"Kafka goes Kindle - oder WIE SIEHT DAS BUCH DER ZUKUNFT AUS?"

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MiriamSachs

vor 4 Jahren

Wie sieht das Buch der Zukunft aus?

Es ist bestimmt hier oft ein Thema, aber mir brennt es gerade besonders unter den Nägeln: Sind E-Books nun Bücher oder nicht? Was macht ein Buch aus? Für mich gehören das Blättern der Seiten, die Eselsohren, die Struktur des Papiers zur Lektüre dazu. Das war doch schon immer so! - Okay, früher war da mal was mit Papyrusrollen. Da wurde offensichtlich auch schon  gescrollt. 
Dinge verändern sich. Früher musste man Bücherseiten selber aufschlitzen. Früher waren Bücher oft kleiner. Und diese alte Schrift... Aber irgendwie war ein Buch doch immer ein Buch.
Auch habe ich immer das seltsame Gefühl, dass es etwas zu bedeuten hat, ob ein Satz oben auf der Seite steht oder unten oder irgendwo in der Mitte. Wenn sich die Handlung zuspitzt, die Tür im Krimi knarzt, es raschelt ... - - - SEITENWECHSEL - BLÄTTERN und dann gehts auf der nächsten Seite weiter, das finde ich schon dass das Layout die Spannung steigern kann. Klar kann der E-Book-Reader auch Umblättern. Per Fingerzeig! aber, das absolute  (und mir heilige) Layout geht Flöten, je nach Einstellung der Schrift und des Zeilenabstands durch den Lesers. also kurz und gut: Ich mag sie nicht, diese scheinbar endlosen E-Books, von denen man nicht weiß,  wann sie aufhören. 
Alles fließt? Zeile für Zeile, statt Blatt für Blatt?

Durch meine aktuelle (und allererste) Buchverlosung habe ich mitgekriegt, dass einige Leserinnen E-Books auch nicht mögen oder nicht haben. Glaubt Ihr, das ändert sich nach und nach? WIe steht Ihr dazu?
Und die, die jetzt noch dem Duft der Druckerschwärze nachtrauern, sind irgendwann die von gestern, die eh dauernd rum-unken, dass früher alles besser war.

Andererseits... - Also wenn ich ehrlich bin: wirklich versucht, mich anzufreunden habe ich nicht. Vielleicht komm ich ja noch auf den Geschmack.
Eigentlich mag ich ja Erfindungen. Sich automatisch senkende Klodeckel vielleicht nicht unbedingt, aber Praktische Dinge: Musikhören mit dem Handy, Internet in der Tasche und so.  Überhaupt das Internet! Was für eine irre Kommunikationsmöglichkeit. 
Ich komme jetzt zum Zweiten Teil des Themas und springe zurück in der Zeit: was wäre in früheren Zeiten das Pendant zum Worldwideweb gewesen? Die Bibliothek von Alexandria? Der Turmbau zu Babel. SInd wir dabei, dessen Folgen, die Sprachverwirrung, durch Verlinkung und Google Translation wieder aufzuheben. Eigentlich doch nicht schlecht.

Was würden Klassiker heute vom Internet halten? Von Heinrich von Kleist, der in meinem Roman "Kleist in meiner Küche" im heutigen Berlin aufkreuzt, glaube ich ja zu wissen, dass er ein begeisterter Blogger wäre.
Hätte sich nicht mit Verlegern und Zensoren herumschlagen müssen und hohen Druckkosten für seine Bücher und die Zeitung, ein letzter Versuch, Leser zu erreichen. Der hätte sich die Finger wundgetippt. In welchen Foren wäre er zu finden gewesen? 

Und Goethe? Der hätte bestimmt Aktien bei Amazon gehabt.
Welche früheren Dichter wären bei Lovelybooks am Bücher verlosen? Welche hätten Schneeballmails rumgeschickt, bei denen man sich was wünschen darf. Else Lasker Schüler? was denkt Ihr? Wen seht Ihr wo?  
Hier zum Abschluß noch ein Link zu einem maschinenbegeisterten Klassiker, der mich momentan besonders interessiert, da ich gerade ein Stück über ihn zusammenbaue; ich glaube er hätte (im Gegensatz zu mir) E-Books gemocht:

https://www.youtube.com/watch?v=yb0BpeuzqnE


Freue mich über Antworten.
Miriam Sachs

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