Autorenkolumne (4) von Ellen Berg: "Vorsicht, Mami!"

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TinaLiest

vor 3 Jahren



Bereits zum 4. Mal hat Autorin Ellen Berg für LovelyBooks in die Tasten gehauen und eine Autorenkolumne verfasst. "Vorsicht, Mami!" ist der Titel des flammenden Plädoyers für mehr Respekt für arbeitende Mütter:

Mami geht wieder arbeiten. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist meine beste Freundin Hanna vor kurzem in ihren Job zurückgekehrt. Großes Hallo bei den Kollegen? Naja, sagen wir besser: kleines Hallo, großes Fragezeichen. Klar haben sich alle gefreut, sogar einen Blumenstrauß hat Hanna bekommen. Aber dann fing auch schon der Schlamassel an.

Die Fragen zum Beispiel.

Hast du überhaupt jemanden für dein Kind? (Nee, arbeitende Mütter geben ihre Babys bekanntlich im Fundbüro ab.) Fühlst du dich wirklich schon wieder fit? (Wieso denn, ein Arbeitsplatz ist doch das reinste Sanatorium, wo man sich von Entbindung und durchwachten Nächten erholen kann.) Meinst du, dass du deinen Job auch in Teilzeit anständig erledigen kannst? (Natürlich nicht, denn wenn andere gerade warmlaufen und durchstarten, eilen Mütter schon wieder zum Kind.)

Diese Antworten hat meine Freundin natürlich nicht gegeben, aber sie waren deutlich in den Augen der lieben Kollegen zu sehen. Was der Chef so dachte, darüber wollte Hanna gar nicht erst länger nachdenken. Ihr reichte nämlich, was er tat: nix und niente. Doch, doch, es gebe sogar schon einen Computer für sie. Demnächst vielleicht auch einen Schreibtisch. Aber ein Büro… hm, da sei noch was im Souterrain. Eigentlich eine fensterlose Besenkammer, aber mit einer Topfblume und ein paar bunten Bildern an den Wänden könne man bestimmt was Schönes draus zaubern. Sagte der Chef. Und lächelte schief.

Hier könnt ihr weiterlesen!

Was meint ihr zu dem Thema? Werden Mütter, die neben dem Kinder Großziehen, auch noch arbeiten gehen, grundsätzlich unterschätzt - vielleicht sogar gegenüber arbeitenden Vätern benachteiligt? Was sind eure Erfahrungen mit der Situation?

Wir sind gespannt auf eure Meinungen und Kommentare zum Thema "Arbeitende Mütter"!

Autor: Ellen Berg

aba

vor 3 Jahren

Nein, ich denke nicht, dass arbeitende Mütter grundsätzlich unterschätzt und benachteiligt werden.

Ich kenne viele arbeitende Mütter, die ganz andere Erfahrungen gemacht haben als die von der Autorin beschriebene, was natürlich nicht bedeutet, dass es keine benachteiligte gibt.

Andererseits aber kenne ich viele Frauen, die, nachdem sie sich ganz anders entschieden haben als die Freundin von der Autorin - und sehr oft auch unabhängig davon, ob die Ehemänner eine gut bezahlte Stelle hatten oder nicht -, um Jahre lang auf ihre Kinder aufzupassen, für sie zu sorgen, damit sie immer für sie da sein konnten, wenn sie von der Schule kamen, absolut keine Anerkennung kriegen, auch nicht in Form eines Zeitungsartikels oder einer Kolumne.

Diese Frauen haben, wenn ihre Kinder größer und selbstständiger sind, keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt.

Und wenn eine dieser Frauen eine alleinerziehende Mutter ist, bleibt ihr nichts anderes übrig als Arbeitslosengeld II.

Und eine Lobby haben sie leider auch nicht...
Wahrschenlich deswegen liest man immer wieder und immer wieder über Frauen, die "Karriere und Familie" vereinbaren, aber über die anderen Frauen, die, die das alles für ihre Familie opfern, um am Ende mit leeren Händen da zu stehen... von ihnen hört man wenig und ich denke, sie verdienen genau so viel Respekt und Aufmerksamkeit.

EllenBerg

vor 3 Jahren

Liebe Aba,

ja, Sie haben vollkommen Recht: Mütter, die sich für die Familie entscheiden, haben es oft schwer, Respekt und Anerkennung dafür zu bekommen. Auch das habe ich schon im Bekanntenkreis erlebt.

Das Thema, das Sie anschneiden, ist deshalb genauso wichtig wie die Komplikationen bei arbeitenden Müttern.

Viele Menschen unterschätzen, was Frauen leisten, die sich um die Familie kümmern. Ich selbst habe mich die ersten drei Jahre ausschließlich auf meine Tochter konzentriert. Und erntete blankes Erstaunen. Damals habe ich bemerkt, dass ich vor allem über meinen Beruf definiert wurde. Mutter sein, das ist nämlich für die meisten Leute gar kein Beruf. Und das, obwohl es so unendlich wichtig ist, gerade in den ersten Jahren präsent zu sein. Man kann seinen Kindern unendlich viel geben: Urvertrauen, Bindung, vieles mehr. Aber auch später ist die liebevolle Begleitung wichtig.

Danke, dass Sie einen Beitrag geschrieben haben, der diese Seite der Medaille beleuchtet!

aba

vor 3 Jahren

@EllenBerg

Liebe Ellen,

ich freue mich sehr über Ihre Rückmeldung zu meinem Kommentar!

Vielen Dank!

Saphir610

vor 3 Jahren

Ich finde es interessant, dass Mütter in ihrem Tun überwiegend immer hinterfragt werden. Egal, ob sie arbeiten gehen, oder zu Hause bleiben. Als Mutter kann man es scheinbar niemanden Recht machen.
Sollte man ausserhalb der normalen Schul- und Kindergartenzeiten arbeiten muss für zusätzliche Betreuung bezahlt werden. Das Geld muss erstmal erarbeitet werden.
Ich war die ersten Jahre für meinen Sohn zu Hause. Als er in die Schule kam, wurde ich dann wieder schwanger, was eher passieren sollte, sich aber nicht planen lässt. Als meine Tochter in den Kindergarten ging fing ich mit meinem alten Hobby wieder an und kam dazu zu einem Minijob. Nun gibt es eine gute Aufteilung zwischen Familie und Kindern, Arbeit und Hobby. Ich hoffe, so kann es bleiben.

Ich finde, es sollte jeder Frau selbst überlassen werden, und jede Entscheidung respektiert werden.
Wobei bestimmt einige einfach nur arbeiten gehen, weil es die finanzielle Situation erfordert, und der Arbeitsplatz nicht irgendwelcher Art von Verwirklichung dient.
Bei meinem Sohn habe ich festgestellt, dass es ihm gut getan hat, dass da immer jemand war. Er ist zu einem selbstständigen und relativ selbstbewussten jungen Mann geworden ;-).

thursdaynext

vor 3 Jahren

Saphir610 schreibt:
Ich finde es interessant, dass Mütter in ihrem Tun überwiegend immer hinterfragt werden. Egal, ob sie arbeiten gehen, oder zu Hause bleiben. Als Mutter kann man es scheinbar niemanden Recht machen. Ich finde, es sollte jeder Frau selbst überlassen werden, und jede Entscheidung respektiert werden.

Diese zwei Sätze kann ich einfach nur anerkennend bejahen.

SimoneDorra

vor 3 Jahren

Ich hab schon ein Problem mit dem Begriff "arbeitende Mütter".Was tun denn die, die keinen aushäusigen Job haben - den ganzen Tag die Beine hochlegen? Die arbeiten doch auch. Bloß, dass sie dafür - leider - meistens kein Geld bekommen, es sei denn, sie bügeln daheim für Kundinnen (wie eine Freundin von mir) oder schreiben Bücher (wie ich). Den Haushalt zu managen, Kinder zu erziehen, mit einem vielleicht sehr knappen Budget auszukommen, Lehrergesräche und Elternabende über sich ergehen zu lassen, endlose Wäscheberge zu bewältigen und zu putzen... ein Job mit Anspruch. Und ohne Anerkennung. Und ich werde den Verdacht nicht los - ein ziemlich deutsches Problem.

In Holland wieder arbeiten gehen oder in Skandinavien - aber sicher. Gewünscht und vorgesehen. Genauso wie in Frankreich übrigens. Plus der dazu notwendigen Infrastruktur, die es hierzulande auch nicht wirklich gibt. Weswegen manche Mütter mit Jobs ihre Kids morgens um halb secs aus dem Bett werfen und zu einer 60 km entfernten KiTa karren müssen, weil sie wenigstens dort einen Platz gefunden haben.

Ich würde mir da ein radikales Umdenken wünschen... dass Mütter anerkannt werden, die lieber zu Hause bleiben wollen, um für ihre Kids da zu sein, und dass sie nicht im Regen stehen, wenn sie später auf den Arbeitsmarkt zurückkehren wollen. Das sind Managerinnen, Krankenschwestern, Erzieherinnen, Löwenbändgerinnen... die braucht man durchaus, wenn sie wieder zur Verfügung stehen. Und die Frauen, die den anstrengenden Spagat zwischen Job und Familie wagen und tatsächlich bewältigen, haben ebenso viel Respekt verdient, und nicht immer das selbe abgestandene Gefasel, das man keinem Mann zumuten würde. Die fragt ja auch keiner, wie sie Beruf, Kind und Kegel unter einen Hut bringen.

P.S.: Irgendwer hat hier gesagt, dass viele Frauen ja schließlich nur aus finanziellen Gründen arbeiten gehen, und dass der Arbeitsplatz nicht "irgendeiner Art von Verwirklichung dient". *seufz* Was soll das heißen? Ist es akzeptabler, wenn eine Frau arbeiten geht, um die Haushaltskasse aufzufüllen, als wenn sie es einfach macht, weil diese Arbeit ihr gut tut? Oder wenn sie beides kombinieren kann, was ich persönlich super finde? Nochmal - Respekt für alle wäre dringend angesagt. Ob man nun zuhause anpackt, in einer Firma, einem Atelier oder Büro.

Saphir610

vor 3 Jahren

P.S.: Irgendwer hat hier gesagt, dass viele Frauen ja schließlich nur aus finanziellen Gründen arbeiten gehen, und dass der Arbeitsplatz nicht "irgendeiner Art von Verwirklichung dient". *seufz* Was soll das heißen? Ist es akzeptabler, wenn eine Frau arbeiten geht, um die Haushaltskasse aufzufüllen, als wenn sie es einfach macht, weil diese Arbeit ihr gut tut? Oder wenn sie beides kombinieren kann, was ich persönlich super finde? Nochmal - Respekt für alle wäre dringend angesagt. Ob man nun zuhause anpackt, in einer Firma, einem Atelier oder Büro.

Ich denke, ich war das.
Es ist so gemeint, dass einige Frauen vielleicht auch gerne zu Hause bei den Kindern bleiben möchten und es aus finanziellen Gründen nicht können. Da dann noch entsprechende Bemerkungen von der Umwelt, von wegen wer sich um die Kinder kümmert, wie es denen geht usw. ist sowieso ätzend und kommt hier dann sicherlich noch weniger gut.

Saphir610

vor 3 Jahren

Ach, sich bei diesem sensiblen Thema richtig auszudrücken und verstanden zu werden ist schwierig ;-).
Ich weiß von mir selber, dass "Frau" dann trotzdem, trotz Arbeit, es zu Hause weiter es gerne allen Recht machen möchte.

SimoneDorra

vor 3 Jahren

Saphir610: das sollte kein Angriff sein. Es klang nur so, als wäre der bloße Gedanke, dass eine Frau an ihrem (bezahlten) Job Vergnügen findet, an sich schon frivol - was aus dem Kontext gesehen nicht gemeint sein kann. Sorry! Und man kann es nicht alle Recht machen - wer das versucht, verzettelt sich meistens und hat hinterher noch ein schlechtes Gewissen. Wahrscheinlich muss da jede(r) den eigenen Weg suchen und finden.

FallenAngel11

vor 3 Jahren

Ich kann da nur aus meiner Sicht schreiben. Der Kinder wegen arbeite ich in Teilzeit in einem Discounter. Unter der Woche nur in Spätschichten, so bin ich Morgends, wenn die Kids zur Schule müssen, und Mittags noch da. Ich sehe es auch als Vorteil, das Samstags bei uns ein normaler Arbeitstag ist. Den Tag kann sich dann mal mein Mann kümmern ;)

Eine Zeitlang habe ich auch Frühschichten gemacht. Die Schichten beginnen um 6.00. Da hab ich meine Lütte um 5 wach gemacht, zu einer Freundin gebracht die , die Lütte um 7 in den Kiga gebracht hatte. Aber das wollte ich ihr nicht mehr antun wie sie ins Schulalter kam. Mein Sohn kam alleine schon zurecht.

Ich merke aber, das es den Kinder gut tut, wenn ich Morgends da bin und Mittags ein leckeres Essen fertig ist :)

Nur denken viele meiner Kollegen: " Ach du kannst ja Morgends ausschlafen, hast ja nur Spätschichten."

Ja nee mein Wecker geht immer um 5.45 an. Ich frage mich manchmal was die sich immer vorstellen.

Die Arbeit tut mir gut, und bringt Abwechslung in den Alltag.

Jede Mutter muss selber wissen was sie möchte und auf ihr Bauchgefühl hören. Es ist ein ziemlicher Spagat, Haushalt, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bekommen.

saraa

vor 3 Jahren

Also ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten. Ich bin berufstätig Vollzeit. Beginne meine Arbeit morgens um 7.00 Uhr und sie endet um 16.00 Uhr. Mein Mann hat eine Teilzeitstelle und arbeitet von 8.00 Uhr bis 13.30 Uhr. Er bringt unsere Tochter in den Kindergarten und holt sie auch ab.

Ich höre nur positives von meinem Arbeitgeber und von den Kollegen. Da heißt es öfters mal. Wie du das alles schaffst. Bemerkenswert. Mein Arbeitgeber gibt mir auch viel Freiraum. Ist die kleine Dame einmal krank. Darf ich zu Hause bleiben, so als ob ich krank bin. Also 3 Tage ohne Krankschreibung. Ist mal etwas zwischendurch. Kein Problem, dann fahr schnell nach Hause und bring Notfalls die Kleine mit ins Büro.

Ich muss dazu sagen wir sind eine Behörde und wir haben auch das Zertifikat Familienfreundlich erhalten. Dass kann ich nur unterstreichen.

Aber dass was ich hier berichte ist leider nicht üblich. Ich höre es sehr oft von meinen Freundinnen, die alle teilzeitbeschäftigt sind. Dass die Kollegen da anders reagieren. Da hört man auch schon mal. Wie du gehst schon wieder, du bist doch gerade erst gekommen, auch wenn man schon 4 Stunden gearbeitet hat.

FallenAngel11

vor 3 Jahren

@ saraa

Aber dass was ich hier berichte ist leider nicht üblich. Ich höre es sehr oft von meinen Freundinnen, die alle teilzeitbeschäftigt sind. Dass die Kollegen da anders reagieren. Da hört man auch schon mal. Wie du gehst schon wieder, du bist doch gerade erst gekommen, auch wenn man schon 4 Stunden gearbeitet hat.

Ja der Spruch hängt mir auch noch in den Ohren. Ich musste halt bei meinen Frühschichten um 12.00 Feierabend machen, weil der Große von der Schule kam und die Kleene vom Kindergarten abgeholt werden musste. Wenn mich dann einer abgelöst hat, hieß es dann: " Wie, schon Feierabend?"
Ich habe dann immer nur noch geantwortet:" Ich gebe dir gerne meine Schlüssel. Der Große kommt von der Schule, dem kannst du was zu Essen kochen und ach dann darfst du noch zum Kindergarten."

Es war dann relativ schnell Schluss mit diesen Sprüchen ;)

saraa

vor 3 Jahren

FallenAngel11 schreibt:
@ saraa Aber dass was ich hier berichte ist leider nicht üblich. Ich höre es sehr oft von meinen Freundinnen, die alle teilzeitbeschäftigt sind. Dass die Kollegen da anders reagieren. Da hört man auch schon mal. Wie du gehst schon wieder, du bist doch gerade erst gekommen, auch wenn man schon 4 Stunden gearbeitet hat. Ja der Spruch hängt mir auch noch in den Ohren. Ich musste halt bei meinen Frühschichten um 12.00 Feierabend machen, weil der Große von der Schule kam und die Kleene vom Kindergarten abgeholt werden musste. Wenn mich dann einer abgelöst hat, hieß es dann: " Wie, schon Feierabend?" Ich habe dann immer nur noch geantwortet:" Ich gebe dir gerne meine Schlüssel. Der Große kommt von der Schule, dem kannst du was zu Essen kochen und ach dann darfst du noch zum Kindergarten." Es war dann relativ schnell Schluss mit diesen Sprüchen ;)

Bei Ihr sind diese Sprüche an der Tagesordnung. Der beste Spruch war einmal: Das kann doch auch mal dein Mann machen. Der Hintergrund dazu ist. Ihr Mann ist der Chef des ganzen Fachbereiches wo sie arbeitet.
Ihre ganzen Kolleginnen sind entweder Single oder aber verheiratet ohne Kinder.

ulla_leuwer

vor 3 Jahren

Also, ich war eine Mutter, die eine Teilzeitbeschäftigung hatte. Egal, aus welchen Gründen ich nun arbeiten gegangen bin, ich habe reichlich Erfahrungen gemacht. Ich hatte damals meine Arbeitszeiten bewusst so gelegt, dass ich ganze Tage im Büro war und auch ganze Tage für meine Kinder da war.

Wenn ich zum Beispiel dienstags um 17 Uhr nach Hause ging, meinten meine kinderlosen Kollegen, oh Du hast es gut, Du hast ja schon wieder Wochenende. Ja, klar, die Kleine gingen ja auch alleine in den Kindergarten und zur Schule. Elternabende, egal wo, fanden abends statt, wenn sich meine Kolleginnen ausruhen konnten.

Im Büro wurde ich schief angesehen, wenn ich mal sagte, das kann ich leider nicht, weil ich nach Hause muss oder an dem Tag nicht arbeite. Es ist ja auch so schwer, sich daran zu gewöhnen, Arbeiten rechtzeitig zu verteilen, damit ich sie in der wöchentlichen Zeit schaffe. Es gab Kollegen, die kamen prima damit klar, waren selber auch gut organisiert und andere haben es selbst nach 20 Jahren nicht gerafft. Unverständnis gab es, als mein Sohn im Krankenhaus lag und ich jeden Mittag zu ihm wollte. Frei für ein paar Stunden, nein das geben wir nicht. Tja, was beleibt einer Mutter da anders über, sie nimmt ihre recht in Anspruch, sich „krank schreiben“ zu lassen, damit sie sich um das Kind kümmern kann.

Im Kindergarten und in der Schule wurde man schief angesehen, weil man nicht immer zur Verfügung stand. Andere Mütter können schließlich auch zum Basteln kommen, die Klasse begleiten und was weiß ich alles. Allerdings hatte ich dann das Glück, dass man sich darüber Gedanken machte. Will man eine Mutter, die sich einsetzt? Die Klassenlehrerin legte die Termine auf meine „freien“ Tage, im Kindergarten wurde mit mir auch im Vorfeld einiges abgesprochen.

Es geht so vieles, aber man muss auch immer kämpfen und sich rechtfertigen.

Komischerweise durfte ich mich später im Büro um die Schülerpraktikanten und Auszubildenden kümmern, denn meine Kolleginnen hatten keine Ahnung, wie man mit ihnen umgehen muss. Tja, alles hat seine Vor- und Nachteile.

Elke

vor 3 Jahren

Ich möchte mal meinen "Senf" als Chefin dazu geben. In unserer Gärtnerei arbeiten nur Frauen, die meisten davon Mütter und daher Teilzeit.

Klar der/die "Traumangestellte" von uns Arbeitgebern stünde jederzeit für Überstunden zur Verfügung (am liebsten für Unbezahlte *g*), wäre niemals krank oder aus sonstigen Gründen verhindert und verzichtet am besten freiwillig auf seinen Urlaubsanspruch.
Aber in Wahrheit weiß jeder Arbeitgeber (oder sollte es wissen), dass der beste Arbeitnehmer, der ist, der gerne arbeitet und auch ein erfülltes Privatleben führt. Private Probleme werden natürlich mit in die Firma genommen und wirken sich auf die Arbeitsqualität aus.

Wir versuchen unseren Mitarbeiterinnen so weit als möglich entgegenzukommen. Mit freien Tagen, wenn die Kinder krank sind (Urlaub, ZA oder Pflegeurlaub), wenn mal gar niemand da ist der sich ums Kind kümmert, dürfen sie es auch mal für ein paar Stunden mitbringen. Natürlich wird auch bei der Urlaubsplanung auf die Ferienzeiten Rücksicht genommen, etc.

Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, das dieses Entgegenkommen ausgenutzt, oder von kinderlosen Mitarbeiterinnen als ungerecht empfunden wird.
Was vermutlich auch daran liegt, dass meine Mitarbeiterinnen bei der Diensteinteilung (Früh bzw. Spätdienst, Samstagschicht etc.) ziemlich freie Hand haben, und sich das untereinander ausreden.

Dafür sind meine Mitarbeiterinnen umgekehrt genauso entgegenkommend, wenn es mal Überstunden zu machen gibt.

Natürlich haben alle Mütter ein sehr gutes Netz hinter sich, aus sich kümmernden Vätern oder Großeltern, Kindergarten und Tagesmüttern. Oder die Kinder gehen schon in die Schule und können sich ein paar Stunden selbst beschäftigen.

Aber dafür sollte man als Frau schon sorgen, wenn man mit Kind wieder Arbeiten gehen will. Und das ist in den meisten Fällen auch möglich.
Klar gibt es extrem Fälle, mit Alleinerzieherinnen ohne Großeltern, die in ihrem Teilzeitjob zu wenig verdienen um eine Tagesmutter zu bezahlen und keinen Kindergartenplatz in der Nähe bekommen etc.
Ich glaube (hoffe) aber doch, dass das die Ausnahme ist.

Als erwerbstätige Mutter, hat man definitiv mehr zu bedenken und zu organisieren, als kinderlose Kollegen. Aber mit Verständnis von beiden Seiten, funktioniert es ganz gut, wie mein Beispiel zeigen sollte.

Und natürlich sollte jede Frau auch das Recht haben, bei den Kindern daheim zu bleiben, wenn sie sich, aus welchen Gründen auch immer, dafür entscheidet, ohne schief angesehen zu werden!

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