durchlebt einen zweiten Frühling mit einer 25jährigen, dessen Tochter irgendwie nicht ganz so süß ist, das Dach geht kaputt und ein wahnsinnig sexy Zimmermann wird ihn reparieren und verkündet ihr beiläufig: Die Welt wird untergehen! Schnell versucht Marie, alles Düstere aus ihrem Leben zu verbannen, sie versucht ein besserer Mensch zu we den und das Jüngste Gericht abzuwenden. Doch irgendwie sind George Clooney/ Alicia Keys und die apokalyptischen Reiter bereits eingetroffen, dabei ist noch gar nicht Dienstag!

    Ein amüsant geschriebenes Buch, das dadurch teilweise von seinem Tiefgang ablenkt, dadurch aber so wunderbar leicht zu lesen ist. 

  19. Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)
    Michel Houellebecq

    Elementarteilchen

     (425)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Belka

    Michel Houellebecq: das "Enfant terrible" der französischen Literatur mit seinem besten Buch. Egal, wie man zu ihm steht: Schreiben kann der Mann!!!

    Ich war etwa 25, als ich dieses Buch las: Es war ein Schlag ins Gesicht! Das Buch hatte mich total umgehauen. Wie brutal in "Elementarteilchen" die Abschaffung der Spezies "Mensch" gefeiert wird. Schrecklich und grandios zugleich.

    Ich teile nicht die Ansichten des Autors, aber dieses Buch ist schlicht und einfach eine Meisterleistung!

  20. Cover des Buches Dr. Siri und seine Toten (ISBN: 9783442466795)
    Colin Cotterill

    Dr. Siri und seine Toten

     (150)
    Aktuelle Rezension von: Anna_Ressler

    Inhalt: Drei Tote aus einem See und die Leiche der Frau eines Parteimitglieds landen auf dem Tisch von dem 72jährigen Leichenbeschauer Dr. Siri. Er ist in Laos der einzige seines Fachs, mangelhaft ausgestattet und ebenso ausgebildet. Mithilfe seiner Assistenten, seiner Intuition und manchem Fingerzeig aus der Geisterwelt macht sich der Doktor daran die Fälle zu lösen...

    Meine Meinung: Der Schreibstil des Autors ist locker und voller schwarzem Humor. Cotterill schafft eine interessante Atmosphäre, die ich nicht ganz ernst nehmen konnte - überhaupt nachdem das Buch dann derart ins Übersinnliche rutschte. Mit Dr. Siri wurde ein Original geschaffen und auch die "Nebendarsteller" kamen mir oft reichlich skurril vor. Siris Methoden und die Beschreibung der politische Situation fand ich zwar fragwürdig - habe mich aber nicht näher damit beschäftigt. Zu einem sehr starken Thema wurde die Geisterwelt, was für mich ein bisschen unerwartet kam. Es brachte aber die laotische Kultur ins Spiel, was durchaus spannend war. Auch Sprünge und Längen in der Geschichte tauchten auf. Trotzdem konnte ich das Buch gut lesen.

    Mein Fazit: Dieser Krimi hat seinen ganz eigenen Charme auf den man sich einlassen muss und den man am besten nicht hinterfragt. Eine Empfehlung für all jene, die eine etwas Abwechslung in ihren Lesealltag bringen wollen. 

  21. Cover des Buches House of God (ISBN: 9783426638811)
    Samuel Shem

    House of God

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Buchromantik
    Kaum ein Autor schafft es so zynisch über den Klinikalltag zu schreiben, wie Samuel Shem. Das Buch zeigt deutlich, wie es nicht laufen sollte. Patienten werden als Ware behandelt und nicht mehr als das gesehen, was sie eigentlich sind: Menschen. Leider ist dies noch immer in manchen Krankenhäusern an der Tagesordnung. 
    Samuel Shem schafft es, diese Tragödie auf überspitzte Art perfekt darzustellen. Beim Lesen wurde mir des öfteren mulmig zumute.  
     Sein Schreibstil ist unvergleichlich. 
    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen. 
  22. Cover des Buches Leere Herzen (ISBN: 9783844527155)
    Juli Zeh

    Leere Herzen

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ich weis nicht ob ich das Hörbuch trashig oder genial finden soll. Die Story ist einfach erzählt. In der ersten Szene wird in den Nachrichten über Attentate berichtet. Parallel spielen Kids Ballerspiele und finden ihre Computerwelt ganz cool. Die Erwachsenen rätseln über die Drahtzieher der Attentate.

    Bald wird eine Idee geboren: Menschen die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr leben wollen, sollen ihren letzten Sinn im Sterben durch eine "Mission" erfahren. 

    Gewalt und Nahtoderfahrungen, mafiöse Strukturen und die Frage nach dem Warum? werden in diesem Hörspiel ordentlich durcheinander gewirbelt. Mir ging es am Ende so wie den überlebenden Protagonisten: Ich staune, und weiß nicht recht was ich denken soll...

    Die Figuren wirken getrieben und ausgebrannt. Machtspiele die so sinnlos erscheinen, bringen Menschen an ihr Äußerstes, wobei die Autorin sich nicht traut noch drastischer zu schildern, zu was die Machthungrigen fähig sind. Direkte Opfer werden all die jenigen, die keinen Sinn mehr im großen Ganzen wahrnehmen können, sie werden zu Marionetten. Ein tödliches Unterfangen.


  23. Cover des Buches Das Leben ist ein listiger Kater (ISBN: 9783423253765)
    Marie-Sabine Roger

    Das Leben ist ein listiger Kater

     (173)
    Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJane

    An die Ursachen kann er sich nicht erinnern. Er weiß nur, er ist in die Seine gefallen und hat sich dabei so schwere Verletzungen zugezogen, dass er wochenlang ans Krankenhausbett gefesselt sein wird. Ein Albtraum für den menschenscheuen Griesgram Jean-Pierre! Denn ständig platzen die unterschiedlichsten Menschen ungebeten in sein Krankenzimmer: die 14-jährige Maëva, der junge Polizist Maxime oder Camille, der Student, der ihn aus dem Fluss gefischt hat. Dabei sind es gerade diese Störfaktoren, die Jean-Pierre helfen, wieder gesund zu werden – und die seine Misanthropie aus den Angeln heben. (Klappentext)


    Zu allererst einmal muss ich sagen: Die Geschichte war wundervoll. Es war schön, Jean-Pierre kennenzulernen und seine Vergangenheit, seinen Wandel und seine mögliche Zukunft als Leserin mitzuerleben.

    Der Schreibstil ist flüssig, allerdings mich haben anfangs die gestreuten Einblicke in sein Leben, das er niederschreiben möchte, irritiert. Es gab keine Erklärung, kein Zeichen, keine Markierung. Im nächsten Absatz ging es dann plötzlich einfach um etwas völlig anderes. Ich habe mich zwar schnell daran gewöhnt und wusste, was los war, doch ich hätte mir irgendein Zeichen oder eine Markierung gewünscht.

    Außerdem haben mich seine Beschreibungen der Leute gestört. Sowohl der Besucher und Mitarbeiter im Krankenhaus, als auch in seiner Vergangenheit. Das mag zwar mit seinem Charakter zu tun haben, nichtsdestotrotz stieß es mir negativ auf.

    All das konnte jedoch nicht den Charme zunichte machen, den das Buch besaß.

    Auch die lustigen und teils skurrilen Begebenheiten waren ein absolutes Highlight der Geschichte.


  24. Cover des Buches Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm (ISBN: 9783453318656)
    Richard Morgan

    Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm

     (101)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Die Ähnlichkeiten zwischen der Serie und dem Buch sind da und dennoch hat das Buch einen deutlichen anderen Weg bestritten. Die nervigen Figuren sind verschwunden und der Selbstmord hat nun einen deutlich tieferen Grund.

    Das Buch ist solide geschrieben. Teilweise langatmig, aber der Spannungsbogen ist da und die Figuren funktionieren. Ich fand das Buch interessant, aber für meinen Geschmack war es doch um einen Tick zu lang. Manchmal fühlte es sich so an, als würde Kovacs selbst nicht wissen, was er machen sollte. Manchmal wurden die Beschreibungen langweilig, manchmal wollte ich das Buch nicht zu Ende lesen. Doch im Allgemeinen ist es ein solides Werk, der seine Versprechen hält. Es war interessant und es hat eine Zukunftsvision gezeigt, die einen abschreckende Lösung für den Tot gefunden hat.

    Ob ich die Fortsetzung lesen würde, kann ich leicht beantworten: Nein. Es ist mir einfach zu lang, das zieht sich alles so sehr in die Länge und ich werde mit Informationen vollgepumpt, die im späteren Verlauf der Geschichte nicht wirklich von Bedeutung sind. Es war ein kurzer Lesespaß für mich, aber mehr wird es nicht werden.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks