Das Geheimnis der Brandung

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Mamber

vor 4 Jahren

Bin neu bei lovelybooks und möchte Euch mein ersten Roman ans Herz legen. Gerade neu erschienen beim Bod, Titel "Das Geheimnis der Brandung".  Freue mich über jeden Leser und hoffe Euch gefällts.
Hier ein paar Zeilen aus meinem Buch: ( viel Spaß bei Lesen)

Mir kam es so vor, als würde John alles im Eiltempo erledigen wollen und so versuchte ich abermals mit ihm Schritt zu halten, als er das Haus verließ.

Ein paar Schritte vom Haus entfernt parkte Johns Auto. Es war ein hellblauer,  zerbeulter und verrosteter Beater, wie die  Surfer ihre Autos nannten. Meist handelte es sich um Kombis,  in denen sie genug Platz hatten, um ihr Surfbrett unterzubringen und in dem es egal war, wie viel Sand und Nässe auf die Sitzflächen geriet.

John fuhr mit quietschenden Reifen los, dann kramte er während der rasanten Fahrt in der Ablage direkt vor meinem Beifahrersitz herum.

„Könntest du dich bitte auf die Straße konzentrieren“, wies ich ihn pikiert zurecht.

„Mach die mal rein“, forderte mich John auf und hielt mir eine CD vor die Nase.

Ich schaute mir das Cover an und las den Namen der Band: Smoothhounds. Danach öffnete ich die Hülle und legte die CD in die Musikanlage.

Coole, rockige Surfermusik erklang, die mir gefiel. Dann gönnte ich mir einen verstohlenen Blick rüber zu John.

Wie immer sah er ungemein lässig aus, seine Baseballkappe trug er  verkehrt herum. Besonders unauffällig  betrachtete ich  flüchtig sein Gesicht, während er im Takt der Musik  aufs Lenkrad trommelte, und  ab und zu den Songtext mitsang. So viel Unbeschwertheit beeindruckte mich schon sehr und ich konnte nicht umher mir einzugestehen, dass John einfach ein cooler Typ war. Ein  typischer Surfer und ein Mädchenschwarm. Und schon brach mein selbstgebautes „Bleibcoolgesetz“ entzwei. Ich setzte mich aufrecht  hin und  atmete ruhig in den Bauch ein, wie ich es immer machte, wenn ich nervös wurde.  Doch John  fing an zu schmunzeln, als er zu mir herüberschaute. Verunsichert überprüfte ich meine Kleidung, dann schaute ich kurz in den Seitenspiegel.

„Was ist?“ fragte ich ihn, nachdem er wiederholt leise lachte.

„Ich weiß auch nicht, aber so wie du, hat noch nie jemand in diesem Auto gesessen.“

„So wie ich sitze, meinst du?“  fragte ich irritiert.

„Ja, irgendwie sitzt du anders!“

„Anders?“ Anders klang in meinen Ohren wie eine Beleidigung. Ich überprüfte also ziemlich unsicher wie ich saß und verstand es immer noch nicht. „Ich sitze auf meinem Po. Wie soll ich denn sonst sitzen?“ überlegte ich stumm.

„Was meinst du damit?“, stellte ich ihn zur Rede, doch meine Stimme klang weniger fest, als ich es mir vorgenommen hatte. Die Röte in meinem Gesicht war mir auch keine Hilfe dabei, besonders streng auszusehen.

„Du sitzt so gerade, so kerzengerade. Entweder du hast einen Stock im Arsch oder du bist Balletttänzerin oder so.“

Abermals schaute ich an mir herab. Stock im Arsch?

Tänzerin? Der wollte mich wohl verarschen? Davon

war ich nun fester Überzeugung.

Meine Scham gepaart mit der aufkommenden Wut

ließ mich weiter erröten. War ja klar. Schlimmer

konnte es nicht mehr werden.

Natürlich bemerkte John meine Verunsicherung und korrigierte sich sofort.

„Hey versteh mich nicht falsch. Ich find es echt cool. Ich frag mich nur, ob so gerade sitzen bequem ist. Du kannst dich ruhig entspannen und es dir gemütlich machen.“

Wie soll ich mich jetzt noch entspannen? wunderte ich mich.

„Da ich keine Tänzerin bin, werde ich wohl einen Stock im Arsch haben und damit kann man sich verständlicher Weise schwer entspannen“, zickte ich ihn an.

Er lachte und sein Lachen war dermaßen charmant, dass ich, zwar etwas verlegen, mit lachen musste.

Johns Fahrstil ließ zu wünschen übrig, denn er konzentrierte sich reichlich wenig auf die Straße. Ständig war er damit beschäftigt alles zu fotografieren.  Frei aus dem Handgelenk drückte er den Auslöser. Zu meinen Erstaunen fotografierte er vorbeilaufende Passanten, Autos, Bürgersteine, einfach alles.




Autor: M. Amber
Buch: Das Geheimnis der Brandung
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