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JoergMaass

vor 4 Monaten


Hermann, komm her man!


Der Wald, schon wieder der Wald! Erneut Dämmerlicht und quälende Furcht, eine starke Phobie, die immensen Druck auf seine Brust ausübte. Und trotzdem zwang ihn etwas, tief in seinem Inneren, weiterzugehen. Er durchlebte das Szenario nun schon zum dritten Mal. Der alte Mann versuchte sich an die beiden anderen zu erinnern, doch der unheimliche dunkle Forst und dessen Geräuschkulisse nahmen seine Aufmerksamkeit voll in Anspruch. Er spürte, dass er beobachtet wurde, man jeden seiner Schritte aufmerksam observierte.


Plötzlich sah er sie: Riesige Bäume mit weit aufgerissenen Mäulern und Augen, deren stechender Blick das Grauen in seiner Seele noch verstärkte. Aber der Kulminationspunkt des Schreckens war noch lange nicht erreicht! Große hölzerne, muskulöse Armpaare zwängten sich berstend aus den voluminösen Stämmen. An ihnen befanden sich scharfe Krallen von mindestens fünfzig Zentimeter Länge, ähnlich denen des ungepflegten Jungen aus einer alten Kinderbuchgeschichte. Doch damit nicht genug, bewegten sich die Bäume plötzlich, schossen aus dem aufreißenden Boden. Als der Alte nach unten blickte, konnte er an jedem Gehölz zwei riesige Wurzeln von der Form eines Fußes erkennen. Und dann stapften sie auf ihm zu! Panik stieg in ihm auf und zudem die Unfähigkeit, einen klaren Gedanken zu fassen.


D
a erklangen zwei verzerrte helle Stimmen, die: „Hermann, komm her man!“, riefen, während aus den Mündern der herannahenden Baummonster ein hämisches Lachen erschallte.

Autor: Jörg Maaß
Buch: Irritationen des Irrsinns
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