12-jähriger liest 90 Bücher in sechs Wochen - und ihr so? ;-)

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DieBuchkolumnistin

vor 6 Jahren

Hach, was waren die Ferien doch damals für eine luxuriöse Zeit. Ich hab gerade die Meldung gefunden, dass beim Leseclub, das ist ein Förderungsprojekt für Schulkinder, ein 12-jähriger 90 Bücher in sechs Wochen gelesen hat:
http://www.wa.de/nachrichten/kreis-unna/stadt-werne/zwoelfjaehriger-liest-buecher-sechs-wochen-1409651.html

Ist ja doch sehr viel, leider haben seine Freunde dann anscheinend weniger Interesse an Büchern, wenn man sich die Statistik mal ansieht. Aber wieviel lest ihr denn so? In meiner Studienzeit hab ich tatsächlich zwischen 5-10 Bücher pro Woche geschafft, da hab ich jedes WE durchgelesen. Verstehe heute gar nicht mehr, wie das neben der Arbeit noch ging...

Heute sind es, wenn alles gut geht, 3 Bücher pro Woche. Und bei Euch so?

merlin78

vor 6 Jahren

90 Bücher in 6 Wochen sind schon krass, dass macht 15 Bücher die Woche.
Also wenn ich mich anstrenge, dann schaffe ich 2-3 Bücher die Woche neben Job, Haushalt und Kinder. 15 Bücher sind schon eine Leistung. Respekt.

sunlight

vor 6 Jahren

Mein Regal 2011 bei LB sagt mir, dass ich bei Nr. 75 bin.

Lesen ist toll, aber es gibt auch noch was anderes im Leben und soziale Kontakte (hach, ist das nicht schön formuliert ;-) sind doch auch wichtig. Lesen ist eben auch eine einsame Tätigkeit ....... und der Austausch über das Gelesene ist auch wichtig, da kann man reflektieren und ich glaube auch, dass dann eine Geschichte besser im Gedächtnis bleibt.

Während des Studiums habe ich nicht so viel gelesen wie heute, da war ja auch Fachliteratur gefragt und da ich eben nicht Germanistik studierte, hielt es sich in Grenzen. Es war eben ein Hobby neben anderen.

Und noch mal zu dem 15 Jährigen. Wenn das eine Wette war o.ä., dann o.k. Wenn er aber immer so viel liest, dann würde mich schon interessieren, ob er einen Freundeskreis hat. Ja, für den Artikel habe ich im Moment keine Zeit ........

dorli

vor 6 Jahren

Ich lese auch so 2-3 Bücher pro Woche. Kommt immer drauf an, was in der Woche anliegt. Können auch mal 4 Bücher sein, aber das ist eher selten.
Aber 90 Bücher in sechs Wochen? Wow. Mein Junior (er ist 15) hat während der Sommerferien insgesamt 7 Bücher gelesen :-)

Lilitu

vor 6 Jahren

Es kommt natürlich auch drauf an, was für Bücher man liest. Gerade Kinder- und Jugendbücher können ziemlich dünn sein oder mit Großdruck. Waren Manga- oder Comic-Bücher dabei? Einen Manga kann man in gut einer Stunde durchlesen, da sind mehrere am Tag kein Problem.
So oder so 90 Bücher in 6 Wochen, das ist eine Menge!
Und ich war stolz auf mich als ich mal 9 Bücher im Monat gelesen hatte :D (da waren auch einige recht dünne Bücher dabei ;) )

Wie viele Bücher ich sonst so lese, kommt immer drauf an, was sonst so alles anliegt und ob ich dann noch Lust zum Lesen habe (was meist der Fall ist - Lesen ist mein Lebenselexir (neben anderen Dingen ;) ).
Im Schnitt sind es aber 4-5 Bücher im Monat.

myriel

vor 6 Jahren

Man sollte aber auch nicht vergessen, dass von diesen 90 Bücher wohl nicht jedes 400 oder mehr Seiten hat. Sondern da sind wahrscheinlich durchaus auch Bücher mit 100 oder 200 Seiten dabei, die haben wir ja auch schnell weggelesen ;)
Ich finde das eine sehr tolle Aktion! Auch wenn ja nicht alle Kinder die geforderten 3 Bücher geschafft haben, so sind doch sicherlich einige (wenn auch wenige) zum mehr Lesen motiviert worden und haben die Liebe zu Büchern für sich entdeckt. Und selbst wenn es nur dieser eine Junge ist... das ist doch toll! :)
Mir ist jedenfalls ein Kind/Jugendlicher, der sich hinter Büchern "verkriecht" lieber, als einer, der nur noch vor PC oder Konsole hängt.

Meine Kinder können ja selbst noch nicht lesen... ich schon sehr gespannt, ob sie später mal zu Lesemäusen werden oder nicht.

Ich selbst bin froh wenn ich in der Woche ein oder zwei Bücher schaffe, viel mehr geht meistens gar nicht.

DieBuchkolumnistin

vor 6 Jahren

@dorli

Ich halte 7 Bücher in sechs Wochen für einen 15-jährigen schon für sehr viel, da hat man ja schliesslich meist auch noch jede Menge andere Dinge im Kopf (wenn ich jetzt mal von meiner Pubertät ausgehe)!

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Also das höchste was ich bisher in den Ferien mal geschaffte hatte, war, in 4 Wochen 19 Bücher.
Aber auch wenn man als 12-Jähriger sicher Bücher liest, die große Schrift und vll 150 - 200 Seiten haben, wenn man mal rechnet sind das 2850 - 3800 Seiten in 6 Wochen. Das finde ich für einen 12Jährigen gerade in der Zeit von Spielekonsolen etc wirklich toll!

Lilitu

vor 6 Jahren

myriel schreibt:
Mir ist jedenfalls ein Kind/Jugendlicher, der sich hinter Büchern "verkriecht" lieber, als einer, der nur noch vor PC oder Konsole hängt.

Ist es wirklich ein so großer Unterschied wohinter man sich verkriecht, ob Bücher oder Videospiele?
Ich kann mich erinnern, dass durchaus Bücher und gerade Romane/Unterhaltungsliteratur genau so verteufelt wurden, wie Videospiele heute, was sie nicht alles der Jugend und/oder den Frauen antuen sollen! Ganz gefährlich, diese Bücher!
Bücher sind ein Unterhaltungsmedium genau wie Filme oder Videospiele. Videospiele haben sogar den Vorteil, dass man selbst zur Geschichte beitragen kann, dass man schnell dem Verlauf der Hauptgeschichte folgt oder sich noch etwas umschaut und Nebenstränge erforscht (je nach Spiel), das kann kein Film und kaum ein Buch (es gibt ja durchaus Bücher, die einem eine Entscheidungsfreiheit beim Lesen lassen).
Bei Videospielen lässt sich genau so lernen, wie beim Lesen.
Dank Civilization IV kennt sich mein Bruder zum Beispiel prima aus bei den verschiedensten Staatsoberhäuptern der Welt aus verschiedenen Zeiten. Ich selbst habe viele mythologische und mystische Wesen aus den verschiedensten Ländern der Welt kennen gelernt oder wieder getroffen in Videospielen. Ein Videospiel hat mich zum Herrn der Ringe geführt, ein anderes mir die nordische Mythologie von einer anderen Seite gezeigt. Bücher (ohne vorher verfilmt worden zu sein) wurden in Videospiele umgesetzt ("Metro 2033", "die göttliche Komödie" (letztere ziemlich frei, aber naja)). Videospiele verbessern die Hand-Augen-Koordination und Dank Spieleabenden u.ä. sind Videospiele nicht unbedingt ein so sehr einsames Medium.

Letzten Endes ist es wie bei allem: Auf das Maß kommt es an.
Ob ich nun den ganzen Tag vor einer Konsole/ dem PC hocke oder hinter einem Buch. Das eine kann so einsam sein wie das andere und andererseits kann man auch durch das eine wie auch das andere soziale Kontakte knüpfen und sich austauschen ;)

Autoren: Thomas Brezina,... und 2 weitere Autoren
Bücher: Das Geheimnis am Ende der Treppe,... und 2 weitere Bücher

mecedora

vor 6 Jahren

Wow, das ist eine grandiose Leseleistung!

Ich lese viel, aber das schaffe ich nicht, auch nicht mit kürzeren Büchern.
Ich kann mich allerdings an einen Urlaub erinnern (wir waren in Österreich), in dem wir für mich Bücher nachkaufen mussten, weil ich meine mitgebrachte Bücherkiste leergelesen hatte. Alle 21 Fünf-Freunde-Bände habe ich damals in 14 Tagen gelesen.

Hach, wenn ich daran so zurückdenke, dann wünsche ich mir doch glatt diese wunderbaren Sommerferien zurück

Mary_Eve

vor 6 Jahren

Natürlich eine bemerkenswerte Leistung, aber meiner Meinung nach auch viel zu viel. Das ist nicht mehr gesund, sondern eine Flucht vor der Realität wie es bei anderen zum Beispiel Online-Games sind. Viel lesen ist schön und gut, aber man sollte sein soziales Umfeld nicht vergessen. Denn was bringt es einem 12-Jährigen hunderte Bücher zu lesen, wenn er dafür keine Freunde mehr hat? Glücklich macht ihn das gewiss nicht. Ich lese vielleicht 1-2 Bücher die Woche. Ich muss keine Rekordzeiten beim lesen aufstellen. Ich lese gemütlich und geniese die Bücher =)

gittiH

vor 6 Jahren

während der arbeit eigentlich nur ein buch in einer woche, manchmal brauche ich auch zehn tage. im urlaub pro woche schon zwei bis drei, je nach länge.

suse9

vor 6 Jahren

Ich sehe das so wie Mary_Eve und finde es eher bedenklich, dass ein 12-Jähriger so viel Bücher gelesen haben soll. Auch wenn Comics oder sehr dünne Bücher dabei waren, würde ich mir als Mutter die Frage stellen, warum mein Sohn nur in der Ecke sitzt und liest. Wann hat er Zeit für Freunde, geht klettern, wandern, Fahrrad fahren, schwimmen, Ball spielen? Ich komme aus einer leseverrückten Familie und lese natürlich heute auch noch sehr viel. Aber dabei geht es mir nicht darum, wie viele Bücher ich in kürzester Zeit schaffe, sondern wie oft ich das Glück habe, ein gut geschriebenes lesen zu dürfen. Es kommt schon mal vor, dass ich einen Termin oder eine Verabredung verschiebe, wenn ein guter Roman zu Hause auf mich wartet. Wenn dies aber zu oft geschieht, protestieren meine Familie/Freunde und das ist gut so. Denn wie gerne verziehe ich mich in die Scheinwelt der Literatur und bin glücklich darin. Gut, wenn dann jemand darauf achtet, dass ich mich auch an der Realität beteilige. Die ganze Aktion der Bibliothek ist sicherlich gut gemeint und ich finde sie toll. Die Berichterstattung darüber finde ich aber bedenklich.

Buchhandlung_am_Schaefersee

vor 6 Jahren

@sunlight, mary-eve und suse9
Es handelte sich um einen Sommer-Lese-Club, an dem dieser Junge teilgenommen hat. Ein Wettbewerb, bei dem man auch dicke Preise mit nach Hause nehmen durfte. Das erklärt wohl die besondere Motivation des Jungen mölichst viele Bücher zu schaffen und entschärft doch auch den Vorwurf, der Junge wäre nicht psychisch gesund, da er so viele Bücher liest. ;-)
Außerdem war das eine gemeinschaftliche Aktion: Viele Kinder haben mitgemacht, es war ein Wettbewerb/Spiel und es wurde dementsprechend auch über die Bücher gesprochen, die man gelesen hat. Das ist für soziale Kommunikation und das Finden von neuen Freunden durchaus förderlich, würde ich sagen.
Was man vielleicht auch nicht außer acht lassen sollte, wäre die Möglichkeit, dass der Kleine auch fleißig das Internet durchgoogelt haben könnte um ein bisschen zu schummeln.
Ich würde sagen: Kein Grund zur Besorgnis!

Alena_Tess

vor 6 Jahren

Schaffe wenn ich frei habe oder krank bin so ca 1-2 am tag kommt drauf an wie dick :D sonst so neben schule 3 in der woche

Nordlicht21

vor 6 Jahren

Ob das nun so stimmt oder nicht, ich geh lieber erst mal vom Positiven aus :).
Ich lese vielleicht so 1-2 Bücher die Woche, kommt ganz drauf an, wie viele Seiten sie haben und wie leicht/schwer sie sich lesen lassen. Für den dritten Teil der Millennium-Trilogie mit über 800 Seiten habe ich mit Sicherheit länger gebraucht als für Ahern-Bücher zum Beispiel. Find ich aber gar nicht dramatisch, beim Lesen kommts mir auf das Buch an und nicht auf die Geschwindigkeit.Allerdings kann es auch mal weniger sein, wenn die Uni gerade stressig ist (wie z.B. jetzt: Praktikum mit 40 Std./Woche + 4 Hausarbeiten für die Uni schreiben).

suse9

vor 6 Jahren

@Buchhandlung_am_Schaefersee

Ich stimme dir zu, dass es bei dieser Aktion darum ging, den Kindern das Lesen nahezubringen und sie miteinander diskutieren zu lassen. Soweit finde ich das richtig schön und auch wichtig. Trotzdem ;), finde ich das Thema verfehlt, wenn ein 12-Jähriger 90 Bücher gelesen haben will. Ob Schummelei im Spiel war oder nicht - selbst bei 45 Büchern würde ich mit den Ohren schlackern - sei erst einmal außen vor. Ich halte nichts davon, auf Masse zu lesen. Das ist für mich sinnlos. Weder wird man den Romanen noch seinem sozialen Umfeld gerecht. Gegen die Aktion habe ich also überhaupt nichts einzuwenden - im Gegenteil finde ich es sehr wichtig, Kinder ans Lesen heranzuführen. Aber Lob erhält von mir niemand, der den größten Stapel geschafft hat.

Nordlicht21

vor 6 Jahren

@suse9

Ja, ich finde da die Motivation auch ein wenig falsch, wenn das Ziel der Aktion sein sollte, "möglichst viel" gelesen zu haben - lesen sollte ja in erste Linie Spaß machen, um Masse sollte es da nicht gehen. Wenn sich zB eines der anderen Kinder mal eben komplett durch den Herrn der Ringe gelesen hat oder so, sind es nur drei Bücher - aber eben auch viele nicht ganz einfache Seiten. Aber trotzdem denke ich, wenn der Junge Spaß hatte, wirds wohl okay sein...

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