Austausch über das Lesen an sich

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Cloodia

vor 4 Jahren


Fragt nicht warum, aber ich habe ab und zu das Bedürfnis, mich über das Lesen an sich auszutauschen. Es ist ein sehr breites Thema mit vielen, möglichen Unterthemen (Wo liegt der Reiz am Lesen? Warum nicht einfach TV gucken? Was macht Leserunden zu einem besonderen Lesevergnügen?, Ersetzt das E-Book's das klassische, gedruckte Buch? etc.), so dass ich dachte, es wäre schön, mit Euch darüber im Austausch zu sein.
Vielleicht gibt es hier ja noch mehr lovelybooker, die Lust haben sich über all solche Themen auszutauschen, miteinander zu diskutieren oder einfach mal Gedankengänge los zu werden. Dafür dieses “Thema".

Aer1th

vor 4 Jahren

Vor ein paar Tagen saß ich bei uns im Wohnzimmer auf dem Sofa und fing an nachzudenken - übers Lesen.

Ich kann mir persönlich nicht vorstellen nicht zu lesen. Lesen ist fester Bestandteil meines Lebens und ich liebe es. Warum? Das kann ich vermutlich nicht zu 100% beantworten, aber ich liebe es in andere Welten und Charaktere ab-/einzutauchen.
Abenteuer zu erleben, die im realen Leben vermutlich nie selber durchleben werde, etc.

Während meine Gedanken also so schweiften, fragte ich mich wie es sein kann, dass es Menschen gibt, die gar nicht lesen. Es nur widerwillig tun oder vielleicht auch nie tun werden/getan haben.
Ich kann mich in so einen Menschen schwer bis gar nicht hineindenken und konnte nicht umhin, für mich persönlich festzustellen, dass ein Leben ohne Bücher und lesen für mich irgendwie ärmer wäre.

Könnt ihr euch in nichtlesende Menschen besser hineindenken? Warum ist das Buch/das Lesen einigen so ein Graus und tatsächlich immer noch als uncool verschrien?

Cloodia

vor 4 Jahren

Aer1th schreibt:
(...) aber ich liebe es in andere Welten und Charaktere ab-/einzutauchen. Abenteuer zu erleben, die im realen Leben vermutlich nie selber durchleben werde, etc. (...)

Du sagst es! Genau das macht das Lesen auch für mich zu einem Vergnügen, auf das ich nicht verzichten mag!

Lesen ist einfach etwas wunderbares. Diesen Satz würden sicher die Meisten hier bei lovelybooks.de unterschreiben. Ich persönlich habe mich hier eher aus einer Laune heraus angemeldet, nachdem ich beim Surfen im www auf diese Plattform gestoßen bin. Und ich muss sagen: Ich bereue meine Registrierung seitdem keine Sekunde! Gerade die Möglichkeit, mit anderen Lesebegeisterten gemeinsam Bücher in Leserunden zu lesen, reizt mich. Ich finde es sehr bereichernd, die Interpretationen Anderer zu lesen und insbesondere dann, wenn man mit dem Autor in einen Austausch gehen kann, steigert sich für mich das Lesevergnügen nochmals.

Über Deine Fragen (Könnt ihr euch in nichtlesende Menschen besser hineindenken? Warum ist das Buch/das Lesen einigen so ein Graus und tatsächlich immer noch als uncool verschrien?) habe ich etwas länger nachgedacht:

Wenn ich sehr viel Stress habe, dann mag ich abends nach der Arbeit auch nicht immer lesen. Ich lasse mich dann auch gerne mal einfach nur durch einen guten Videofilm o.ä. berieseln, lasse mir eine Geschichte einfach nur so in Wort und Bild erzählen. Der Rückschluß daraus könnte sein, dass Nichtleser das Lesen eventuell grundsätzlich als unbequem und anstrengend empfinden...(?)

Ein Arbeitskollege, der Nichtleser ist, hat mir erzählt, dass er in seiner Freizeit eben genau diese “Berieselung durch Medien" möchte und Lesen eher als Anstrengung empfindet. Lesen ist für ihn nur ein Mittel zum Zweck. Es dient ihm lediglich zur gezielten Information oder Wissenserweiterung - er liest also Zeitung oder News-Seiten im www sowie Fachzeitschriften.

Das Lesen als "uncool" betitelt wird, habe ich bisher noch nicht erlebt. Ich erlebe es eher mal, dass große Verwunderung aufkommt, wenn jemand berichtet, dass er oder sie gar nicht liest.

Aer1th

vor 4 Jahren

@Cloodia

Spannenderweise habe ich gerade heute etwas über Stress und Lesen gelesen.
Sony hat in einer Studie nachgewiesen, dass stilles lesen über einen Zeitraum von nur sechs Minuten den eigenen physischen Stresslevel um bis zu 60% senkt.

Quelle:
http://www.mynewsdesk.com/de/sony-europe-limited/pressreleases/wie-lesen-unser-gehirn-beeinflusst-sony-veroeffentlicht-wissenschaftliche-studie-916962

Liest man eine Romanze kann man diese 60% erreichen, bei einem Thriller sind es nur 20%, aber immerhin.^^

Ich fand das super interessant und spannend und würde ja die Theorie des Nichtlesens ad absurdum führen.^^

Aber ich kann es durchaus verstehen, dass man sich auch mal einfach nur berieseln lassen möchte. Geht mir ja nicht anders. Zu solchen Zeitpunkten empfinde ich das Lesen dann tatsächlich als anstrengender. Aber ich würde es nie im Leben aufgeben.^^

"Das Lesen als "uncool" betitelt wird, habe ich bisher noch nicht erlebt. Ich erlebe es eher mal, dass große Verwunderung aufkommt, wenn jemand berichtet, dass er oder sie gar nicht liest."

Das finde ich auch interessant. Die Verwunderung kenne ich auch, allerdings nur von mir selber, wenn ich höre, dass jemand aus meinem Umkreis nicht liest. Ansonsten scheine ich an eine andere Kategorie Mensch geraten zu sein als du. Als ich noch jünger war, war ich immer uncool und das nur, weil ich gelesen habe. Heutzutage höre ich das nicht mehr persönlich, habe es aber schon diverse Male gelesen oder erzählt bekommen.

AddictedToBooks

vor 4 Jahren

Aer1th schreibt:
Während meine Gedanken also so schweiften, fragte ich mich wie es sein kann, dass es Menschen gibt, die gar nicht lesen. Es nur widerwillig tun oder vielleicht auch nie tun werden/getan haben. Ich kann mich in so einen Menschen schwer bis gar nicht hineindenken und konnte nicht umhin, für mich persönlich festzustellen, dass ein Leben ohne Bücher und lesen für mich irgendwie ärmer wäre. Könnt ihr euch in nichtlesende Menschen besser hineindenken? Warum ist das Buch/das Lesen einigen so ein Graus und tatsächlich immer noch als uncool verschrien?

Ich kenne auch viele, die nicht gerne lesen.
Mein Vater sagt, dass er in der Arbeit am PC schon genug lesen muss. Meine Mama sagt, dass sie keine Zeit fürs Lesen hat und wenn sie nach einem langen Arbeitstag (sie ist Hausfrau, also putzen, Essen machen, etc.) fertig ist und sich hinsetzt, dann will sie einfach nichts mehr tun (d.h. fernsehen) und nicht lesen, was "sie wieder anstrengt".
Mein Mann dagegen kann sich einfach in keine Charaktere hinversetzen. Er kann noch so viel lesen, noch so tolle Bücher, er hat einfach nicht die Fantasie, sich ins Geschehen und in die Charaktere hinzuversetzen und liest deshalb Satz für Satz so, als wäre es eine Fernsehzeitung - ohne Zusammenhang, etc.
Von den meisten, die nicht gerne lesen, habe ich das gehört, also dass sie einfach nicht genug Fantasie dafür haben. Das ist wohl der Hauptgrund.

Cloodia

vor 4 Jahren

Mein spontaner Gedanke und mein spontanes Gefühl:
"Och shit - es tut mir richtig Leid, wenn jemand nicht genügend Fantasie hat..."

Seelensplitter

vor 4 Jahren

Lesen ist für mich: Abtauchen in eine andere Welt, einfach die reale Welt für ein paar Buchseiten auszublenden und einfach auch darin zu entspannen.
Ich finde aber auch, das es hilft, im deutschen das geschriebene Wort noch mal neu zu fassen :-)
Ich finde lesen auch deswegen schön, weil ich in meiner Fantasy an anderen Orten bin, wo ich so z.B. nicht hinkommen würde.
Lesen bildet, das ist klar :) aber es entspannt auch.
Lesen hilft mir wenn ich wieder Panikattacken habe, um mich auf hier zu konzentrieren.
Und es macht Spaß dabei meine 2 Kuschelschweinchen auf dem Schoß zu haben und dabei zu streicheln.

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